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Dokumentenidentifikation DE60005091T2 17.06.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001064845
Titel Viruzide und sporizide Zusammensetzung
Anmelder Kao Corp., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Okauchi, Yuji, Wakayama-shi, Wakayama, JP;
Moriyama, Tadashi, Wakayama-shi, Wakayama, JP;
Hiramatsu, Hiroyoshi, Wakayama-shi, Wakayama, JP;
Hioki, Yuichi, Wakayama-shi, Wakayama, JP
Vertreter HOFFMANN · EITLE, 81925 München
DE-Aktenzeichen 60005091
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 30.06.2000
EP-Aktenzeichen 001131747
EP-Offenlegungsdatum 03.01.2001
EP date of grant 10.09.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.06.2004
IPC-Hauptklasse A01N 37/20
IPC-Nebenklasse A01N 37/16   

Beschreibung[de]
TECHNISCHES GEBIET

Die Erfindung betrifft eine Viruzidzusammensetzung und/oder eine Sporizidzusammensetzung.

STAND DER TECHNIK

Einige Bazillusarten produzieren robuste Sporen (Endosporen), die bakterielle Sporen genannt werden. Es ist bekannt, dass Sporen eine hohe Widerstandskraft gegenüber einer toxischen Wirkung, einschliesslich einer hohen Temperatur durch Hitze, Trocknen, einem Wirkstoff und anderen aufweisen und dass selbst solche, die über mehrere Jahre bis mehrere zehn Jahre ruhen, sich regenerieren können. Daher ist es auf Gebieten wie der Medizin und der Lebensmittelindustrie zum Standard beim Sterilisieren geworden, dass Sporen vollständig abgetötet werden.

Im Falle eines medizinischen Instruments und einer in einem Krankenhaus verwendeten Ausstattung, einer Schutzeinrichtung usw. ist es notwendig, eine germizide Reinigungsbehandlung im Hinblick auf die Vorbeugung einer Infektion und dergleichen im Krankenhaus usw. vollständig durchzuführen. Es sind verschiedene Germizide, Desinfektionsmittel usw. bekannt, um die germizide Reinigungsbehandlung in einer solchen Weise durchzuführen.

Zum Beispiel wird in JP-A-62-63504 eine Germizidzusammensetzung, enthaltend ein kationisches Tensid, ein anorganisches Peroxid und einen Aktivator für. das anorganische Peroxid, offenbart. Für die Behandlung von Sporen mit einer hohen Widerstandskraft gegenüber Wirkstoffen sind jedoch herkömmliche Germizide unzureichend, und daher sind Glutaraldehyd und Peressigsäure mit einem breiten antibakteriellen Spektrum verwendet worden.

Zudem ist für die Behandlung von Viren mit einer starken Widerstandsfähigkeit gegenüber Wirkstoffen ein Germizid für herkömmliche Keime unzureichend, und daher sind Glutaraldehyd und Peressigsäure mit einem breiten antibakteriellen Spektrum verwendet worden. Weiterhin wird in JP-A-8-502047 offenbart, dass eine wässrige Lösung, enthaltend eine aliphatische Persäure und die entsprechende aliphatische Säure in einem speziellen molaren Verhältnis und Wasserstoffperoxid, als ein Viruzid verwendet wird.

Beispiele der germiziden Reinigungsbehandlung unter Verwendung von Glutaraldehyd und/oder Peressigsäure, umfassen im Falle einer germiziden Reinigung eines Endoskops, die Durchführung einer Sterilisationsbehandlung mittels Glutaraldehyd und/oder Peressigsäure nach einer primären Desinfektion unter Verwendung eines Germizids vom Typ eines quaternären Ammoniumsalzes, eines Alkohols, von superoxidiertem Wasser, eines amphoteren Tensids usw. und/oder einem Reinigungsschritt unter Verwendung eines Enzympräparats, eines neutralen Reinigungsmittels usw. und, falls erforderlich, einer Desinfektion in einem Autoklaven und/oder einer Trockensterilisation mittels Hitze.

