PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69813359T2 12.02.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0000876904
Titel Wendevorrichtung für eine Frontplatte in einer Falt-Beleimungsvorrichtung
Anmelder Bobst S.A., Lausanne, CH
Erfinder Coullery, Gerard, 1041 Villars-Le-Terroir, CH;
Wenger, Jean-Louis, 1603 Grandvaux, CH
Vertreter Weickmann & Weickmann, 81679 München
DE-Aktenzeichen 69813359
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT, NL, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 23.01.1998
EP-Aktenzeichen 981011042
EP-Offenlegungsdatum 11.11.1998
EP date of grant 16.04.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.02.2004
IPC-Hauptklasse B31B 5/36
IPC-Nebenklasse B31B 1/54   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Umklappen der Vorderwand eines aus Platten bestehenden Elements in einer Falt-Klebemaschine, d.h. einer Maschine, in der aus Platten bestehende Elemente wie Zuschnitte aus Karton oder Papier zu „flach gefalteten" und übereinander gestapelten Schachteln verwandelt werden, wobei diese Schachteln anschließend sehr schnell dreidimensional entfaltet werden können. Das Format des Zuschnitts, ebenso wie die Umklapplinien, welche die späteren Falze positionieren, bilden die vordere und die hintere Wand, die Seitenwände und das Boden- und Deckelelement der Schachtel und, wenn nötig, der inneren Trennwände. Bestimmte Wände oder Seiten können zusätzlich mit Klebelaschen versehen sein.

Die Erfindung bezieht sich genauer auf eine Vorrichtung zum Umklappen einer relativ großen Vorderwand eines Zuschnitts, d.h. ein Umklappen dieser Wand von vorne nach hinten, wie es bezüglich der Förderrichtung dieses Zuschnitts innerhalb der Falz-Klebemaschine gesehen wird. Ein solches Umklappen der Vorderwand kann beispielsweise bei der Herstellung von Diskettentaschen erforderlich sein.

Das Umklappen einer kleinen Vorderlasche erfolgt in bekannter Weise mittels einer relativ einfachen Vorrichtung, die einen öder mehrere Haken umfasst, die elastisch an einer Querleiste aufgehängt sind, wobei sich das untere Ende dieser Haken auf der Durchlaufebene der Zuschnitte befindet.

Ein Beispiel für eine bekannte Umklappvorrichtung für eine größere Vorderwand ist in dem Dokument FR 2 306 075 beschrieben. Diese Vorrichtung umfasst einerseits eine Querleiste zum Falzen, der sich geringfügig über der Förderebene der Zuschnitte befindet und dessen Querschnitt als horizontales V in entgegengesetzter Richtung der Förderrichtung der Zuschnitte ausgerichtet ist. Diese Vorrichtung umfasst andererseits eine Reihe von Hebefingern, die sich unter der Förderebene vorgeschaltet zur Querleiste und parallel zu dieser befinden und durch einen Zylinder aus einer ursprünglich horizontalen in eine vorübergehend schräge Position gebracht und bei der Ankunft eines Zuschnitts zur Oberseite der Querleiste hin ausgerichtet werden. Dieser Vorgang kann auch mittels eines Luftstrahls erfolgen. Sobald der vordere Rand der Vorderwand über der Querleiste eingeführt wird, werden die Finger wieder in die horizontale Lage zurückgebracht. Nachdem die Umklapplinie, welche den hinteren Rand der Vorderwand bildet, somit flach auf der unteren Fördereinrichtung liegen bleiben kann, biegt sich diese Linie bei deren Ankunft an dieser Querleiste zu einem Falz um. Die Vorderwand kippt dann durch die Rückhaltewirkung des Querstrebens auf die nachfolgende Zwischenwand, und diese beiden Wände werden gemeinsam unter die Querleiste und dann in einen Kalander eingeführt, der den Falz verstärkt.

