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Dokumentenidentifikation DE10348029A1 13.05.2004
Titel Verfahren zur Steuerung der Bogenzufuhr zu einer drucktechnischen Maschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Boguhn, Hans Peter, 69123 Heidelberg, DE;
Butterfaß, Hans, 69115 Heidelberg, DE;
Edinger, Holger, 69469 Weinheim, DE;
Lulay, Klaus, 64625 Bensheim, DE
DE-Anmeldedatum 15.10.2003
DE-Aktenzeichen 10348029
Offenlegungstag 13.05.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.05.2004
IPC-Hauptklasse B65H 7/12
IPC-Nebenklasse B65H 7/06   B65H 7/04   B65H 7/02   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung der Bogenzufuhr zu einer drucktechnischen Maschine. Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren anzugeben, welches es ermöglicht, den Zeitpunkt für das Abschalten einer Bogenzufuhrvorrichtung den aktuellen Bogeneigenschaften selbsttätig anzupassen, wodurch die Zuverlässigkeit beim Erkennen einer fehlerhaften Zufuhr verbessert werden soll. Die Erfindung besteht darin, dass bei einem Verfahren zur Steuerung der Bogenzufuhr zu einer drucktechnischen Maschine, bei dem Bogen von einem Stapel vereinzelt und der Maschine mit einer Zufuhrvorrichtung zugeführt werden, bei dem mittels mehreren im Zufuhrpfad angeordneten auf die Bogen gerichteten Detektoren bei unrichtiger Vereinzelung oder Zufuhr oder beim Vorhandensein fehlerhafter Bogen Signale abgeleitet und einer Steuereinrichtung zugeführt werden und bei dem zur Entnahme von doppelt oder mehrfach oder unrichtig zugeführten Bogen oder von fehlerhaften Bogen die Vereinzelung und Zufuhr angehalten wird, aus vorab in die Steuereinrichtung (60) eingegebenen Informationen zu den geometrischen Abmessungen der Bogen (1) der Zeitpunkt bestimmt wird, zu dem die Wirkung der Zufuhrvorrichtung (4, 23, 38) angehalten wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung der Bogenzufuhr zu einer drucktechnischen Maschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

In DE 195 05 560 C2 ist ein Verfahren zum Steuern der Bogenzufuhr zu einer Druckmaschine beschrieben, bei dem bei Feststellung eines Doppel- oder Fehlbogens am Anfang einer Förderstrecke die Entnahme weiterer Bogen von einem Stapel sofort stillgesetzt wird. Die dem Doppel- oder Fehlbogen vorrausgehenden Bogen werden noch in die Druckmaschine hineingefördert und bedruckt. Der Bogentransport wird erst stillgesetzt, wenn der am Anfang der Förderstrecke festgestellte Doppelbogen am Ende der Förderstrecke angeordnete Vordermarken erreicht. Zum Feststellen von Doppel- oder Fehlbogen sind am Anfang der Förderstrecke eine oder mehrere quer zur Förderrichtung nebeneinanderliegende Bogenkontrollen vorgesehen, die im Zusammenwirken mit einer Transportrolle die Dicke der Bogen mechanisch berührend abtasten. Die Anzahl der noch in die Druckmaschine hineinzufördernden Bogen ergibt sich aus der Länge der Förderstrecke, dem Grad der Überlappung und der Formatlänge der Bogen. Die Bogenkontrollen stehen mit einer Steuerung in Verbindung, die verschiedene Schaltvorgänge auslöst, welche sich aus den konstruktiven Gegebenheiten der Druckmaschine und aus empirisch gewonnenen Vorgaben ergeben. Bei dem Verfahren werden nur die Signale einer Bogenkontrolle am Anfang des Förderweges verwendet. Aus Sicherheitsgründen kann es erforderlich sein, entlang der Förderstrecke mehrere Detektoren vorzusehen, die auf doppelt oder mehrfache Zufuhr von Bogen ansprechen. Der Verfahrenablauf mit der Entnahme von Doppelbogen am Ende der Förderstrecke ist unabhängig von der Dicke und den Abmessungen der zu fördernden Bogen fest vorgegeben.