Die oben erwähnte Behandlung nimmt jedoch eine lange Zeit in Anspruch, so dass ein Bedarf für eine weitere Verminderung und Vereinfachung der Schritte bestand. Zu diesem Zeitpunkt ist es erforderlich, dass eine verlässliche viruzide Wirkung und/oder sporizide Wirkung erhalten wird. Zudem weist Glutaraldehyd ein Problem dahingehend auf, dass es toxisches Aldehydgas entstehen lässt, was die Arbeitsumgebung verschlechtert, und dass es mit Proteinen, die an dem medizinischen Instrument usw. haften, reagiert, wobei festhaftende Materie entsteht, die das Reinigen erschwert. Andererseits weist Peressigsäure einen stark reizenden Geruch und eine stark oxidierende Eigenschaft auf, so dass befürchtet wird, dass die Peressigsäure den Behälter, einen hiermit behandelten Gegenstand usw. in Abhängigkeit von dem verwendeten Material angreift. Eine wässrige Lösung, enthaltend Persäure und Wasserstoffperoxid, wie in JP-A-8-502047 erwähnt, weist ebenfalls das gleiche Problem auf.

DE-A1 36 15 787 offenbart Desinfektionsmittel, enthaltend Sauerstoffdonoren, wie z.B. Natriumpercarbonat, und Acyldonoren, wie z.B. eine Mischung aus Tetraacetylethylendiamin, Pentaacetylglucose und Tetraacetylglykoluracil. Die Zusammensetzung kann Füllstoffe, wie z.B. Natriumsulfat, enthalten.

DE 196 51 415 stellt eine wässrige Desinfektionszusammensetzung bereit, die durch Umsetzen von Wasserstoffperoxid und Perverbindungen, die Wasserstoffperoxid in Wasser bilden, in einem wässrigen alkalischen Medium mit N-Acylverbindungen, die das Wasserstoffperoxid acylieren können, und Absenken des pH-Werts der Zusammensetzung und wahlweise Verdünnen derselben, so dass ihr pH-Wert im Bereich von 7 bis 9 liegt, hergestellt wird.

WO95/20876 beschreibt ein Verfahren, umfassend das Umsetzen einer Persauerstoffquelle, wie z.B. Percarbonat, mit einer Aktivatorverbindung, wie z.B. TAED. Die Zusammensetzungen enthalten auch Natriumsulfat.

Es ist ein erfindungsgemässes Ziel, eine verlässliche viruzide Wirkung und/oder sporizide Wirkung durch eine einfache Behandlung zu erhalten, und auch eine Viruzid- und/oder Sporizidzusammensetzung zu erhalten, die bezüglich der Sicherheit und der Handhabbarkeit hervorragend ist.

OFFENBARUNG DER ERFINDUNG

In einem ersten Aspekt stellt die Erfindung eine Viruzid- und/oder Sporizidzusammensetzung bereit, umfassend (a) ein anorganisches Peroxid, (b) Tetraacetylethylendiamin und (c) mindestens einen Vertreter, ausgewählt aus einem Salz eines Alkalimetalls mit einer anorganischen Säure und einem Salz eines Erdalkalimetalls mit einer anorganischen Säure und (d) mindestens ein Tensid, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus einem nicht-ionischen Tensid, einem anionischen Tensid, einem amphoteren Tensid und einem kationischen Tensid, in einem Gewichtsverhältnis von (a)/(b) von 1:1 bis 2:1, von (a)/(c) von 1:1 bis 4:1 und von (b)/(d) von 20:1 bis 2:1, dadurch gekennzeichnet, dass das Salz des Alkalimetalls mit einer anorganischen Säure und das Salz eines Erdalkalimetalls mit einer anorganischen Säure ausgewählt wird aus einem oder mehreren von Natriumsulfat, Natriumnitrat, Natriumchlorid, Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat, Magnesiumsulfat, Magnesiumnitrat, Magnesiumchlorid und Magnesiumcarbonat.

