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Dokumentenidentifikation DE69816447T2 15.04.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0000987216
Titel Methode zur Konturierung des Accessoires eines Pferdes oder eines anderen Arbeits- oder Reittieres
Anmelder PG-Team Oy, Tuusula, FI
Erfinder Grönberg, Pauli, 04300 Tuusula, FI
Vertreter Dr. Weitzel & Partner, 89522 Heidenheim
DE-Aktenzeichen 69816447
Vertragsstaaten DE, DK, FR, GB, IT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 17.09.1998
EP-Aktenzeichen 982031080
EP-Offenlegungsdatum 22.03.2000
EP date of grant 16.07.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.04.2004
IPC-Hauptklasse B68F 3/00
IPC-Nebenklasse G01B 5/207   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Konturierung eines Accessoires eines Pferdes, wie zum Beispiel eines Sattels, eines Sattelstahls oder eines Kragens, welches am Körper eines Pferdes oder eines anderen Trabers, Arbeits- oder Reittieres getragen werden soll, so dass es mit der Kontur des gesagten Tieres übereinstimmt, wobei das gesagte Accessoire einen Rumpfteil aufweist und einen Polsterteil, welcher an die innere Oberfläche des gesagten Accessoires anschließbar ist. Ferner betrifft die Erfindung Accessoires, welche durch das vorliegende Verfahren hergestellt worden sind.

Bei einem Pferdegeschirr, welches gewöhnlich zum Einspannen des Pferdes vor beispielsweise einen Wagen oder ein Arbeitsgerät verwendet wird oder alternativ zum Führen eines Pferdes, bildet der Kragen eine wesentliche Komponente, die entsprechend der Form der Pferdeschultern konturiert sein muss. Der Kragen umfasst zwei entgegengesetzte Kragenhälften, welche im wesentlichen gespiegelt in ihrer Form sind und aneinander anschließbar sind. Die Konturierung des Kragens an die Form der Pferdeschultern ist extrem wichtig, weil die tatsächliche Zugkraft von dem Pferd über den Kragen auf das gezogene Objekt übertragen wird. Während es die allgemeine Aufgabe ist, den Kragen so gut passend wie möglich auszuführen, wird in der Praxis nur ein visueller Check durchgeführt, woraus eine Fehlstellung des Kragens auf der Pferdeschulter resultieren kann. Ein schlecht passender Kragen kann muskuläre Schmerzen und andere Leid erzeugende Nebenwirkungen verursachen.

Die obige Diskussion über Kragen ist ebenso anwendbar auf andere Übertragungsglieder, welche auf einem Pferd montiert werden, wie zum Beispiel der Sattel und der Sattelstahl. Das Pferd kann einen Sattel oder einen Sattelstahl mit einer schlecht passenden Form als unbequem oder als Schmerz verursachend empfinden, was wiederum das Pferd irritiert. Heutzutage wird eine viel zu geringe Aufmerksamkeit auf das genaue und individuelle Passen von solchen Accessoires, wie zum Beispiel dem Sattel, dem Sattelstahl und dem Kragen, gerichtet. Das finnische Patent mit der Nummer 90,649 & WO-A-94/18115 beschreibt ein Verfahren des Befestigens des Sattels auf dem Pferderücken, bei welchem Verfahren die notwendigen Polster gegossen oder anderveitig in Verbindung mit dem Befestigen des Sattels in einen Raum zwischen dem Sattelrahmen und dem Pferderücken eingefügt werden, wodurch eine Polsterung erreicht wird, welche mit der Form des Pferderückens übereinstimmt, und welche geeignet ist, die Form beim Gebrauch im wesentlichen beizubehalten. Im einzelnen umfasst das Verfahren die Schritte des Befestigens, vor dem Gießen, von mit Druck beaufschlagbaren Abstandselementen und einer Gießform zwischen dem Sattelrahmen und dem Pferderücken, nachfolgend das teilweise Druckbeaufschlagen der gesagten Abstandselemente, das Anziehen der Sattelgurte, das Vergrößern des Druckes auf die Abstandselemente, so dass der Sattel mittels der Abstandselemente in eine korrekte Position und eine ausreichende Enge der Gurte, welche im wesentlichen von dem aktuellen Gewicht des Reiters abhängt, angehoben wird, wonach die Gießformräume mit einem elastisch nachgiebigen Material, wie zum Beispiel einem expandierten Polymerschaum, einem Zellgummischaum oder Ähnlichem, gefüllt werden. Solch ein Verfahren ist insbesondere anwendbar beim Befestigen eines Sattels, aber weniger geeignet zum Befestigen eines Kragens.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein unkompliziertes, leichtes und zuverlässiges Verfahren des Herstellens eines Accessoires, wie einen Sattel, einen Sattelstahl und/oder ein Kragen für ein Pferd oder ein anderes Tier darzustellen, wobei das gesagte Verfahren geeignet ist, zu einem Accessoire, wie zum Beispiel einem Kragen oder einem Sattel zu führen, welcher frei von den oben beschriebenen Nachteilen ist. Das Verfahren gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Rumpfteil des Accessoires mit Bohrungen durchdrungen ist, der Rumpfteil auf seinem Platz zum Beispiel auf einem Pferd montiert wird, die verbleibende Lücke beziehungsweise der verbleibende Spalt zwischen dem Rumpfteil und der Haut des Tieres durch die besagten Bohrungen gemessen wird, wobei digitale Messmitteln verwendet werden, die Messungsdaten in einen Computer aufgenommen werden, und mit Hilfe des Computers ein automatisches Bearbeitungsmittel, wie zum Beispiel eine herkömmliche CNC-Fräse, derart gesteuert wird, dass sie das Polsterteil entsprechend der Messungsdaten bearbeitet, und schließlich das Polsterteil an der inneren Oberfläche des Rumpfteils befestigt wird.

