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Liner - Dokument DE20315575U1
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE20315575U1 19.02.2004
Titel Liner
Anmelder medi Bayreuth Weihermüller & Voigtmann GmbH & Co. KG, 95448 Bayreuth, DE
Vertreter Schuhmann, A., Rechtsanw., 90461 Nürnberg
DE-Aktenzeichen 20315575
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 19.02.2004
Registration date 15.01.2004
Application date from patent application 10.10.2003
IPC-Hauptklasse A61F 2/78
IPC-Nebenklasse A61F 2/80   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Stützhülse für Bein- oder Armstümpfe, nämlich einen Liner oder eine Kniekappe, mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Stützhülse für Bein- oder Armstümpfe, nämlich einen Liner, mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.

Liner für Prothesen wie Beinprothesen, Armprothesen oder dergleichen, bestehend aus einer den Stumpf von dessen distalem Ende aus umschließenden Hülse aus einem elastischen, elektrisch isolierenden Material wie Silikon, Polyurethan, einem thermoplastischen Elastomer oder dergleichen sind bekannt (W0 88/00032, WO 98/49977, EP 0 976 371 A1). Solche Liner werden als gepolsterte Verbindung zwischen Stumpf und Prothesenschaft eingesetzt, werden aber auch postoperativ verwendet, um in der Abheilphase nach Amputationen abschwellend und formgebend zu wirken. In der Regel weisen Liner eine äußere textile Beschichtung auf, die das Anziehen auf den Stumpf erleichtert. Hierfür werden Liner auf links gekrempelt und auf den Stumpf aufgerollt. Diese textilen Beschichtungen neigen bei starker mechanischer Beanspruchung jedoch dazu Laufmaschen, Pilling oder andere Schädigungen zu zeigen oder sich gar vom Liner abzulösen. Es werden jedoch auch Liner ohne eine textile Beschichtung verwendet, wobei sich beim Anziehen Probleme ergeben, da das Silikonmaterial eine hohe Haftwirkung mit sich selbst besitzt, so dass das Aufrollen schwierig ist. Es werden deshalb Hilfsmittel wie zum Beispiel Alkoholsprays oder Talkum verwendet. Die DE 201 15 853 schlägt vor, zur Erhöhung der Gleitfähigkeit die Silikonoberfläche mit Fluorgas zu behandeln und diese in Silicium-Tetra-Fluorit umzusetzen. Dieses Verfahren ist wegen der Giftigkeit von Fluorgas jedoch relativ aufwendig, da dieses abgepumpt und entsorgt werden muss. Des weiteren verlieren bei Anwendung dieses Verfahrens sowohl die Innen- wie auch die Außenseite des Liners ihre adhesiven Eigenschaften. Das ist jedoch unerwünscht, da beim Liner die starke Haftung auf der Haut genutzt wird, um die Prothese zuverlässig am Stumpf zu befestigen und des weiteren durch die starke Haftung bei angezogenem Liner Reibung zwischen Haut und Lineroberfläche nicht mehr stattfindet und damit Hautirritationen vermieden werden.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Liner oder eine Kniekappe mit erhöhter Gleitfähigkeit der Außenseite auf dieser selbst zu schaffen, der kostengünstig in der Herstellung ist und bei dem die Verwendung kritischer Materialien weitgehend reduziert ist. Des weiteren darf die Beschichtung bei bestimmungsgemäßer Nutzung des Liners (z.B. Reinigen mit Seifenlauge, Dehnen um 400%, ständiges Reiben im Schaft, 1000 mal auf links drehen des Liners) ihre Gleiteigenschaften nicht verlieren.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst. Fortbildungen und vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind im Folgenden umfasst.

Erfindungsgemäß ist ein Liner oder eine Kniekappe, bestehend aus einer den Stumpf von dessen distalem Ende aus umschließenden Hülse aus einem elastischen Material wie Silikon, Polyurethan (PUR) oder einem thermoplastischen Elastomer, dadurch gekennzeichnet dass die Außenseite des Liners durch eine Beschichtung mit einem polymeren Material oder eine Schicht aus einem polymeren Material gleitfähig ausgerüstet ist.