In einem zweiten Aspekt stellt die Erfindung auch die Verwendung einer Zusammensetzung, umfassend (a) ein anorganisches Peroxid, (b) Tetraacetylethylendiamin und (c) mindestens einen Vertreter, ausgewählt aus einem Salz eines Alkalimetalls mit einer anorganischen Säure und einem Salz eines Erdalkalimetalls mit einer anorganischen Säure mit einem Gewichtsverhältnis von (a)/(b) von 10:1 bis 1:2 und von (a)/(c) von 1:1 bis 4:1 als Sporizid bereit.

Das anorganische Peroxid (a) ist vorzugsweise Natriumpercarbonat. Die gemäss dem zweiten Aspekt zu verwendende Zusammensetzung kann (d) mindestens ein Tensid, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einem nicht-ionischen Tensid, einem anionischen Tensid, einem amphoteren Tensid und einem kationischen Tensid, umfassen.

Die Erfindung stellt weiterhin ein Verfahren zum Abtöten eines Virus bereit, das das Auftragen einer wässrigen Lösung, enthaltend die oben erwähnte Zusammensetzung, an einem Ort, an dem ein Virus abgetötet werden soll, umfasst. Die Erfindung stellt weiterhin die Verwendung der oben erwähnten Zusammensetzung als ein Viruzid oder zur Herstellung eines Viruzids bereit. Die Erfindung kann auch ein viruzides Verfahren bereitstellen, das das In-Kontakt-Bringen einer wässrigen Lösung, enthaltend die oben erwähnte Zusammensetzung mit einem pH von 2 bis 9, mit einem Virus umfasst. Die Erfindung kann auch die Verwendung einer wässrigen Lösung bereitstellen, die die oben erwähnte Zusammensetzung enthält und einen pH-Wert von 2 bis 9 aufweist, die mit einem Virus als ein Viruzid in Kontakt gebracht wird.

Weiterhin stellt die Erfindung ein Verfahren zum Abtöten von Sporen bereit, das das Auftragen einer wässrigen Lösung, enthaltend die oben erwähnte Zusammensetzung, an einem Ort, an dem Sporen abgetötet werden sollen, umfasst. Die Erfindung stellt weiterhin die Verwendung der oben erwähnten Zusammensetzung als ein Sporizid oder zur Herstellung eines Sporizids bereit. Die Erfindung kann auch ein sporizides Verfahren bereitstellen, das das In-Kontakt-Bringen einer wässrigen Lösung, enthaltend die oben erwähnte Zusammensetzung mit einem pH-Wert von 2 bis 9, mit Sporen umfasst. Die Erfindung stellt auch die Verwendung einer wässrigen Lösung bereit, die die oben erwähnte Zusammensetzung enthält und einen pH-Wert von 2 bis 9 aufweist, die mit Sporen als ein Sporizid in Kontakt gebracht wird.

Gemäss dem zweiten Aspekt ist es übrigens bevorzugt, dass (a)/(c) 1:1 bis 4:1 beträgt.

In dem zweiten erfindungsgemässen Aspekt ist es weiterhin bevorzugt, dass (a)/(b) 1:1 bis 2:1 beträgt, dass (a)/(c) 1:1 bis 4:1 beträgt und dass (b)/(d) 20:1 bis 2:1 beträgt.

Die Erfindung hemmt die Entwicklung eines toxischen Gases und eines reizenden Geruches und ist daher bezüglich der Sicherheit und Handhabbarkeit hervorragend. Zudem ist sie bezüglich der Widerstandskraft gegenüber Wirkstoffen ebenfalls hervorragend.

AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG:

In bezug auf das erfindungsgemäss verwendete anorganische Peroxid (a) können Natriumpercarbonat, Natriumperborat usw. beispielhaft genannt werden, und Natriumpercarbonat wird bevorzugt. In dem zweiten erfindungsgemässen Aspekt beträgt das Verhältnis der Komponente (a) zu Tetraacetylethylendiamin (b), mit anderen Worten (a)/(b), bezogen auf das Gewicht, 10:1 bis 1:2, vorzugsweise 3:1 bis 1:1 und insbesondere bevorzugt 2:1 bis 1:1, im Hinblick auf die viruzide Wirkung und/oder sporizide Wirkung.

