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Dokumentenidentifikation DE20319285U1 01.04.2004
Titel Bauteil für ein Gerüst, eine Tribüne, ein Podium o.dgl.
Anmelder Wilhelm Layher Vermögensverwaltungs-GmbH, 74363 Güglingen, DE
Vertreter Patentanwälte Dipl.-Ing. Hans Müller, Dr.-Ing. Gerhard Clemens, 74074 Heilbronn
DE-Aktenzeichen 20319285
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 01.04.2004
Registration date 26.02.2004
Application date from patent application 12.12.2003
IPC-Hauptklasse E04C 2/24
IPC-Nebenklasse E04G 5/08   E04G 9/05   

Beschreibung[de]
TECHNISCHES GEBIET

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Bauteil für ein Gerüst, eine Tribüne, ein Podium oder dergleichen mit einer Sperrholzplatteneinheit mit freien Stirnflächen, insbesondere Längsstirnflächen und Querstirnflächen.

STAND DER TECHNIK

Insbesondere im Gerüst-, Tribünen- oder Podiumsbereich als Bauteilsysteme werden Belagseinheiten eingesetzt, die als Belagfläche eine Sperrholzplatteneinheit aufweisen. Derartige Sperrholzplatten lassen sich wirtschaftlich herstellen, einfach zuschneiden und montieren und besitzen eine relativ hohe Festigkeit bei geringem Gewicht.

Bei langen Standzeiten können Fäulniserscheinungen auftreten, die eine Beschädigung der Sperrholzplatteneinheit nach sich ziehen, wobei es bei hoher mechanischer Beanspruchung eventuell sogar zu einem Ausreißen der Anschlussmittel, mit denen die Sperrholzplatteneinheit an einer Tragstruktur angeschlossen ist, kommen kann. Grund für diese Fäulniserscheinungen ist ein aufgrund Witterungseinflüssen mitunter entstehender hoher Feuchtigkeitsgehalt der Sperrholzplatteneinheit über einen relativ langen Zeitraum. Mit steigendem Feuchtigkeitsgehalt sinkt darüber hinaus die Festigkeit des Holzes selbst.

DARSTELLUNG DER ERFINDUNG

Ausgehend von dem genannten Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe beziehungsweise das technische Problem zugrunde, ein Bauteil der eingangs genannten Art anzugeben, bei dem die im Stand der Technik genannten Nachteile vermieden werden und bei dem eine hohe Standzeit mit gleichbleibend hohen Festigkeitseigenschaften der Sperrholzplatteneinheit gewährleistet wird.

Das erfindungsgemäße Bauteil ist durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 gegeben. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand der von dem unabhängigen Anspruch 1 direkt oder indirekt abhängigen Ansprüche.

Das erfindungsgemäße Bauteil zeichnet sich demgemäß dadurch aus, dass die Stirnflächen zumindest bereichsweise eine ausgehärtete Klebebeschichtung auf Polyurethanbasis aufweisen beziehungsweise die Stirnflächen mit einer derartigen Klebebeschichtung überzogen sind.

Bevorzugt ist hierbei die Beschichtung über die gesamte Stirnfläche umlaufend, oder nur an den Längsstirnflächen oder nur an den Querstirnflächen vorhanden.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung besteht die Beschichtung aus einem Ein- oder Zwei-Komponenten-Klebstoff. Die Beschichtung kann aus einem Heißklebestoff mit oder ohne Beschleuniger bestehen.

Eine besonders bevorzugte Weiterbildung zeichnet sich dadurch aus, dass die Beschichtung aus einem Kaltkleber (lufthärtend) mit oder ohne Beschleuniger besteht.

Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung, bei der die Beschichtung problemlos aufgebracht werden kann, die eine sehr gute Haftung der Beschichtung an den Stirnflächen besitzt und bei der die Beschichtung nach dem Aushärten relativ weich bleibt, so dass Quell- und Schwindvorgänge der Sperrholzplatteneinheit nicht behindert werden, zeichnet sich dadurch aus, dass für die Beschichtung ein Kaltklebestoff mit oder ohne Beschleuniger eingesetzt wird.

