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Dokumentenidentifikation DE60008125T2 01.07.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001213962
Titel PESTIZIDFORMULIERUNGEN DIE ALS OBERFLÄCHENAKTIVE VERBINDUNGEN PHOSPHAT-ESTER UND ALKOXYLIERTE LIGNOSULFONATE ENTHALTEN
Anmelder Syngenta Participations AG, Basel, CH
Erfinder CHOW, Shui-Chiu, Victor, Jamestown, US;
MERRITT, Pruitt, Douthitt, Greensboro, US;
HAULSEE, Michael, Lear, Marietta, US
Vertreter Zumstein & Klingseisen, 80331 München
DE-Aktenzeichen 60008125
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 18.09.2000
EP-Aktenzeichen 009774050
WO-Anmeldetag 18.09.2000
PCT-Aktenzeichen PCT/EP00/09134
WO-Veröffentlichungsnummer 0120986
WO-Veröffentlichungsdatum 29.03.2001
EP-Offenlegungsdatum 19.06.2002
EP date of grant 04.02.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.07.2004
IPC-Hauptklasse A01N 25/30
IPC-Nebenklasse A01N 51/00   C11D 1/37   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein oberflächenaktives System zur allgemeinen Verwendung in landwirtschaftlichen Zusammensetzungen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf herbizide, fungizide und Insektizide Formulierungen, die aus zwei Komponenten bestehen: einem oberflächenaktiven Stoff in Form eines alkoxylierten Polyarylphenolphosphatesters in Verbindung mit einem oberflächenaktiven Stoff in Form eines alkoxylierten Lignosulfonatsalzes.

Hintergrund der Erfindung

Alkylphenolethoxylate (APE's) und deren anionische Derivate sind oberflächenaktive Stoffe, die in der Industrie bekannt sind und auf die sich Hersteller landwirtschaftlicher Chemikalien in der Geschichte gut verlassen konnten. Jedoch liefern Formulierungen, die APEs enthalten nicht immer die wünschenswerteste Kombination von Gestaltungsspezifizierungen, zum Beispiel Produkteffizienz, Betriebsparameter und Kosten. Traditionelle oberflächenaktive Stoffe in Form von Nicht-APE-Systemen sind nicht ohne weiteres anpassungsfähige Ersatzstoffe für oberflächenaktive APEs gewesen. Beispielsweise ist bewiesen worden, daß, in Abhängigkeit der Formulierungserfordernisse, Calciumdodecylbenzensulfonat, das in Verbindung mit Fettsäureethoxylaten verwendet wird, ein inakzeptabler APE-Ersatz ist, weil es innerhalb eines oder mehrerer Gestaltungsparameter, wie zum Beispiel Emulsionsstabilität, akute Toxizität, temporale und thermische Stabilität, chemische und physikalische Stabilität; Lösungs-, Suspensions- und Verdünnungsdynamik und Viskositäts- und Suspensionsstabilisierung schwache Leistung zeigt. Die Unfähigkeit der Industrie, die existierende Technologie zur Verbesserung der Merkmale von oberflächenaktiven Systemen, die APEs enthalten, anzupassen, hat zur Entwicklung einer vollständig neuen Linie von oberflächenaktiven APEs geführt. Die zusätzliche Aufgabe, die von der Scientific Community gestellt wurde, ist es gewesen, neue oberflächenaktive APEs zu entwickeln, die leicht aus ohne weiteres erhältlichen und kostengünstigen Rohmaterialien erzeugt werden können. Demgemäß verbleibt ein Bedarf an verbesserten oberflächenaktiven APEs.

EP-A-0 224 845 offenbart Wasser-dispergierbare Granulate zur Pestizidformulierung, die, zusätzlich zu einem Wirkstoff, oberflächenaktive Stoffe in Form von Styryl-substituierten, polyethoxylierten Phenolen, wie Mono- oder Diester von Phosphorsäure mit 18 bis 20 Ethylenoxideinheiten umfaßt, wobei Natriummethoxylignosulfonat in der Zusammensetzung enthalten sein kann.