Weiterhin umfasst das Salz des Alkalimetalls mit der anorganischen Säure und/oder des Erdalkalimetalls mit der anorganischen Säure (c), das erfindungsgemäss verwendet wird, Natriumsulfat, Natriumnitrat, Natriumchlorid, Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat, Magnesiumsulfat, Magnesiumnitrat, Magnesiumchlorid und Magnesiumcarbonat. Von diesen werden Natriumsulfat oder Magnesiumsulfat bevorzugt. Es wird bevorzugt, dass, in einem zweiten Aspekt, die Komponente (c) in einer Menge, im Vergleich mit dem anorganischen Peroxid (a), ausgedrückt als das Gewichtsverhältnis von (a)/(c), von 1:1 bis 4:1 verwendet wird. Jedes der Salze des Alkalimetalls mit der anorganischen Säure und des Erdalkalimetalls mit der anorganischen Säure kann alleine verwendet werden. Sie werden jedoch vorzugsweise kombiniert verwendet im Hinblick auf das Trocknen des anorganischen Peroxids und zur Verbesserung der viruziden Aktivität und der sporiziden Aktivität.

Es ist bevorzugt, dass die erfindungsgemäss als ein Sporizid zu verwendende Zusammensetzung (d) mindestens ein Tensid umfasst, das ausgewählt wird aus der Gruppe, bestehend aus einem nicht-ionischen Tensid, einem anionischen Tensid, einem amphoteren Tensid und einem kationischen Tensid.

Das nicht-ionische Tensid umfasst einen Polyoxyethylenalkylether, einen Polyoxyethylenalkylenether, einen Polyoxyethylen-Sorbitanfettsäureester, ein Alkylpolyglykosid, einen Sucrose-Fettsäureester und einen Alkylpolyglycerolether. Von diesen wird ein Polyoxyethylen (durchschnittliche Anzahl an hinzugefügtem Ethylenoxid 2 bis 300)-alkyl (Anzahl der Kohlenstoffatome 12 bis 18)-ether bevorzugt.

Das anionische Tensid umfasst ein höheres Fettsäuresalz, ein höheres Alkoholsulfatsalz, ein höheres Alkoholsulfonat, ein sulfatiertes Fettsäuresalz, ein sulfoniertes Fettsäuresalz, ein Phosphatsalz, ein Sulfatsalz eines Fettsäureesters, ein Sulfonatsalz eines Fettsäureesters, ein Sulfatsalz eines höheren Alkoholethers, ein Sulfonatsalz eines höheren Alkoholethers, ein mit einem höheren Alkoholether substituiertes Acetat, ein Kondensationsprodukt einer Fettsäure mit einer Aminosäure, ein alkyloliertes Sulfatsalz eines Fettsäureamids, ein alkyliertes Sulfonatsalz eines Fettsäureamids, ein Sulfosuccinatsalz, ein Alkylbenzolsulfonat, ein Alkylphenolsulfonat, ein Alkylnaphthalinsulfonat, ein Alkylbenzimidazolsulfonat, eine Amidoethercarbonsäure oder ein Salz hiervon, eine Ethercarbonsäure oder ein Salz hiervon, N-Acyl-Nmethyltaurin oder ein Salz hiervon, eine Amidoetherschwefelsäure oder ein Salz hiervon, eine N-Acylglutaminsäure oder ein Salz hiervon, eine N-Amidoethyl-N-hydroxyethylessigsäure oder ein Salz hiervon, eine Acyloxyethansulfonsäure oder ein Salz hiervon, ein N-Acyl-&bgr;-alanin oder ein Salz hiervon, ein N-Acyl-N-carboxyethyltaurin oder ein Salz davon, ein N-Acyl-N-carboxyethylglycin oder ein Salz hiervon und eine Alkyl- oder Alkenylaminocarbonylmethylschwefelsäure oder ein Salz hiervon. Von diesen wird ein höheres Alkoholsulfatsalz bevorzugt. Das amphotere Tensid umfasst ein Aminoxid, wie z.B. Alkyldimethylaminoxid, und ein Betain, wie z.B. ein Alkyldimethylamino-Fettsäurebetain und ein Alkylcarboxymethylhydroxyethylimidazolbetain. Ein Betain wird bevorzugt.

