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Dokumentenidentifikation DE10257391A1 24.06.2004
Titel Saure Reinigung II
Anmelder Ecolab GmbH & Co. oHG, 40589 Düsseldorf, DE
Erfinder Strothoff, Werner, 48336 Sassenberg, DE;
Faubel, Heiko, Dr., 42929 Wermelskirchen, DE;
Maier, Helmut, Dr., 40545 Düsseldorf, DE;
Troll, Winfried, 40593 Düsseldorf, DE
DE-Anmeldedatum 06.12.2002
DE-Aktenzeichen 10257391
Offenlegungstag 24.06.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.06.2004
IPC-Hauptklasse C11D 7/00
IPC-Nebenklasse C11D 3/20   B08B 7/00   A47L 15/00   
Zusammenfassung Durch das vorgestellte maschinelle Verfahren wird der kontinuierliche oder diskontinuierliche Prozess der maschinellen Geschirr-Reinigung, der sowohl in Einfach- als auch Mehrtankmaschinen ausgeübt werden kann, verbessert.
Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass das Geschirr zumindest in einem Verfahrensschritt mit einer sauren und in einem anderen Verfahrensschritt mit einer alkalischen Reinigungslösung behandelt wird, umfassend
a) das Aufbringen einer sauren wässrigen Reinigungslösung auf das zumindest teilweise verschmutzte Geschirr und
b) die Entfernung der genannten sauren wässrigen Reinigungslösung und des Schmutzes in einem oder mehreren Folgeschritten,
wobei die mindestens eine alkalische Behandlung vor und/oder nach der sauren Behandlung stattfinden kann und sich die alkalische und mindestens eine saure wässrige Reinigungslösung wenigstens teilweise neutralisieren.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein maschinelles Verfahren zur Reinigung von Geschirr oder anderen mit Lebensmittelresten verunreinigten Oberflächen. Dabei geht es insbesondere darum, den kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Prozess der maschinellen Geschirr-Reinigung, der sowohl in Einfach- als auch Mehrtankmaschinen ausgeübt werden kann, zu verbessern.

Üblicherweise werden Verfahren zur Geschirr-Reinigung so durchgeführt, dass das mit Speiseresten verschmutzte Geschirr, zu dem zum Beispiel Tabletts, Besteckteile und Lippenstiftreste aufweisende Gläser gehören, in einer Vorwaschzone bzw. in einem Vorwaschzyklus, also vor dem eigentlichen Waschvorgang, mit Wasser besprüht oder überstrahlt werden. Dieses Wasser ist kaltes oder vorgewärmtes Frischwasser, Kühlwasser einer Phrasenkondensation, meist aber Überlaufwasser einer Waschflotte, welches meist mit geringem Druck und über verhältnismäßig große Wascharmöffnungen auf das Geschirr gespritzt wird. Im Anschluss an diese Vorwaschzone bzw. dem Vorwaschzyklus gelangt das Geschirr in die eigentliche Waschzone bzw. den Waschzyklus, wo das Geschirr mit einer Waschflotte bespritzt wird.

Die Waschflotte besteht üblicherweise aus Wasser mit einer Temperatur von etwa 50 °C bis 65 °C, dem ein Reiniger zugegeben ist. Um Fette, Stärke, Farbstoffe und Eiweiß mit ausreichender Sicherheit zu entfernen, werden dem Wasser z. B. pulvrige oder flüssige Reinigungsmittel hinzugefügt, mit dem Resultat, dass etwa 0,1 bis 0,3 Gew.-% aktiver Waschsubstanzen in der Reinigungslösung vorliegen. Die so resultierende Waschflotte wird üblicherweise über unterschiedlich angeordnete Düsen auf die zu reinigenden Gegenstände gesprüht. Auf diese Weise wird der auf dem Geschirr befindliche Schmutz entfernt, zumindest aber angequollen bzw. angeweicht und teilweise gelöst. In einer nachfolgenden Klarwaschzone bzw. in einem Klarwaschzyklus werden die angequollenen oder angeweichten Speise- bzw. Schmutzreste mittels Wasser entfernt. Gleichzeitig wird die Waschflotte abgespült. Bei dem nachfolgenden Spülschritt mit Nachspülwasser besteht dieses üblicherweise aus Frischwasser und einem Klarspüler, der in der Regel sicherstellt, dass nur ein hauchdünner Wasserfilm auf dem Geschirr verbleibt, der in nachgeordneten Trockenzonen ablaufen und/oder verdunsten kann.

