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Dokumentenidentifikation DE10252407B3 15.07.2004
Titel Verschlußelement und Verfahren zum Ausrüsten, insbesondere zum Nachrüsten, eines Kraftfahrzeugs mit einem Antrieb für einen Kofferaumdeckel
Anmelder Edscha AG, 42855 Remscheid, DE
Erfinder Bady, Marek, 42929 Wermelskirchen, DE;
Schlegel, Peter, 42327 Wuppertal, DE
Vertreter Bonnekamp & Sparing, 40211 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 12.11.2002
DE-Aktenzeichen 10252407
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.07.2004
IPC-Hauptklasse E05F 11/36
IPC-Nebenklasse E05F 11/54   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verschlusselement für eine Öffnung in einer Wand (3) eines Trockenraumes eines Kraftfahrzeugs, wobei die Öffnung ausreichend groß bemessen ist, um die Antriebswelle für ein angetriebenes Scharnierteil (6, 7) hindurchtreten zu lassen. Ein Verschlusselement, das die Nachrüstung eines Fahrzeugs mit einem Scharnierantrieb mit geringem Montageaufwand ermöglicht, wird erfindungsgemäß dadurch geschaffen, dass die Öffnung von einem Abdeckglied (11) verschließbar ist, dass das Abdeckglied (11) ein umlaufendes Teil (2) aufweist, das an der Wand (3) festgelegt ist, und dass das Abdeckglied (11) ein zentrales Teil (13) aufweist, das von dem umlaufenden Teil (12) ablösbar ist. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Ausrüsten eines Kraftfahrzeugs mit einem antreibbaren Kofferraumdeckel (2) mit einer von einem Abdeckglied (11) verschlossene Öffnung in einer Kofferraumwand (3). Ein geringer Montageaufwand wird dadurch ermöglicht, dass ein zentrales Teil (13) von dem Abdeckglied (11) abgetrennt, eine Antriebswelle durch eine so frei gegebene Aussparung hindurchgeführt und die Antriebswelle mit dem Scharnierteil (6, 7) verbunden wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verschlußelement für eine Öffnung in einer Wand eines Trockenraumes eines Kraftfahrzeugs sowie ein Verfahren zum Ausrüsten, insbesonder zum Nachrüsten, eines Kraftfahrzeugs mit einem Antrieb für einen Kofferraumdeckel.

CH 136 314 beschreibt ein Verschlusselement für eine Öffnung in einer Wand, wobei die Öffnung ausreichend groß bemessen ist, um eine Antriebswelle für ein angetriebenes Schanierteil hindurchtreten zu lassen und von einem Abdeckglied verschließbar ist, wobei das Abdeckglied ein umlaufendes Teil aufweist, das an der Wand fest gelegt ist. Dabei ist der Antrieb einen Fensterladen durch eine Gebäudewandöffnung über ein darin angeordnetes Außenrohr hindurchgeführt, wobei innerhalb des Außenrohrs eine mit einer Handkurbel verbundene hohle Antriebswelle durch axiale Verlagerung mit einer mit dem Fensterladen gekoppelten Abtriebswelle in Eingriff bringbar ist.

DE 100 27 570 A1 beschreibt ein Scharnier für einen Kofferraumdeckel eines Kraftfahrzeugs, bei dem eine an dem Deckelteil innerhalb des Kofferraums angeordnete Schwungmasse über ein Getriebe mit dem Scharnier in Antriebsverbindung steht, wobei die Schwungmasse bei Schließen des Deckels einen ursprünglich vom Benutzer aufgebrachten Impuls speichert und zur Unterstützung und Fortführung der Schließbewegung wieder abgibt. Durch eine Freilaufeinrichtung wird sichergestellt, daß die Schwungmasse nur beim Schließen wirksam ist.