EP-A-0 190 995 offenbart ein fließfähiges, herbizides Mittel, das auf wässerigen Suspensionskonzentraten basiert, das, zusätzlich zu einem Wirkstoff, ein polyethoxyliertes Phosphat-Mono- oder Diestersalz mit 4 bis 40 Ethylenoxideinheiten umfaßt, wobei Lignosulfonate als Antischaummittel in der Zusammensetzung enthalten sein können.

Zusammenfassung der Erfindung

Überraschenderweise ist nunmehr entdeckt worden, daß die Kombination alkoxylierter Polyarylphenolphosphatester (oder Salzen oder Säureformen hiervon) mit alkoxylierten Lignosulfonatsalzen ein geeignetes oberflächenaktives System zur allgemeinen Verwendung in landwirtschaftlichen Produkten liefert. Es ist herausgefunden worden, daß das oberflächenaktive System der vorliegenden Erfindung hervorragende Leistung in wässerigen Suspensionskonzentraten von Pestiziden liefert. Die vorliegende Erfindung umfaßt die oberflächenaktive Zusammensetzung, umfassend einen oder mehrere alkoxylierte Polyarylphenolphosphatester (oder Salze oder Säureformen hiervon) und ein oder mehrere alkoxylierte Lignosulfonatsalze. Die Erfindung umfaßt ebenso die agrochemischen Formulierungen, die das augenblicklich offenbarte oberflächenaktive System enthalten. In einer Ausführungsform der Erfindung enthalten die Zusammensetzungen, die das vorliegende oberflächenaktive System enthalten, keine anderen bekannten APEs oder sind im wesentlichen frei davon. Die oberflächenaktiven Stoffe der vorliegenden Erfindung werden aus der Kombination des entsprechenden alkoxylierten Polyarylphenolphosphatesters mit dem entsprechenden alkoxylierten Lignosulfonatsalz erhalten.

Die sterische Konfiguration der Polyarylphenolgruppe scheint zusätzlich die entsprechende oberflächenaktive, alkoxylierte Polyarylphenolphosphatesterkomponente des oberflächenaktiven Systems aus der hydrolytischen Spaltung, die normalerweise in anderen bekannten anionischen Phosphat-basierenden, oberflächenaktiven Systemen beobachtet wird, zu schützen.

Ausführliche Beschreibung der Erfindung

Ein Aspekt der Erfindung ist das oberflächenaktive System, umfassend

  • a) zumindest einen ethoxylierten Polyarylphenolphosphatester der Formel (1):
    worin R3 und R6 unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind, bestehend aus Wasserstoff, Natrium, Kalium und
    und
  • b) zumindest ein ethoxyliertes Lignosulfonatsalz mit einem Zahlenmittel an Ethylenoxideinheiten (EO) gleich 1 bis 4.

Die Erfindung umfaßt ebenso das oberflächenaktive System, worin Komponente (a) der Phosphatester der Formel:

ist, worin n wie oben definiert ist, und R3 und R6 unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind, bestehend aus Wasserstoff, Natrium, Kalium und

Die Komponente (b) des oberflächenaktiven Systems ist ein alkoxyliertes, sulfoniertes Kraft-Lignin, vorzugsweise ein ethoxyliertes, sulfoniertes Kraftlignin, wobei die Komponente (b) des oberflächenaktiven Systems das Natriumsalz eines ethoxylierten, sulfonierten Kraft-Lignins mit einer EO gleich 1 bis 4, vorzugsweise 3, ist.

Ein anderer Aspekt der Erfindung ist das Produkt, erhältlich durch das Verfahren der Kombination der Komponenten:

  • a) zumindest eines ethoxylierten Polyarylphenolphosphatesters der Formel (1):
    worin R3 und R6 unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind, bestehend aus Wasserstoff, Natrium, Kalium und
    und
  • b) zumindest eines ethoxylierten Lignosulfonatsalzes mit einem Zahlenmittel an Ethylenoxideinheiten (EO) gleich 1 bis 4.

Ein anderer Aspekt der Erfindung ist die Pestizidformulierung, umfassend zumindest ein Pestizid und

  • a) zumindest einen alkoxylierten Polyarylphenolphosphatester der Formel (1), wie oben definiert, und
  • b) zumindest ein alkoxyliertes Lignosulfonatsalz, wie oben definiert.

Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist die Pestizidformulierung, worin das Pestizid Verbindung A mit der Formel:

ist.

Ein anderes Merkmal der Erfindung ist ein Verfahren zum Schutz von Nutzpflanzen, umfassend den Schritt der Auftragung einer landwirtschaftlich wirksamen Menge einer oder mehrerer der hierin offenbarten Zusammensetzungen auf die Pflanzstelle der Nutzpflanzen, die geschützt werden sollen.

Der hierin offenbarte Umfang der Erfindung sollte nicht so ausgelegt werden, daß er durch irgendeine besondere chemische Theorie eingeschränkt wird, die sich auf die Komplexierungs-, die Gleichgewichts-, Reaktions- oder Säure-Base-Chemie der zur Erzeugung oberflächenaktiver Stoffe verwendeten Komponenten, oder anderer Inhaltsstoffe, die zur Erzeugung anderer ultimativ nutzbarer Formulierungen (zum Beispiel Pestizidformulierungen) verwendet wurden, bezieht. Diesbezüglich ist ein anderer Aspekt der Erfindung das oberflächenaktive System, umfassend einen oder mehrere alkoxylierte Polyarylphenolphosphatester (oder Salze oder Säureformen hiervon) und ein oder mehrere alkoxylierte Lignosulfonatsalze, worin die Teilkomponenten chemisch interagieren können oder nicht, um so eine Veränderung der Form der Komponenten herbeizuführen. Die Erfindung umfaßt die statische Zusammensetzung der entsprechenden Komponenten, die miteinander vermischt werden, ebenso wie die chemisch integrierte oberflächenaktive Systemzusammensetzung, umfassend zumindest einen alkoxylierten Polyarylphenolphosphatester und zumindest ein alkoxyliertes Lignosulfonat. „Statische Zusammensetzung" bezeichnet die Zusammensetzung, die aus den Komponenten besteht, wobei sich die Komponenten aufgrund ihrer Kombination mit anderen Zusammensetzungskomponenten im wesentlichen nicht veränderten. "Chemisch integrierte Zusammensetzung" bedeutet eine Zusammensetzung, die aus dem natürlichen Gleichgewicht, der Komplexierung, der Dissoziation oder anderen chemischen Umwandlungen resultiert, wenn eine davon nach der Kombination der Komponenten und vor der letztendlichen Verwendung des oberflächenaktiven Systems in einer Pestizidformulierung stattfindet. Daher umfaßt die "chemisch integrierte Zusammensetzung" der vorliegenden Endung definitionsgemäß die Situation, in der es eine "statische Zusammensetzung" gibt, ebenso wie eine resultierende Zusammensetzung, die zu jedem Zeitpunkt zwischen der anfänglichen Gestaltung und der letztendlichen Verwendung im Bereich der Produkte, die das oberflächenaktive System enthalten, auftritt. Mit anderen Worten, die offenbarte Erfindung ist nicht auf eine statische Zusammensetzung chemisch unveränderter Teilkomponenten beschränkt.

Die Erfindung umfaßt ebenso ein Verfahren zur Verwendung des oberflächenaktiven Systems als ein Ersatzstoff für bekannte oberflächenaktive APEs.

