PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10144421B4 15.07.2004
Titel Stosswellenquelle
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Bechtold, Mario, Dipl.-Ing., 91334 Hemhofen, DE;
Fehre, Jens, 91353 Hausen, DE;
Granz, Bernd, Dr., 90522 Oberasbach, DE;
Mahler, Matthias, 91058 Erlangen, DE
DE-Anmeldedatum 10.09.2001
DE-Aktenzeichen 10144421
Offenlegungstag 03.04.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.07.2004
IPC-Hauptklasse B06B 1/04
IPC-Nebenklasse A61B 17/225   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Stoßwellenquelle, aufweisend einen Spulenträger, eine Spule und eine von der Spule isolierend getrennte Membran zur Erzeugung von Stoßwellen.

Elektromagnetische Stoßwellenquellen der eingangs genannten Art werden beispielsweise in der Medizin zur nichtinvasiven Zertrümmerung von Körperkonkrementen eines Patienten, z.B. zur Zertrümmerung von Nierensteinen, eingesetzt. Die Erzeugung von Stoßwellen mit einer derartigen Stoßwellenquelle vollzieht sich derart, dass auf die auf dem Spulenträger angeordnete Spule ein Hochspannungsimpuls kurzer Dauer gegeben wird. Aufgrund der elektromagnetischen Wechselwirkung der Spule mit der von ihr isolierend getrennten metallischen Membran wird die Membran in eine zwischen der Stoßwellenquelle und dem Patienten befindliche Wasserstrecke von der Spule abgestoßen, wodurch gedämpfte Sinuswellen in die Wasserstrecke als Trägermedium zwischen der Stoßwellenquelle und dem Patienten ausgesendet werden. Stoßwellen entstehen schließlich durch nichtlineare Effekte im Trägermedium Wasser. Die gedämpften Sinusschwingungen haben eine Grundfrequenz von etwa 150 bis 200 kHz, welche durch die elektrischen Eigenschaften der Stoßwellenquelle bestimmt ist. Diese Sinuswellen liegen außerhalb des Hörbereiches von Menschen.

Bei der Erzeugung von Stoßwellen mit einer elektromagnetischen Stoßwellenquelle, wie sie im Übrigen in Aufbau und Funktion, beispielsweise in H. Reichenberger, G. Naser „Elektromagnetic Acoustic Source for the Extracorporeal Generation of Shock Waves in Lithotripsie"; Siemens Forschungs- und Entwicklungsberichte, 15, 1986, Nr. 4, Seiten 187 bis 194, beschrieben ist, entstehen aber auch Schallwellen. Gleichzeitig mit der Aussendung der Sinuswellen in die Wasserstrecke laufen nämlich Wellen in entgegengesetzter Richtung in den in der Regel aus einer Keramik ausgebildeten Spulenträger, welche sich zunächst axial ausbreitende Wellen in Radial- oder Plattenwellen wandeln können. Die Radial- und Plattenwellen regen den Spulenträger dabei derart zu Schwingungen an, dass niederfrequente Schallwellen im Hörbereich von Menschen, also unter 20 kHz, entstehen. Bedingt durch die geometrische Form des Spulenträgers mit hoher Symmetrie, – der Spulenträger weist nämlich in der Regel eine von seiner Längsachse rechtwinklig durchdrungene kreisförmige Querschnittsfläche auf -, kommt es durch Reflexionen am Rand des Spulenträgers zudem zu gleichphasigen Überlagerungen von Radial- und Plattenwellen, wodurch Schallwellen mit für Patienten und medizinischem Personal sehr unangenehmen Schallpegel entstehen.

Eine elektromagnetische Stoßwellenquelle der eingangs genannten Art ist auch aus der DE-Z: Akustische Beihefte unter dem Patronat der internationalen akustischen Zeitschrift ACUSTICA, Heft 1, Vol. 12, 1962, S. 185-186 bekannt. In der Druckschrift wird vorgeschlagen die Flachspule auf einem möglichst schallharten Spulenträger anzuordnen. Als geeignete Materialien für den Spulenträger sind Plexiglas, das keramische Material Steatit oder das Material Novotex angegeben.