Ebenso sind Falt-Klebemaschinen bekannt, bei denen die Umklappvorrichtung eine vertikale obere Querplatte umfasst, die mit einer unteren, vorgeschalteten Reihe von Hebefingern gekoppelt ist. Um zu verhindern, dass der vordere Teil der vorderen Wand bei seiner Aufwärtsbewegung zurückschnellt und dadurch Gefahr läuft, zu früh einen Falz zu erzeugen, ist die vorne liegende Aufnahmeseite dieser Platte mit mehreren vertikalen Gleitschienen versehen, die vor dieser Seite mit einem Abstand gehalten werden, der die Dicke des Zuschnitts geringfügig übersteigt. Diese Gleitschienen sind in Form vertikaler Stangen vorgesehen, deren untere Enden nach vorne gebogen sind, um das Einführen des vorderen Rands der vorderen Wand, der durch die vorübergehend schräg stehenden Hebefinger geführt wird, zu erleichtern. Darüber hinaus ist der Ausgang der vorderen oberen Fördereinrichtung in einem bestimmten Abstand bezogen auf die Platte positioniert, sodass die vordere Wand, die zunächst in horizontaler Position ankommt, sich biegen kann, um in vertikale Position gegen die Platte zu gelangen, ohne zerstört zu werden, aber so, dass die hintere Umklapplinie bei ihrer Ankunft sofort zu einem Falz wird. Dieser Falz wird unter die Platte geführt, um anschließend von der hinteren Fördereinrichtung erfasst zu werden, wobei die Vorderwand dann nach unten gezogen und gegen die nachfolgende Zwischenwand gedrückt wird.

Wenn die mit diesen Vorrichtungen des Stands der Technik ausgerüsteten Falt-Klebemaschinen auch zufriedenstellend arbeiten, so stoßen sie dennoch an ihre Grenzen, wenn die umzuklappende/n Vorderwand/Vorderwände zusätzlich noch eine oder mehrere Klappen aufweisen, die zunächst von fest angebrachten Bügeln gehalten werden, die entlang dem umfänglichen Zuschnitt in U-, C- oder anderer Form verteilt sind, wobei diese Klappen freigelegt sein müssen, bevor das Umklappen abgeschlossen ist.

Derartige Vorderwände mit Klappen sind insbesondere anzutreffen bei Zuschnitten für in Fächer unterteilte Transportkästen für Bierflaschen, wobei sich die Vorderwände und ihre Klappen in innere Trennwände umwandeln, die durch Klebelaschen in Position gehalten werden.

Ein solches Zerstören von Schwachstellen in Form kleiner, fest angebrachter Bügel kommt nun aber den Vorgängen des Ausdrückens von Abfall gleich, die in der Regel eher bei einer Platte stattfinden, bei welcher das Ausschneiden kurzfristig unterbrochen wird für die Zeit, in der ein geeignetes, einem Stempel vergleichbares Werkzeug nach unten und wieder nach oben bewegt wird. Eine solche Unterbrechungszeit ist jedoch mit den kontinuierlichen Faltvorgängen kaum vereinbar, die in diesen Falt-Klebemaschinen mit einem hohen Arbeitstakt insbesondere beim Umklappvorgang, der einer der ersten ist, gefahren werden.

Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, eine Umklappvorrichtung für die vordere Wand eines plattenförmigen Elements vorzuschlagen, die geeignet ist, das Öffnen einer oder mehrerer Klappe/n in einer vorderen, umzuklappenden Wand zu erluaben, und zwar auf eine Weise, die vereinbar ist mit dem schnellen Arbeitstakt der Maschine, und die so weit als möglich ohne schwere, komplizierte und somit kostspielige Ausrüstung auskommt.

Diese Ziele werden durch eine Umklappvorrichtung für die Vorderwand eines aus Platten bestehenden Elements in einer Falt-Klebemaschine erreicht, wobei diese Vorrichtung eine im Wesentlichen vertikale Halteplatte umfasst, die sich quer etwas über der Durchlaufebene der Zuschnitte befindet; sowie eine Reihe von Hebefingern, die quer unter der Durchlaufebene und der Halteplatte im Wesentlichen vorgeschaltet angeordnet sind, wobei diese Reihe von Hebefingern beim Eintreffen der Vorderwand mittels mindestens eines Zylinders aus einer horizontalen Ruheposition in eine vorübergehende Schräglage bewegt wird, um diese hinter Haltegleitschienen gegen die Halteplatte zu führen, dadurch, dass diese Vorrichtung mindestens einen Stoßen bzw. Stößel umfasst, der zur Halteplatte im Wesentlichen orthogonal ist, welcher Stößel von einem Aktuator betätigt wird, um die Klappe in dem Moment zu lösen, in dem die Wand mit ihrer maximalen Höhe gegen die Platte geführt wird.

