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Dokumentenidentifikation DE10153307B4 15.07.2004
Titel Quizrechner mit Mitteln zur Sicherung gegen Manipulation der Taktfrequenz
Anmelder Umediaentertainment GmbH, 33335 Gütersloh, DE
Erfinder Unsicker, Andreas, 93049 Regensburg, DE
Vertreter Albrecht, Lüke & Jungblut Patentanwälte, 14195 Berlin
DE-Anmeldedatum 31.10.2001
DE-Aktenzeichen 10153307
Offenlegungstag 15.05.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.07.2004
IPC-Hauptklasse G06F 19/00
IPC-Nebenklasse G06F 15/02   G06F 1/04   

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung:

Die Erfindung betrifft einen Quizrechner mit einer Eingabeeinheit, einer Ausgabeeinheit sowie mit einer mit der Eingabeeinheit und Ausgabeeinheit verbundenen digitalen Prozessoreinheit, wobei die Prozessoreinheit einen Timer enthält, welcher von einem Taktgenerator mit vorgegebener Taktfrequenz nach Maßgabe eines Zeitgliedes mit einem Temperaturkoeffizienten K1 gesteuert wird.

Als Quizrechner ist ein elektronisches Gerät bezeichnet, mittels welchem Nutzer an diversen seitens eines Spieleveranstalters veranstalteten Spielen dadurch teilnehmen können, dass die Nutzer Eingaben nach Maßgabe der Spielregeln machen und die Eingaben durch den Quizrechner, ggf. nach Eingabe eines Kontrollcodes, oder den Nutzer danach auf Richtigkeit, i. e. Übereinstimmung mit Vorgaben des Spieleveranstalters, geprüft werden (richtig/falsch, Treffer/Niete, usw.). Als Spiele kommen insbesondere Gewinnspiele in Betracht. Beispiele hierfür sind: Lotto, Toto, Bingo, Frage/Antwort-Quiz, Tippspiele u. a.. Eine Eingabeeinheit umfasst typischerweise eine Mehrzahl von Eingabefeldern, beispielsweise Tasten, Touchscreen-Bereiche usw.. Es ist aber auch möglich, mit einer sprachgesteuerten Eingabeeinheit zu arbeiten. Im Falle von Tasten und dgl. wird jeder Taste in der Regel eine Zahl, ein Buchstabe bzw. Schriftzeichen oder ein sonstiges Symbol zugeordnet sein. Typischerweise ist weiterhin die Möglichkeit einer Eingabebestätigung, einer Löschung oder eines Rückschrittes vorgesehen. Schließlich kann eine "Lock"-Funktion eingerichtet sein, durch welche getätigte Eingaben sowie weitere Parameter, beispielsweise Timerstände, permanent in einem Dokumentationsspeicher gespeichert werden. Auch diese Funktionen können durch Tasten oder dgl. und/oder durch Sprachsteuerung erfolgen. Eine Ausgabeeinheit ist im einfachsten Falle ein Display. Ebenso wie im Falle der Eingabe kann auch eine Sprachausgabe erfolgen. Der Begriff der Ausgabeeinheit umfasst aber auch ein Interface zum Auslesen insbesondere der Inhalte eines Dokumentationsspeichers. Eine Prozessoreinheit umfasst alle üblichen Komponenten zum Betrieb eines Prozessorsystems. Hierzu gehören neben der Rechnereinheit typischerweise Festspeicher wie ROM, PROM, EPROM usw., in welchem u.a. das Betriebsprogramm für die Rechnereinheit gespeichert ist. Weiterhin sind üblicherweise beschreibbare Speicher (RAM) vorgesehen, in welchen die Rechnereinheit Daten zwischenspeichern kann, welche aber auch zumindest teilweise als Dokumentationsspeicher verwendet werden/können. Ein Dokumentationsspeicher ist ein definierter Adressenbereich im Rahmen eines RAM, in welcher die Rechnereinheit Daten abspeichert, die von einem Spieleveranstalter überprüft werden können/sollen. Hierbei wird es sich typischerweise u. a. um die eingegebenen Antworten, Bestätigungscodes, Kontrollcodes und Timerstände handeln. Jedenfalls im Dokumentationsspeicher werden Daten somit permanent gespeichert. Eine Prozessoreinheit umfasst in aller Regel einen Taktgenerator, dessen Takte die Funktionen der Prozessoreinheit steuern. Ein solcher Taktgenerator umfasst ein sogenanntes Zeitglied, dessen Dimensionierung die erzeugte Taktfrequenz bestimmt. Ein solches Zeitglied kann beispielsweise ein Quarz oder ein R-C-Glied sein. Die Bauelemente eines Zeitgliedes variieren in ihrer physikalischen Eigenschaft regelmäßig mit der Temperatur. Dies führt dazu, dass die Taktfrequenz ebenfalls eine Funktion der Temperatur wird. Als Temperaturkoeffizient eines Zeitgliedes wird daher das Differential &Dgr;f/&Dgr;T bezeichnet, wobei f die Frequenz und T die Temperatur ist. Temperaturkoeffizienten können positiv oder negativ sein.

