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Dokumentenidentifikation DE19729582B4 15.04.2004
Titel Formsteinsystem für eine Ofen-Ummauerung
Anmelder OSA Ofensysteme aus dem Allgäu GmbH, 87748 Fellheim, DE
Erfinder Gegler, Lorenz, 87740 Buxheim, DE;
Lehmuth, Reinhold, 88450 Berkheim, DE
Vertreter Kahler, Käck & Fiener, 87719 Mindelheim
DE-Anmeldedatum 10.07.1997
DE-Aktenzeichen 19729582
Offenlegungstag 14.01.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.04.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.04.2004
IPC-Hauptklasse F27D 1/00
IPC-Nebenklasse F27D 1/04   F23M 5/02   F24B 1/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Formsteinsystem für eine Ofen-Ummauerung, insbesondere für einen Grundofen-Bausatz, gemäß den oberbegrifflichen. Merkmalen des Patentanspruches 1.

Ein derartiges Ofen-Formteilsystem ist aus der DE 33 16 816 C2 bekannt, wobei ein Speicherofen in Systembauweise errichtet wird. Dabei werden Wandelemente verwendet, die zur Auflage von Zwischen- bzw. Dachelementen vorspringende Tragleisten aufweisen. Weiterhin wird in der DE 44 07 007 A1 für eine universelle Anschlussmöglichkeit an Nachheizungen vorgeschlagen, dass das gesamte Zugsystem aus ein und demselben Grundstein zusammengesetzt ist, nämlich einer U-förmigen Schale und einem entsprechenden Deckel für den Rauchgaszug. Die Ofen-Ummauerung wird hierbei nicht näher beschrieben.

Obwohl hierbei eine wesentliche Reduzierung der Teilevielfalt für den Aufbau ermöglicht wird, ist dieser Bausatz insbesondere in handhabungstechnischer Sicht noch verbesserungsfähig.

Demzufolge liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Formsteinsystem für eine Ofen-Ummauerung dahingehend zu verbessern, dass der Herstellungs- und Bauaufwand reduziert wird.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Formsteinsystem gemäß den Merkmalen des Patentanspruches 1.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind gegenstand der Unteransprüche.

Durch die vorgeschlagene Ausbildung der Abschlusssteine ergibt sich beim Aufbau des Grundofens ein verringerter Aufwand, da diese Ummauerungssteine einfach auf- oder aneinandergestapelt und verklebt werden können. Somit sind auch zusätzliche Installationsarbeiten nicht erforderlich.

Die im Querschnitt mit einem Vorsprung versehenen Abschlusssteine sind einerseits bei der Herstellung günstig zu pressen und ergeben andererseits eine besonders stabile Form der Ummauerung. Zudem ergibt sich durch diese Ausführung eine besonders hohe Festigkeit mit geringer Bruchgefahr und ein geringes Eigengewicht der Ofen-Ummauerung. Weiterhin kann hierdurch der Aufbau des Grundofens durch einfaches Aufeinandersetzen der leicht zu handhabenden Abschlusssteine auch durch Nicht-Fachleute besonders schnell und einfach erfolgen, wobei große gestalterische Variationsmöglichkeiten für das Abschlussprofil der Ummauerung erzielt werden können. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel des Formsteinsystems für eine Ofen-Ummauerung anhand der Zeichnungen näher beschrieben und erläutert. Hierin zeigen:

1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht einer Ofen-Ummauerung für Grundöfen;

2 eine teilweise geschnittene Draufsicht auf einen Grundofen gemäß 1; und

3 mehrere Ausführungsformen von Abschlusssteinen zur Bildung der Ofen-Ummauerung.

In 1 ist ein Grundofen 1 dargestellt, der von einer Ofen-Ummauerung 2 mit einer Vielzahl aufeinandergesetzter plattenförmiger Ummauerungssteine 9 umgeben ist. Der Grundofen 1 weist einen üblichen Feuerraum 3 auf, der über einen Sturzzug 5 mit wenigstens einem keramischen Rauchgaszug 4 verbunden ist. Der Sturzzug 5 ist hierbei aus mehreren übereinandergestapelten, keramischen Formsteinen 6 gebildet, die somit einen im wesentlichen vertikal verlaufenden Schacht für den Sturzzug 5 ausbilden. Der Sturzzug 5 ist hierbei mit dem Feuerraum 3 und dem untersten Rauchgaszug 4 verbunden, wie dies strichpunktiert mit dem Pfeil dargestellt ist.