Mit Bezug zur Durchlauf-Längsrichtung der Zuschnitte ist durch „vorne" und „hinten" ein Gegenstand definiert, der jeweils zum Durchlaufbeginn – im Allgemeinen die Zuführstation – und zur Ankunft – in diesem Fall die Aufnahme und Stapelstation – hin ausgerichtet ist. In analoger Weise ist mit „quer" eine Linie definiert, die senkrecht zur Durchlaufrichtung ist und zur Zuschnittsebene gehört, ebenso wie mit „vertikal" eine zu dieser Zuschnittsebene orthogonale Linie definiert ist.

Bei der zuletzt beschriebenen Vorrichtung des Stands der Technik hält sich die Vorderwand des Zuschnitts während einer bestimmten Zeitspanne in einer so genannten „maximalen" vertikalen Position gegen die Halteplatte, und in der Zeit, in der sich die Umklapplinie in Höhe der unteren Fördereinrichtung in einen Falz verwandelt, der anschließend unter diese Platte geführt wird. Diese Zeit der Herstellung des Falzes entspricht einem Vorschub der Umklapplinie von etwa 5 cm in Höhe der Halteplatte, ein Vorschub, während dessen die gegen die Platte gedrückte Wand eine praktisch konstante Höhe beibehält. Diese Zeit zur Herstellung des Falzes reicht gerade aus, um einen Stößel mit einem handelsüblichen superflinken Aktuator vor- und zurückfahren zu lassen.

Vorteilhafterweise umfasst die Vorrichtung mehrere Stößel, die auf eine gemeinsame, von dem Aktuator betätigte kleine Platte montiert sind. insbesondere kann diese kleine Platte ein Netzwerk aus gewindeten Öffnungen umfassen, die eine Anordnung der Stößel entsprechend der Form und den Abmessungen der Klappe/n erlauben.

Alternativ dazu umfasst die Vorrichtung für jeden Flügel einen einzigen Stößel, dessen Angriffsfläche derjenigen der Klappe entspricht. Ein solcher Stößel entspricht dann einer Art Stempel.

Die Angriffsfläche des Stößels oder der Stößel gegenüber einer Klappe ist sinnvollerweise geneigt, wobei der am wenigsten vorspringende Teil dem Falzbereich der Klappe entspricht.

Nach einer ersten Ausführungsform sind der oder die Stößel in durchführenden Öffnungen der Platte angeordnet und werden nach vorne hin betätigt. In dem Fall kann die Platte vorteilhafterweise ein Netzwerk aus Öffnungen umfassen, das dem Netzwerk gewindeter Öffnungen der kleinen Platte entspricht, wodurch die Stößel entsprechend dem Format der Klappen angeordnet werden können.

In diesem Fall bilden die Gleitschienen der Halteplatte sinnvollerweise eine obere und seitliche Einfassung für jede Klappe. Eine solche Einfassung ermöglicht einen besseren Halt der Wand an der Halteplatte beim Öffnen der Klappen durch die Stößel.

Nach einer zweiten Ausführungsform hat die Halteplatte einen unteren Rand, der entsprechend für jede Klappe abgerundet ist, und werden der oder die Stößel nach hinten betätigt.

Die Aktuatoren können vorteilhafterweise pneumatisch oder elektromagnetisch angetrieben, doppelt wirkend oder einfach wirkend gegen die Wirkung einer Feder sein.

Die Erfindung wird besser verständlich durch Betrachtung einer beispielhaften, keinesfalls erschöpfenden Ausführungsform, die in den beigefügten Zeichnungen veranschaulicht wird, in denen:

  • 1 eine Perspektivansicht der Umklappvorrichtung ist und
  • – die 2a, 2b und 2c drei aufeinander folgende Schritte des Umklappens einer Zuschnitts-Vorderwand mit der Vorrichtung der 1 zeigen.

1 zeigt eine Umklappvorrichtung für die Vorderwand eines Zuschnitts, die als Basis eine vertikale Halteplatte 20 hat, die quer etwas über einer Zuschnittsfördereinrichtung 10 angeordnet und mit Hebefingern 30 gekoppelt ist, die etwas vor der Halteplatte 20 unter der Fördereinrichtung 10 angeordnet sind.