Das kationische Tensid umfasst ein Alkyltrimethyl-Ammoniumsalz, wie z.B. Lauryltrimethylammoniumchlorid, Stearyltrimethylammoniumchlorid und Cetyltrimethylammoniumchlorid; ein Dialkyldimethyl-Ammoniumsalz, wie z.B. Distearyldimethylammoniumchlorid, und ein Dialkyl(C12-18)-dimethylammoniumchlorid; ein Alkyldimethylbenzyl-Ammoniumsalz, wie z.B. ein Alkyl(C12-14)-dimethylbenzylammoniumchlorid; ein substituiertes Benzalkoniumsalz; eine monokationische Verbindung, wie z.B. ein Benethoniumsalz, und neben diesen eine polykationische Verbindung, wie z.B. ein N-Alkyl-N,N,N',N',N'-pentamethylpropylen-Ammoniumsalz. Von diesen wird ein Alkyltrimethyl-Ammoniumsalz, ein Dialkyldimethyl-Ammoniumsalz, ein Alkyldimethylbenzyl-Ammoniumsalz oder ein substituiertes Benzalkoniumsalz bevorzugt. Lauryltrimethylammoniumchlorid, Stearyltrimethylammoniumchlorid, Cetyltrimethylammoniumchlorid, Distearyldimethylammoniumchlorid, Dialkyl(C12-18)-dimethylammoniumchlorid und ein Alkyl(C12-14)-dimethylbenzylammoniumchlorid werden besonders bevorzugt.

In dem zweiten erfindungsgemässen Aspekt ist es bevorzugt, dass das Tensid (d) in einer Menge, im Vergleich zu Tetraacetylethylendiamin (b), ausgedrückt als Verhältnis (b)/(d), von 20:1 bis 2:1, bezogen auf das Gewicht, verwendet wird.

Wenn die erfindungsgemässe Zusammensetzung in einer festen Form, wie z.B. als Pulver, einem Korn oder einer Tablette, vorliegt, wird sie als eine wässrige Lösung zum Zeitpunkt der Anwendung verwendet. Im Fall der erfindungsgemässen Viruzidzusammensetzung beträgt die Konzentration der organischen Persäure vorzugsweise 160 bis 3.200 ppm. Im Fall der erfindungsgemässen Sporizidzusammensetzung beträgt die Konzentration der organischen Säure vorzugsweise 250 bis 2.000 ppm. Der pH-Wert der wässrigen Lösung beträgt vorzugsweise 2 bis 9, bevorzugter 4 bis 9, noch bevorzugter 6 bis 8 und insbesondere bevorzugt 6,5 bis 7,5. Die Einstellung des pH-Werts der wässrigen Lösung kann durch eine anorganische Säure oder eine organische Säure erreicht werden, und die anorganische Säure oder die organische Säure kann zuvor zu der festen Zusammensetzung hinzugefügt werden, oder die anorganische Säure oder die organische Säure kann zu der wässrigen Lösung hinzugefügt werden. Im Fall der vorhergehenden Zugabe der Säure zu der festen Zusammensetzung, wie im ersten Fall, kann die Auflösungsrate der Säure durch Beschichten der Säure mit einer wasserlöslichen Substanz, wie z.B. einem wasserlöslichen anorganischen Salz, eingestellt werden. Es ist auch möglich, die Beschichtung mittels der oben erwähnten Komponente (c) durchzuführen.