Die maschinellen Voraussetzungen sind je nach Anwendung im gewerblichen und Haushaltsbereich unterschiedlich. Dabei enthalten die Reinigungsmaschinen im gewerblichen Bereich je nach Typ und Einsatzgebiet üblicherweise mehrere hintereinander angeordnete Tanks, aus denen Spül- bzw. Waschflotte gegen das die Maschine durchlaufende Waschgut gesprüht wird. Die Tanks sind in der Regel kaskadenartig aneinandergesetzt, wobei die Spül- bzw. Waschflotte die Tanks nacheinander vom Waschgut-Auslaßende zum Waschgut-Einlaßende hin durchläuft. Am Auslaßende wird den Maschinen in der Regel Frischwasser zugeführt. Die benötigte Menge an Reinigungsmittel wird in zumindest einen auch als Dosiertank bezeichneten Waschtank dosiert. Üblicherweise erfolgt die Zudosierung von Reinigungsmittel automatisch in Abhängigkeit von der Leitfähigkeit oder dem pH-Wert der Waschflotte oder gegebenenfalls auch mittels einer zeit- oder taktgesteuerten Dosierpumpe. Es kann auch möglich sein, dass eine separate Dosierung mehrerer Komponenten stattfindet. Beispielsweise kommt es vor, dass eine Laugen-Basis-Lösung auf Basis einer wässrigen Alkalihydroxid-Lösung vorgelegt wird. Zu dieser Basis-Lösung können dann je nach Bedarf ein oder mehrere Additive hinzugefügt werden. Die Dosage dieser Zusätze erfolgt üblicherweise proportional zur Zugabe der Basis-Lauge oder zeitgesteuert. Gewünschtenfalls kann die Dosierung der Additive auch in Abhängigkeit des Taktes der die Waschgüter durch die Maschine befördernden Kette erfolgen. Weiterhin ist auch eine Dosierung von Additiven bzw. die Anhebung der Additiv-Konzentration aufgrund der Erkennung des Anteils an Additiv in der Basis-Lauge über sensorische Erfassung eines Tracers, der im Additiv enthalten ist, möglich.

Wie in der EP 282 214 dargelegt, war in der Vergangenheit ein häufig auftretendes Problem, dass auch bei Verwendung relativ hoher Mengen an Reinigungsmitteln bei der regulären konventionellen Reinigung auf periodische Grundreinigungsschritte nicht gänzlich verzichtet werden konnte. Dabei hat die Grundreinigung den Zweck, im Laufe der Zeit aufgebaute, jedoch optisch nicht sofort erkennbare Beläge aus insbesondere wasserunlöslicher Stärke zu entfernen. Bei dieser Grundreinigung, werden die Gegenstände, bevorzugt das Geschirr, gelegentlich mit Waschflotte, die ein mehrfaches der üblichen Konzentration an Aktivsubstanzen enthält, behandelt. Dies stellt eine starke Belastung des Abwassers dar. Mit diesem Problem hat sich, wie gesagt, die EP 282 214 auseinandergesetzt. Durch die Verbesserung des Wirkungsgrades der Reinigung wurde versucht, den Arbeitsaufwand, den Wasser- und Chemieverbrauch und damit auch die Belastung der Umwelt zu reduzieren, wobei gleichzeitig erreicht werden sollte, dass ausreichend gut gereinigt wird. Die EP 282 214 versucht das Problems dadurch zu lösen, dass auf die verschmutzten Gegenstände eine hoch konzentrierte Reinigungsformulierung aufgesprüht wird, worauf eine Einwirkungsphase folgt, und anschließend die Reinigungslösung und Schmutz in einem oder mehreren folgenden Stufen wieder entfernt werden.

