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Dokumentenidentifikation DE69914171T2 17.06.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001019588
Titel VERFAHREN ZUM EINBAU VON MODULAREN SCHIFFSKABINEN
Anmelder Hopeman Brothers Marine Interiors LLC, Waynesboro, Va., US
Erfinder CAPUTO, T., James, San Diego, US
Vertreter Lorenz, W., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 89522 Heidenheim
DE-Aktenzeichen 69914171
Vertragsstaaten DE, DK, FI, FR, GB, IE, IT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 03.06.1999
EP-Aktenzeichen 999271810
WO-Anmeldetag 03.06.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/US99/12316
WO-Veröffentlichungsnummer 9963173
WO-Veröffentlichungsdatum 09.12.1999
EP-Offenlegungsdatum 19.07.2000
EP date of grant 14.01.2004
Veröffentlichungstag der Übersetzung europäischer Ansprüche 22.08.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.06.2004
IPC-Hauptklasse E04B 1/00
IPC-Nebenklasse E04H 1/00   B63B 29/02   

Beschreibung[de]
Technischer Bereich

Die Erfindung betrifft die Konstruktion von Räumlichkeiten bzw. Schiffsunterkünften und im Besonderen Verfahren, wie vorgefertigte modulare Kabinen an Bord des Schiffes eingebaut werden.

Stand der Technik

Bei der Bauweise von Schiffen, insbesondere bei großen Passagierschiffen, fertigen bestimmte Schiffsbauer ganze Kabinen auf dem Festland vor, befördern diese dann auf das Schiff und bauen sie vollständig zusammengesetzt ein. Die Verwendung von vorgefertigten modularen Kabinen verringert die Ausstattungszeit an Bord und verkürzt folglich die Bauzeit des Schiffes. Zusätzlich verbessern modulare Konstruktionen die Wirtschaftlichkeit des Schiffsbaus, weil die Aufbauarbeit an Bord in ein Beschaffungsumfeld übergeführt wird. Ebenso reduzieren die modularen Konstruktionen die Baukosten, da die Vereinheitlichung bzw. Normierung der Kabinen eine Fließbandfertigung zuläßt. Ebenso erreicht man ein beständig höheres und gleichmäßigeres Ergebnis.

Modulare Kabinen, welche an Land vorgefertigt werden, weisen dennoch einige gravierende Nachteile auf, so daß sich eine allgemeine Akzeptanz bisher nicht durchsetzten konnte. Die Kabinen sind groß und deshalb zerbrechlich. Ihr Transport ist schwierig und teuer und es ist nicht zweckmäßig, einen Transport über längere Entfernungen zu versuchen. Die Versandkosten sind hoch, wegen der "Luft" oder des Leerraums innerhalb der Module. Des weiteren belegen die vorgefertigten modularen Kabinen wertvollen (Lager)Raum in der Werft und behindern den Material- und Personalfluß, wenn sie sich am Pier ansammeln, bevor sie auf das Schiff verladen werden.

Ebenso sind vorgefertigte Kabinen schwierig auf das Schiff zu hieven bzw. manövrieren. Es sind hierfür spezielle Hebekräne erforderlich; andererseits müssen die bestehenden Werftkräne von anderen Aufgaben abgezogen werden. Das Anheben der Kabinen erfordert spezielle Spannrahmen. Hierfür müssen große Öffnungen in den Schiffsrumpf geschnitten werden, so daß die modularen Kabinen auf ein (bestimmtes) Deck gebracht werden können. Des weiteren muß das gesamte Deck gestützt werden. Dies erhöht die Baukosten und summiert sich zum Gewicht des Schiffes dazu, dadurch wird der Kraftstoffverbrauch ebenfalls erhöht.

Sobald die Module an Bord des Schiffes gebracht sind, erfordern sie so genannte Luftgleitkissen oder andere spezielle Bewegungs- bzw. Transportvorrichtungen und sobald sie an Ort und Stelle gebracht sind, sind sie extrem schwierig zu bewegen bzw. zu verschieben.