In DE 29 30 270 A1 ist eine Einrichtung beschrieben, bei der die Erkennungssicherheit für Doppelbogen unter Ausschaltung örtlicher Dickenschwankungen verbessert wird, indem Mehrfachmessungen der Bogendicke vorgenommen werden und der daraus errechnete Mittelwert mit einem Bezugswert verglichen wird. Der Bezugswert wird während einer Anlaufphase mit einem Mikrorechner bestimmt. Beim Erkennen von Doppel- oder Fehlbogen werden die Vereinzelung und das Transportieren der Bogen unabhängig von der Art der zu verarbeitenden Bogen abgeschaltet. Die Verwendung nur einer mechanisch berührenden Bogenkontrolle bietet nicht in jedem Fall die gebotene Sicherheit.

Aufgabe der Endung ist es, ein Verfahren zur Steuerung der Bogenzufuhr zu einer drucktechnischen Maschine anzugeben, welches es ermöglicht, den Zeitpunkt für das Abschalten einer Bogenzufuhrvorrichtung den aktuellen Bogeneigenschaften selbsttätig anzupassen, wodurch die Zuverlässigkeit beim Erkennen einer fehlerhaften Zufuhr verbessert werden soll.

Die Aufgabe wird mit einem Verfahren gelöst, welches die Merkmale nach Anspruch 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Die Erfindung beruht darauf, dass aus vorab in eine Steuereinrichtung eingegebenen Informationen zu den geometrischen Abmessungen der Bogen der Zeitpunkt bestimmt wird, zu dem die Wirkung einer Zufuhrvorrichtung für Bogen angehalten wird. Dadurch unterscheidet sich der Ort und die Anzahl der aus dem Zufuhrpfad zu beseitigenden fehlerhaft zugeführten Bogen, insbesondere in Abhängigkeit von der Bogendicke und Bogenlänge. Der Verfahrensablauf ändert sich, wenn von dünnem Papier auf Karton gewechselt wird. Die Informationen zu den Eigenschaften und den Abmessungen der Bogen kann von Hand in die Steuereinrichtung eingegeben oder über ein Netzwerk von einem anderen Rechner in die Steuereinrichtung übertragen werden. In der Steuereinrichtung werden die Signale mehrerer Detektoren verarbeitet, die an verschiedenen Orten im Zufuhrpfad angeordnet sind. Die Detektoren sind ortsfest auf die Bogen gerichtet und können nach den unterschiedlichsten physikalischen Prinzipien, wie optisch, akustisch oder mechanisch berührend, arbeiten.

Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispieles noch näher erläutert werden, es zeigen:

1: ein Schema einer Vorrichtung zur Bogenzufuhr zu einer Druckmaschine,

2: eine Draufsicht auf einen Bogenzufuhrpfad mit schematischer Darstellung von Bogendetektoren,

3: ein Schema einer Seitenmarkenbogenkontrolle,

4: ein Schema einer mechanisch abtastenden Bogenkontrolle mit einer Tastrolle, und

5: ein Schema einer mechanisch abtastenden Bogenkontrolle mit mehreren Tastrollen.

In 1 ist ein Schema einer Vorrichtung zur Bogenzufuhr dargestellt. Gestrichelte Linien zeigen elektrische Steuerleitungen. Strichpunktierte Linien sind Leitungen für Saug- oder Blasluft. Dünne Doppellinien symbolisieren mechanische Kopplungen zwischen einem Antriebselement und einem angetriebenen Element.

