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Dokumentenidentifikation DE10233799A1 19.02.2004
Titel Seilaufzug
Anmelder Rud. Prey GmbH, 24113 Kiel, DE
Erfinder Prey, Karl-Heinz, 24105 Kiel, DE
Vertreter Patentanwälte Hauck, Graalfs, Wehnert, Döring, Siemons, 20354 Hamburg
DE-Anmeldedatum 25.07.2002
DE-Aktenzeichen 10233799
Offenlegungstag 19.02.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.02.2004
IPC-Hauptklasse B66B 9/00
Zusammenfassung Seilaufzug mit einem Fahrkorb, der entlang von vertikalen Führungen in einem vertikalen Schacht geführt ist, einer Antriebseinrichtung, die eine Treibscheibe im Schacht antreibt, über die Seile geführt sind, die an einem Ende am Fahrkorb und am anderen Ende am Gegengewicht angeschlagen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinrichtung in einer Öffnung einer Schachtwand angeordnet ist, der Fahrkorb einen Tragrahmen aufweist, der auf der Antriebseinrichtung zugewandten Seite des Fahrkorbes Führungsmittel besitzt, die mit zwei vertikalen, nahe der zugeordneten Schachtwand angeordneten Führungsschienen zusammenwirken, wobei die Treibscheibe zwischen einer Führungsschiene und dem Gegengewicht und das Gegengewicht zwischen der Treibscheibe und einer Führungsschiene angeordnet sind, die Seile ohne weitere Umlenkung von der Treibscheibe zu den Anschlagpunkten am Fahrkorb und am Gegengewicht geführt sind und die Höhenlage der Treibscheibe und der Anschlagpunkte so gewählt ist, daß die Antriebseinheit auf Höhe der oberen Haltestelle angeordnet ist, Fahrkorb und Gegengewicht mit dem unteren Ende neben die Treibscheibe fahren können.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Seilaufzug nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Aufzüge, insbesondere auch Seilaufzüge für Personen und Lasten nach EN 81.1 gibt es in unterschiedlichsten Ausführungsvarianten. Generell unterscheidet man hier heute zwischen Aufzuganlagen mit Triebwerksraum und triebwerksraumlosen Aufzügen. Im ersten Fall befindet sich das Triebwerk für den Seilaufzug zumeist über dem Aufzug-Schachtkopf oder außerhalb des Schachtes an einer freien Aufzug-Schachtwand in beliebiger Etagenhöhe. Aus architektonischen, wirtschaftlichen und/oder räumlichen Gründen ist diese Bauweise allerdings zunehmend unerwünscht. Bei triebwerksraumlosen Aufzügen befindet sich das Triebwerk im Schacht vorzugsweise hoch oben unter der Schachtkopfdecke, an einer Schachtwand oder auch teilweise in einer Schachtwandnische. Das Antreiben erfolgt bei Seilaufzügen in diesem Falle u.a. über eine Seil-Treibscheibe hoch oben im Schachtkopf, über welche die Seile geführt sind, die sowohl mit einem Gegengewicht als auch mit dem Fahrkorb (Fahrkorb gleich Kabine plus Tragrahmen) verbunden sind. Man unterscheidet dabei nach einer 1:1- und 2:1-Aufhängung. Bei der direkten 1:1-Aufhängung wird die Treibscheibe in der Draufsicht gesehen zumeist mittig zwischen Fahrkorb- und Gegengewicht-Aufhängung angeordnet, wobei die Seile über die Treibscheibe nach unten hängend herumgeführt und jeweils am oberen Ende des Fahrkorbes bzw. des Gegengewichtes angeschlagen werden. Bei einer 2:1-Aufhängung werden die Seile in der Regel unmittelbar an bzw. direkt unterhalb der Schachtdecke angeschlagen und nach unten hängend über Rollen an der Unterseite des Fahrkorbes wieder nach oben geführt. Dort werden die Seile um ca. 180° um die Treibscheibe geschlungen und auf der anderen Seite über eine Rolle an der Oberseite des Gegengewichtes wiederum zurück nach oben geführt, wo sie ebenfalls unmittelbar an bzw. direkt unterhalb der Schachtdecke angeschlagen werden. In beiden Fällen befindet sich das Triebwerk mit seiner Treibscheibe weit oberhalb der obersten Haltestelle im Schachtkopf an der Schachtwand oder direkt unterhalb der Schachtdecke. Bei Triebwerksanordnungen unterhalb der obersten Haltestelle werden sowohl für 1:1 wie auch für 2:1 Aufhängungen zusätzliche Seil-Umlenkrollen im Schachtkopf benötigt. Bei all diesen Konstruktionen sind unterschiedlich keine kleinen Schachtkopfhöhen oder Schachtgrubentiefen oder 3seitige Fahrkorbtüren oder schmale Schachtbreiten oder kleine Fahrkorbtiefen oder Universalanwendungen der Fahrkorbtragrahmen oder Triebwerktürzugänglichkeit oder direkte Geschwindigkeitsbegrenzerzugänglichkeit möglich.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Seilaufzug in einer 1:1-Aufhängung ohne zusätzliche Umlenkrollen im Schachtkopf zu schaffen, bei dem vorzusehende Schachtquerschnitt, Schachtgrubentiefe sowie Schachtkopfhöhe bei direkter Zugängigkeit zum Triebwerk von außen räumlich optimal ausgenutzt bzw. minimiert werden.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.