Die Module müssen in einer exakte Reihenfolge verladen werden, und eine fehlerlose Durchführung der Kabineninstallation ist kritisch, da bereits eingebaute Kabinen sehr schwierig zu bewegen sind und ein Zugang zur oberhalb liegenden oder unmittelbaren Umgebung ausgeschlossen ist. Nachdem die Kabinen einmal gruppiert sind, schließen sie jegliche Nachjustierung bzw. Korrektur aus. Bei herkömmlichen modularen Kabinen verursacht selbst ein geringfügiges Problem, wie die Reparatur eines undichten Rohres oder eine vergessene Kopfschweißnaht oberhalb des Kabinenmoduls, Verspätungen, die sich nachteilig auf der ganzen Schiffswerft bemerkbar machen.

Herkömmlich vorgefertigte Kabinen sind natürlich für Schiffe mit breiten Stahlschotten nicht geeignet.

Das U. S. Patent Nr. 4, 959, 933 von Lappi legt eine modulare Schiffskabine offen, welche in teilweise zusammengeklapptem Zustand an Deck eines Schiffes plaziert und in Position gebracht wird und erst dann aufgeklappt und aufgebaut wird. Solch eine Konstruktion zielt darauf hinaus, die oben erwähnten Vorteile der Modularität zu vereinen, während einige der oben erwähnten Nachteile eliminiert werden. Bei Lappi ist die Kabine an der kürzeren Seite eingeklappt, um den Versand auf den Straßen und mit der Bahn und den Transport der Module vom Pier auf das Schiff und den Weg durch das Schiff zu erleichtern. Dennoch beanspruchen die zusammengeklappten Module noch große Anteile an Bodenfläche und an Volumen gegenüber den aufgerichteten Modulen. Die zusammengeklappten Module sind aufgrund ihrer Größe verschiedenen anderen Problemen unterworfen, Probleme die sich auf Zerbrechlichkeit, Transport, das Anheben und die Abfolge des Einbaus bzw. der Installation beziehen. Des weiteren sind Öffnungen im Schiffsrumpf für seitliche Bewegungen auf einem Deck und für die Stützvorrichtungen notwendig. Die Kabinenkonstruktion, wie im Lappi Patent beschrieben beschränkt ebenso den Zugang zu der unmittelbaren Umgebung der Kabine, insbesondere, wenn sie unmittelbar an die Schotte oder den Schiffsrumpf angrenzen.

Während die vorher erwähnten modularen Kabinen mit ihrem Verfahren für deren Einbau bzw. Installation einige Verbesserungen erbrachten, bleibt hingegen noch der Bedarf nach einer modularen Kabinenkomponente mit ihrem Einbauverfahren, die die Vorteile einer modularen Konstruktion aufweist, aber die meisten der oben besprochenen Nachteile beseitigt.

Offenlegung der Erfindung

Die Aufgabe dieser Erfindung ist es, ein vorgefertigtes Kabinenmodul zur Verfügung zu stellen, welches die an Bord des Schiffes benötigte Konstruktions- und Einbauarbeit minimiert. Eine anderes Ziel dieser Erfindung ist es, ein vorgefertigtes Kabinenmodul zur Verfügung zu stellen, welches ein kleines Format besitzt und leicht an Bord gehoben und dort eingebaut werden kann. Eine weiteres Ziel ist es, den Schiffsbauprozeß zu vereinfachen und zu beschleunigen. Allgemein gesagt, ist die Aufgabe dieser Erfindung, eine oder mehrere der oben erwähnten Vorteile der Modulkabinenkonstruktion zu erzielen, während ein oder mehrere Nachteile der konventionellen Modulkabinenkonstruktion eliminiert werden.