Wie dargelegt, erwähnt die EP 282 214 als ein wesentliches Ziel der Erfindung, die Belastung des Abwassers zu verringern. Dennoch wird bei genauerer Betrachtung des gesamten Prozesses deutlich, dass ein wesentlicher Aspekt bei der Belastung von Abwasser nicht berücksichtigt wurde. Bei der Aufbereitung von Abwasser ist es üblicherweise unabdingbar, dass das Abwasser vor bzw. während der Aufbereitung in entsprechenden Aufbereitungsanlagen einen bestimmten pH-Wert aufweist. Dieser pH-Wert liegt in der Regel, je nach Art der Aufbereitung in der Nähe des Neutralpunktes von Wasser. Je nach Gesetzgebung existieren sogar länderspezifische Abwasservorschriften, die einen bestimmten pH-Wert für das Abwasser vorschreiben. Das bedeutet nichts anderes, als dass bei stark saurem oder stark alkalischem Abwasser vor der weiteren Aufbereitung erneut Chemie zur Neutralisation zugesetzt werden muss. Mit anderen Worten, die Chemie, die in dem Reinigungsvorgang gemäß der EP 282 214 eingespart werden kann, belastet zwar einerseits das Abwasser nicht mehr, andererseits ist jedoch dennoch im nachhinein Chemie einzusetzen, um das abfließende Abwasser vor der Wasseraufbereitung zu neutralisieren. Diesem Problem trägt die EP 282 214 in keiner Weise Rechnung. Im Gegenteil, in der gesamten Offenbarung der EP 282 214 wird nur von alkalischen Reinigungsmitteln gesprochen und diese empfohlen. So wird in Säule 3 ab Zeile 15 explizit auf die zu verwendenden Reinigungsagenzien eingegangen. Insbesondere ab Säule 3, Zeile 24, wird offenbart, dass beispielsweise das Abwechseln von Besprühung mit hoher Alkalität und nachfolgender niedrigerer Alkalität Vorteile haben könnte. Anschließend wird dargelegt, dass ein weiterer Vorteil des Systems ist, dass Chemikalien, die üblicherweise nicht miteinander verträglich sind, beispielsweise oxidierende Substanzen wie Hypochlorit mit Wasserbehandlungssubstanzen, wie beispielsweise NTA, in dem Verfahren nebeneinander genutzt werden könnten. Weiter unten in Säule 3 ab Zeile 42 wird ausgeführt, dass verschiedene Substanzen bekannt sind, die die Penetration verbessern und das Anlösen und Ablösen des Schmutzes fördern können. Weiterhin führt die EP 282 214 A1 aus, dass typischerweise eine Grundformulierung eine Quelle von Alkalität und eine Quelle eines Sequestriermittels enthalten wird. Ausgehend von derartigen Formulierungen ist es möglich, sich auf spezielle Probleme einzustellen, wie z.B. Teerückstände oder andere Rückstände, die auf Geschirr auftreten können. Beim Lesen dieser Textpassagen der EP 282 214 und auch beim Lesen des in Säule 4 ab Zeile 3 folgenden Beispiels ergibt sich für den Fachmann zwangsläufig, dass es üblich ist, derartige Verfahren mit alkalisch formulierten Mitteln durchzuführen. Dies umso mehr, da dies auch der bisher gängigen Praxis entspricht. Wie dargelegt, ergibt sich in der Praxis jedoch das Problem, dass aufgrund der hohen Mengen an Alkalität, die je nach Verfahren auf hohen Mengen alkalischer Reinigungslösungen und/oder auf hohe Konzentrationen alkalischer waschaktiver Substanzen zurückzuführen sind, die entstehenden Abwässer einen hohen pH-Wert haben. Somit ist es auch und gerade bei der Befolgung der Lehre der vorliegenden EP 282 214 erforderlich, ja oftmals sogar durch Abwasservorschriften vorgeschrieben, die für den Reinigungsprozess eingesetzte Alkalität vor oder bei der Behandlung des Abwassers mit Säuren auf einen bestimmten pH-Wert zu neutralisieren.

