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Dokumentenidentifikation DE69908853T2 06.05.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0000950480
Titel Verfahren sowie Vorrichtung zum Vergleichen von Mustern durch aktive, visuelle Rückkopplung
Anmelder Gerber Technology, Inc., Tolland, Conn., US
Erfinder Williams, Kevin M., Cromwell, CT 06416, US;
Monroe, Jeffrey S., Bolton, CT 06043, US
Vertreter Schaumburg und Kollegen, 81679 München
DE-Aktenzeichen 69908853
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 16.04.1999
EP-Aktenzeichen 991076746
EP-Offenlegungsdatum 20.10.1999
EP date of grant 18.06.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.05.2004
IPC-Hauptklasse B26D 5/00
IPC-Nebenklasse B26F 1/38   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft Vorrichtungen und Verfahren zum Schneiden von Stoff und insbesondere eine verbesserte Vorrichtung und ein verbessertes Verfahren zum Schneiden von Materialstücken aus einem Werkstück, wie beispielsweise einer Bahn eines gemusterten Stoffes, die Unregelmäßigkeiten aufweist oder gegenüber einem Koordinatensystem der Schneidvorrichtung schlecht ausgerichtet ist.

Die Verwendung automatisierter Stoffschneidesysteme, bei denen numerisch gesteuerte Schneidvorrichtungen Materialstücke aus einem Werkstück schneiden, ist weit verbreitet. So lange der Stoff einheitlich und frei von Fehlern ist, können derartige Systeme präzise geschnittene Stücke erzeugen. Leider weisen die meisten Stoffe Unregelmäßigkeiten und Fehler im Gewebe auf, die im Bereich der Bepolsterungs- und Bekleidungsherstellung ein besonderes Problem darstellen, in dem die Musteranpassung eine bedeutende Rolle spielt. Wenn der gemusterte Stoff auf der Arbeitsoberfläche eines Schneidetischs ausgebreitet wird, werden die Musterlinien ferner häufig gegenüber den Tischachsen gekrümmt oder schief angeordnet. Obgleich es möglich ist, derartige Positionierungs- und Ausrichtungsprobleme manuell zu korrigieren, ist dies äußerst zeitaufwendig.

Wie bekannt ist, können diese Bedingungen durch das Justieren der elektronischen Schnittpläne (engl.: electronic markers), welche die Schneidevorgänge steuern, kompensiert werden. Im Falle eines derartigen Justierens müssen jedoch die Punkte in dem Schnittplan und die entsprechenden Punkte auf dem Werkstück miteinander korreliert oder abgeglichen werden. Es wurde versucht, diese Korrelation durch ein optisches Projizieren des Schnittplans auf das Werkstück darzustellen. Die Sichtbarkeit des optisch projizierten Schnittplans erfordert jedoch leider das entsprechende Verdunkeln des Arbeitsbereichs. Dies ist häufig unmöglich oder inakzeptabel. Weitere Probleme entstehen, wenn derartige Systeme in Verbindung mit sehr großen Werkstücken verwendet werden. In diesem Fall weiten sich die projizierten Lichtstrahlen insbesondere nahe den Rändern des Werkstücks derart, daß eine akzeptable Präzision nicht mehr erzielt werden kann.

Außerdem sind derartige Licht-Projektionssysteme in der Verwendung mit großen Werkstücken komplex und kostspielig.

Ein Nachteil herkömmlicher computerisierter Darstellungssysteme ist darin zu sehen, daß keine klare, deutlich definierte Korrelation zwischen dem Schnittplan (der auf einem Bildschirm dargestellt wird) und dem Werkstück vorhanden ist. Wenn auf dem Werkstück eine Unregelmäßigkeit erkannt wird, ist nicht sofort klar, wo der entsprechende Punkt auf dem Schnittplan liegt. Dieser Nachteil wird dadurch verstärkt, daß es keine bequeme und ergonomisch vernünftige Vorrichtung gibt, um Änderungen an dem Schnittplan vorzunehmen. Zumeist werden Änderungen über eine Computer-Tastatur vorgenommen. Das Eingeben von Änderungen erfordert hierbei das wiederholte Verlagern der Aufmerksamkeit der Bedienperson von dem Werkstück auf die Schnittplan-Anzeigevorrichtung. Durch das wiederholte Verlagern der Aufmerksamkeit verliert die Bedienperson häufig den entsprechenden Bereich aus den Augen, wodurch das Justieren in einer Unmenge ähnlich gemusterter Bereich durchgeführt werden muß. Des weiteren können derartige Systeme so viel Information gleichzeitig anzeigen, daß das Problem noch weiter verschlimmert wird.