Aus der Praxis sind Durchführungen bekannt, die eine Öffnung in einer Wand eines Kofferraums eines Kraftfahrzeugs umgeben, und die dazu vorgesehen sind, eine bewegliche durch die Wand hindurchtretende Welle, die von einem Motor angetrieben wird, mit einem beweglichen Teil eines Scharniers zu verbinden. Eine derartige Durchführung umfaßt beispielsweise einen O-Ring, der in eine entsprechende Öffnung der Wand eingesetzt wird und insbesondere den Eintritt von Feuchtigkeit, Staub und anderen Partikeln in den Kofferraum verhindert und zugleich eine Drehbewegung der Antriebswelle ermöglicht. Wird kein antreibbares Scharnier vorgesehen, wird statt der Durchführung eine Klappe an die Wand geschraubt, die die Öffnung verschließt. Im Falle des Nachrüsten eines Kofferraumdeckelantriebs oder der kurzfristigen Umdisposition während der Herstellung des Fahrzeugs ist es erforderlich, den angeschraubten Deckel zu beseitigen, einen passenden O-Ring zu beschaffen und einzupassen, um das Scharnier elektrisch betätigbar auszugestalten. falls an der entsprechenden Stelle in dem Fahrzeug keine Öffnung vorgesehen ist, ist diese unter großem Aufwand auszuschneiden. Ein weiteres Problem besteht darin, dass beim Lackieren des Scharniers dieses mit einem Überzug versehen ist, der für eine Koppelung mit einer Antriebswelle vorgesehene Ausnehmungen verschließt oder zumindest verunreinigt.

Insgesamt weisen die Lösungen aus dem Stand der Technik den Nachteil auf, dass sie eine Nachrüstung nur unter erheblichen Manipulationen zulassen, und dass sie für die Montage eine nicht ausreichende Flexibilität aufweisen.

Es ist die Aufgabe er Erfindung, ein Verschlußelementfür eine Öffnung in einer Wand eines Trockenraumes eines Kraftfahrzeugs und ein Verfahren zum Ausrüsten, insbesondere Nachrüsten eines Kraftfahrzeugs mit einem Antrieb für einen Kofferraumdeckel anzugeben, welche die Ausrüstung eines Fahrzeugs mit einem Scharnierantrieb mit geringem Montageaufwand ermöglichen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verchlußelement mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 17 gelöst.

Das erfindungsgemäße Verschlußelement schließt zum einen den Trockenraum gegenüber dem nicht geschützten Bereich eines Kraftfahrzeugs zuverlässig ab, so dass das Vorsehen einer separat anzuschraubenden Abdeckung nicht erforderlich ist. Insbesondere kann jedes Fahrzeug mit einem zugleich die Funktionen einer Dichtung verkörpernden erfindungsgemäßen Verschlußelement ausgerüstet werden, gleich ob es bereits bei der Montage des Fahrzeugs mit einem Antrieb für ein Scharnierteil ausgerüstet werden soll oder nicht oder dies erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen soll.

Das erfindungsgemäße Verschlußelement umfaßt ein umlaufendes Teil, das an der Wand des Trockenraumes festgelegt ist, und ein zentrales Teil, welches von dem umlaufenden Teil über wenigstens eine Sollbruchstelle ablösbar ist. Hierdurch ist sichergestellt, dass vor dem Ablösen des zentralen Teils das Abdeckglied die Öffnung in der Wand des Trockenraums zuverlässig verschließt und abdichtet, während nach dem Herausbrechen des zentralen Teils vorteilhaft ohne weiteren Einrichtungsaufwand eine Durchführung für eine Antriebswelle gebildet ist, welche in ihrer Abmessung und Ausgestaltung an die hindurchzuführende Antriebswelle angepaßt ist. Zweckmäßigerweise sind die beiden Teile, das umlaufende Teil und das zentrale Teil, in einem Durchgang im Spritzgußverfahren aus einem duroplastischen oder thermoplastischen Werkstoff wie Kunststoff hergestellt und die Sollbruchstellen durch entsprechend dünne Stellen, die gleichwohl wasserundurchlässig sind, definiert.

Das erfindungsgemäße Verschlußelement kann somit unabhängig davon, ob später ein außerhalb des Trockenraums angeordneter Antrieb für das angetriebene Scharnierteil vorgesehen wird, gleich ob dies noch bei der Montage oder erst im Wege der Nachrüstung erfolgt, einheitlich verwendet werden, wodurch eine nachteilige Teilevielfalt und zusätzlicher Montageaufwand vermieden werden.