Die erfindungsgemässe Zusammensetzung ist zum Abtöten von Viren und/oder Sporen an Instrumenten und Einrichtungen, die in medizinischen Institutionen verwendet werden usw., geeignet. Sie ist insbesondere nützlich als eine Viruzidzusammensetzung und/oder Sporizidzusammensetzung für medizinische Vorrichtungen und Instrumente, einschliesslich einer Vorrichtung oder eines Instruments für eine Operation, wie z.B. ein chirurgisches Messer, Scheren und eine chirurgische Klammer; einer Vorrichtung oder einem Instrument für die Diagnose, wie z.B. ein Endoskop; und einer Vorrichtung oder einem Instrument zur Behandlung, z.B. ein Instrument zur Bluttransfusion oder eine Dialysevorrichtung.

Der erfindungsgemäss verwendete Ausdruck "sporizid" bedeutet übrigens ein vollständiges Abtöten von Keimen, die Sporen produzieren können und die in der Ruhephase oder in der widerstandsfähigen Form vorliegen. Erfindungsgemäss ist es möglich, eine Viruzid- und/oder Sporizidzusammensetzung mit hoher viruzider Wirkung und/oder sporizider Wirkung zu erhalten, die auch bezüglich der Sicherheit und Handhabbarkeit hervorragend ist.

BEISPIELE Herstellung der Zusammensetzungen

Die in Tabelle 1 gezeigten Zusammensetzungen wurden hergestellt.

Test der viruziden Eigenschaft

Der folgende Test bezüglich der viruziden Eigenschaft wurde unter Verwendung der in Tabelle 1 gezeigten Zusammensetzungen durchgeführt. Das Ergebnis ist in den Tabellen 2 und 3 als Testbeispiele 1 bis 5 und Vergleichstestbeispiele 1 bis 3 gezeigt.

Verwendete Viren
  • (1) Poliovirus: Poliovirus vom Typ 3, Vakzinstamm (Sabinstamm)
  • (2) Herpes simplex-Virus: HF-Stamm

FL-Zellen wurden für die Messung des Wachstums und des Infektionswertes des Virus verwendet.

Testverfahren
  • (1) Jede der in Tabelle 1 gezeigten Zusammensetzungen wurde mit sterilisiertem Wasser auf die in den Tabellen 2 und 3 gezeigte Konzentration verdünnt, um die Präparate für den Poliovirus und den Herpes simplex-Virus herzustellen. Jedes der Beispiele 1 bis 5 und das Vergleichsbeispiel 3 wurden mit Zitronensäure auf einen pH-Wert von 7,0 eingestellt. Die Konzentration der organischen Persäure in jedem Präparat betrug 160 bis 3.200 ppm in den Beispielen 1 bis 5 und dem Vergleichsbeispiel 3 und 210 bis 3.500 ppm im Vergleichsbeispiel 2. Für das Vergleichsbeispiel 1 wurde keine organische Persäure hergestellt. Das Verfahren zum Quantifizieren der Konzentration der organischen Persäure ist wie folgt.
Verfahren zur Quantifizierung der Konzentration der organischen Persäure
  • (a) Verfahren zur Quantifizierung von Wasserstoffperoxid:

    Etwa 2 g des verdünnten Präparats wurden genau in ein konisches Becherglas mit einem Füllvermögen von 200 ml abgewogen, die Lösung durch Zugabe von 10 ml 20 %-iger Schwefelsäure und 2 oder 3 Stücken Eis abgekühlt, und dann wurden 1 oder 2 Tropfen einer gesättigten wässrigen Mangansulfatlösung als Katalysator hinzugefügt. Zudem wurde eine Titration unter Verwendung einer N/2-Lösung von Kaliumpermanganat durchgeführt. Wenn die Farbe der Lösung für 1 bis 10 Sekunden auf blassrosa umschlägt, ist die Titration beendet. Die Wasserstoffperoxidkonzentration wird durch die folgende Formel (1-1) berechnet:
    T1: Menge (ml), die für die Titration von Kaliumpermanganat benötigt wird