Dementsprechend stellte sich die vorliegende Erfindung die Aufgabe, ein Verfahren zu Verfügung zu stellen, das einerseits hinsichtlich der Reinigung das in der EP 282 214 gestellte Problem löst, ohne Grundreinigung auszukommen. Zusätzlich und in Abgrenzung zur EP 282 214 stellte sich die vorliegende Erfindung die Aufgabe, den Aufwand für die Neutralisation vor oder bei der Behandlung in Abwasseraufbereitungsanlagen möglichst gering zu halten. Dabei sollte wenn möglich darauf geachtet werden, daß die anwendungstechnischen Anforderungen bzgl. maschineller und sonstiger Voraussetzungen erfüllt werden.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur kontinuierlichen oder diskontinuierlichen maschinellen Reinigung von Geschirr, bei dem das Geschirr zumindest in einem Verfahrensschritt mit einer sauren und in einem anderen Verfahrensschritt mit einer alkalische Reinigungslösung behandelt wird, umfassend

  • a) das Aufbringen einer sauren wässrigen Reinigungslösung auf das zumindest teilweise verschmutzte Geschirr, und
  • b) die Entfernung der genannten sauren wässrigen Reinigungslösung und des Schmutzes in einem oder mehreren Folgeschritten,
wobei die mindestens eine alkalische Behandlung vor und/oder nach der sauren Behandlung stattfinden kann und sich die alkalische und mindestens eine saure wässrige Reinigungslösung wenigstens teilweise neutralisieren.

Bevorzugt ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren, dass die genannte saure Reinigungslösung eine oder mehrere Säuren ausgewählt aus den mineralischen und/oder organischen Säuren enthält, wobei besonders bevorzugt zumindest eine Säure vorliegt, die ausgewählt ist aus Schwefelsäure, Salpetersäure, Phosphorsäure, Ameisensäure, Essigsäure, Propionsäure, Glykolsäure, Zitronensäure, Maleinsäure, Milchsäure, Gluconsäure, Alkansulfonsäure, Amidosulfonsäure, Succinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Phosphonsäuren, Polyacrylsäuren oder Mischungen derselben und ganz besonders bevorzugt aus Ameisensäure, Glykolsäure, Gluconsäure, Amidosulfonsäure oder den Alkansulfonsäuren, insbesondere Methansulfonsäure oder Mischungen derselben ausgewählt ist.

Vorzugsweise enthält die erfindungsgemäß aufzusprühende wässrige saure Reinigungslösung als weitere Komponenten einen Korrosionsinhibitor und/oder eine üblichen Komplexbildner, besonders bevorzugt ausgewählt aus den Phosphonsäuren, insbesondere Dioctylphosphonsäure.

Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es außerdem bevorzugt, dass die genannte saure Reinigungslösung zwischen 0,01 und 10 Gew.-%, einer oder mehrerer waschaktiver Substanzen, bezogen auf die Reinigungslösung, enthält, wobei es besonders bevorzugt ist, wenn die genannte saure Reinigungslösung weniger als 0,9 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt weniger als 0,8 Gew.-% und insbesondere weniger als 0,5 Gew.-% einer oder mehrerer waschaktiver Substanzen, bezogen auf die Reinigungslösung, enthält.

