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Dokumentenidentifikation DE69910975T2 22.07.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001051144
Titel Verwendung von heterocyclischen quartären Polyammoniumpolymeren als Mittel zum Schutz von Keratinfasern und kosmetische Zusammensetzungen
Anmelder L'OREAL, Paris, FR
Erfinder LEDUC, Madeleine, F-75011 Paris, FR;
RICHARD, Herve, F-93420 Villepinte, FR;
LAGRANGE, Alain, F-77700 Coupvray, FR
Vertreter Beetz & Partner, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69910975
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, NL, PT, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 18.01.1999
EP-Aktenzeichen 999009442
WO-Anmeldetag 18.01.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/FR99/00085
WO-Veröffentlichungsnummer 0099037276
WO-Veröffentlichungsdatum 29.07.1999
EP-Offenlegungsdatum 15.11.2000
EP date of grant 03.09.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.07.2004
IPC-Hauptklasse A61K 7/06
IPC-Nebenklasse A61K 7/09   A61K 7/13   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von heterocyclischen quartären Polyammoniumpolymeren als Mittel zum Schutz von Keratinfasern, kosmetische Zusammensetzungen, die sie enthalten, sowie Verfahren zur Behandlung der Haare mit Hilfe dieser Polymere.

Es wurde bereits vorgeschlagen, Polymere mit quartären Ammoniumgruppen als Konditioniermittel für das Haar einzusetzen. Solche Zusammensetzungen sind insbesondere in den französischen Patenten der Anmelderin Nr. 2 270 846, 2 307 271 und 2 413 907 beschrieben.

Die kationischen Polymere haben eine hohe Affinität für Keratinfasern, wie beispielsweise die Haare, da die kationischen Gruppen mit den anionischen Gruppen der Haare wechselwirken.

Diese Polymere scheiden sich auf den Haaren leichter ab, wenn diese stärker sensibilisiert sind, und ihre Affinität für das Haar ist oft so groß, dass sie durch Haarwäschen oder Bürsten nicht entfernt werden.

Es hat sich jedoch herausgestellt, dass diese kationischen Polymere zwar zahlreiche Vorteile aufweisen, da sie die Kämmbarkeit der Haare verbessern und ihnen eine größere Spannkraft und ein glänzendes Aussehen geben, jedoch die Tendenz haben, sich nach wiederholten Anwendungen auf Grund ihrer Affinität für das Keratin auf den Haaren zu akkumulieren.

Die kationischen Polymere mit quartären Gruppen weisen im übrigen häufig den Nachteil auf, dass sie mit anionischen grenzflächenaktiven Stoffen wenig kompatibel sind, wodurch ihre Verwendungsmöglichkeiten reduziert werden und eine Verwendung in zwei Schritten vor oder nach der Haarwäsche nötig wird.

Die Anmelderin hat festgestellt, dass einige quartäre Polyammoniumpolymere, die nicht zu den oben genannten Nachteilen führen, zumindest ungesättigte quartäre Heterocyclen enthalten und für die Behandlung der Haare besonders interessant sind.

Die Anmelderin hat insbesondere festgestellt, dass durch die Verwendung dieser Polymere das Haar sowohl gegenüber äußere Einwirkungen, die insbesondere von der Sonne, ungünstigen Witterungseinflüssen und Schweiß verursacht werden, sowie Angriffe, die sich durch die Behandlung der Haare ergeben, wie beispielsweise durch Entfärbungen, permanente Verformungen oder Färbungen, geschützt werden kann.

Es hat sich herausgestellt, dass Keratinfasern die Tendenz aufweisen, brüchig zu werden, wenn sie solchen Behandlungen ausgesetzt sind; die Haare werden trocken, spröde und rau und sind schwierig zu kämmen und zu frisieren.

Die erfindungsgemäßen Schutzmittel werden insbesondere in allen kosmetischen Verfahren eingesetzt, die mindestens einen Schritt umfassen, in dem die Keratinfasern verschiedenen Angriffen ausgesetzt sein können, wodurch die oben beschriebenen Nachteile vermieden werden können.

Diese Schutzmittel können auf die Keratinfasern während, vor oder nach dem Schritt aufgebracht werden, in dem sie Angriffen ausgesetzt sind.

Die erfindungsgemäßen Schutzmittel werden vorzugsweise in Verfahren eingesetzt, bei denen zumindest eine alkalische Zusammensetzung auf die Keratinfasern aufgebracht wird.

Die Erfindung betrifft daher die Verwendung von heterocyclischen polyquartären Polymeren als Schutzmittel.

Die Erfindung bezieht sich auch auf kosmetische Zusammensetzungen, die sie enthalten, und insbesondere Zusammensetzungen, die für eine permanente Verformung von Keratinfasern vorgesehen sind, Zusammensetzungen zum Entfärben und Farbmittelzusammensetzungen vorzugsweise für die oxidative Färbung.

Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Behandlung der Haare unter Verwendung dieser Zusammensetzungen.

Weitere Gegenstände der vorliegenden Erfindung gehen aus der folgenden Beschreibung und den Beispielen hervor.

Die als Schutzmittel für Keratinfasern verwendeten Polymere basieren auf wiederkehrenden Einheiten der Formel (I):

worin bedeuten:
  • – die Gruppen A1 ⨁ und A2 ⨁, die gleich oder verschieden sind:
  • a) einen quartären ungesättigten Heterocyclus der Formel (II):
    worin bedeuten:

    die Atome E, G, L und J, die identisch oder voneinander verschieden sind, ein Kohlenstoffatom, ein Sauerstoffatom, ein Schwefelatom oder ein Stickstoffatom, wobei mindestens ein Atom ein Stickstoffatom ist;

    wenn ein oder mehrere Atome E, G, L und J ein Kohlenstoffatom bedeuten, können diese Atome mit einem oder mehreren Halogenatomen oder einer oder mehreren der folgenden Gruppen substituiert sein: Hydroxy, Nitro, Cyano, Sulfhydryl, Carboxy, Alkyl, Monohydroxyalkyl, Polyhydroxyalkyl, Thioalkyl, Cyanoalkyl, Alkoxy, Acyl, Acetyloxy, Cycloalkylgruppen, die gegebenenfalls substituiert sind, Arylgruppen, die gegebenenfalls substituiert sind, Alkylarylgruppen, die gegebenenfalls substituiert sind oder -NHRN, worin RN eine Acetyl- oder Ureidogruppe bedeutet;

    wenn E, G, L oder J ein drittes Stickstoffatom bedeutet, kann dieses mit Wasserstoff, Alkyl, Monohydroxyalkyl, Polyhydroxyalkyl, einer gegebenenfalls substituierten Arylgruppe oder einer gegebenenfalls substituierten Alkylarylgruppe substituiert sein;

    die Substituenten an zwei Atomen E, G, L und J können auch gemeinsam mit den Atomen, an die sie gebunden sind, einen aromatischen, gegebenenfalls substituierten, 5- bis 7-gliedrigen Ring bilden; oder
  • b) eine quartäre Ammoniumgruppe der Formel (III)
    worin bedeuten:

    R1 und R2, die identisch oder voneinander verschieden sind, Carboxy, Alkyl, Polyhydroxyalkyl, Thioalkyl, Cyanoalkyl, Alkoxy, Acyl, Acetyloxy, gegebenenfalls substituierte Cycloalkylgruppen, gegebenenfalls substituierte Arylgruppen, gegebenenfalls substituierte Alkylarylgruppen oder -NHRN, worin die Gruppe RN Acetyl oder Ureido bedeutet;

    R1 und R2 können auch gemeinsam mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen gesättigten Ring mit 5 bis 7 Kohlenstoffgliedern bilden;

    wobei mindestens eine Gruppe A1 ⨁ oder A2 ⨁ einen ungesättigten quartären Heterocyclus der Formel (II) bedeutet;
  • – die Gruppen B1 und B2, die gleich oder verschieden sind, eine Kohlenwasserstoffgruppe, die an die Hauptkette gebunden oder in der Hauptkette einen oder mehrere substituierte oder unsubstituierte aromatische Ringe, ein oder mehrere Sauerstoffatome, Schwefelatome oder Stickstoffatome, eine oder mehrere Gruppen -SO-, -SO2-, -SO3H, Amino, Alkylamino, Hydroxy, quartäres Ammonium oder Ureido enthalten kann;
  • – X ein Anion, das von einer organischen oder anorganischen Säure abgeleitet ist.

Die erfindungsgemäßen Polymere weisen vorzugsweise eine mittlere Molmasse im Bereich von 1000 bis 20 000 auf, wobei die Molmasse durch Gelpermeationschromatographie unter Verwendung von Polyethylenglykol als Referenz ermittelt wird.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung:

Die Halogenatome bedeuten vorzugsweise Fluor, Chlor, Brom oder Iod.

Die Alkylgruppen, Monohydroxyalkylgruppen, Polyhydroxyalkylgruppen und die Kohlenwasserstoffgruppen können geradkettig oder verzweigt vorliegen.

Die Alkylgruppen bedeuten insbesondere Gruppen mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen, wie beispielsweise Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Propyl, Butyl, n-Butyl, t-Buyl, Pentyl, n-Pentyl, Isopentyl, n-Hexyl, Isohexyl, Heptyl, Octyl, Nonyl, Decyl, Undecyl, Dodecyl und Pentadecyl. Die Alkylgruppen sind vorzugsweise Gruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen.

Von den Kohlenwasserstoffgruppen können die Polymethylengruppen mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen angegeben werden.

Die Kohlenwasserstoffgruppen sind vorzugsweise Polymethylengruppen mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen.

Die Kohlenwasserstoffgruppen können in der Hauptkette oder an die Hauptkette gebunden einen oder mehrere aromatische Ringe, ein oder mehrere Sauerstoffatome, Schwefelatome oder Stickstoffatome und eine oder mehrere Gruppen -SO-, -SO2-, -SO3H, Amino, Alkylamino, Hydroxy, quartäres Ammonium oder Ureido enthalten.

Von den Hydroxyalkylgruppen sind insbesondere die Gruppen Hydroxymethyl, Hydroxyethyl, Hydroxypropyl und Hydroxybutyl zu nennen.

Von den Polyhydroxyalkylgruppen kommen beispielsweise die Gruppen Dihydroxyethyl, Dihydroxypropyl, Trihydroxypropyl und Dihydroxybutyl in Betracht.

Die Thioalkylgruppen bedeuten eine Gruppe -R-SH, wobei R eine oben definierte Alkylgruppe ist.

Die Cyanoalkylgruppen bedeuten eine Gruppe -R-C≡N, wobei R eine oben definierte Alkylgruppe ist.

Die Alkoxygruppen bezeichnen eine Gruppe -O-R, wobei R eine oben definierte Alkylgruppe ist.