Vorzugsweise weist das umlaufende Teil in dem Bereich des heraustrennbaren zentralen Teils wenigstens eine Dichtlippe auf, die ringförmig in dem umlaufenden Teil eingebettet und einwärts vorstehend ausgebildet ist, so dass bei hindurchgeführter Antriebswelle eine flüssigkeitsdichte Abdichtung des Trockenraums erfolgt, die dennoch eine Drehung der Antriebswelle in dem umlaufenden Teil ermöglicht. Zweckmäßigerweise sind mehrere Dichtungen, vorzugsweise ausgebildet als hintereinander gestapelte Dichtlippen, vorgesehen, die auch mit umlaufend vorstehenden Stegen der Antriebswelle zusammenwirken können, beispielsweise in der Art einer Labyrinthdichtung. Vorzugsweise handelt es sich bei der Dichtlippe um ein EPDM-Innenteil, welches bereits bei der Herstellung des Abdeckglieds in das umlaufende Teil eingespritzt ist, es ist aber auch möglich, hierzu einen Metallring vorzusehen. Alternativ kann die Dichtung auch durch das Einlegen eines oder mehrerer O-Ringe im Zuge des Einsetzens der Antriebswelle erfolgen. Schließlich ist es möglich, eine weitere Abdichtung im Bereich der Sollbruchstelle des zentralen Teils vorzusehen, so dass der verbleibende Grat, insbesondere nachdem er von der Antriebswelle verdrängt worden ist, eine weitere wirksame Abdichtung gegen die Umgebung bewirkt.

Das Abdeckglied kann ebenso wie die Dichtlippe aus EPDM, einem Ethylen-Propylen-Terpolymerisat, hergestellt sein. Dieses Material eignet sich wegen der günstigen Anpassung der Materialeigenschaften an den Verwendungszweck aufgrund der Auswahl der Ausgangsprodukte und weist gute Werte für Elastizität, Dehnfähigkeit, Zugfestigkeit und Kälteflexibilität auf.

Zweckmäßigerweise ist das umlaufende Teil an der Wand des Trockenraums, bei dem es sich zweckmäßigerweise um einen Kofferraum eines Kraftfahrzeugs handelt, verklippst oder in anderer Weise formschlüssig gehalten. Hierdurch ist es nicht erforderlich, Schrauben oder andere Haltemittel vorzusehen, die wiederum Bohrungen in der Wand erfordern. Da der umlaufende Teil auch dann an der Wand verbleibt, wenn der zentrale Teil herausgelöst ist, kann jedoch auch jede andere Art der Befestigung, beispielsweise Verschraubung, Vernietung, Heftung, Verschweißung und dergleichen in Betracht kommen.

Der zentrale Teil des Abdeckglieds weist vorzugsweise eine vorstehende Verlängerung auf, die vorzugsweise auf der dem Trockenraum abgewandten Seite nach außen vorsteht, die zweckmäßigerweise einen Griff und zugleich einen Hebel zum Herausbrechen des zentralen Teils entlang der Sollbruchstelle ermöglicht. Es ist möglich, die Verlängerung derart auszubilden, dass sie von einem Werkzeug gegriffen werden kann, um herausgebrochen zu werden. Zweckmäßigerweise liegt die Verlängerung in einem Randbereich an der überstehenden Dichtlippe an, so dass diese beim Nachrüsten für das Ausmessen und Anbringen des Antriebs für das Scharnier herangezogen werden kann. Ist die Verbindungsstelle zwischen dem zentralen Teil und dem umlaufenden Teil über ein Gewinde oder dgl. hergestellt, kann auch ein Werkzeug für das Aufbringen eines Drehmoments an der Verlängerung ansetzen, insbesondere wenn die Verlängerung einen Querschnitt aufweist, der z.B. einem Sechskantwerkzeug angepasst ist. Zugleich dient die Verlängerung vorteilhaft als Handhabung beim Fixieren des Abdeckglieds. In diesem Fall ist die Verlängerung zweckmäßigerweise zentral angeordnet.

Vorzugsweise ist die Achse des Verschlußelementes, die zugleich die Hauptachse des zentralen Teils darstellt, ausgefluchtet mit einer Antriebsachse eines in dem Trockenraum angeordneten Scharniers, so dass die durch das umlaufende Teil hindurchzuführende Antriebswelle unmittelbar in das Scharnierteil eindringen kann und mit diesem eine Antriebsverbindung eingeht. Alternativ ist es möglich, dass auf die Antriebswelle nach Durchsetzen des Abdeckglieds noch ein Umlenkhebel im Bereich des Trockenraums aufgesetzt wird, und so in einem Abstand von der Antriebswelle die Bewegung der Antriebswelle auf das angetriebene Scharnierteil übertragen wird.