Nach einer Ausführung der Erfindung weist die Außenseite des Liners eine Beschichtung aus einem gleitfähig eingestellten Film aus Polyurethan oder Polyurethan-Harz auf. Vorteilhafterweise ist ein Silikonkleber als Haftvermittler für das Polyurethan-Harz unter diesem auf der Außenseite des Liners aufgebracht. Alternativ weist der Liner eine Haftvermittlerschicht durch Plasma- oder Coronabehandlung oder durch Beflämmen des Linermaterials auf. Die Beschichtung ist durch Sprühen, Tauchen, Aufrakeln oder dergleichen aufgebracht. Alternativ wurde die Beschichtung vor dem Gießen des Liners in die hierfür dienende Werkzeughaube eingebracht.

Nach einer andern Ausführung der Erfindung besteht die Schicht durch Ablagern eines in der Materialrezeptur des Liners enthaltenen feindispersen Festkörperschmierstoffs wie PTFE an dessen Außenseite, wobei die Ablagerung vor dem Erstarren des Linermaterials erfolgt.

Bei einem Liner oder einer Kniekappe aus Silikon kann diese gleitfähige Ausrüstung etwa wie folgt erzielt werden:

Zuerst wird der Silikonliner mit einer Haftvermittlerschicht versehen. Das ist beispielsweise durch das Ausbringen einer mit geeigneten Haftpromotoren auf Silanbasis (angepasst an die Silikonrezeptur des Liners) angereicherten Lösung aus Silikon in 80% Toluol aufgebracht. Hier dürfen auch Silikonsysteme eingesetzt werden, die bei andauerndem Hautkontakt allergene Wirkung entfalten könnten und sich somit als Basismaterial für den Liner selbst verbieten, wie z.B. einkomponentige, die acetoxy- oder oximvernetzend sind.

Das Ausbringen einer solchen Haftvermittlerschicht erfolgt vorzugsweise durch sprühen, es kann aber auch durch tauchen, aufrakeln oder ähnliche Verfahren erfolgen.

Alternativ kann die Haftvermittlerschicht auch durch Plasma- oder Coronabehandlung bzw. durch Beflämmen erzielt werden. Bei Letzterem sind silandotierte Brenngase zu bevorzugen.

Nach erfolgtem Ablüften des Lösungsmittels aber vor vollständigem Abschluss der Vernetzung der Haftvermittlers wird die eigentliche Gleitschicht aufgebracht. Als Gleitschicht lässt sich beispielsweise das auf Polyurethan basierende Ergoflex der Firma COP einsetzen (mit 85% Aceton verdünnt), wobei vorzugsweise ein aliphatischer Härter eingesetzt wird, um Vergilben zu vermeiden. Auch hier erfolgt das Aufbringen vorzugsweise durch sprühen, es kann aber ebenso durch tauchen, aufrakeln oder ähnliche Verfahren erfolgen.

Nach dem erneuten Ablüften ist der Liner bei ca. 60°C zu tempern um nachzuvernetzen und Lösungsmittelreste auszutreiben.

Alternativ kann die Gleitbeschichtung auch vor dem Gießen des Liners in die Werkzeughaube eingebracht werden. Danach ist Ablüften erforderlich, jedoch sollte vor vollständigem Abschluss der Vernetzung der Beschichtung der Liner gegossen werden. Hierbei lässt sich durch eine geeignete Microstrukturierung der Werkzeughaube ein weiteres Absenken des Reibungskoeffizienten erreichen.

Beim Aufbringen derartiger Gleitbeschichtungen auf Polyurethan-Liner kann auf eine haftvermittelnde Schicht verzichtet werden.