Erfindungsgemäß ist die Antriebsvorrichtung in einer Öffnung einer Schachtwand im Bereich der oberen Haltestelle des Fahrkorbes angeordnet. Auf diese Weise ist die Antriebsvorrichtung von außen leicht zugänglich. Erfindungsgemäß weist der Fahrkorb ferner einen Tragrahmen auf, der auf der der Antriebsvorrichtung zugekehrten Seite des Fahrkorbes Führungsmittel besitzt, die mit zwei vertikalen, nahe der zugeordneten Schachtwand angeordneten Führungsschienen zusammenwirken. Die Treibscheibe ist in der Draufsicht betrachtet unter dem Geschwindigkeitsbegrenzer und zwischen den Führungsschienen des Tragrahmens angeordnet, und das Gegengewicht befindet sich zwischen der Treibscheibe und einer dieser Führungsschienen. Die Seile sind über die Treibscheibe vorzugsweise in 180°-Umschlingung geführt und ohne weitere Umlenkung an Tragrahmen und Gegengewicht angeschlagen. Die Höhenlage der Treibscheibe und die Anschlagpunkte sind so gewählt, daß beide Seilabgänge von der Treibscheibe auch dann nach unten weisen, wenn sich je nach wechselseitiger Position der Fahrkorb oder das Gegengewicht in der in der obersten Haltestelle bzw. der höchsten Schachtstellung befindet. Vorzugsweise liegen die Anschlagpunkte der Seile an Fahrkorb und Gegengewicht an deren unteren Ende. Hierbei fahren Fahrkorb bzw. Gegengewicht bei jeweils höchster Stellung im Schacht soweit neben die Treibscheibe, daß diese in der höchsten Stellung des Fahrkorbes bzw. des Gegengewichtes annähernd auf Höhe derer Unterkanten reicht.

Die erfindungsgemäße Konstruktion ermöglicht die Anwendung in beliebigen Schachtquerschnitten für Kabinenbreiten vorzugsweise bis 1400 mm und mehr sowie Kabinentiefen bis 2100 mm und ggf. mehr, ohne daß an den grundlegenden Konstruktionselementen etwas zu ändern ist. Insbesondere wird durch die kompakte Anordnung von Treibscheibe, Gegengewicht und Führung eine optimale Raumausnutzung erreicht und dabei die Zugänglichkeit zur Antriebseinheit von außerhalb des Schachtes gewährleistet. Die Seile umschlingen allein und stets um mind. 180° die Treibscheibe, wodurch die Seile eine minimale Länge bei optimalen Treib- und Preßwerten erhalten. Die Seilführung ermöglicht außerdem eine sehr enge Anordnung des Gegengewichts nahe der Treibscheibe. Diese wird insbesondere nach einer Ausgestaltung der Erfindung noch günstiger, wenn der Anschlagpunkt der Seile am Gegengewicht an dessen Unterseite liegt und die Seile um die zugeordnete untere Kante des Gegengewichts herumgeführt ist. Bekanntlich werden bei Seilaufzügen mehrere Seile parallel verwendet. Dabei fordert der Anschlag der Seilenden sowohl am Fahrkorbes wie auch am Gegengewicht mit Hilfe von Seilbefestigungen wie z. B. sogenannten Seilschlössern einen gewissen Platz. Wenn die Seilbefestigung an der Unterseite des Gegengewichtes angeordnet werden kann, ist es möglich, das untere Ende der Seile relativ nahe an der unteren Kante des Gegengewichtes um annähernd 90° herumzuführen und dadurch sowohl im Querschnitt als auch in der Höhe und somit im Hubweg des Gegengewichtes erheblich Raum zu gewinnen.