Der Rauchgaszug 4 ist durch eine Vielzahl von rohrförmigen Zugsteinen 4a mit im wesentlichen zylindrischer Innenform begrenzt. Die über den Sturzzug 5 zugeleitete Rauchgasströmung wird zunächst durch den untersten Rauchgaszug 4 geleitet, dann über entsprechende Ecksteine 16 (vgl. 2) auf die nächste Ebene gelenkt und dann in den obersten Rauchgaszug 4, um schließlich in einen Kamin 8 (vgl. 2) einzumünden. Diese Ausführung mit bevorzugt drei übereinanderliegenden Rauchgaszügen 4 ermöglicht eine hohe Wärmeausbeute und Aufheizung der Ofen-Ummauerung 2 durch die Rauchgase.

In der Anheizphase des Grundofens 1 wird zur Zugverbesserung eine in den obersten Rauchgaszug 4 einmündende Absperrklappe 7 geöffnet, so dass hierbei der Sturzzug 5 umgangen wird. Nach entsprechender Anheizzeit wird die Absperrklappe 7 wieder geschlossen, so dass das Rauchgas über den Sturzzug 5 in den untersten Rauchgaszug 4 einmündet, wie hier dargestellt.

Die keramischen Formsteine 6 können für verschieden hohe Feuerräume 3 bzw. Sturzzüge 5 verwendet werden. Es sei darauf hingewiesen, dass die Seitenwände des Sturzzuges 5 sowohl an die Wandung des Feuerraumes 3 als auch an die Wandung der Rauchgaszüge 4 anliegen können, so dass sich hierdurch ein gleichmäßiger Wärmeübergang und eine Ausrichthilfe beim Aufbau ergibt. Weiterhin ist der Sturzzug 5 durch einen planen Deckenstein 5a abgeschlossen, so dass sich hierdurch eine besonders einfache und stabile Bauweise ergibt.

Die aus dem Feuerraum 3, dem Sturzzug 5 und der Ofen-Ummauerung 2 mit den Rauchgaszügen 4 gebildete Ofeneinheit 1 ist hierbei unter Bildung einer Dehn-Zwischenschicht 11 von der Ummauerung 2 umgeben. Diese Ummauerung 2 wird üblicherweise verputzt, wie dies mit dem Bezugszeichen 10' angedeutet ist. Gegenüber Raumwänden (vgl. auch 2) werden üblicherweise Distanzsteine 13 mit hinterlüfteten Hohlräumen 12 verwendet. Nach oben hin wird die Ofeneinheit 1 durch Deckenplatten 14 als Bestandteil der Ummauerung 2 fortgesetzt.

Von Bedeutung ist hierbei insbesondere die Eckgestaltung an der äußeren, oberen Kante des obersten Rauchgaszuges 4. Der dort vorgesehene Abschlussstein 10 der Ummauerung 2 weist im Unterschied zu den plattenförmigen Ummauerungssteinen 9 einen Vorsprung 15 auf. Auf diesem Vorsprung 15 kann somit auf einfache Weise die Deckenplatte 14 aufgelegt werden. Die selbe Konstruktion ist hierbei auch für die Deckenplatte 14 über dem Feuerraum 3 gezeigt.

In 2 ist eine größtenteils geschnittene Draufsicht auf einen Grundofen 1 gezeigt, dessen Ofen-Ummauerung 2 sich über mehrere Wohnräume bis zu dem Kamin 8 hin erstreckt. Hieraus ist unter Verwendung der gleichen Bezugszeichen für die selben Bauteile, wie in 1, insbesondere auch der Aufbau der Rauchgaszüge 4 ersichtlich. Unmittelbar an den Sturzzug 5 schließt sich hierbei ein gerader Wandstein 4a an. Zur Bildung eines Ofenvorsprunges, z. B. für ein Ofenbank schließen sich dann eine Vielzahl von Keilsteinen 4b an, die die gleiche abgerundete bzw. zylindrische Innenform wie die Wandsteine 4a aufweisen. Am hier linken, oberen Ende geht der Rauchgaszug 4 in die nächste Ebene über, wozu in diesem Umlenkbereich ein quaderförmiger Eckstein 16 mit allseitig abgerundeter Innenform vorgesehen ist.