Die Bogen 1 sind in Form eines Stapels 2 auf einem Stapelbrett 3 gelagert. Über dem Stapel 2 ist eine Vereinzelungsvorrichtung 4 angeordnet. Die Vereinzelungsvorrichtung 4 enthält einen Motor 5 und Getriebe 6, 7 zum vertikalen und horizontalen Positionieren von Hubsaugern 8, Schleppsaugern 9 und einem Tastfuß 10 in den durch Pfeile 11, 12, 13 angegebenen Richtungen. Die Vereinzelungsvorrichtung 4 enthält weiterhin eine Ventilanordnung 14 zur Saug- und Blasluftsteuerung. Die Ventilanordnung 14 steht mit einer Saugluftquelle 15 und den Hub- und Schleppsaugern 8, 9 in Verbindung. Der Tastfuß 10 besitzt Ausströmöffnungen für Blasluft, die mit der Ventilanordnung 14 in Verbindung stehen. Die Blasluft 16 wird von einer Blasluftquelle 17 geliefert, die mit der Ventilanordnung 14 verbunden ist. An der Hinterkante der Bogen 1 im oberen Bereich des Stapels 2 wirken Lockerungsbläser 18, die ebenfalls eine Blasluftverbindung zur Ventilanordnung 14 haben. An der Vorderkante der Bogen 1 im oberen Bereich des Stapels 2 ist eine Anschlagklappe 19 angeordnet, die, wie mit dem Pfeil 20 angegeben, hin- und her um eine Achse 21 verschwenkbar ist. Über die Breite der Bogen 1 sind etwa in Höhe der Anschlagklappe 19 eine Taktrolle 22 und eine Einzugswalze 23 angeordnet. Die Taktrolle 22 ist, wie mit dem Pfeil 24 angegeben, hin- und hergehend von der Einzugswalze 23 an- und abstellbar. Um eine geeignete Höhe für die Vereinzelung und Zufuhr von Bogen 1 einstellen zu können, ist die Vereinzelungsvorrichtung 4 wie mit dem Pfeil 25 angegeben, in der Höhe einstellbar. Der Stapel 2 wird entsprechend der Bogenabnahme schrittweise oder kontinuierlich in Richtung des Pfeiles 26 angehoben. Der Taktrolle 22 und der Einzugswalze 23 folgt in Bogenlaufrichtung 27 ein Anlegertisch 28. Der Anlegertisch 28 enthält mehrere parallel laufende Saugbänger 29, die mit hintereinander angeordneten Saugkasten 30–32 zusammenwirken. Die Saugbänder 29 sind über Umlenkrollen 33–37 gelegt, wobei die Umlenkrolle 36 mit einem Motor 38 gekoppelt ist. Die Saugkästen 30–32 stehen über Leitungen mit einer steuerbaren Saugluftquelle 39 in Verbindung. Am Ende des Anlegertisches 28 befinden sich Vordermarken 40, die mittels eines Motors 41 und einem Getriebe 42, wie mit einem Pfeil 43 angegeben, zyklisch absenkbar sind. Den Vordermarken 40 folgt in Bogenlaufrichtung 27 ein Schwinggreifer 44, der mittels des Motors 41 und eines Getriebes 45 um eine Achse 46 zyklisch, wie mit einem Pfeil 47 angegeben, zwischen den Vordermarken 40 und einem Zufuhrzylinder 48 am ersten Druckwerk 49 der Druckmaschine hin- und her beweglich ist. Das Druckwerk 49 enthält u. a. einen Druckzylinder 50, einen Übertragungszylinder 51 und einen Druckformzylinder 52. Der Druckzylinder 50 steht antriebsmäßig mit dem Motor 41 in Verbindung. Ein Drehgeber 53 sitzt auf der Achse des Druckzylinders 50.

Um zu verhindern, dass ein doppelt oder mehrfach dem Anlegertisch 28 zugeführter Bogen 1 in das Druckwerk 49 gelangt, sind entlang dem Zufuhrpfad eine Reihe von Detektoren vorgesehen, was näher aus 2 hervorgeht. Die Taktrolle 22 ist Bestandteil einer Doppelbogen und Paketkontrolle. Die Auslenkung der Taktrolle 22 wird in ein elektrisches Signal PK gewandelt. Stromabwärts etwa am Beginn der Förderung von überlappt zugeführten Bogen 1 mit den Saugbändern 29 befinden sich mehrere über die Bogenbreite b verteilt angeordnete Tastrollen 54, deren Auslenkung in ein elektrisches Signal SK gewandelt wird. Am Ende des Anlegertisches 28 ist etwa in der Mitte des Zufuhrpfades der Bogen 1 ein Ultraschalldetektor 55 mit einem Sender S und einem Empfänger E angeordnet. Die Bogen 1 laufen zwischen Sender S und Empfänger E. Am Empfänger E entsteht ein elektrisches Signal UK. Schließlich sind auf der Höhe von Seitenmarken 56, 57 Detektoren mit Tastrollen 58, 59 vorgesehen, die an den Seitenrändern der Bogen 1 wirken. Die Auslenkung der Tastrollen 58, 59 ergibt ein elektrisches Signal SMK.