Aus den vorangehenden Ausfuhrengen ist bereits zu entnehmen, daß der andere An-Schlagpunkt auf der der Antriebsseite zugeordneten Fahrkorbseite liegt. Die Kabine steht in einem Tragrahmen, der aus einem vertikalen Führungs- und einem horizontalen Auflagerahmen besteht, die formstabil miteinander verbunden sind. Gemeinsam bilden Tragrahmen und Kabine den Fahrkorb. Unter den Quertraversen des Auflagerahmens ist wiederum eine Aufnahmetraverse angebracht, die seitlich unter dem Auflagerahmen unter diesem heraus bis in den Führungsrahmen und somit in die Projektierungsfläche der Treibscheibe hineinreicht. Es versteht sich, daß eine entsprechende vertikale Führung für den Fahrkorb erforderlich ist. Diese ist jeweils am oberen und am unteren Ende des Tragrahmens auf beiden Seiten vorgesehen, der nach einer Ausgestaltung der Erfindung zwei parallel beabstandete, vertikale U-Profile aufweist, deren Öffnungsseiten einander zugekehrt sind. Die Führungsschienen liegen auf der Innenseite gegenüber und parallel zu den U-Profilen, während die Führungsmittel, beispielsweise Gleitschuhe oder Rollen, direkt im Inneren der U-Profile angeordnet und verbaut sind und mit dem Steg von vorzugsweise T-förmigen Führungsschienen zusammenwirken.

Das Gegengewicht ist relativ langgestreckt, wie an sich bekannt. Nach einer Ausgestaltung der Erfindung weist es auf gegenüberliegenden Seiten Ausnehmungen auf, in die Stege von vorzugsweise T-förmigen Führungsschienen für das Gegengewicht hineinreichen. Die Führungsschienen können daher sehr nahe an das Gegengewicht herangebracht werden und somit äußerst platzsparend angeordnet sein. Vorzugsweise besteht das Gegengewicht aus einem Paket oder einem Stapel von übereinander angeordneten sogenannten Gegengewichtssteinen, die in einem langgestreckten Käfig gehalten sind. Der Käfig kann von Winkelprofilen oder Flachstählen gebildet sein, die an beiden Enden des Gegengewichtes miteinander verbunden sind. Es versteht sich, daß eine Verbindung der Winkelprofile auch zwischen den Enden ermöglicht werden kann.

Seilaufzüge weisen üblicherweise einen Geschwindigkeitsbegrenzer auf, der bei Überschreiten der Hub- oder Senkgeschwindigkeit des Fahrkorbes eine Fangvorrichtung betätigt, mit welcher der Fahrkorb an den Führungsschienen zum Stillstand gebremst wird. Der Geschwindigkeitsbegrenzer ist üblicherweise am oberen Ende des Schachtes angebracht und weist eine Treibscheibe auf, über welche ein „Endlosseil" geführt ist, das am unteren Ende wiederum um eine Rolle geschlungen ist, an der ein geführtes Gewicht hängt. Nach einer Ausgestaltung der Erfindung befinden sich der Geschwindigkeitsbegrenzer oberhalb, das Begrenzerseilspanngewicht unterhalb und beide mit ihren Seileinläufen in der Draufsicht betrachtet zwischen der Treibscheibe und der Kabinenwand auf der Führungsrahmenseite. Der Geschwindigkeitsbegrenzer ist dabei so tief unterhalb des Schachtkopfes angeordnet, daß ein Schachtkopf selbst mit niedrigster Sonderhöhe von nur 2,90 m für eine fachgerechte Anordnung ausreichen würde. Ferner ist der Geschwindigkeitsbegrenzer so tief oberhalb des Triebwerkes angeordnet, daß er über die Triebwerkbesichtigungsöffnung ohne Fernauslöser zu Prüfungszwecken per Hand ausgelöst werden kann.

