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Dokumentenidentifikation DE10052431B4 15.07.2004
Titel Verfahren zur Abdichtung von Natursteinmauerwerksfugen gegen Feuchtigkeit
Anmelder Elsaftawi, Elsayed, 64846 Groß-Zimmern, DE
Erfinder Elsaftawi, Elsayed, 64846 Groß-Zimmern, DE
DE-Anmeldedatum 23.10.2000
DE-Aktenzeichen 10052431
Offenlegungstag 06.06.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.07.2004
IPC-Hauptklasse E04B 1/682

Beschreibung[de]

Die Erfindung stellt ein Verfahren zum Abdichten Natursteinmauerwerksfugen dar, bei der die Nachteile verschiedener Verfahren zu Mauerwerkstrockenlegung, z.B. Bohrungen für Injektionen, beseitigt sind.

Als nachteilig hat sich bei der Verwendung von Bohrungen für die Injektionen herausgestellt, dass die Abdichtung von außen gegen Bodenfeuchtigkeit keinen Erfolg hat, da die meist gemauerten Kellerwände aus Natursteinmauerwerk keines Schutzes bedürfen, weil sie nicht wasserdurchlässig sind.

Lehmbatzen, die zur Bindung dieser Natursteine dienen, können das Waasser nicht weiterleiten, weil sie keine Kapilaren haben.

Die Injektionen können die erheblichen Hohlräume zwischen den gemauerten Natursteinen nicht verfüllen. Diese bleiben unbehandelt offen, und das Wasser kann durch die unregelmäßigen Fugen in die Wände gelangen.

Ein Hauptnachteil der Sanierung von Natursteinmauerwerk ergibt sich daraus, dass bei der Instandsetzung bei hoher Feuchtigkeit und Salzbelastung die 2 cm tief ausgekratzten Fugen erneut mit Zementspritzbewurf behandelt werden, damit sie als Haftbrücke zum Sanierputz dienen Dadurch treten erneut Schäden auf, da der neue Zementspritzbewurf neue Salze in den Fugeninnenräumen entstehen lässt.

Wassezschäden in der Fuge beruhen zu einem großen Teil auf der Wirkung leichtlöslicher Salze, Die bei der Verwitterung der Gesteine eine wichtige Rolle spielen.

Der Fugenmörtel, besonders Zementmörtel, ist ein sicherer Träger dieser Salze, wobei sich ein enger Zusammenhang zwischen Aasblähungen von Natriumkarbonat und Zementmörtel beobachten lässt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren der eingangs angegebenen Art zu schaffen, mit dem in Natursteinmauerwerk dichte und rissfreie Fugen entstehten.

Mit dem Fugenschutzstreifen aus bitmminiertem Gewebe wird schädliche Wirkung aggressiver Bodenwässer bzw. von druckendem Wasser im Bereich der Anschüttung vermieden.

Die Breite des bituminierten Fugenschutzstreifens ist von der Mauerfugenbreite abhängig. Zusätzlich muss an jeder Seite der Fuge je 1 cm Breite addiert werden, z. B.:

Fugenbreite 1, 5 cm

Streifenbreite = 2,0 cm + 1.5 cm Fugenbreite ergibt 3,5 cm

Das bituminierte Fugenschutzgewebe soll eine unbeschränkte Lebensdauer aufweisen und kostengünstig hinsichtlich des Materials, der Herstellung und der einfachen Verarbeitung zur Abdichtung von Natursteinmauerwerksfugen sein.

Bei keilförmigen Fugen soll der Fugenschutzstreifen dieser Form angepasst werden.

Die Streifenbreite ergibt sich wie folgt:

An jede Seite der Fugenbreite addiert man 1 cm, um die Fuge seitlich zu schließen. Der Schutzstreifen wird mittig der Fuge in einer Tiefe von 2 cm eingebaut, die Fugenaußenseite soll bis 1 cm Tiefe von der Steinaußenkante verfugt werden.

Bei der Herstellung der neuen Fuge im Natursteinmauerwerk sind die Voraussetzungen für eine fachgerechte Anordnung und Ausführung des Fugenschutzes zu schaffen.

Die Aasblähungen bei dem alten porösen Fugenmörtel und Stellen, an denen sich Wasser abgesetzt und den Stein zerstört hat, sollen auf eine Tiefe von 2 cm ausgekratzt werden Zwischenräume sollen mit Steinstücken und Mörtel ausgefüllt werden, so dass keine Hohlräume verbleiben.

Der Bitumenstreifen soll mittig der Fugenbreite und 2 cm tief von der Steinaußenkante hereingedrückt werden Die Fugenbreite soll durch die Randstreifen geschlossen werden, danach sachgemäß lückenlos ausgefugt werden und eine Tiefe von mindestens einer halben Fugenbreite haben.