Hintergrund der Erfindung.

Bei diversen mit einem Quizrechner durchzuführenden Spielen spielt eine spielregelbedingte Begrenzung von Eingabezeiten eine Rolle. Beispielsweise wird vorgegeben sein, dass für die Abgabe eines Tipps ein definierter spätester Zeitpunkt gilt. Entsprechendes kann beispielsweise für Quiz-Spiele gelten, bei welchen eine Antwort abgegeben sein muss, bevor ein Spieleveranstalter die Antwort bekannt gibt. Vor diesem Hintergrund gilt es, einen Quizrechner vor Manipulationen mit betrügerischer Absicht durch eine Bedienperson zu schützen. Die elementarste Maßnahme besteht darin, einen Quizrechner baulich so auszuführen, dass ein Zugriff auf die darin enthaltenen elektronischen Komponenten, insbesondere Kontaktierung im Bereich der Prozessoreinheit, nicht möglich ist, ohne dass dies durch Inaugenscheinnahme des Quizrechners bemerkt wird. Dies kann beispielsweise durch Einrichtung eines verschweißten Gehäuses vorgesehen sein.

Dennoch ist es grundsätzlich möglich, insbesondere die Taktfrequenz eines Timers durch indirekte Mittel zu beeinflussen. So ist es beispielsweise möglich, unter Ausnutzung des Temperaturkoeffizienten des Zeitgliedes dieses durch Kühlen oder Erwärmen des Quizrechners, je nach Vorzeichen des Temperaturkoeffizienten, so zu beeinflussen, dass der Timer vorläuft oder nachgeht und so trotz beispielsweise verspäteter Eingabe bei einer Auslesung des Quizrechners eine zulässige verstrichene Zeitspanne anzeigt. Im Kern wird so eine Zeitdifferenz manipuliert, aus welcher ein Spieleveranstalter den Zeitpunkt einer Eingabe einer Antwort oder dgl. zu Kontrollzwecken zurückrechnen möchte. Dabei wird die Zeitdifferenz aus einem Timerstand bei Eingabe einer Antwort und einem zweiten Ereignis, beispielsweise einer Betätigung einer Lock-Taste oder dergleichen oder einer Auslesung durch den Spieleveranstalter gebildet.

Je nach Bauart des Zeitgliedes sind neben Erwärmen oder Kühlen auch andere indirekte Manipulationsmaßnahmen denkbar, beispielsweise Einwirkung durch elektrische oder magnetische Felder bzw. elektromagnetische Wechselfelder oder Vibration.

Aus der Literaturstelle WO 99/57666 ist ein Quizrechner bekannt, wobei neben anderen Funktionen Datum und Uhrzeit anzeigbar und in einem Dokumentationsspeicher abspeicherbar sind. Der Timer ist in diesem Fall als Uhrfunktion mit Echtzeit eingerichtet.

Technisches Problem der Erfindung.

Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, einen Quizrechner anzugeben, welcher gegen Manipulation eines Timers gesichert ist.

Grundzüge der Erfindung und bevorzugte Ausführungsformen.

Zur Lösung dieses technischen Problems lehrt die Erfindung einen Quizrechner nach Anspruch 1.

