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Dokumentenidentifikation DE10241903A1 11.03.2004
Titel Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial mit Schutzschicht, Verfahren zur Herstellung desselben und Streichmaschine zur Herstellung desselben
Anmelder Mitsubishi HiTec Paper Flensburg GmbH, 24941 Flensburg, DE
Erfinder Wagner, Wolfgang, Dr., 24943 Flensburg, DE;
Theis, Wolfgang, 24943 Flensburg, DE
DE-Anmeldedatum 06.09.2002
DE-Aktenzeichen 10241903
Offenlegungstag 11.03.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.03.2004
IPC-Hauptklasse D21H 27/00
IPC-Nebenklasse B41M 5/30   D21H 23/32   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein bahnförmiges, geschichtetes wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial, das mindestens ein Substrat, eine Farbbildner und Farbakzeptoren enthaltende wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht und eine auf der Aufzeichnungsschicht aufgedruckte Schutzschicht umfasst, ein Verfahren und eine Streichmaschine zur Herstellung eines solchen bahnförmigen, geschichteten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein bahnförmiges, geschichtetes wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial, das mindestens ein Substrat, eine Farbbildner und Farbakzeptoren. enthaltende wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht und eine auf der Aufzeichnungsschicht ausgebildete Schutzschicht umfasst, ein Verfahren und eine Streichmaschine zur Herstellung eines solchen bahnförmigen, geschichteten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials.

Grundsätzlich sind Aufzeichnungsmaterialien der eingangs beschriebenen Art bekannt. Geht man beispielsweise von Papier als Substrat aus, wird das Substrat gewöhnlich zunächst auf einer Papiermaschine hergestellt und aufgerollt. Auf einer separaten Streichmaschine wird dieses Substrat anschließend wieder abgerollt und mittels zweier Streichwerke mit oftmals wässerigen Streichfarben zur Ausbildung zuerst einer wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht und darauf einer diese Aufzeichnungsschicht abdeckenden Schutzschicht beaufschlagt. Die aufgetragenen Streichfarben werden getrocknet, wobei es sowohl möglich ist, dass beide Streichfarben zuerst (nass-in-nass) aufgetragen und dann gemeinsam getrocknet werden, wie auch, dass die zuerst aufgetragene Streichfarbe zunächst getrocknet wird und anschließend die zweite Streichfarbe aufgetragen und ihrerseits getrocknet wird. Schließlich wird das so hergestellte bahnförmige, geschichtete wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial aufgerollt.

Ein solches Aufzeichnungsmaterial ist bewährt, kann jedoch den Nachteil einer schlechten Bedruckbarkeit auf der Schutzschicht aufweisen oder die Schutzschicht ist nicht genügend dicht gegenüber Umwelteinflüssen, wie Öle, Fette, Weichmacher und Wasser. Verfahren zur Herstellung eines solchen Aufzeichnungsmaterials sind ebenfalls bewährt. Mit der Zunahme immer spezieller Sorten wächst jedoch die Zahl an unterschiedlichen Schutzschichten, die jeweils aufzutragen sind. Verfahrenstechnisch bedeutet das, das eine immer weiter zunehmende Zahl unterschiedlicher Schutzschichtstreichfarben vorzuhalten sind, die das Problem aufweisen, nicht lagerfähig zu sein und nach kürzerer Zeit unbrauchbar zu werden. Auch bedeuten unterschiedliche Sorten lange Rüstzeiten in den Streichmaschinen u.a. durch aufwendige Spülprozesse der Streichfarbenaufbereitungsaggregate und der Streichköpfe, was gleichzeitig eine Umweltbelastung durch die zu entsorgenden Spülabwässer darstellt.

Es ist das Ziel der Erfindung, ein bahnförmiges, geschichtetes wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial zur Verfügung zu stellen, das gut bedruckbar ist, eine ausreichende Resistenz vor Umwelteinflüssen wie Öle, Fette, Weichmacher und Wasser bietet, das kostengünstig herstellbar ist und das sich durch hohe Flexibilität im Herstellungsprozess auszeichnet.