Die elektrischen Signale PK, SK, UK, SMK der Bogendetektoren und des Drehgebers 53 werden einer Steuereinrichtung 60 zugeführt. Die Steuereinrichtung 60 ist mit einer Eingabe und Anzeigevorrichtung 60.1 für Bogeneigenschaften und Prozessgrößen verbunden. Die Signale der Bogendetektoren, des Drehgebers 53 und die eingegebenen Daten werden in der Steuereinrichtung 60 zu Stellsignalen für Aktoren, wie die Motoren 38, 41 und die Saugluftquellen 15, 39 und die Blasluftquelle 17, verarbeitet, wozu elektrische Verbindungen zwischen der Steuereinrichtung 60 und den genannten Elementen bestehen.

In 3 ist ein Schema einer den Seitenmarken 56 bzw. 57 zugeordneten Bogenkontrolle dargestellt. Die Tastrolle 58 bzw. 59 wirkt jeweils mit einer Transportrolle 61 zusammen. Die Tastrolle 58 ist an einem Ende eines um eine Achse 62 schwenkbaren Winkelhebels 63 gelagert. Am anderen Ende des Winkelhebels 63 ist ein Eisenmetallstück 64 befestigt, auf das ein Wirbelstromsensor 65 gerichtet ist. Zur Bogenkontrolle wird die Tastrolle 58 bzw. 59 zu Beginn der Ausrichtung eines Bogens 1 in seitlicher Richtung 66 auf den Bogen 1 aufgesetzt. Dazu ist der Winkelhebel 63 mit einem Kurvengetriebe gekoppelt. Die Richtung 66 steht senkrecht zur Bogenlaufrichtung 27. Entsprechend der Dicke und Anzahl von Bogen 1 zwischen der Tastrolle 58 bzw. 59 und der jeweiligen Transportrolle 61 wird der Winkelhebel 63 um die Achse 62 verschwenkt, so dass sich ein definierter Abstand zwischen dem Eisenmetallstück 64 und dem Wirbelstromsensor 65 einstellt. Nach dem seitlichen Ausrichten eines Bogens 1 wird die Tastrolle 58 bzw. 59 wieder vom Bogen 1 weggeschwenkt. Die Signale SMK der beiden Wirbelstromsensoren 65 werden der Steuereinrichtung 60 zugeführt. Die Bogenkontrollen an den Seitenmarken 56, 57 werden zu Zeitpunkten kalibriert, bei denen sich kein Bogen 1 zwischen der Tastrolle 58, 59 und der jeweiligen Transportrolle 61 befindet.

In 4 ist ein Ausführungsbeispiel für die Doppelbogen und Paketkontrolle mit der Taktrolle 22 gezeigt, welche mit der Einzugswalze 23 zusammenwirkt. Die Halterung 67 der Taktrolle 22 ist um eine Achse 68 schwenkbar gelagert. Die Achse 68 befindet sich an einem Mitnehmerteil 69, welches auf einer Taktwelle 70 befestigt ist. Zur seitlichen Positionierung der Tastrolle 22 ist das Mitnehmerteil 69 auf der Taktwelle 70 einstellbar vorgesehen. Zwischen der Halterung 67 und dem Mitnehmerteil 69 befindet sich eine Feder 71, die die Taktrolle 22 gegen die Einzugswalze 23 drückt. An einem Ansatz des Mitnehmerteils 69 ist ein Halteblech 72 für einen induktiven Sensor 73 befestigt, der auf ein Eisenmetallstück 74 gerichtet ist, welches an der Halterung 67 angeordnet ist. Die Taktrolle 22 wird mittels der Taktwelle 70 zyklisch gegen die Einzugswalze 23 bewegt. Bei überlappter Zufuhr von Bogen 1 befinden sich zwischen der Taktrolle 22 und der Einzugswalze 23 eine definierte Anzahl von Bogen 1. Entsprechend der Anzahl und der Dicke der Bogen 1 wird die Taktrolle 22 um die Achse 68 gegen die Kraft der Feder 71 ausgelenkt, so dass sich ein entsprechender Abstand zwischen dem Eisenmetallstück 74 und dem Sensor 73 einstellt. Das Sensorsignal PK wird der Steuereinrichtung 60 zugeführt. Zum Kalibrieren der Doppelbogen- und Paketkontrolle wird jeweils beim Neuanlauf des Anlegers der Nullpunkt abgeglichen, wobei sich noch kein Bogen 1 zwischen der Taktrolle 22 und der Einzugswalze 23 befindet.