Die Acylgruppen bedeuten eine Gruppe -OC-R, wobei R eine oben definierte Alkylgruppe ist.

Die Acetyloxygruppen bedeuten eine Gruppe -O-CO-R, wobei R eine oben definierte Alkylgruppe ist.

Von den Cycloalkylgruppen sind insbesondere Cyclohexyl und Cyclopentyl zu nennen.

Von den Arylgruppen können insbesondere die Gruppen Phenyl oder Naphthyl angegeben werden.

Von den Alkylarylgruppen kommen insbesondere die Gruppen Benzyl, Phenethyl oder Naphthylmethyl in Betracht.

Von den 5- bis 7-gliedrigen aromatischen Ringen können beispielsweise die oben angegebenen Arylgruppen und Alkylarylgruppen angegeben werden. Bevorzugte aromatische Ringe sind die Gruppen Phenyl, Pyrimidin, Pyridin, Pyrrol und Pyrazol.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung können die Cycloalkylgruppen und die aromatischen Ringe mit einem Halogenatom, einer Hydroxygruppe, einer Aminogruppe, einer Alkylgruppe oder einer Hydroxyalkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen substituiert sein.

Die Gruppe X bedeutet insbesondere ein Anion, das von einem Halogen, wie Chlor, Brom, Iod oder Fluor abgeleitet ist, ein Anion, das von anorganischen Säuren stammt, wie beispielsweise Phosphorsäure oder Schwefelsäure, oder ein Anion, das von einer organischen Sulfon- oder Carbonsäure abgeleitet ist, insbesondere eine Alkansäure mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen, wie beispielsweise Essigsäure, oder eine Phenylalkansäure, beispielsweise Phenylessigsäure, Benzoesäure, Citronensäure oder p-Toluolsulfonsäure. Die Gruppe X bedeutet vorzugsweise ein von einem Halogenid abgeleitetes Anion und besonders bevorzugt Chlorid oder Bromid.

Die Gruppe A1 und/oder A2 bedeutet vorzugsweise einen Heterocyclus der Formel (II), der 2 Stickstoffatome und 3 Kohlenstoffatome enthält.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bedeutet mindestens eine der Gruppen A1 oder A2 eine quartäre Imidazolgruppe der Formel (IV):

worin bedeuten:

die Gruppen R3, R4 und R5, die gleich oder verschieden sind, Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, Nitro, Cyano, Sulfhydryl, Carboxy, Alkyl, Monohydroxyalkyl, Polyhydroxyalkyl, Thioalkyl, Cyanoalkyl, Alkoxy, Acyl, Acetyloxy, Cycloalkyl, Aryl, Alkylaryl oder eine Gruppe -NHRN, worin RN Acetyl oder Ureido bedeutet;

die Gruppen R4 und R5 können auch gemeinsam mit den Atomen, an die sie gebunden sind, einen 5- bis 7-gliedrigen aromatischen Ring bilden.

Nach einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bedeutet mindestens eine der Gruppen A1 oder A2 eine quartäre Pyrazolgruppe der Formel (V):

worin bedeuten:

R6, R7 und R8, die gleich oder verschieden sind, Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, Nitro, Cyano, Sulfhydryl, Carboxy, Alkyl, Monohydroxyalkyl, Polyhydroxyalkyl, Thioalkyl, Cyanoalkyl, Alkoxy, Acyl, Acetyloxy, Cycloalkyl, Aryl, Alkylaryl oder eine Gruppe -NHRN, worin RN eine Acetylgruppe oder eine Ureidogruppe bedeutet;

zwei der Gruppe R6, R7 oder R8 können auch gemeinsam mit den Atomen, an die sie gebunden sind, einen 5- bis 7-gliedrigen aromatischen Ring bilden.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bedeuten die Gruppen A1 oder A2 gleichzeitig eine quartäre Imidazolgruppe der Formel (IV), worin die Gruppen R3, R4 und R5, die identisch oder voneinander verschieden sind, Wasserstoff, Hydroxy, Nitro, Cyano, Sulfhydryl, Carboxy, Alkyl, Monohydroxyalkyl oder Polyhydroxyalkyl bedeuten; die Gruppen R4 und R5 können auch gemeinsam mit den Atomen, an die sie gebunden sind, einen aromatischen Ring mit 5 bis 7 Gliedern bilden.

Nach einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bedeuten die Gruppen A1 oder A2 gleichzeitig eine quartäre Imidazolgruppe der Formel (IV), worin die Gruppen R3, R4 und R5, die gleich oder verschieden sind, Wasserstoff oder C1-6-Alkyl bedeuten, wobei die Gruppen R4 und R5 gemeinsam mit den Atomen, an die sie gebunden sind, einen Phenylring bilden können.

Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bedeutet die Gruppe A1 eine quartäre Ammoniumgruppe der Formel (III), worin die Gruppen R1 und R2, die gleich oder verschieden sind, Wasserstoff oder eine C1-6-Alkylgruppe bedeuten oder gemeinsam mit dem Stickstoffatom eine Gruppe mit 6 Gliedern bilden, und die Gruppe A2 eine quartäre Imidazolgruppe der Formel (IV), worin die Gruppen R3, R4 und R5, die gleich oder verschieden sind, Wasserstoff oder C1-6-Alkyl bedeuten.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung bedeutet mindestens eine der Gruppen B1 oder B2 eine Gruppe der Formel (VI) -(CH2)n-CO-A-OC-(CH2)n- (VI), worin bedeuten:

n eine ganze Zahl von 1 bis 10 und vorzugsweise eine ganze Zahl von 1 bis 6,

A:

  • (a) eine Glykolgruppe der Formel -O-Z-O-, worin Z eine Kohlenwasserstoffgruppe oder eine Gruppe der folgenden Formeln bedeutet:
    worin x und y beliebige Zahlen von 1 bis 4 bedeuten; oder
  • (b) eine bis-sekundäre Diamingruppe, wie ein Piperazinderivat; oder
  • (c) eine bis-primäre Diamingruppe der Formel: -NH-Y-NH-, worin Y eine Kohlenwasserstoffgruppe oder eine Gruppe -(CH2)2-S-S-(CH2)2 bedeutet; oder
  • (d) eine Ureylengruppe, d. h. eine Gruppe der Formel -NH-CO-NH-.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform bedeuten die Gruppen B1 und B2, die identisch oder voneinander verschieden sind, Polymethylengruppen, die ein oder mehrere Sauerstoffatome oder einen oder mehrere aromatische Ringe enthalten können.

Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform bedeuten die Gruppen B1 und B2, die identisch oder voneinander verschieden sind, eine Gruppe der folgenden Formel: -(CH2)n-, wobei n eine ganze Zahl von 1 bis 6 ist; oder

-(CH2)2-O-(CH2)2-O-(CH2)2-.

In den oben angegebenen Polymeren bedeutet X vorzugsweise ein Halogenid.

Verschiedene oben verwendete Polymere sind an sich neu und stellen einen weiteren Gegenstand der Erfindung dar.

Eine Gruppe von neuen Polymeren besteht aus Polymeren auf der Basis von wiederkehrenden Einheiten der Formel (VII)

worin bedeuten:

A1 einen ungesättigten quartären Heterocyclus der oben definierten Formel (II) und A2 eine quartäre Ammoniumgruppe der Formel (III), wobei B1, B2, X und die Formeln (II) und (III) oben definiert wurden und wobei mindestens eine der Gruppen B1 oder B2 von -CH2-CHOH-CH- verschieden ist.

In der Formel (VII) werden die quartären ungesättigten Heterocyclen der Formel (II), die quartären Imidazolgruppen der Formel (IV) wie oben definiert und die quartären Pyrazolgruppen der Formel (V) wie oben definiert bevorzugt.

Eine Gruppe von neun Polymeren basiert auf wiederkehrenden Einheiten der Formel (VIII)

worin bedeuten:

A1 eine quartäre Imidazolgruppe der oben definierten Formel (IV) und A2 eine quartäre Pyrazolgruppe der oben definierten Formel (V), wobei B1, B2 und X die oben angegebenen Bedeutungen aufweisen.

Eine weitere Gruppe von neuen Polymeren wird durch die Polymere repräsentiert, die auf wiederkehrenden Einheiten der Formel (IX) basieren:

worin die Gruppe A1 die für die Formel (I) angegebenen Bedeutungen aufweist und die Gruppe A2 eine quartäre Imidazolgruppe der Formel (IV) bedeutet, worin die Gruppen R4 und R5, die identisch oder voneinander verschieden sind, die für die Formel (IV) angegebenen Bedeutungen aufweisen und R3 Cycloalkyl, Aryl oder Alkylaryl und vorzugsweise Phenyl bedeutet; wobei B1, B2 und X die oben angegebenen Bedeutungen aufweisen.

Von den neuen Verbindungen (IX) werden die Verbindungen bevorzugt, worin A1 eine quartäre Imidazolgruppe der Formel (IV) bedeutet, insbesondere wenn die Gruppe R3 von (IV) Phenyl ist.

In den bevorzugten neuen Verbindungen (VII), (VIII) und (IX) bedeutet B1 und/oder B2 vorzugsweise eine Gruppe der Formel (VI): -(CH2)n-CO-A-OC-(CH2)n- (VI), worin bedeuten:

n eine ganze Zahl von 1 bis 10;

A:

  • (a) eine Glykolgruppe der Formel -O-Z-O-, worin Z eine Kohlenwasserstoffgruppe oder eine Gruppe der folgenden Formeln bedeutet:
    worin x und y beliebige Zahlen von 1 bis 4 bedeuten; oder
  • (b) eine bis-sekundäre Diamingruppe; oder
  • (c) eine bis-primäre Diamingruppe der Formel: -NH-Y-NH-, wobei Y eine Kohlenwasserstoffgruppe oder die Gruppe -(CH2)2-S-S-(CH2)2 ist; oder
  • (d) eine Ureylengruppe

    und insbesondere -(CH2)2-, wobei n eine ganze Zahl von 1 bis 6 ist; oder
    -(CH2)2-O-(CH2)2-O-(CH2)2-, wobei mindestens eine der Gruppen B1 oder B2 von -CH2-CROH-CH2- mit R = H oder Alkyl verschieden ist und die Gruppen B1 und B2 von der Gruppe
    verschieden sind.

Die Synthese der erfindungsgemäßen Verbindungen erfolgt in zwei Schritten. Der erste Schritt besteht darin, das Diamin zu synthetisieren, worauf im zweiten Schritt die Quaternisierung des Diamins in Gegenwart eines Dihalogenids oder Disulfonats erfolgt.

