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Dokumentenidentifikation DE10201066B4 15.07.2004
Titel Stoßwellenquelle
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Bechtold, Mario, 91334 Hemhofen, DE;
Fehre, Jens, 91353 Hausen, DE;
Granz, Bernd, Dr., 90522 Oberasbach, DE;
Mahler, Matthias, 91058 Erlangen, DE
DE-Anmeldedatum 14.01.2002
DE-Aktenzeichen 10201066
Offenlegungstag 31.07.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.07.2004
IPC-Hauptklasse B06B 1/04
IPC-Nebenklasse G10K 11/175   A61B 17/225   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Stoßwellenquelle, aufweisend einen Spulenträger, eine Spule und eine von der Spule isolierend getrennte Membran zur Erzeugung von Stoßwellen.

Elektromagnetische Stoßwellenquellen der eingangs genannten Art werden beispielsweise in der Medizin zur nicht invasiven Zertrümmerung von Körperkonkrementen eines Patienten, z.B. zur Zertrümmerung von Nierensteinen, eingesetzt. Die Erzeugung von Stoßwellen mit einer derartigen Stoßwellenquelle vollzieht sich derart, dass an die auf dem Spulenträger angeordnete Spule ein Hochspannungsimpuls kurzer Dauer angelegt wird. Aufgrund der elektromagnetischen Wechselwirkung der Spule mit der von ihr isolierend getrennten metallischen Membran wird die Membran in eine zwischen der Stoßwellenquelle und dem Patienten befindliche Wasserstrecke von der Spule abgestoßen, wodurch gedämpfte Sinuswellen in die Wasserstrecke als Trägermedium zwischen der Stoßwellenquelle und dem Patienten ausgesendet werden. Stoßwellen entstehen schließlich durch nichtlineare Effekte im Trägermedium Wasser. Die gedämpften Sinusschwingungen haben eine Grundfrequenz von etwa 100 bis 200 kHz, welche durch die elektrischen Eigenschaften der Stoßwellenquelle bestimmt ist. Diese Sinuswellen liegen außerhalb des Hörbereiches von Menschen.

Bei der Erzeugung von Stoßwellen mit einer elektromagnetischen Stoßwellenquelle, wie sie im Übrigen in Aufbau und Funktion, beispielsweise in H. Reichenberger, G. Naser „Elektromagnetic Acoustic Source for the Extracorporeal Generation of Shock Waves in Lithotripsie"; Siemens Forschungsund Entwicklungsberichte, 15, 1986, Nr. 4, Seiten 187 bis 194, beschrieben ist, entstehen aber auch Schallwellen. Gleichzeitig mit der Aussendung der Sinuswellen in die Wasserstrecke laufen nämlich Wellen in entgegengesetzter Richtung in den in der Regel aus einer Keramik ausgebildeten Spulenträger, welche sich zunächst axial ausbreitende Wellen in Radial- oder Plattenwellen wandeln können. Die sich axial ausbreitenden Wellen sowie die Radial- und Plattenwellen regen den Spulenträger, welcher über Halterungen gegen ein Gehäuse der Stoßwellenquelle gelagert ist, derart zu Biegeschwingungen an, dass niederfrequente Schallwellen im Hörbereich von Menschen, also unter 20 kHz, entstehen, welche über das Gehäuse nach außen geleitet werden und einen für Patienten und medizinisches Personal sehr unangenehmen Schallpegel aufweisen. Die Frequenz und die Intensität der angeregten Wellen hängen dabei von der Geometrie und von den mechanischen Eigenschaften des Spulenträgers ab.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Stoßwellenquelle der eingangs genannten Art derart auszubilden, dass die Erzeugung von hörbaren Schallwellen bei der Erzeugung von Stoßwellen zumindest reduziert ist.