Ein anderer Aspekt der Erfindung ist die Zusammensetzung, umfassend die Formulierung des oben offenbarten oberflächenaktiven Systems in Pestizidformulierungen, die einen oder mehrere Wirkstoffe enthalten. Die Erfindung ist jedoch nicht auf Pestizidformulierungen beschränkt. Andere nützliche Formulierungen, die das augenblicklich offenbarte oberflächenaktive System enthalten können, umfassen Shampooformulierungen, Reinigungsmittelformulierungen allgemein und Seifenformulierungen, die im Bergbau verwendet werden. Das derzeit offenbarte oberflächenaktive System ist dahingehend zu betrachten, daß es allgemein als ein Ersatzstoff für bekannte oberflächenaktive APEs angewendet werden kann, und es kann daher erwartet werden, daß es in vielen anderen bekannten Formulierungen nützlich ist. Die Erfindung umfaßt jede erhaltene Formulierung, in der das augenblicklich offenbarte oberflächenaktive System andererseits die bekannten APEs ablöst. Die augenblicklich offenbarte Erfindung umfaßt ebenso jede Formulierung, die durch die Ergänzung von Zusammensetzungen, die APEs enthalten, erhalten wurde. Im allgemeinen würde jede Formulierung, die konventionell von oberflächenaktiven Zusatzstoffen Gebrauch macht, einer Modifikation durch Austausch mit oder Ergänzung des augenblicklich oberflächenaktiven Systems unterzogen. Obgleich die Kombination des oberflächenaktiven Stoffes hierin als ein oberflächenaktives System offenbart wird, wird erwartet, daß sie ebenso andere nicht-oberflächenaktive Eigenschaften aufweist, die unabhängig von jedweden inhärenten oberflächenaktiven Eigenschaften nützlich sein können. In Abhängigkeit der Anwendung der vorliegenden Erfindung kann sie zu erhöhter Bioeffizienz und/oder verminderter Toxizität und Reizung führen.

Ein anderer Aspekt der Erfindung ist die Zusammensetzung,umfassend die Formulierung des oben offenbarten oberflächenaktiven Systems in Formulierungen, die ein oder mehrere Herbizide und ein oder mehrere Safener (Antidots) enthält. Werden Herbizide aufgetragen, können die kultivierten Pflanzen ebenso unter schwerer Zerstörung leiden, die Faktoren zuzuschreiben sind, die die Konzentration des Herbizids und die Art der Auftragung, die kultivierte Pflanze selbst, die Art des Bodens und die klimatischen Bedingungen wie Lage, umfassen.

Die alkoxylierten Polyarylphenolphosphatester sind entweder kommerziell erhältlich, werden durch bekannte Verfahren oder anderweitig unter Verwendung bekannter Chemie hergestellt. Beispielsweise können ethoxylierte Tristyrylphenolphosphatester aus dem entsprechenden Tristyrylphenolethoxylat durch die Umsetzung mit Phosphorpentoxid, gelöst in Phosphorsäure, hergestellt werden. Im Gegensatz dazu kann das Tristyrylethoxylat durch die Behandlung von Tristyrylphenol mit einer Base (zum Beispiel Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid), gefolgt von der Zugabe der gewünschten Äquivalente an Ethylenoxid, hergestellt werden. Tristyrylphenol ist entweder kommerziell erhältlich, kann durch bekannte Verfahren oder anderweitig unter Verwendung herkömmlicher Chemiekenntnisse hergestellt werden. Es können ebenso Gemische verschiedener Phenole (zum Beispiel Gemische von Tristyrylphenol und Distyrylohenol) als Ausgangsmaterialien zur Herstellung der oberflächenaktiven Phosphatesterkomponenten der vorliegenden Erfindung verwendet werden.

Die alkoxylierten Lignosulfonate sind entweder kommerziell erhältlich, werden durch bekannte Verfahren hergestellt oder anderweitig unter Verwendung bekannter Chemie erhalten. Beispielsweise können die alkoxylierten Lignosulfonate durch die Alkoxylierung der Lignosulfonate unter Verwendung bekannter Alkylenoxidreagenzien, wie Ethylenoxid, erhalten werden. Insbesondere werden die gewünschten alkoxylierten Lignosulfonate aus der Gruppe ausgewählt, bestehend aus ethoxylierten Lignosulfonaten, propoxylierten Lignosulfonaten und butoxylierten Lignosulfonaten. Andere nützliche alkoxylierte Lignosulfonate sind die Verbindungen, die beispielsweise aus gemischter Alkoxylierung resultieren, wobei die eingeführten Alkylenoxideinheiten zwischen Ethylenoxid und Propylenoxid variieren oder wechseln. Der Alkoxylierungsgrad kann in Abhängigkeit der gewünschten Formulierungsgestaltungsparameter variieren, zum Beispiel Emulsionsstabilität der Pestizidformulierungen.