Die genauen Bedingungen richten sich auch nach den genaueren Umständen in der Praxis und den anwendungstechnischen Anforderungen an das Verfahren. Besteht beispielsweise aufgrund der vorgegebenen anlagenspezifischen Umstände in der praktischen Anwendung Korrosionsgefahr bei zu hoher Säure-Konzentration in der sauren Reinigungslösung, dann empfiehlt es sich eher schwach saure Reinigungslösungen mit einem Aktiv-Gehalt an Säure von weniger als 0,9 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt weniger als 0,8 Gew.-% und insbesondere weniger als 0,5 Gew.-% zu verwenden. Je nach maschinellen Voraussetzungen können schwach saure Reinigungslösungen auch den Vorteil haben, dass die Zehrung in den Laugenbäder, in die möglicherweise saure Lösung verschleppt wird, nicht zu hoch ist.

Abgesehen von den anwendungstechnischen Anforderungen wird bei Betrachtung des Gesamt-Prozesses auch bei dieser Arbeitsweise in Abgrenzung zur EP 282214 aufgrund der Teilneutralisation ein weniger belastetes Abwasser erreicht. Dadurch ist gewährleistet, daß ein geringerer Aufwand vor der weiteren Aufbereitung des Abwassers erforderlich ist.

Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es weiterhin bevorzugt, das die genannte saure wässrige Reinigungslösung über eine gewisse Kontaktzeit (während der nicht weitergesprüht wird) auf das Geschirr und den Schmutz einwirken zu lassen, wobei die Kontaktzeit vorzugsweise 2 bis 100 Sekunden, besonders bevorzugt 5 bis 100 Sekunden und ganz besonders bevorzugt 8 bis 25 Sekunden beträgt, wobei es ebenfalls bevorzugt ist, wenn das Geschirr während der genannten Kontaktzeit nicht absichtlich besprüht wird.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die genannte saure Reinigungslösung als feine, sanfte nebelähnliche Sprühflüssigkeit auf das Geschirr aufgesprüht.

Eine ebenfalls bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahren besteht darin, dass die genannte saure Reinigungslösung als Schaum auf das Geschirr aufgebracht wird.

Dabei wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass auch andere denkbare Auftragungsformen in Frage kommen bzw. der Erfolg der Methode nicht von der Art des Auftragens alleine abhängt. Beispielsweise könnte man die genannte Reinigungslösung auch durch Auftropfen oder durch das im Markt als Thin film Cleaning (TFC) bekannte Verfahren der Firma Ecolab auf das Geschirr aufbringen.

Dabei ist es bevorzugt, dass je nach Art der Auftragung die hierfür geeigneten Düsen oder sonstige Hilfsmittel verwendet werden. Vorzugsweise wird bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens die genannte saure Reinigungslösung vor dem letzten Spülzyklus oder der letzten Spülzone aufgebracht.

Außerdem besteht eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens darin, dass vor der Behandlung mit der genannten sauren Reinigungslösung eine alkalische Behandlung des Geschirrs erfolgt, deren pH-Wert besonders bevorzugt größer als 10 ist, wobei es ebenfalls bevorzugt sein kann, dass nach der Behandlung mit der genannten sauren Reinigungslösung eine alkalische Behandlung des Geschirrs erfolgt, wobei es jedoch ganz besonders bevorzugt ist, wenn das Geschirr insgesamt wenigstens drei Reinigungsschritten unterworfen wird und vor und nach der Behandlung mit der genannten sauren Reinigungslösung jeweils eine alkalische Behandlung des Geschirrs erfolgt.

Es sei weiterhin dargelegt, dass für den Fall, dass bei dem erfindungsgemäßen Verfahren mindestens zwei alkalische Schritte vorkommen, es besonders bevorzugt ist, dass der in der Verfahrensreihenfolge frühere alkalische Schritt einen niedrigeren pH-Wert aufweist, als der in der Verfahrensreihenfolge spätere alkalische Schritt. Dies ist von Vorteil, um die Zehrung bei einem zwischen den beiden genannten alkalischen Schritten erfolgenden sauren Schritt möglichst gering zu halten.