Die Erfinder erkannten, dass ein solcher Forderungskatalog durch ein völlig neuartiges Vertahren zur Herstellung eines bahnförmigen, geschichteten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials erfüllt werden kann, wobei das Aufzeichnungsmaterial mindestens ein Substrat, eine Farbbildner und Farbakzeptoren enthaltende wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht und eine auf der Aufzeichnungsschicht ausgebildete Schutzschicht umfasst, wobei das Verfahren gekennzeichnet wird durch mindestens die folgenden Vertahrenschritte:

  • – Kontinuierliche Zuführung des bahnförmigen Substrates
  • – Aufbringen einer die Farbbildner und Farbakzeptoren beinhaltenden Streichfarbe zur Ausbildung der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht
  • – Trocknung der aufgebrachten Streichfarbe
  • – Aufbringen einer UV-vernetzenden Druckfarbe zur Ausbildung der Schutzschicht
  • – UV-Härtung der aufgebrachten Druckfarbe

Die aufgeführten Vertahrenschritte haben ertindungsgemäß durchgängig, d.h. ohne verfahrenstechnische Zwischenstopps, stattzufinden und sind somit auf einer durchgängigen Maschine umzusetzen. Eine solche Maschine ist bevorzugt eine Streichmaschine. Auch denkbar ist es, die Vertahrenschritte in den Herstellungsprozess für das Substrat, im bevorzugten Fall von Papier als Substrat, in den Ablauf einer Papiermaschine, zu integrieren.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann ein bahnförmiges, geschichtetes wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial hergestellt werden, das über eine gegenüber Umwelteinflüssen, wie Öle, Fette, Weichmacher und Wasser, genügend dichte Schutzschicht verfügt. Die Schutzschicht ist mittels üblicher Druckvertahren wie Tiefdruck, Offsetdruck oder Flexodruck unter Verwendung entsprechender Druckfarben hervorragend bedruckbar. Da die Druckfarbe zur Ausbildung der Schutzschicht ohne auf sie einwirkende UV-Bestrahlung entsprechender Wellenlänge über lange Zeit verwendbar ist, gewährleistet das neue Verfahren eine hohe Flexibilität im Herstellungsprozess: kleine Anfertigungen lassen sich problemlos fahren, nicht benötigte Druckfarbe kann zurückgeführt und bis zum nächsten Einsatz zwischengelagert werden. Das erfindungsgemäße Verfahren benötigte im Notfall außer den für den Druckauftrag und die UV-Härtung erforderlichen Aggregaten keine zusätzlichen Komponenten – insbesondere ist eine Druckfarbenaufbereitung zur Anfertigung der Druckfarbe nicht erforderlich: die Druckfarbe kann einsatzbereit an anderer Stelle gefertigt bzw. zugekauft werden. Durch den Einsatz UV-vernetzender Druckfarben sind energieintensive Heißluftanlagen nicht notwendig, was die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens steigert. Das neue Verfahren lässt die für Streichanlagen üblichen hohen Bahngeschwindigkeiten zu. Durch extrem kurze Härtungszeiten der aufgetragenen Schutzschicht ist eine sofortige Weiterverarbeitung des bahnförmigen, geschichteten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials innerhalb der Maschine möglich. Gleichzeitig erfordert das neue Verfahren nur geringen Platzbedarf für die notwendigen Aggregate, womit ein nachträglicher Einbau in bereits vorhandene Maschinen jederzeit möglich ist.

Derzeit ist es bekannt, nicht mit einer Schutzschicht versehene wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterialien in separaten Druckmaschinen mit aufgedruckten UVvernetzenden Schutzschichten zu versehen. Das neue, mit den bisherigen Verarbeitungsprozessen brechende Verfahren bietet hier insbesondere die Möglichkeit, höchste Flexibilität im Herstellungsprozess zu garantieren und eine zusätzliche Bedruckung in Spezialanlagen zu verhindern.

