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Dokumentenidentifikation DE19654144B4 26.02.2004
Titel Verfahren zum Transport naßgepresster, vielfach gelochter Ziegel sowie Transporteinrichtung zur Durchführung des Verfahrens
Anmelder EISENMANN Maschinenbau KG (Komplementär: Eisenmann-Stiftung), 71032 Böblingen, DE
Erfinder Schwarz, Helmut, 71032 Böblingen, DE;
Bodingbauer, Gerald, 71083 Herrenberg, DE
Vertreter U. Ostertag und Kollegen, 70597 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 23.12.1996
DE-Aktenzeichen 19654144
Offenlegungstag 03.07.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.02.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.02.2004
IPC-Hauptklasse F27B 9/24
IPC-Nebenklasse F27D 3/00   B65G 49/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Transport naßgepresster, vielfach gelochter Ziegel nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 sowie eine Transporteinrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens nach dem Oberbegriff des Anspruches 5.

Für die Trocknung von mehrfach bzw. vielfach gelochten Ziegeln, wie z. B. sog. Hintermauerziegeln, Poroton-Plan-Blöcken oder auch Wabenziegeln findet verstärkt die seit Mitte der achtziger Jahre bekannte konvektive Schnelltrocknung Anwendung. Die Haupttrocknungsparameter Feuchtigkeit, Temperatur, Luftmenge und Strömungsverhalten haben einen großen Einfluß auf die Trockenzeit und die Qualität (Vermeidung von Rissen und Verformungen), wobei bei gleichmäßiger Um- und Durchströmung der feuchten, zu trocknenden Formlinge die besten Ergebnisse erzielbar sind (vgl. "Ziegelindustrie International", ZI 11/95, Seiten 860-866 und 879, 880).

Seitens der Ziegelhersteller besteht permanent die Forderung, die Trocknungszeiten sowie den dazu notwendigen anlagentechnischen Aufwand zu senken. So ist aus der Zeitschrift "Ziegelindustrie International", ZI 10/95, Seiten 804-812 ein Ziegelwerk bekannt, in dem für die Trocknung von Ziegels ein kontinuierlich arbeitender Schnelltrockner eingesetzt wird. Dort werden die durch eine Presse mit nachgeordnetem Universalabschneider gefertigten Ziegel, auch Steine genannt, mit einer dem Universalabschneider zugeordneten Kipp- und Dreheinrichtung unmittelbar nach dem Schneiden vom gepressten Strang gekippt und gedreht sowie mittels einer zugeordneten Transporteinheit für das Beladen von Trockenkassetten aufgereiht und anschließend mit einem untergreifenden Reihengreifer mit geringer Hubbewegung äußerst sanft auf einen Hubbalken, der die Trockenkassetten durchgreift, umgesetzt. Die Trockenkassetten besitzen einen Stabrostboden, wobei je zwei Stäbe eine Formlingsreihe untergreifen und die Lochung der Formlinge vertikal ausgerichtet ist.

Aus der DE 40 37 593 C1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung bekannt, bei welchen die Ziegel nach dem Schneiden gleich hinter der Presse mittels eines Kippsternes derart gekippt werden, daß die Lochung senkrecht nach oben zeigt. Die Längsachse der Ziegel weist quer zur Transportrichtung. Zu einem späteren Zeitpunkt wird jeder zweite Ziegel um 180° – bei Beibehaltung der vertikalen Lochausrichtung – gedreht. Eine Umsetzeinrichtung hebt mittels eines Vakuumgreifers je ein Ziegelpaar vom Transportband ab und setzt diese Ziegelpaare zu Türmchen kreuzweise auf einem Ofenwagen ab.

Aus den vorstehend genannten Seiten 879 und 880 der Ausgabe ZI 11/95 der Zeitschrift "Ziegelindustrie International" ist es bekannt, die Ziegel beim Durchfahren des Trockenofens auf stabrostartigen Paletten zu lagern, wobei im Trockenofen zum Transport der Paletten mehrere Rollen-Führungseinrichtungen übereinander angeordnet sein können.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Maßnahmen und Mittel zu schaffen, die eine weitere Verbesserung des schonenden und qualitätssichernden Transportes der noch weichen, leicht verformbaren, vielfach gelochten Ziegel von der Presse bis zum Aufsetzen auf einen einen Trocknerofen durchlaufenden Transportkörper sowie während der Trocknung gewährleisten und einen geringen technischökonomischen Aufwand erfordern, insbesondere für eine Schnelltrocknungsanlage.

Diese Aufgabe wird, was das Verfahren angeht, durch die im Anspruch 1 angegebene Erfindung gelöst; die nachgeordneten Patentansprüche 2 bis 4 betreffen Weiterbildungen bzw. Ausführungsvarianten des Verfahrens. Was die Transporteinrichtung selbst angeht, wird die o. g. Aufgabe durch die im Anspruch 5 beschriebene Erfindung gelöst; vorteilhafte Ausgestaltungen der Transporteinrichtung sind in den Ansprüchen 6 bis 9 angegeben.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert; es zeigen

1 eine schematische Gesamtdarstellung der Erfindung;

2 eine schematische, perspektivische Ansicht der Elemente zur Beladung des Transportkörpers;

3 eine perspektivische Ansicht eines beladenen Transportkörpers;

4a und 4b die Stirnansicht des Transportkörpers;

5a und 5b mögliche Materialien für die Auflagefläche des Transportkörpers.