Zweckmäßigerweise ist die Antriebsachse in einer Gelenkstelle des Scharniers vorgesehen, wobei hierzu in einem in der Gelenkstelle vorgesehenen Stift, der mit einem angetriebenen Teil des Scharniers undrehbar verbunden ist, eine entsprechende Mitnahmeeinrichtung vorgesehen ist, um die Antriebswelle mit dem Scharnierteil zu koppeln. Zweckmäßigerweise handelt es sich bei der Mitnahmeeinrichtung um eine Vielzahnnabe, aber jede andere formschlüssig zusammengreifende Ausgestaltung, beispielsweise ein Innensechskant oder dergleichen, kommt ebenfalls in Betracht. Zweckmäßigerweise kann die Mitnahmeeinrichtung in der Gelenkstelle bis zur Verbindung mit der Antriebswelle bzw. mit einem von der Antriebswelle gekoppelten Teil durch einen ablösbaren Schutzeinsatz, vorzugsweise aus Kunststoff, insbesondere ein Stopfen aus EPDM, bedeckt sein, so dass ein Schutz gegen eindringenden Staub, Korrosion durch eindringende Flüssigkeit oder aber Partikel, die beim Lackieren eindringen können, gegeben ist. Wenn die Öffnung in der Gelenkstelle durchgehend ausgebildet ist, kann dieser Schutz durch Herausdrücken beim Eindringen der Antriebswelle beseitigt werden, sonst besteht auch die Möglichkeit, hierzu einen Gegenstößel vorzusehen.

Das Scharnier ist zweckmäßigerweise ein Eingelenkscharnier, bei dem das eine durch das Gelenk mit dem anderen verbundene Scharnierteil an der Wand des Trockenraumes oder einem anderen, mit dieser Wand unbeweglich gekoppelten Teil angeordnet ist, während das andere Scharnierteil ein angetriebenes Scharnierteil ist. Alternativ ist es möglich, dass das Scharnier ein Mehrgelenkscharnier, insbesondere ein Viergelenkscharnier ist, wobei dann zweckmäßigerweise das eine Koppelelement des Viergelenkscharniers unbeweglich der Wand des Trockenraums zugeordnet ist, während das angetriebene Scharnierteil vorzugsweise einer der beiden Lenker des Viergelenkscharniers ist. Entsprechend wird das angetriebene Teil gemäß der Drehbewegung der Antriebswelle verschwenkt, ebenso eine mit dem angetriebenen Scharnierteil gekoppelte Klappe des Fahrzeugs, insbesondere ein Kofferraumdeckel.

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere zum Nachrüsten eines Kraftfahrzeugs mit einen Antrieb für einen Kofferraumdeckel; wobei der Antrieb außerhalb des Trockenraums angeordnet werden kann und das angetriebene Scharnier innerhalb des Trockenraums vorgesehen ist.

Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und anhand der Zeichnungen.

Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert.

1 zeigt einen Querschnitt durch einen Kofferraum und ein Scharnier, bei dem die Kofferraumwand von einem erfindungsgemäßen Verschlußelement verschlossen ist.

2 zeigt die Darstellung aus 1, bei der ein zentraler Teil des Verschlußelements und ein Schutz des Scharniers herausgelöst sind,

3 zeigt die Anordnung aus 1, bei der eine Antriebsvorrichtung durch das Verschlußelement hindurchgeführt ist.

4 zeigt die Anordnung aus 3 im zusammengebauten Zustand.

5 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verschlußelements.