Nach der Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch eine Stoßwellenquelle mit einem Spulenträger, mit einer Spule und mit einer von der Spule isolierend getrennten Membran zur Erzeugung von Stoßwellen, welcher Spulenträger bei der Erzeugung von Stoßwellen in eine Schwingung versetzt wird, wobei dem Spulenträger wenigstens ein Aktor zugeordnet ist, welcher den Spulenträger zu einer zu der Schwingung wenigstens im wesentlichen gegenphasigen Schwingung anregen kann. Auf diese Weise wird erreicht, dass sich bei entsprechender Aktivierung des Aktors und bei Anregung des Spulenträgers zu einer entsprechenden gegenphasigen Schwingung die beiden gegenphasigen Schwingungen wenigstens im Wesentlichen aufheben, so dass der Spulenträger idealerweise nicht mehr schwingt. Demnach werden idealerweise auch keine Biegeschwingungen des Spulenträgers mehr durch auf den Spulenträger wirkende Kräfte hervorgerufen, so dass es bei der Erzeugung von Stoßwellen praktisch nicht mehr zur Erzeugung von niederfrequenten, einen unangenehmen Schallpegel aufweisenden Schallwellen kommt.

Ausführungsformen der Erfindung sehen vor, dass es sich bei dem Aktor um einen piezoelektrischen Aktor oder um einen magnetischen Aktor handelt. Beide Formen von Aktoren sind geeignet, einen Spulenträger, welcher bei der Erzeugung von Stoßwellen in eine Schwingung versetzt wird, zu einer zu dieser Schwingung wenigstens im Wesentlichen gegenphasigen Schwingung anzuregen, so dass sich die beiden Schwingungen wenigstens im Wesentlichen aufheben.

Varianten der Erfindung sehen vor, dass der Spulenträger scheibenförmig ausgebildet ist und eine Längsachse aufweist, wobei ein Aktor wenigstens im Wesentlichen in Richtung der Längsachse des Spulenträgers oder wenigstens im Wesentlichen radial zur Längsachse des Spulenträgers wirken kann. Bei einem in Richtung der Längsachse des Spulenträgers wirkenden Aktor werden zu einer Schwingung in axialer Richtung, welche bei der Erzeugung von Stoßwellen durch sich axial in den Spulenträger ausbreitende Wellen hervorgerufen wird, durch den Aktor in Richtung der Längsachse aber sich in entgegengesetzter Richtung ausbreitende Wellen in den Spulenträger eingeleitet, welche den Spulenträger zu einer entsprechenden gegenphasigen Schwingung anregen, so dass sich die beiden gegenphasigen Schwingungen mit wenigstens im Wesentlicher gleicher Schwingungsamplitude wenigstens im Wesentlichen aufheben. Da im Idealfall hierbei nur symmetrische Kräfte auf den Spulenträger wirken, ist der Spulenträger im Wesentlichen kräftefrei und somit in Ruhe. Mittels eines in axialer Richtung wirkenden Aktors können demnach durch aktive Schwingungsdämpfung an sich durch die Lagerung des Spulenträgers im Gehäuse der Stoßwellenquelle bedingte Biegeschwingungen und somit die Erzeugung von hörbaren Schallwellen und deren Übertragung auf das Gehäuse zumindest deutlich reduziert werden.

Radial wirkende Aktoren regen den Spulenträger im Unterschied zu axial wirkenden Aktoren zu Schwingungen in radialer Richtung zu der Längsachse des Spulenträgers an und sind somit in der Lage Radialschwingungen des Spulenträgers aktiv zu bekämpfen. Zusätzlich können mit radial wirkenden Aktoren Zugkräfte erzeugt werden, welche Biegeschwingungen des Spulenträgers dämpfen. Demnach sind sowohl axial wirkende als auch radial wirkende Aktoren geeignet, Biegeschwingungen des Spulenträgers zumindest zu dämpfen, wenn nicht gänzlich zu vermeiden, wodurch bei der Erzeugung von Stoßwellen die unerwünschte Erzeugung von hörbaren Schallwellen vermindert oder sogar gänzlich vermieden wird.

Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird aus einem an die Spule angelegten Hochspannungsimpuls zur Erzeugung einer Stoßwelle ein Signal zur Aktivierung des Aktors zur Anregung des Spulenträgers zu der wenigstens im Wesentlichen gegenphasigen Schwingung abgeleitet. Dabei kann der Aktor beispielsweise basierend auf dem messtechnisch erfassten Schwingungsverhalten des Spulenträgers in Abhängigkeit von der Dauer und der Stärke des jeweils an die Spule angelegten Hochspannungsimpulses derart angesteuert werden, dass der Aktor den Spulenträger zu einer zu der erwarteten Schwingung des Spulenträgers entsprechenden gegenphasigen Schwingung anregt, so dass es wenigstens im Wesentlichen zu einer Aufhebung der beiden Schwingungen kommt. Eine andere Möglichkeit zur Anregung des Spulenträgers zu einer geeigneten gegenphasigen Schwingung besteht darin, dass der dem Spulenträger zugeordnete Aktor Teil eines Regelkreises ist, wobei die Aktivierung des Aktors, basierend auf Schwingungsmessungen des Spulenträgers im Betrieb der Stoßwellenquelle erfolgt.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den beigefügten schematischen Zeichnungen dargestellt. Es zeigen:

1 eine Stoßwellenquelle mit einer Schallerzeugungseinheit nach dem Stand der Technik,

2 die Schallerzeugungseinheit der Stoßwellenquelle aus 1 in einem Betriebszustand bei der Erzeugung von Stoßwellen,

3 eine Stoßwellenquelle mit einer Schallerzeugungseinheit, welche einen axial wirkenden Aktor aufweist,

4 die Schallerzeugungseinheit der Stoßwellenquelle aus

3 in einem Betriebszustand bei der Erzeugung von Stoßwellen,

5 eine Stoßwellenquelle mit einer Schallerzeugungseinheit, welche zwei radial wirkenden Aktoren aufweist, und

6 die Schallerzeugungseinheit der Stoßwellenquelle aus 5 in einem Betriebszustand bei der Erzeugung von Stoßwellen.

In der 1 ist in stark schematisierter Weise eine Stoßwellenquelle 1 nach dem Stand der Technik gezeigt. Die Stoßwellenquelle 1 weist eine elektromagnetische Schallerzeugungseinheit auf, welche in an sich bekannter Weise einen eine Längsachse L aufweisenden keramischen Spulenträger 2, eine auf dem Spulenträger 2 angeordnete Flachspule 3 und eine isolierend auf der Flachspule 3 angeordnete metallische Membran 4 umfasst. Der Spulenträger 2 der Schallerzeugungseinheit ist mit Halterungen 5 und 6 gegen ein Gehäuse G der Stoßwellenquelle 1 gelagert. Die Stoßwellenquelle 1 weist außerdem eine in dem Gehäuse G der Stoßwellenquelle 1 gelagerte Fokussierungslinse 9 auf. Das Gehäuse G der Stoßwellenquelle 1 ist zwischen der Membran 4 und der Fokussierungslinse 9 sowie zwischen der Fokussierungslinse 9 und einer das Gehäuse G verschließenden elastischen Koppelmembran 11 mit einem akustischen Ausbreitungsmedium, beispielsweise Wasser 10, gefüllt. Die elastische Koppelmembran 11 dient zur Ankopplung der Stoßwellenquelle 1 an einen Körperbereich eines Patienten. Zur Erzeugung von Stoßwellen wird in an sich bekannter Weise ein Hochspannungsimpuls an die Flachspule 3 angelegt, wobei es zur elektromagnetischen Wechselwirkung mit der Membran 4 kommt, welche infolge der Wechselwirkung in das akustische Ausbreitungsmedium Wasser 10 abgestoßen wird. Dabei steilen sich durch nichtlineare Effekte im Wasser 10 Stoßwellen auf, welche zu therapeutischen Zwecken mit der Fokussierungslinse 9 auf ein Zielgebiet in einem Patienten fokussiert werden. Die Einleitung der Stoßwellen erfolgt, wie bereits erwähnt, über die an einen Körper eines Patienten angelegte Koppelmembran 11.

Wie bereits erwähnt, werden im Betrieb der Stoßwellenquelle 1 nicht nur Stoßwellen, sondern auch in unerwünschter Weise hörbare Schallwellen erzeugt. In 2 ist die Entstehung von hörbaren Schallwellen in schematischer Weise veranschaulicht. Durch das Abstoßen und das Zurückschnellen der Membran 4 wirken auf den Spulenträger 2 in Richtung der Längsachse L Kräfte F ein, durch die sich axial in Richtung der Längsachse L in den Spulenträger 2 ausbreitende Wellen erzeugt werden, welche den Spulenträger 2 bei der Erzeugung von Stoßwellen zu Schwingungen anregen. Bei den Schwingungen handelt es um durch die Halterungen 5 und 6 bedingte Biegeschwingungen des Spulenträgers 2. Durch die Biegeschwingungen entstehen niederfrequente Schallwellen im Hörbereich von Menschen, welche über das Gehäuse G der Stoßwellenquelle 1 nach außen geleitet werden.