5 zeigt die mit den Tastrollen 54 im Zusammenwirken mit der Umlenkrolle 33 realisierte Bogenkontrolle. Jede Taktrolle 54 ist für sich in einer Halterung 75 um eine Achse 76 schwenkbar. Die Achse 76 befindet sich an einem Befestigungsteil 77, welches mit einer Schraube 78 an einer drehbaren Traverse 79 befestigt ist. Mit den Befestigungsteilen 77 sind die Tastrollen 54 in seitliche Richtungen einstellbar. Die Traverse 79 ist mit einem Drehgeber gekoppelt. Eine Druckfeder 80 bringt die Halterung 75 in Anlage zu einer Stellschraube 81 am Befestigungsteil 77. Mit der Stellschraube 81 kann die Halterung 75 so um die Achse 76 verschwenkt werden, dass sich zwischen der Tastrolle 54 und der Umlenkrolle 33 ein definierter Spalt für die maximal zulässige Materialdicke ergibt. Wenn bei überlappter Zufuhr von Bogen 1 zu viele Bogen 1 und /oder Stanz- oder Schneidabfälle zwischen einer der Tastrollen 54 und der Umlenkrolle 33 gefördert werden, dann wird die zulässige Materialdicke überschritten, so dass die Traverse 79 um ihre Drehachse verdreht wird. Mit dem Drehgeber wird die Verdrehung erfasst und das Signal SK generiert, welches in der Steuereinrichtung 60 ausgewertet wird.

Mit den oben beschriebenen Einrichtungen kann die Bogenzufuhr wie folgt gesteuert werden: Die Signale PK, SK, UK und SMK werden in der Steuereinrichtung 60 verarbeitet. Im Ergebnis dieser Verarbeitung entstehen Signale, die Gutbogen-, Doppelbogen, und Paketzufuhr wiedergeben. Als Paketzufuhr gilt die gleichzeitige Zufuhr von mindestens drei Bogen 1 und/oder eine Schwellwertüberschreitung des zugeführten Materialdicke. Die Doppelbogensignale ergeben sich aus den Signalen SMK, UK und in bestimmten Fällen aus dem Signal PK. Die Paketzufuhrsignale resultieren aus den Signalen PK und SK.

Gemäß der Erfindung reagiert die Steuereinrichtung 60 bei der Zufuhr von Doppelbogen und Paketen unterschiedlich. Beim Auftreten eines Paketes wird diese bereits am Beginn der Förderung auf den Anlegertisch 28 gestoppt. Doppelbogen werden entweder im Bereich der Vordermarke 40 mit dem Ultraschalldetektor 55 und den Tastrollen 58, 59 detektiert und dort aufgehalten oder bereits von der Taktrolle 22 bzw. den Tastrollen 54 erfasst und in überlappter Form zu den Vordermarken 40 geführt und dann angehalten.

Weiterhin reagiert die Steuereinheit auf eine Doppelbogen- bzw. Paketauslösung durch die Taktrolle 22 bei Karton und normalem Papier unterschiedlich, da die Gefahren durch solche Papierlaufstörungen unterschiedlich hoch einzuschätzen sind.

Zu Beginn eines Druckauftrages werden mittels der Eingabe- und Anzeigeeinrichtung 60.1 Sollwerte zu den geometrischen Abmessungen der Bogen 1 eingegeben. Dies sind insbesondere die Dicke, Länge und Breite der Bogen 1.

Unterschreitet die Dicke der Bogen 1 einen vorgegebenen Wert, dann wird die Steuereinheit 60 auf einen Zufuhrmodus für normales Papier eingestellt. In diesem Modus wird das mit der Taktrolle 23 gewonnene Signal PK nur zur Paketerkennung verwendet, wobei eine Paketdicke aus der Solldicke zuzüglich einem konstanten Wert, wie z. B. 0,4 mm bestimmt wird. Wird mit der Taktrolle 22 ein Paket erkannt, dann wird der Anleger sofort gestoppt. In der Steuereinrichtung 60 werden Signale generiert, die die Wirkung der Saugluftquelle 15 abschalten und die die Einzugswalze 23 und den Motor 38 für das Saugband stillsetzen. Auf der Anzeigeeinrichtung 60.1 erscheint die Bedieneranweisung, dass der Anlegertisch 28 komplett abgeräumt werden muss. Doppelbogen und Mehrfachbogen, die unter der Paketdicke liegen, werden bis zu den Vordermarken 40 geführt und mittels des Ultraschalldetektors 55 und der Tastrollen 58, 59 detektiert. Die Signale UK und SK werden in der Steuereinrichtung 61 zu einem Haltsignal für den Anleger verarbeitet.