In 1 ist ein schematischer Querschnitt durch einen Kofferraum eines Kraftfahrzeugs gezeigt, bei dem das Innere des Kofferraums 1 ein Trockenraum ist, der von einer Klappe 2 nach oben abschließbar ist, wobei eine den Kofferraum 3 seitlich begrenzende Wand 3 zu einem Kotflügel des Fahrzeugs gehört. Zum Verschwenken der Kofferraumklappe 2 ist ein Scharnier 4 vorgesehen, das ein Befestigungsteil 5 aufweist, das ortsfest an der Wand 3 festgelegt ist, und ein relativ zu dem ortsfesten Teil 5 verschwenkbares antreibbares Scharnierteil 6, bei dem es sich vorliegend um einen Lenker des als Viergelenkscharniers ausgebildeten Scharniers 4 handelt. Der Lenker 6 ist undrehbar gekoppelt mit einem Gelenkstift 7, der in dem Befestigungsteil 5 drehbar eingesetzt ist. Der Gelenkstift 7 weist innenseitig eine als Vielzahnnabe ausgebildete Nabe 8 auf, die durch einen eingepaßten Schutzeinsatz 9 aus Kunststoff ausgekleidet ist. Man erkennt, dass bei einer Drehung des Gelenkstiftes 7 und des zugehörigen Lenkers 6 relativ zu dem ortsfesten Befestigungsteil 5 über nicht dargestellte weitere Teile des Scharniers 4 die Klappe 2 verschwenkt werden kann.

In der Wand 3 ist eine Öffnung vorgesehen, die von einem eine Verstärkung bewirkenden und gegenüber der Wand 3 dicker ausgebildeten Blech 10 umgeben ist, wobei die Öffnung vorliegend eine kreisförmige Kontur aufweist, die jedoch auch eckig oder als Polygon, auch mit abgerundeten Ecken, ausgebildet sein kann. An dem Blech 10 ist ein Abdeckglied 11 aus Kunststoff festgeklippst, das einstückig im Spritzgußverfahren hergestellt ist und das ein umlaufendes Teil 12 und ein zentrales Teil 13 aufweist, die über eine Sollbruchstelle 14 miteinander verbunden sind. Die Sollbruchstelle weist einen kreisförmigen Verlauf auf, wobei die Hauptachse des Kreises mit der Achse der Nabe 8 ausgefluchtet ist.

Das umlaufende Teil 12 des Abdeckglieds 11 weist in den Kofferraum 1 vorstehende und das Blech 10 und damit die Wand 3 hintergreifende Krallen 12a auf, die zum leichteren Einsetzen eine sich von außen in Richtung auf den Kofferraum 1 verjüngende Keilform aufweisen, wobei hinter dem Keil eine umlaufende Nut, in die der Rand des Blechs 10 eindringen kann, ausgeformt ist, so dass das Abdeckglied 11 an dem Blech 10 formschlüssig festgelegt ist. Aufgrund der gegenüber Deformationen nachgiebigen Eigenschaften des Kunststoffes, aus dem das umlaufende Teil 12 hergestellt ist, sind die Krallen voneinander nach außen in Richtung auf das Blech 10 vorgespannt. Ein weiterer Sockelabschnitt 12b des umlaufenden Teils 12 stützt sich von außen auf dem Blech 10 ab, so dass das umlaufende Teil 12 insgesamt gegen Verwindungen gut ausgesteift ist und stabil an dem Blech 10 und damit von außen an Wand 3 anliegt.

Das umlaufende Teil 12 erstreckt sich in seinem außerhalb des Kofferraums 1 vorstehenden Bereichs ähnlich einem Hohlzylinder nach außen, wobei die Innenwandung des Hohlzylinders mit zwei einstückig durch Einspritzen in dem umlaufenden Teil 12 hergestellten Dichtlippen 15 aus EPDM-Material vorgesehen sind. Auch die beiden Dichtlippen 15 sind konzentrisch um die Hauptachse des Gelenkstifts 7 und des zentralen Teils 13 angeordnet.

Das zentrale Teil 13 weist eine im wesentlichen parallel zu dem Blech 10 angeordneten Plattenabschnitt 13a auf, von dem ein hohlzylindrischer, hutartiger Verlängerungsabschnitt 13b absteht, der in dem dem Kofferraum abgewandten Bereich eine umfangsmäßige Riffelung aufweist. Aufgrund des Verlängerungsabschnitts 13b kann wegen der Hebelverhältnisse durch Hin- und Herbewegen eine Kraft günstig auf die Sollbruchstelle 14 übertragen werden, die es ermöglicht, den zentralen Teil 13 aus dem umlaufenden Teil 12 herauszutrennen und eine von dem umlaufenden Teil 12 begrenzte Durchbrechung oder Ausnehmung freizugeben.