Auch hierdurch wird eine platz- und kostensparende Anordnung erzielt. Die Fangvorrichtung weist üblicherweise Fangbacken oder dergleichen auf, die bei Betätigung mit zugeordneten Bremsflächen der vertikalen Führungsschienen zusammenwirken. Üblicherweise sind die Kolben der Bremszylinder federvorgespannt und kommen bei Auslösung mit den Bremsflächen in Eingriff. Erfindungsgemäß ist die Fangvorrichtung innerhalb des U-Profils des Tragrahmens angeordnet, wobei der eigentliche Fangmechanismus von seinem eigenen Halterungs-Grundkörper befreit und in Einzelteilen direkt in das U-Profil eingebaut ist. Die Betätigung erfolgt vorzugsweise über eine Fangwelle, die im Auflagerahmen drehbar gelagert ist und von dem Geschwindigkeitsbegrenzer über das Reglerseil betätigt wird. Dabei sorgt die untere Anordnung innerhalb der Projektierungsfläche des Bodenrahmens des Fahrkorbes und damit auch innerhalb des Auflagerahmens für eine weitere Raumersparnis sowohl im Querschnitt des Schachtes wie auch in der Höhe des Schachtkopfes bzw. in der Tiefe der Schachtgrube.

Bei der Erfindung kann die Triebwerksanordnung mit den selben Prämissen auch für Seilaufzüge mit 2:1-Aufhängung verwendet werden. Ferner hat das konstruktive Ergebnis dieser Erfindung zur Folge, daß der Tragrahmen des Fahrkorbes in standardisierter Form auch für die Aufzugbauarten 2:1-Seilhydraulik (bei unveränderter Führungs-, Fang- und Aufhängeeinrichtung) und 1:1-Direkthydraulik (ohne Fangvorrichtung und mit anderer Führungseinrichtung und Quertraverse) Verwendung finden kann.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert.

1 zeigt äußerst schematisch das Prinzip des Seilaufzugs nach der Erfindung.

2 zeigt schematisch einen Horizontalschnitt durch den Schacht mit einem Seilaufzug nach der Erfindung in Draufsicht.

3 zeigt die Seitenansicht des Aufzuges nach 2 in Richtung Pfeil 3 gespiegelt ohne Türen.

4 zeigt die Ansicht des Aufzugs nach 2 in Richtung Pfeil 4 ohne Kabine, Türen und Schienen.

5 zeigt einen detaillierten Ausschnitt der Projektierungsfläche der Antriebsseite aus 2.

In 1 ist das Prinzip des erfindungsgemäßen Seilaufzugs angedeutet. Man erkennt einen Fahrkorb 40 und ein Gegengewicht 64. Seile 58 sind um eine Treibscheibe 34 um 180° herumgeführt. In 1 ist lediglich ein Seil gezeigt. In der Praxis werden mehrere Seile parallel eingesetzt. Die Treibscheibe wird von einem nicht gezeigten Antrieb betätigt. Die Seile sind an der zugewandten unteren Seite eines Tragrahmens 42 des Fahrkorbes seitlich bei 62 angeschlagen. Das andere Ende des Seils ist an der Unterseite des Gegengewichts bei 66 angeschlagen. Wie erkennbar, handelt es sich um eine 1:1-Aufhängung.

