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Dokumentenidentifikation DE10243842A1 25.03.2004
Titel Walze für den wasserlosen Offsetdruck
Anmelder Paul Sauer GmbH & Co. Walzenfabrik KG, 10179 Berlin, DE
Erfinder Eggelmann, Volker, 29303 Bergen, DE
DE-Anmeldedatum 13.09.2002
DE-Aktenzeichen 10243842
Offenlegungstag 25.03.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.03.2004
IPC-Hauptklasse B41F 13/08
Zusammenfassung Eine Walze für den wasserlosen Offsetdruck ist dadurch gekennzeichnet, dass die Walze eine antistatisch eingestellte elastomere Beschichtung aufweist. Die elastomere Beschichtung der Walze ist vorzugsweise auf Basis von elastomerem Polyurethan, Nitril-Butadien-Kautschuk oder Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk und enthält Antistatikum in einer Menge, die der Beschichtung antistatische Eigenschaften verleiht. Die antistatische Beschichtung bewirkt eine langsamere Verschmutzung der Beschichtungsoberfläche beim wasserlosen Offsetdruck.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Walzen, insbesondere farbübertragende Walzen, für den Einsatz in Verfahren des wasserlosen Offsetdrucks.

Das Verfahren des wasserlosen Offsetdrucks, auch Trockenoffset genannt, ist seit gut 30 Jahren bekannt. Durch die Entwicklung und Einführung der dazu erforderlichen speziellen Druckplatten und Druckfarben wurde es möglich, das in Druckmaschinen übliche Feuchtwasser-System einschließlich der damit verbundenen Nachteile zu eliminieren. Höhere Kosten, insbesondere für die Druckplatten und Druckfarben, sowie mangelnde Bereitschaft sich auf ein verändertes Verhalten der Druckmaschinen einzustellen haben u.a. über einen langen Zeitraum verhindert, dass sich das Verfahren des wasserlosen Offsetdrucks gegenüber den herkömmlichen mit Feuchtung arbeitenden Druckverfahren generell durchsetzt. In Konkurrenz zu diesen Verfahren hat sich der wasserlose Offsetdruck insbesondere dort etabliert, wo seine Qualitätsvorteile überwiegen, beispielsweise im Akzidenzdruck, im Etikettendruck (wasserloser UV-Offsetdruck) sowie im hochwertigen Kunststoffkarten- und Kunststoffverpackungsdruck.

Durch die neuere Entwicklung des digitalen Offsetdrucks, bei dem die Bebilderung der Druckplatte innerhalb der Druckmaschine erfolgt, hat der wasserlose Offsetdruck erneut an Interesse gewonnen, was sich insbesondere in der zunehmenden Anzahl an digitalen wasserlosen Bogenoffsetdruckmaschinen widerspiegelt. Diese Entwicklung wird ergänzt durch Druckmaschinen, die durch wahlweises Zu- und Abschalten des Feuchtwerks einen Wechsel zwischen wasserführendem und wasserlosem Druck ermöglichen. Die zunehmende Akzeptanz im Bereich des Bogendrucks sowie technische Weiterentwicklungen der zugehörigen Farbsysteme machen den wasserlosen Offsetdruck inzwischen auch wieder für den Rotationsoffsetdruck, z.B. für den Zeitungsdruck, interessant.

In den für den wasserlosen Offsetdruck eingesetzten Druckmaschinen, seien es ausschließlich für dieses Verfahren einsetzbare Druckmaschinen oder Druckmaschinen, die wahlweise für den wasserführenden oder wasserlosen Druck verwendbar sind, kommen zur Farbführung üblicher Weise die im konventionellen Druck verwendeten Gummi-beschichteten Walzen auf der Basis von Nitril-Butadien-Kautschuk (NBR) oder, zum Druck mit UV-Farben und Lacken, auf Basis von Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM) zum Einsatz. Zur Verringerung der Betriebskosten wurde gelegentlich auch der Einsatz von Walzen mit einer Beschichtung auf Basis von elastomerem Polyurethan getestet. Während sich dabei der erwartete Vorteil einer längeren Standzeit, d.h. Lebens- und Einsatzdauer, infolge geringerer mechanischer Abnutzung einstellte, musste festgestellt werde, dass sich im Vergleich zum Einsatz im konventionellen Druckverfahren erheblich mehr Schmutzpartikel auf den Walzen ablagerten und somit eine häufigere Reinigung erforderlich machten.

Es bestand somit die Aufgabe, den Nachteil der stärkeren Verschmutzung der Elastomer-beschichteten Walzen im wasserlosen Offsetdruck zu beheben. Diese Aufgabe konnte dadurch gelöst werden, dass die Elastomerbeschichtung der Walzen durch die Zugabe eines Antistatikums modifiziert wurde.

Gegenstand der Erfindung ist daher eine Walze für den wasserlosen Offsetdruck, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze eine antistatische elastomere Beschichtung aufweist. Gegenstand der Erfindung ist insbesondere eine Walze für den wasserlosen Offsetdruck mit einer Beschichtung aus elastomerem Polyurethan, wobei die Polyurethanbeschichtung Antistatikum in einer Menge enthält, dass die Beschichtung antistatische Eigenschaften aufweist.