Die 1 zeigt in stark schematisierter Darstellung eine Transporteinrichtung für naßgepresste, vielfach gelochte Ziegel. Diese umfaßt ein von einer Presse 1 bis zu einem Trocknerofen 10 führendes Transport- system mit einem Transportband 3 und einer Fördereinrichtung 11, dem eine Dreheinheit 4 und eine Kippeinheit 5 für die transportierten Ziegel Z zugeordnet sind. Mehrere Transportkörper 6 haltern jeweils eine Vielzahl von zueinander beabstandeten Ziegeln Z für das Durchfahren des Trocknerofens 10. Die Lochung der Ziegel Z ist dabei vertikal ausgerichtet. Durch den Trockenofen 10 ist eine Fördereinrichtung 11 hindurchgeführt, welche die Transportkörper 6 führt und antreibt. Dem Trocknerofen 10 ist eine Beladestation 12 vorgeordnet und eine Entladestation 13 nachgeordnet.

Die Kippeinheit 5 ist in der Beladestation 12 angeordnet und steht mit dem jeweils dort positionierten Transportkörper 6 in Wirkverbindung. Alternativ kann die Kippeinheit 5 der Beladestation 12 unmittelbar vorgeordnet sein.

Eine spezielle bauliche Ausgestaltung der Kippeinheit 5 ist in 2 gezeigt.

Die Kippeinheit 5 weist hier eine horizontal liegende Auflage 5a mit integriertem Förderband auf, die mit dem Transportband 3 in der Transportebene fluchtet und stoßfrei an den Endbereich 3a anschließt. An einer Längsseite der Auflage 5a sind aufwärts gerichtete, rechenartig zueinander beabstandete Zinken 5b und letzteren gegenüberliegend ein Schubelement 5c mit einer auf die dazwischenliegenden Ziegel Z Zeitweilig einwirkenden Platte 5b angeordnet. Die Auflage 5a mitsamt den Zinken 5b ist um eine horizontale Kippachse 5e in die Vertikale kippbar, derart, daß die Zinken 5b in nutartige Freiräume 6e des Transportkörpers 6 eintauchbar sind und die beabstandet aufgereihten Ziegel Z mit vertikal ausgerichteter Lochung auf den Transportkörper 6 aufgesetzt werden.

Die 3 zeigt einen Transportkörper 6, der bezogen auf die durch den Trocknerofen 10 führende Transportrichtung RO jeweils seitwärts liegende Längsträger 6a und 6b und mehrere letztere verbindende Querträger 6c besitzt. Diese bilden gemeinsam einen Grundkörper, der beidseits mit mehreren Rollen 6d ausgestattet ist. Die Auflagefläche 6f für die Ziegel Z besteht hier aus mehreren parallel zu den Längsträgern 6a und 6b liegenden und auf den Querträgern 6c befestigten, zueinander beabstandeten, nutartige Freiräume 6e bildenden Tragstäben 7, die vorzugsweise eine Vielzahl vertikal gerichteter Durchbrüche 7a aufweisen.

Weitere vorteilhafte Details für einen in der beschriebenen Transporteinrichtung einsetzbaren Transportkörper 6 sind schematisch in den 4a bis 5b dargestellt.

So kann die Auflagefläche 6f durch eine entsprechend profilierte Platte 8, 9 mit sehr geringer Dicke D und einer Vielzahl von Löchern 8a gebildet werden, wobei die Löcher 8a in der Blechplatte 8, 9 speziell angeordnet und speziell geformt sind, z. B. eine Bohrung oder dgl. bis hin zu einer gitterartigen Struktur.

Zudem können die Tragstäbe 7 aus U-förmigem Loch- oder Gitterblech bestehen, wobei die Öffnung der U-Form abwärts zeigt.

Vorstehend wurde davon ausgegangen, daß der beschriebene und in der Zeichnung dargestellte Trocknerofen 10 kontinuierlich arbeit. Mit einem periodisch betriebenen Trocknerofen ist die Erfindung jedoch auch realisierbar.