Die Lignosulfonate oder sulfonierten Lignine, die verwendet werden, um die alkoxylierten Lignosulfonate zu erzeugen, sind in der Technik bekannt und stammen beispielsweise aus der Sulfitaufspaltung von Holz und aus der Sulfonierung der Lignine, die aus der Kraft-Aufspaltung von Holz stammen. Die verwendeten Ligninmaterialien liegen normalerweise in der Salzform vor (das heißt, Natrium, Kalium usw.). Die Lignosulfonate, die zur Herstellung der alkoxylierten, oberflächenaktiven Lignosulfonate der vorliegenden Erfindung genutzt werden können, sind kommerziell erhältlich, können aus bekannten Verfahren erhalten werden oder werden anderweitig unter Verwendung bekannter Chemie hergestellt. Typische Lignosulfonate können durch die Sulfonierung verbrauchter Sulfitflüssigkeiten aus der Holzumwandlung erhalten werden. Bevorzugt wird gereinigtes Lignosulfonatmaterial verwendet, aus dem die Zucker- und andere Polysaccharidbestandteile entfernt und/oder zerstört, oder zusätzliche anorganische Bestandteile teilweise oder vollständig entfernt worden sind.

Die alkoxylierten Lignosulfonate, die zur Herstellung des oberflächenaktiven Systems der Erfindung verwendet wurden, sind vorzugsweise die Verbindungen, die ohne weiteres erhältlich und preisgünstig sind. Die Kosten der Materialien sind jedoch nur ein Faktor bei der Auswahl der alkoxylierten Lignosulfonat-Ausgangsmaterialien. Nach der Erstellung einer Routine-Kosten-Nutzen-Analyse und unter Berücksichtigung anderer Gestaltungsparameter wird offensichtlich werden, daß preisintensivere und weniger leicht erhältliche Ausgangsmaterialien bevorzugt sein können.

Normalerweise wird der Alkoxylierungsgrad in dem alkoxylierten Polyarylphenolphosphatester und in dem alkoxylierten Lignosulfonat unabhängig voneinander hinsichtlich des Zahlenmittels der Alkylenoxideinheiten darin gemessen. Das "Zahlenmittel der Ethylenoxideinheiten" wird als "EO"-Zahl bezeichnet. Dem ähnlich wird das Zahlenmittel der Propylenoxid- und Butylenoxideinheiten als "PO"- bzw. "BO"-Zahl bezeichnet. "Mittel" wird als das arithmetische Mittel einer Gruppe realer Zahlen definiert. Ein bevorzugtes Merkmal der Erfindung ist, wenn es eine kontinuierliche und symmetrische Glockenkurven-Gesamtverteilung um die EO-, PO- oder BO-Zahl gibt. Die alkoxylierten, oberflächenaktiven Komponenten der Erfindung können Gemische verschiedener Alkoxyeinheiten enthalten, zum Beispiel EO + PO + BO. Ebenso wünschenswert ist, daß es eine niedrige Dispersion gibt, vorzugsweise innerhalb einer Standardabweichung (&sgr;) des Mittelwerts (mittlere EO).

Tabelle

Alkoxylierungsgrad in den Komponenten des oberflächenaktiven Systems

Unter "Alkyl" ist eine Alkylgruppe zu verstehen, die linear oder verzweigt sein kann. Unter "Aryl" ist entweder ein nicht-heteroaromatisches Ringsystem oder heteroaromatisches Ringsystem zu verstehen. Unter "Alkylaryl" ist eine Arylgruppe zu verstehen, die durch eine oder mehrere Alkylgruppen substituiert ist, worin das "Aryl" entweder ein nichtheteroaromatisches Ringsystem oder heteroaromatisches Ringsystem sein kann.

Unter "Kraft-Lignin" ist ein Material zu verstehen, das normalerweise aus der Alkaliaufspaltung schwarzer Flüssigkeiten, wie sie in den Kraft-, Soda- oder anderen bekannten Alkaliaufspaltungsverfahren erzeugt werden, gewonnen wird.

Unter "sulfoniertem Lignin" ist das Produkt zu verstehen, das durch die Einführung von Sulfonsäuregruppen in das Kraft-Ligninmolekül erhalten wird, wie es durch die Umsetzung des Kraft-Lignins mit Sulfit- oder Bisulfitverbindungen bewirkt wird, so daß das Kraft-Lignin in Wasser löslich gemacht wird.