Mittel zur Sicherung können im allgemeinen Sinne der Erfindung einerseits Mittel sein, die eine Variation der Taktfrequenz durch indirekte Einflussnahme verhindern, zumindest jedoch unter eine definierte Maximalabweichung reduziert. Andererseits können dies aber auch Mittel sein, welche die Manipulation durch indirekte Einwirkung auf die Taktfrequenz nicht verhindern, diese jedoch detektieren und dokumentieren durch beispielsweise Einspeicherung entsprechender Information in den Dokumentationsspeicher. In beiden Fällen kann ein in betrügerischer Absicht durchgeführter Manipulationsversuch seitens eines Spieleveranstalters ausgeschlossen werden, sei es aufgrund der nicht erfolgreichen Manipulation (welcher Versuch unbemerkt bleiben kann) oder der Dokumentation und somit zur Kenntnis kommen einer erfolgreichen Manipulation. Im Ergebnis wird erreicht, dass die mit einem Quizrechner durchgeführten Spiele eine praktisch absolute Betrugssicherheit aufweisen und somit eine hohe Akzeptanz bei an Spielen teilnehmenden Bedienpersonen ebenso wie bei Spieleveranstaltern erreicht wird. Die hohe Sicherheit spielt insbesondere in solchen Fällen eine Rolle, in denen Gewinnspiele mit hohen Gewinnpreisen ausgelobt sind.

Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene weitere Ausbildungen möglich.

Das Betriebsprogramm der Prozessoreinheit umfasst entweder die Möglichkeit der Abspeicherung und/oder Auslesung des Standes des Zusatztimers zusätzlich zum Timer oder zum Vergleich der Stände des Timers und des Zusatztimers und ggf. Abspeicherung und Auslesung der Differenz der Stände zu einem definierten Zeitpunkt. In ersterem Fall kann ein Spieleveranstalter (vorzugsweise nur dieser) den Stand des Zusatztimers zusätzlich zu dem Stand des Timers auslesen und beide Stände vergleichen. In letzterem Fall wird der Vergleich durch das Betriebsprogramm der Prozessoreinheit bereits durchgeführt. In jedem Fall findet letztendlich ein Vergleich einer gebildeten Differenz der Timerstände bzw. des Standes des Zusatztimers mit einer maximal zulässigen Differenz statt. Wird die maximal zulässige Differenz überschritten, so wird der betreffende Quizrechner als manipuliert verworfen und eine eventuelle Gewinnauszahlung verweigert. Der Vergleich der Timerstände und/oder die (zusätzliche) Auslesung des Standes des Zusatztimers kann einmal aber auch mehrfach zu unterschiedlichen Zeitpunkten, erfolgen. In dieser Ausführungsform wird genutzt, dass unterschiedliche Temperaturkoeffizienten dazu führen, dass bei ungewöhnlicher Erwärmung oder Abkühlung des Quizrechners die Taktfrequenzen so stark variieren, dass die hieraus resultierenden Timerstände in entsprechender Weise "auseinanderlaufen". Die Dimensionierung der Temperaturkoeffizienten K1 und K2 gelingt dem Durchschnittsfachmann ohne weiteres gemäß vorgegebener "normaler" Temperaturbereiche. Ebenso lassen sich unter Berücksichtigung der Temperaturkoeffizienten sowie der hieraus resultierenden Differenzen der Taktfrequenz maximale Abweichungen der Timerstände bestimmen unter Berücksichtigung der Timerstände bestimmen unter Berücksichtigung der erwarteten definierten Zeitdauer zwischen einem ersten Ereignis, wie beispielsweise der Eingabe einer Antwort, und einem zweiten Ereignis, beispielsweise der Auslesung beider Timer oder des Vergleiches der Stände beider Timer.

Weiterhin können die Mittel zur Sicherung einer Abschirmung des Timers gegen elektrische oder magnetische Felder und/oder gegen elektromagnetische Strahlung umfassen. Der Begriff der elektromagnetischen Strahlung umfasst den Bereich der Radiowellen bis hin zu Röntgenstrahlen. Eine sehr effektive Abschirmung wird erreicht, wenn ein Abschirmelement elektrisch und/oder magnetisch leitfähig ist. Elektrisch leitfähige Abschirmelemente können insbesondere aus metallischen Werkstoffen bestehen. Bevorzugt ist es, wenn eine solche metallische Abschirmung geschlossen ist und die elektronischen Komponenten, jedenfalls die Prozessoreinheit sowie eingerichtete Zeitglieder, praktisch vollständig umhüllt. Neben metallischen Werkstoffen kommen hierfür auch polymere Vergußmassen in Frage, welche ein Leitfähigkeit vermittelndes Additiv enthalten. Ein solches Additiv kann beispielsweise Metallpulver oder Graphitpulver sein. Es ist aber auch möglich, per se leitfähige Polymere einzurichten. Es versteht sich in jedem Fall, dass elektrische Leitungen im Inneren des Quizrechners gegenüber solchen Abschirmelementen elektrisch isoliert sind. In jedem Fall wird sich empfehlen, dass ein Abschirmelement für IR-, Licht-, UV- und/oder Röntgenstrahlung undurchlässig ist, diese jedoch zumindest dämpft.

