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Dokumentenidentifikation DE69911033T2 03.06.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001112331
Titel SELBSTKLEBENDE FILME MIT MIKROVERVIELFÄLTIGTER TOPOGRAPHIE UND VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG UND NUTZUNG DERSELBEN
Anmelder Minnesota Mining & Manufacturing Company, St. Paul, Minn., US
Erfinder SHER, T., Frank, Saint Paul, US;
LONCAR, V., Francis, Saint Paul, US
Vertreter Vossius & Partner, 81675 München
DE-Aktenzeichen 69911033
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 17.02.1999
EP-Aktenzeichen 999570682
WO-Anmeldetag 17.02.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/US99/03414
WO-Veröffentlichungsnummer 0099065999
WO-Veröffentlichungsdatum 23.12.1999
EP-Offenlegungsdatum 04.07.2001
EP date of grant 03.09.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.06.2004
IPC-Hauptklasse C09J 7/00

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Diese Erfindung betrifft eine Haftfolie, die eine gesteuerte topographische Oberfläche von Mikrokanälen aufweist und die Verfahren zu deren Herstellung und Verwendung.

Hintergrund der Erfindung

Haftfolie, die auch als statische Haftfolie bekannt ist, wird auf Fenster und glatte Oberflächen zur vorübergehenden Verwendung als Zeichengebung oder andere funktionelle Anwendungen, wie Sonnenschutzfolien aufgebracht. Die natürliche Adhäsion der glatten flexiblen Folie kann eine ausreichende Haltekraft bereitstellen, während sie immer noch eine leichte Entfernung zuläßt. Während der Anwendung führt der Kontakt der Folienoberfläche mit einem Substrat zu einer augenblicklichen Adhäsion. Versuche, einen einheitlichen Kontakt über die gesamte glatte Oberfläche zu erzielen, führen häufig zu einem Einschluß von Luftblasen und großen Lufteinschlüssen, die nicht leicht herausgedrückt werden.

Jeder, der jemals versucht hat, eine Tapete aufzuhängen, kann die Frustration einsehen, die auftreten kann, wenn eingeschlossene Luft unter einer Folie nicht leicht entfernt werden kann. Die gebräuchlichsten Lösungen für dieses Problem sind, die Folie zu entfernen und erneut aufzubringen, oder die Folie zu perforieren, um die eingeschlossene Luft freizugeben. Mehrere Versuche, dieselbe Folie an ein Substrat anzuheften, können ihr Erscheinungsbild beeinträchtigen oder die Wahrscheinlichkeit einer ungleichmäßigen oder schlecht ausgerichteten Folie auf dem Substrat zu erhöhen. Das Perforieren einer Folie ruiniert ihr Erscheinungsbild. Die Entfernung der Luftblasen ist auch arbeitsintensiv.

Für Haftfolien bestehen frühere übliche Lösungen für dieses Problem darin, die Folie zu entfernen und erneut aufzubringen, was die Folie verschmutzen kann. Jeder Versuch, einige der Luftblasen herauszupressen weist gewöhnlich eine begrenzte Wirksamkeit auf. Eine andere Lösung des Problems ist es, das Substrat oder die Folie vor dem Aufbringen anzufeuchten, was bewirken kann, daß die Folie auf vertikalen Oberflächen gleitet, selbst wenn die Unordentlichkeit der Anbringung als annehmbar angesehen wird. Man könnte meinen, daß ein Substrat texturiert werden kann, um einen Austritt von Fluiden während der Folienanbringung zuzulassen, jedoch kann diese texturierte Oberfläche keine ausreichende Kontaktfläche dafür aufweisen, daß die Haftfolie während der gewünschten Zeitspanne haftet. Daher gibt es keine guten Lösungen für dieses Problem in der Technik.

Zusammenfassung der Erfindung

Die Probleme in der Technik des Haftfolienaufbaus und der Anbringung werden durch die vorliegende Erfindung durch die Hinzufügung einer konstruierten Topographie auf eine Hauptoberfläche der Folie gelöst.

Wünschenswerterweise sollte die Hinzufügung einer Topographie zu einer Oberfläche der Haftfolie die folgenden Faktoren berücksichtigen:

  • (1) Eine Haftfolie ohne Kanäle stellt keinen effektiven Weg zum Austritt von Fluiden in die X-Y-Dimensionen der Grenzfläche zwischen der Folie und dem Substrat bereit, insbesondere, wenn die Folie fluidundurchlässig ist. Wenn jedoch die Kanäle zu groß sind, könnte der Weg des Fluidaustritts auch ein Weg eines passiven Eintritts desselben oder anderer Fluide sein.
  • (2) Die Folie und insbesondere ihrer äußere, mit Bildern zu versehene Oberfläche darf durch die gewählte Topographie nicht nachteilig beeinflußt werden, wodurch die Größe der Kanäle in der Folie eingeschränkt wird und auch das Verfahren des Aufbaus eingeschränkt wird. Die Folie benötigt mindestens eine ebene, einheitliche Oberfläche zur Abbildung und aus anderen ästhetischen Gründen. Die Bildung großer Kanäle in der gegenüberliegenden Hauptoberfläche der Folie wird die ebene, einheitliche Oberfläche der Folie nachteilig unterbrechen, die zur Abbildung verwendet wird. Auch werden Topographien, die zu groß sind, eine unerwünschte Welligkeit oder andere Fehler des Erscheinungsbilds der Folie auf dem endgültigen Substrat erzeugen. Eine solche Welligkeit oder andere Fehler machen die Bildgraphik für die meisten kommerziellen Märkte unannehmbar, selbst im Markt kostengünstiger Haftfolien.
  • (3) Die Fläche der Haftfolie, die das Substrat tatsächlich berührt, und die Haltekraft (z. B. Schub- und Abziehhaftung) der Haftfolie beeinflussen die Bindeleistung der Folie am Substrat. Wenn entweder die Haltekraft zu schwach ist oder die Fläche des Folienkontakts zu klein ist, oder beides, ist die Leistung der Haftfolie, ohne die Verwendung eines Klebemittels zu haften, insgesamt mangelhaft. Wo es einen Folienkontakt mit dem Substrat gibt, sollte die Beschaffenheit des Kontakts im wesentlichen eben sein.