Die Synthese des Diamins wird durch Umsetzung des entsprechenden Diazols mit einem Dihalogenid oder einem Disulfat in einem Lösungsmittel in Gegenwart einer Base bei einer Temperatur im Bereich von Raumtemperatur bis Rückflusstemperatur durchgeführt.

Bei den Lösungsmitteln kann es sich um Wasser, Aromaten, wie Benzol, Toluol, Dimethylsulfoxid, Tetrahydrofuran oder Dimethylformamid handeln.

Die Lösungsmittel können außerdem auch im Gemisch verwendet werden.

Bei den Basen kann es sich um Hydroxide, wie Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid oder Amide, Carbonate oder Hydride handeln.

Die Synthese kann auch mit Phasentransfer unter Zusatz eines Phasentransfermittels erfolgen.

Solche Synthesen sind insbesondere in den Druckschriften J. Elguero et al., Journal of Heterocyclic Chemistry 25, 771–782 (1988), Yinhung So, Macromolecules 25, 156–520 (1992) und R. G. Xie et al., Chinese Chemical Letters 7, 321–324 (1996) beschrieben worden.

Die Quaternisierung mit einem Dihalogenid oder Disulfonat wird in einem Lösungsmittel bei einer Temperatur im Bereich von Raumtemperatur bis Rückflusstemperatur durchgeführt. Die Lösungsmittel können unter Wasser, Alkoholen, Aromaten, wie Benzol und Toluol, Dimethylsulfoxid, Tetrahydrofuran oder Dimethylformamid ausgewählt werden. Diese Lösungsmittel können auch im Gemisch verwendet werden. Sie sind vorzugsweise unter Wasser, Alkoholen und wässrig-alkoholischen Gemischen ausgewählt.

Die erfindungsgemäß verwendeten quartären ungesättigten heterocyclischen Polymere zum Schutz der Haare werden insbesondere in Zusammensetzungen eingesetzt, die für die dauerhafte Verformung der Haare, Färbung oder Entfärbung verwendet werden und die einen weiteren Gegenstand der Erfindung darstellen.

Die gebräuchlichste Technik zur Erzielung einer dauerhaften Verformung des Haares besteht darin, in einem ersten Schritt eine Zusammensetzung auf die Keratinfasern aufzutragen, die ein Reduktionsmittel enthält, und dann in einem zweiten Schritt eine oxidierende Zusammensetzung auf das Haar aufzubringen, das zuvor mit Lockenwicklern oder ähnlichen Mitteln unter Spannung gesetzt wurde, um die Haare in die gewünschte Form zu bringen.

Die erfindungsgemäßen Schutzmittel können in der reduzierenden Zusammensetzung und/oder in der oxidierenden Zusammensetzung enthalten sein.

Die erfindungsgemäßen reduzierenden Zusammensetzungen enthalten in einem zur permanenten Verformung der Haare geeigneten Medium mindestens ein Reduktionsmittel, das befähigt ist, die Disulfidbindungen (-S-S-) der Haare zu öffnen, und mindestens ein oben definiertes quartäres ungesättigtes heterocyclisches Polymer.

Die Reduktionsmittel werden im Allgemeinen unter den Sulfiten, Bisulfiten oder Thiolen ausgewählt.

Von den bevorzugten Reduktionsmitteln können Cystein, Cysteamin und deren Derivate, beispielsweise ihre kosmetisch akzeptablen Salze, wie die Hydrochloride, Hydrobromide, Citrate, Acetate und Sulfate, Thiomilchsäure, Thioglykolsäure sowie deren Ester und insbesondere das Glycerylthioglykolat angegeben werden.

Die Reduktionsmittel liegen in Mengenanteilen vor, die ausreichend sind, um die Disulfidbindungen des Keratins zu reduzieren und vorzugsweise in Mengenanteilen von 1 bis 25% und insbesondere 1 bis 10 Gew.-%.

Die erfindungsgemäßen Schutzmittel können in Mengenanteilen von 0,01 bis 10 Gew.-% der reduzierenden Zusammensetzung und vorzugsweise im Bereich von 1 bis 5% vorliegen.

Der pH-Wert der reduzierenden Zusammensetzungen wird so eingestellt, dass er im Bereich von 6,5 bis 11,5 liegt.

Die Alkalisierungsmittel sind vorzugsweise unter Monoethanolamin, Diethanolamin, Triethanolamin, Isopropylamin, 2-Methylamino-1-propanol, 1,3-Diaminopropan, Alkalicarbonaten oder Alkalihydrogencarbinaten, Ammoniumcarbonat oder Ammoniumhydrogencarbonat, Ammoniak, organischen Carbonaten, wie Guanidincarbonat, oder alkalischen Hydroxiden ausgewählt, wobei diese Mittel einzeln oder im Gemisch verwendet werden.

Die reduzierende Zusammensetzung kann auch nichtionische, anionische, kationische oder amphotere grenzflächenaktive Stoffe enthalten, die in derartigen Zusammensetzungen häufig eingesetzt werden. Von diesen kommen die Alkylsulfate, Alkylbenzolsulfate, Alkylethersulfate, Alkylsulfonate, quartäre Ammoniumsalze, Alkylbetaine, ethoxylierte Alkylphenole, Alkylpolyglucoside, Fettsäurealkanolamide, ethoxylierte Fettsäureester sowie die nichtionischen grenzflächenaktiven Stoffe aus der Gruppe der Hydroxypropylether in Betracht.

Die grenzflächenaktiven Stoffe werden im Allgemeinen in maximalen Mengen von 30% und vorzugsweise im Bereich von 0,5 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, verwendet.

Die Zusammensetzungen können auch Verdickungsmittel enthalten, wie beispielsweise Guargummi, Tara-Gummi oder Fichtenmehl.

Die Zusammensetzungen können auch Behandlungsmittel enthalten, beispielsweise geradkettige oder cyclische, flüchtige oder nicht flüchtige Silicone oder deren Gemische. Von den Siliconen können die Polydimethylsiloxane, die quaternisierten Polyorganosiloxane, beispielsweise die in FR-A-2 535 730 beschriebenen Verbindungen, die Polyorganosiloxane mit Aminoalkylgruppe, die mit Alkoxycarbonylalkylgruppen modifiziert wurden, beispielsweise die in dem Patent US-A-4 749 732 beschriebenen Verbindungen, Polyorganosiloxane, beispielsweise die Polydimethylsiloxan/Polyalkylenoxid-Copolymere, wie Dimethiconcopolyol, Polydimethylsiloxane mit endständigen Stearoxygruppe (Stearoxydimethicon), Polydimethylsiloxan-Dialkylammoniumacetat-Copolymere oder Polydiemthylsiloxan-Polyalkylbetain-Copolymere, die in GB-A-2 197 352 beschrieben sind, mit Mercapto- oder Mercaptoalkylgruppen organomodifizierte Polysiloxane, wie die in FR-B-1 530 369 und EP-A-0 295 780 beschriebenen Verbindungen, sowie Silane, wie Stearoxytrimethylsilan.

Weitere Bestandteile, die in den reduzierenden Zusammensetzungen, die die erfindungsgemäßen Schutzmittel enthalten, verwendbar sind, sind etwa Wachse, Polymere, die unter den kosmetisch akzeptablen anionischen, kationischen (von den erfindungsgemäßen Verbindungen verschieden), nichtionischen oder amphoteren Polymeren ausgewählt sind, Quellmittel und Penetrationsmittel, mit denen die Wirksamkeit des Reduktionsmittels erhöht werden kann, beispielsweise Dimethylisosorbit, Harnstoff und seine Derivate, Pyrrolidon, n-Alkylpyrrolidon, Thiamorpholinon, Alkylenglykolalkylether oder Dialkylenglykolalkylether, beispielsweise Propylenglykolmonomethylether, Dipropylenglykolmonomethylether, C3-6-Alkandiole, wie 1,2-Propandiol, 2-Imidazolidinon, sowie weitere Verbindungen wie beispielsweise Fettalkohole, Lanolinderivate, Ceramide und insbesondere die Ceramide selbst, Glykoceramide, Pseudoceramide, die insbesondere in FR-A-95 12399 und DOWNING, Journal of Lipid Research, Band 35, S. 2060, 1994 oder in FR-A-2 673 179, EP-A-0 227 994, WO-94/07844 und WO-92/05764 beschrieben sind, Wirkstoffe wie Pantothensäure, Panthenol, Wirkstoffe gegen Haarausfall, Wirkstoffe gegen Schuppen, Suspendiermittel, Maskierungsmittel Trübungsmittel, Farbmittel, siliconhaltige oder nicht siliconhaltige Sonnenschutzfilter sowie Parfums und Konservierungsstoffe.

Die oben definierten Schutzmittel können auch in den oxidierenden Zusammensetzungen vorliegen, die bei der permanenten Verformung von Keratinfasern eingesetzt werden. Die Erfindung betrifft daher auch eine oxidierende Zusammensetzung zur permanenten Verformung von Keratinfasern, die in einem für die Dauerwelle geeigneten Medium ein Oxidationsmittel und ein oben definiertes Polymer enthält.

Die Oxidationsmittel können unter Wasserstoffperoxid, Harnstoffperoxiden, Bromaten wie beispielsweise Alkalimetallbromaten, Salzen von Persäuren oder Gemischen von Alkalibromaten und Persalzen ausgewählt werden.

Wenn das Oxidationsmittel eine Wasserstoffperoxidlösung ist, liegt es in Mengenanteilen im Bereich von 1 bis 10 Volumina und vorzugsweise in der Größenordnung von 8 Volumina vor.

Wenn Bromate verwendet werden, beträgt die Konzentration der Alkalibromate 1 bis 12%; die Konzentration der Persalze liegt im Bereich von 0,1 bis 15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der oxidierenden Zusammensetzung.

Die erfindungsgemäßen Schutzmittel können in Mengenanteilen im Bereich von 0,01 bis 10 Gew.-% der oxidierenden Zusammensetzung und vorzugsweise 1 bis 5 Gew.-% vorliegen.

Der pH-Wert der Zusammensetzungen liegt gewöhnlich im Bereich von 2 bis 9 und vorzugsweise 3 bis 8; er ist vorzugsweise sauer.

Wenn Wasserstoffperoxid verwendet wird, kann es durch Phenacetin, Acetanilid, Mono- und Trinatriumphosphat oder 8-Hydroxychinolinsulfate stabilisiert werden.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur permanenten Verformung von Keratinfasern und insbesondere Haaren, das im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet ist, dass:

  • – auf die vorzugsweise feuchten Keratinfasern eine reduzierend auf das Keratin wirkende Zusammensetzung aufgetragen wird, wobei die reduzierende Zusammensetzung auf die in Form gebrachten Fasern aufgetragen wird,
  • – nach einer zur Reduktion des Keratins ausreichenden Zeitspanne eine oxidierende Zusammensetzung aufgebracht wird, und
  • – nach einer Zeitspanne, die ausreichend ist, um die in Form gebrachten und während des ersten Schrittes reduzierten Fasern in einer permanenten Form zu fixieren, vorzugsweise mit Wasser gespült wird; wobei die reduzierende Zusammensetzung und/oder die oxidierende Zusammensetzung oben definierte Zusammensetzungen sind.