Gemäß der Erfindung wird ein Verfahren zum Zusammenbau von Räumlichkeiten an Bord eines Schiffes, welches folgende Verfahrensschritte aufweist:

Heben einer Vielzahl von vorgefertigten Kabinenmodulen auf ein erstes Deck eines teilweise zusammengebauten Schiffes;

Positionieren der Module in ihren Endpositionen auf dem ersten Deck in einer Reihe, welche sich parallel zu einem Bereich des Schiffsrumpfes erstreckt, und Bilden einer Vielzahl von Kabinen, wobei jede Kabine aus einem der Kabinenmodule gebildet ist;

wobei das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass:

in dem Schritt des Positionierens der Module in ihren Endpositionen auf dem Deck ein Raum zwischen den Modulen und dem Bereich des Schiffsrumpfes geschaffen wird, welcher ausreichend ist, um es Arbeitern zu erlauben, sich zwischen den Modulen und dem Rumpf zu bewegen;

nachdem die Module auf dem Deck positioniert sind ein nächstes Deck, welches oberhalb der Module angeordnet ist, durch Arbeiter, die sich innerhalb des Raumes befinden, an dem Bereich des Schiffsrumpfes angebracht wird;

der Schritt des Bildens der Kabinen einen Schritt des Komplettierens der Kabinen beinhaltet, welcher nach dem Schritt des Anbringens des nächsten Decks an dem Bereich des Schiffsrumpfes durchgeführt wird; und der Komplettierungsschritt das Errichten von Erweiterungs-Wandelementen beinhaltet, welche sich von den Kabinenmodulen zu dem Bereich des Rumpfes erstrecken.

Wandteile können so aufgerichtet oder gedreht und an ihren Platz geschwenkt werden, daß sie über die Kabinenmodule in Richtung des Schiffsrumpfes hinausragen und einzelne Kabinen gebildet werden.

Die Erfindung birgt den Vorteil, daß es eine Konstruktion "unter freiem Himmel" ermöglicht. Das bedeutet daß, nachdem ein Deck an Bord fertig gebaut ist und bevor das nächste Deck darüber gebaut wird, die Kabinenmodule vom Pier mittels eines Krans angehoben, über den Schiffsrumpf hinüber getragen und mittels des Krans im Wesentlichen an ihre Endposition, in einer Reihe, mit Abstand von dem Rumpf abgestellt werden können. Bevor die Kabinen durch das Aufrichten der Wandteile fertiggestellt werden, die sich von den vorgefertigten Kabinen zum Rumpf hin erweitern, können die Arbeiter bei dem Bau des nächsten Decks dabei sein und leicht die Schweißarbeiten, die zur Sicherung des Deckes am Rumpf nötig sind, ausführen. Der Raum, der zwischen den vorgefertigten Kabinen und dem Schiffsrumpf zur Verfügung steht, erlaubt den Arbeitern ebenso, andere Arbeiten auszuführen, wie zum Beispiel das Installieren und Überprüfen der Naßelle, einschließlich Wasserrohren und Be- bzw. Entlüftungskanal sowie Strom- und Telefonleitungen.

Vorzugsweise verfügt das Modul über ein Badezimmer und/oder Einbaumöbel bzw. -gegenstände, wenn es an Deck gehoben wird. Diese Elemente sind in dem vorgefertigten Modul zusammengefaßt. Das Modul selbst ist so entworfen, daß es eine möglichst kleine Fläche des Decks beansprucht. Vorzugsweise sind die Trennwände kürzer als die Erweiterungswände, die sich von den Kabinenmodulen zum Schiffsrumpf hin erweitern. Deswegen bildet die Bodenfläche des vorgefertigten Moduls nur einen kleinen Teil (weniger als die Hälfte) der gesamten Bodenfläche der fertiggestellten Kabine. Weitere Einrichtungsgenstände und Installationselemente können in dem Raum zwischen den Erweiterungswänden eingebaut werden, wenn die Kabine fertiggestellt wird. Vorzugsweise betragen die Mannarbeitsstunden in der Vorfertigung jedes einzelnen Kabinenmoduls, bevor das Modul an Deck gehoben wird, inklusive das Anbringen der Einrichtungs- und fest verankerten Gegenstände, mindestens ungefähr vier mal mehr als die Mannarbeitsstunden, die zum Aufstellen der Erweiterungswände und zum Einbau der Einrichtungsgegenstände und Installationselemente zwischen den besagten Erweiterungswänden benötigt werden.