Während die Luftblasen- und Fluidaustrittsprobleme, die mit großformatigen Graphiken verbunden sind, einfach zu verstehen sind, existieren diese Probleme auch für kleine Graphiken und Abziehbilder, wo die Geschwindigkeit der Anbringung aus wirtschaftlichen oder die Herstellung betreffenden Überlegungen wichtig ist.

Das Problem des Fluidaustritts ist sogar noch akuter, wenn die Folie wirksam jeden Austritt in die Z-Achse verhindert.

Die Technik benötigt deutlich einen anderen Ansatz, um dafür zu sorgen, daß eine Haftfolie einfach, schnell und einheitlich auf Substrate in einer Weise aufzubringen ist, die den Fluidaustritt in den drei aufgezählten Faktoren steuert, die oben angegeben werden. Tatsächlich benötigt es die Technik, daß die Geometrie der Folienoberfläche so konstruiert wird, daß eine gesteuerte Topographie an jeder Folien-Substrat-Grenzfläche bereitgestellt wird, wo eine besondere Funktion erforderlich ist. Überdies benötigt es die Technik, eine Haftfolie herzustellen, die den Fluidaustritt steuert, ohne die wesentliche Leistung der Folie zu schädigen, an dem Substrat für die gewünschte Zeitspanne zu haften.

Die vorliegende Erfindung löst das Problem der eingeschlossenen Luft zwischen der Haftfolie und einem Substrat, wie Glas, indem eine Mikrokanal-Topographie auf der Befestigungsfläche der Haftfolie eingeschlossen wird. Die Topographie kann während der Herstellung durch bekannte Präge-, Gieß- oder Beschichtungs-Mikroreplikationsverfahren verliehen werden. Wenn die verhältnismäßig ebene Haftfläche mit dem Substrat in Kontakt gebracht wird, lassen die kleinen Kanäle den Austritt der Luft oder eines anderen Fluids zu. Überdies beeinflussen die kleinen Kanäle die wesentliche Leistung der Folie nicht nachteilig, am Substrat zu haften.

Vorzugsweise kann das Muster, das zur Erzeugung der Mikrokanäle gewählt wird, quadratisch, rautenförmig, hexagonal oder parallel sein, wobei die Formen irgendwelche aus abgerundeten, dreieckigen, trapezförmigen oder rechteckigen sind. Die Größen der Muster hängen von der Dicke der Haftfolie ab und können so klein wie etwa 0,1 mm breit und weniger als 25 &mgr;m tief sein, um ein Design mit einer flexiblen Funktion bereitzustellen. Die Gesamtfläche der Mikrokanäle kann so gesteuert werden, daß ein wesentlicher Abschnitt des Haftvinyls verhältnismäßig unverändert bleiben würde, um eine ausreichende Bindungsfläche bereitzustellen.

Für diese Erfindung sollte diese besondere Funktion die Vorkehrung für einen Fluidaustritt in die X-Y-Dimensionen der Folie-Substrat-Grenzfläche aufweisen, jedoch ohne das gewünschte Erscheinungsbild der äußeren, mit Bildern zu versehenden Oberfläche nachteilig beeinflussen, die für eine Abbildung eben und einheitlich bleiben sollte. Ferner sollte der Fluidaustritt gegen die „Haft-"Bindungsfestigkeit abgewogen werden, um die Grenzfläche aufrechtzuerhalten, d. h. sicherzustellen, daß die Folie weiter am Glas haften wird.

Ein Aspekt der vorliegenden Erfindung stellt eine Einrichtung zur Steuerung der Topographie einer Haftfolienoberfläche bereit, die aufweist, ein mikrogeprägtes Muster mit einer Hauptoberfläche der Haftfolie in Kontakt zu bringen und eine mikroreplizierte Oberfläche zu bilden, so daß wenn eine Grenzfläche zwischen der Folie und einem Haltesubstrat hergestellt wird, die Topographie der Folienoberfläche die Leistung der Grenzfläche zwischen jener Folie und dem Haltesubstrat steuert.

„Haftfolie" bedeutet jede Form Polymerfolie, die zur Zeit der Anbringung auf einem Haltesubstrat ausreichende Eigenschaften auf mindestens einer Hauptoberfläche derselben aufweist, um durch Anwendung einer statischen Wechselwirkung mit dem Substrat ohne die Anwendung eines Klebemittels zwischen der Folie und dem Substrat zu haften.

Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung stellt eine mikroreplizierte Folienoberfläche bereit, die durch Mikroreplikation mit irgendeiner Kontakttechnik, wie Gieß-, Beschichtungs- oder Verdichtungstechniken gebildet wird. Eine Mikroreplikation kann durch mindestens eines erzielt werden aus: (1) Gießen oder Extrudieren unter Verwendung eines Werkzeugs, das ein mikrogeprägtes Muster aufweist, (2) Beschichtung einer Folie auf einer Ablösekaschierung, die das mikrogeprägte Muster aufweist, oder (3) Schicken durch eine Quetschwalze, um die Folie gegen eine Ablösekaschierung zu pressen, die das mikrogeprägte Muster aufweist. Eine gewünschte Prägetopographie kann in Werkzeugen über irgendeine einer Anzahl wohlbekannter Techniken gebildet werden, die teilweise abhängig vom Werkzeugmaterial und den Merkmalen der gewünschten Topographie ausgewählt werden. Veranschaulichende Techniken umfassen Ätzen (z. B. über chemisches Ätzen, mechanisches Ätzen oder andere ablative Mittel, wie Laserablation oder reaktives Ionenätzen usw.), Photolithographie, Stereolithographie, Mikro-Materialbearbeitung, Rändelung (z. B. Schneidrändelung oder säureverstärkte Rändelung), Riefenbildung oder Schneiden usw.

Die mikroreplizierte Topographie befindet sich auf mindestens einer Hauptoberfläche der Folie und kann sich optional auf beiden gegenüberliegenden Hauptoberflächen der Folie befinden, die die Eigenschaften der Grenzfläche(n) in derselben oder auf unterschiedliche Weise beeinflussen, wie durch Fachleute gewünscht.