    F1: Faktor für Kaliumpermanganat

    W1: Gewicht (g) des Präparats
  • (b) Verfahren zum Quantifizieren der organischen Persäure:

    Etwa 1 g des verdünnten Präparats wurde genau in einen Erlenmeyer-Kolben mit einem Füllvermögen von 300 ml und mit einem Verschlussstöpsel abgewogen. Dann wurden 10 ml 20 %-ige Schwefelsäure, 20 ml reines Wasser und 2 ml einer gesättigten wässrigen Kaliumiodidlösung hinzugefügt, und der Kolben wurde fest verschlossen und leicht geschüttelt. Dieser wurde dann an einem kühlen und dunklen Ort ruhig für 5 Minuten aufbewahrt und dann mit einer N/5-Lösung von Natriumthiosulfat titriert. Wenn die Farbe der Lösung auf leicht gelb umschlägt, werden ein paar Tropfen einer 2 %-igen Stärkelösung hinzugefügt und die Titration fortgeführt. Wenn die violette Farbe der Lösung verschwindet, ist die Titration beendet. Die Konzentration der organischen Persäure wird als Konzentration der Peressigsäure durch die folgende Formel (1-2) berechnet.
    T2: Menge (ml), die für die Titration von Natriumthiosulfat benötigt wird

    F2: Faktor von Natriumthiosulfat

    W2: Gewicht (g) des Präparats

    H: Konzentration (%) von Wasserstoffperoxid, berechnet aus Formel (1-1)
  • (2) 50 &mgr;l jedes Präparats wurden mit 50 &mgr;l einer Viruslösung gemischt.
  • (3) Die resultierende Mischung wurde bei 25°C 30 Minuten stehengelassen, und dann wurden 50 &mgr;l einer 2 %-igen wässrigen Natriumthiosulfatlösung hierzu hinzugefügt.
  • (4) Die resultierende Lösung als ein Mischsystem der oben erwähnten drei Komponenten wurde schrittweise in 10er-Schritten. verdünnt, um den Infektionswert mit dem Virus zu messen.

50 &mgr;l einer 2 %-igen wässrigen Natriumthiosulfatlösung wurden im übrigen zu 50 &mgr;l jedes Präparats hinzugefügt, die resultierende Mischung wurde 30 Minuten lang stehengelassen und dann wurden 50 &mgr;l einer Viruslösung hinzugefügt, um eine Viruskontrolle herzustellen.

Aus den Ergebnissen der Tabellen 2 und 3 wird ersichtlich, dass die Präparate der Beispiele 1 bis 5 bezüglich der hemmenden Eigenschaft beider Infektionen, sowohl mit Poliovirus als auch Herpes simplex-Virus, besser sind als die der Vergleichsbeispiele 1 bis 3.

Test der sporiziden Eigenschaft

Der folgende Test der sporiziden Eigenschaft wurde unter Verwendung der in Tabelle 1 gezeigten Zusammensetzungen durchgeführt. Das Ergebnis ist in Tabelle 4 als Testbeispiele 6 bis 10 und Vergleichstestbeispiele 4 bis 6 gezeigt.

Sporen für den Test

Bacillus cereus (IFO 13494, gezeigt in der List of Culture, Microorganisms, 10. Auflage 1996, veröffentlicht vom Institute for Fermentation, Osaka 17-85, Juso-honmachi 2-chome, Yodogawa-ku, Osaka 532, Japan) wurde in herkömmlicher Weise erhitzt, und die erhaltenen Sporen wurden für den Test verwendet.