In 2 ist ein Schacht 22 im Horizontalschnitt gezeigt, der einen rechteckigen Querschnitt aufweist. Er hat auf gegenüberliegenden Seiten Zugangsöffnungen 24, 25 entsprechend der Türhöhe, wobei auf der antriebsabgewandten Seite ein dritter Zugang eingebracht werden kann. In der Schachtwand 26 ist eine Öffnung 28 eingelassen. Sie nimmt teilweise einen Antriebsmotor 30 auf, der über ein darunter angeordnetes Getriebe 32, welches ebenfalls teilweise in der Schachtwand angeordnet ist, eine Treibscheibe 34 antreibt. Die Treibscheibe befindet sich innerhalb des Schachtes nahe der Schachtwand 26. Die Treibscheibe ist wie üblich für die Umschlingung mit mehreren Seilen ausgelegt. Den Zugangsöffnungen 24, 25 sind Schachttüren 36, 38 zugeordnet.

Innerhalb des Schachtes ist eine Kabine 41 angeordnet, die auf/in einem Tragrahmen 42 steht (siehe 2). Die Kabine ist auf bis zu drei, in 2 auf gegenüberliegenden Seiten mit Kabinentüren 44, 46 versehen. Tragrahmen 42 und Kabine 41 bilden den in den zuständigen Regelwerken benannten Fahrkorb.

Der Tragrahmen 42 setzt sich aus einem vertikalen Führungsrahmen 54 sowie horizontalen Auflagerahmen 52 zusammen, auf dem die Kabine 41 abgestellt ist (siehe 3). Man erkennt in 3 und 4 eine Traverse 81 des Tragrahmens, mit welcher die U-Profile 68, 70 knapp oberhalb des Fahrkorbes 40 über geeignete Verbindungsstücke 82, 84 fest verbunden sind. An den Innenseiten des Auflagerahmens sind Quertraversen 60, 61 angeordnet, an denen eine Aufnahmetraverse 62 angebracht ist, die in die Projektierungsfläche der Treibscheibe 34 hinein reicht und an der die Seile 58 angeschlagen sind ist (siehe 2 und 4). Der Anschlag bei 62 erfolgt mit Hilfe an sich bekannter Seilschlösser. An dieser Stelle sei erwähnt, daß die Darstellung nach 4 aus Darstellungsgründen insofern unrichtig ist, als die Seile stark verkürzt wiedergegeben sind. Man erkennt aus 4 ferner, daß die Seile am anderen Ende an der Unterseite eines Gegengewichts 64 angeschlagen sind, wie bei 66 angedeutet. Der Endbereich der Seile ist um die zugekehrte Kante des Gegengewichts um annähernd 90° herumgebogen. Die Anbringung der Seile ist im einzelnen nicht dargestellt.

Der Führungsrahmen 54 weist zwei vertikale parallel beabstandete U-Profile 68, 70 auf, deren offene Seiten einander zugekehrt sind. Auf der Innenseite der U-Profile 68, 70 sind T-förmige Führungsschienen 72, 74 angeordnet. Die Führungsschienen 72, 74 sind durch sogenannte Schienenbügel 100 (5) mit der Schachtwand 26 fest verbunden. In den U-Profilen 68, 70 befinden sich nicht gezeigte Führungsmittel, die mit den Führungsschienen 72, 74 in bekannter Weise zusammenwirken, um den Fahrkorb seitlich zu allen Richtungen hinzuführen.

Wie insbesondere aus 2 zu erkennen, befindet sich die Treibscheibe 34 zwischen der Schachtwand 26 und der zugekehrten Wand des Fahrkorbes 40 nahe der Schachtwand 26. Sie befindet sich außerdem zwischen der Führungsschiene 74 und dem Gegengewicht 64. Das Gegengewicht ist zwischen der Treibscheibe 34 und der Führungsschiene 72 angeordnet. Es wird seinerseits von gegenüberliegenderi Führungsschienen 76, 78 geführt. Der Steg der Führungsschienen 76, 78, die wie die Führungsschienen 72, 74 ebenfalls über die Schienenbügel 100 mit der Schachtwand 26 verbunden sind, greift in gegenüberliegende Ausnehmungen 80 des Gegengewichts 64 ein. Die Führung des Gegengewichts an den Führungsschienen 76, 78 ist nicht dargestellt.