Wenn eine mikrogeprägte Kaschierung verwendet wird, kann die Kaschierung eine Ablösekaschierung (z. B. eine lösbare Aufbewahrungskaschierung für das Klebemittel oder eine Transferkaschierung zur Bewegung der Folie von einem Ort zu einem anderen) oder eine Bandhinterlegung auf einer selbstaufgewickelten Rolle sein, die auch als eine Kaschierung dient, so daß die mikrogeprägte Oberfläche der Bandhinterlegung die Oberfläche der Folie mikrorepliziert, die freigelegt wird, wenn das Band abgewickelt wird.

„Mikrogeprägt" bedeutet eine Topographie der Kaschierung oder der Gießwerkzeugbestückung, die ein effektives dreidimensionales Muster aufweist, das eine Tiefe aufweist, die kleiner als die Dicke der zusammenhängenden Folie ist. Das Muster kann miteinander verbunden oder zusammenhängend parallel sein.

„Miteinander verbunden" bedeutet, daß sich mindestens zwei dreidimensionale Merkmale im mikrogeprägten Muster schneiden, wobei sie die mikroreplizierte Bildung eines Schnitts des Inversen solcher dreidimensionalen Merkmale in der Folienoberfläche bewirken.

„Mikroreplizierte Folie" bedeutet eine Folie, die eine Topographie in mindestens einer hauptsächlichen, im wesentlichen zusammenhängenden Oberfläche aufweist, die im wesentlichen, jedoch nicht notwendigerweise vollkommen, das Inverse des mikrogeprägten Musters ist, mit dem die Folienoberfläche in Kontakt gebracht wird, und eine Kontaktfläche von mindestens etwas 35% aufweist.

„Muster" bedeutet irgendeine Gestaltung von Prägungen, die irgendeine Theorie der Geometrie nutzen, einschließlich ohne Beschränkung eine euklidische Geometrie und eine fraktale Geometrie.

Optional können die mikrogeprägten Muster mehrere sein. „Mehrere" bedeutet, daß zwei oder mehr Prägemuster auf dem Werkzeug oder der Kaschierung übereinanderliegen, um ein komplexes Muster mit unterschiedlichen Tiefen oder Höhen der Prägung zu erzeugen, um die mikroreplizierte Folie zu bilden, die ein komplexes Muster mit unterschiedlichen Tiefen oder Höhen aufweist.

Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Gegenstand, die eine mikroreplizierte Haftfolie der vorliegenden Erfindung aufweist.

Die mikrogeprägten Kaschierungen, Werkzeuge oder Quetschwalzen, die verwendet werden, um die mikroreplizierte Folie der vorliegenden Erfindung herzustellen, können ein ausgedehntes Feld von Mikroreplikationskombinationen bereitstellen, die große Zahl mikrogeprägter Muster, die Vielzahl der Prägungen und die Vielfalt der verfügbaren Materialien vorausgesetzt.

Ein Merkmal mikroreplizierter Folien der vorliegenden Erfindung ist, daß das mikrogeprägte Muster für eine effektive Zeitspanne auf der mikroreplizierten Folie während des beabsichtigten Gebrauchs bewahrt wird. Die Bewahrung der Mikroreplikation kann von Minuten bis Jahren reichen, abhängig von der Rheologie der gewählten Folie und der Anwendungsbedingungen. Ein Fluidaustritt kann nur für begrenzte Zeiten erwünscht sein.

Die Erfindung stellt nicht nur eine dreidimensionale Topographie für Folien bereit, sondern es können aufgrund der ungewöhnlichen Eigenschaften von Haftvinylmaterialien ihre Fließeigenschaften konstruiert werden. Daher beabsichtigt die Erfindung auch die effektive Verwendung der Polymerchemie und Substrataufbringungstechniken, um die vierte Dimension zu steuern, wie lang nach der Substrataufbringung die Oberfläche der Folie dreidimensional bleibt. Die Topographie muß nicht dauerhaft sein. Zum Beispiel kann es erwünscht sein, irgendeinen Abschnitt des Folie-Substrat-Grenzfläche zusammenfallen zu lassen, nachdem ein ausreichender Fluidaustritt vollendet ist.

Ein weiteres Merkmal der mikroreplizierten Klebemittel-Topographie ist die Fähigkeit, die Konstruktion der Grenzfläche für gewünschten Verwendungen zu steuern, wie Luftausschwitzen auf großen Bildgraphiken, Weichmacherwanderungswege aus Kunststoffmaterialien und andere Anwendungen, die eher einen Fluidtransport in die X-Y-Dimensionen der Grenzfläche(n), als in die Z-Achse von der Oberfläche des Klebemittels aus erfordern. Mit anderen Worten kann die Aerodynamik der Foliengrenzfläche konstruiert werden, wie erforderlich.

Ein optionales Merkmal der mikroreplizierten Folie, wenn mehrere mikrogeprägte Muster verwendet werden, ist die Fähigkeit, die Arten der Materialien zu steuern, die in Aussparungen unterschiedlicher Tiefen in der Topographie für komplexe Folienanwendungen eingeführt werden, wie eine Positionierbarkeit von Klebemitteln, wie jenen, das in den US-Patenten Nr. 5,296,277 und 5,362,516 (beide von Wilson et al.) und 5,141,790 (Calhoun et al.) und 5,795,636 (Keller et al.) offenbart werden.

Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung einer konstruierten Haftfolienoberfläche, die spezifischen beabsichtigten Verwendungen für eine gesteuerte Zeitspanne dienen, wenn sie auf ein anderes Material übertragen oder angeheftet werden.

Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist eine Haftfolie, die einen effektiven Fluidaustritt bereitstellt, ohne ihr Erscheinungsbild nachteilig zu beeinflussen, wenn sie auf dem Substrat haftet.

Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist die Fähigkeit der Folienoberfläche(n), Fluide, wie Gase, eingeschlossene Luft, Weichmacher oder Feuchtigkeit aus der Ebene der Klebemitteloberfläche unabhängig von den spezialisierten Zusammensetzungen oder Formulierungen der Folie auszustoßen.

Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist die Bildung derselben oder anderer Klebemittel-Topographien auf jeder der gegenüberliegenden Hauptoberflächen der Folie aus Funktions- und dekorativen Gründen oder beiden. Zum Beispiel könnte eine Foliengrenzfläche eine Weichmacherwanderung von einer konstruierten Topographie bereitstellen, und die gegenüberliegende Hauptoberfläche könnte einen Fluidaustritt aus einer zweiten konstruierten Topographie bereitstellen.

Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist die Fähigkeit der Folienoberfläche(n), einen gesteuerten Eintritt von Fluiden zu einer gewünschten Zeit zuzulassen, um die Grenzfläche(n) zu beeinflussen, um die Entfernung zu erleichtern, Oberflächeneigenschaften zu ändern, zusätzliche Abhilfsmaßnahmen und dergleichen bereitzustellen.

Andere Merkmale und Vorteile werden aus den Ausführungsformen der Erfindung deutlich werden, die unten in Bezug auf die Figur beschrieben werden.

Kurze Beschreibung der Zeichnung

1 ist eine Rasterelektronen-Mikrophotographie einer doppelten mikrogeprägten Kaschierung oder eines Werkzeugs, das verwendet worden ist, um eine Folienoberfläche der vorliegenden Erfindung herzustellen.

Ausführungsformen der Erfindung

Das Aufbringen von Mustern auf Oberfläche(n) der Haftfolie kann die Offenbarungen der PCT-Patentveröffentlichungen WO98/29516 und WO98/29231 einsetzen.

1 zeigt ein Beispiel der komplexen Topographie, die auf Kaschierungen oder einem Werkzeug erzeugt werden kann. Diese Rasterelektronen-Mikrophotographie zeigt ein ebenes oder zylindrisches Werkzeug 20, das eine Oberfläche 22 mit einem Muster 24 von Prägungen und optional ein zweites Muster 26 von Prägungen aufweist. Ebene Werkzeuge können in einem schubweisen Prägeverfahren verwendet werden; zylindrische Werkzeuge (z. B. Bänder oder Trommeln) können in einem kontinuierlichen Prägeverfahren verwendet werden. Die Folie kann auf dieses Werkzeug gegossen werden. Alternativ kann das Inverse dieses Muster auf einer Kaschierung erzeugt werden, die dann zum Gießen der Folie verwendet wird. Auf die eine oder andere Art kann die Folienoberfläche eine konstruierte und gesteuerte Topographie aufweisen.

Eine sorgfältige Betrachtung der 1 zeigt ein Muster 24, das sowohl verhältnismäßig ebene Abquetschflächen 27, d. h. große Quadrate, die aus der anfänglichen Oberfläche 22 des Werkzeugs 20 eingedrückt worden sind, als auch eine Reihe von Rippen 28 aufweist, die aus dem Material bestehen, das während des Prägeverfahrens aus den Abquetschflächen 27 bewegt wird. Das Muster 26 bildet eine Anordnung von Vertiefungen 29.

Wenn mehrere Prägemuster erwünscht sind, kehrt das Herstellungsverfahren die Reihenfolge der Prägungen um, wobei das/die erforderliche(n) Muster zuletzt kommen. Die Herstellung des doppelt geprägten Werkzeugs 20 erfordert tatsächlich, daß das zweite Prägemusters 26 zuerst gebildet wird, und zweitens anschließend das erforderliche erste Prägemuster 24 gebildet wird. Zwischen der Zeit der Herstellung der beiden Prägemuster kann ein erwünschtes Material, wie Glasperlen, in das optionale zweite Prägemuster 26 eingeführt werden, in einer Weise, die im US-Patent Nr. 5,296,277 offenbart wird (Wilson et al.).

Das resultierende mehrfach mikrogeprägte Werkzeug 20 weist eine Gesamtfläche „T", eine erste Fläche „A" für Abquetschflächen 27, die während der Prägung des Musters 24 erzeugt werden, und eine Fläche „B" für Rippen 28, die während der Prägung des Muster 24 erzeugt werden, und eine Fläche „C" für Vertiefungen 29, die sich sowohl in Abquetschflächen 27 als auch Rippen 28 befinden. Folglich ist T = A + B und die gesamte Fläche C liegt entweder in der Fläche A oder B oder beiden.

Die Muster 24 und 26 können entsprechend den Erfordernissen in der Technik verändert werden, wobei erkannt wird, daß die Muster aufeinander liegen. Zum Beispiel sind in 1 die Abquetschflächen 27 unterbrochen, da sich getrennte Vorsprünge auf der Werkzeugbestückung zur Bildung der Muster 24 nicht gegenseitig schneiden. Ebenso sind Vertiefungen 29 unterbrochen, da sich getrennte Vorsprünge auf der Werkzeugbestückung zur Bildung der Muster 26 nicht gegenseitig schneiden.

Das Ergebnis des Musters 24 erzeugt voneinander getrennte Abquetschflächen 27, und das Ergebnis des Musters 26 erzeugt voneinander getrennte Vertiefungen 29. Die miteinander verbunden Rippen 28 sind ein Nebenprodukt der Prägung getrennter Abquetschflächen 27.

Die Topographie des/der Werkzeug(e), die zur Erzeugung verwendet werden, ist ein Vorderseitenbild der endgültigen Topographie der mikroreplizierten Folienoberfläche, wobei das Werkzeug 20 als ein Umkehrbild zur Übertragung des Bildes des/der Werkzeug e) auf die mikroreplizierte Folie dient. Daher ist/sind die Topographie(n) des/der Prägewerkzeuge) für das Werkzeug 20 im wesentlichen die Topographie der mikroreplizierten Folie.

Wenn die Prägung direkt auf die Folie durchgeführt wird, ist die Topographie des/der Prägewerkzeug e) das Umkehrbild der Topographie der Folie.

Wie in 1 zu sehen ist, kann für die Ausführungsform der Folie, die aus den Mustern 24 und 26 hergestellt werden soll, der prozentuale Anteil der Fläche der Abquetschflächen 27 an der Oberfläche 22 (A zu T) von etwa 35% bis etwa 99% reichen. Wünschenswerterweise kann der prozentuale Anteil von etwa 50% bis etwa 98% reichen. Vorzugsweise kann der prozentuale Anteil von etwa 60% bis etwa 97% reichen. Bevorzugter kann der prozentuale Anteil von etwa 70% bis etwa 96% reichen. Am bevorzugtesten kann der prozentuale Anteil von A zu T von etwa 85% bis etwa 95% reichen; um einen adäquaten Fluidaustritt bereitzustellen, ohne die Adhäsion am Haltesubstrat nachteilig zu beeinflussen. Mit anderen Worten bestimmt der prozentuale Anteil von A zu T im wesentlichen die Kontaktfläche für die mikroreplizierte Folie am Haltesubstrat. Der prozentuale Anteil jeweils der Flächen der miteinander verbunden Rippen 28 an der Oberfläche 22 (B zu T) sind jeweils die Reste. Das Arbeiten innerhalb der prozentualen Anteile, die in diesem Abschnitt beschrieben werden, schadet der Fähigkeit der Haftfolie nicht, am Substrat zu haften, wenn das Polymer für die Haftfolie geeignet gewählt wird.