Unter "Sulfitlignin" ist das Reaktionsprodukt von Lignin zu verstehen, das während der Sulfitaufspaltung von Holz erhalten wird, und ein prinzipieller Bestandteil verbrauchter Sulfitflüssigkeit ist.

Unter "alkoxyliertem Lignosulfonat" ist das Reaktionsprodukt, das durch die Alkoxylierung von Lignosulfonaten mit einem Alkylenoxid, wie Ehtylenoxid, erhalten wird, zu verstehen.

Ein anderes bevorzugtes Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Kombination des derzeit offenbarten oberflächenaktiven Systems mit einem oder mehrerer Co-Tenside. Die Co-Tenside sind die Verbindungen, die in der Technik zur Formulierung oberflächenaktiver Systeme bekannt sind. Die Co-Tenside umfassen Polyglycolether, aliphatische Alkohole, cycloaliphatische Alkohole, Alkylphenole (zum Beispiel Nonylphenol), gesättigte Fettsäuren, ungesättigte Fettsäuren, Polyglycolether-Derivate aliphatischer oder cycloaliphatischer Alkohole, oder gesättigte oder ungesättigte Fettsäuren. Die Derivate enthalten 3 bis 30 Glycoletherguppen und 8 bis 20 Kohlenstoffatome in der (aliphatischen) Kohlenwasserstoffeinheit. Ein stärker bevorzugtes Co-Tensid ist ein nicht-ionisches Co-Tensid, insbesondere das nichtionische Co-Tensid, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Ethylenglycol und Polyethylenglycol. Andere bevorzugte oberflächenaktive Stoffe können Rizinusölethoxylate, Tristyrylphenolethoxylate, Ethylenoxid/Propylenoxid-Blockcopolymere (Pluronics) und/oder Ethylenoxid/Propylenoxid-Blockcopolymere aliphatischer Alkohole umfassen.

Ein bevorzugter Aspekt der Erfindung umfaßt die Kombination des oberflächenaktiven Systems hierin mit einer flüssigen Pestizidzusammensetzung, so daß eine emulgierbare Konznetratformulierung erhalten wird, die direkt mit Wasser oder anderen wässerigen Lösungen gemischt werden kann, was ohne spezielle Mischverfahren eine wässerige Pestizidformulierung ergibt.

Ein bevorzugter Aspekt der Erfindung umfaßt die Kombination des oberflächenaktiven Systems hierin mit einer festen Pestizidzusammensetzung, so daß eine Suspensionskonzentratformulierung erhalten wird, die direkt mit Wasser oder anderen wässerigen Lösungen gemischt werden kann, was ohne spezielle Mischverfahren eine wässerige Pestizidformulierung ergibt.

Ein bevorzugter Aspekt der Erfindung umfaßt die Kombination des oberflächenaktiven Systems hierin mit einer flüssigen Pestizidzusammensetzung und einer festen Pestizidzusammensetzung, so daß eine Suspoemulsionskonzentratformulierung erhalten wird, die direkt mit Wasser oder anderen wässerigen Lösungen gemischt werden kann, was ohne spezielle Mischverfahren eine wässerige Pestizidformulierung ergibt.

Die folgenden Beispiele veranschaulichen einige der speziellen Merkmale der Erfindung weiter, beabsichtigen aber nicht, ihren Umfang einzuschränken. Sofern nicht anders spezifiziert, beziehen sich durch diese Beschreibung und Ansprüche hindurch, Temperaturen auf Grad Celsius.