Dabei ist es bevorzugt, bei der genannten alkalischen Behandlung im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens das Geschirr mit einer oder mehreren wässrigen Reinigungslösungen in Kontakt zu bringen, die zwischen 0,1 und 4 Gew.-% eines Alkaliträgers, vorzugsweise eines Hydroxids ausgewählt aus Natrium-, Kaliumhydroxid oder Gemischen derselben enthalten.

Als weitere bevorzugte Alkaliträger, zusätzlich zu oder anstelle von Hydroxiden, ausgewählt aus Natrium- und Kaliumhydroxid seien beispielhaft Alkalisilikate, Ethanolamine, wie Triethanolamin, Diethanolamin und Monoethanolamin sowie Alkalicarbonate Alkaliträgers, vorzugsweise eines Hydroxids ausgewählt aus Natrium-, Kaliumhydroxid genannt. Natürlich können auch andere Alkaliträger eingesetzt werden, da es in erster Linie auf die Anhebung des pH-Werts ankommt.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung richtet sich auf eine gewerbliche Geschirrspülmaschine, die mehrere Tanks enthält, die in bekannter Weise kaskadenartig aneinandergesetzt sind und aus denen Spül- bzw. Waschflotte gegen das Geschirr gesprüht wird, um anschließend wieder in die Tanks abzulaufen, wobei die Tanks, die bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens für einen oder mehrere saure Reinigungsschritte vorgesehen sind, aus säureresistentem Material bestehen und/oder mit säureresistentem Material ausgekleidet sind.

Außerdem ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung eine Eintank-Waschmaschine, beispielsweise eine Haushalts-Geschirrspülmaschine, die in einem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt werden kann und insbesondere an den aufgrund mit sauren Reinigungslösungen in Berührung kommenden Stellen aus säureresistentem Material besteht und/oder mit säureresistentem Material ausgekleidet ist.

Beispiele

Pro Versuch werden 10 neue, trockene Speiseteller bei Raumtemperatur gemäß einer standardisierten Testmethode mit einer Stärkeverschmutzung angeschmutzt. Hierfür wird eine etwa 6 %ige wässrige Maisstärke enthaltende Zusammensetzung nach Aufkochenlassen auf 75 °C abgekühlt und davon je Teller ca. 4 ml mit Pinsel aufgetragen. Die so behandelten Teller lässt man mindestens 3 Stunden stehen und lässt die Teller anschließend 16 Stunden bei ca. 100 °C trocknen. Nach dem Abkühlen der Teller wurden in einer Krefft© Eintank Geschirrspülmaschine nach folgendem Schema Vergleichsversuche durchgeführt.

  • a) 1 Minute reinigen mit einer 0,3 Gew.%igen wässrigen Lösung eines üblichen gleichbleibenden alkalischen Reinigungsmittels (ca. 17 Gew.% Alkalihydroxid, 14 Gew.% Tripolyphosphat und 1,5 Gew.% Alkalihypochlorit sowie ca. 1 Gew.% Alkali-Silikat und Rest Wasser).
  • b) Flächendeckendes Einsprühen der Teller mit von Versuch zu Versuch andersartigen Ansprühlösungen, deren Zusammensetzung in Tabelle 1 näher beschrieben ist.
  • c) 30 Sekunden einwirken lassen der aufgetragenen Ansprühlösung.
  • d) 2 Minuten reinigen mit einer Lösung gemäß a).

Die Reinigungs- und Ansprühlösungen wurden auf Basis von enthärtetem Wasser zur Verfügung gestellt. Die Reinigungstemperatur in der Krefft® Eintank-Geschirrspülmaschine betrug 60 °C.

Es wurden zunächst 6 Versuche nach dem beschriebenen Schema durchgeführt, wobei die Zusammensetzung der Reinigungslösungen a) und d) beibehalten wurde und nur die Ansprühlösung von Versuch zu Versuch verändert wurde.