1 Presse 2 Abschneidet 3 Transportband 3a Endbereich 4 Dreheinheit 5 Kippeinheit 5a Auflage mit Förderband 5b Zinken 5c Schubelement 5d Platte 5e Kippachse 6 Transportkörper 6a, 6b Längsträger (L-, I- oder L-förmig) 6c Querträger (Flacheisen, hochkant) 6d Rollen 6e nutartige Freiräume 6f Auflagefläche 7 Tragstäbe 7a Durchbrüche 8 Platte 8a Löcher 9 Platte 10 Trocknerofen 11 Fördereinrichtung 11a Rücklauf 12 Beladestation 13 Entladestation D Dicke RB Transportrichtung des Transportbandes RO Transportrichtung durch den Ofen Z Ziegel

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Transport naßgepresster, vielfach gelochter Ziegel (Z) von einer Presse (1) bis zu einem Trocknerofen (10) und durch letzteren hindurch, bei dem die für die Trocknung vorgesehene vertikale Ausrichtung der Lochungen der Ziegel (Z) durch Kippung erzielt wird, die auf einem Transportband (3) beförderten Ziegel (Z) durch Drehung bezüglich der Transportrichtung (RB) des Transportbandes (3) für die Übergabe an einen den Trocknerofen (10) durchlaufenden Transportkörper (6) beabstandet zueinander ausgerichtet und bei dem die Ziegel (Z) durch Umsetzen und Positionieren auf dem Transportkörper (6) plaziert werden, dadurch gekennzeichnet, daß das Kippen der Ziegel (Z) erst unmittelbar, d. h. als letzter Arbeitsschritt, vor dem Umsetzen und Positionieren oder gleichzeitig mit dem Umsetzen und Positionieren der Ziegel (Z) von dem Transportband (3) auf den querverlaufenden Transportkörper (6) erfolgt.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ziegel (Z) allseits mit Abstand zueinander reihenweise auf dem Transportkörper (6) positioniert werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Reihenabstand der gesetzten Ziegel (Z) durch Vorschub des Transportkörpers (6) erreicht wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Reihenabstand der gesetzten Ziegel (Z) durch horizontale Bewegung der Kippeinheit (5) erzielt wird.
  5. Transporteinrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem. der Ansprüche 1 bis 4, umfassend ein von einer Presse (1) bis zu einem Trockenofen (10) führendes Transportsystem mit einem Transportband 3 und einer Fördereinrichtung 11, dem eine Dreheinheit (4) und eine Kippeinheit (5) für die transportierten Ziegel (Z) zugeordnet sind, mehrere Transportkörper (6), die jeweils eine Vielzahl von zueinander beabstandeten Ziegeln (Z), deren Lochung vertikal ausgerichtet ist, für das Durchfahren des Trocknerofens (10) haltern, mindestens eine die Transportkörper (6) führende und antreibende, durch den Trocknerofen (10) hindurchgehende und rückgeführte Fördereinrichtung (11) sowie jeweils mindestens eine dem Trockenofen (10.) vor- bzw. nachgeordnete Beladestation (12) bzw. Entladestation (13), dadurch gekennzeichnet, daß die Kippeinheit (5), deren Kippachse (5e) parallel zum Transportband (3) und quer zur Transportrichtung (RO) ausgerichtet ist, in der Beladestation (12) angeordnet oder letzterer (12) unmittelbar räumlich vorgeordnet ist.
  6. Transporteinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kippeinheit (5) eine horizontal liegende Auflage (5a) mit integriertem Förderband aufweist, die mit dem Transportband (3) in dessen Transportebene fluchtet und stoßfrei an dem Endbereich (3a) des Transportbandes (3) anschließt, daß an einer Längsseite der Auflage (5a) aufwärts gerichtete, rechenartig zueinander beabstandete Zinken (5b) und, letzteren gegenüberliegend ein Schubelement (5c) mit einer auf die dazwischenliegenden Ziegel (Z) zeitweilig einwirkende Platte (5d) angeordnet sind, und daß die Auflage (5a) mitsamt den Zinken (5b) um eine horizontale Kippachse (5e) in die Vertikale kippbar ist, derart, daß die Zinken (5b) in nutartige Freiräume (6e) des Transportkörpers (6) eintauchen und die beabstandet aufgereihten Ziegel (Z) mit vertikal ausgerichteter Lochung auf dem Transportkörper (6, 6f) aufsetzen.
  7. Transporteinrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Transportkörper (6) bezüglich der durch den Trocknerofen (10) führenden Transportrichtung (RO) jeweils seitwärts liegende Längsträger (6a, 6b) und mehrere letztere miteinander verbindende Querträger (6c) besitzt, die gemeinsam einen Grundkörper bilden, der zudem beidseits mit mehreren Rollen (6d) ausgestattet ist, daß die Auflagefläche (6f) für die Ziegel (Z) aus mehreren, parallel zu den Längsträgern (6a, 6b) liegenden und auf den Querträgern (6c) befestigten, zueinander beabstandeten, nutartige Freiräume (6e) bildenden Tragstäben (7) besteht, und daß die Tragstäbe (7) eine Vielzahl vertikal gerichteter Durchbrüche (7a) aufweisen.
  8. Transporteinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflagefläche (6f) durch eine entsprechend den Ziegeln (Z) zweckentsprechend profilierte Platte (8, 9) mit sehr geringer Dicke (D) und einer Vielzahl von Löchern (8a), gebildet wird, wobei die Löcher (8a) in der Platte (8, 9) speziell angeordnet und deren jeweilige Kontur speziell geformt sind.
  9. Transporteinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragstäbe (7) aus U-förmigem Loch- oder Gitterblech bestehen, wobei die Öffnung der U-Form abwärts zeigt.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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