In der DE 86 18 166 U1 sind elektromagnetische Stoßwellenquellen beschrieben, welche jeweils einen Spulenträger aufweisen, dessen Form von der üblichen Form eines Spulenträger abweicht, um eine Spule tragen zu können, mit der ein Linienfokus erzeugt werden kann. So ist ein beschriebener Spulenträger quaderförmig ausgebildet, um eine rechteckförmige Spule aufnehmen zu können, mit der ein Linienfokus erzeugt werden kann.

Aus der DE 196 30 180 C1 ist eine elektromagnetische Stoßwellenquelle bekannt, welche eine Spule, eine Membran und einen Spulenträger aufweist. Der Spulenträger ist verformbar und elastisch kompressibel ausgeführt und im komprimierten Zustand installiert. Durch den im komprimierten Zustand installierten Spulenträger kann eine gute elektromagnetische Kopplung zwischen Spule und Membran hergestellt werden, um einen hohen Wirkungsgrad der Stoßwellenquelle zu erreichen.

In der DE 34 25 992 C2 ist ein piezoelektrischer Wandler zur Zerstörung von Konkrementen im Körperinneren beschrieben. Der piezoelektrische Wandler weist eine Kugelkalotte auf, deren Rückseite mit Vertiefungen, Rillen oder dergleichen versehen ist und zusätzlich mit einem schallabsorbierendem Material beschichtet sein kann. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Reflexionen von sich in die Kugelkalotte ausbreitenden Wellen zu verhindern, um die Erzeugung von Unterdruckimpulsen zu verhindern, welche zu unerwünschten Kavitationserscheinungen führen können.

In der US 6,179,792 B1 ist ein Therapiegerät mit einer Stoßwellenquelle und einem Schallaufnehmer beschrieben, bei dem mittels sogenannten Gegenschall der bei der Erzeugung von Stoßwellen erzeugte Schall zumindest teilweise ausgelöscht werden kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Stoßwellenquelle der eingangs genannten Art derart auszubilden, dass die Erzeugung von hörbaren Schallwellen bei der Erzeugung von Stoßwellen reduziert ist.

Nach der Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch eine Stoßwellenquelle, aufweisend einen Spulenträger, eine Spule und eine von der Spule isolierend getrennte Membran zur Erzeugung von Stoßwellen, wobei der Spulenträger aus einem die Bildung und/oder die Ausbreitung von Wellen dämpfenden Material ausgebildet ist, das eine mechanische Schwinggüte von unter 100 aufweist. Im Unterschied zu einem aus einem keramischen Material ausgebildeten Spulenträger, wie er beispielsweise in der DE 35 02 770 A1 oder der DE 35 05 855 A1 beschrieben ist, wird durch einen aus einem die Bildung und/oder die Ausbreitung von Wellen dämpfenden Material ausgebildeten Spulenträger die Erzeugung von Schallwellen bei der Erzeugung von Stoßwellen deutlich reduziert, da nicht nur die axiale Ausbreitung von hochfrequenten Wellen mit einer Grundfrequenz zwischen ca. 100 und 300 kHz in Richtung des Spulenträgers gedämpft, sondern auch deren Umwandlung in niederfrequente Radialwellen oder Plattenwellen, also die Bildung von Radialwellen oder Plattenwellen, welche den Spulenträger zu Schwingungen anregen, und deren Ausbreitung deutlich reduziert wird. Demnach wird der Spulenträger weniger zu Schwingungen angeregt und es werden deutlich weniger Schallwellen bei der Erzeugung von Stoßwellen erzeugt. Die mechanische Schwinggüte ist dabei ein Maß für die Schwingfähigkeit eines Materials. Im Vergleich zu der Schwinggüte des Material von unter 100, vorzugsweise von unter 50, weist keramisches, bisher für Spulenträger verwendetes Material eine Schwinggüte von ca. 1000 auf.