Ein bevorzugtes Merkmal der Erfindung umfaßt die Kombination des vorstehend beschriebenen oberflächenaktiven Systems mit einem flüssigen Wirkstoff, um eine emulgierbare Konzentratformulierung zu erhalten, die leicht mit Wasser oder anderen flüssigen Trägern verdünnt werden kann, was keine speziellen Handhabungen oder Mischverfahren erfordert. Ein Beispiel einer solchen Formulierung folgt:

Beispiel 1

Ein wässeriges Emulsionskonzentrat, enthaltend Verbindung A als Wirkstoff, wurde gemäß der folgenden Formulierung hergestellt (angegebene Prozentsätze sind Gewichtsprozentsätze):

  • 47,6% Verbindung A (siehe Tabelle),
  • 4,0% Tristyrylphenolethoxylatphosphatester (16EO),
  • 2,0% ethoxyliertes Lignosulfonat (3EO),
  • 5,0% Glycerin,
  • 0,1% Xanthan,
  • 0,1% Silikonantischaummittel,
  • 0,05% Konservierungsmittel,
  • 2,0% Attapulgit-Ton, und Wasser, um auf 100% zu vervollständigen.

Die obigen Inhaltstoffe wurden wie folgt formuliert: (1) Ein Vorgemisch aus Wasser, der Verbindung A, dem ethoxylierten Tristyrylphenol und dem ethoxylierten Lignosulfonat wird hergestellt. (2) Das Vorgemisch aus (1) wird auf eine feine Teilchengröße gemahlen. (3) Die verbleibenden Inhaltsstoffe werden zu dem Vorgemisch zugegeben, gefolgt von Mischen, bis eine gleichmäßige Zusammensetzung erhalten wird.

Beispiel 2

Ein wässeriges Emulsionskonzentrat, enthaltend Verbindung A, Mefenoxam, Fludioxinil und Difenoconazol als Wirkstoff, wurde gemäß der folgenden Formulierung hergestellt (angegebene Prozentsätze sind Gewichtsprozentsätze):

  • 20,6% Verbindung A (siehe Tabelle 3),
  • 0,35% Mefenoxam,
  • 0,25% Fluidoxinil,
  • 1,3% Difenoconazol,
  • 4,0% Tristyrylphenolethoxylatphosphatester (16EO),
  • 2,0% ethoxyliertes Lignosulfonat (3EO),
  • 0,1% Natriumhydroxid (50%ige wässerige Lösung),
  • 0,1% Nonylphenol,
  • 20,0% Glycerin,
  • 10,0% Titanoxid,
  • 2,5% blaues Pigment,
  • 0,75% Montmorillonit-Ton,
  • 0,13% Xanthan,
  • 0,06% Konservierungsmittel, und Wasser, um auf 100% zu vervollständigen.

Die obigen Inhaltstoffe wurden wie folgt formuliert: (1) Ein Vorgemisch aus Wasser, der Verbindung A, dem Mefenoxam, dem Difenoconazol, dem ethoxylierten Tristyrylphenol und dem ethoxylierten Lignosulfonat wird hergestellt. (2) Das Vorgemisch aus (1) wird auf eine feine Teilchengröße gemahlen. (3) Die verbleibenden Inhaltsstoffe werden zu dem Vorgemisch zugegeben, gefolgt von Mischen, bis eine gleichmäßige Zusammensetzung erhalten wird.

Die Nutzpflanzenschutzzusammensetzungen, die Teil der augenblicklich offenbarten Erfindung sind, können in einer zur beabsichtigten Anwendung geeigneten Form formuliert werden. Arten von Formulierungen umfassen beispielsweise ein Flowable (FL), ein fließfähiges Konzentrat zur Samenbehandlung (FS), benetzbare Pulver (WP), benetzbare Granulate (WDG), mit Öl-mischbares, fließfähiges Konzentrat (OF), ein Suspensionskonzentrat (SC), ein emulgierbares Konzentrat (EC), eine Flüssigkeit (L), Wasser-in-Öl-Emulsionen (EW), Granulate (GR), ein Wasser-dispergierbares Pulver zur Aufschlämmungsbehandlung (WS) und Trockenflowable.

Einige zusätzliche bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind in den nachstehenden Tabellen 1 und 2 enthalten.