Man erkennt aus den 2 bis 4, daß der Fahrkorb 40 an der Treibscheibe 34 vorbeifahren kann. Er kann daher um etwa ¾ seiner Höhe über die Achse der Treibscheibe nach oben gefahren werden. Das gleiche gilt für das Gegengewicht 64, das um etwa 6/7 seiner Höhe über die Achse der Treibscheibe nach oben gefahren werden kann. Hierdurch wird die notwendige Schachtkopfhöhe reduziert, während der erforderliche Schachtquerschnitt bei einer gegebenen Kabinengröße durch die außerordentlich kompakte Anordnung der Komponenten minimiert wird.

In 5 ist eine Draufsicht der erfindungsgemäßen Konstruktion vergleichbar 2 zu erkennen, wobei jedoch weitere Einzelheiten dargestellt sind. Man erkennt eine der beiden Quertraversen 60 des Auflagerahmens 52. In der Projektierungsfläche der oberen Traverse 81 des Führungrahmens 54 (siehe 1, 3, und 4) befindet sich eine sogenannte Fangwelle 86, die drehbar im Auflagerahmen des Tragrahmens 42 gelagert ist. Die Lagerung ist im einzelnen nicht dargestellt. Die Fangwelle wirkt zusammen mit Fangmitteln 88, 90, die in den U-Profilen 68, 70 angeordnet sind. Sie bestehen aus einander gegenüberliegenden Fangbacken, die mit dem Steg 92 der Führungsschienen 72, 74 zusammenwirken, wenn eine entsprechende Auslösung erfolgt. Eine derartige Fangvorrichtung ist im Prinzip bekannt, nicht jedoch ihr spezieller Einbau und ihre Plazierung sowie ihre Auslösung in der Mitte der zusätzlich gelagerten Fangwelle.

Mit der Fangwelle 86 ist ein Hebel 87 verbunden, der mit einem Begrenzerseil 94 ver-bunden ist, das über eine obere Begrenzertreibscheibe 96 eines Geschwindigkeitsbegrenzers 99 geschlungen und nach unten geführt ist zu einer unteren Rolle 101, an der ein Begrenzerspanngewicht 98 aufgehängt ist. Bei einer Hubbewegung des Fahrkorbes 40 wird das Begrenzerseil mitgenommen und die Begrenzertreibscheibe angetrieben. Erreicht die Geschwindigkeit des Fahrkorbes einen vorgegebenen Wert, erfolgt mechanisch eine Auslösung am Geschwindigkeitsbegrenzer 99, so daß das Begrenzerseil über die Begrenzertreibscheibe angehalten wird. Dadurch wird der Hebel 87 betätigt, der seinerseits die Fangwelle dreht und dadurch die Fangvorrichtung 88, 90 auslöst.

Es sei noch betont, daß die Anordnung des Geschwindigkeitsbegrenzer 99 derart ist, daß man einen leichten und einfachen Zugang über die Schachtöffnung 28 hat. Die Führungsschienen 72, 74 sind durch einen geeigneten Schienenbügel 100 an der zugeordneten Schachtwand gehalten. Der Schienenbügel dient zugleich zur Halterung für die Führungsschienen 72, 74 des Tragrahmens, der Führungsschienen 76, 78 für das Gegengewicht 64 und zur Halterung des Geschwindigkeitsbegrenzers.

Es ist in 5 auch zu erkennen, daß der Käfig für das Gegengewicht 64 in Form von aufeinandergestapelten Gewichtsplatten aus vier rechtwinklig angeordneten Winkelprofilen 104 aufgebaut ist, die in geeigneter Weise miteinander verbunden werden.

Aus 5 geht besonders deutlich die kompakte Anordnung aller Antriebskomponenten im Bereich zwischen Schachtwand 26 und Fahrkorb 40 und zwischen den Führungsschienen 72, 74 hervor. Die Konstruktion ist spiegelbar und für unterschiedlich große Treibscheibendurchmesser und Stichmaße (Führungsschienenabständen) bei unverändertem Konstruktionsprinzip auf alle Kabinentiefen von ca. 1000 bis 2200 und größer anwendbar.