In 2 ist in dünnen unterbrochenen Linien das Herausbrechen des zentralen Teils 13 und das Herausdrücken des Schutzeinsatzes 9 dargestellt, und man erkennt, dass die vorstehenden Dichtlippen 15 nunmehr eine umlaufende Begrenzung und gleichzeitig einen Toleranzausgleich für eine einzusetzende Antriebswelle darstellen.

In 3 ist durch die aufgrund des Herausnehmens des zentralen Teils 13 frei gewordene Durchbrechung eine Antriebswelle 16 eingesetzt, die ebenfalls in die Nabe 8 eindringt, wobei die Antriebswelle 16 über geeignete Mittel 17 mit einem Antrieb verbunden ist. Der Antrieb kann beispielsweise ein Elektromotor sein, oder aber auch ein Linearantrieb wie zum Beispiel eine hydraulische Kolben-Zylinder-Einheit. Die Antriebswelle 16 weist endseitig eine mit dem Innenumfang der Nabe 8 kämmend ausgestaltete Umfangsprofilierung 16a auf, wobei in der dem Kofferraum 1 zugekehrten Stirnseite der Antriebswelle 16 eine Bohrung mit einem Innengewinde 16b vorgesehen ist. In das Gewinde 16b kann eine Fixierschraube 18 eingesetzt werden, die die Antriebswelle 16 axial relativ zu dem Gelenkstift 7 sichert.

Man erkennt ferner in 3 und 4, dass die Dichtlippen 15 dichtend gegen den Umfang der Antriebswelle 16 anliegen und den Durchtritt insbesondere von Wasser und Staub in den geschützten Trockenraum, der vorliegend ein Kofferraum 1 ist, wirksam verhindert.

Man erkennt, dass aufgrund der Ausgestaltung des Abdeckglieds 11 die Ausrüstung bzw. Nachrüstung eines Scharniers 4 mit einem außerhalb des Trockenraums 1 angeordneten Antrieb jederzeit möglich ist, ohne dass umfangreiche Montagearbeiten auszuführen sind, wobei sowohl zum dichten Verschließen des Trockenraums 1 gegenüber der Umgebung als auch zum dichtenden Umfassen einer Antriebswelle 16 gegenüber der Umgebung das selbe Abdeckglied 11 eingesetzt wird, und nur der zentrale Teil 13 des Abdeckglieds 11 gegen die durchzuführende Antriebswelle 16 auszutauschen ist.

In 5 ist ein alternatives Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verschlußelementes dargestellt, bei dem die selben Bezugszeichen die selben funktionalen Einheiten wie bei dem vorhergehenden Ausführungsbeispiel darstellen. Im Unterschied zu dem Abdeckglied 11 aus 1 bis 4 ist das Abdeckglied 11' in 5 mit einem zentralen Teil 13' versehen, das nicht nahe dem Blech 10 angeordnet ist, sondern im wesentlichen in einer Stirnebene des umlaufenden Teils 12, wo dann auch die Sollbruchstelle 14' vorgesehen ist. Bei dieser Anordnung sind die Dichtlippen 15 dem Trockenraum 1 zugeordnet, wodurch diese erst beim Herauslösen des zentralen Teils 13 Umwelteinflüssen ausgesetzt werden und insbesondere beim Nachrüsten des Antriebs sichergestellt ist, dass die Dichtlippen 15 zuverlässig mit der Antriebswelle 16 zusammenwirken. Dafür weist die Anordnung gemäß 5 einen etwas größeren Bauraumbedarf auf.

Die Erfindung ist vorstehend anhand von zwei Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemäßen Dichtung beschrieben worden, die sich insbesondere zum Nachrüsten eines Kraftfahrzeugs mit einem antreibbaren Kofferraumdeckel eignen, bei dem eine angetriebene Antriebswelle mit einem Scharnierteil eines Scharniers gekoppelt wird, um eine Klappe zu betätigen, wobei vorteilhaft der Antrieb des Scharniers außerhalb des Kofferraums oder des Trockenraums angeordnet werden kann.