Es ist bevorzugt, wenn auf das Substrat vor Aufbringen der Farbbildner und Farbakzeptoren beinhaltenden Streichfarbe eine pigmenthaltige Zwischenschicht ausgebildet und getrocknet wird. Als Pigmente haben sich dabei sowohl anorganische wie auch organische Hohlraum-Pigmente bewährt. Eine solche Zwischenschicht kann zum einen einen positiven Beitrag zur Egalisierung der Substratoberfläche leisten, womit sich die Menge an notwendigerweise aufzubringender Streichfarbe für die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht reduziert. Aus diesem Grund bieten sich zum Auftrag der Zwischenschicht egalisierende Streichwerke an, wie beispielsweise Walzenstreichwerke, Rakel- oder Bladestreichwerke. Zum anderen können die Pigmente dieser Zwischenschicht die durch Hitzeeinwirkung verflüssigten Wachsbestandteile der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht bei der Schriftbildausbildung aufnehmen und begünstigen so eine sichere und schnelle Funktionsweise der wärmeinduzierten Aufzeichnung. Die Zwischenschicht kann innerhalb der für das Verfahren nutzbaren Streichmaschine wie auch innerhalb der das Substrat herstellenden Maschine, bei Papier als Substrat also innerhalb der Papiermaschine, aufgebracht werden.

Als Streichwerk zum Auftrag der die Farbbildner und Farbakzeptoren beinhaltenden Streichfarbe bieten sich insbesondere Rakelstreichwerk, Bladestreichwerk, Curtain-Coater oder Luftbürste an. Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform ist die zuvor erwähnte Streichfarbe wässerig.

Die anschließende Trocknung der Streichfarbe kann mittels Mikrowellenbestrahlung geschehen. Üblicherweise und bewährt ist ein Verfahren, bei dem Wärme zugeführt wird, wie es durch Heißluft-Schwebetrockner oder auch Kontakttrockner geschieht. Auch denkbar ist eine Kombination aus den aufgeführten Trockenverfahren.

Das erfindungsgemäße Verfahren sieht in einer bevorzugten Variante vor, dass das geschichtete wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial vor und/oder nach Aufbringung und UV-Härtung der die Schutzschicht ausbildenden Druckfarbe geglättet wird. Ziel einer solchen Glättung, die in beiden Fällen durch einen Kalander oder ein Glättwerk geschehen kann, ist die Schaffung einer glatteren, gegebenenfalls glänzenden Oberfläche, womit auf die aufgedruckte Schutzschicht aufgetragene Schriftbilder farbintensiver und lebhafter erscheinen. Weiterhin unterstützt eine glattere Oberfläche durch einen verbesserten Kontakt zum Thermokopf den Wärmeübergang und somit die Empfindlichkeit der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht.

Bevorzugt ist es, wenn die Schutzschicht vollflächig auf die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht aufgedruckt wird und diese so vollständig überdeckt. Genauso ist es jedoch vorstellbar, dass die Schutzschicht so auf die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht aufgedruckt wird, dass nur ein Teil dieser Aufzeichnungsschicht abgedeckt wird. Dieses kann in Form komplizierter Muster wie auch beispielsweise durch streifenartigen Aufdruck der Schutzschicht geschehen. Im letzteren Fall ist es vorstellbar, dass beispielsweise Bahnränder bewusst nicht mit einer Schutzschicht abgedeckt werden, weil dieses für den Anwendungsbereich bevorzugt in Form von Eintrittskarten nicht benötigt oder auch nicht gewünscht wird.