Bei diesem Beispiel wird der untere Teil der Fördereinrichtung 10 von zwei parallelen Endlosbändern 12a und 12b gebildet, deren End-Umlenk- und Antriebsrollen nicht dargestellt sind. Dieser Förderer 10 umfasst in Entsprechung ein erstes Paar oberer Endlosbänder 14a und 14b, die vor der Halteplatte 20 angeordnet sind und deren hintere Umlenkrollen 15a, 15b jeweils nahe der Halteplatte in einem Abstand von 5 bis 25 cm angeordnet sind. Dieser Förderer 10 umfasst ferner ein zweites, hinteres Paar Endlosbänder 16a, 16b, deren vordere Umlenkrollen 17a, 17b längs in Höhe der Halteplatte 20 angeordnet sind. Diese oberen Bänder 14a, 14b, 16a, 16b pressen die Zuschnitte gegen die untere Fördereinrichtung 12a, 12b, um die Mitnahme und den Vorschub dieser Zuschnitte ohne Weggleiten oder -rutschen zur Seite oder in die Schräge zu gewährleisten. Auf Wunsch könnten die unteren Förderbänder 12a, 12b auch durch eine Reihe paralleler Querwalzen und die oberen Förderbänder 14a, 14b und 16a, 16b durch Längsreihen von Rollen ersetzt werden, die mit den Walzen zusammenwirken.

Die Halteplatte 20 hat in diesem Beispiel eine im Wesentlichen rechteckige Querform mit einem Ausschnitt im unteren Mittelbereich, welcher Ausschnitt vertikal rechteckig ist. Diese Platte mit ihrem Ausschnitt ermöglicht so das Umklappen zweier seitlicher Vorderwände eines Zuschnitts, wobei sie noch Platz lässt für einen weiteren Arbeitsgang wie beispielsweise das seitliche Umbiegen einer mittleren Vorderwand. Die Querlänge dieser Halteplatte 20 entspricht im Wesentlichen der Breite des Zuschnitts. Der untere Rand dieser Platte 20 befindet sich über den unteren Förderbändern 12a, 12b.

Genauer gesagt wird nach der Erfindung eine Gleitschienenplatte 22 zum Zurückhalten und Einfassen gegenüber der Vorderseite der Halteplatte 20 mit einem Abstand befestigt, der etwas über der Dicke des zu verarbeitenden Zuschnitts liegt. Diese Gleitschienenplatte 22 weist wie die Halteplatte 20 einen mittigen Ausschnitt auf, welche genügend Platz für das Durchführen der mittleren Vorderwand lässt, die eine andere Bearbeitung erfährt. Allerdings weist nach der Erfindung jedes Seitenteil dieser Gleitschienenplatte 22 ein Fenster 26 zum Einfassen auf, dessen vertikale und Querabmessungen den Abmessungen der Klappen entsprechen, die in den zu bearbeitenden Vorderwänden geöffnet werden sollen. Ferner sind die unteren Enden der Fenstereinfassungen in Form nach vorne gebogener Gleitschienenklauen 24 vorgesehen, die eine Führung der Wände gewährleisten, wie dies in der Folge gezeigt wird. Diese Halteplatten 20 und Gleitschienenplatten 22 können aus Platten aus Stahl oder einem Material gefertigt sein, das eine ausreichende Steifigkeit gewährleistet.

Die Umklappvorrichtung umfasst darüber hinaus eine Reihe von Hebefingern 30, deren vordere Enden unabhängig voneinander auf ein Pneumatikventil montiert sind und deren hintere Enden nach oben gebogen sind, wobei sie nur etwas hinter der Halteplatte 20 im Wesentlichen auf halber Länge der Gleitschienenklauen 24 angeordnet sind. Durch Drehen der gemeinsamen Achse 32 können diese Hebefinger 30 aus einer ersten, horizontalen Ruheposition unter dem Förderer 10 in eine zweite, aktive Schrägposition gebracht werden, in der die hinteren, gebogenen Enden bezogen auf die Förderebene der Zuschnitte nach oben herausstehen.