Derartige Systeme bilden die Basis für den Oberbegriff der Ansprüche 1, 4, 6 und 8.

Aus dem Dokument FR-A-2 548 077 ist ein Verfahren zum Erkennen von Fehlern auf einer Bahn bekannt, wobei diese Fehler beim Schneiden berücksichtigt werden. Ein Bildprojektor ist über der Bahn angeordnet und projiziert einen Lichtpunkt auf eine Fehlerposition oder einen anderen ermittelten Punkt, dessen Koordinaten als Teil einer Fehlerinformation eingelesen werden. Diese Koordinaten werden in einem Computer zusammen mit dem gespeicherten Bild eines elektronischen Schnittplans derart verarbeitet, daß der Projektor in dem Bereich der Fehler auf die Oberfläche der Bahn Schnittmusterteile projiziert. Anhand dieser Information können die Fehler behoben werden, indem beispielsweise ein zusätzlicher Flicken auf der Bahn angeordnet und geschnitten wird.

Das Dokument EP-A-0 762 251 betrifft ein Verfahren zum Ausrichten von Schnittmusterteilen unter Verwendung einer Digitalisiervorrichtung. Mit Hilfe des beschriebenen digitalen Verfahrens können Schnittmusterteile relativ zu einem besonderen Orientierungspunkt repositioniert werden.

Es ist daher ein Ziel der Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Optimierung des Schneidens von Materialstücken aus einem Werkstück, wie beispielsweise einem gemusterten Stoff, anzugeben.

Es ist ein weiteres Ziel der Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum präzisen und effizienten Anpassen eines elektronischen Schnittplans anzugeben, um Unregelmäßigkeiten oder schlechte Ausrichtungen in einem Werkstück zu kompensieren.

Es ist ein weiteres Ziel der Erfindung, eine obengenannte Vorrichtung anzugeben, die bei minimalen Kosten einfach in existierende automatisierte Stoffschneidesysteme zu integrieren ist.

Die vorliegende, in den Ansprüchen 1, 4, 6 und 8 definierte Erfindung ist gerichtet auf eine verbesserte Vorrichtung und ein verbessertes Verfahren zum Schneiden von Materialstücken aus einem Werkstück, wie beispielsweise einer Lage eines gemusterten Stoffes. Das Werkstück wird auf einem Schneidetisch ausgebreitet, wo es von einer numerisch gesteuerten Schneidvorrichtung entsprechend einem in der Steuerung der Schneidvorrichtung gespeicherten Schnittplan geschnitten wird. Der Schnittplan wird auf das Werkstück angepaßt und die entsprechenden Justierungen werden vor dem Schneiden des Werkstücks an dem Schnittplan vorgenommen. Ein betriebsmäßig mit der Steuerung verbundener Laser projiziert ein Paßziel an einem Punkt auf das Werkstück, der einem ausgewählten Punkt auf dem Schnittplan entspricht. Der Schnittplan wird nun derart justiert, daß der ausgewählte Punkt mit einer gewünschten Plazierung auf dem Werkstück zusammenfällt. Das Justieren erfolgt durch das elektronische Verschieben des Paßziels von einer nicht-bevorzugten in eine bevorzugte Position. Eine in der Steuerung enthaltene Software setzt diese Verschiebung in die geeignete Justierung in dem Schnittplan um. Die Verschiebung wird mit einer elektromagnetischen Zeigevorrichtung vorgenommen, die mit einem Digitalraster zusammenwirkt, das in der Arbeitsfläche des Schneidetischs versenkt und betriebsmäßig mit der Steuerung verbunden ist.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

1 ist eine vereinfachte schematische Darstellung einer Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung.

