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Dokumentenidentifikation DE19960945B4 08.07.2004
Titel Bodenverkleidung für Kraftfahrzeuge
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Donaubauer, Helmut, 85080 Gaimersheim, DE
DE-Anmeldedatum 17.12.1999
DE-Aktenzeichen 19960945
Offenlegungstag 28.06.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 08.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.07.2004
IPC-Hauptklasse B60N 3/04
IPC-Nebenklasse B60R 13/08   A47G 27/00   B32B 27/02   B32B 7/00   B32B 5/24   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Bodenverkleidung für Kraftfahrzeuge, im wesentlichen bestehend aus einer Teppichschicht, einer darunter angeordneten Schallisolierung sowie einer weichen Schaumstoffschicht.

Ein geringer Innengeräuschpegel in Kraftfahrzeugen, insbesondere in Personenkraftfahrzeugen, in Verbindung mit weiteren Komfortkriterien genießen bei der konstruktiven Gestaltung solcher Bodenverkleidungen oberste Priorität. Eine Vielzahl gestalterischer Alternativen haben auch in der einschlägigen Patentliteratur Eingang gefunden.

So beschreibet beispielsweise die DE 34 30 775 C3 ein Teppichteil zur Schallisolation, bestehend aus einem Teppich und einer darunter angeordneten oder mit dem Teppich ein einheitliches Ganzes bildenden Schwerschicht und weiter bestehend aus einer darunter angeordneten synthetischen Unterschicht, die aus einer Kombination von jeweils ganzflächigen Schaumstoff- oder Vliesschichten mit verschiedenen spezifischen Strömungswiderständen besteht.

Ein in der DE 38 09 980 C2 bevorzugt angegebener Aufbau zur Schallisolation ist: Teppichschicht mit schaumdichter Folie, eine vorzugsweise biegeweiche vertestigte Schwerschicht, eine ggf. danach angeordnete dünnere schaumdurchlässige Vliesabdeckung und eine dickere elastische Weichschaumstoffschicht.

Eine in der DE 39 05 607 C2 beschriebene Bodenverkleidung für Kraftfahrzeuge zeigt ebenfalls einen zum Teil vielschichtigen Aufbau, wobei neben der als Teppich ausgebildeten Sichtfläche zumindest noch eine Schwerschicht und eine aufgeschäumte Rückenbeschichtung oder Hinterschäumung vorhanden sind.

Das Gebrauchsmuster DE 296 19 592 U1 behandelt ein wiederverwertbares Teppichbodenformteil für Kraftfahrzeuge. Als textiler Bodenbelag können rückenbeschichtete Velour- oder Nadelfilzbodenbeläge eingesetzt werden. Zur verbesserten Schallisolierung ist des weiteren eine Schwerschicht vorgesehen. Zum Ausgleich von Bodenunebenheiten des Karosserie-Bodenbleches und zur Schallabsorption wird des weiteren mit Hilfe des Hinterspritzverfahrens ein Absorptions-Schaumrücken aufgebracht. Bevorzugt ist hier die Verwendung eines gefüllten Zweikomponenten-Polyurethanschaumes. Dieser ist im Verbund mit der Schwerschicht akustisch wirksam. Das Teppichbodenformteil besteht aus einem Teppichbodenoberteil und einer Trägerschicht, wobei die Trägerschicht aus einer sandwichartig in zwei Vliesschichten der Trägerschicht integrierten Schwerschicht besteht.

Auch wenn in letztgenanntem Dokument neben der Verbesserung der Akustik ein weiteres Anliegen das Erzielen eines geringen Gewichtes ist, ist allein durch die im bekannten Stand der Technik stets verwendete Schwerschicht dieses Ziel nur bedingt erreichbar. Es verbleibt der Nachteil der relativ hohen Flächenmasse (kg/m2) der Bodenverkleidung.

Aus der DE 41 31 394 A1 ist zum einen ein Schalldämmmaterial und aus der DE 44 22 585 C1 ist zum anderen ein luftschallabsorbierendes Formteil und ein Verfahren zur seiner Herstellung bekannt geworden, wobei jeweils zwei Vlieslagen zum Einsatz kommen. Diese sind voneinander beabstandet bzw. es wird bewusst auf die Ausbildung von zwischenliegenden Hohlräumen Wert gelegt.