Es wird aus obiger und der folgenden detaillierten Beschreibung offensichtlich, daß die vorgefertigten Modulkabinen dieser Erfindung und ihr Einbauverfahren viele wichtige Vorteile besitzen, insbesondere die erhöhte Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit, welche dem gesamten Schiffsbauprozeß zugute kommen. Weitere Ziele und Vorteile dieser Erfindung werden aus der folgenden, detaillierten Beschreibung in Verbindung mit den Zeichnungen ersichtlich.

Kurzbeschreibung der Zeichnungen

1 zeigt eine perspektivische Ansicht von einem Teil des Schiffes, wobei Teile des Decks und des Schiffsrumpfes ausgeschnitten sind, und wobei die Kabinen gemäß der Erfindung auf den Schiffdecks liegen und in verschiedenen Phasen der Fertigstellung bzw. Montage zu sehen sind;

2 zeigt eine perspektivische Ansicht eines vorgefertigten Kabinenmoduls gemäß der Erfindung, wobei ein Teil der Kabinendecke ausgeschnitten ist;

3 ist eine Aufsicht auf das Innere einer vollständig zusammengesetzten Kabine gemäß der Erfindung; und

4 ist eine Draufsicht auf eine alternative Gestaltungsmöglichkeit eines Kabinenmoduls gemäß der Erfindung bei welcher das vorgefertigte Modul drehbare Wände besitzt, die zur Fertigstellung der Montagearbeiten benutzt werden.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung

Große Passagierschiffe besitzen kennzeichnenderweise verschiedene Decks mit je ähnlichen Kabinenreihen. Die fertiggestellte Kabine gemäß der Erfindung, von der ein Beispiel in 3 zu sehen ist, unterscheidet sich kaum von konventionellen Schiffskabinen. Die Kabine 10 liegt zwischen benachbarten Kabinen 12 und 14 und erstreckt sich von deren Eingang von einem Korridor bzw. Gang 16 zu einem Schiffsrumpf 18. Ein benachbarter Platz zum Schiffsrumpf wird bevorzugt, weil die Kabine damit ein Bullauge besitzen kann.

Die Kabine 10 beinhaltet charakteristischerweise die meisten Annehmlichkeiten eines Hotelzimmers und ihre Einrichtung bzw. ihr Inhalt variiert mit zunehmender Klasse, für welche sie entworfen wurde. Die Kabine 10 ist charakteristischerweise mit einer verschließbaren, vorderen Eingangstür 22, einer Badezimmereinheit 24 mit Toilette 26, einem Waschtisch bzw. -becken 28 und einer Dusche 30, Beleuchtungskörper 32, vorzugsweise in die Decke eingelassen, Kleideraufbewahrungs-Einheiten wie eine Garderobe bzw. Kleiderschrank 34 und eine Kommode 36, ein Fernsehgerät und einen Fernsehtisch 38, einen Schreibtisch 40, Stühle 42, ein Bett 44, ein Bücher/Radio-Regal 46, einen Rauchmelder, Sprinkler bzw. eine Beregnungsanlage, eine Haussprechanlage und verschiedenen Rohrleitungen, Be- bzw. Entlüftungskanal, Verdrahtungen und Kabelbahnen (nicht gezeigt) ausgestattet. Es können natürlich noch andere Annehmlichkeiten eingebaut werden.

Die Kabine dieser Erfindung unterscheidet sich von herkömmlichen modularen Kabinen dadurch, daß das vorgefertigte Modul, das an Bord des Schiffes transportiert wird, eine Deckfläche belegt, die nur einen kleinen Teil (weniger als die Hälfte) der belegten Deckfläche der fertiggestellten Kabine beträgt. Ferner sind die Einrichtungsgegenstände und Installationselemente für die Kabine in der vorgefertigten Kabine zusammengefaßt, so daß im Sinne von Mannstunden ungefähr 80% der erforderten Arbeit oder mehr, die für die Herstellung und Installation der Kabine, (das Modul selbst und seine elektrischen-, Rohrleitungs- und Lüftungskomponenten) im Herstellungsprozeß an Land ausgeführt wird.