2A ist eine vereinfachte schematische Darstellung eines Ausschnitts eines schlecht ausgerichteten Werkstücks auf einem Schneidetisch der Vorrichtung der 1.

2B ist eine vereinfachte schematische Darstellung, die das Drehen eines Schnittmusterteils von dem idealen Karomuster und den idealen Streifenlinien in einem Schnittplan in das tatsächliche Karomuster und die tatsächlichen Streifenlinien des Werkstücks der 2A zeigt.

3 ist eine vereinfachte schematische Darstellung einer zweiten Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung.

In der folgenden Beschreibung ist eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung anschaulich erläutert, wobei Bezug genommen wird auf die Verwendung einer Vorrichtung, die in der US 3,495,492 mit dem Titel "Vorrichtung zum Arbeiten auf einem Bandmaterial" und der US 3,548,697 mit dem Titel "Vorrichtung zum Schneiden von Blattmaterial" der Anmelderin der vorliegenden Erfindung dargestellt und beschrieben ist. Es sei darauf hingewiesen, daß die Erfindung nicht auf die ausschließliche Verwendung mit einer derartigen Vorrichtung beschränkt ist.

In 1 hat eine Stoffschneidvorrichtung, die allgemein mit dem Bezugszeichen 10 versehen ist, einen Schneidetisch 12, der von Beinen 14 getragen ist. Der Schneidetisch 12 hat eine flache obere Arbeitsfläche 16, die dazu geeignet ist, ein Werkstück 18, ein Blattmaterial oder eine Stofflage mit einem regelmäßig wiederkehrenden eingewobenen geometrischen Muster 22 in der Schneideposition zu tragen.

Ein Hauptschlitten 24, der den Tisch 12 in Querrichtung überspannt, wird von dem Tisch über zwei verlängerte Zahnstangen 26 getragen, die auf gegenüberliegenden Seiten des Schneidetischs 12 angeordnet sind und sich in Längsrichtung zum Tisch erstrecken, um den Schlitten 24 in einer ersten Koordinatenrichtung zu bewegen, die durch den Pfeil "X" dargestellt ist. Auf dem Hauptschlitten 24 ist ein Schneidvorrichtungsschlitten 28 bewegbar getragen, der derart angeordnet ist, daß er in einer zweiten durch den Pfeil "Y" dargestellten Koordinatenrichtung verschiebbar ist.

Auf dem Schneidvorrichtungsschlitten 28 ist ein Schneidkopf 30 gelagert. Für den Fachmann ist zu erkennen, daß der Schneidkopf 30 verschiedene Schneidmittel, darunter Drehklingen, sich hin- und herbewegende Schneidklingen sowie Laser- oder Wasserstrahlen umfassen kann, ohne dabei den weiteren Rahmen der vorliegenden Erfindung, wie dieser durch die Ansprüche definiert ist, zu verlassen.

Die Schneidvorrichtung 10 umfaßt eine versenkte Steuerung 32, die mit der Schneidvorrichtung 10 und mit einer allgemein mit 34 bezeichneten Benutzerschnittstelle in Verbindung steht. Die Benutzerschnittstelle 34 kann unterschiedliche Formen annehmen und umfaßt in der dargestellten Ausführungsform einen Computerprozessor 36, der betriebsfähig mit einer Bildanzeige 38 und einer Tastatur 40 kommuniziert.

Die Schneidvorrichtung 10 wird vorwiegend dazu verwendet, Schnittmusterteile gemäß einem vom Fachmann sogenannten Schnittplan aus einer Stofflage zu schneiden. Ein Schnittplan besteht aus der Darstellung einer Stofflage mit mehreren Schnittmusterteilen, die möglichst dicht nebeneinander liegen, um die Menge an Ausschußmaterial zu reduzieren, wenn die Schnittmusterteile aus einem Stück Stoff geschnitten werden. Die vorliegende Vorrichtung ist dazu geeignet, einen Schnittplan zu verwenden, der eine computererzeugte Datendatei in dem Computerprozessor 36 umfaßt.