Der prozentuale Anteil der Fläche der Vertiefungen 29 an der Oberfläche 22 (C zu T) kann von etwa 1% bis etwa 70% reichen. Vorzugsweise kann der prozentuale Anteil von etwa 2% bis etwa 25% reichen. Am bevorzugtesten kann der prozentuale Anteil von C zu T von etwa 3% bis etwa 15% reichen.

Diese prozentualen Anteile, die bezüglich des Werkzeugs 20 ausgedrückt werden, bewirken annähernd dieselben prozentualen Anteile der umgekehrten Topographie der mikroreplizierten Folie. Jedoch ist die vorliegende Erfindung nicht durch diese prozentualen Anteile hinsichtlich der Fläche der Vertiefungen 29 beschränkt, wenn das Volumen der Vertiefungen 29 oder die Geometrie geschaffen werden, die verwendet wird, um diese Vertiefungen zu erzielen. Mit anderen Worten können die Vertiefungen 29 innerhalb des oben ausgedrückten prozentualen Flächenanteils jede feste Geometrie annehmen, die durch Fachleute gewünscht ist.

Die Prägung der Muster 24, um Abquetschflächen 27 zu erzeugen, bewegt Material in die Rippen 28. Wie die Bildung von Bergen aus der Bewegung großer Landmassen, erheben sich Rippen 28 aus der Oberfläche 22. Während die Tiefe der Prägung der Abquetschflächen nur zu einer Tiefe von wenigen Mikrometern führt, erheben sich Rippen aus der Oberfläche 22 zu einer Höhe, die von etwa 3 bis etwa 75 &mgr;m, vorzugsweise von etwa 5 bis etwa 50 &mgr;m und am bevorzugtesten von etwa 6 bis etwa 40 &mgr;m reicht.

Die Tiefe der Prägungen für das optionale Muster 26 kann von etwa 4 bis etwa 200 &mgr;m, vorzugsweise von etwa 8 bis etwa 100 &mgr;m und am bevorzugtesten von etwa 10 bis etwa 30 &mgr;m reichen. Da die Prägung des Musters 26 vor der Prägung des Musters 24 stattfindet, sind die hier benannten Tiefen ein sich addierender Effekt beider Prägungen, nicht notwendigerweise der Höhe des Prägewerkzeugs.

Überdies sollte es für Fachleute klar sein, daß die Größe der Prägewerkzeugbestückung, die benötigt wird, die Tiefe der erwünschten Prägung aufgrund der viskoelastisches Eigenschaften des Werkzeugs 20 überschreiten kann, das geprägt wird.

Die „Seitenwände" der Prägungen für irgendeines der Muster 24, Muster 26 oder jeder Kombination von ihnen können jede gewünschte Form aufweisen, die von einem konstanten Krümmungsradius bis zu jeder polygonalen Form mit mindestens 2 Oberflächen innerhalb des Musters 24 oder 26 reichen. Nicht beschränkende Beispiele der Prägungsformen umfassen im Querschnitt gekrümmte, rechteckige, trapezförmige, dreieckige, zweigipflige und dergleichen. Das US-Patent Nr. 5,296,277 (Wilson et al.) beschreibt einige der Variablen, die zu berücksichtigen sind, wenn Vertiefungen 29 gebildet werden, um Zapfen in der mikroreplizierten Folie bereitzustellen.

Die Breite der Prägungen in irgendeinem der Muster 24, Muster 26 oder jeder Kombination von ihnen kann sich ändern, wie benötigt. Zum Beispiel ist in 1 die Breite der Prägungen, die Abquetschflächen 27 und Vertiefungen 29 erzeugen, für die Oberfläche 22 verhältnismäßig einheitlich. Jedoch kann sich das Muster über die Oberfläche 22 zum Fluidaustritt verändern, nicht unähnlich zu einer Nebenflußanordnung in einer Wasserscheide.

Um zum Beispiel Mikrokanäle zum Fluidaustritt zu erzeugen, könnte man ein Werkzeug 20 verwenden, das ein Muster 24 aufweist, das die Rippen 28 erzeugt, das eine endgültige Breite an der Basis, nachdem die viskoelastischen Eigenschaften ihr Gleichgewicht erreicht haben, von weniger als etwa 400 &mgr;m und vorzugsweise von etwa 50 bis 200 &mgr;m aufweist. Die Rippen 28 in der 1 sind etwa 100 &mgr;m breit.

Eine Präzision der topographischen Gestaltung des Werkzeugs 20 kann unter Verwendung einer Vielfalt von Bearbeitungstechniken erzielt werden. Die Werkzeugmaschinenindustrie ist in der Lage, Werkzeuge mit jedem Muster herzustellen, das durch Fachleute gewünscht wird. Euklidische geometrische Muster können mit irgendeinem Muster der Größe, Form und Tiefe des Prägevorsprungs in irgendeiner Anzahl von Schritten hergestellt werden.

Werkzeuge können von ebenen Pressen zu zylindrischen Trommeln zu anderen krummlinigen Formen reichen, abhängig davon, wie es erwünscht ist, die Musterungsschritte auszuführen.

Nicht begrenzende Beispiele von Quellen der Werkzeugbestückung umfassen kommerzielle Quellen von photolithographischen Druckplatten und Zylindern, Präzisionstiefdruckplatten und -Zylindern, laserbearbeitete Platten und Zylinder und dergleichen.

Die Folien können aus einer Vielfalt von herkömmlichen Polymerfolienformulierungen ausgewählt werden, um die erwünschte Topographie der vorliegenden Erfindung zu erreichen. Durch diesen Vorteil kann die Folie unter Verwendung irgendeiner kommerziellen Technik mit Bildern versehen werden, einschließlich Elektrographie, Tintenstrahl, Siebdruck, Flexographie, elektronisches Schneiden oder andere Abbildungs- oder graphische Techniken.