Für bestimmte Anwendungen kann zwischen die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht und die aus UV-vernetzender Druckfarbe ausgebildete Schutzschicht eine weitere, aus einer Streichfarbe ausgebildete und beispielsweise mit einer Luftbürste aufgetragene Schutzschicht ausgebildet sein. In Abhängigkeit von den Kundenanforderungen können in eine oder beide Schutzschichten authentifikationsbestimmende Sicherheitsmerkmale eingebunden werden. Genauso können in das nach dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren erzeugte bahnförmige, geschichtete wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial andere oder/und weitere authentifikationsbestimmende Sicherheitsmerkmale, wie beispielsweise Wasserzeichen oder farbige Zwischenschichten aufgenommen werden.

Weiterhin sieht das erfindungsgemäße Verfahren in einer bevorzugten Variante vor, dass vor oder nach Aufbringung und UV-Härtung der die Schutzschicht ausbildenden Druckfarbe auf der Seite des Substrates, die der Seite mit der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht gegenüberliegt, eine UV-vernetzende Druckfarbe zur Ausbildung einer Rückseitenbeschichtung aufgebracht und UV-gehärtet wird. Vorteil dieser Variante ist es, dass hier auch die Rückseite des neuen bahnförmigen, geschichteten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials vor Umwelteinflüssen geschützt und gleichzeitig hervorragend bedruckbar ist. Gerade bei Anwendungen, die für das wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial besonders strapazierend sind und bei denen das wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial beidseitig mit Ölen, Fetten, Weichmachern oder Wasser stark beaufschlagt wird, empfiehlt sich diese Variarte als besonders stabil.

Die rückseitig aufgebrachte und UV-gehärtete Druckfarbe wird bevorzugt geglättet mittels Kalander oder Glättwerk. Vorstellbar ist eine simultane Behandlung der zuvor vorder- und rückseitig aufgetragenen UV-Druckfarben im gleichen Kalander oder Glättwerk. Im Sinne der vorliegenden Erfindung gilt als Kalander eine Walzenanordnung aus mindestens zwei zusammenpressenden Walzen, durch deren mindestens ein Pressnip das bahnförmige Aufzeichnungsmaterial geführt wird, wobei ein Pressnip immer aus einer harten und einer weichen Walze gebildet wird. Dagegen wird ein Pressnip eines Glättwerks aus zwei harten Walzen gebildet.

Als UV-vernetzende Druckfarben kommen bevorzugt flüssige, aber auch Pulverlacke zum Einsatz, wobei sich gerade letztere einer zunehmenden Beliebtheit erfreuen.

Die vorliegende Erfindung betrifft im gleichen Maße eine Streichmaschine zur Herstellung eines bahnförmigen, geschichteten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials, wobei das Aufzeichnungsmaterial mindestens ein Substrat, eine Farbbildner und Farbakzeptoren enthaltende wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht und eine auf der Aufzeichnungsschicht ausgebildete Schutzschicht umfasst, und wobei die Streichmaschine mindestens die folgenden Komponenten aufweist:

  • – Ein Abrollaggregat zur Abrollung des zuvor separat hergestelltes bahnförmigen Substrates
  • – Ein erstes Streichwerk zum Auftrag einer die Farbbildner und Farbakzeptoren beinhaltenden Streichfarbe
  • – Trocknungsaggregate zur Trocknung der im ersten Streichwerk aufgetragenen Streichfarbe, die die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht ausbildet
  • – Ein erstes Druckwerk zum Auftrag einer UV-vernetzenden Druckfarbe
  • – Erste UV-Härtungsaggregate zur UV-Härtung der im ersten Druckwerk aufgetragenen Druckfarbe, die die Schutzschicht ausbildet
  • – Ein Aufrollaggregat zur Aufrollung des geschichteten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials

Als erstes Druckwerk wird ein Flexo- oder Tiefdruck-Druckwerk bevorzugt. Um eine besonders flexible Streichmaschine vorzuhalten, wird bevorzugt, das erste Druckwerk als Teil eines zweiten Streichwerks zu konstruieren, so dass wahlweise entweder das erste Druckwerk zum Auftrag einer UV-vernetzenden, die Schutzschicht ausbildenden Druckfarbe oder das zweite Streichwerk beispielsweise zum konventionellen Auftrag einer eine Schutzschicht ausbildenden Streichfarbe nutzbar ist. Dabei bietet sich beim zweiten Streichwerk insbesondere ein Rakelstreichwerk, Bladestreichwerk oder eine Luftbürste an.