Beim Schneiden von Schnittmusterteilen von einem bemusterten Tuch oder einem anderen Stoff mit einem wiederkehrenden Design oder Muster, ist Vorsicht geboten, wenn das Muster auf der Stofflage positioniert wird, um sicherzustellen, daß die Kleidungsstücke beim Zusammennähen die gewünschte Ausrichtung erhalten. Somit enthält der Schnittplan nicht nur Informationen über den Rand des Bekleidungsstücks sondern auch Daten zum Stoffmuster und die gewünschte Beziehung zwischen den einzelnen Teilen des Kleidungsstücks. Diese korrelierende Information ist in der Form von "Anpassungs-" oder Referenzpunkten (engl.: "matching" or reference points) typischerweise im Innern der Schablonen der Teile angeordnet, wo ein bestimmter Punkt in dem Stoffmuster liegen soll. In diesem Zusammenhang wird der Ausdruck "Anpassung" (engl.: matching) definiert als die Ausrichtung der Wiederholungen des Stoffmusters in dem Stoff von einem Teil eines Bekleidungsstücks zu einem entsprechenden Teil, d. h. der obere Ärmel eines Herrenmantels, der mit der Vorderseite des Mantels an einem bestimmten Punkt übereinstimmt. Ferner ist es manchmal nötig, den Schnittplan oder einen Teil des Schnittplans mit der Stoffbahn auszurichten, da die Bahn auf dem Schneidetisch in einem kleinen Winkel angeordnet ist oder der Stoff Ungleichmäßigkeiten aufweist. Die vorliegende Erfindung und das vorliegende Verfahren können dieses Ausrichten wie folgt beschrieben durchführen.

Um für das Anpassen eines Punkts auf dem Schnittplan und der entsprechenden Stelle auf dem Werkstück zu sorgen, ist ein Laserprojektor 42 drehbar über dem Schneidetisch 12 angeordnet, um das Projizieren eines Paßziels 61 auf einen beliebigen Punkt auf dem Werkstück, das auf der Arbeitsfläche 16 ausgebreitet ist, zu ermöglichen. Der Laserprojektor 42 ist betriebsmäßig mit dem Computerprozessor 36 verbunden und durch die von diesem empfangenen Befehlen gesteuert.

Wie in 1 dargestellt, ist ein Digitalraster 44 in dem Schneidetisch versenkt und kann mehrere damit verbundene (nicht getrennt dargestellte) Digitalflächenbereiche, die im US-Patent Nr. 5,684,692 des Anmelders der vorliegenden Erfindung näher beschrieben sind, umfassen. Das Digitalraster 66 ist mit der versenkten Steuerung 32 verbunden. Eine elektromagnetische Zeigevorrichtung 46 steht derart in bekannter Wirkverbindung mit dem Digitalraster 44, daß, wenn die Spitze der Zeigevorrichtung 46 über das Raster 44 geschwungen oder bewegt wird, das Raster Signale an die versenkte Steuerung 32 abgibt, welche die Position der Zeigevorrichtung relativ zu dem Raster in Form von X- und Y-Koordinaten angibt.

2A zeigt eine vereinfachte schematische Darstellung eines Abschnitts eines schlecht ausgerichteten Werkstücks 48, das auf dem Schneidetisch 12 der vorliegenden Vorrichtung ausgebreitet ist. Bei diesem Beispiel ist das Stoffmuster sowohl schief angeordnet als auch gekrümmt und damit schlecht ausgerichtet, wie anhand der Linie 49, welche dem Karomuster entspricht, zu sehen ist. Das Ausmaß der schlechten Anordnung ist zu Darstellungszwecken übertrieben dargestellt.