Eine dauerhaft zuverlässige Funktion gewährleistet eine Beschichtung, deren Dicke im Bereich zwischen 1/10 bis 5/10 mm (Millimeter), insbesondere zwischen 2/10 bis 3/10 mm (Millimeter) , liegt.

Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Bauteils zeichnet sich dadurch aus, dass die Sperrholzplatteneinheit an einer Tragstruktur angeschlossen ist und die Beschichtung auch im Bereich der An-/Auflagerfläche/n der Sperrholzplatteneinheit an/auf der Tragstruktur vorhanden ist.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist das Bauteil als Belageinheit ausgebildet, die beispielsweise in ihrem jeweiligen Stirnendbereich Einhängekrallen aufweist, um in Tragstrukturen eines Systemgerüsts eingehängt zu werden. Auch der Einsatz im Bereich von Tribünen- und Podiensystem als Belagsystem ist problemlos möglich.

Weitere Ausführungsformen und Vorteile der Erfindung ergeben sich durch die in den Ansprüchen ferner aufgeführten Merkmale sowie durch die nachstehend angegebenen Ausführungsbeispiele. Die Merkmale der Ansprüche können in beliebiger Weise miteinander kombiniert werden, insoweit sie sich nicht offensichtlich gegenseitig ausschließen.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG

Die Erfindung sowie vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen derselben werden im Folgenden anhand der in der Zeichnung dargestellten Beispiele näher beschrieben und erläutert. Die der Beschreibung und der Zeichnung zu entnehmenden Merkmale können einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination erfindungsgemäß angewandt werden. Es zeigen:

1 schematischer Teillängsschnitt durch eine Sperrholzplatteneinheit gemäß 2,

2 schematische Detailperspektive einer Sperrholzplatteneinheit mit einer umlaufenden Stirnflächenbeschichtung,

3 schematische Draufsicht auf eine Belageinheit für ein Systemgerüst mit einer Sperrholzplatteneinheit gemäß 2,

4 schematischer Schnitt durch die Belageinheit entlang der Schnittführung A – A in 3 und

5 schematischer Querschnitt durch eine Belageinheit mit sandwichartiger Tragstruktur mit zwei beabstandeten Sperrholzplatteneinheiten.

WEGE ZUM AUSFÜHREN DER ERFINDUNG

In 2 ist eine rechteckförmige Sperrholzplatteneinheit 10 dargestellt, deren Längsstirnflächen und deren Querstirnflächen eine Längsstirnflächenbeschichtung 12 und eine Querstirnflächenbeschichtung 14 aufweisen. Die Beschichtungen 12, 14 bestehen aus einem ausgehärteten Klebematerial auf Polyurethanbasis. Bevorzugt wird hierbei ein Ein- oder Zwei-Komponenten-Kleber eingesetzt. Versuche haben ergeben, dass mit einem Kaltkleber auf Polyurethan-Basis besonders gute Ergebnisse erzielt werden.

Die Stirnflächen von Sperrholzplatteneinheiten 10 sind die empfindlichsten Stellen gegen Witterungseinflüsse. Wie in 1 im Querschnitt einer Sperrholzplatteneinheit 10 dargestellt, besteht deren Aufbau aus einzelnen Holzschichten 24, 26, wobei die Holzfasern benachbarter Schichten senkrecht zueinander verlaufen. In der Stirnfläche sind somit in jeder zweiten Schicht offene Zellumenenden vorhanden, die aufgrund ihrer Kapillarwirkung Feuchtigkeit in die Sperrholzplatte saugen. Bei langer Feuchtigkeitseinwirkung kann es zu Fäulniserscheinungen kommen. Darüber hinaus sinkt die Festigkeit des Holzes mit steigendem Feuchtigkeitsgehalt.

Durch die umlaufend aufgebrachte Längsstirnflächenbeschichtung 12 beziehungsweise Querstirnflächenbeschichtung 14 werden die Stirnflächen dauerhaft zuverlässig verschlossen, so dass praktisch keine Feuchtigkeitsaufnahme mehr möglich ist. Der bevorzugt eingesetzte Klebstoff auf Polyurethanbasis haftet sehr gut an den Stirnflächen der Sperrholzplatteneinheit. Der Klebstoff selbst bleibt nach dem Abbinden relativ weich, so dass Quell- und Schwindvorgänge des Sperrholzes nicht behindert werden. Dadurch werden mögliche Quell- und Schwindrisse oder Kleberablösungen vermieden, die bei einem zu harten Beschichtungsmaterial auftreten können.