Anspruch[de]
  1. Verschlußelement für eine Öffnung in einer Wand (3) eines Trockenraumes eines Kraftfahrzeugs,

    wobei die Öffnung ausreichend groß bemessen ist, um eine Antriebswelle (16) für ein angetriebenes Scharnierteil (6, 7) hindurchtreten zu lassen,

    wobei die Öffnung von einem Abdeckglied (11) verschließbar ist,

    wobei das Abdeckglied (11) ein umlaufendes Teil (12) aufweist, das an der Wand (3) festgelegt ist, und

    wobei das Abdeckglied (11) ein zentrales Teil (13) aufweist, das von dem umlaufenden Teil (12) ablösbar ist.
  2. Verschlußelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an dem umlaufenden Teil (12) wenigstens eine in den Bereich des zentralen Teils (13) überstehende Dichtlippe (15) vorgesehen ist.
  3. Verschlußelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckglied (11) aus Kunststoff hergestellt ist, und daß die Dichtlippe (15) als ringförmiges EPDM-Innenteil ausgebildet ist, das in das umlaufende Teil (12) eingespritzt ist.
  4. Verschlußelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zentrale Teil (13) einen kreisförmigen Durchmesser aufweist, der dem äusseren Durchmesser der Antriebswelle (16) entspricht.
  5. Verschlußelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das umlaufende Teil (12) an der Wand (3) verklippst ist.
  6. Verschlußelement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zentrale Teil (13) eine vorstehende Verlängerung (13b) aufweist.
  7. Verschlußelement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse des zentralen Teils (13) ausgefluchtet ist mit einer Antriebsachse eines in dem Trockenraum (1) angeordneten Scharniers (4).
  8. Verschlußelement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsachse in einer Gelenkstelle (7) des Scharniers (4) vorgesehen ist.
  9. Verschlußelement nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelenkstelle (7) eine Vielzahnnabe (8) aufweist.
  10. Verschlußelement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vielzahnnabe (8) durch einen ablösbaren Schutzeinsatz (9) aus Kunststoff ausgefüllt ist.
  11. Verschlußelement nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Scharnier (4) ein Eingelenkscharnier ist.
  12. Verschlußelement nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Scharnier (4) ein Mehrgelenkscharnier ist.
  13. Verschlußelement nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelenkstelle (7) des Scharniers (4) bei abgelöstem zentralen Teil (13) von einer Antriebswelle (16) angetrieben wird, die drehbar in dem umlaufenden Teil (12) dichtend aufgenommen ist.
  14. Verschlußelement nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Scharnier (4) ein an einem Karosserieteil angeordnetes ortsfestes Scharnierteil (5) und ein angetriebenes, relativ zu dem ortsfesten Teil (5) verschwenkbares Teil (6) aufweist.
  15. Verschlußelement nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Trockenraum (1) der Kofferraum eines Fahrzeugs ist.
  16. Verschlußelement nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das zentrale Teil (13) über wenigstens eine Sollbruchstelle (14) von dem umlaufenden Teil (12) einmalig abtrennbar ist.
  17. Verfahren zum Ausrüsten, insbesondere zum Nachrüsten, eines Kraftfahrzeugs mit einem Antrieb für einen Kofferraumdeckel (2), bei dem eine angetriebene Antriebswelle (16) mit einem Scharnierteil (6, 7) eines den Kofferraumdeckel (2) mit der Karosserie verbindenden Scharniers (4) in Antriebsverbindung gebracht wird,

    wobei das Scharnier (4) in dem Kofferraum (1) angeordnet ist und der Antrieb für die Antriebswelle (16) außerhalb des Kofferraums (1) angeordnet ist,

    wobei eine Öffnung in einer den Kofferraum (1) begrenzenden Wand (3) vorgesehen ist, die von einem Abdeckglied (11) verschlossen wird,

    wobei ein von einem umlaufenden Teil (12) des Abdeckglieds (11) umgebenes zentrales Teil (13) von dem Abdeckglied (11) abgetrennt wird,

    wobei die Antriebswelle (16) durch eine von dem zentralen Teil (13) freigegebene Aussparung in dem umlaufenden Teil (12) hindurchgeführt wird, und

    wobei die Antriebswelle (16) mit dem Scharnierteil (6, 7) verbunden wird.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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