Wenn das Werkstück 48 auf der Arbeitsoberfläche 16 des Schneidetischs ausgebreitet ist, wird der Schnittplan, wie in 2B gezeigt, auf einer Bildanzeige 38 dargestellt. Es sei darauf hingewiesen, daß der Schnittplan ein mathematisches Modell ist, das auf der impliziten Annahme basierend konstruiert ist, daß das gemusterte Werkstück, wie anhand der Linien 51 und dem Schnittmusterteil 52 dargestellt, frei von Fehlern und gleichmäßig und präzise zum Koordinatensystem der Arbeitsoberfläche 16 ausgerichtet ist. Insofern das Werkstück von diesem Ideal abweicht, muß der Schnittplan justiert oder modifiziert werden, um Unregelmäßigkeiten in dem Werkstück oder eine schlechte Anordnung auf der Arbeitsoberfläche zu kompensieren.

Der Justierungsvorgang wird eingeleitet, indem eine Korrelation oder Anpassung von Punkten zwischen dem Schnittplan und dem Werkstück erfolgt. Es erfolgt eine Anpassung von Teilen, die auf dem Werkstück nebeneinander liegen. Es wird ein Punkt auf dem Schnittplan ausgewählt und die erwartete Position des entsprechenden Punkts auf dem Werkstück wird ermittelt, indem von einem Laserprojektor 42 ein Paßziel 61 auf das Werkstück projiziert wird. Das Paßziel 61 kann ein einfacher Punkt, ein Fadenkreuz oder ein anderer Positionsanzeiger sein. Der gewählte Punkt ist vorteilhafterweise einer von zwei "Anpassungspunkten", die im Innern der Schablonen des Teils angeordnet sind oder einen Punkt am Rand eines Teils, vorzugsweise in einer Ecke, bilden. Der Schnittplan wird nun derart justiert, daß der ausgewählte Punkt darauf mit einer gewünschte Stelle auf dem Werkstück zusammenfällt. Dieses Verfahren wird nach Bedarf wiederholt, um alle erkannten Unregelmäßigkeiten zu kompensieren. Wenn die Justierung des Schnittplans abgeschlossen ist, wird der justierte Schnittplan dazu verwendet, die Schneidvorrichtung derart zu steuern, daß es Materialstücke aus dem Werkstück schneidet.

Sobald zwischen einem auf der Bildanzeige 38 dargestellten Punkt und einem Punkt auf dem Werkstück 18 ein Bezug aufgestellt wurde, erfolgt durch das elektronische Verschieben des Paßziels von seiner ursprünglichen nicht-bevorzugten Position in eine bevorzugte Position das Justieren des Schnittplans. Eine Software, die in dem den Schnittplan erzeugenden Programm integriert ist, setzt diese Verschiebung automatisch in die entsprechende Justierung in dem Schnittplan um. Eine derartige integrierte Software ist üblicherweise in einen Schnittplan erzeugenden Programmen enthalten.

Die Verschiebung des Paßziels 61 wird mit Hilfe der elektromagnetischen Zeigevorrichtung 46 und dem Digitalraster 44 erzielt. Die Zeigevorrichtung 46 wird an einer beliebigen geeigneten Stelle auf der Arbeitsoberfläche 16 plaziert und derart bewegt, daß das Paßziel 61 in die bevorzugte Position "gerückt" oder "gezogen" wird. Dies geschieht auf sehr ähnliche Weise wie mit einer mit einem Computer verbundenen Mouse, die auf einem Mousepad bewegt wird. Es ist zu erkennen, daß es nicht nötig ist, daß die Bedienperson die Zeigevorrichtung 46 für das Paßziel 61 tatsächlich berührt, die außerhalb der bequemen Reichweite liegen kann.