Nicht begrenzende Beispiele von Folien umfassen (entweder weichmacherhaltige oder flexible) Polyvinylchloridfolien, Polyurethanfolien, Polyethylenfolien mit hoher Dichte. Polypropylenfolien, biaxial orientierte Polypropylenfolien, klebrig gemachte lineare Polyethylenfolien mit niedriger Dichte, Acrylonitril/Butadien/Isopren-Folien, Acrylonitril/Butadien-Copolymere, (entweder statistische oder Block-) Styrol/Butadien-Copolymere, (entweder statistische oder Block-) Styrol/Isopren-Copolymere, Styrol/Ethylen-Butylen-Blockcopolymere und deren Kombinationen, als auch andere Folien, die in der Technik zur Herstellung von Haftfolien bekannt sind. Chemische Eigenschaften und die Polymerphysik der Folie können verwendet werden, um die vierte Dimension, den Bestand der dreidimensionalen mikroreplizierten Folien der Erfindung zu steuern. Ein Verständnis der Rheologie, wie der Kriechkomplianz einer Folie können bei der Steuerung helfen, wie schnell oder ob sich die Mikrokanäle nach der Aufbringung schließen.

Es können mehrere Zusammensetzungen der Folie eingesetzt werden. Eine Musterbeschichtung von Folien kann in der PCT-Patentveröffentlichung WO96/15715 (Yasis et al.) gefunden werden.

Wenn man zum Beispiel wünscht, unterschiedliche rheologische Eigenschaften auf einer gegebenen Folie vorzufinden, könnte man Folienschichten mit einem Muster beschichten, z. B. konzentrisch, um zu steuern, wie schnell sich bestimmte Abschnitte der Mikrokanäle schließen. Im Nebenfluß-Beispiel könnte das Folienmuster, das auf dem relativen Inneren der Oberfläche aufgetragen ist, schneller fließen und die Mikrokanäle gegenüber einem Fluideintritt verschließen, während Mikrokanäle der relativen äußeren Begrenzung der Oberfläche eine fortgesetzte „Entwässerung" von Fluiden aus dem Inneren der Foliengrenzfläche zur äußeren Begrenzung zulassen.

Wenn ein Werkzeug 20 verwendet wird, kann es irgendeine Metall- oder Polymerplatte oder Zylinder oder Band sein, das Fachleuten der mikroreplizierten Prägemuster bekannt ist.

Wenn eine Kaschierung verwendet wird, kann die Kaschierung irgendeine Ablöse- oder Übertragungskaschierung sein, die Fachleuten zur Verwendung mit Folien bekannt ist und die in der Lage ist, mikrogeprägt zu werden. Nicht begrenzende Beispiele von Kaschierungen umfassen eine Vielfalt von kommerziellen Materialien von 3 M, St. Paul, Minnesota und anderen kommerziellen Herstellern von Kaschierungsprodukten, wie Rexam Release Corporation, Oakbrook, Illinois oder Daubert Coated Products, Westchester, Illinois. Solche Kaschierungen sind typischerweise polyethylenbeschichtete Papiere mit kommerziellen Silikon-Ablösebeschichtungen; polyethylenbeschichtete Poly(ethylenterephthalat)-Folien mit kommerziellen Silikon-Ablösebeschichtungen; oder Gieß-Polyolefinfolien, die mit Muster(n) geprägt werden können, während solche Folien hergestellt werden, und danach mit kommerziellen Silikon-Ablösebeschichtungen beschichtet werden. Zusätzliche Kaschierungen werden in den Patenten von Calhoun et al. und Wilson et al. benannt.

Alternativ können beide Hauptoberflächen der Folie unter Verwendung desselben oder unterschiedlicher Werkzeug e) 20 mikrorepliziert werden, um dieselben oder unterschiedliche Folien-Funktionseigenschaften auf den beiden unterschiedlichen Foliengrenzflächen während des Gebrauchs bereitzustellen.

Zum Beispiel können unterschiedliche Arten des Fluidaustritts aus den unterschiedlichen Foliengrenzflächen erwünscht sein, nämlich ein Gasaustritt an einer Grenzfläche und ein Flüssigkeitsaustritt an der anderen.

Nützlichkeit der Erfindung

Bildgraphik-Folien werden durch die mikroreplizierten Folienoberflächen der vorliegenden Erfindung unterwartet verbessert. Bildgraphikfolien, die Folienoberflächen der vorliegenden Erfindung aufweisen, können verwendet werden, um einen Fluidaustritt für eine vorbestimmte Zeitspanne entsprechend der Rheologie der Folien (Kriechkomplianz, Elastizitätsmodul usw.) sicherzustellen.

Zum Beispiel kann ein Fachmann den Fluidaustritt steuern, jedoch den Fluideintritt an der Foliengrenzfläche minimieren, indem (a) eine geeignete Folie ausgewählt wird und (b) eine erfindungsgemäße Topographie gebildet wird und (c) die Folie geeignet auf das Haltesubstrat aufgebracht wird. Dies sorgt für einen Luftaustritt während des Anbringens, dichtet jedoch danach die Grenzfläche zwischen der Folie und dem Haltesubstrat ab.

Alternativ kann ein Fachmann eine Folie auswählen, die eine andere Rheologie aufweist, um die Topographie der Folienoberfläche für eine längere Zeitspanne nach der anfänglichen Anbringung zu bewahren, um mehrere Neuanbringungen an dasselbe oder ein anders Haltesubstrat zuzulassen oder um die verfügbaren Wege für den Fluidaustritt zu maximieren.

Folienoberflächen der vorliegenden Erfindung verbessern den wirtschaftlichen Wert, indem die Herstellungskosten reduziert werden, die Arbeitskosten während der Anbringung reduziert werden und die durch Folien-Grenzflächenprobleme erforderliche Wartung minimiert wird.

Es wird üblicherweise eine Wellenfrontbewegung verwendet, um Großbilder oder Graphiken auf ein Haltesubstrat aufzubringen. Diese Graphiken profitieren von der Folientopographie der vorliegenden Erfindung, da überraschenderweise die Mikrokanäle der Folie nicht nur den Fluidaustritt während der Folienanbringung an dem Substrat unterstützen, sondern auch den Anbringungsprozeß überstehen, der große Druckschwankungen umfaßt, so daß Wege des Fluidaustritts für die restlichen Lufteinschlüsse bereitgestellt werden.