Erfindungsgemäß wird zur Vermeidung bzw. zur Reduzierung der Erzeugung von hörbaren Schallwellen bei der Erzeugung von Stoßwellen vorgeschlagen, mit Hilfe wenigstens eines dem Spulenträger 2 zugeordneten Aktors den Spulenträger 2 gezielt zu gegenphasigen Schwingungen anzuregen, so dass sich die Schwingungen des Spulenträgers 2, zu denen der Spulenträger 2 bei der Erzeugung von Stoßwellen angeregt wird, und die gezielt mittels des Aktors angeregten gegenphasigen Schwingungen wenigstens im Wesentlichen aufheben.

In 3 ist eine erfindungsgemäße Stoßwellenquelle 20 gezeigt, welche sich von der in 1 gezeigten Stoßwellenquelle 1 nach dem Stand der Technik dadurch unterscheidet, dass dem Spulenträger 2 der Schallerzeugungseinheit der Stoßwellenquelle 20 im Falle des vorliegenden Ausführungsbeispiels ein in axialer Richtung, also in Richtung der Längsachse L des Spulenträgers 2, wirkender Aktor 15 zugeordnet ist. Der Aktor 15, bei dem es sich im Falle des vorliegenden Ausführungsbeispieles um einen piezoelektrischen Aktor 15 handelt, ist wenigstens im Wesentlichen mittig auf der Unterseite des Spulenträgers 2 angeordnet, so dass die Längsachse L des Spulenträgers 2 durch den piezoelektrischen Aktor 15 verläuft. Der piezoelektrische Aktor 15 ist dabei mittels einer Halterung 16 gegen den Spulenträger 2 gelagert, so dass er bei Aktivierung den Spulenträger 2 zu Schwingungen anregen kann.

Die 4 veranschaulicht die Wirkungsweise des Aktors 15. Wenn im Betrieb der Stoßwellenquelle 20 die Membran 4 zur Erzeugung von Stoßwellen von der Spule 3 abgestoßen wird und wieder zurückschnellt, wodurch Kräfte F in Richtung der Längsachse L auf den Spulenträger 2 wirken, welche den Spulenträger 2 in Schwingungen versetzen, wird der Aktor 15 derart aktiviert, dass er auf den Spulenkörper 2 einwirkende Gegenkräfte FG erzeugt, welche den Spulenträger 2 zu entsprechenden gegenphasigen Schwingungen mit wenigstens im Wesentlicher gleicher Schwingungsamplitude wie die bei der Erzeugung von Stoßwellen angeregten Schwingungen anregen, so dass sich die bei der Erzeugung von Stoßwellen angeregten Schwingungen und die von dem Aktor 15 angeregten Schwingungen wenigstens im Wesentlichen aufheben. Idealerweise wirken dabei symmetrische Kräfte auf den Spulenträger 2, so dass der Spulenträger 2 wie in 4 veranschaulicht wenigstens im Wesentlichen in Ruhe ist und keine oder nur noch in geringem Maße Biegeschwingungen des Spulenträgers 2 bedingt durch die Lagerung des Spulenträgers 2 über die Halterungen 5 und 6 gegen das Gehäuse G auftreten. Infolge der Vermeidung bzw. der Verminderung von Biegeschwingungen kommt es demnach zu keiner oder nur zu einer geringen Erzeugung von niederfrequenten Schallwellen im Hörbereich von Menschen, die über die Halterungen 5 und 6 und das Gehäuse G der Stoßwellenquelle 20 nach außen geleitet werden.