2 zeigt zum Beispiel ein vorgefertigtes Kabinenmodul 50, wie es an Land bei einem Fließband-Fertigungs-Prozeß gebaut wird. Dieses Kabinenmodul bildet den vorderen Bereich einer vollständig zusammengebauten Kabine, wie 3 zeigt. Das Kabinenmodul 50 ist eine Drei-Seiten-Einheit, mit erster bzw. vorderer Wand 52, welche zum Zugangskorridor zeigt, und Trennwänden 54 und 56, welche sich von der ersten bzw. vorderen Wand zum Schiffsrumpf hin erweitern und in vertikalen Kanten 55 und 57 abschließen. Ein Teil der Einfassung der Badezimmer-Einheit 24 formt einen Teil der Trennwand 56. 2 zeigt, daß das Kabinenmodul eine offene Seite 58 hat, welche zum Schiffsrumpf 18 hin zeigt. Das Modul beinhaltet ebenfalls eine Decke 59. Nur die Badezimmer-Einheit 24 besitzt einen Boden.

Die relativ geringe Größe der vorgefertigten Kabinenmodule 50 ermöglicht, daß sie einfach gelagert, transportiert und auf das Schiff manövriert werden können. Die Tür 22 und die Badezimmer-Einheit 24 werden an Land in das Modul eingebaut. Die eingesenkten Beleuchtungskörper 32, Haussprechanlage, Rauchmelder und verschiedene andere Elemente, wie Rohrleitungen, Belüftungskanäle, Steckdosen, Verdrahtungen und Kabelbahnen und dergleichen werden ebenso an Land eingebaut. Die Einrichtungsgegenstände und Installationselemente, die im Inneren des Moduls verbleiben, sind vorzugsweise an den Wänden befestigt. Zum Beispiel sind die Kleideraufbewahrungs-Einheiten bzw. Schränke und Kommoden 34 und 36, Fernsehgerät und Fernsehtisch 38 und der Schreibtisch 40, ebenso wie die Badezimmer-Einrichtung vorzugsweise im Inneren des vorgefertigten Moduls, wie es an Land gebaut wird, befestigt. Wahlweise können andere Einrichtungsgegenstände und Installationselemente, wie zum Beispiel Stühle 42, Bett 44, Bücherregale 46, usw., welche sich letztendlich im Inneren der fertiggestellten Kabine nahe des Schiffsrumpfes befinden, im Inneren der vorgefertigten Kabine an Bord des Schiffes gebracht werden.

Wie in 1 gezeigt, besitzt ein typisches Passagierschiff mehrere Decks für die Passagierunterkünfte, welche fortschreitend, ein Deck nach dem anderen, gebaut werden. Gemäß der Erfindung wird, nachdem ein Deck oder eine Sektion eines Decks fertiggestellt ist, ein vorgefertigtes Kabinenmodul in einer Reihe auf dem fertiggestellten Deck oder Sektion des Decks installiert, bevor die darüberliegende Deck-Sektion gebaut wird. Die Kabinenmodule werden mittels eines Krans auf den Schiffsrumpf gehoben und direkt an ihrer endgültigen Stelle abgesetzt. Relativ kleine Horizontalbewegungen des Moduls sind erforderlich. Doch solche notwendigen Horizontalbewegungen für die Ausrichtung der Module werden leicht und ohne spezielle Ausrüstung, wegen des relativ kleinen Formats der Module, vollbracht.

Wie in 1 gezeigt, wird, nachdem die Reihe 60 der Kabinenmodule 50 an Deck positioniert ist, ein darüberliegendes Deck 64 gebaut. Nachdem das Deck 64 gebaut ist, wird eine weitere Reihe 66 von Kabinenmodulen 50 auf dem Deck 64 positioniert und ein weiteres darüberliegendes Deck wird errichtet.