Die Haare werden durch unterschiedliche Mittel in Form gebracht, beispielsweise Rollen, Klammern, Klettbänder oder einfach den Händen.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung sind Zusammensetzungen zum direkten Färben von Keratinfasern und insbesondere menschlichen Keratinfasern, wie dem Haar, die in einem zum Färben geeigneten Medium mindestens ein oben definiertes Polymer und mindestens einen Direktfarbstoff enthalten.

Von den Direktfarbstoffen, die üblicherweise verwendet werden, können die Nitrobenzol-Farbstoffe, wie beispielsweise Nitrophenylendiamine, Nitrodiphenylamine, Nitroaniline, Nitrophenolether oder Nitrophenole, Nitripyridine, Anthrachinon-Farbstoffe, Mono- oder Diazofarbstoffe, Triarylmethan-Farbstoffe, Azin-Farbstoffe, Acridin-Farbstoffe und Xanthen-Farbstoffe oder auch die metallhaltigen Farbstoffe angegeben werden.

Erfindungsgemäß besonders bevorzugte Direktfarbstoffe sind unter den folgenden Farbstoffen ausgewählt:

  • i) Nitrobenzol-Farbstoffen der folgenden Formel (A):
    worin bedeuten:
  • – R3 eine Gruppe NH2, eine Aminogruppe, die einfach mit Alkyl, Monohydroxyalkyl, Polyhydroxyalkyl oder Aminoalkyl substituiert ist, oder eine Aminogruppe, die mit Alkyl, Mono- oder Polyhydroxyalkyl oder Aminoalkyl disubstituiert ist, wobei diese Gruppen identisch oder voneinander verschieden sind,
  • – R4 Wasserstoff, Hydroxy, Alkoxy, Mono- oder Polyhydroxyalkyloxy oder die oben für die Gruppe R3 angegebenen Bedeutungen mit Ausnahme der disubstituierten Aminogruppe,
  • – R5 Wasserstoff, Alkyl, Nitro oder Halogen,
  • ii) Anthrachinon-Farbstoffe der folgenden Formel (B):
    worin bedeuten:
  • – R6 Wasserstoff, Monohydroxyalkyl oder Polyhydroxyalkyl,
  • – R7 Wasserstoff, Alkyl oder Alkoxy,
  • – R8 Wasserstoff, Hydroxy, Amino, Monohydroxyalkylamino oder Polyhydroxyalkylamino, und
  • – R9 und R10, die gleich oder verschieden sind, Wasserstoff, Hydroxy oder Amino;
  • iii) Azofarbstoffe der folgenden Formel (C):
    worin bedeuten:
  • – R11 Nitro, Amino oder mit Alkylgruppen mono- oder disubstituierte Aminogruppen,
  • – R12 Wasserstoff oder Alkyl,
  • – R13 Amino oder mit Monohydroxyalkylgruppen mono- oder disubstituierte Aminogruppen,

    mit der Maßgabe, dass die oben in den Formeln (A), (B) und (C) genannten Alkyl- und Alkoxygruppen 1 bis 4 Kohlenstoffatome aufweisen und geradkettig oder verzweigt vorliegen können, und

    die kosmetisch akzeptablen Salze aller dieser Verbindungen.

Unter Gruppen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen (C1-4) werden insbesondere die Gruppen Methyl, Ethyl, n-Propyl, Isopropyl, n-Butyl, sek-Butyl und t-Butyl verstanden.

Von den kosmetisch akzeptablen Salzen sind insbesondere die Hydrochloride, Hydrobromide und Sulfate zu nennen.

Noch vorteilhafter werden gemäß der vorliegenden Erfindung die folgenden Direktfarbstoffe eingesetzt:

  • – 1-Amino-2-vitro-N-(&bgr;-hydroxyethyl)amino-5-methyl-benzol,
  • – 1,4,5,8-Tetraaminoanthrachinon,
  • – 1,4-Bis-N,N'-[(&bgr;,&ggr;-dihydroxypropyl)amino)-anthrachinon,
  • – 1,4,4-N-tris(&bgr;-Hydroxyethyl)-1,4-diamino-2-vitro-benzol,
  • – 1-N-(&bgr;-Hydroxyethyl)amino-2-vitro-4-amino-benzol,
  • – 1-Hydroxy-3-vitro-4-amino-benzol,
  • – 1-Hydroxy-3-vitro-4-N-(&bgr;-hydroxyethyl)amino-benzol,
  • – 1-(&bgr;-Hydroxyethyloxy)-3-methylamino-4-vitro-benzol,
  • – 1-Methylamino-2-vitro-5-&bgr;,&ggr;-dihydroxypropyloxy-benzol,
  • – 1-N-(&bgr;-Aminoethyl)amino-2-vitro-4-&bgr;-hydroxyethyloxy-benzol,
  • – 4-[N-Ethyl-N-(&bgr;-hydroxyethyl)amino]-1-N-(&bgr;-hydroxyethyl)amino-2-nitro-benzol,
  • – 1-(4'-Amino-diphenylazo)-2-methyl-4-N-bis-(&bgr;-hydroxyethyl)aminobenzol,
  • – 1-Methoxy-3-N-(&bgr;-aminoethyl)amino-4-vitro-benzol,
  • – 1-Amino-2-vitro-4-N-(&bgr;-hydroxyethyl)amino-benzol,
  • – 1-Amino-2-vitro-4-N-Bis-(&bgr;-hydroxyethyl)amino-benzol,
  • – 1,4-N-Bis(&bgr;-hydroxyethyl)amino-5-vitro-benzol,
  • – 11,4-Diaminoanthrachinon, und deren kosmetisch akzeptablen Salze.

Weitere bevorzugte kationische Farbstoffe sind die Farbstoffe vom Typ ARIANOR (BASIC BROWN 17, BASIC BROWN 16, BASIC YELLOW 57, BASIC BLUE 99) sowie die kationischen Farbstoffe, die in den Patenten CIBA WO 95/01772, WO 95/15144 und EP 714 954 beschrieben sind.

Die Direktfarbstoffe, die in Form der Base oder als Salz vorliegen, sind in der erfindungsgemäßen Farbmittelzusammensetzung im Allgemeinen in Mengenanteilen von etwa 0,001 bis etwa 10% und vorzugsweise etwa 0,05 bis etwa 5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, enthalten.

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auch auf Zusammensetzungen zum oxidativen Färben von Keratinfasern und insbesondere menschlichen Keratinfasern, wie dem Haar, die in einem zum Färben geeigneten Medium mindestens ein oben definiertes Polymer und mindestens ein Farbstoffvorprodukt eines Oxidationsfarbstoffes und/oder Melanin-Vorläufer enthalten.

Die Farbstoffvorprodukte von Oxidationsfarbstoffen können insbesondere unter den p-Phenylendiaminen, p-Aminophenolen, o-Phenylendiaminen und den heterocyclischen Basen, wie beispielsweise Pyridinderivaten, Pyrimidinderivaten, Pyrazolderivaten, Pyrazolo-pyrimidinderivaten, Indolderivaten oder Indolinderivaten, und deren Additionssalzen mit Säuren ausgewählt werden.

Die Zusammensetzungen können auch Kuppler enthalten, die insbesondere unter den m-Phenylendiaminen, m-Aminophenolen, m-Dihydroxybenzolen und heterocyclischen Kupplern, wie beispielsweise Indolderivaten, Indolinderivatenm, Benzimidazolderivaten, Benzomorpholinderivaten, Sesamolderivaten, Pyridinderivaten, Pyrimidinderivaten und Pyrazolderivaten, und deren Additionssalzen mit einer Säure ausgewählt sind.

Die Additionssalze mit einer Säure, die im Rahmen der Farbmittelzusammensetzungen verwendet werden können, sind insbesondere unter den Hydrochloriden, Hydrobromiden, Sulfaten, Citraten, Succinaten, Tartraten, Lactaten und Acetaten ausgewählt.

Das für die Direktfärbung oder oxidative Färbung geeignete Medium (oder Träger) besteht im Allgemeinen aus Wasser oder einem Gemisch von Wasser und mindestens einem organischen Lösungsmittel zur Solubilisierung der Verbindungen, die nicht ausreichend wasserlöslich sind.

Von den organischen Lösungsmitteln können beispielsweise die niederen Alkanole, wie Ethanol und Isopropanol; Glycerin; Glykole und Glykolether, wie 2-Butoxyethanol, Propylenglykol, Propylenglykolmonomethylether, Diethylenglykolmonoethylether und Diethylenglykolmonomethylether, sowie die aromatischen Alkohole, wie Benzylalkohol oder Phenoxyethanol, und analoge Produkte und deren Gemische angegeben werden.

Wenn sie vorhanden sind, machen die Oxidationsbase(n) vorzugsweise etwa 0,0005 bis 12 Gew.-% des Gesamtgewichts der Farbmittelzusammensetzung aus.

Wenn sie vorhanden sind, machen der oder die Kuppler vorzugsweise etwa 0,0001 bis 10 Gew.-% des Gesamtgewichts der Farbmittelzusammensetzung aus.

Die erfindungsgemäßen Polymere machen vorzugsweise 0,01 bis 10 Gew.-% des Gesamtgewichts der Farbmittelzusammensetzung zur Direktfärbung oder oxidativen Färbung und vorzugsweise 0,1 bis 5% aus.

Die Lösungsmittel können vorzugsweise in Mengenanteilen von etwa 1 bis 40 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Farbmittelzusammensetzung, und noch bevorzugter von etwa 5 bis 30 Gew.-% vorliegen.

Der pH-Wert der Farbmittelzusammensetzung liegt im Allgemeinen im Bereich von etwa 3 bis 12 und vorzugsweise 5 bis 11. Er kann mit üblicherweise beim Färben von Keratinfasern verwendeten Mitteln zum Alkalischmachen oder Ansäuern auf den gewünschten Wert eingestellt werden.

Von den Ansäuerungsmitteln können beispielsweise die anorganischen oder organischen Säuren, wie Salzsäure, Orthophosphorsäure, Schwefelsäure, Carbonsäuren, wie Essigsäure, Weinsäure, Citronensäure und Milchsäure, und die Sulfonsäuren angegeben werden.