Durch das Gebrauchsmuster DE 72 23 051 U ist eine Vliesstoffbahn aus hitze- und korrosionsbeständigem Werkstoff als schallschluckende Füllung für Schalldämpfer bei Verbrennungskraftmaschinen bekannt geworden, wobei eine Schicht einer Mineralfaser mit einer Schicht einer Metallfaser verbunden ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bodenverkleidung für Kraftfahrzeuge gemäß Oberbegriff des Patentanspruches 1 so weiter zu entwickeln, dass ohne Beeinträchtigung der akustischen Wirksamkeit eine ausgesprochen geringe Flächenmasse erzielbar ist.

Erfindungsgemäß gelingt dies dadurch, dass die Bodenverkleidung den weiteren Schichtaufbau gemäß Kennzeichen des Patentanspruches 1 aufweist.

Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf ein Ausführungsbeispiel anhand der einzigen Figur näher erläutert. Diese zeigt einen Abschnitt einer Bodenverkleidung für Kraftfahrzeuge und ihren Schichtenaufbau im einzelnen.

Die erfindungsgemäße Bodenverkleidung besteht demnach aus einer Polyamid-Stapelfaserschicht 1, einem Trägervlies 2, einer Einbindung 3, einer Polyethylensinterschicht 4, einem Zweilagenvlies, bestehend aus einem Polyester-Vlies 5 und einem Polypropylen-Vlies 6 sowie einem unteren Polyurethan-Schaum 7. Polypropylen-Vlies 6 und Polyurethan-Schaum 7 sind durch eine zwischenliegende Polyethylen/Polyamid-Dichtfolie 8 getrennt.

Das eigentliche Zweilagenvlies enthält weder aufgeschäumte Kunststoffe noch Wachsemulsionen noch Schwerschichten. Außer der bodenseitigen Beschichtung aus dem viskoelastischen Polyurethan-Schaum 7 werden keine aufgeschäumten Kunststoffe als akustisch wirksame Schichten verwendet. Es hat sich gezeigt, dass durch das zweischichtig aufgebaute PESIPP-Vlies mit einer bevorzugten Masse von 600 bis 1000 g je m2, welches durch die Polyethylen-Sinterschicht 4 auf die Polyamid-Tuft-Velourteppichware (Stapelfaserschicht 1) aufgesintert wird, hervorragende schallabsorbierende Wirkungen erzielbar sind.

Durch den hohen Schmelzpunkt von Polyester kann das Polyestervlies 5 beim Tiefziehprozess ohne zu verkleben sehr gut verformt werden. Dadurch behält es auch nach dem Tiefziehen seine schallabsorbierenden Eigenschaften. Das Polypropylen-Vlies 6 wird bei der Verformung verdichtet und bildet eine schaumdichte und trittfeste Oberfläche mit mechanischer Verbindung zum Polyester-Vlies 5. Die Polyethylen/Polyamid-Folie 8 verbindet sich durch Kaschieren mit dem Polypropylen-Vlies 6 und dichtet gleichzeitig die oben liegenden Materialschichten gegen Polyurethan-Schaumdurchschüsse aus dem bodenseitigen Schaum 7 ab. Die Polyamid-Seite der Dichtfolie 8 verbindet sich im Hinterschäumprozess mit dem Polyurethan-Schaum 7. Die Schichten 1 bis 6 sind durchgängig nach oben offen und bilden eine luftdurchlässige, akustisch wirksame Struktur.


Anspruch[de]
  1. Bodenverkleidung für Kraftfahrzeuge, im wesentlichen bestehend aus einer Teppichschicht, einer darunter angeordneten Schallisolierung sowie einer weichen Schaumstoffschicht, dadurch gekennzeichnet, dass die Schallisolierung im wesentlichen aus zwei unmittelbar übereinanderliegend angeordneten Vliesanlagen gebildet wird, bestehend aus einem Polyester-Vlies (5) und einem darunter angeordneten Polypropylen-Vlies (6).
  2. Bodenverkleidung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zweilagenvlies (5, 6) eine Flächenmasse von 600 g je m2 bis 1000 g je m2 aufweist.
  3. Bodenverkleidung nach Patentanspruch 1, gekennzeichnet durch folgenden Schichtaufbau: Polyamid-Stapelfaserschicht (1 ), Trägervlies (2), Einbindung (3), Polyethylensinterschicht (4), Polyester-Vlies (5), Polypropylen-Vlies (6), Polyethylen/Polyamid-Dichtfolie (8), Polyurethan-Schaum (7).
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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