Eine vorzuziehende Ausführung des Verfahrens gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Rumpfteil des Accessoires, vorteilhaft der Rumpfteil eines Kragens, aus einem Polymerwerkstoff hergestellt ist, wie zum Beispiel RIM-Nylon (Reaktionsspritzgussnylon) oder aus einem Kohlenstofffaserverbund.

Eine weitere Ausführung des Verfahrens gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Polsterteil aus einem Plastschaumstoffblock (Cellular Plastic Block) oder einem anderen geeigneten elastischen Werkstoff gefräst ist.

Noch eine weitere vorzuziehende Ausführung des Verfahrens gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrungen auf dem Rumpfteil derart hergestellt werden, wie es durch ein Computerprogramm beschrieben wird, und dass die gesagte Lückenmessung individuell durch jede Bohrung mit Hilfe einer Messspitze einer Distanzmessvorrichtung in der Reihenfolge ausgeführt wird, wie sie durch ein Computerprogramm definiert wird.

Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, ein Accessoire, wie zum Beispiel ein Sattel, ein Sattelstahl und/oder ein Kragen für ein Pferd oder anderen Traber, Arbeits- oder Reittieren, zu erreichen, wobei das besagte Accessoire einen Rumpfteil umfasst, welcher in einer Art konturiert ist, die im wesentlichen der anatomischen Form des Tierkörpers angepasst ist, wobei an diesen auf der Seite des gesagten Rumpfteils, welcher der Haut zum Beispiel des Pferdes zugewandt ist, ein Polsterteil angeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Polsterteil präzise konturiert ist, um der darunter liegenden anatomischen Form des Pferdes angepasst zu sein.

Ein Accessoire für ein Pferd oder einen Traber, Arbeits- oder Reittier, welches gemäß der Erfindung hergestellt ist, bietet eine genaue Übereinstimmung mit der darunter liegenden anatomischen Form des Tieres, wodurch das Accessoire sich beim Tragen für das Tier komfortabel anfühlt und keine muskulären oder anderen schmerzenden oder qualvollen Zustände verursacht.

Im Nachfolgenden wird die Erfindung im größeren Detail untersucht, mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen, in welchen

die 1 einen Kragen gemäß der Erfindung zeigt, welcher auf den Schultern eines Pferdes montiert ist; und

die 2 den Kragen in einer Draufsicht zeigt.

Während die Zeichnungen und die nachfolgende Beschreibung, welche sich auf diese bezieht, einen Pferdekragen/ein Pferdehalsband (Collar) als eine beispielhafte Ausführung diskutieren, kann das Verfahren gemäß der Erfindung gleichfalls auf einen Pferdesattel oder ein Accessoire eines anderen Trabers oder Reittieres, wie zum Beispiel ein Kamel, einen Esel, ein Rentier oder Ähnliches, angewendet werden, das gesagte Accessoire soll abgestützt an der Haut des Tieres ruhen und soll so befestigt werden, dass es einen maximalen Komfort für das Tier bietet.