Die Reinigungsergebnisse wurden je nach Reinigungserfolg mit Zahlen von 1 (kein Reinigungserfolg erkennbar) bis 10 (vollständige Entfernung der Verunreinigungen) bewertet.

Die Ergebnisse der 6 Versuche sind aus Tabelle 1 zu entnehmen.

Tabelle 1: Reinigungsergebnisse in Versuchen gemäß beschriebenem Schema, wobei nur die Ansprühlösung von Versuch zu Versuch geändert wurde

Wie aus Tabelle 1 ersichtlich, wurden die mit Abstand besten Reinigungsergebnisse in den Versuchen 3 bis 5 erzielt. Dabei kam als Ansprühlösung eine Methansulfonsäurelösung zum Einsatz. Das Reinigungsprinzip bestand für diesen sehr vorteilhaften Fall also darin, dass zunächst alkalisch, dann sauer und danach wieder alkalisch gereinigt wurde.

Weitere Untersuchungen zeigten, dass ähnliche Ergebnisse auch mit anderen Säuren zu erzielen waren. Insbesondere herauszustellen sind dabei die organischen Säuren Ameisensäure, Glykolsäure, Gluconsäure, Amidosulfonsäure oder andere Alkansulfonsäuren, insbesondere mit einer Alkankette von 1 bis 4 C-Atomen.

Wie aus dieser einfachen Versuchsanordnung erkennbar ist, gelingt es durch diesen pH-Wechsel in der Anwendung hervorragende Reinigungsergebnisse auch bei Säure-Konzentrationen unter 0,5 Gew.-% Aktiv-Gehalt an Säure zu erreichen. Dabei ist auch klar, dass bei niedrigeren Säure-Konzentrationen die ungewünschte Teilneutralisation innerhalb des Reinigungs-Prozesses, beispielsweise aufgrund am Geschirr anhaftender Restmengen an Reinigungslösung, die im nächsten Schritt mit einer Reinigungslösung von entgegengesetztem pH-Wert behandelt wird, in geringerem Umfang ausfällt.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur kontinuierlichen oder diskontinuierlichen maschinellen Reinigung von Geschirr, bei dem das Geschirr zumindest in einem Verfahrensschritt mit einer sauren und in einem anderen Verfahrensschritt mit einer alkalische Reinigungslösung behandelt wird, umfassend

    a) das Aufbringen einer sauren wässrigen Reinigungslösung auf das zumindest teilweise verschmutzte Geschirr, und

    b) die Entfernung der genannten sauren wässrigen Reinigungslösung und des Schmutzes in einem oder mehreren Folgeschritten,