Testverfahren

Die in Tabelle 1 gezeigten Sporizidzusammensetzungen wurden schrittweise mit sterilisiertem Wasser auf 5 bis 0,1 Gew.% verdünnt, um die Präparate herzustellen. Die oben erwähnten Sporen wurden in einer Konzentration von 1,0 × 107 Zellen/ml zu jedem Präparat hinzugefügt. In jedem der Beispiele 1 bis 5 und dem Vergleichsbeispiel 3 wurde der pH-Wert mit Zitronensäure auf 7,0 eingestellt. Die resultierende Lösung wurde bei 25°C 30 Minuten lang stehengelassen, 100 &mgr;l dieser Lösung wurden abgenommen, 0,9 ml einer 1 %-igen wässrigen Natriumthiosulfatlösung wurden hierzu hinzugefügt, um das Präparat zu inaktivieren, und 5 &mgr;l der resultierenden Mischung wurden in einem Inkubationsmedium (200 &mgr;l eines SCDLP-Mediums) geimpft und bei 35°C inkubiert. Dann wurde die minimale lethale Konzentration (MLC) bestimmt. Die Konzentration der hergestellten organischen Persäure in jedem der Präparate betrug 150 bis 8.000 ppm, und die Konzentration der hergestellten organischen Persäure in dem Präparat mit dem MLC ist in Tabelle 4 gezeigt.

Verfahren zum Quantifizieren der Konzentration der organischen Persäure

Das Verfahren zum Quantifizieren der Konzentration der organischen Persäure in dem "Test der sporiziden Eigenschaft" entspricht dem Verfahren zum Quantifizieren der Konzentration der organischen Persäure, das in dem oben erwähnten "Test der viruziden Eigenschaft" beschrieben ist.

Aus den Ergebnissen der Tabelle 4 ist ersichtlich, dass die Präparate der Beispiele 1 bis 5 bezüglich der sporiziden Wirkung besser sind als die der Vergleichsbeispiele 1 bis 3.


Anspruch[de]
  1. Viruzid- und/oder Sporizidzusammensetzung, umfassend (a) ein anorganisches Peroxid, (b) Tetraacetylethylendiamin und (c) mindestens einen Vertreter, ausgewählt aus. einem Salz eines Alkalimetalls mit einer anorganischen Säure und einem Salz eines Erdalkalimetalls einer anorganischen Säure und (d) mindestens ein Tensid, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus einem nicht-ionischen Tensid, einem anionischen Tensid, einem amphoteren Tensid und einem kationischen Tensid, in einem Gewichtsverhältnis von (a)/(b) von 1:1 bis 2:1, von (a)/(c) von 1:1 bis 4:1 und von (b)/(d) von 20:1 bis 2:1, dadurch gekennzeichnet, dass das Salz des Alkalimetalls mit einer anorganischen Säure und das Salz eines Erdalkalimetalls mit einer anorganischen Säure ausgewählt wird aus einem oder mehreren von Natriumsulfat, Natriumnitrat, Natriumchlorid, Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat, Magnesiumsulfat, Magnesiumnitrat, Magnesiumchlorid und Magnesiumcarbonat.
  2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das anorganische Peroxid (a) Natriumperoxid ist.
  3. Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Salz eines Alkalimetalls mit einer anorganischen Säure und das Salz eines Erdalkalimetalls mit einer anorganischen Säure ausgewählt wird aus einem oder mehreren von Natriumsulfat, Natriumnitrat, Natriumchlorid, Natriumhydrogencarbonat, Magnesiumsulfat, Magnesiumnitrat, Magnesiumchlorid und Magnesiumcarbonat.
  4. Verwendung der Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3 als Viruzid.
  5. Verwendung einer Zusammensetzung, umfassend (a) ein anorganisches Peroxid, (b) Tetraacetylethylendiamin und (c) mindestens einen Vertreter, ausgewählt aus einem Salz eines Alkalimetalls mit einer anorganischen Säure und einem Salz eines Erdalkalimetalls einer anorganischen Säure mit einem Gewichtsverhältnis von (a)/(b) von 10:1 bis 1:2 und von (a)/(c) von 1:1 bis 4:1 als Sporizid.
  6. Verwendung nach Anspruch 5, wobei das anorganische Peroxid (a) Natriumpercarbonat ist.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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