In der 5 ist eine zweite erfindungsgemäße Stoßwellenquelle 30 dargestellt, welche sich von der in 1 dargestellten Stoßwellenquelle nach dem Stand der Technik dadurch unterscheidet, dass dem Spulenträger 2 der Schallerzeugungseinheit der Stoßwellenquelle 30 radial zu der Längsachse L des Spulenträger 2 wirkende Aktoren 24, 25 zugeordnet sind, bei denen es sich im Falle des vorliegenden Ausführungsbeispieles um magnetische Aktoren handelt. Die radialen Aktoren 24 und 25 sind über Halterungen 26, 27 bzw. 28, 29 derart an dem Spulenträger 2 angeordnet, dass sie in radialer Richtung Kräfte FZ, z.B. dynamische Zugkräfte, auf den Spulenträger 2 einwirken lassen können, welche den Spulenträger 2 in radialer Richtung zu Schwingungen anregen können. Wie bereits eingangs erwähnt, breiten sich die bei der Erzeugung von Stoßwellen Wellen axial in Richtung der Längsachse L des Spulenträgers 2 in den Spulenträger 2 aus, welche den Spulenträger 2 in Richtung seiner Längsachse L zu Schwingungen anregen. Diese Wellen können sich dabei auch in Radial- oder Plattenwellen wandeln, welche den Spulenträger 2 ebenfalls bedingt durch die Halterungen 5 und 6 gegen das Gehäuse G zu Biegeschwingungen anregen, so dass Schallwellen im Hörbereich des Menschen entstehen, welche über das Gehäuse G der Stoßwellenquelle 30 nach außen geleitet werden. Mittels der radial wirkenden Aktoren 24, 25 besteht nun einerseits die Möglichkeit, die im Zuge der Erzeugung von Stoßwellen axial angeregten Schwingungen des Spulenträgers 2 aktiv zu dämpfen und andererseits den Spulenträger 2 zu zu den sich im Zuge der Erzeugung von Stoßwellen bildenden Radialschwingungen entsprechenden gegenphasigen Radialschwingungen mit wenigstens im Wesentlichen gleicher Schwingungsamplitude anzuregen. Wie in

6 veranschaulicht ist auch in diesem Fall der Spulenträger 2 im Betrieb der Stoßwellenquelle 30 Idealerweise in Ruhe, so dass keine oder zumindest nur in verminderter Weise Biegeschwingungen anregt werden, welche zur Entstehung hörbaren Schalls führen.

Die Aktivierung des piezoelektrischen Aktors 15 sowie der magnetischen Aktoren 24, 25, welche im Übrigen nicht mit dem von der Flachspule 3 erzeugten elektromagnetischen Feld verkoppelt sind, erfolgt im Falle des vorliegenden Ausführungsbeispiels derart, dass aus dem an die Flachspule 3 angelegten Hochspannungsimpuls zur Erzeugung einer Stoßwelle ein Signal zur Aktivierung der Aktoren 15, 24, 25 zur Anregung des Spulenträgers 2 zu wenigstens im Wesentlichen gegenphasigen Schwingungen abgeleitet wird. Die Aktoren 15, 24, 25 können dabei gesteuert oder auch geregelt werden. Die Ansteuerung der Aktoren 15, 24, 25 beruht auf Messungen des Schwingungsverhaltens des Spulenträgers 2 bei Spannungsimpulsen unterschiedlicher Dauer und Stärke oder bei daraus resultierenden elektrischen Stromimpulsen unterschiedlicher Dauer und Stärke. So kann beispielsweise in Abhängigkeit von Stromimpulsen verschiedener Dauer und Stärke das Schwingungsverhalten des Spulenträgers 2 ermittelt werden und für die Ansteuerung des Aktors 15, 24, 25 zur Erzeugung einer entsprechenden, gegenphasigen Schwingung verwendet werden. Ein Stromimpuls bestimmter Stärke und Dauer verursacht also eine bestimmte Ansteuerung eines Aktors 15, 24, 25, um den Spulenträger 2 gezielt zu einer bestimmten gegenphasigen Schwingung anzuregen, welche die bei der Erzeugung einer Stoßwelle mit einem derartigen Stromimpuls erwartete Schwingung des Spulenträgers 2 kompensiert.