    wobei die mindestens eine alkalische Behandlung vor und/oder nach der sauren Behandlung stattfinden kann und sich die alkalische und mindestens eine saure wässrige Reinigungslösung wenigstens teilweise neutralisieren.
  2. Ausführungsform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte saure wässrige Reinigungslösung eine oder mehrere Säuren ausgewählt aus den mineralischen und/oder organischen Säuren enthält.
  3. Ausführungsform nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Säure vorliegt, die ausgewählt ist aus Schwefelsäure, Salpetersäure, Phosphorsäure, Ameisensäure, Essigsäure, Propionsäure, Glykolsäure, Zitronensäure, Maleinsäure, Milchsäure, Gluconsäure, Alkansulfonsäure, Amidosulfonsäure, Succinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Oxalsäure, Benzoesäure, Phosphonsäuren, Polyacrylsäuren oder Mischungen derselben.
  4. Ausführungsform nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Säure vorliegt, die aus Ameisensäure, Glykolsäure, Gluconsäure, Amidosulfonsäure oder den Alkansulfonsäuren, insbesondere Methansulfonsäure oder Mischungen derselben ausgewählt ist.
  5. Ausführungsform nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte saure wässrige Reinigungslösung zwischen 0,01 und 10 Gew.-%, einer oder mehrerer waschaktiver Substanzen, bezogen auf die Reinigungslösung, enthält.
  6. Ausführungsform nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte saure wässrige Reinigungslösung weniger als 0,9 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 0,8 Gew.-% und besonders bevorzugt weniger als 0,5 Gew.-% einer oder mehrerer waschaktiver Substanzen, bezogen auf die Reinigungslösung, enthält.
  7. Ausführungsform nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man die genannte saure wässrige Reinigungslösung über eine gewisse Kontaktzeit (während der nicht weitergesprüht wird) auf das Geschirr und den Schmutz einwirken lässt, wobei die Kontaktzeit der genannten sauren wässrigen Reinigungslösung mit dem Geschirr vorzugsweise 2 bis 100 Sekunden, besonders bevorzugt 5 bis 100 Sekunden und ganz besonders bevorzugt 8 bis 25 Sekunden beträgt.
  8. Ausführungsform nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Geschirr während der genannten Kontaktzeit nicht absichtlich besprüht wird.
  9. Ausführungsform nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte saure wässrige Reinigungslösung als feine, sanfte nebelähnliche Sprühflüssigkeit auf das Geschirr aufgesprüht wird.
  10. Ausführungsform nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte saure wässrige Reinigungslösung als Schaum auf das Geschirr aufgebracht wird.
  11. Ausführungsform nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufbringen über hierfür geeignete Düsen erfolgt.
  12. Ausführungsform nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte saure wässrige Reinigungslösung vor dem letzten Spülzyklus oder der letzten Spülzone aufgebracht wird.
  13. Ausführungsform nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Behandlung mit der genannten sauren wässrigen Reinigungslösung eine alkalische Behandlung des Geschirrs erfolgt.
  14. Ausführungsform nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass für die genannte alkalische Behandlung des Geschirrs eine wässrige Reinigungslösung eingesetzt wird, deren pH-Wert größer als 10 ist.
  15. Ausführungsform nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Behandlung mit der genannten sauren wässrigen Reinigungslösung eine alkalische Behandlung des Geschirrs erfolgt.
  16. Ausführungsform nach einem oder mehreren der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Geschirr insgesamt wenigstens drei Reinigungsschritten unterworfen wird, wobei vor und nach der Behandlung mit der genannten sauren wässrigen Reinigungslösung jeweils eine alkalische Behandlung des Geschirrs erfolgt.
  17. Ausführungsform nach einem oder mehreren der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass bei der genannten alkalischen Behandlung das Geschirr mit einer oder mehreren wässrigen Reinigungslösungen in Kontakt gebracht wird, die zwischen 0,1 und 4 Gew.-% eines Alkaliträgers, vorzugsweise eines Hydroxids ausgewählt aus Natrium-, Kaliumhydroxid oder Gemischen derselben enthalten.
  18. Ausführungsform nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert des aus dem Verfahren abgegebenen Abwassers unter 12, vorzugsweise unter 11 liegt.
  19. Gewerbliche Geschirrspülmaschine, die mehrere Tanks enthält, die in bekannter Weise kaskadenartig aneinandergesetzt sind und aus denen Spül- bzw. Waschflotte gegen das Geschirr gesprüht wird, um anschließend wieder in die Tanks abzulaufen, dadurch gekennzeichnet, dass die Tanks, die gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 18 für einen oder mehrere saure Reinigungsschritte vorgesehen sind, aus säureresistentem Material bestehen und/oder mit säureresistentem Material ausgekleidet sind.
  20. Eintank-Waschmaschine, beispielsweise Haushalts-Geschirrspülmaschine, die für ein Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16 geeignet ist, und an den aufgrund eines Verfahrens gemäß den Ansprüchen 1 bis 18 mit sauren Reinigungslösungen in Berührung kommenden Stellen aus säureresistentem Material besteht und/oder mit säureresistentem Material ausgekleidet ist.
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