Die Mittel zur Sicherung können weiterhin eine zumindest das Zeitglied einhüllende Vergußmasse, insbesondere polymere Vergußmasse, umfassen. Neben der bereits vorstehenden Wirkung sichert eine solche Vergußmasse zudem gegen mögliche Einflussnahmen durch Vibration oder Einkopplung von Ultraschall. Polymere Vergußmassen können als Polymermatrix grundsätzlich alle im Bereich der Elektronik zum Vergießen verwendeten Polymere aufweisen. Hierfür kommen beispielsweise infrage Polyurethan-Polymere und Butadien-Copolymere.

Schließlich können die Mittel zur Sicherung Mittel zur Detektion von Temperatur, elektromagnetischer Strahlung und/oder Vibration, insbesondere Temperatursensoren, Feldsensoren und/oder Vibrationssensoren umfassen. Dabei wird von den Mitteln zur Detektion ein elektrisches Signal erzeugt, welches ggf. nach Verstärkung digitalisiert wird und somit digitale Messwerte liefert. Diese Messwerte oder Differenzwerte der Messwerte zu gespeicherten Maximal- und/oder Minimalwerten werden in dem Dokumentationsspeicher der Prozessoreinheit gespeichert. Zwar wird in dieser Ausführungsform eine Manipulation des Zeitgliedes nicht verhindert, jedoch kann ein Spieleveranstalter durch Auslesung des Dokumentationsspeichers anormale Umweltbedingungen anhand der gespeicherten Messwerte bzw. Differenzwerte feststellen und im Falle von unzulässigen Werten einen Quizrechner als manipuliert verwerfen. Im Falle der Abspeicherung der Messwerte erfolgt ein Vergleich der Messwerte mit Maximal- und/oder Minimalwerten spieleveranstalterseitig.

Weiterhin betrifft die Erfindung Verfahren nach den Ansprüchen 6 bis 8 sowie die Verwendung eines erfindungsgemäßen Quizrechners gemäß Anspruch 9.

In der 1 ist ein erfindungsgemäßer Quizrechner 1 dargestellt. Man erkennt eine als Tastenfeld ausgebildete Eingabeeinheit 2 sowie eine als Display ausgebildete Ausgabeeinheit 3, welche jeweils mit einer digitalen Prozessoreinheit 4 verbunden sind. Die Prozessoreinheit enthält einen als Timerprogramm ausgebildeten Timer 5, welcher von einem Taktgenerator 6 gesteuert wird. Die Taktfrequenz des Taktgenerators 6 wird durch das als R/C-Glied ausgebildete Zeitglied 7 gesteuert. Das Zeitglied 7 weist einen Temperaturkoeffizienten K1 auf. Als Mittel 8 zur Sicherung gegen Manipulation ist ein Zusatztaktgenerator 9 mit einem Zeitglied 10, ebenfalls in der Ausführung als R/C-Glied, eingerichtet, wobei der Zusatztaktgenerator 9 einen Zusatztimer 11 steuert. Das R/C-Glied 10 des Zusatztimers 11 weist einen Temperaturkoeffizienten K2 auf. In der Prozessoreinheit 4 ist eine Rechnereinheit 15 eingerichtet, in welcher die Stände des Timers 5 sowie des Zusatztimers 11 verglichen werden können. Das hierzu in der Prozessoreinheit 4 eingerichtete Programm arbeitet so, dass beide Timer mit Betätigung einer Eingabebestätigungstaste, beispielsweise nach Eingabe einer Antwort, gestartet werden. Auf Anweisung eines Spieleveranstalters wird zu einem definierten Zeitpunkt eine Lock-Taste betätigt und werden die Stände beider Timer 5, 11 durch die Rechnereinheit 15 festgehalten. Alle Timerstände werden in dem Dokumentationsspeicher 14 abgespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt von einem Spieleveranstalter zu Kontrollzwecken ausgelesen.