Bezugnehmend auf die 1 ist mit dem Bezugszeichen 1 ein Pferd bezeichnet, welches einen Kragen 2, 3 aufweist, welcher auf diesem montiert ist. Der Kragen gemäß der Erfindung umfasst einen Rumpfteil 2 und einen Polsterteil 3, der an der Innenseite desselben befestigt ist. Der Rumpfteil kann aus Holz oder einem beständigen Polymerwerkstoff, wie zum Beispiel einem RIM-Nylon oder einem Kohlenstofffaserverbund, hergestellt sein. Der Polsterteil 3 ist vorteilhaft aus einem zellularen Kunststoff hergestellt, um zu verhindern, dass Schweiß des Tieres in den Polsterteil eindringt.

Gemäß der Erfindung wird der Kragen hergestellt, durch zuerst einer Testbefestigung eines vorbearbeiteten Rumpfteils 2 auf dem Pferd 1. Die Auswahl der Rumpfteile muss Rohlinge/Formlinge einer Anzahl von unterschiedlichen Größen und Formen umfassen, weil die individuelle Schulter-Brust-Form von Pferden in einem großen Bereich variieren kann. Es wird einfach der am besten passende Rohling des Körperteils 2 ausgewählt und auf dem Pferd montiert. Der Kragen ist mit einer Anzahl von kleinen Bohrungen 4, welche in vorbestimmten Positionen ausgeführt sind, versehen. Die Positionen dieser Bohrungen werden durch ein Computerprogramm bestimmt, wie später erklärt werden wird. Bei Verwendung eines herkömmlichen digitalen Messinstruments (zum Beispiel hergestellt durch Sony) wird durch jede Bohrung die Lücke/der Spalt gemessen, welcher) zwischen der Haut des Pferdes und der inneren Oberfläche des Rohlings des Rumpfteiles verbleibt. Der Sensor des Messinstruments wird an einen Computer angeschlossen, wodurch eine Online-Übertragung der Messungsdaten an diesen ermöglicht wird. Jede Bohrung wird individuell gemessen und in einer vorgegebenen Reihenfolge, welche durch ein dafür ausgelegtes Computerprogramm bestimmt wird. Dann wird ein geeigneter Messwert in dem Computer für jede Bohrung gespeichert. Diese Informationen werden bei der Herstellung des Polsterteils 3 verwendet. Der Rohling des Polsterwerkstoffs wird in einem computergesteuerten Bearbeitungsmittel, wie zum Beispiel einer automatischen CNC-Fräse, positioniert, an welches die vorher gemessenen Messdaten von dem Computer übertragen werden. Auf der Basis dieser Informationen konturiert die Bearbeitungsmaschine einen Polsterteil, welcher geeignet für die Befestigung auf dem Rumpfteil ist, wobei die Form des Polsterteils konform mit der anatomischen Kontur des Pferdes hergestellt wird. Nach der Fertigstellung wird das Polsterteil 3 an dem Rumpfteil befestigt, ein Kragen ist fertig mit einer individuellen Form, welche genau passend für den Körper des Pferdes ist, welcher ihn anatomisch maximal komfortabel und funktionell im Gebrauch macht. In Abhängigkeit der verwendeten Messvorrichtung ist es möglich, sogar eine größere Anzahl von Bohrungen gleichzeitig, sogar alle Bohrungen gleichzeitig, zu messen.

Das vorliegende Verfahren kann ebenso bei der Herstellung eines Sattels oder Sattelstahls (saddle steel) verwendet werden. Hierbei wird zuerst der Rumpfteil des Sattels (nicht gezeigt) auf dem Pferderücken montiert, danach wird die Lückenmessung durch die Bohrungen, welche in dem Rumpfteil ausgeführt sind, durchgeführt und, bei Verwendung der Messungsdaten, welche so erzielt wurden, wird ein Polsterteil, welches für die Befestigung auf der inneren Oberfläche des Sattels geeignet ist, auf eine computergesteuerte Weise derart gefräst, dass der Polsterteil mit maximaler Konformität zu der Form des Pferderückens konturiert wird, wodurch er extrem komfortabel für das Pferd ist, weil das Reitergewicht gleichförmig über die gesamte Oberfläche, welche von dem Sattel bedeckt ist, verteilt wird.