Überschreitet die Dicke der Bogen 1 den vorgegebenen Wert, dann wird die Steuereinrichtung 60 auf einen Zufuhrmodus für Karton eingestellt. In diesem Modus werden mit der Taktrolle 22 sowohl Doppelbogen als auch Pakete detektiert, wobei eine Paketdicke sich aus mindestens der dreifachen Solldicke der Bogen 1 ergibt. Überschreiten die zugeführten Bogen diese Paketdicke, wird ein entsprechendes Signal PK mittels der Taktrolle 22 und dem Sensor 73 erzeugt, so dass die Steuereinrichtung 60 Signale ausgibt, dass die Bogentransportsysteme im Anleger stillgesetzt werden und die Bogen auf dem gesamten Anlegertisch 28 abgeräumt werden müssen. Bei mittels der Taktrolle 22 detektierten Doppelbogen wird der Doppelbogen in eine Position noch vor den Vordermarken 40 gefahren und dort angehalten. Der dem Doppelbogen vorausgehende Bogen 1 wird noch mittels des Schwinggreifers 44 in das Druckwerk 49 eingezogen und bedruckt. Während des Anhaltens des Doppelbogens in besagter Position wird mittels der Steuereinrichtung 60 überprüft, ob sich noch ein weiterer Doppelbogen oder ein Fehlbogen auf dem Anlegertisch 28 befindet. Wenn die Überprüfung ergibt, dass ein weiterer Doppelbogen oder ein Fehlbogen vorhanden ist, dann wird mit der Steuereinrichtung 60 ein Signal ausgegeben, dass der gesamte Anlegertisch 28 abgeräumt werden muss. Im anderen Fall wird die Bedieneranweisung ausgegeben, dass der doppelt liegende Bogen 1 entnommen werden soll.

Überschreitet die Sollbogendicke einen vorgegebenen Wert, dann wird ein durch die Taktrolle 22 erkannter Doppelbogen wie ein Paket behandelt, um die Gefährdung des Druckwerkes 49 zu minimieren.

Die unterschiedlichen Vorgehensweisen beim Zuführen von Normalpapier und Karton werden bei der Detektion mit den Tastrollen 54, dem Ultraschalldetektor 55 und den Tastrollen 58 bzw. 59 nicht vorgenommen. Die Auswertung der Signale SK, UK, SMK läuft bei allen Grammaturen nach dem gleichen Schema ab. Bei Detektion eines Doppelbogens durch den Ultraschalldetektor 55 oder die Tastrollen 58 oder 59 wird stets nur der doppelt liegende Bogen 1 entnommen. Bei Detektion eines Pakets mittels der Tastrollen 54 wird stets der gesamte Anlegertisch 28 abgeräumt.

Die Paketkontrolle mittels der Taktrolle 22 kann weiterhin für die Absicherung des Druckspaltes zwischen dem Druckzylinder 50 und dem Übertragungszylinder 51 eingesetzt werden. Hierzu kann die aktuell gemessene Bogendicke laufend mit der vorab eingegebenen Soll-Bogendicke verglichen werden. Weicht die Ist-Bogendicke unzulässig von der Soll-Bogendicke ab, dann wird von der Steuereinrichtung 60 ein Stop-Signal für die Bogenzufuhr abgegeben.

Zur Steuerung der überlappten Zufuhr der Bogen 1 können, z. B. mittels des Signals UK des Ultraschalldetektors 55, in der Steuereinrichtung 60 die Abstände der Bogen 1 laufend gemessen und gespeichert werden.

Beim Beenden der Zufuhr der Bogen 1 müssen die Saugkästen 30–32 nacheinander belüftet werden, um den letzten Bogen 1 zuführen zu können. Hierzu können in der Steuereinrichtung 60 die Signale PK des Sensors 73 mit den Signalen der Hubsauger 8 verknüpft werden, die entstehen, wenn kein Bogen 1 mehr angesaugt wird. Damit sind die Signale an die Saugluftquelle 39 zur Belüftung eines Saugkastens 30–32 zeitlich den Signalen des Hubsaugers 8 und Sensors 73 angepasst.