Der Abschlussstein 10 der Ummauerung 2 weist neuerungsgemäß den nach innen gerichteten Vorsprung 15 auf. Diese Abschlusssteine 10 als oberste Lage der Ummauerung 2 sind bei der Herstellung jeweils einstöckig zusammen mit dem Vorsprung 15 und einem Eckbereich 18 gepresst (vgl. vergrößerte Darstellung in der 3). Die Abschlusssteine 10 werden ebenso wie die glatten Steine 9 durch Klebemörtel zu der Ummauerung 2 zusammengefügt. Auf die Abschlusssteine 10 wird dann unter Beibehaltung der Dehnfuge 11 (vgl. 1) die Deckenplatte 14 auf den nasenförmigen Vorsprung 15 aufgelegt und somit die Ummauerung 2 auf einfache Weise geschaffen. Hierdurch wird der Aufbau einer solchen Ofeneinheit wesentlich beschleunigt.

In 3 sind drei Varianten des Abschlusssteines 10 dargestellt, wobei an der Außenseite eine Ausnehmung als Eckbereich 18 vorgesehen ist, in die -je nach Kundenwunsch – unterschiedliche Einlegerprofile 19 eingesetzt werden können. Die Formgebung dieser Eckbereiche 18 erfolgt hierbei in einem Arbeitsgang beim Pressen der Abschlusssteine 10, wobei eine exakte Formgenauigkeit zum Einsetzen der entsprechend ausgebildeten Einlegerprofile 19 gewährleistet ist. Die Endgenauigkeit des somit hergestellten Simsprofils, z. B. als sogenannte Plattsims, wird durch die Verwendung von Verlegekeilen 20 erhöht, die ein Absinken der Einlegerprofile 19 verhindern. Hier sind ein abgerundetes und ein eckiges Einlegerprofil 19 dargestellt, so dass vorspringende Simsprofile hergestellt werden können. Das kleinere Einlegerprofil 19 dient zum Einsetzen in den Eckbereich 18, wenn die Ummauerung 2 im oberen Eckprofil abgerundet verputzt werden soll und bildet somit eine glattflächige Fortsetzung der zur verbesserten Putzaufnahme strukturierten, insbesondere gerillten Außenfläche 21 des Abschlusssteines 10. Eine entsprechende Oberflächengestaltung ist auch für die unteren Ummauerungssteine 9 vorgesehen.

Insgesamt ergibt sich durch das vorgeschlagene Formsteinsystem eine besonders stabile, variantenreiche Bauweise der Ofen-Ummauerung 2, wobei die Abschlusssteine 10 einen gleichmäßigen Wärmeübergang ermöglichen. Dadurch ergibt sich somit ein besonders einfach zu montierender Bausatz für Grund- oder Kachelöfen.


Anspruch[de]
  1. Formsteinsystem für eine Ofen-Ummauerung, insbesondere für einen Grundofen-Bausatz, mit Ummauerungssteinen und Abschlusssteinen als oberste Lage, wobei die Abschlusssteine der Ummauerung einen nach innen gerichteten Vorsprung aufweisen, auf den eine Deckenplatte auflegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschlusssteine (10) an einer äußeren, oberen Kante einen Eckbereich (18) aufweisen, in den unterschiedliche Einlegerprofile (19) einsetzbar sind.
  2. Formsteinsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegerprofile (19) die Außenform der Abschlusssteine (10) glattflächig fortsetzen.
  3. Formsteinsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegerprofile (19) einen vorspringenden Sims bilden.
  4. Formsteinsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegerprofile (19) einen Plattsims bilden.
  5. Formsteinsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in den Eckbereich (18) wenigstens ein Verlegekeil (20) eingesetzt ist.
  6. Formsteinsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (15) des Abschlusssteines (10) nasenförmig ausgebildet ist.
  7. Formsteinsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschlusssteine (10) eine abgerundete Oberkante aufweisen.
  8. Formsteinsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die nach außen weisende Oberfläche (21) der Ummauerungssteine (9) und der Abschlusssteine (10) zur Putzaufnahme strukturiert, insbesondere gerillt ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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