Ausführungsformen der Erfindung sehen vor, dass das Material für den Spulenträger Gummi oder Kunstharz aufweist. Der Spulenträger kann auch vollständig aus Gummi oder Kunstharz ausgebildet sein. Gemäß Varianten der Erfindung ist das Material, also beispielsweise der Gummi oder das Kunstharz, dabei vorzugsweise mit elektrisch nichtleitenden Partikeln versehen, um ein heterogenes Material zu erhalten, welches in der Regel die Bildung und/oder die Ausbreitung von Wellen besser dämpft als ein homogenes Material. Gemäß einer weiteren Variante der Erfindung sind die Partikel aus einem Material, welches eine höhere Härte als das die Bildung und/oder die Ausbreitung von Wellen dämpfende Material aufweist. Auf diese Weise wird eine höhere Festigkeit und somit eine höhere Dimensionsstabilität des Spulenträgers erreicht.

Eine andere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das die Bildung und/oder die Ausbreitung von Wellen dämpfende Material ein aufgeschäumter Kunststoff ist. Ein geeigneter aufgeschäumter Kunststoff ist beispielsweise Pur-Hartschaum, wie er von der Fa. IVPU Industrieverband, Polyurethan-Hartschaum e.V., Stuttgart, vertrieben wird.

Gemäß einer weiteren Variante der Erfindung weist das die Bildung und/oder die Ausbreitung von Wellen dämpfende Material eine Wabenstruktur auf, wobei gemäß einer Variante der Erfindung das Material Kunststoff oder Hartpapier ist. Die Wabenstruktur kann dabei regelmäßige und/oder unregelmäßige Vielecke aufweisen. Ein geeignetes, eine Wabenstruktur aufweisendes Material aus Kunststoff oder Hartpapier wird beispielsweise von der Unternehmensgruppe Euro-Composites, Zone Industrielle, Luxemburg, vertrieben. Auch ein Spulenträger, welcher aus einem derartigen Material, welches eine Wabenstruktur aufweist, ausgebildet ist, reduziert deutlich die Bildung niederfrequenter Wellen und dämpft deutlich die Ausbreitung von niederfrequenten und hochfrequenten Wellen, wodurch die Erzeugung von Schallwellen bei der Erzeugung von Stoßwellen deutlich reduziert ist.

Aus der DE 30 44 865 C2 ist im Übrigen eine schallabsorbierende Platte bekannt, welche mit Hohlräumen in Art einer Wabenstruktur versehen ist.

Eine Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass der Spulenträger eine Längsachse aufweist, wobei der Spulenträger derart ausgebildet ist, dass eine von der Längsachse rechtwinklig, durchdrungene Querschnittsfläche des Spulenträgers eine unrunde Kontur aufweist. Erfindungsgemäß stellt dies eine Abkehr von einer hohen Symmetrie des Spulenträgers dar, welche hohe Symmetrie mit dem Nachteil verbunden ist, dass sich im Zuge der Erzeugung von Stoßwellen bildende Radial- oder Plattenwellen durch Reflexion an den Randflächen des Spulenträgers gleichphasig überlagern, wodurch Schallwellen mit höherem Schallpegel erzeugt werden. Durch eine Abkehr von dieser hohen Symmetrie wird die gleichphasige Überlagerung insbesondere von Radialwellen und Plattenwellen zumindest reduziert, so dass auch die Erzeugung von Schallwellen mit hohem Schallpegel reduziert wird.

Varianten der Erfindung sehen vor, dass die Querschnittsfläche des Spulenträgers eine Kontur mit Ecken, eine unregelmäßig verlaufende Kontur, welche Ecken und Rundungen umfassen kann, oder eine regelmäßig verlaufende, nicht runde Kontur, welche Ecken und Rundungen umfassen kann, aufweisen kann, wodurch, wie bereits erwähnt, gleichphasige Überlagerungen von Radialwellen oder Plattenwellen verhindert oder zumindest deutlich reduziert werden.