Weitere Merkmale, Vorteile und Ausführungsformen werden in den Beispielen beschrieben.

Beispiele
  • 1. Zu 50 g eines Plastisols, das etwa 42 Teile Diundecylphthalat-Weichmacher pro hundert Teile Polyvinylchlorid (von Geon, Brecksville, Ohio) enthielt, wurden 5 g Weichmacher Santicizer 711-P (von Monsanto, St. Louis, Missouri) hinzugegeben. Das modifizierte Plastisol wurde in einer dicken Schicht auf einer geätzten Magnesiumlegierungsplatte ausgebreitet, die zwei Sätze paralleler erhabener ebener Rippen aufwies, die sich schnitten, um ein rautenförmiger Gittermuster zu bilden. Die Rippen waren in der Mitte 1,27 mm beabstandet, auf der ebenen Oberseite 0,15 mm breit (ausgerundet mit der Basis), und nominal 50 &mgr;m hoch. Die beschichtete Platte wurde in einem Ofen bei 204°C für 2 Minuten angeordnet, und nach der Abkühlung wurde die dicke durchscheinende Haftfolie von der Platte abgezogen. Die Haftfolie wies eine rautenförmige Gitteranordnung von ausgesparten Kanälen auf, die den Rippen der Platte entsprachen. Die Folie wies partielle Hafteigenschaften auf. Die Folie wurde mit der Hand auf Fensterglas aufgebracht, und die Luftblasen und Einschlüsse wurden leicht (durch einen seitlichen Luftaustritt durch die Kanäle) herausgepreßt.
  • 2. Es wurde dem Arbeitsablauf des Beispiels 1 gefolgt, außer daß 10,7 g Weichmacher Santicizer 711-P zu 47,6 g des Plastisols hinzugegeben wurden, und das modifizierte Plastisol auf die mit Rippen versehene Platte unter Verwendung eines #75 Meyer-Beschichtungsstabs aufgetragen wurde. Eine 0,19 mm (7,5 Milliinch) dicke durchscheinende Folie wurde erhalten, die gute Hafteigenschaften zeigte. Die Topographie wurde unter Verwendung eines Interferometers WYKO RST (WYKO Corporation, Tucson Arizona) und eines optischen Mikroskops untersucht. Die Kanäle waren auf der Folienoberfläche etwa 0,3 mm breit, auf den ebenen Unterseiten etwa 0,15 mm breit und etwa 45–47 Mikrometer tief. Wenn sie lose auf Fensterglas aufgebracht wurde, so daß Lufteinschlüsse gebildet wurden (jedoch ein ernstes Knittern der Folie vermieden wurde), wurden die Lufteinschlüsse leicht durch einen seitlichen Luftaustritt unter der Folie herausgepreßt.
  • 3. Beispiel 2 wurde wiederholt, außer daß nach dem ersten Schmelzschritt eine zusätzliche Schicht aus Plastisol auf die Folie aufgetragen und geschmolzen wurde. Dies lieferte eine 0,254 mm (10 Milliinch) dicke Folie. In einer ähnlichen Weise wurde eine Folie auf einer ebenen Ablösekaschierung hergestellt. Die Anbringung der Mikrokanal-Haftfolie mit der Hand auf Glas war verhältnismäßig einfach und lieferte einen einheitlichen Kontakt an dem Glas. Die in Kontakt gebrachte Folie wies ein einheitliches, glattes, visuell annehmbares Erscheinungsbild und ausgezeichnete Hafteigenschaften auf. Die Anbringung der Vergleichsprobe war schwierig, und es wurden eingeschlossene Lufteinschlüsse gebildet. Die aufgebrachte Vergleichsprobe wies viele eingeschlossene Blasen auf.
  • 4. Beispiel 3 wurde wiederholt, außer daß die Gießplatte zwei Sätze paralleler durchgehender erhabener Rippen aufwies, die sich schnitten, um ein quadratisches Gittermuster zu bilden. Die Rippen, die in der Mitte 2,54 mm beabstandet waren (d. h. 10 Linien pro Inch, verglichen mit 20 lpi für die vorherigen Beispiele), waren auf der ebenen Oberseite 40 &mgr;m breit, zu einer Basisbreite von etwa 85 bis 100 &mgr;m konisch erweitert, und waren 31 &mgr;m hoch. Die geschmolzene Haftfolie wies eine ebene Seite ohne eine Mikrostruktur auf, und die andere ebene Seite wies zwei sich schneidende Sätze paralleler ausgesparter Kanäle mit 10 Linien pro Inch auf, die etwa 30 &mgr;m tief, an der Oberfläche etwa 100 &mgr;m breit und auf der Unterseite der Kanäle etwa 60 &mgr;m breit waren. Die Folie wurde lose auf glattem Glas drapiert und leicht ohne einen Einschluß von Luftblasen flach auf die Glasoberfläche gedrückt. Ebenso konnten irgendwelche Lufteinschlüsse, die anfänglich durch eine ungleichmäßige Anbringung der Folie gebildet wurden, leicht flach gedrückt werden. Die resultierende aufgebrachte Folie wies ein gutes gleichmäßiges Erscheinungsbild und eine gute Haftung zur Anbringung an vertikalen Oberflächen auf. Die Folie konnte auch ohne einen Verlust der Luftfreisetzungseigenschaften entfernt und erneut verwendet werden.
  • 5. Ein Terpolymer, das aus 35 Gew.-% Acrylonitril, 58 Gew.-% Butadien und 7 Gew.-% Isopren besteht, das durch den Handelsnahmen Nipol DN-1201L (Zeon Chemical Co.) bezeichnet wird, wurde in Methylethylketon mit einer Konzentration von 25 Gew.-% Feststoffen aufgelöst. Diese Lösung wurde dann auf eine Mikrorippen-Kaschierung aufgetragen, die Rippen aufwies, die in die Oberfläche der Kaschierung geprägt waren. Die Rippen waren nominell 18 &mgr;m hoch, 90 &mgr;m breit und waren in der Mitte 1270 &mgr;m beabstandet. Die Lösung wurde nominell 200 &mgr;m dick im nassen Zustand unter Verwendung eines Kerbstab-Auftragmaschine aufgetragen, die dann für 10 Minuten bei 65°C getrocknet wurde. Die resultierende Polymerfolie war nominell 50 &mgr;m dick und wies Mikrokanäle in dem Abschnitt der Folie auf, der die Kaschierung berührte. Die Mikrokanäle waren nominell 18 &mgr;m tief, 90 &mgr;m breit und wiesen einen Mitte-Mitte-Abstand von 1270 &mgr;m auf. Diese Folie konnte an verschiedene Substrate, wie Glas, Metall oder andere Polymere angeheftet werden. Die Mikrokanäle ließen es zu, daß Luft während der Anbringung entwich, so daß irgendwelche Blasen unter der Folie beseitigt wurden. Die Folie wäre abhängig vom Substrat entweder dauerhaft gebunden oder entfernbar. Diese Erscheinung wird detaillierter in der internationalen Veröffentlichung PCT/US94/02231 beschrieben. Der Forschritt gegenüber der Technik ist, daß die Hinzufügung der Mikrokanäle die direkte Anbringung der Folie Nipol DN 1201-L ohne einen Bedarf nach einer Trägerbahn zuläßt, die sich entweder in der Folie befindet oder auf eine Oberfläche der Folie aufgetragen ist, um die Folie zu handhaben. Dies stellt eine beträchtliche Kosteneinsparung sowohl bei den Rohmaterialien als auch bei der Herstellung dar. Ferner ist der beschriebene Aufbau dünner und nachgiebiger, was eine Anbringung auf ein weiteres Feld von Oberflächen zuläßt.
  • 6. Die im Beispiel 5 beschriebene Folie wurde über das ScotchPrintTM-Transferverfahren bedruckt, das durch Minnesota Mining and Manufacturing Company, St. Paul, MN, USA vertrieben wird. Ein Stück Folie auf der Kaschierung von Beispiel 4, das annähernd 15 cm mal 30 cm groß war, wurde mit einem bedruckten Stück ScotchPrintTM Transfer Media 8601 wärmelaminiert, wobei die bedruckte Seite zur Folie Nipol DN 1201-L wies. Dieser Aufbau wurde durch eine Heißlaminiermaschine 3 M Modell C bei 426 kPa (64 psi), 96°C und einer Vorschubgeschwindigkeit von 45 cm/min geschickt. Es wurde eine ausgezeichnete Übertragung erhalten. Die resultierende bedruckte Folie konnte auf ein Substrat für eine graphische Anzeige aufgebracht werden. Es wurden keine anderen Folien oder Beschichtungen benötigt, um diese Graphik herzustellen.
  • 7. Beispiel 6 wurde wiederholt, außer daß die Vorschubgeschwindigkeit durch die Laminiermaschine auf 300 cm/min erhöht wurde. Es wurde eine ausgezeichnete Übertragung erhalten.
  • 8. Beispiel 6 wurde wiederholt, außer daß ScotchPrintTM Transfer Media 8603 verwendet wurde und die Vorschubgeschwindigkeit auf 150 cm/min erhöht wurde. Es wurde eine ausgezeichnete Übertragung erhalten.
  • 9. Beispiel 8 wurde wiederholt, außer daß die Vorschubgeschwindigkeit auf 380 cm/min erhöht wurde. Es wurde eine gute Übertragung erhalten.