Von den Alkalisierungsmitteln kommen beispielsweise Ammoniak, Alkalicarbonate, Alkanolamine, wie Mono-, Di- und Triethanolamin und deren Derivate, Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid und die Verbindungen der folgenden Formel:

worin W eine gegebenenfalls mit einer Hydroxygruppe oder einer C1- 6-Alkylgruppe substituierte Propylengruppe und die Gruppen R4, R5, R6 und R7, die gleich oder verschieden sind, ein Wasserstoffatom, C1- 6-Alkyl oder C1-6-Hydroxyalkyl bedeuten, in Betracht.

Die Farbmittelzusammensetzungen, die ein Schutzmittel enthalten, können auch verschiedene Zusatzstoffe enthalten, die herkömmlich in Zusammensetzungen zum Färben der Haare eingesetzt werden.

Die zum oxidativen Färben verwendeten oxidierenden Zusammensetzungen, die einen weiteren Gegenstand der Erfindung darstellen, können ein oben definiertes quartäres ungesättigtes heterocyclisches Polymer und mindestens ein Oxidationsmittel enthalten.

Die Oxidationsmittel können insbesondere unter Wasserstoffperoxid, Harnstoffperoxid, Alkylimetallbromaten, Salzen von Persäuren, wie Perboraten und Persulfaten, und Enzymen, wie Peroxidasen und Oxidoreductasen (zwei Elektronen), ausgewählt werden.

Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zum Färben der Haare, das dadurch gekennzeichnet ist, dass in einer zur Färbung der Haare ausreichenden Menge eine oben definierte Zusammensetzung, die das erfindungsgemäße Schutzmittel enthält, und gegebenenfalls eine oxidierende Zusammensetzung, falls es sich um eine oxidative Färbung handelt, auf die Haare aufgebracht wird. Im letzten Fall kann nur die Zusammensetzung, die die Farbstoffvorprodukte der Oxidationsfarbstoffe enthält, oder die oxidierende Zusammensetzung ein erfindungsgemäßes Polymer enthalten. Die Zusammensetzung wird während etwa 5 bis 45 min einwirken gelassen und anschließend werden die Haare gespült.

Für die Direktfärbung wird auf die Haare in einer Menge, die zur Färbung ausreichend ist, eine Zusammensetzung aufgebracht, die mindestens einen Direktfarbstoff, beispielsweise einen oben definierten Direktfarbstoff, enthält, worauf während einer Zeitspanne von etwa 10 bis 60 min einwirken gelassen wird. Dann werden die Haare gespült.

Es ist auch möglich, Direktfärbungen ohne Spülen durchzuführen.

Die vorliegende Erfindung betrifft außerdem eine Zusammensetzung zum Entfärben, die mit einem zum Entfärben geeigneten Medium ein Mittel zum Entfärben der Haare und ein oben definiertes Schutzmittel enthält.

Zum Entfärben der Haare werden Mittel zum Entfärben eingesetzt, die an sich bekannt sind, beispielsweise Wasserstoffperoxid, Persulfate, Natriumpercarbonate und Perborate.

Zum Entfärben der Haare wird auf die Haare eine oben definierte entfärbende Zusammensetzung in einer Menge und während einer Zeitspanne aufgebracht, die zur Entfärbung der Haare ausreichend ist. Die Haare werden dann gespült.

Die Erfindung betrifft außerdem Zusammensetzungen, die zur kosmetischen Behandlung der Haare vorgesehen sind und die ein neues quartäres heterocyclisches Polymer gemäß den Formeln (VII), (VIII) und (IX) enthalten.

Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung erläutern.

Die nachstehenden Tabellen 1 und 2 sollen dazu dienen, die Herstellung der erfindungsgemäß verwendeten Polymere zu erläutern.

In den Tabellen sind die Bedeutungen hinsichtlich der Struktur des Polymers der Formel (I) angegeben.

TABELLE 1
TABELLE 2
1) Synthesebeispiel 1 a) Synthese des Diamins 1,1'-(1,3-Propandiyl)bis(imidazol)

In einem Reaktionsgefäß, das mit einem mechanischen Rührwerk, einem Thermometer und einem Kühler ausgestattet ist, werden 35,4 g (0,52 mol) Imidazol, eine Lösung von 100 g (2,5 mol) Natriumhydroxid in 100 ml Wasser, 5,15 g Tetrabutylammoniumbromid und 52,49 g (0,26 mol) 1,3-Dibrompropan gelöst in 240 ml Toluol gegeben. Das Gemisch wird 32 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Nach dem Abkühlen werden zu dem Gemisch 150 ml Wasser gegeben. Das Reaktionsgemisch weist dann drei flüssige Phasen auf. Nach dem Dekantieren wird die Zwischenphase gewonnen, die in üblichen organischen Lösungsmitteln unlöslich ist, und dann destilliert. Auf diese Weise werden 27,5 g transparentes, leicht gelbes Öl abgetrennt.

Mit 1H-NMR (DMSO) wurden die folgenden Ergebnisse erhalten: &dgr; 2,22 (m, 2H); &dgr; 3,92 (t, 4H); &dgr; 6,91 (m, 2H); 7,17 (m, 2H); &dgr; 7,61 (m, 2H).

b) Synthese des Polymers:

Ein Gemisch von 17,6 g (0,1 mol) des oben hergestellten Diamins, 100 ml Methanol und 20,2 g (0,1 mol) 1,3-Dibrompropan wird 10 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Nach Verdampfen des Lösungsmittels wird der Rückstand in 300 ml Isopropylether zerkleinert, bis ein Pulver erhalten wird, welches filtriert und im Vakuum in Gegenwart von Phosphorsäureanhydrid getrocknet wird. Es fallen mit einer Ausbeute von 91,5% 34,6 g hygroskopisches beiges Pulver an.

Quantitative Bromidbestimmung mit AgNO3: 40,4% (theoretisch: 42,3%)

2) Synthesebeispiel 2: a) Synthese von 1,1'-(1,4-Butyldiyl)bis(imidazol)

In einem Reaktionsgefäß, das mit einem mechanischen Rührwerk, einem Thermometer und einem Kühler ausgestattet ist, werden 35,4 g (0,52 mol) Imidazol, eine Lösung von 100 g (2,5 mol) Natriumhydroxid in 100 ml Wasser, 5,15 g Tetrabutylammoniumbromid und 54 g (0,26 mol) 1,4-Dibrombutan gelöst in 240 ml Toluol gegeben. Dieses Gemisch wird 6 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Nach dem Abkühlen kristallisiert das Diamin aus; man filtriert, wäscht den Filterkuchen mit 100 ml Toluol und anschließend zweimal mit 50 ml Eiswasser. Das gewaschene Produkt wird in 200 ml Wasser umkristallisiert. Nach dem Trocknen fallen 44 g hellbeiges Pulver an (Ausbeute: 89%).

Eine Analyse mit 1H-NMR in DMSO führt zu den folgenden Ergebnissen: &dgr; 1,61–1,68 (m, 4H); &dgr; 3,96–4,02 (m, 4H); &dgr; 6,91 (m, 2H); &dgr; 7,17 (m, 2H); 7,64 &dgr; (m, 2H)

b) Polymersynthese

Ein Gemisch aus 24,73 g (0,13 mol) des oben hergestellten Diamins, 210 ml Methanol und 26,25 g (0,13 mol) 1,3-Dibrompropan werden 56 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Nach Verdampfen des Lösungsmittels wird der Rückstand in 300 ml Isopropylether zu einem Pulver zerkleinert; das Pulver wird filtriert und im Vakuum in Gegenwart von Phosphorsäureanhydrid getrocknet. Das erhaltene beige Pulver (39,9 g; Ausbeute: 100%) ist hygroskopisch.

Quantitative Bromidbestimmung mit AgNO3: 38% (theoretisch: 40,7%).

3) Synthesebeispiel 3: a) Synthese von 1,1'-(1,4-Butandiyl)bis(benzimidazol)

Zu einem Gemisch von 31,4 g (0,78 mol) zerkleinertem Kaliumhydroxid, 14 g (0,12 mol) Benzimidazol und 200 ml Aceton werden bei Raumtemperatur tropfenweise 12,95 g (0,06 mol) 1,4-Dibrombutan gegeben, worauf 8 h bei Raumtemperatur gerührt wird; der gebildete Niederschlag wird dann filtriert und direkt in 50 ml Ethanol umkristallisiert. Man erhält auf diese Weise 9,7 g weißes Pulver mit einem Schmelzpunkt von 175°C.

Die 1H-NMR-Analyse in CDCl3 ergibt die folgenden Ergebnisse: &dgr; 1,87–1,92 (m, 4H); &dgr; 4,1–4,16 (m, 4H); &dgr; 7,24–7,3 (m, 6H); &dgr; 7,77–7,84 (m, 4H)

b) Polymersynthese

Ein Gemisch von 7,31 g (0,025 mol) 1,1'-(1,4-Butandiyl)bis(benzimidazol), 50 ml Methanol und 5,05 g (0,025 mol) 1,3-Dibrompropan werden 40 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Das Reaktionsgemisch wird konzentriert, anschließend wird der Rückstand in Isopropylether aufgenommen; nach Filtrieren und Trocknen fallen 12,3 g weißes Pulver: % Br 31,65 (theoretisch 32,3%) an.

4) Synthesebeispiel 4 in wässriger Lösung:

Ein Gemisch von 20,37 g (0,1 mol) 1,1'-(1,4-Butandiyl)bis(imidazol), das 6,6% Wasser enthält, 25 ml Wasser und 26,4 g (0,1 mol) &agr;,&agr;'-Dibrom-p-xylol werden in einem hermetisch abgeschlossenen Reaktor 5 h auf 110°C erwärmt. Die quantitative Bestimmung einer entnommenen Probe mit Silbernitrat ergibt, dass nach 5-stündiger Reaktion 98,3% der Bromide in ionischer Form vorliegen. Die Lösung wird unter Berücksichtigung des Bromidgehalts auf 50% Wirkstoff eignestellt.

Quantitative Bromidbestimmung mit AgNO3: 33,9% (theoretisch: 35,2%) an einem Trockenextrakt.

5) Synthesebeispiel 5 in wässriger Lösung:

Ein Gemisch von 40,73 g (0,2 mol) 1,1'-(1,4-Butandiyl)bis(imidazol) mit 6,6% Wasser, 100 ml Wasser und 38,6 g (0,2 mol) 1,2-Bis(2-chlorethoxy)ethan Aldrich von 97% wird 8 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Die quantitative Bestimmung an einer entnommenen Probe mit Silbernitrat ergibt, dass nach 8-stündiger Reaktion 97,8% der Chloride in ionischer Form vorliegen. Das Reaktionsmedium wird in Gegenwart von pflanzlichem Russ im Vakuum etwas konzentriert, der Russ wird filtriert, worauf die Lösung unter Berücksichtigung des Chloridgehalts auf 50% Wirkstoff eingestellt wird. Man erhält 127 g leicht bernsteinfarbene Lösung.

