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Dokumentenidentifikation DE4445486B4 22.07.2004
Titel Sicherheitseinrichtung für Fahrzeuge
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
DE-Anmeldedatum 20.12.1994
DE-Aktenzeichen 4445486
Offenlegungstag 27.06.1996
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.07.2004
IPC-Hauptklasse B60R 21/00
IPC-Nebenklasse B60R 21/02   G01L 5/00   
IPC additional class // B60R 21/32  

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Sicherheitseinrichtung für Fahrzeuge gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine gattungsgemäße Sicherheitseinrichtung ist aus der DE 41 12 579 A1 bekannt. Dort wird beispielsweise bei einem Frontaufprall durch ein Signal eines Sensors ein Wegziehen des Fahrersitzes bewirkt.

Die DE 92 00 915 U1 zeigt und beschreibt eine Sicherheitseinrichtung für ein Fahrschulfahrzeug, wobei die Füße des Fahrers in kritischen Situationen mittels einer Maske von den Pedalen abgehoben werden können. Der Fahrlehrer kann die Bewegung der Maske durch eine geeignete Vorrichtung steuern.

Untersuchungen von Unfällen haben ergeben, daß gerade dann, wenn der Aufprall von vorne oder schräg von vorne erfolgte, sich der Fuß des Fahrers auf dem Bremspedal befand. Dies ist verständlich, da die Fahrzeuglenker bis zuletzt versuchten, durch Bremsen einen Aufprall zu vermeiden oder zumindest die Aufprallgeschwindigkeit zu reduzieren.

Bei einem Frontaufprall ab einer bestimmten Größenordnung werden im Vorbau des Fahrzeuges angeordnete Bauteile, wie z. B. der Motor oder das Getriebe, in Richtung auf den Fahrgastraum zu bewegt. Bei einem extremen Offset-Crash kann auch die Struktur kollabieren und nach hinten schieben. Zu beiden Fällen ist es möglich, daß diese Bauteile auf die Trennwand zwischen Motor- und Fahrgastraum einwirken und das Pedalwerk einschließlich dem Bremspedal treffen. Da die Trennwand keine nennenswerte Verformungsarbeit aufzunehmen vermag, wird das Bremspedal plötzlich mit einer sehr hohen Kraftspitze auf den Insassen zu beschleunigt.

Auch ein Abgleiten des Bremsfußes vom Bremspedal kann nachteilige Folgen haben, beispielsweise, wenn dadurch der Fuß unmittelbar von der Trennwand getroffen wird oder das Abgleiten zum Einklemmen des Fußes führt.

Da mit der schlagartigen Krafteinwirkung auf das Bremspedal kaum eine Verformung verbunden ist, wird ein sich auf dem Bremspedal abstützender Fuß extrem belastet. Dies zieht fast immer schwere Verletzungen der Gelenke nach sich, die meist nur langwierig ausheilbar sind und oft bleibende Behinderungen zur Folge haben.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Sicherheitseinrichtung vorzuschlagen, durch die der Fahrer eines Fahrzeuges bei einem Frontaufprall besser geschützt wird.

Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Dadurch, daß der Fuß von dem Bremspedal weggezogen wird, reduzieren sich die von dem Prellschlag und durch das Abgleiten vom Bremspedal ausgehenden Verletzungsrisiken.

Zur Auslösung der Vorrichtung können die verschiedensten Sensoren Verwendung finden, so z. B. Verzögerungssensoren mit Signalen für verschiedene Schwellenwerte.

Besonders vorteilhaft ist die Kombination mit zwei in Reihe geschalteten Sensoren. Dabei ist es zweckmäßig, als zweiten Sensor einen solchen einzusetzen, der die Deformation oder die Relativverschiebungen zur Auslösung von einem Entriegelungsmechanismus (z. B. Sicherungsbolzen) nutzt.

Über den Sensor bzw. die Sensoren wird eine Vorrichtung aktiviert, durch welche ein sich auf dem Bremspedal abstützender Fuß vom Bremspedal weggezogen wird.

Es gibt eine Vielzahl technischer Möglichkeiten, durch welche dies bewirkt werden kann. So kann eine lösbare Pedalplatte vorgesehen sein, welche durch die Vorrichtung weggezogen wird und den Fuß mitnimmt.

Wenn der Fuß durch einen von der Vorrichtung aktivierbaren Überzug von dem Bremspedal weggezogen wird, dann kann das Bremspedal einen herkömmlichen Aufbau aufweisen.

Zur Betätigung der Pedalplatte oder des Überzuges für das Bremspedal können an sich bekannte Einrichtungen auf mechanischer, pyrotechnischer, hydraulischer oder pneumatischer Basis Verwendung finden.


Anspruch[de]
  1. Sicherheitseinrichtung für Fahrzeuge zum Schutz des Fahrers bei einem Frontaufprall, wobei ein Signal eines Sensors ein Wegziehen im Fahrzeug angeordneter Teile bewirkt, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor eine Relativverschiebung im Vorbau des Fahrzeuges angeordneter Bauteile in Richtung auf den Fahrgastraum erfaßt und eine Vorrichtung auslöst, durch welche ein sich auf dem Bremspedal abstützender Fuß des Fahrers vom Bremspedal weggezogen wird.
  2. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Fuß über eine mit der Vorrichtung in Verbindung stehende, lösbare Pedalplatte weggezogen wird.
  3. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Fuß durch einen auf dem Bremspedal angeordneten Überzug weggezogen wird.
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