Um den Nutzbereich des Schneidetischs 12 für Schneidvorgänge zu vergrößern kann es wünschenswert sein, einen separaten Auslegetisch vorzusehen, auf dem der Schnittplan "angepasst" oder justiert wird, um sodann auf den Schneidetisch übertragen zu werden, vorzugsweise über ein motorbetriebenes Förderband. Auf diese Weise wird ermöglicht, daß ein Werkstück angepaßt wird, während zugleich ein zuvor angepaßtes Werkstück auf dem Schneidetisch geschnitten wird. In 3 hat eine derartige Vorrichtung, die allgemein mit dem Bezugszeichen 100 versehen ist, einen Schneidetisch 102 mit einem numerisch gesteuerten und wie zuvor beschriebenen Schneidesystem 104. Ein Auslegetisch 106 mit einer flachen oberen Arbeitsfläche 107 ist an den Schneidetisch 102 angrenzend angeordnet und mit diesem über ein motorbetriebenes Förderband 111 verbunden, das dazu geeignet ist, ein Werkstück von dem Auslegetisch 106 auf den Schneidetisch 102 zu transportieren.

Obgleich die dargestellte und beschriebene Vorrichtung einen einzigen Auslegetisch 106 und Schneidetisch 102 verwendet, ist die vorliegende Erfindung nicht hierauf beschränkt. Beispielsweise können mehrere Auslegetische vorgesehen und Seite an Seite nebeneinander angeordnet sein. Der Schneidetisch kann über einen Querantriebsmechanismus von einem Auslegetisch zum andern bewegt werden. Während der Bewegung kann auf dem Schneidetisch der Schneidevorgang fortgeführt werden.

Ein Digitalraster 108 ist in der Arbeitsfläche 107 des Auslegetischs versenkt. Ein Laserlichtprojektor 110 ist drehbar über dem Auslegetisch 106 gelagert, um das Projizieren eines Paßziels auf einen beliebigen Punkt eines auf der Arbeistoberfläche 107 ausgebreiteten Werkstücks zu ermöglichen. Der Laserprojektor 110 ist betriebsmäßig an einen Computerprozessor 112 angeschlossen, der mit einer elektromagnetischen Zeigevorrichtung, wie beispielsweise einem Stift, einer Nadel oder einem Cursor 114 verbunden ist, die in Wirkverbindung mit dem Digitalraster 108 stehen. Der Computerprozessor 112 ist ferner betriebsmäßig mit dem numerisch gesteuerten Schneidesystem 104 verbunden.

Es ist festzustellen, daß eine Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung eine geringe Anzahl zusätzlicher Komponenten benötigt, über die existierende automatische Schneidesysteme verfügen müssen, und daß diese wenigen Komponenten, insbesondere die elektromagnetische Zeigevorrichtung, das Digitalraster, der Laser und seine Lagervorrichtung relativ günstig sind im Vergleich zu Lichtprojektionsvorrichtungen zum Projizieren eines gesamten Schnittmusters auf ein Werkstück.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Schnittmuster-Modifikationssystemen, welche herkömmliche Lichtstrahlen verwenden, ist bei dem vorliegenden System keine Verdunkelung des Arbeitsbereichs nötig. Ebenso sorgt die Verwendung des Laserstrahls dafür, daß das Paßziel exakt fokussiert bleibt, so daß kein Präzisionsverlust aufgrund der Ausstrahlungsbreite entsteht. Ferner ermöglicht das System das Richten der Aufmerksamkeit auf einen einzigen deutlich angezeigten Punkt auf dem Werkstück.

Es ist ebenso festzustellen, daß das Verfahren des Justierens des Schnittplans unter Verwendung der elektromagnetischen Zeigevorrichtung und des Digitalrasters, um das Paßziel zu verschieben, den meisten Benutzern "natürlich" erscheint und diese oft hiermit vertraut sind. Bei der derartigen Anpassung erfolgt keine Ablenkung von dem Fokuspunkt auf dem Werkstück. Des Weiteren ist, obgleich das Digitalraster den gesamten Schneidebereich der Arbeitsfläche des Tisches umfaßt, kein physikalisches Zugreifen auf abgelegene Stellen des Tisches nötig. Die Bedienperson muß nicht imstande sein, den Punkt auf dem Werkstück zu erreichen, an dem eine Justierung erfolgen soll, da die relative Bewegung der elektromagnetischen Zeigevorrichtung in die absolute Position des Paßziels auf dem Werkstück umgesetzt wird.