Genauer gesagt umfasst nach der Erfindung jedes Seitenteil der Halteplatte 20 durchgehende Öffnungen 28, in denen jeweils orthogonal zur Halteplatte 20 ein Stößel 40 gleiten kann. Auf der anderen Seite der Halteplatte hinten sind die hinteren Enden jeder Reihe von Stößeln 40 an gemeinsame kleine Platten 42 montiert, die fest mit den Abtriebsstangen des Aktuators 44 verbunden sind, die geeignet sind, dem Stößel 40 eine schnelle Vor- bzw. Rückbewegung zu geben. Die Länge der Stößel kann identisch sein, was zur Folge hat, dass alle bündig an der Vorderfläche der Platte 22 abschließen. Noch besser ist es, wenn die Länge der Stößel, die sich nahe der unteren Falzlinie der Klappe 5 befinden, geringer ist als die der oberen Stößel, wodurch eine schräge Gesamtangriffsfläche entsteht, die besser zur Geometrie der offenen Klappe passt.

Diese Aktuatoren 44 können doppelt (nach vorne und zurück) wirkende Pneumatik- oder Elektromagnetventile oder einfach, beispielsweise nach vorne, allerdings gegen Federn wirkende Aktuatoren sein, die sie in die Ruheposition zurückbringen. Diese Aktuatoren 44 werden über Anschlüsse 46 mit Strom versorgt.

Wie beschrieben, funktioniert die Umklappvorrichtung der Erfindung wie folgt.

2a stellt einen Zuschnitt 1 mit zwei seitlichen Vorderwänden 2 dar, wobei jede Wand eine zu öffnende Klappe 5 umfasst.

Diese 2a zeigt die Ankunft dieses Zuschnitts 1 in der Vorrichtung, eine Phase, in der die Hebefinger 30 in oberer Position sind, um die Vorderränder der Wände 2 unter die Gleitschienenklauen 24, also zwischen die Gleitschienenplatte 22 und die Halteplatte 20 zu führen. Während dieser Phase wird die Umklapplinie 8, die den hinteren Rand der Wände 2 bildet, noch in dem vorderen Förderer gehalten. Die Vorderwände 2 heben sich somit gegen die Platte 20, indem sie zwischen dem Förderer und der Halteplatte einen Weg in Form eines Zylinderabschnitts nehmen, ohne sich zu verbiegen.

2b zeigt die Phase, in der die Umklapplinie 8, nachdem sie den vorderen Förderer verlassen hat, zu einem Falz 8' wird. Kurz zuvor sind die Hebefinger 30 wieder in ihre unter den Förderern liegende, horizontale Ruheposition zurückgekehrt, sodass diese Falzlinie 8' in Berührung bleibt mit den unteren Endlosförderbändern 12a, 12b.

Wie man im rechten Teil dieser Figur sieht, befindet sich die Klappe 5 der Wand 2 nun im Fenster 26 der Gleitschienenplatte 22. Nun fährt, wie es im linken Teil dieser 2b besser zu sehen ist, der Aktuator 44 die kleine Platte 42 in Richtung auf die Halteplatte 20 vor, sodass die Enden der Stößel 40 aus der Vorderfläche dieser Platte herausstehen, um die Klappe 5 öffnen zu können, indem sie die fest angebrachten Rückhaltebügel zerstören und lösen. Die Stößel werden anschließend sofort wieder eingezogen.

2c veranschaulicht die Phase des Ausdrückens, in welcher der Falz 8' von den hinteren Förderern 16a, 16b ergriffen wird, wodurch dann eine Abwärtsbewegung der Wände 2 mit ihren offenen Klappen 5 erzwungen wird. Insbesondere die Bewegung entlang einem Zylinderabschnitt, die im Bereich der Umlenkrollen 17a erfolgt, verstärkt vorübergehend die Öffnung der Klappen vor ihrem Verschließen beim Umschlagen der Wände 2 gegen den nachfolgenden Teil des Zuschnitts.

Wie aus dem Vorstehenden hervorgeht, ermöglicht die Umklappvorrichtung der Erfindung die Durchführung eines Vorgangs des Öffnens von Klappen durch Zerstören von Schwachpunkten „im Vorbeigehen", gleichzeitig mit einem Umlegen der Vorderwand des Zuschnitts. Diese Vorrichtung erfordert letztlich lediglich verbesserte Gleitschienen in Form einer Halte- und Einfassungsplatte, ergänzt durch untere, gebogene Klauen und das zusätzliche Vorsehen von an einem sorgsam ausgewählten Platz vorgesehenen Stößeln, die von superflinken Aktuatoren betätigt werden. Vorzugsweise wird diese Vorrichtung von einer Mikroprozessorschaltung gesteuert, welche die Stößel entweder bei einem vorbestimmten „Maschinen-Winkel" oder bei Empfang eines Signals von einem Messfühler in Gang setzt, der die Ankunft der Vorderwand des Zuschnitts feststellt.