In den 3 und 4 ist ein Bauteil dargestellt, bei dem die Sperrholzplatteneinheit 10 gemäß 2 eingesetzt ist. Bei dem Bauteil handelt es sich um eine Belageinheit 20 eines Systemgerüsts. Die Sperrholzplatteneinheiten 10 können darüber hinaus auch in anderen Bereichen eingesetzt werden, beispielsweise als Belageinheiten für Podien oder Tribünen.

Die Belageinheit 20 weist eine Tragstruktur 16 auf, die an den Seitenlängsrändern ein Metalltragprofil aufweist, auf dem die Sperrholzplatteneinheit 10 aufgelegt und über Niete 30 befestigt ist. Im Querstirnendbereich sind an ein Querprofil angeschlossene Einhängeklauen 18 vorhanden, mittels derer die Belageinheit 20 in eine vorhandene Gerüststruktur eingehängt werden kann.

Neben der umlaufenden Stirnflächenbeschichtung 12, 14 weist die Sperrholzplatteneinheit 10 im Bereich ihrer Auflagerfläche 28 auf der Tragstruktur 16 ebenfalls eine Beschichtung 32 aus demselben Material wie die Beschichtung der Stirnflächen auf.

Bei der Belageinheit 20 ist es auch möglich, dass die Klebebeschichtung nur auf beiden Längsstirnbereichen vorhanden ist, da diese Bereiche besonders gegen Fäulnis anfällig sind.

In 5 ist im Querschnitt schematisch ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Belageinheit 40 dargestellt, die einen Sandwichquerschnitt besitzt. Oberhalb und unterhalb einer Kernstruktur 22 ist die Sperrholzplatteneinheit 10 gemäß 2 vorhanden und über nicht näher dargestellte Verbindungsmittel an die Kernstruktur 22 angeschlossen.

Die oben beschriebene Stirnbereichsbeschichtung garantiert eine dauerhaft zuverlässige Versiegelung der Stirnflächen von Sperrholzplatteneinheiten, so dass praktisch keine Fäulniserscheinungen mehr auftreten aufgrund von Witterungseinflüssen. Dadurch kann eine annähernd gleiche Festigkeit gewährleistet werden und ein eventuelles Ausreißen von Verbindungsmitteln aufgrund der genannten Fäulniserscheinungen kann zuverlässig verhindert werden.


Anspruch[de]
  1. Bauteil (20, 40) für ein Gerüst, eine Tribüne, ein Podium oder dergleichen mit – einer Sperrholzplatteneinheit (10) mit freien Stirnflächen, insbesondere Längsstirnflächen und Querstirnflächen, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnflächen zumindest bereichsweise mit einer ausgehärteten Klebebeschichtung (12, 14) auf Polyurethanbasis überzogen sind.
  2. Bauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (12, 14) über die gesamte Stirnfläche umlaufend, oder nur an den Längsstirnflächen oder nur an den Querstirnflächen vorhanden ist.
  3. Bauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (12, 14) aus einem Ein- oder Zwei-Komponenten-Klebstoff besteht.
  4. Bauteil nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (12, 14) aus einem Heißklebestoff mit oder ohne Beschleuniger besteht.
  5. Bauteil nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (12, 14) aus einem Kaltklebestoff mit oder ohne Beschleuniger besteht.
  6. Bauteil nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Beschichtung (12, 14) im Bereich zwischen 1/10 bis 5/10 mm (Millimeter), insbesondere 2/10 bis 3/10 mm (Millimeter) , liegt.
  7. Bauteil nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrholzplatteneinheit (10) an einer Tragstruktur (16) angeschlossen ist und die Beschichtung (32) auch im Bereich der An-/Auflagerflächen (28) der Sperrholzplatteneinheit (10) an/auf der Tragstruktur (16) vorhanden ist.
  8. Bauteil nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil als Belageinheit (20, 40) für ein Systemgerüst oder eine Systemtribüne oder ein Systempodium ausgebildet ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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