Bei der Regelung stellt der jeweilige Aktor 15, 24, 25 einen Teil eines Regelkreises dar, wobei das Schwingungsverhalten des Spulenträgers 2 die Regelgröße ist, und wobei bei Abweichung der Regelgröße von der Führungsgröße, welche im vorliegenden Fall der nichtschwingende Spulenträger 2 ist, die Aktivierung des Aktors 15, 24, 25 derart erfolgt, dass zu den bei der Erzeugung von Stoßwellen auftretenden Schwingungen des Spulenträgers 2 der Spulenträger 2 durch den oder die Aktoren 15, 24, 25 zu entsprechenden gegenphasigen Schwingungen angeregt wird. Bei der Regelung muss dabei im Unterschied zur Steuerung das Schwingungsverhalten des Spulenträgers 2 stets im Betrieb der Stoßwellenquelle 20, 30 messtechnisch, beispielsweise durch Vibrations- oder Beschleunigungssensoren, ermittelt werden.

Vorstehend wurde beschrieben, wie mittels aktiver Schwingungsdämpfung die Erzeugung von hörbarem Schall bei der Erzeugung von Stoßwellen mittels einer Stoßwellenquelle 20, 30 vermieden oder zumindest deutlich reduziert werden kann. Die Stoßwellenquelle 20 muss dabei nicht notwendigerweise einen piezoelektrischen Aktor aufweisen, sondern kann auch einen magnetischen, in axialer Richtung wirkenden Aktor aufweisen. Ebenso muss es sich bei den radial wirkenden Aktoren der Stoßwellenquelle 30 nicht notwendigerweise um magnetische Aktoren handeln, sondern die Aktoren können auch als piezoelektrische Aktoren ausgebildet sein.

Des Weiteren sind die Anbringungsorte der Aktoren im Falle der vorliegenden Ausführungsbeispiele nur exemplarisch zu verstehen, d.h. die Aktoren können auch an anderen Stellen an dem Spulenträger 2 angeordnet sein. Auch die Zahl der Aktoren ist im Übrigen nur exemplarisch zu verstehen. Dem Spulenträger 2 können also mehr als die dargestellten Aktoren zugeordnet sein.

Darüber hinaus sind Mischformen der Stoßwellenquelle 20 und 30 möglich, d.h. die Stoßwellenquelle 20 kann beispielsweise neben dem axial wirkenden piezoelektrischen Aktor zusätzlich radial wirkende magnetische oder auch piezoelektrische Aktoren aufweisen. Ebenso kann die Stoßwellenquelle 30 neben den radial wirkenden magnetischen Aktoren axial wirkende, piezoelektrische oder magnetische Aktoren aufweisen.


Anspruch[de]
  1. Stoßwellenquelle mit einem Spulenträger (2), mit einer Spule (3) und mit einer von der Spule (3) isolierend getrennten Membran (4) zur Erzeugung von Stoßwellen, welcher Spulenträger (2) bei der Erzeugung von Stoßwellen in eine Schwingung versetzt wird, wobei wenigstens ein Aktor (15, 24, 25) vorhanden ist, welcher den Spulenträger (2) zu einer zu der Schwingung wenigstens im Wesentlichen gegenphasigen Schwingung anregen kann.
  2. Stoßwellenquelle nach Anspruch 1, bei der der Aktor ein piezoelektrischer Aktor (15) ist.
  3. Stoßwellenquelle nach Anspruch 1 oder 2, bei der der Aktor ein magnetischer Aktor (24, 25) ist.
  4. Stoßwellenquelle nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der aus einem an die Spule (3) angelegten Hochspannungsimpuls zur Erzeugung einer Stoßwelle ein Signal zur Aktivierung des Aktors (15, 24, 25) zur Anregung des Spulenträgers (2) zu der wenigstens im Wesentlichen gegenphasigen Schwingung abgeleitet wird.
  5. Stoßwellenquelle nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der der Spulenträger (2) scheibenförmig ausgebildet ist und eine Längsachse (L) aufweist, wobei der Aktor (15) wenigstens im Wesentlichen in Richtung der Längsachse (L) des Spulenträgers (2) wirkt.
  6. Stoßwellenquelle nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der der Spulenträger (2) scheibenförmig ausgebildet ist und eine Längsachse (L) aufweist, wobei der Aktor (24, 25) wenigstens im Wesentlichen radial zur Längsachse (L) des Spulenträgers (2) wirkt.
  7. Stoßwellenquelle nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der der Aktor (15, 24, 25) gesteuert wird.
  8. Stoßwellenquelle nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der der Aktor (15, 24, 25) Teil eines Regelkreises ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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