Abhängig von der Eingriffsschnelligkeit der Aktuatoren 44 sind bei der Positionierung der Stößel 40 in Bezug auf die Fenster 26 Betriebs-Sicherheitsmargen definiert. Insbesondere ermöglichen die superflinken Aktuatoren den Einsatz relativ langer Stößel nahe dem Rand für ein sauberes Zerstören der Laschen.

Die Erfindung stellt hier zwar Klappen vor, deren Falz und Gelenkpunkt im unteren Bereich liegen, doch sind mittels bestimmter Vorkehrungen ebenso Klappen mit Falz und Gelenkpunkt seitlich, rechts, links oder oben denkbar.

Alternativ dazu können der Aktuator 44 und die kleine Platte 42 auch vor der Halteplatte 20 angeordnet vorgesehen werden, wobei die Stößel dann nach hinten in Fenster vorstoßen, die in Übereinstimmung mit den Klappen in der Halteplatte 20 vorgesehen sind. In diesem Fall ist es sinnvoll, entlang des unteren Rands eines solchen Fensters eine Verdickung vorzusehen, um die Rückkehr der Klappe in die Wand beim Ausdrücken und Umklappen zu erleichtern. Ebenso können vom Fachmann weitere Verbesserungen im Rahmen der Ansprüche vorgenommen werden.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Drehen der Vordertafel (2) eines plattenförmigen Elementes (1) in einer Faltschachtel-Klebemaschine, wobei diese Vorrichtung eine im wesentlichen vertikale Halteplatte (20), welche quer leicht über der Durchlaufebene der Zuschnitte angeordnet ist, sowie eine Reihe von unabhängigen Hebefingern (30) umfasst, die quer unter der Durchlaufebene und im wesentlichen oberhalb der Halteplatte (20) angeordnet sind, wobei diese Reihe von unabhängigen Hebefingern (30) bei der Ankunft des Vordertafel durch mindestens einen Zylinder von einer horizontalen Ruhestellung in eine temporäre Schräglage bewegt wird, um die Vordertafel in Richtung der Halteplatte (20) hinter Hafte-Gleitschienen (22, 24) zu lenken, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens einen Stosser (40) umfasst, welcher im wesentlichen orthogonal zur Halteplatte (20) ist und durch einen Aktuator (44) betätigt wird, um eine Klappe (5) von der Vordertafel (2), wenn letztere gegen die Halteplatte (20) kommt, zu trennen.
  2. Vorrichtung gemäss Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie mehrere Stosser (40) umfasst, die auf einer gemeinsamen kleinen Platte (42) angebracht sind, welche durch den Aktuator (44) betätigt wird.
  3. Vorrichtung gemäss Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie für jede Klappe (5) einen einzigen Stosser (40) umfasst, dessen Angriffsfläche derjenigen der Klappe (5) entspricht.
  4. Vorrichtung gemäss Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Angriffsfläche des Stossers oder der Stosser (40), gegenüber einer Klappe (5), schräg ist, wobei der am wenigsten vorspringende Teil dem Falzbereich der Klappe (5) entspricht.
  5. Vorrichtung gemäss Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Stosser (40) in durchquerenden Öffnungen (28) der Halteplatte (20) angeordnet sind und aufwärts betätigt werden.
  6. Vorrichtung gemäss Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitschienen (22, 24) ein oberes und seitliches Einrahmungsfenster (26) für jede Klappe (5) bilden.
  7. Vorrichtung gemäss Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteplatte (20) eine untere Kante aufweist, die in Übereinstimmung mit jeder Klappe (5) abgerundet ist, und dass die Stosser (40) abwärts betätigt werden.
  8. Vorrichtung gemäss Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (44) pneumatisch oder elektromagnetisch ist, entweder doppeltwirkend vor- und rückwärts, oder einfachwirkend vorwärts, wobei die Rückwärtsbewegung durch eine Feder sichergestellt wird.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com