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Dokumentenidentifikation DE10250669A1 19.05.2004
Titel Ausstattungsteil, insbesondere für den Innenraum eines Kraftfahrzeugs und Verfahren zu seiner Herstellung
Anmelder Johnson Controls GmbH, 51399 Burscheid, DE
Erfinder Schulze, Uwe, 46047 Oberhausen, DE;
Hennig, Lars, 42799 Leichlingen, DE
DE-Anmeldedatum 31.10.2002
DE-Aktenzeichen 10250669
Offenlegungstag 19.05.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.2004
IPC-Hauptklasse B68F 1/00
IPC-Nebenklasse C08J 5/12   B60R 13/02   B60K 37/00   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zur Herstellung eines mit einem Bezug, insbesondere einem Lederbezug (1), versehenen Ausstattungsteils (9) für den Innenraum eines Kraftfahrzeugs, wird der Bezug verformt und anschließend mit einem Träger (8) verbunden. Erfindungsgemäß wird der Bezug dabei zumindest partiell erwärmt, durch Pressen verformt und nach der Entnahme aus dem Preßwerkzeug (5) mit dem Träger (8) verbunden. Vorzugsweise wird der rückseitig mit einem Vlies versehene Bezug während des Pressens auf einen definierten, insbesondere in Abhängigkeit von seiner gemessenen Dicke (d1), festgelegten Abstand (a) komprimiert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines mit einem Bezug, insbesondere einem Lederbezug versehenen Ausstattungsteils für den Innenraum eines Kraftfahrzeugs, bei welchem der Bezug verformt und anschließend mit einem Träger verbunden wird, sowie ein nach diesem Verfahren hergestelltes Ausstattungsteil.

Aus der Offenlegungsschrift DE 199 11 815 A1 ist ein gattungsgemäßes Verfahren zur Herstellung lederbezogener Ausstattungsteile für den Kraftfahrzeuginnenraum bekannt. Dabei wird ein im Wesentlichen auf Sollmaß konfektionierter Lederbezug in ein Tiefziehwerkzeug eingelegt und durch Anlegen von Unterdruck gehalten. Anschließend wird mittels eines Spannrahmens eine auf Sollmaß geschnittene Schaumlage aus geschlossenzelligem, teilvernetzten Polyolefinschaum in das Tiefziehwerkzeug eingeführt, bis zum Erreichen des thermoplastischen Zustands erwärmt und auf den Lederbezug aufgelegt. Unter der Wirkung des Unterdrucks verbindet sich die Schaumlage mit dem Lederbezug ohne Verwendung zusätzlicher Klebmittel zu einem gegebenenfalls dreidimensional vorgeformten Ausstattungsteil, das durch nachfolgendes Hinterschäumen mit einem PUR-Schaum oder Verbinden mit einem vorgefertigten Trägerteil seine endgültige Gestalt erhält.

Der relativ weiche Polyolefinschaum kann dem Ausstattungsteil zwar eine ansprechende Haptik verleihen, ist jedoch im Hinblick auf sein Klimaverhalten ungünstig. Darüber hinaus können nach diesem Verfahren nur Formteile mit relativ großen Biegeradien gefertigt werden.

Aus der Praxis ist ferner bekannt, Lederbezüge für Ausstattungsteile aus einer Vielzahl von Segmenten herzustellen, die unter Ausbildung eines dreidimensionalen Formteils miteinander vernäht und nachfolgend mit dem Träger verklebt werden. Dieses Vorgehen ist einerseits aufwendig und kann zu einer optisch und/oder haptisch unbefriedigenden Häufung von Nähten führen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung komplex geformter, bezogener Ausstattungsteile bereitzustellen, deren Bezug möglichst großstückig gefertigt ist.

Lösung

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Bezug zumindest partiell erwärmt, durch Pressen verformt und nach der Entnahme aus dem Preßwerkzeug mit dem Träger verbunden wird.

Die Erwärmung erfolgt vorzugsweise im Wesentlichen auf der rückseitigen, nachfolgend dem Träger zugewandte Oberfläche des Bezugs, um die Narbung oder Struktur des Bezugs weitgehend zu erhalten. Aus verfahrenstechnischen Gründen wird der Bezug mit Vorteil vor dem Einlegen in das Preßwerkzeug erwärmt. Durch die Entkopplung von Erwärmung und Umformen kann das Werkzeug besonders effizient genutzt werden.

Die Erwärmung kann beispielsweise durch Bestrahlung des Bezugs mit IR-Strahlung erfolgen.

Der Bezug wird im Zuge des Preßvorgangs gleichzeitig randbeschnitten, wozu eine im Werkzeug umlaufende Schneidkante dienen kann. Ferner kann der Bezug beim Pressen auf einen definierten, insbesondere in Abhängigkeit von seiner gemessenen Dicke festgelegten Abstand komprimiert werden. Auch dieses Vorgehen schont die natürliche Narbung des Leders. Ein zuvor auf der rückseitigen Oberfläche des Bezugs vorzugsweise mittels eines thermoaktivierbaren Klebers vor dem Pressen aufgebrachtes Vlies, insbesondere ein Polyestervlies, kann dabei ein örtliches Dickenuntermaß des Bezugs ausgleichen.