Quantitative Chloridbestimmung mit AgNO3: 18,5% (theoretisch: 18,8%) an einem Trockenextrakt.

6) Synthesebeispiel 6 in wässriger Lösung:

Ein Gemisch von 5,26 g (95%, 0,02 mol) 1,1'-(1,2Bis(ethoxy)-ethandiyl)bis(imidazol), 10 ml Wasser und 3,74 g (0,02 mol) 1,2-Bis(2-chlorethoxy)-ethan Aldrich von 97% werden 21 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Die quantitative Bestimmung einer entnommenen Probe mit Silbernitrat ergibt, dass 96% der Chloride nach 21-stündiger Umsetzung in ionischer Form vorliegen. Dann wird die Lösung unter Berücksichtigung des Chloridgehalts auf 50% Wirkstoff eingestellt. Man erhält 15,5 g hellgelbe Lösung.

Die quantitative Chloridbestimmung mit Silbernitrat an der hellgelben Lösung ergibt: 2,28 meq/g.

7) Synthesebeispiel 7 in wässriger Lösung:

Ein Gemisch von 3,95 g (0,015 mol) 1,1',1,2-(Bis(ethoxy)ethandiyl)bis(imidazol), 10 ml Wasser und 3,96 g (0,015 mol) &agr;,&agr;'-Dibromp-xylol wird 5 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Die quantitative Bestimmung einer entnommenen Probe mit Silbernitrat ergibt, dass 100% der Bromide nach 5-stündiger Umsetzung in ionischer Form vorliegen. Die Lösung wird filtriert, im Vakuum etwas konzentriert und dann unter Berücksichtigung des Bromidgehalts auf 50% Wirkstoff eingestellt. Man erhält 14,8 g leicht bernsteinfarbene Lösung.

Quantitative Bromidbestimmung mit AgNO3: 1,94 meq/g Lösung.

8) Synthesebeispiel 8:

Ein Gemisch von 2,38 g (0,01 mol) 1,1'-(&agr;,&agr;'-p-xylol)bis(imidazol), 9 ml Wasser und 2,6 g (0,01 mol) &agr;,&agr;'-Dibrom-p-xylol wird 10 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Die quantitative Bestimmung einer entnommenen Probe mit Silbernitrat zeigt, dass 100% der Bromide nach 10-stündiger Umsetzung in ionischer Form vorliegen. Das Reaktionsgemisch wird konzentriert, der Rückstand wird anschließend in 10 ml Methanol aufgenommen; das beige Pulver wird filtriert. Nach Trocknen im Vakuum fallen 3,6 g beiges Pulver an.

9) Synthesebeispiel 9 in wässriger Lösung:

Ein Gemisch von 20,37 g (0,1 mol) 1,1'-(1,4-Butandiyl)bis(imidazol) mit 6,6% Wasser, 50 ml Wasser und 17,5 g (0,1 mol) &agr;,&agr;'-Dichlor-p-xylol werden 5 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Die quantitative Bestimmung einer entnommenen Probe mit Silbernitrat ergibt, dass 97% der Chloride nach 3-stündiger Umsetzung in ionischer Form vorliegen; man belässt noch weitere 2 h auf 95°C und stellt die Lösung dann unter Berücksichtigung des Chloridgehalts auf 50% Wirkstoff ein. Man erhält 68,4 g Lösung.

Quantitative Chloridbestimmung mit Silbernitrat: 18,8% (theoretische 19,4%) an einem Trockenextrakt.

10) Synthesebeispiel 10:

Ein Gemisch von 15,94 g (0,1 mol) N,N-Dimethyl-1H-imidazol-1-propanamin von 96%, 40 ml Methanol und 15,5 g (0,1 mol) 1,6-Dichlorhexan werden 122 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Die quantitative Bestimmung einer entnommenen Probe mit Silbernitrat zeigt, dass 96% der Chloride nach 122-stündiger Umsetzung in ionischer Form vorliegt. Die Lösung wird konzentriert und der Rückstand wird bei 0,1 mm Hg im Vakuum getrocknet. Man erhält 30 g sehr hygroskopisches weißes Pulver.

Quantitative Chloridbestimmung mit AgNO3: 22,0% (theoretisch 22,9%).

11) Synthesebeispiel 11:

Ein Gemisch von 2,51 g (0,0164 mol) N,N-Dimethyl-1H-imidazol-1-propanamin, 8,2 ml Methanol und 2,87 g (0,0164 mol) &agr;,&agr;'-Dichlor-p-xylol werden 5 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Die quantitative Bestimmung einer entnommenen Probe mit Silbernitrat ergibt, dass 94% der Chloride nach 5-stündiger Umsetzung in ionischer Form vorliegen. Man belässt noch weitere 2 h bei 95° C. Die Lösung wird konzentriert und der Rückstand im Vakuum getrocknet. Man erhält 5,4 g sehr hygroskopisches weißes Pulver.

Quantitative Chloridbestimmung mit AgNO3: 19,5% (theoretisch 21,6%).

12) Synthesebeispiel 12:

Ein Gemisch von 6,95 g (0,036 mol) 1-(1H-Piperidin)-3-(1H-imidazol)-propan, 15 ml Methanol und 6,3 g (0,036 mol) &agr;,&agr;'-Dichlor-p-xylol wird 6 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Die quantitative Bestimmung einer entnommenen Probe mit Silbernitrat zeigt, dass 100% der Chloride nach 6-stündiger Umsetzung in ionischer Form vorliegen. Die Lösung wird konzentriert und der Rückstand wird im Vakuum getrocknet. Man erhält 13 g leicht rosafarbenes hygroskopisches Pulver.

Quantitative Chloridbestimmung mit AgNO3: 18,3% (theoretische; 19,2%).

13) Synthesebeispiel 13:

Ein Gemisch aus 5,32 g (0,015 mol) 1,1'-(1,4-Butandiyl)Bis(phenyl-2-imidazol) von 96,6%, 10 ml Wasser und 3,24 g (0,015 mol) 1,4-Dibrombutan wird 6 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Die quantitative Bestimmung einer entnommenen Probe mit Silbernitrat zeigt, dass 100% der Bromide nach 6-stündiger Umsetzung in ionischer Form vorliegen. Die Lösung wird filtriert, im Vakuum etwas konzentriert und dann unter Berücksichtigung des Bromidgehalts auf 50% Wirkstoff eingestellt. Man erhält 8 g hellgelbe Lösung. Die quantitative Bromidbestimmung mit AgNO3 ergibt: 1,79 meq/g Lösung.

14) Synthesebeispiel 14:

Ein Gemisch von 19,02 g (0,1 mol) 1,1'-(1,4-Butandiyl)Bis(pyrazol), 40 ml Wasser und 17,5 g (0,1 mol) &agr;,&agr;'-Dichlor-p-xylol wird 3,5 h auf Rückflusstemperatur erwärmt. Die quantitative Bestimmung mit Silbernitrat zeigt an einer entnommenen Probe, dass 99% der Chloride nach 3, 5-stündiger Umsetzung in ionischer Form vorliegen. Dann werden etwa 40 ml Wasser zugegeben, die leicht trübe Lösung wird filtriert, konzentriert und unter Berücksichtigung des Chloridgehalts auf 50% Wirkstoff eingestellt. Man erhält eine Lösung von 73 g.

Quantitative Chloridbestimmung mit AgnO3: 17,96% (theoretisch: 19,4%) an einem Trockenextrakt.

Die folgenden Beispiele sollen die Zusammensetzungen und die Anwendungen der Polymere gemäß der Erfindung erläutern.

ANWENDUNGSBEISPIEL 1:

Es wird die folgende Zusammensetzung hergestellt: wässrige Lösung des Polymers aus Beispiel 9 mit 50% Ws 3 g Thioglykolsäure 5 g Monoethanolamin 2,6 g Parfum 0,5 g ethoxylierter Oleylalkohol (20 mol Ethylenoxid) 1 g Cocoylaminopropyldimethylhydroxypropylsulfobetain in wässriger Lösung von 50% 2 g Diethylentriaminpentaessigsäure, Pentanatriumsalz in wässriger Lösung von 40% 0,2 g entmineralisiertes Wasser ad. 100 g

Diese Zusammensetzung wird als reduzierende Zusammensetzung eingesetzt.

Die Zusammensetzung wird auf die zuvor auf Lockenwickler für Wasserwellen aufgerollten, befeuchteten Haare aufgebracht. Die Zusammensetzung wird etwa 15 min einwirken gelassen, worauf ausgiebig mit Wasser gespült und anschließend die folgende oxidierende Zusammensetzung aufgebracht wird: Wasserstoffperoxid qsp 8 Volumina

Die oxidierende Zusammensetzung wird etwa 5 min einwirken gelassen, worauf das Haar ausgiebig mit Wasser gespült und die Rollen entnommen werden.

Nach dem Trocknen unter der Trockenhaube haben die Haare schöne Locken.

ANWENDUNGSBEISPIEL 2:

Es wird die folgende oxidierende Zusammensetzung hergestellt: wässrige Lösung des Polymers aus Beispiel 4 mit 50% Ws 1 g Wasserstoffperoxid von 50% 4,8 g Stabilisatoren 0,2 g Citronensäure qs pH 3 entmineralisiertes Wasser ad. 100 g

Es wird die folgende reduzierende Zusammensetzung aufgebracht: Thioglykolsäure 5 g Monoethanolamin 2,6 g Parfum 0,5 g ethoxylierter Oleylalkohol (20 mol Ethylenoxid) 1 g Cocoylamidopropyldimethylhydroxypropylsulfobetain in wässriger Lösung von 50% 2 g Diethylentriaminpentaessigsäure, Pentanatriumsalz in wässriger Lösung von 40% 0,2 g entmineralisiertes Wasser ad. 100 g

Die Zusammensetzung wird auf befeuchtetes, zuvor auf Lockenwickler aufgerolltes Haar aufgebracht. Nachdem die Zusammensetzung etwa 15 min einwirken konnte, wird ausgiebig mit Wasser gespült; dann wird die oben hergestellte oxidierende Zusammensetzung aufgebracht.

Die oxidierende Zusammensetzung wird etwa 5 min einwirken gelassen, worauf das Haar ausgiebig mit Wasser gespült wird und die Rollen entnommen werden.

Nach dem Trocknen unter der Trockenhaube weisen die Haare schöne Locken auf.