Eine andere Variante der Erfindung sieht vor, dass der Spulenträger eine Mantelfläche, eine erste der Spule zugeordnete Deckfläche und eine zweite der Spule abgewandte Deckfläche aufweist, wobei die zweite Deckfläche uneben ausgebildet ist. Gemäß weiterer Varianten der Erfindung weist die zweite Deckfläche dabei Vertiefungen und/oder Erhöhungen auf, welche runde oder eckige Gestalt haben können und vorzugsweise unregelmäßig sind. Auch durch diese Ausgestaltung der zweiten Deckfläche kann die Umwandlung von sich axial ausbreitenden Wellen in Radial- oder Plattenwellen deutlich reduziert werden. Außerdem können gleichphasige Überlagerung von Radial- oder Plattenwellen reduziert werden, so dass die Anregung des Spulenträgers zu Schwingungen reduziert und demnach die Erzeugung von Schallwellen deutlich reduziert ist.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den beigefügten schematischen Zeichnungen dargestellt. Es zeigen:

1 und 2 in schematischer Darstellung den Aufbau einer einen Spulenträger aufweisenden elektromagnetischen Stoßwellenquelle, und

3 bis 8 erfindungsgemäße Ausführungsformen des Spulenträgers der Stoßwellenquelle aus 1 und 2.

In 1 ist in stark schematisierter Weise der Aufbau einer an sich bekannten elektromagnetischen Stoßwellenquelle 1 dargestellt. Die Stoßwellenquelle 1 weist einen im Falle des vorliegenden Ausführungsbeispiels scheibenförmigen Spulenträger 2, eine Flachspule 3 und eine metallische Membran 4 auf. Zur Verdeutlichung des Aufbaus der Stoßwellenquelle 1 sind der Spulenträger 2, die Flachspule 3 und die Membran 4 in 1 auseinandergezogen dargestellt. Im betriebsbereiten Zustand der Stoßwellenquelle 1, wie er in 2 dargestellt ist, liegt die Flachspule 3 auf dem Spulenträger 2 auf und ist durch eine in 1 nicht gezeigte Isolierfolie 5 von der metallischen Membran 4 isolierend getrennt. Bei der Erzeugung von Stoßwellen wird auf die auf dem Spulenträger 2 angeordnete Flachspule 3 ein Hochspannungsimpuls von kurzer Dauer gegeben. Aufgrund der elektromagnetischen Wechselwirkung der Flachspule 3 mit der von ihr isolierend getrennten Membran 4 wird diese in ein in den 1 und 2 nicht explizit dargestelltes akustisches Ausbreitungsmedium abgestoßen, bei dem es sich in aller Regel um Wasser handelt. Auf diese Weise wird eine Stoßwelle erzeugt, die über das Ausbreitungsmedium Wasser in den Körper eines Patienten eingeleitet werden kann.

Da bei der Erzeugung von Stoßwellen mit einer derartigen elektromagnetischen Stoßwellenquelle, wie bereits eingangs erwähnt, auch Schallwellen mit unangenehmen Schallpegel erzeugt werden, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, den Spulenträger aus einem die Bildung von niederfrequenten Wellen und/oder die Ausbreitung von hochfrequenten und niederfrequenten Wellen dämpfendem Material auszubilden, so dass der Spulenträger nicht oder zumindest in stark verminderter Weise zu Schwingungen angeregt wird, und somit keine oder zumindest deutlich weniger Schallwellen bei der Erzeugung von Stoßwellen entstehen. Das Material sollte dabei eine mechanische Schwinggüte von unter 100, vorzugsweise von unter 50 aufweisen.