Im Ausführungsbeispiel weist das Zeitglied 7 einen Temperaturkoeffizienten von 1,67 kHz/°C. Der Temperaturkoeffizient des Zeitgliedes 10 beträgt –1,67 kHz/°C. Dies ist durch Auswahl entsprechender Widerstände mit positiven bzw. negativen Temperaturkoeffizienten (PTC/NTC) eingerichtet.

Die Kontrolle wird nunmehr bei einem Spieleveranstalter wie folgt durchgeführt. Es werde angenommen, dass eine Eingabebestätigungstaste spätestens um 0:00 Uhr gedrückt hätte sein sollen. Um 2:50 Uhr erfolgt seitens des Spieleveranstalters die Kontrolle, ob die Eingabebestätigungstaste vor oder nach 0:00 Uhr durchgeführt wurde. Wenn der Taktgenerator 6 mit einer Frequenz von 1 MHz bei 20°C arbeitet, ergebe sich ein Timerstand von 10.000 s bzw. 2:47 h. Durch Vergleich ergibt sich somit, dass die Eingabe 3 min. nach Ablauf der Spätesthaupteingabe 0:00 Uhr erfolgte. Somit würde wegen verspäteter Eingabe kein Gewinn ausgezahlt. Wenn nun eine Bedienperson in betrügerischer Absicht den Quizrechner unmittelbar nach Eingabe einer Antwort auf 50° erwärmt und auf dieser Temperatur bis zur Kontrolle hält, so ergäbe sich, dass unter Berücksichtigung des Temperaturkoeffizienten die Frequenz des Taktgenerators 6 auf 1,05 MHz erhöht wäre mit der Folge, dass der Timerstand 2:55 h beträgt. Ohne Mittel zur Sicherung gegen Manipulation würde der Spieleveranstalter somit unter Berücksichtung des Kontrollzeitpunkts 2:50 von einer Eingabe um 23:55 Uhr und somit einem zulässigen Eingabezeitpunkt ausgehen. Durch die Temperaturerhöhung um 30° wurde somit ein "Vorgehen" des Timers 5 um 8 min erreicht. Aufgrund einer Auslesung des Zusatztimers 11 kann der Spieleveranstalter jedoch feststellen, dass – entsprechend spiegelbildlich – der Zusatztimer 11 um 8 min "nachgeht" und hieraus ableiten, dass offenbar eine unzulässige Temperaturerhöhung des Quizrechners 1 erfolgte. Im Prinzip ist allein schon die Auslesung des Zusatztimers 11 und die Abweichung des Standes von einem vorgegebenen Timerstand (2:39 h gegenüber 2:40 h im Ausführungsbeispiel) ausreichend, um den Quizrechner als manipuliert zu verwerfen und eine Gewinnzahlung trotz zutreffenden Standes des Timers 5 zu verweigern. Im Einzelnen kann vorgesehen sein, dass zwischen den beiden Timerständen eine Differenzbildung erfolgt, im Ausführungsbeispiel 16 min, und mit einer vorgegebenen maximalen Abweichung, beispielsweise 5 min verglichen wird. Die maximale Abweichung zwischen beiden Timern von 5 min entspräche einer Erwärmung des Timers auf 29 °C, was auch im Rahmen des Üblichen liegen könnte. Eine Differenz von 16 min wäre jedoch unzulässig hoch und Indikativ für eine über 29 °C hinausgehende, über fast 3 h währende Erwärmung des Quizrechners 1.

Im Ausführungsbeispiel, in der 1 nicht dargestellt, sind weitere Maßnahmen zur Sicherung gegen Manipulation der Taktfrequenz eingerichtet. Die elektrischen Schaltkreise der Prozessoreinheit 4, einschließlich der Zeitglieder 7, 10, sind mit einem nicht leitfähigen Lack überzogen bzw. darin eingehüllt. Isolierte Leitungen führen zu der Eingabeeinheit 2 sowie der Ausgabeeinheit 3. Die insofern umhüllte Prozessoreinheit 4 ist mit einer weiteren Umhüllung versehen, und zwar im Wege des Vergießens mit einem elastomeren Polymer auf Polybutadien-Basis, welchem 20 Gewichtsprozent Eisenpulver beigemischt ist. Das Elastomer sichert gegen Vibrationen. Die Beimischung des Eisenpulvers bildet eine effektive Abschirmung gegen elektrische und magnetische Felder sowie elektromagnetische Einstrahlungen. Die Vergußmasse ist lichtundurchlässig. Der so enthaltene Monolith aus Prozessoreinheit 4 und diese umhüllende Vergußmasse ist zusammen mit der Eingabeeinheit 2 sowie der Ausgabeeinheit 3 in einem Gehäuse aus ABS-Kunststoff eingebaut. Hierbei sind Gehäusehälften des Gehäuses miteinander thermisch verschweißt oder dauerhaft verklebt.