ANWENDUNGSBEISPIEL 3:

Es wird die folgende Zusammensetzung hergestellt: Octyldodecanol, von der Firma HENKEL unter der Bezeichnung EUTANOL D erhältlich 8 g Ölsäure 20 g Monoethanolaminlaurylethersulfat, unter der Bezeichnung SIPON LM 35 von HENKEL im Handel 3 g Ethanol 10 g Benzylalkohol 10 g Cetylstearylalkohol mit 33 mol Ethylenoxid, unter der Bezeichnung SIMULSOL GS von der Firma SEPPIC im Handel 2,4 g Ethylendiamintetraessigsäure 0,2 g wässrige Lösung des Polymers aus Beispiel 4 mit 50% Ws 3,7 g Monoethanolamin 7,5 g Linolsäurediethanolamid, unter der Bezeichnung COMPERLAN F von der Firma HENKEL erhältlich 8 g Ammoniak mit 20% NH3 10,2 g Natriummetabisulfit in wässriger Lösung von 35% 1,3 g Hydrochinon 0,15 g 1-Phenyl-3-methyl-5-pyrazolon 0,2 g p-Phenylendiamin 0,8 g m-Aminophenol 0,5 g 2-Methyl-5-N-&bgr;-hydroxyethylaminophenol 2,8 g 2,4-Diaminophenoxyethanol-Dihydrochlorid 0,15 g entmineralisiertes Wasser ad. 100 g

Diese Zusammensetzung wird zum oxidativen Färben der Haare eingesetzt.

Die erhaltene Zusammensetzung wird mit der gleichen Gewichtsmenge Wasserstoffperoxid (20 Volumina, pH 3) vermischt.

Das auf diese Weise hergestellte Gemisch wird auf dauergewellte oder nicht dauergewellte graue Haare mit 90% weißen Haaren in einer Menge von 28 g auf 3 g Haare 30 min aufgebracht.

Die Haare werden dann gespült, mit Standard-Haarwaschmittel gewaschen und getrocknet.

Die Haare weisen eine ins Rote gehende aschblond-braune Färbung (rötlich-violettes Braun) auf. Sie fühlen sich weich an, glänzen und sind leicht zu kämmen.

ANWENDUNGSBEISPIEL 4:

Es wird die folgende Zusammensetzung hergestellt: Cetylstearylalkohol (C 16 / C 18, 50 / 50), unter der Bezeichnung CIRE DE LANETTE O von der Firma HENKEL erhältlich 18 g 2-Octyldodecanol 3 g Cetylstearylalkohol (C16/C18, 35/65), ethoxyliert (15 EO), unter der Bezeichnung MERGITAL CS 15 von der Firma SINNOVA-HENKEL im Handel 3 g Ammoniumlaurylsulfat mit 30% Ws 12 g wässrige Lösung des Polymers aus Beispiel 4 3 g mit 50% Ws Ammoniumthiolactat von 50% (als Thiomilchsäureäquivalent) 0,8 g Ammoniak, 20% NH3 12 g p-Toluylendiamin 1,5 g Resorcin 0,6 g m-Aminophenol 0,25 g p-Aminophenol 0,20 g 2-Diaminophenoxyethanol-Dihydrochlorid 0,15 g entmineralisiertes Wasser ad. 100 g

Diese Zusammensetzung liegt als Creme vor.

Die erhaltene Zusammensetzung wird vor der Anwendung mit der 1,5-fachen Volumenmenge Wasserstoffperoxid (30 Volumina, pH 3) vermischt.

Das so hergestellte Gemisch wird 30 min auf dauergewellte oder nicht dauergewellte graue Haare mit 90% weißen Haaren in einer Menge von 28 g auf 3 g Haare aufgebracht. Die Haare werden dann gespült, mit Standard-Haarwaschmittel gewaschen und getrocknet.

Die Haare sind dunkelbraun gefärbt.

Sie fühlen sich weich an, glänzen und sind leicht zu kämmen.

ANWENDUNGSBEISPIEL 5:

Es wird die folgende Zusammensetzung hergestellt: Octyldodecanol, unter der Bezeichnung EUTANOL D von der Firma HENKEL erhältlich 8 g Ölsäure 20 g Monoethanolaminlaurylethersulfat, unter der Bezeichnung SIPON LM 35 von HENKEL erhältlich 3 g Ethanol 10 g Benzylalkohol 10 g Cetylstearylalkohol mit 33 mol Ethylenoxid, unter der Bezeichnung SIMULSOL GS von der Firma SEPPIC erhältlich 2,4 g Ethylendiamintetraessigsäure 0,2 g wässrige Lösung des Polymers aus Beispiel 4 mit 50% Ws 3,7 g Monoethanolamin 9,5 g Diethanolamid von Linolsäure, unter der Bezeichnung COMPERLAN F von HENKEL erhältlich 8 g Natriummetabisulfit in wässriger Lösung von 35% 1,3 g Hydrochinon 0,15 g 1-Phenyl-3-methyl-5-pyrazolon 0,2 g p-Toloylendiamin 0,9 g Resorcin 0,2 g 2,4-Diaminophenoxyethanol-Dihydrochlorid 2,5 g entmineralisiertes Wasser ad. 100 g

Die erhaltene Zusammensetzung wird mit der gleichen Gewichtsmenge Wasserstoffperoxid (20 Volumina, pH 3) vermischt.

Das so hergestellte Gemisch wird 30 min in einer Menge von 28 g auf 3 g Haare auf dauergewellte oder nicht dauergewellte graue Haare mit 90% weißen Haaren aufgebracht.

Die Haare werden anschließend gespült, mit Standard-Haarwaschmittel gewaschen und getrocknet.

Die Haare weisen eine intensive bläulich-schwarze Färbung auf.

Sie fühlen sich weich an, glänzen und sind leicht zu kämmen.


Anspruch[de]
  1. Verwendung eines Polymers, das auf wiederkehrenden Einheiten der Formel (I) basiert, als Schutzmittel für Keratinfasern:
    worin bedeuten:

    – die Gruppen A1 und A2 , die gleich oder verschieden sind:

    a) einen quartären ungesättigten Heterocyclus der Formel (II):
    worin bedeuten:

    die Atome E, G, L und J, die identisch oder voneinander verschieden sind, ein Kohlenstoffatom, ein Sauerstoffatom, ein Schwefelatom oder ein Stickstoffatom, wobei mindestens ein Atom ein Stickstoffatom bedeutet;

    wenn ein oder mehrere der Atome E, G, L und J ein Kohlenstoffatom bedeuten, können diese Atome mit einem oder mehreren Halogenatomen oder einer oder mehreren der folgenden Gruppen substituiert sein: Hydroxy, Nitro, Cyano, Sulfhydryl, Carboxy, Alkyl, Monohydroxyalkyl, Polyhydroxyalkyl, Thioalkyl, Cyanoalkyl, Alkoxy, Acyl, Acetyloxy, Cycloalkylgruppen, die gegebenenfalls substituiert sind, Arylgruppen, die gegebenenfalls substituiert sind, Alkylarylgruppen, die gegebenenfalls substituiert sind oder -NHRN, worin RN eine Acetyl- oder Ureidogruppe bedeutet;

    wenn E, G, L oder J ein drittes Stickstoffatom bedeutet, kann dieses mit Wasserstoff, Alkyl, Monohydroxyalkyl, Polyhydroxyalkyl, einer gegebenenfalls substituierten Arylgruppe oder einer gegebenenfalls substituierten Alkylarylgruppe substituiert sein;

    die Substituenten an zwei Atomen E, G, L und J können auch gemeinsam mit den Atomen, an die sie gebunden sind, einen aromatischen, gegebenenfalls substituierten 5-bis 7-gliedrigen Ring bilden; oder

    b) eine quartäre Ammoniumgruppe der Formel (III)
    worin bedeuten:

    R1 und R2, die identisch oder voneinander verschieden sind, Carboxy, Alkyl, Polyhydroxyalkyl, Thioalkyl, Cyanoalkyl, Alkoxy, Acyl, Acetyloxy, gegebenenfalls substituierte Cycloalkylgruppen, gegebenenfalls substituierte Arylgruppen, gegebenenfalls substituierte Alkylarylgruppen oder

    -NHRN, worin die Gruppe RN Acetyl oder Ureido bedeutet;

    R1 und R2 können auch gemeinsam mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, einen gesättigten Ring mit 5 bis 7 Kohlenstoffgliedern bilden;

    wobei mindestens eine Gruppe A1 oder A2 einen ungesättigten quartären Heterocyclus der Formel (II) bedeutet;

    – die Gruppen B1 und B2, die gleich oder verschieden sind, eine Kohlenwasserstoffgruppe, die an die Hauptkette gebunden oder in der Hauptkette einen oder mehrere substituierte oder unsubstituierte aromatische Ringe, ein oder mehrere Sauerstoffatome, Schwefelatome oder Stickstoffatome, eine oder mehrere Gruppen -SO-, -SO2-, -SO3H, Amino, Alkylamino, Hydroxy, quartäres Ammonium oder Ureido enthalten können; – X ein Anion, das von einer organischen oder anorganischen Säure abgeleitet ist.
  2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Gruppen A1 und A2 eine quartäre Imidazolgruppe der Formel (IV) bedeutet:
    worin bedeuten:

    die Gruppen R3, R4 und R5, die gleich oder verschieden sind, Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, Nitro, Cyano, Sulfhydryl, Carboxy, Alkyl, Monohydroxyalkyl, Polyhydroxyalkyl, Thioalkyl, Cyanoalkyl, Alkoxy, Acyl, Acetyloxy, Cycloalkyl, Aryl, Alkylaryl oder eine Gruppe -NHRN, worin RN Wasserstoff, Alkyl, Monohydroxyalkyl, Polyhydroxyalkyl, Acetyl oder Ureido bedeutet;

    die Gruppen R4 und R5 können auch gemeinsam mit den Atomen, an die sie gebunden sind, einen 5- bis 7-gliedrigen aromatischen Ring bilden.
  3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Gruppen A1 oder A2 eine quartäre Pyrazolgruppe der Formel (V) bedeutet:
    worin bedeuten:

    R6, R7 und R8, die gleich oder verschieden sind, Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, Nitro, Cyano, Sulfhydryl, Carboxy, Alkyl, Monohydroxyalkyl, Polyhydroxyalkyl, Thioalkyl, Cyanoalkyl, Alkoxy, Acyl, Acetyloxy, Cycloalkyl, Aryl, Alkylaryl oder eine Gruppe -NHRN, worin RN Wasserstoff, Alkyl, Monohydroxyalkyl, Polyhydroxyalkyl, Acetyl oder Ureido bedeutet;

    zwei der Gruppen R6, R7 oder R8 können auch gemeinsam mit den Atomen, an die sie gebunden sind, einen 5- bis 7-gliedrigen aromatischen Ring bilden.
  4. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gruppen A1 und A2 gleichzeitig eine quartäre Imidazolgruppe der Formel (IV) bedeuten, worin die Gruppen R3, R4 und R5, die gleich oder verschieden sind, Wasserstoff, Hydroxy, Nitro, Cyano, Sulfhydryl, Carboxy, Alkyl, Monohydroxyalkyl oder Polyhydroxyalkyl bedeuten; wobei die Gruppen R4 und R5 auch gemeinsam mit den Atomen, an die sie gebunden sind, einen 5-bis 7-gliedrigen aromatischen Ring bilden können;