In den 3 bis 5 sind Spulenträger 21 bis 23 dargestellt, welche aus derartigen, die Bildung und/oder die Ausbreitung von Wellen dämpfenden Materialien ausgebildet sind und eine Schwinggüte von unter 50 aufweisen. Der in 3 dargestellte Spulenträger 21 ist aus Gummi oder Kunstharz ausgebildet und mit harten, elektrisch nichtleitenden Partikeln 10 versetzt. Die Partikel sind im Falle des vorliegenden Ausführungsbeispiels aus Wolframoxid oder Keramik, welche eine höhere Härte als Gummi oder Kunstharz aufweisen. Die Partikel sind einerseits vorgesehen, um die Festigkeit des Spulenträger 21 zu erhöhen und diesen dimensionsstabil zu halten und andererseits um ein heterogenes Material zu bilden, welches die Bildung und die Ausbreitung von Wellen in der Regel besser dämpft als Gummi oder Kunstharz an sich.

In 4 ist ein Spulenträger 22 dargestellt, welcher aus einem aufgeschäumten Kunststoff ausgebildet ist. Im Falle des vorliegenden Ausführungsbeispieles handelt es sich bei dem aufgeschäumten Kunststoff um Pur-Hartschaum, welcher an sich als Wärmedämmstoff eingesetzt wird. Pur-Hartschaum ist jedoch auch als Material für einen Spulenträger geeignet, da die Bildung und die Ausbreitung von Wellen bei der Erzeugung von Stoßwellen im Spulenträger 22 gedämpft wird, so dass bei der Erzeugung von Stoßwellen deutlich weniger Schallwellen erzeugt werden im Vergleich zu einem Spulenträger, welcher aus Keramik ausgebildet ist.

In 5 ist eine dritte erfindungsgemäße Ausführungsform eines Spulenträgers aus einem eine Wabenstruktur aufweisenden Material gezeigt. Das die Wabenstruktur aufweisende Material kann dabei Kunststoff, Hartpapier oder ein anderes Material aufweisen. Ein derartiges, eine Wabenstruktur aufweisendes Material wird beispielsweise von der Unternehmensgruppe Euro-Composites, Luxemburg, vertrieben. Auch mit einem aus einem derartigen Material ausgebildeten Spulenträger 23 kann die Bildung und die Ausbreitung von Wellen gedämpft werden, so dass bei der Erzeugung von Stoßwellen mit einer den Spulenträger 23 aufweisenden Stoßwellenquelle nur in stark reduziertem Maße hörbare Schallwellen erzeugt werden. Die Wabenstruktur kann im Übrigen regelmäßige Vielecke, also Dreiecke, Vierecke oder wie im Falle des vorliegenden Ausführungsbeispiels Sechsecke, und/oder unregelmäßige Vielecke, worunter Vielecke mit unregelmäßigen Kantenverlauf verstanden werden, aufweisen.

In den 6 bis 8 sind weitere erfindungsgemäße Ausgestaltungen von Spulenträgern 24 bis 26 gezeigt, welche aus einem der beschriebenen Materialien ausgebildet sein können. Die Spulenträger 24 und 25 zeichnen sich dadurch aus, dass bei deren Gestaltung eine Abkehr von einer hohen Symmetrie eines Spulenträgers vorgenommen wurde. Betrachtet man den Spulenträger 2 aus 1, so weist dieser eine Längsachse 20 auf. Bezüglich der Längsachse 20 weist der Spulenträger 2 eine hohe Symmetrie auf. Eine beliebige, von der Längsachse unter einem rechten Winkel durchdrungene Querschnittsfläche des Spulenträgers 2 weist eine runde Kontur, also eine Kontur von hoher Symmetrie auf. Bei einer Drehung der Querschnittsfläche oder auch des Spulenträgers um die Längsachse 20 ergibt sich demnach bei Draufsicht auf den Spulenträger keine Veränderung seiner äußeren Kontur. Dies begünstigt die gleichphasige Überlagerung von sich während der Erzeugung von Stoßwellen bildenden Radial- oder Plattenwellen und somit eine Erzeugung von niederfrequenten Schallwellen mit hohem Schallpegel.