Wie der Fachmann erkennt, können zahlreiche Veränderungen und Modifikationen der oben beschriebenen und anderer Ausführungen der vorliegenden Erfindung vorgesehen werden, ohne dabei den Rahmen, wie dieser durch die Ansprüche definiert ist, zu verlassen. Dementsprechend dient die detaillierte Beschreibung der oben beschriebenen Ausführungsbeispiele zu Darstellungszwecken und ist dabei keineswegs als beschränkend anzusehen.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung (10) zum Schneiden von Materialstücken aus einem Werkstück, wie beispielsweise einer Bahn eines gemusterten Stoffes, umfassend einen Schneidetisch (12), der eine Arbeitsfläche (16) definiert, eine numerisch gesteuerte Schneidvorrichtung (24, 28, 30} zum Schneiden eines Werkstücks (18) auf der Arbeitsfläche (16); eine Steuerung (36), die betriebsmäßig mit der Schneidvorrichtung (24, 28, 30) verbunden ist; wobei die Vorrichtung umfaßt:

    einen elektronischen Schnittplan, der in der Steuerung (36) gespeichert ist und dazu dient, den Betrieb der Vorrichtung zu steuern;

    Eingabemittel (40), die betriebsmäßig mit dem Schneidetisch (12) verbunden sind, zur Eingabe von Justierungen in den elektronischen Schnittplan;

    gekennzeichnet durch

    lichtprojizierende Mittel (42) zum Projizieren eines Paßziels (61) auf einen Punkt des Werkstücks (18), der einem bestimmten Punkt auf dem elektronischen Schnittplan entspricht;

    wobei die Eingabemittel (40) Mittel (44, 46) zum elektronischen Verschieben des auf das Werkstück (18) projizierten Paßziels (61) von einer nichtbevorzugten in eine bevorzugte Position umfassen; und Mittel zum Umsetzen der Verschiebung in geeignete Justierungen in dem elektronischen Schnittplan.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Eingabemittel gekennzeichnet sind durch ein Digitalraster (44), das in dem Schneidetisch (12) versenkt ist, und eine elektromagnetische Zeigevorrichtung (46), die betriebsmäßig mit dem Digitalraster verbunden ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die lichtprojizierenden Mittel (42) gekennzeichnet sind durch einen Laser, der betriebsmäßig mit der Steuerung verbunden ist.
  4. Vorrichtung zum Schneiden von Materialstücken aus einem Werkstück, wie beispielsweise einer Bahn eines gemusterten Stoffes, umfassend einen Auslegetisch (106), der eine Arbeitsfläche (107) definiert, die mit einem numerisch gesteuerten Schneidegerät (104) verbunden werden kann, um ein Werkstück zu schneiden, eine Steuerung (112), die betriebsmäßig mit dem Schneidegerät (104) verbunden ist; wobei die Vorrichtung umfaßt:

    einen elektronischen Schnittplan, der in der Steuerung (112) gespeichert ist und dazu dient, den Betrieb des Schneidegeräts (104) zu steuern;

    Eingabemittel (108, 114), die betriebsmäßig mit dem Auslegetisch (106) verbunden sind, zur Eingabe von Justierungen in den elektronischen Schnittplan,

    gekennzeichnet durch

    lichtprojizierende Mittel (110) zum Projizieren eines Paßziels (61) auf einen Punkt eines von der Arbeitsfläche (107) getragenen Werkstücks, der einem bestimmten Punkt auf dem elektronischen Schnittplan entspricht; und

    wobei die Eingabemittel (40) Mittel (44, 46) zum elektronischen Verschieben des auf das Werkstück (18) projizierten Paßziels (61) von einer nichtbevorzugten in eine bevorzugte Position umfassen; und Mittel zum Umsetzen der Verschiebung in geeignete Justierungen in dem elektronischen Schnittplan.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, wobei die Eingabemittel gekennzeichnet sind durch ein Digitalraster (108), das in dem Auslegetisch (106) versenkt ist, und eine elektromagnetische Zeigevorrichtung (114), die betriebsmäßig mit dem Digitalraster verbunden ist.
  6. Verfahren zum Schneiden von Materialstücken aus einem Werkstück (18), wie beispielsweise einer Bahn eines gemusterten Stoffes, umfassend die folgenden Schritte:

    Bereitstellen eines automatischen Schneidesystems mit einem Schneidetisch (12, 102), einem numerisch gesteuerten Schneidegerät (24, 28, 30) zum Schneiden des Werkstücks, das auf dem Schneidetisch (12, 102) ausliegt, einer Steuerung (36), die betriebsmäßig mit der Schneidvorrichtung verbunden ist, und einem elektronischen Schnittplan, der in der Steuerung (36) gespeichert ist, zum Steuern des Betriebs des Schneidegeräts;

    Ausbreiten des Werkstücks auf dem Schneidetisch (12, 102);

    Auswählen eines Punkts auf dem elektronischen Schnittplan;

    und Justieren des elektronischen Schnittplans,

    gekennzeichnet durch

    das Projizieren eines Paßziels (61) auf das Werkstück (18) an einer Stelle, die dem ausgewählten Punkt entspricht;

    Justieren des elektronischen Schnittplans derart, daß der ausgewählte Punkt auf diesem mit einer gewünschten Stelle auf dem Werkstück (18) zusammenfällt; und

    Verwenden des justierten elektronischen Schnittplans, um das Schneidegerät derart zu steuern, daß Materialstücke aus dem Werkstück (18) geschnitten werden.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei das Justieren des Schnittplans folgende Schritte umfaßt:

    Elektronisches Verschieben des auf das Werkstück (18) projizierten Paßziels (61) von einer nicht-bevorzugten Stellung in eine bevorzugte Stellung; und

    Umsetzen der Verschiebung des Paßziels (61) in geeignete Justierungen in dem elektronischen Schnittplan.
  8. Verfahren zum Schneiden von Materialstücken aus einem Werkstück (18), wie beispielsweise einer Bahn eines gemusterten Stoffs, umfassend die folgenden Schritte:

    Bereitstellen eines automatischen Schneidesystems mit einem Auslegetisch (106), einem Schneidetisch (12, 102), einem numerisch gesteuerten Schneidegerät zum Schneiden eines Werkstücks (18), das auf dem Schneidetisch (12, 102) ausliegt, einer Steuerung (36), die betriebsmäßig mit der Schneidvorrichtung verbunden ist, und einem elektronischen Schnittplan, der in der Steuerung (36) gespeichert ist, zum Steuern des Betriebs des Schneidegeräts;

    Ausbreiten des Werkstücks (18) auf dem Auslegetisch (106);

    Auswählen eines Punkts auf dem elektronischen Schnittplan;

    und Justieren des elektronischen Schnittplans,

    gekennzeichnet durch

    das Projizieren eines Paßziels (61) auf das Werkstück (18) an einer Stelle, die dem ausgewählten Punkt entspricht;

    Justieren des elektronischen Schnittplans derart, daß der ausgewählte Punkt auf diesem mit einer gewünschten Stelle auf dem Werkstück (18) zusammenfällt;

    Übertragen des Werkstücks (18) auf den Schneidetisch (102);

    Verwenden des justierten elektronischen Schnittplans, um das Schneidegerät derart zu steuern, daß Materialstücke aus dem Werkstück (18) geschnitten werden.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei das Justieren des elektronischen Schnittplans folgende Schritte umfaßt:

    Elektronisches Verschieben des auf das Werkstück (18) projizierten Paßziels (61) von einer nicht-bevorzugten Stellung in eine bevorzugte Stellung; und

    Umsetzen der Verschiebung des Paßziels (61) in geeignete Justierungen in dem elektronischen Schnittplan.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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