Den Arbeitern ist es möglich, sich innerhalb des Raumes zwischen der Reihe 60 der Kabinenmodule und dem Schiffsrumpf zu bewegen, um Schweißarbeiten und andere notwendige Arbeiten auszuführen, um das Deck 64 fertigzustellen. Nachdem der Teil des Decks 64 der Reihe 60 des Kabinenmoduls fertiggestellt ist, werden Erweiterungswände 70 eingebaut, die sich vom Kabinenmodul 50 zum Schiffsrumpf 18 erstrecken. Eine Abschlußwand bzw. Abschlußverkleidung 71, welche ein Bullauge 73 besitzt, wird dann entlang des Schiffsrumpfes 18 eingebaut.

In der bevorzugten Anwendungsform der Erfindung sind die horizontalen Längen der Erweiterungswände 70 geringer als die Längen der Trennwände des Moduls 50. Infolgedessen ist die Weite des vorgefertigten Kabinenmoduls, quer gemessen, weniger als die Hälfte der Weite der fertiggestellten Kabine.

Verschiedenartige, nicht im Kabinenmodul 50 vorgefertigte Einrichtungsgegenstände und Installationselemente können dann in den Räumen zwischen den Erweiterungswänden 70 eingebaut werden. Deckenabschnitte (nicht gezeigt) können dann zwischen den oberen Kanten der Erweiterungswände eingebaut werden und Abschlußwände (nicht gezeigt) können gegen den Schiffsrumpf eingebaut werden. Zugangswände 72 werden an die vorderen bzw. ersten Wände 52 der Kabinen angebaut, um die Nutzaussparungen 74 einzuschließen. Die oben beschriebenen Installationen sind einfach und benötigen einen relativ geringen Arbeitsaufwand.

Die Erweiterungswände 70 und die Abschlußwände können an Bord des Schiffes, getrennt von den Kabinenmodulen transportiert werden. Sind die Erweiterungswände 70 indessen nicht länger als die Breite des Kabinenmoduls, können sie vorübergehend quer an der offenen Seite 58 des Kabinemoduls 50 befestigt werden, solange es auf das Schiff gehoben wird, auf diese Weise ist der Inhalt des Moduls gesichert und geschützt.

Bei einer alternativen Anwendungsform, wie in 4 gezeigt, sind die Erweiterungswände 70 mit dem Kabinenmodul durch Scharniere 76 verbunden und die Abschlußwände 78 sind mit den Erweiterungswänden 70 durch Gelenke 80 verbunden. Dadurch sind, während der Lagerung und dem Transport an Land und wenn die Module an Bord des Schiffes gebracht werden, die Erweiterungswände 70 in überlappendem Verhältnis quer zur Öffnung der Module vorübergehend geschützt. Nach Fertigstellung der Schweiß- und Ausstattungsarbeiten des Decks im Raum zwischen einem Modul und dem Schiffsrumpf werden die Erweiterungswände 70 nach außen um die Scharniere 76 herum geschwenkt, so daß sie sich zum Schiffsrumpf 18 hin erstrecken. Die Abschlußwände 78 werden in ihre Position gegen den Schiffsrumpf geschwenkt. Die Abschlußwände 78 sind vorzugsweise mit Nuten (nicht gezeigt) versehen, die zusammen eine an das Bullauge 20 anschließende Öffnung formen.

Die Erfindung liefert, durch Konzentration der Kabinen-Herstellungsarbeit an einer Fertigungslinie an Land, ein einzigartiges und vorteilhaftes Einbauverfahren der Kabinen an Bord. Es unterstützt ebenso den gesamten Schiffsbauvorgang, da eine Konstruktion "unter freiem Himmel" möglich ist. Das heißt, es sorgt für den Einbau der Kabinenmodule durch deren Herabsenken, direkt in ihre endgültige Position auf einem Deck, bevor das nächste darüberliegende Deck gebaut wird. Trotzdem steht Raum zur Verfügung, der es den Arbeitern erlaubt, das darüberliegende Deck an den Schiffsrumpf zu schweißen, und ein relativ geringer Arbeitsaufwand ist erforderlich, um die Kabinen fertigzustellen, nachdem das darüberliegende Deck fertiggestellt ist.