Mit Hilfe der Figuren wird die im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform beanspruchte Integrierung eines Druckwerks in ein Streichwerk weitergehend verdeutlicht:

1 zeigt in Teil a) eine Luftbürstenanordnung. In einer Farbwanne (2) laufen zwei angetriebene, einzeln alternativ oder gemeinsam einsetzbare Tauchwalzen (6) und (7) in einem Farbensumpf. Die durch die zur Gegenwalze (4) gegen- oder mitläufig rotierenden Tauchwalzen (6, 7) aufgenommene Farbe wird an die angetriebene Übertragungswalze (4) abgegeben. Das mit einer wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht bereits beaufschlagte bahnförmige Substrat (1) wird zwischen Gegenwalze (3) und Übertragungswalze (4) durchgeführt und so mit einem Überschuss an Streichfarbe versehen, wobei der Farbüberschuss anschließend mittels Luftbürste (5) abgerakelt wird.

In Teil b) ist die gleiche Anordnung zu sehen, die hier als Flexo-Druckwerk variiert ist. Während Tauchwalze (6) so verschwenkt oder verschoben ist, dass sie keinen Kontakt mehr zur Übertragungswalze (4) hat, ist die Tauchwalze (7) gegen eine geätzte oder gelaserte Näpfchen an der Oberfläche aufweisende Rasterwalze (8) mit anliegendem Kammerrakel (9) ausgetauscht. Der Farbensumpf in der Farbwanne (2) ist soweit abgesenkt, dass zumindest Rasterwalze (8) nicht mehr in den Farbensumpf – nunmehr aus UV-vernetzender Druckfarbe – eintaucht. Die Rasterwalze (8) gibt die mittels Kammerrakel (9) vordosierte Druckfarbe an die Übertragungswalze (4) ab, die wiederum die Druckfarbe an das Substrat (1) abgibt. Die Luftbürste (5) aus Teil a) ist weggeklappt oder lediglich nicht im Einsatz. Zur Härtung der aufgedruckten Farbe wird das Substrat (1) an UV-Härtungsaggregate (11) vorbeigeführt.

2 zeigt in Teil a) ein Bladestreichwerk. In einer Farbwanne (2) läuft eine angetriebene Tauchwalze (7) in einem Farbensumpf. Die durch die zur Bewegungsrichtung des Substrates gegen- oder mitläufig rotierende Tauchwalze (7) aufgenommene Farbe wird an das mit einer wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht bereits beaufschlagte Substrat (1) im Überschuss abgegeben. Dabei umschlingt das Substrat teilweise eine Gegenwalze (3). Anschließend wird mittels Blade (10) der Farbüberschuss abgerakelt.

In Teil b) ist die gleiche Anordnung zu sehen, die hier als Tiefdruck-Druckwerk variiert ist. Die Tauchwalze (7) ist gegen eine geätzte oder gelaserte Näpfchen an der Oberfläche aufweisende Rastennralze (8) mit anliegendem Kammerrakel (9) ausgetauscht. Der Farbensumpf in der Farbwanne (2) ist soweit abgesenkt, dass die Rasterwalze (8) nicht mehr in den Farbensumpf – nunmehr aus UV-vernetzender Druckfarbe – eintaucht. Die Rasterwalze (8) gibt die mittels Kammerrakel (9) vordosierte Druckfarbe an das die Gegenwalze (3) teilweise umschlingende Substrat (1) ab. Das Blade (10) aus Teil a) ist weggeklappt oder lediglich nicht im Einsatz. Zur Härtung der aufgedruckten Farbe wird das Substrat (1) an UV-Härtungsaggregate (11) vorbeigeführt.