Erfindungsgemäß wird zur zusätzlichen Dämpfung von Wellen vorgeschlagen, den Spulenträger derart auszubilden, dass eine von der Längsachse 20 rechtwinklig durchdrungene Querschnittsfläche des Spulenträgers eine unrunde Kontur aufweist, so dass durch eine beliebige Drehung der Querschnittsfläche bzw. des Spulenträgers um die Längsachse 20 die Endkontur in der Regel nicht mit der Ausgangskontur übereinstimmt, welche bei einer Draufsicht auf die Querschnittsfläche bzw. den Spulenträger erkennbar sind.

Der in 6 gezeigte Spulenträger 24 ist derart ausgebildet, dass eine beliebige Querschnittsfläche, welche von der Längsachse 20 unter einem rechten Winkel durchdrungen wird, eine unrunde Kontur, im vorliegenden Fall eine Kontur mit Ecken, aufweist. Auf diese Weise wird insbesondere verhindert, dass im Falle von sich bildenden Radial- oder Plattenwellen diese nicht derart an den Rändern des Spulenträgers 24 reflektiert werden, dass es zu gleichphasigen Überlagerungen dieser Wellen kommt, wodurch sich eine Verstärkung der Wellen und somit eine verstärkte Schallerzeugung ergeben würden. Der Spulenträger 24 ist derart ausgebildet, dass erst bei einer Drehung um 360° um die Längsachse 20 die Endkontur der Ausgangskontur entspricht.

In 7 ist ein Spulenträger 25 gezeigt, dessen von der Längsachse 20 in einem rechten Winkel durchdrungene Querschnittsfläche eine regelmäßig ausgebildete, achteckige Kontur aufweist. Obwohl die Kontur regelmäßig ist, kann durch eine Abkehr von der runden Kontur die Überlagerung von Platten- oder Radialwellen reduziert werden. Die unregelmäßig verlaufende Kontur, wie sie in 6 dargestellt ist, ist hinsichtlich der Vermeidung derartiger Überlagerungen jedoch noch wirkungsvoller als die in 7 dargestellte Ausbildung eines Spulenträgers.

Die Kontur einer von der Längsachse 20 rechtwinklig durchdrungene Querschnittsfläche muss im Übrigen nicht nur Ecken, sondern kann auch Rundungen aufweisen.

Gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Spulenträgers ist die der Flachspule 3 abgewandte Deckfläche des scheibenförmigen Spulenträgers uneben ausgebildet. In 8 ist ein Schnitt in Richtung der Längsachse 20 durch einen erfindungsgemäßen Spulenträger 26 gezeigt. Wie der 8 entnommen werden kann, ist die der Flachspule 3 zugewandte Deckfläche 30, auf welcher die Flachspule 3 angeordnet wird, eben ausgebildet. Im Gegensatz hierzu ist die zweite der Flachspule 3 abgewandte Deckfläche 40 des Spulenträgers 26 uneben, im vorliegenden Fall mit deutlichen Vertiefungen und Erhöhungen, versehen. Die Vertiefungen und/oder Erhöhungen sind vorzugsweise unregelmäßig. Vorzugsweise erstrecken sich die Vertiefungen und/oder Erhöhungen über die gesamte Deckfläche. Auf diese Weise wird erreicht, dass sich bei der Erzeugung von Stoßwellen die axial in Richtung der Längsachse 20 in den Spulenträger 26 ausbreitenden Wellen zumindest in reduziertem Maße in Platten- oder Radialwellen umwandeln. Darüber hinaus wird auch erreicht, dass es zu keinen oder nur zu wenigen gleichphasigen Überlagerungen von sich axial ausbreitenden Wellen kommt, welche den Spulenträger in Schwingung versetzten könnten. Auch auf diese Weise wird die Erzeugung von hörbaren Schallwellen bei der Erzeugung von Stoßwellen also deutlich reduziert.