Verschiedene Modifikationen können an den Kabinenmodulen und an dem oben beschriebenen Einbauverfahren vorgenommen werden. Zum Beispiel kann jedes Kabinenmodul mit nur einer, eher als zwei Erweiterungswänden ausgestattet sein, da wenn die Erweiterungswände ausreichende Schalldämpfung und Feuerbeständigkeit besitzen, es unnötig ist, doppelte Wände zur Verfügung zu stellen. Eine zusätzliche Wand kann zur Verfügung gestellt werden, um die hinterste Kabine einer Reihe zu vervollständigen. Es können viele andere Modifikationen vorgenommen werden, die erfahrenen Personen nach dem Lesen dieser Beschreibung einfallen, ohne den Umfang dieser Erfindung, wie in den folgenden Ansprüchen beschrieben, zu verlassen.

Gewerbliche Anwendbarkeit

Die Erfindung ist bei der Montage von Unterkünften bzw. Räumlichkeiten an Bord eines Schiffes zweckmäßig und bringt Vorteile in besserer Leistungsfähikeit und reduzierten Kosten.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Zusammenbau von Räumlichkeiten an Bord eines Schiffes, welches folgende Verfahrensschritte aufweist:

    Heben einer Vielzahl von vorgefertigten Kabinenmodulen (50) auf ein erstes Deck (62) eines teilweise zusammengebauten Schiffes;

    Positionieren der Module in ihren Endpositionen auf dem ersten Deck in einer Reihe, welche sich parallel zu einem Bereich des Schiffsrumpfes (18) erstreckt, und Bilden einer Vielzahl von Kabinen, wobei jede Kabine aus einem der Kabinenmodule (50) gebildet ist;

    wobei das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass:

    in dem Schritt des Positionierens der Module (50) in ihren Endpositionen auf dem Deck (62) ein Raum zwischen den Modulen (50) und dem Bereich des Schiffsrumpfes (18) geschaffen wird, welcher ausreichend ist, um es Arbeitern zu erlauben, sich zwischen den Modulen und dem Rumpf (18) zu bewegen;

    nachdem die Module auf dem Deck positioniert sind ein nächstes Deck (64), welches oberhalb der Module (50) angeordnet ist, durch Arbeiter, die sich innerhalb des Raumes befinden, an dem Bereich des Schiffsrumpfes (18) angebracht wird;

    der Schritt des Bildens der Kabinen einen Schritt des Komplettierens der Kabinen beinhaltet, welcher nach dem Schritt des Anbringens des nächsten Decks (64) an dem Bereich des Schiffsrumpfes (18) durchgeführt wird; und