Das Problem der Ablagerung von Staubpartikeln, insbesondere von Papierstäuben oder anderen vom Bedruckstoff in die Druckeinheit eingetragenen Partikeln, auf Elastomer-beschichtete Walzen ist prinzipiell, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß, vom konventionellen Offsetdruck her bekannt. Diese Ablagerungen werden dort mit dem Waschen der Walze, z.B. bei einem Farb- oder Auftragswechsel entfernt. Bei stärkeren Verschmutzungen werden die Walzen auch mal zwischendurch gewaschen. Eine Verringerung der Staubablagerung durch die Modifikation des Walzenbezuges unter Zugabe von Antistatikum wurde bisher nicht beobachtet.

Um so überraschender war es festzustellen, dass bei der Verwendung einer Walze mit antistatisch modifizierter Beschichtung im wasserlosen Offsetdruck eine im Gegensatz zur nicht modifizierten Beschichtung spürbar geringere Ablagerung von Staubpartikeln zu verzeichnen ist.

Walzen für Offsetdruckmaschinen und deren machinen- und funktionsbedingt verschiedenen Formen und Ausgestaltungen sind dem Fachmann allgemein bekannt und werden im Detail in den Publikationen der jeweiligen Druckmaschinenhersteller beschrieben. Dies gilt gleichermaßen für Walzen, die in Verfahren und Maschinen zum wasserlosen Offsetdruck zum Einsatz kommen. Sofern es sich dabei um Elastomer-beschichtete, d.h. mit einem Bezug aus Elastomer versehene Druckwalzen handelt, sind auch diese hinlänglich beschrieben und bekannt.

Der Begriff Elastomer umfasst dabei allgemein Kautschuk-basierende Gummisorten, thermoplastische Elastomere und elastische Kunststoffe. Für den Offsetdruck werden davon bevorzugt Materialien aus den Klassen der NBR-basierenden, EPDM-basierenden und Polyurethan-basierenden Elastomere verwendet. Die Auswahl des geeigneten Basiswerkstoffs sowie seiner speziellen Modifikation und Zusammensetzung erfolgt dabei insbesondere unter Berücksichtigung der Medien (d.h. Druckfarbe, Feucht- oder Trennmittel, Wasch- und Reinigungslösungen etc.), und der dynamisch-mechanischen Belastung denen ein daraus gefertigter Walzenbezug bei seiner Anwendung ausgesetzt ist.

Erfindungsgemäß ist das den Walzenbezug bildende Elastomer durchgehend, zumindest aber in einem die Oberfläche des Walzenbezuges bildenden Bereich, derart modifiziert, dass der elektrische Durchgangswiderstand des Elastomers soweit reduziert ist, dass das Elastomer als antistatisch einzustufen ist. Dies kann erreicht werden, indem beispielsweise der Basiswerkstoff durch chemische Reaktion antistatisch eingestellt wird, oder dadurch, dass Antistatikum in das Elastomer eingemischt wird.

Für Kunststoffe und Elastomere geeignete Additive mit antistatischer Wirkung sowie antistatisch eingestellte Elastomere sind allgemein bekannt, vielfach beschrieben und können über den Fachhandel bezogen werden. Als Additive seien hier beispielhaft Leitfähigkeitsruße wie Ketjenblack (Flexsys N.V., Belgien), Weichmacher wie Vulkanol KA (Bayer AG, Deutschland) sowie quartäre Ammoniumverbindungen wie DEUTERON LE 100 LV (Deuteron GmbH, Deutschland) genannt. Die antistatische Wirkung kann durch eine Komponente oder in Kombination verschiedener Komponenten miteinander erreicht werden, Wird die antistatische Wirkung durch Beimengung eines Additivs erzielt, so genügt in der Regel eine Zugabe von wenigen Volumen- oder Gewichts-%. Die jeweils erforderliche Menge ist in Abhängigkeit von gewähltem Elastomer und Antistatikum anzupassen und durch übliche Mischversuche zu ermitteln.

Weitere Gegenstände der Erfindung sind durch die Verwendung einer Elastomer-beschichteten Walze, deren Elastomerbeschichtung antistatisch ist, als farbführende Walze in einer Maschine für den wasserlosen Offsetdruck gegeben sowie durch ein Verfahren zur Verringerung der Staubablagerung auf Elastomer-beschichteten Walzen beim wasserlosen Offsetdruck, dadurch gekennzeichnet, dass Walzen verwendet werden, deren Elastomerbeschichtung antistatisch ist.


Anspruch[de]
  1. Walze für den wasserlosen Offsetdruck, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze eine elastomere Beschichtung mit antistatischen Eigenschaften aufweist.
  2. Walze gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze eine elastomere Beschichtung aufweist, die Antistatikum enthält.
  3. Walze gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die elastomere Beschichtung der Walze auf Basis von elastomerem Polyurethan, Nitril-Butadien-Kautschuk oder Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk ist.
  4. Walze gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die elastomere Beschichtung der Walze auf Basis von elastomerem Polyurethan ist und Antistatikum in einer Menge enthält, dass die Beschichtung antistatische Eigenschaften aufweist.
  5. Walze gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze eine elastomere Beschichtung aufweist, die zumindest im Bereich ihrer Oberfläche mit Antistatikum versehen ist.
  6. Verfahren zur Verringerung der Staubablagerung auf Elastomer-beschichteten Walzen beim wasserlosen Offsetdruck, dadurch gekennzeichnet, dass Walzen verwendet werden, deren Elastomerbeschichtung antistatisch ist.
  7. Verwendung einer Elastomer-beschichteten Walze, deren Elastomerbeschichtung antistatisch ist, als farbführende Walze in einer Maschine für den wasserlosen Offsetdruck.
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