Deshalb kann die vorliegende Erfindung angepasst werden, für die Verwendung bei der Herstellung von Accessoires für andere Tiere, wie zum Beispiel Rentiere, Kamele, Elefanten, Esel, Hunde, etc.. Die Erfindung ist besonders vorteilhaft bei der Herstellung von Accessoires, welche bekannt dafür sind, dass sie dem Tier ein Leid auferlegen.

In der vorhergehenden Beschreibung wurden die Details des Computers, der digitalen Messeinrichtung und der CNC-Fräse eingespart, weil diese Einrichtungen herkömmlich im Stand der Technik bekannt sind, und ihre Verwendung auf eine geeignete Art der freien Auswahl eines Facharbeiters unterliegt. Die Compilierung des Computerprogramms kann durch einen Fachmann derart ausgeführt werden, dass die speziellen Erfordernisse des Verfahrens gemäß der Erfindung erfüllt werden.


Anspruch[de]
  1. Ein Verfahren des Konturierens eines Accessoires, wie zum Beispiel eines Sattels, eines Sattelstahls und/oder eines Kragens (2, 3), der dafür vorgesehen ist, an dem Körper (1) eines Pferdes oder anderen Trabers, Arbeits- oder Reittieres getragen zu werden, derart, dass er sich an den Körper (1) des gesagten Tieres anpasst, das gesagte Accessoire umfasst einen Rumpfteil (2) und einen Polsterteil (3), die an die innere Oberfläche des gesagten Accessoires anschließbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass in den gesagten Rumpfteil (2) Bohrungen (4) eingebracht sind, der Rumpfteil in einem Platz zum Beispiel auf einem Pferd (1) montiert wird, die Lücke, welche zwischen dem Rumpfteil (2) und der Haut des Tieres verbleibt, durch die gesagten Bohrungen gemessen wird, wobei ein digitales Messmittel verwendet wird, die Messungsdaten in ein Computermittel aufgenommen werden und mit Hilfe des Computermittels ein automatisches Bearbeitungsmittel, wie zum Beispiel eine herkömmliche CNC-Fräse, gesteuert wird, so dass der Polsterteil (3) gemäß der Messungsdaten bearbeitet wird, und schließlich der Polsterteil (3) an der inneren Oberfläche des Rumpfteils (2) befestigt wird.
  2. Ein Verfahren wie im Anspruch 1 definiert, dadurch gekennzeichnet, dass der gesagte Rumpfteil, vorteilhaft der Rumpfteil (2) eines Kragens, aus einem Polymerwerkstoff, wie zum Beispiel einem RIM-Nylon, oder einer kohlefaserverstärkten Zusammensetzung hergestellt ist.
  3. Ein Verfahren wie im Anspruch 1 oder 2 definiert, dadurch gekennzeichnet, dass der Polsterteil (3) aus einem Plastschaumstoffblock oder anderem geeigneten elastischen Werkstoff gefräst ist.
  4. Ein Verfahren wie in einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3 definiert, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrungen (4) auf dem Rumpfteil ausgeführt werden, wie sie durch ein Computerprogramm definiert wurden, und das die gesagte Lückenmessung individuell durch jede Bohrung (4) ausgeführt wird, mit Hilfe einer Messspitze einer Distanzmessvorrichtung, in der Reihenfolge, wie sie durch ein Computerprogramm definiert wird.
  5. Ein Accessoire, wie zum Beispiel ein Sattel, ein Sattelstahl und/oder ein Kragen (2, 3) für ein Pferd oder anderen Traber, Arbeits- oder Reittier, wobei das gesagte Accessoire durch das Verfahren gemäß der Ansprüche 1 bis 4 erzielbar ist, umfassend einen Rumpfteil (2), welcher in einer Art konturiert ist, die im wesentlichen der anatomischen Form des Tierkörpers (1) angepasst ist, und einen Polsterteil (3), welches an die innere Oberfläche des gesagten Accessoires angeschlossen ist, die der Haut zum Beispiel des Pferdes zugewandt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Polsterteil (3) präzise konturiert ist, um der darunter liegenden anatomischen Form (1) des Pferdes angepasst zu sein.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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