Neue erfindungsgemäße Ausgestaltungen eines Spulenträgers einer elektromagnetischen Stoßwellenquelle wurde vorstehend in den 3 bis 8 unabhängig voneinander dargestellt und erläutert. Die verschiedenen Ausgestaltungen des Spulenträgers können jedoch auch in beliebiger Weise miteinander kombiniert werden. Beispielsweise kann der Spulenträger aus Pur-Hartschaum bestehen, bei Draufsicht eine eckige unregelmäßige Außenkontur aufweisen und dessen zweite, der Flachspule abgewandte Deckfläche mit Vertiefungen und Erhöhungen versehen sein. In derselben Weise lassen sich problemlos andere Kombinationen der in den 3 und 8 für sich erläuterten Ausgestaltungen eines erfindungsgemäßen Spulenträgers bilden.

Der Spulenträger muss im Übrigen nicht notwendigerweise scheibenförmig ausgebildet sein. Ebenso wenig muss es sich bei der Spule um eine Flachspule handeln.


Anspruch[de]
  1. Stoßwellenquelle, aufweisend einen Spulenträger (2, 21 bis 26), eine Spule (3) und eine von der Spule (3) isolierend getrennte Membran (4) zur Erzeugung von Stoßwellen, wobei der Spulenträger (21 bis 26) aus einem die Bildung und/oder die Ausbreitung von Wellen dämpfenden Material ausgebildet ist, das eine mechanische Schwinggüte von unter 100 aufweist.
  2. Stoßwellenquelle nach Anspruch 1, bei der das Material Gummi oder Kunstharz aufweist.
  3. Stoßwellenquelle nach Anspruch 1 oder 2, bei der das Material mit Partikeln (10) versetzt ist.
  4. Stoßwellenquelle nach Anspruch 3, bei der die Partikel (10) aus einem Material ausgebildet sind, welches eine höhere Härte als das die Bildung und/oder die Ausbreitung von Wellen dämpfende Material aufweist.
  5. Stoßwellenquelle nach Anspruch 1, bei der das Material aufgeschäumter Kunststoff ist.
  6. Stoßwellenquelle nach Anspruch 1, bei der das Material eine Wabenstruktur aufweist.
  7. Stoßwellenquelle nach Anspruch 6, bei der die Wabenstruktur regelmäßige und/oder unregelmäßige Vielecke aufweist.
  8. Stoßwellenquelle nach Anspruch 6 oder 7, bei der das eine Wabenstruktur aufweisende Material Kunststoff oder Hartpapier aufweist.
  9. Stoßwellenquelle nach einem der Ansprüche 1 bis 8, deren Spulenträger (2, 21 bis 26) eine Längsachse (20) aufweist, wobei der Spulenträger (24, 25) derart ausgebildet ist, dass eine von der Längsachse (20) rechtwinklig, durchdrungene Querschnittsfläche des Spulenträgers (24, 25) eine unrunde Kontur aufweist.
  10. Stoßwellenquelle nach Anspruch 9, bei der die Querschnittsfläche des Spulenträgers (24, 25) eine Kontur mit Ecken aufweist.
  11. Stoßwellenquelle nach Anspruch 9 oder 10, bei der die Querschnittsfläche des Spulenträgers (24, 25) eine unregelmäßig verlaufende Kontur oder eine regelmäßig verlaufende, nicht runde Kontur aufweist.
  12. Stoßwellenquelle nach einem der Ansprüche 1 bis 11, deren Spulenträger (26) eine Mantelfläche, eine erste der Spule (3) zugewandte Deckfläche (30) und eine zweite der Spule (3) abgewandt Deckfläche (40) aufweist, wobei die zweite Deckfläche (40) uneben ausgebildet ist.
  13. Stoßwellenquelle nach Anspruch 12, deren zweite Deckfläche (40) Vertiefungen und/oder Erhöhungen aufweist.
  14. Stoßwellenquelle nach Anspruch 13, bei der die Vertiefungen und/oder Erhöhungen der zweiten Deckfläche (40) unregelmäßig sind.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com