Die in den Figuren und der zugehörigen Figurenbeschreibung dargestellte jeweilige Integrierung eines Druckwerks in ein Streichwerk ist beispielhaft. Die Erfindung ist auf die hier dargestellten Beispiele in keinster Weise beschränkt.

Weiterhin bevorzugt ist es, wenn die Streichmaschine nach den ersten UV-Härtungsaggregaten ein zweites Druckwerk zum Auftrag einer UV-vernetzenden Druckfarbe auf die Seite des Substrates, die der Seite mit der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht gegenüberliegt, und nachgeschaltete zweite UV-Härtungsaggregate aufweist.

Die Erfindung beansprucht weiterhin die nach dem neuen Verfahren bzw. mit der neuen Streichmaschine hergestellten bahnförmigen, geschichteten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterialien, wobei Papier als Substrat bevorzugt ist.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung eines bahnförmigen, geschichteten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials, wobei das Aufzeichnungsmaterial mindestens ein Substrat, eine Farbbildner und Farbakzeptoren enthaltende wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht und eine auf der Aufzeichnungsschicht ausgebildete Schutzschicht umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren mindestens die folgenden Verfahrenschritte aufweist:

    – Kontinuierliche Zuführung des bahnförmigen Substrates

    – Aufbringen einer die Farbbildner und Farbakzeptoren beinhaltenden Streichfarbe zur Ausbildung der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht

    – Trocknung der aufgebrachten Streichfarbe

    – Aufbringen einer UV-vernetzenden Druckfarbe zur Ausbildung der Schutzschicht

    – UV-Härtung der aufgebrachten Druckfarbe
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf das Substrat vor Aufbringen der Farbbildner und Farbakzeptoren beinhaltenden Streichfarbe eine pigmenthaltige Zwischenschicht ausgebildet und getrocknet wird.
  3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht mit einem die Oberfläche egalisierenden Streichwerk ausgebildet wird, wobei das Streichwerk ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Walzenstreichwerk, Rakelstreichwerk, Bladestreichwerk.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbbildner und Farbakzeptoren beinhaltende Streichfarbe mit einem Streichwerk aufgebracht wird, das ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Rakelstreichwerk, Bladestreichwerk, Curtain-Coater, Luftbürste.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Trocknung der Farbbildner und Farbakzeptoren beinhaltenden Streichfarbe durch Zuführung von Wärme geschieht.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Trocknung der Farbbildner und Farbakzeptoren beinhaltenden Streichfarbe durch Mikrowellenbestrahlung geschieht.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das geschichtete wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial vor Aufbringung und UV-Härtung der die Schutzschicht ausbildenden Druckfarbe geglättet wird.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das geschichtete wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial nach Aufbringung und UV-Härtung der die Schutzschicht ausbildenden Druckfarbe geglättet wird.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht vollflächig abdeckt.
  10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht teilweise abdeckt.
  11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass vor oder nach Aufbringung und UV-Härtung der die Schutzschicht ausbildenden Druckfarbe auf der Seite des Substrates, die der Seite mit der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht gegenüberliegt, eine UV-vernetzende Druckfarbe zur Ausbildung einer Rückseitenbeschichtung aufgebracht und UV-gehärtet wird.
  12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das geschichtete wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial nach Aufbringung und UV-Härtung der die Rückseitenbeschichtung ausbildenden Druckfarbe geglättet wird.
  13. Verfahren nach Anspruch 8 und 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Glättung der die Schutzschicht ausbildenden Druckfarbe und der die Rückseitenbeschichtung ausbildenden Druckfarbe gleichzeitig geschieht.
  14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat Papier ist.
  15. Bahnförmiges, geschichtetes wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial, umfassend mindestens ein Substrat, eine Farbbildner und Farbakzeptoren enthaltende wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht und eine auf der Aufzeichnungsschicht ausgebildete Schutzschicht umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufzeichnungsmaterial nach einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14 hergestellt ist.
  16. Streichmaschine zur Herstellung eines bahnförmigen, geschichteten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials, wobei das Aufzeichnungsmaterial mindestens ein Substrat, eine Farbbildner und Farbakzeptoren enthaltende wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht und eine auf der Aufzeichnungsschicht ausgebildete Schutzschicht umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Streichmaschine mindestens die folgenden Komponenten aufweist:

    – Abrollaggregat zur Abrollung des zuvor separat hergestelltes bahnförmigen Substrates

    – Erstes Streichwerk zum Auftrag einer die Farbbildner und Farbakzeptoren beinhaltenden Streichfarbe

    – Trocknungsaggregate zur Trocknung der im ersten Streichwerk aufgetragenen Streichfarbe, die die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht ausbildet

    – Erstes Druckwerk zum Auftrag einer UV-vernetzenden Druckfarbe

    – Erste UV-Härtungsaggregate zur UV-Härtung der im ersten Druckwerk aufgetragenen Druckfarbe, die die Schutzschicht ausbildet

    – Aufrollaggregat zur Aufrollung des geschichteten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
  17. Streichmaschine nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Streichwerk ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Rakelstreichwerk, Bladestreichwerk, Curtain-Coater, Luftbürste.
  18. Streichmaschine nach einem der Ansprüche 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Trocknungsaggregate zur Trocknung der im ersten Streichwerk aufgetragenen Streichfarbe ausgewählt sind aus der Gruppe, umfassend Heißluft-Schwebetrockner, Kontakttrockner, Mikrowellenstrahler oder einer Kombination daraus.
  19. Streichmaschine nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Druckwerk ausgewählt ist aus der Gruppe, umfassend Flexo-und Tiefdruck-Druckwerke.
  20. Streichmaschine nach einem der Ansprüche 16 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Druckwerk Teil eines zweiten Streichwerks ist.
  21. Streichmaschine nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Druckwerk alternativ zum zweiten Streichwerk nutzbar ist.
  22. Streichmaschine nach einem der Ansprüche 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Streichwerk ausgewählt ist aus der Gruppe, umfassend Rakelstreichwerk, Bladestreichwerk, Luftbürste.
  23. Streichmaschine nach einem der Ansprüche 16 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Streichmaschine zusätzlich vor dem ersten Druckwerk eine Glätteeinheit aufweist.
  24. Streichmaschine nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Glätteeinheit ein Kalander oder ein Glättwerk ist.
  25. Streichmaschine nach einem der Ansprüche 16 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass die Streichmaschine nach den ersten UV-Härtungsaggregaten ein zweites Druckwerk zum Auftrag einer UV-vernetzenden Druckfarbe auf die Seite des Substrates, die der Seite mit der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht gegenüberliegt, und nachgeschaltete zweite UV-Härtungsaggregate aufweist.
  26. Streichmaschine nach einem der Ansprüche 16 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Streichmaschine nach den ersten und/oder zweiten UV-Härtungsaggregaten eine Glätteeinheit aufweist.
  27. Streichmaschine nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Glätteeinheit ein Kalander oder ein Glättwerk ist.
  28. Bahnförmiges, geschichtetes wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial, umfassend mindestens ein Substrat, eine Farbbildner und Farbakzeptoren enthaltende wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht und eine auf der Aufzeichnungsschicht ausgebildete Schutzschicht umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufzeichnungsmaterial unter Nutzung einer Streichmaschine gemäß einem der Ansprüche 16 bis 27 hergestellt ist.
  29. Bahnförmiges, geschichtetes wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat Papier ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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