Anspruch[de]
  1. Quizrechner (1) mit einer Eingabeeinheit (2), einer Ausgabeeinheit (3) sowie mit einer mit der Eingabeeinheit (2) und Ausgabeeinheit (3) verbundenen digitalen Prozessoreinheit (4), wobei die Prozessoreinheit (4) einen Timer (5) enthält, welcher von einem Taktgenerator (6) mit vorgegebener Taktfrequenz nach Maßgabe eines Zeitgliedes (7) mit einem Temperaturkoeffizienten k1 gesteuert wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Quizrechner (1) Mittel (8) zur Sicherung gegen Manipulation der Taktfrequenz aufweist, welche einen Zusatztaktgenerator (9) mit einem Zeitglied (10) mit einem von dem Temperaturkoeffizienten k verschiedenen Temperaturkoeffizienten k', welcher Zusatztaktgenerator (9) einen Zusatztimer (11) steuert, sowie ein in der Prozessoreinheit (4) gespeichertes Programm zum Vergleich der Stände des Timers (5) und des Zusatztimers (11) oder zur Auslesung des Standes des Zusatztimers (11) umfassen.
  2. Quizrechner (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (8) zur Sicherung eine Abschirmung (12) des Timers gegen elektrische oder magnetische Felder und/oder gegen elektromagnetische Strahlung, insbesondere elektrisch und/oder magnetisch leitfähige Abschirmelemente, umfassen.
  3. Quizrechner (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (8) zur Sicherung eine zumindest den Timer einhüllende Vergußmasse, insbesondere polymere Vergußmasse, umfassen.
  4. Quizrechner (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (8) zur Sicherung Mittel (13) zur Detektion von Temperatur, elektromagnetischer Strahlung und/oder Vibration, insbesondere Temperatursensoren, Feldsensoren und/oder Vibrationssensoren, umfassen, wobei von den Mitteln (13) zur Detektion erzeugte Meßwerte oder Differenzwerte der Meßwerte zu gespeicherten Maximal- und/oder Minimalwerten in einem Dokumentationsspeicher (14) der Prozessoreinheit (4) gespeichert werden.
  5. Verfahren zur Sicherung eines Quizrechners (1) nach Anspruch 1 vor Manipulation der Taktfrequenz, wobei die Prozessoreinheit (4) jeweils den Stand des Zusatztimers (11) sowie des Timers (5) zumindest einmal ausliest, eine Timerdifferenz bildet, die Timerdifferenz mit einer eingespeicherten Maximaldifferenz vergleicht und bei Überschreiten der Timerdifferenz über die Maximaldifferenz einen Speicherinhalt eines Dokumentationsspeichers (14) setzt, oder wobei der Stand des Zusatztimers (11) ausgelesen wird.
  6. Verfahren zur Sicherung eines Quizrechners (1) nach Anspruch 2 oder 3, wobei im Zuge der Herstellung des Quizrechners (1) eine Abschirmung und/oder Vergußmasse um den Timer angeordnet wird.
  7. Verfahren zur Sicherung eines Quizrechners (1) nach Anspruch 4, wobei ein von den Mitteln (13) zur Detektion erzeugter Meßwert oder ein Differenzwert des Meßwertes zu einem gespeicherten Maximal- und/oder Minimalwert in dem Dokumentationsspeicher gespeichert wird.
  8. Verwendung eines Quizrechners (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4 zur Durchführung von Quizspielen, wobei eine Bedienperson Antworten in den Quizrechner bis zur Beendigung eines Quizspieles eingibt und danach der Quizrechner (1) von einem Spieleveranstalter ausgelesen wird, wobei Speicherinhalte des Dokumentationsspeichers (14) ausgelesen werden und wobei der Spielveranstalter einen Quizrechner (1), welcher Speicherinhalte des Dokumentationsspeichers (14) enthält, die eine Manipulation des Timers (5) dokumentieren, als ungültig verwirft.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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