    der Komplettierungsschritt das Errichten von Erweiterungs-Wandelementen (70) beinhaltet, welche sich von den Kabinenmodulen (50) zu dem Bereich des Rumpfes (18) erstrecken.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, in welchem das nächste Deck (64) oberhalb der Kabinenmodule (50) installiert wird nachdem die Module (50) auf dem Deck positioniert sind.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, in welchem in dem Hebeschritt die Kabinenmodule (50) mittels eines Krans über den Schiffsrumpf (18) gehoben werden und mittels des Krans im wesentlichen an ihren Endpositionen auf dem ersten Deck (62) abgestellt werden und in welchem das nächste Deck (64) oberhalb der Kabinenmodule (50) installiert wird nachdem die Module (50) auf dem ersten Deck (62) positioniert werden.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, in welchem jedes der vorgefertigten Kabinenmodule (50) Einrichtungsgegenstände (34, 36) aufweist, welche in demselben befestigt sind, wenn es in dem Hebeschritt auf das erste Deck gehoben wird.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, in welchem jedes der vorgefertigten Kabinenmodule (50) ein Badezimmer aufweist, welches in demselben befestigt ist, wenn es in dem Hebeschritt auf das erste Deck gehoben wird.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, in welchem jedes der vorgefertigten Kabinenmodule (50) eine Decke (59) aufweist, und in welchem der Schritt des Komplettierens der Kabinen den Schritt des Errichtens einer Dacherweiterung aufweist, welches sich von den Decken der vorgefertigten Kabinenmodule (50) in Richtung des Bereichs des Rumpfes (18) erstreckt.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, einschließlich des Schritts der Vorfertigung der Kabinenmodule (50), in welchem in dem Vorfertigungsschritt Einrichtungsgegenstände und Installationselemente (32, 34, 36, 38) in das Kabinenmodul installiert werden, bevor es in dem Hebeschritt auf ein Deck gehoben wird, und auch einschließlich des Schritts des Installierens von Einrichtungsgegenständen und Installationselementen (42, 44, 46) zwischen den Erweiterungs-Wandelementen (70) nachdem die Erweiterungs-Wandelemente errichtet sind, wobei die Mannarbeitsstunden, die für die Vorfertigung jedes Kabinenmoduls verwendet werden, einschließlich der Installation der Einrichtungsgegenstände und Installationselemente (32, 34, 36, 38) in denselben, bevor das Kabinenmodul auf das Deck gehoben wird, mindestens ungefähr vier Mal die Mannarbeitsstunden sind, die beim Errichten der Erweiterungs-Wandelemente und dem Installieren der Installationselemente und Einrichtungsgegenstände (42, 44, 46) zwischen den Erweiterungs-Wandelementen aufgewendet werden.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, in welchem der Schritt des Komplettierens der Kabinen den Schritt des Errichtens von Abschlussverkleidungen (71) entlang dem Rumpf (18) beinhaltet.
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, in welchem jedes der vorgefertigten Kabinenmodule (50) eine erste Wand (52) zum Abtrennen des Inneren der Kabine von einem allgemeinen Zugang (16) und ein Paar Trennwände (54, 56) aufweist, welche sich in einer ersten Richtung von der ersten Wand weg erstrecken, wobei jedes vorgefertigte Kabinenmodul eine Öffnung (58) aufweist, welche gegenüber der ersten Wand angeordnet ist, und in welchem die Erweiterungs-Wandelemente sich jeweils von den Trennwänden zu dem Bereich des Rumpfes (18) erstrecken, wodurch individuelle Kabinen auf einer Seite durch eine erste Wand (52), auf einer gegenüberliegenden Seite durch eine Abschlusswand und auf den verbleibenden Seiten durch Wände begrenzt werden, welche jeweils eine der Trennwände (54, 56) und ein Erweiterungs-Wandelemente (70) aufweisen.
  10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, in welchem jedes der vorgefertigten Kabinenmodule (50) eine erste Wand (52) zum Abtrennen des Inneren der Kabine von einem allgemeinen Zugang (16) und ein Paar Trennwände (54, 56) aufweist, welche sich in einer ersten Richtung von der ersten Wand weg erstrecken, wobei jedes vorgefertigte Kabinenmodul eine Öffnung (58) aufweist, welche gegenüber der ersten Wand angeordnet ist, in welchem die Erweiterungs-Wandelemente (70) sich jeweils von den Trennwänden zu dem Bereich des Rumpfes (18) erstrecken, und in welchem die horizontale Länge jeder Trennwand (54, 56) geringer ist als die horizontale Länge jedes Erweiterungs-Wandelements (70) und die horizontale Länge der ersten Wand (52) mindestens so groß ist wie die horizontale Länge jeder Trennwand.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, in welchem die Erweiterungs-Wandelemente (70) durch Scharniere (76) mit den Trennwänden der vorgefertigten Kabinenmodule (50) verbunden werden, wenn die vorgefertigten Kabinenmodule (50) in dem Hebeschritt auf das Deck gehoben werden, und in welchem die Erweiterungswandelemente errichtet werden, in dem sie auf den Scharnieren in Richtung des Bereiches des Rumpfes (18) geschwungen werden.
  12. Verfahren nach Anspruch 11, in welchem Abschlusswandelemente (78) mit den Erweiterungs-Wandelementen (70) durch Scharniere (80) verbunden werden, und in welchem nach der Errichtung eines jeden Erweiterungs-Wandelements, welches ein daran gelenkig angebrachtes Abschlusswandelement aufweist, das letztgenannte Abschlusswandelement in eine Position geschwungen wird, in welcher es sich entlang des Schiffsrumpfes (18) erstreckt.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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