Bei Linern aus thermoplastischen Elastomeren sind die zum Einsatz kommenden Lösungsmittel gemäß dem jeweiligen Polymer zu wählen. So muss z.B. bei Linern aus mit SEBS (Styrol/Ethylen-Butylen/Styrol) gebundenen Ölen bedacht werden, dass SEBS auch manche Lösungsmittel bindet, die dann im Liner gebunden gesundheitlich bedenklich sind.

Eine weitere Möglichkeit zum erzielen einer gleitfähigen Außenschicht besteht darin, in die Materialrezeptur des Liners einen feindispersen Festkörperschmierstoff, wie etwa Polytetrafluorethylenpulver (PTFE), einzubringen. Nach dem Einbringen des flüssigen Linermaterials in das Linerwerkzeug, jedoch vor dessen Angelen bzw. Erstarren müssen die Partikel dann dazu gebracht werden in Richtung Werkzeughaube zu wandern und sich dort flächig anzulegen. Das erreicht man z.B. durch den Aufbau eines elektrischen Feldes in der Werkzeugkavität, das durch Anlegen einer Gleichspannung an die zueinander isolierten Werkzeughälften erzeugt wird.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung beispielhaft näher beschrieben.

1 zeigt einen Liner 1 bei dem in einem Ausschnitt die Schicht aus gleitfähigem Polyurethan auf einem Silikonkörper dargestellt ist.

2 zeigt eine Kniekappe.

Der Liner von 1 besteht aus einem Schaft 1 aus einem Silikonmaterial, der an seinem distalen Ende mit einem Anschlussteil 2 für eine Unterschenkelprothese versehen ist. Der vergrößerte Ausschnitt von 1 zeigt den Aufbau eines durch Beschichtung gleitfähig ausgerüsteten Liners. Auf der Außenwand des Silikonschaftes 1 ist die gleitfähige Beschichtung aus einem polymeren Material 3 mittels eines Haftvermittlers 4 aufgebracht.

2 zeigt eine Kniekappe 5, bestehend aus einem das Knie umschließenden, röhrenförmigen elastischen Überzug, der von Unterschenkelamputierten je hälftig überdeckend über den Schaft und das aus dem Schaft herausragende Bein gezogen wird, um die Prothese am Stumpf zu halten. Vorzugsweise wird dadurch das Schaftinnenvolumen abgedichtet. Die Kniekappe besteht im Wesentlichen aus den gleichen Materialien, wie ein Liner und kann den oben beschriebenen Aufbau für eine gleitfähige Ausrüstung aufweisen.


Anspruch[de]
  1. Liner oder Kniekappe, bestehend aus einer den Stumpf von dessen distalem Ende aus umschließenden Hülse (1) aus einem elastischen Material wie Silikon oder Polyurethan (PUR) oder einem thermoplastischen Elastomer, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenseite des Liners durch eine Beschichtung (3) mit einem polymeren Material oder eine Schicht aus einem polymeren Material gleitfähig ausgerüstet ist.
  2. Liner oder Kniekappe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenseite des Liners eine Beschichtung (3) aus einem gleitfähig eingestellten Film aus Polyurethan oder Polyurethan-Harz aufweist.
  3. Liner oder Kniekappe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Silikonkleber als Haftvermittler (4) für das Polyurethan-Harz unter diesem auf der Außenseite des Liners aufgebracht ist.
  4. Liner oder Kniekappe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Liner eine Haftvermittlerschicht durch Plasma- oder Coronabehandlung oder durch Beflämmen des Linermaterials aufweist.
  5. Liner oder Kniekappe nach einem der vorhergehenden Anspruche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung durch Sprühen, Tauchen, Aufrakeln oder dergleichen aufgebracht ist.
  6. Liner oder Kniekappe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung vor dem Gießen des Liners in die hierfür dienende Werkzeughaube eingebracht wurde.
  7. Liner oder Kniekappe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht durch Ablagern eines in der Materialrezeptur des Liners enthaltenen feindispersen Festkörperschmierstoffs wie PTFE an dessen Außenseite besteht, wobei die Ablagerung vor dem Erstarren des Linermaterials erfolgt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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