Anspruch[de]
  1. Gegenstand, der eine Schicht Haftfolie aufweist, die eine miteinander verbundene mikroreplizierte Haftfolienoberfläche aufweist.
  2. Gegenstand nach Anspruch 1, wobei die mikroreplizierte Haftfolienoberfläche ein komplexes Muster mit unterschiedlichen Tiefen oder Höhen aufweist.
  3. Gegenstand nach Anspruch 1 oder 2, wobei sich unterschiedliche Arten von Materialien auf der mikroreplizierten Haftfolienoberfläche befinden.
  4. Gegenstand nach einem der Ansprüche 1–3, wobei die Rheologie der Haftfolie die mikroreplizierte Haftfolienoberfläche für eine effektive Zeitspanne bewahrt.
  5. Gegenstand nach einem der Ansprüche 1–4, der ferner ein Haltesubstrat und eine Grenzfläche zwischen dem Haltesubstrat und der mikroreplizierten Haftfolienoberfläche aufweist, wobei die mikroreplizierte Haftfolienoberfläche einen Fluidaustritt aus der Grenzfläche steuert.
  6. Gegenstand nach einem der Ansprüche 1–5, wobei die Schicht ferner eine gegenüberliegende mikroreplizierte Haupthaftfolienoberfläche aufweist.
  7. Gegenstand nach einem der Ansprüche 1–6, wobei die mikroreplizierte Haftfolienoberfläche aus mindestens zwei mikrogeprägten Mustern besteht.
  8. Verfahren zur Steuerung der Topographie eines Gegenstands nach einem der Ansprüche 1–7, das aufweist:

    in Kontakt bringen eines mikrogeprägten Musters mit einer Hauptoberfläche der Haftfolie und Bilden einer mikroreplizierten Oberfläche, so daß wenn eine Grenzfläche zwischen der Haftfolie und einem Haltesubstrat hergestellt wird, die Topographie der Haftfolienoberfläche die Funktion der Grenzfläche zwischen jener Haftfolie und dem Haltesubstrat steuert.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei der Kontaktschritt aus der Gruppe ausgewählt wird, die aus Gießtechniken, Beschichtungstechniken und Verdichtungstechniken besteht.
  10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, wobei sich das mikrogeprägte Muster auf einer Ablösekaschierung oder einer Bandhinterlegung befindet.
  11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8–10, wobei das mikrogeprägte Muster ein mehrfach mikrogeprägtes Muster ist und wobei unterschiedliche Arten von Materialien in Aussparungen unterschiedlicher Tiefen des mehrfach mikrogeprägten Musters eingeführt werden.
  12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8–11, das ferner den Schritt des in Kontakt Bringens der mikroreplizierten Haftfolienoberfläche mit dem Haltesubstrat aufweist, um einen gesteuerten Fluidaustritt aus der Grenzfläche zwischen der Haftfolienoberfläche und dem Haltesubstrat bereitzustellen.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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