Anspruch[de]
  1. Seilaufzug mit einem Fahrkorb (40), der entlang von vertikalen Führungen in einem vertikalen Schacht (22) geführt ist, einer Antriebseinrichtung, die eine Treibscheibe (34) im Schacht antreibt, über die Seile (58) geführt sind, die an einem Ende am Fahrkorb (40) und am anderen Ende am Gegengewicht (64) angeschlagen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinrichtung (30, 32) in einer Öffnung (28) einer Schachtwand (26) angeordnet ist, der Fahrkorb (40) einen Tragrahmen (42) aufweist, der auf der Antriebseinrichtung zugewandten Seite des Fahrkorbes (40) Führungsmittel besitzt, die mit zwei vertikalen, nahe der zugeordneten Schachtwand (26) angeordneten Führungsschienen (72, 74) zusammenwirken, wobei die Treibscheibe (34) zwischen einer Führungsschiene (74) und dem Gegengewicht (64) und das Gegengewicht (64) zwischen der Treibscheibe (34) und einer Führungsschiene (72) angeordnet sind, die Seile (58) ohne weitere Umlenkung von der Treibscheibe (34) zu den Anschlagpunkten (62, 66) am Fahrkorb (40) und am Gegengewicht (64) geführt sind und die Höhenlage der Treibscheibe (34) und der Anschlagpunkte Anschlagpunkten (62, 66) so gewählt ist, daß die Antriebseinheit auf Höhe der oberen Haltestelle angeordnet ist, Fahrkorb (40) und Gegengewicht (64) mit dem unteren Ende neben die Treibscheibe (34) fahren können.
  2. Seilaufzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlagpunkte (62, 66) der Seile (58) im unteren Bereich eines Tragrahmens (42) für einen Fahrkorb (40) bzw. am unteren Ende des Gegengewichts (64) liegt.
  3. Seilaufzug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlagpunkt (66) der Seile (58) am Gegengewicht (64) an dessen Unterseite liegt und die Seile (58) um die zugeordnete untere Kante des Gegengewichtes (64) herumgeführt sind und die Unterseite des Gegengewichtes (64) dabei so gestaltet ist, daß es zudem auf einen Aufsetzpuffer aufsetzen kann und sich in diesem Bauhöhenanspruch auch noch die unteren Führungsschuhe befinden.
  4. Seilaufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragrahmen (42) einen Auflagerahmen (52) aufweist, auf den die Kabine (40) gestellt ist und einen damit fest verbundenen Führungsrahmen (54), der die Fangvorrichtung (88, 90) und Führungsmittel enthält.
  5. Seilaufzug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungsrahmen (54) zwei parallel beabstandete vertikale U-Profile (68, 70) aufweist, deren Öffnungen einander zugekehrt sind, die Führungsschienen (72, 74) auf der Innenseite der U-Profile (68, 70) angeordnet sind und die Fangvorrichtung (88, 90) und Führungsmittel innerhalb der U-Profile (68, 70) angeordnet sind.
  6. Seilaufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß vertikale Führungsschienen (76, 78) für das längliche Gegengewicht (64) vorgesehen sind und das Gegengewicht (64) auf gegenüberliegenden Seiten Ausnehmungen (80) aufweist, in die der Steg der Führungsschienen (76, 78) eingreift.
  7. Seilaufzug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Gegengewicht (64) ein käfigartiges Gehäuse aufweist, in dem plattenförmige Gewichte gestapelt sind.
  8. Seilaufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein Begrenzerseil (94) für einen am oberen Ende des Schachtes zwischen den Führungsschienen (72/74) tief angeordneten Geschwindigkeitsbegrenzer (99) mit Begrenzerspanngewicht (98) in der Schachtgrube zwischen der Treibscheibe (34) und dem der Fahrkorbseitenwand angeordnet ist.
  9. Seilaufzug nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß mit den Führungsschienen (72, 74) zusammenwirkende Fangvorrichtungen (88, 90) in den U-Profilen (68, 70) angeordnet sind.
  10. Seilaufzug nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine mit dem Begrenzerseil (94) gekoppelte Fangwelle (86) zur Auslösung der Fangbacken (88, 90) unterhalb des Bodenrahmens des Fahrkorbes (40) angeordnet ist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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