So tritt durch diese Verbindung eine Vezkittung des Mörtels mit dem Fugenstreifen und eine Verfestigung ein.

Die Art der Bearbeitung der Fuge in der Sichtfläche ist maßgebend für die Lebensdauer der Außenseite der Fuge.

Hinter dem bituminierten Fugenstreifen, sind Witterungseinflüsse verhindert und Trockenheit garantiert.

Das für das Verfahren verwendbare Bitumen und das Gewebe können beispielsweise folgende Eigenschaften aufweisen:

Das Gewebe mit einer Maschenweite von 3,5 mm × 3,5 mm wird in Bitumen eingetaucht und leicht mit Quarzsand bestreut. Nach dem Trocknen wird es wieder in Bitumen eingetaucht, so dass die Maschenweite geschlossen wird. Nach dem Trocknen bildet sich ein geschlossener und biegsamer Streifen mit einer Stärke von 1,0 mm.

Fertige Streifenlänge 0,5 m bis 1,0 m

Streifenbreite nach Fugendicke und zusätzliche 2 cm schneiden

Basis Bitumen-Emulsion Lösemittel keine Farbe schwarz Konsistenz flüssig Dichte ca. 1,0 kg/dm3 Verarbeitungstemperatur ab +4°C Mischungsverhältnis in Raumteilen: Flüssigkeit Quarzsand (5:1)

Der verwendete bituminierte Fugenschutz ist für alle mineralischen Untergründe geeignet und durch chemische Reaktion nach kurzer Zeit wasserdicht, besitzt außerdem rissüberbrückende und gute Haftfähigkeit.

Chemisch ist Bitumen gegen Säuren und Laugen weitgehend beständig.

Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass die bituminierten Gewebestreifen bei Riss- schäden im Mauerwerk in den Fugen als rissüberbrückend eingebaut werden können Danach kann der Fugenausgleich wieder hergestellt werden.

Für die Untersuchung der Wasseraufnahme von Natursandsteinen mit bituminiertem Fugenschutz sind 3 Stück ungleichmäßige Sandsteine verwendet worden. Die ersten gemauerten zwei Steine bilden eine Stoßfuge (Fugenbreite 2,0 cm). Beide Steine werden über den dritten Stein gemauert und bilden eine Lagerfuge (Fugenbreite 1,5 cm).

Der bituminierte Fugenstreifenschutz wird in der Stoß- und der Lagerfuge in einer Tiefe von 2 cm eingebaut, anschließend verfugt mit einer Tiefe von ca. 1 cm von der Steinaußenkante aus.

Die Untersuchung soll klären, ob seitlich Wasser eindringt, wenn die Vorderseite der Lagerfuge und die Stoßfuge 20 mm tief ins Wasser gestellt werden.

Die Fugen werden zunächst 2 Wochen getrocknet. Im trockenen Ausgangszustand werden die Steine an der vorderen Seite in eine Schale etwa 70 mm tief in Wasser gestellt, so dass das Wasser bis zur Oberkante der Lagerfuge steht, und dadurch die Stoßfugen-Unterkante erreicht.

Nach 3 Tagen werden die Natursteine hezausgenommen um zu überprüfen, ob die Feuchte hinter dem bituminierten Fugenstreifen eingedrungen ist.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine deutliche Feuchte an der wasserberührten Vorderseite der Lagerfuge stattgefunden hat, an der Vorder- und Hinterseite der Stoßfuge, sowie Rückseite der Lagerfuge konnten jedoch keine Anzeichen aufsteigender Feuchte beobachtet werden.

Anstatt von Gewebe können auch geeignete andere Bewehrungsmaterialien verwendet werden.

1 Stoßfuge 2 Lagerfuge 3 Fugenschutzstreifen 4 Fugenmörtel 5 LRückseite bituminiertes Streifengewebe 6 Bruchsteine (roter Sandstein) 7 Keilform, Stoß- und Lagerfuge mit bituminiertem Fugenschutzstreifen

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Abdichten von Natursteinmauerwerksfugen gegen Feuchtigkeit, bei dem

    – der alte Fugenmörtel auf eine Tiefe von 2 cm ausgekratzt wird,

    – evtl. dahinter liegende Hohlräume mit Steinstücken und Mörtel verfüllt werden,

    – ein bituminierter Fugenschutzstreifen in die ausgekratzte Fuge eingedrückt wird, der 2 cm breiter als die Fugenbreite ist und aus einem bituminierten und mit Quarzsand bestreuten Gewebe besteht, und

    – anschließend die Fuge mit Mörtel verfugt wird.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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