Ein unter Anwendung dieses Verfahrens gefertiges Ausstattungsteil ist insbesondere im Innenraum eines Kraftfahrzeugs einsetzbar, beispielsweise als hochwertige Armauflage einer Fahrzeugtür oder Mittelkonsole sowie als Bezug eines Fahrzeugsitzes. Durch das erfindungsgemäße Verfahren können großflächige Bezugsteile mit komplexen Geometrien und engen Biegeradien geschaffen werden, die einstöckig ausführbar sind und daher nicht aus mehreren Segmenten zusammen genäht werden müssen. Neben Lederbezügen lassen sich auch Gewebe, insbesondere solche mit einer ausgebildeten Oberflächenstruktur nach diesem Verfahren verarbeiten.

Figuren

Die Figuren stellen beispielhaft und schematisch die Abläufe bei der Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens dar.

Es zeigen:

1 das Vorbereiten eines Lederbezugs für den Preßvorgang

2 das nachfolgende Umformen des Lederbezugs in einem Preßwerkzeug

3 die Fertigstellung des Ausstattungsteils

Wie aus 1 ersichtlich, wird ein Lederbezug 1 mit der zuvor gemessenen mittleren Dicke d1 rückseitig mit einer dünnen Schicht eines thermoaktivierbaren Klebers 2 versehen, bevor auf diesen ein Polyestervlies 3 mit einer Dicke d2 aufgelegt wird. Die Dicke d2 des Polyestervlieses 3 ist dabei größer gewählt als die Dicke d1 des Lederbezugs. Durch Bestrahlen der Rückseite des Lederbezugs 1 mittels einer IR-Lampe 4 wird der Kleber 2 aktiviert, so dass sich Polyestervlies 3 und Lederbezug 1 miteinander verbinden.

Der so geschaffene Verbund wird ein Preßwerkzeug 5 mit einer oberen Formhälfte 6 und einer unteren Formhälfte 7 eingelegt, die eine umlaufende Schneidkante 8 aufweisen (2). Die Formhälften 6, 7 werden so zueinander verfahren, dass sich zwischen ihnen im Wesentlichen, insbesondere im Bereich großflächiger Sichtflächen des Lederbezugs, ein Abstand a einstellt, der geringer ist als die zuvor gemessene Dicke d1 des Lederbezugs.

Der auf diese Weise gewonnene Verbund wird nun entnommen und, wie in 3 dargestellt, mit einem komplex geformten steifen Träger 8 aus einem porösen Werkstoff zu einem Ausstattungsteil 9 für den Innenraum eines Kraftfahrzeugs verklebt. Durch die gewählten Materialien erhält das Ausstattungsteil 9 in seiner Gesamtheit ein angenehmes Klimaverhalten.

1 Lederbezug 2 Kleber 3 Polyestervlies 4 IR-Lampe 5 Preßwerkzeug 6, 7 Formhälften 8 Träger 9 Ausstattungsteil

Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung eines mit einem Bezug, insbesondere einem Lederbezug (1) versehenen Ausstattungsteils (9) für den Innenraum eines Kraftfahrzeugs, bei welchem der Bezug verformt und anschließend mit einem Träger (8) verbunden wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Bezug zumindest partiell erwärmt, durch Pressen verformt und nach der Entnahme aus dem Preßwerkzeug (5) mit dem Träger (8) verbunden wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Wesentlichen die rückseitige, nachfolgend dem Träger (8) zugewandte Oberfläche des Bezugs erwärmt wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Erwärmung des Bezugs vor dem Einlegen in das Preßwerkzeug (5) erfolgt.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Erwärmung durch Bestrahlung des Bezugs, insbesondere mit IR-Strahlung erfolgt.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bezug im Zuge des Preßvorgangs randbeschnitten wird.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bezug während des Pressens auf einen definierten, insbesondere in Abhängigkeit von seiner gemessenen Dicke (d1) festgelegten Abstand (a) komprimiert wird.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bezug auf seiner rückseitigen Oberfläche mit einem Vlies, insbesondere einem Polyestervlies (3) versehen wird.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies vor dem Pressen mit dem Bezug verbunden wird.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies auf die rückseitige Oberfläche aufgelegt und beim Erwärmen des Bezugs unter der Wirkung eines thermisch aktivierbaren Klebers (2) mit diesem verbunden wird.
  10. Mit einem Bezug, insbesondere einem Lederbezug versehenes Ausstattungsteil (9), insbesondere für den Innenraum eines Kraftfahrzeugs, hergestellt unter Anwendung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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