Tabelle 1

Nutzpflanzenschutzformulierungen die einen oberflächenaktiven Stoff, spezielle Co Tensidkomponenten und eine oder mehrere wirksame technische Komponenten enthalten
* umfaßt die racemischen Gemische oder s-Metolachlor Alkoxylierungsgrad = Zahlenmittel der Alkylenoxideinheiten

Tabelle 2

Nutzpflanzenschutzformulierungen: verwendetes oberflächenaktives System

plus ethoxyliertes Kraft-Lignosulfonatsalz

R1, R3, R5 und n sind wie oben definiert
Verwendete technische Inhaltsstoffe und Formulierungsart
Tabelle 3

Strukturen für die Verbindungen A bis D

Tabelle 4 zählt einige Beispiele nützlicher Komponenten auf, die zur Formulierung der Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung verwendet werden können. Die Erfindung ist jedoch nicht auf die Verwendung der angegebenen Komponenten in der Tabelle beschränkt.

Tabelle 5 liefert einige Quellen für kommerziell erhältliche Materialien. Nichtsdestotrotz würde ein Fachmann erkennen, daß viele der Materialien, die zur Umsetzung der augenblicklich offenbarten Erfindung verwendet werden könnten, aus irgendeiner geeigneten Quelle erhalten werden können.

Tabelle 4

Beispiele für Komponenten, die zur Formulierung der Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung verwendet werden können
Tabelle 5

Namen und Adressen der Lieferanten der Materialien


Anspruch[de]
  1. Oberflächenaktives System, umfassend:

    a) zumindest einen ethoxylierten Polyarylphenolphosphatester der Formel (1):
    worin R3 und R6 unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind, bestehend aus Wasserstoff, Natrium, Kalium und
    und

    b) zumindest ein ethoxyliertes Lignosulfonatsalz mit einem Zahlenmittel an Ethylenoxideinheiten (EO) gleich 1 bis 4.
  2. Oberflächenaktives System nach Anspruch 1, wobei Komponente (b) ein ethoxyliertes, sulfoniertes Kraft-Lignin ist.
  3. Oberflächenaktives System nach Anspruch 2, wobei Komponente (b) das Natriumsalz eines ethoxylierten, sulfonierten Kraft-Lignins mit einer EO gleich 2 bis 4 ist.
  4. Oberflächenaktives System nach Anspruch 3, wobei Komponente (b) das Natriumsalz eines ethoxylierten, sulfonierten Kraft-Lignins mit einer EO gleich 3 ist.
  5. Verfahren zur Herstellung eines oberflächenaktiven Systems nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Kombination der Komponenten:

    a) zumindest eines ethoxylierten Polyarylphenolphosphatesters der Formel (1):
    worin R3 und R6 unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind, bestehend aus Wasserstoff, Natrium, Kalium und
    und

    b) zumindest eines ethoxylierten Lignosulfonatsalzes mit einer EO gleich 1 bis 4.
  6. Chemisch integrierte, oberflächenaktive Zusammensetzung, umfassend:

    a) zumindest einen ethoxylierten Polyarylphenolphosphatester der Formel (1):
    worin R3 und R6 unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind, bestehend aus Wasserstoff, Natrium, Kalium und
    und

    zumindest ein ethoxyliertes Lignosulfonatsalz mit einer EO gleich 1 bis 4.
  7. Pestizidformulierung, umfassend zumindest ein Pestizid und ein oberflächenaktives System nach Anspruch 1 aus

    a) zumindest einem ethoxylierten Polyarylphenolphosphatester der Formel (1):
    worin R3 und R6 unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind, bestehend aus Wasserstoff, Natrium, Kalium und
    und

    b) zumindest einem ethoxylierten Lignosulfonatsalz mit einer EO gleich 1 bis 4.
  8. Pestizidformulierung nach Anspruch 7, wobei das Pestizid Verbindung A mit der Formel:
    ist.
  9. Verfahren zum Schutz von Nutzpflanzen, umfassend den Schritt der Auftragung einer landwirtschaftlich wirksamen Menge der Formulierung nach Anspruch 7 auf die Pflanzstelle der Nutzpflanzen, die geschützt werden sollen.
  10. Verfahren zum Schutz von Nutzpflanzen, umfassend den Schritt der Auftragung einer landwirtschaftlich wirksamen Menge der Formulierung nach Anspruch 8 auf die Pflanzstelle der Nutzpflanzen, die geschützt werden sollen.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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