1 Bogen 2 Stapel 3 Stapelbrett 4 Vereinzelungsvorrichtung 5 Motor 6,7 Getriebe 8 Hubsauger 9 Schleppsauger 10 Tastfuß 11–13 Pfeil 14 Ventilanordnung 15 Saugluftquelle 16 Blasluft 17 Blasluftquelle 18 Lockerungsbläser 19 Anschlagklappe 20 Pfeil 21 Achse 22 Taktrolle 23 Einzugswalze 24–26 Pfeil 27 Bogenlaufrichtung 28 Anlegertisch 29 Saugband 30–32 Saugkasten 33–37 Umlenkrolle 38 Motor 39 Saugluftquelle 40 Vordermarke 41 Motor 42 Getriebe 43 Pfeil 44 Schwinggreifer 45 Getriebe 46 Achse 47 Pfeil 48 Zuführzylinder 49 Druckwerk 50 Druckzylinder 51 Übertragungszylinder 52 Druckformzylinder 53 Drehgeber 54 Tastrolle 55 Ultraschalldetektor 56,57 Seitenmarke 58,59 Tastrolle 60 Steuereinrichtung 60.1 Eingabe- und Anzeigevorrichtung 61 Transportrolle 62 Achse 63 Winkelhebel 64 Eisenmetallstück 65 Wirbelstromsensor 66 Richtung 67 Halterung 68 Achse 69 Mitnehmerteil 70 Taktwelle 71 Feder 72 Halteblech 73 Sensor 74 Eisenmetallstück

Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Steuerung der Bogenzufuhr zu einer drucktechnischen Maschine,

    bei dem Bogen von einem Stapel vereinzelt und der Maschine mit einer Zufuhrvorrichtung zugeführt werden,

    bei dem mittels mehreren im Zufuhrpfad angeordneten auf die Bogen gerichteten Detektoren bei unrichtiger Vereinzelung oder Zufuhr oder beim Vorhandensein fehlerhafter Bogen Signale abgeleitet und einer Steuereinrichtung zugeführt werden,

    und bei dem zur Entnahme von doppelt oder mehrfach oder unrichtig zugeführten Bogen oder von fehlerhaften Bogen die Vereinzelung und Zufuhr angehalten wird,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass aus vorab in die Steuereinrichtung (60) eingegebenen Informationen zu den geometrischen Abmessungen der Bogen (1) der Zeitpunkt bestimmt wird, zu dem die Wirkung der Zuführvorrichtung (4, 23, 38) angehalten wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Information die Soll-Bogendicke in die Steuereinrichtung (60) eingegeben wird, dass anhand der Soll-Bogendicke eine Schwellwertdicke für das Auslösen eines Detektors (22, 73) zur Paketkontrolle festgelegt wird, indem die Soll-Bogendicke um einen festen Betrag vermehrt wird, und daß bei Mehrfachzufuhr von Bogen (1) bei Überschreiten der Schwellwertdicke der Detektor (22, 73) für die Paketkontrolle ein Signal (PK) abgibt, was den sofortigen Halt der Zufuhrvorrichtung (4, 23,38) bewirkt.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Signal generiert wird, welches einer Bedienperson anzeigt, daß alle vor dem Detektor (22, 73) und im Erfassungsbereich des Detektors (22, 73) für Paketkontrolle liegenden Bogen (1) aus dem Zuführpfad entnommen werden sollen.
  4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei Zufuhr von Doppel- oder Mehrfachbogen mit einer Gesamtdicke unterhalb der Schwellwertdicke die Zufuhr angehalten wird, wenn ein Doppel- oder Mehrfachbogen Vordermarken (40) erreicht.
  5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei Zufuhr von Bogen (1) , deren Dicke einen vorgegebenen Wert überschreitet, überprüft wird, ob mehr als ein Doppel- oder Mehrfachbogen im Zuführpfad vorhanden ist, wobei dann, wenn die Überprüfung positiv ausfällt, ein Signal generiert wird, welches einer Bedienperson anzeigt, daß alle vor dem Detektor und im Erfassungsbereich des Detektors (22, 73) für Paketkontrolle liegenden Bogen (1) aus dem Zufuhrpfad entnommen werden sollen.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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