    – die Gruppen B1 und B2, die gleich oder verschieden sind, bedeuten eine Polymethylengruppe, die ein oder mehrere Sauerstoffatome und/oder einen oder mehrere aromatische Ringe enthalten kann;

    – X hat die in Anspruch 1 angegebenen Bedeutungen.
  5. Verwendung nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass A1 und A2 gleichzeitig eine quartäre Imidazolgruppe der Formel (IV) sind, worin bedeuten:

    – R3, R4 und R5, die gleich oder verschieden sind, ein Wasserstoffatom oder eine C1-6-Alkylgruppe, wobei die Gruppen R4 und R5 auch gemeinsam mit den Atomen, an die sie gebunden sind, eine Phenylgruppe bilden können;

    – B1 und B2, die gleich oder verschieden sind, eine Polymethylengruppe, die ein oder mehrere Sauerstoffatome und/oder einen oder mehrere aromatische Ringe enthalten kann;

    – X die in Anspruch 1 angegebenen Bedeutungen.
  6. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass A1 eine quartäre Ammoniumgruppe der Formel (III) bedeutet, worin die Gruppen R und R', die identisch oder voneinander verschieden sind, ein Wasserstoffatom oder eine C1-6-Alkylgruppe bedeuten oder gemeinsam eine Cyclopentylgruppe bilden, und A2 eine quartäre Imidazolgruppe der Formel (IV) ist, worin die Gruppen R3, R4 und R5, die gleich oder verschieden sind, Wasserstoff oder eine C1-6-Alkylgruppe bedeuten, wobei die Gruppen R4 und R5 auch gemeinsam mit den Atomen, an die sie gebunden sind, einen 5- bis 7-gliedrigen aromatischen Ring bilden können.
  7. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Gruppen B1 oder B2 eine Gruppe der Formel (VI) bedeutet: -(CH2)n-CO-A-OC-(CH2)n- (VI), worin bedeuten:

    n. eine ganze Zahl von 1 bis 10,

    A:

    (a) eine Glykolgruppe der Formel -O-Z-O-, worin Z eine Kohlenwasserstoffgruppe oder eine Gruppe der folgenden Formeln bedeutet:
    worin x und y beliebige Zahlen von 1 bis 4 bedeuten; oder

    (b) eine bis-sekundäre Diamingruppe, wie ein Piperazinderivat; oder

    (c) eine bis-primäre Diamingruppe der Formel: -NH-Y-NH-, worin Y eine Kohlenwasserstoffgruppe oder eine Gruppe -(CH2)2-S-S-(CH2)2- bedeutet; oder

    (d) eine Ureylengruppe.
  8. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Gruppen B1 und B2, die gleich oder verschieden sind, eine Gruppe der folgenden Formel bedeuten: -(CH2)n-, wobei n eine ganze Zahl von 1 bis 6 ist; oder
    -(CH2)2-O-(CH2)2-O-(CH2)2-.
  9. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass X ein Halogenid ist.
  10. Polymere, die auf wiederkehrenden Einheiten der Formel (VII) basieren:
    worin bedeuten:

    A1 eine ungesättigte kationische Gruppe der Formel (II) und A2 eine quartäre Ammoniumgruppe der Formel (III);

    wobei B1, B2 und X und die Formeln (II) und (III) die in Anspruch 1 angegebenen Bedeutungen aufweisen und wobei mindestens eine der Gruppen B1 oder B2 von -CH2-CHOH-CH2 verschieden ist.
  11. Polymere, die auf wiederkehrenden Einheiten der Formel (VIII) basieren:
    worin bedeuten:

    A1 eine quartäre Imidazolgruppe der Formel (IV) und A2 eine quartäre Pyrazolgruppe der Formel (V); wobei die Gruppen B1, B2 und X und die Formeln (IV) und (V) die in den Ansprüche 1, 2 und 3 angegebenen Bedeutungen aufweisen.
  12. Polymere, die auf wiederkehrenden Einheiten der Formel (IX) basieren:
    worin bedeuten:

    A1 die in Anspruch 1 angegebenen Bedeutungen und A2 eine quartäre Imidazolgruppe der Formel (IV) wie in Anspruch 2 definiert, wobei R4 und R5, die gleich oder verschieden sind, Wasserstoff, Halogen, Hydroxy, Nitro, Cyano, Sulfhydryl, Carboxy, Alkyl, Monohydroxyalkyl, Polyhydroxyalkyl, Thioalkyl, Cyanoalkyl, Alkoxy, Acyl, Acetyloxy, Cycloalkyl, Aryl, Alkylaryl oder eine Gruppe -NHRN bedeuten, worin RN Wasserstoff, Alkyl, Monohydroxyalkyl, Polyhydroxyalkyl, Acetyl oder Ureido bedeutet, und worin R3 Cycloalkyl, Aryl oder Alkylaryl ist; wobei B1, B2 und X die in Anspruch 1 angegebenen Bedeutungen aufweisen.
  13. Reduzierende Zusammensetzung zur dauerhaften Verformung von Keratinfasern, dadurch gekennzeichnet, dass sie in einem zur dauerhaften Verformung geeigneten Medium mindestens ein Reduktionsmittel und mindestens ein Polymer nach einem der Ansprüche 1 bis 12 enthält.
  14. Zusammensetzung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Reduktionsmittel unter den Sulfiten, Bisulfiten und Thiolen ausgewählt ist.
  15. Reduzierende Zusammensetzung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Reduktionsmittel unter Cystein, Cysteamin und deren kosmetisch akzeptablen Salzen, Thiomilchsäure, Thioglykolsäure und deren kosmetisch akzeptablen Estern ausgewählt sind.
  16. Reduzierende Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass sie 0,01 bis 10 Gew.-% Polymer nach einem der Ansprüche 1 bis 12 enthält.
  17. Oxidierende Zusammensetzung zur dauerhaften Verformung von Keratinfasern, dadurch gekennzeichnet, dass sie in einem für die dauerhafte Verformung geeigneten Medium mindestens ein Oxidationsmittel und mindestens ein Polymer nach einem der Ansprüche 1 bis 12 enthält.
  18. Oxidierende Zusammensetzung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Oxidationsmittel unter Wasserstoffperoxid, Harnstoffperoxid, Bromaten, wie Alkalibromaten, Salzen von Persäuren oder Gemischen von Alkalibromaten und Salzen von Persäuren ausgewählt ist.
  19. Oxidierende Zusammensetzung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass sie 0,01 bis 10 Gew.-% eines Polymers nach einem der Ansprüche 1 bis 12 enthält.
  20. Zusammensetzung zur direkten Färbung von Keratinfasern und insbesondere menschlichen Keratinfasern, wie dem Haar, dadurch gekennzeichnet, dass sie in einem zum Färben geeigneten Medium mindestens ein Polymer nach einem der Ansprüche 1 bis 12 und mindestens einen Direktfarbstoff enthält.
  21. Zusammensetzung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Direktfarbstoff unter den Azofarbstoffen, Anthrachinon-Farbstoffen und den nitrierten Derivaten aus der Benzolgruppe ausgewählt ist.
  22. Zusammensetzung zum oxidativen Färben von Keratinfasern und insbesondere menschlichen Keratinfasern, wie dem Haar, dadurch gekennzeichnet, dass sie in einem zum Färben geeigneten Medium mindestens ein Polymer nach einem der Ansprüche 1 bis 12 und mindestens ein Farbstoffvorprodukt eines Oxidationsfarbstoffes und/oder einen Melanin-Vorläufer enthält.
  23. Zusammensetzung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbstoffvorprodukte von Oxidationsfarbstoffen unter den p-Phenylendiaminen, p-Aminophenolen, o-Phenylendiaminen und den heterocyclischen Basen ausgewählt sind.
  24. Zusammensetzung nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, dass sie ferner Kuppler enthält.
  25. Zusammensetzung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dass die Kuppler unter den m-Phenylendiaminen, m-Aminophenolen, m-Dihydroxybenzolen, heterocyclischen Kupplern, Indolinderivaten, Benzimidazolderivaten, Benzomorpholinderivaten, Sesamolderivaten, Pyridinderivaten, Pyrimidinderivaten, Pyrazolderivaten und deren Additionssalzen mit einer Säure ausgewählt sind.
  26. Farbmittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 20 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass sie 0,01 bis 10 Gew.-% Polymer nach einem der Ansprüche 1 bis 12 enthält.
  27. Oxidierende Zusammensetzung zum oxidativen Färben von Keratinfasern, dadurch gekennzeichnet, dass sie in einem zum Färben geeigneten Medium mindestens ein Oxidationsmittel und mindestens ein Polymer nach einem der Ansprüche 1 bis 12 enthält.
  28. Oxidierende Zusammensetzung nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, dass das Oxidationsmittel unter Wasserstoffperoxid, Harnstoffperoxid, Bromaten von Alkalimetallen, Salzen von Persäuren, wie Perboraten und Persulfaten und den Enzymen, wie Peroxidasen und Oxidoreductasen (zwei Elektronen), ausgewählt ist.
  29. Zusammensetzung zum Entfärben, dadurch gekennzeichnet, dass sie in einem zum Entfärben geeigneten Medium ein Mittel zum Entfärben der Haare und ein Polymer nach einem der Ansprüche 1 bis 12 enthält.
  30. Zusammensetzung nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel zum Entfärben unter Wasserstoffperoxid, Persulfaten, Natriumpercarbonaten und Perboraten ausgewählt ist.
  31. Verfahren zum Färben der Haare, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Haare in einer zum Färben der Haare ausreichenden Menge eine Zusammensetzung aufgebracht wird, die ein Farbstoffvorprodukt eines Farbstoffes enthält und die bei der Anwendung mit einer oxidierenden Zusammensetzung vermischt wird, die Zusammensetzung während einer Zeitdauer im Bereich von etwa 5 bis 45 Minuten einwirken gelassen wird, worauf die Haare gespült werden; wobei die Zusammensetzung, die das Farbstoffvorsprodukt enthält, und/oder die oxidierende Zusammensetzung Zusammensetzungen nach einem der Ansprüche 22 bis 26 und nach einem der Ansprüche 27 oder 28 sind.
  32. Verfahren zum Färben der Haare, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Haare in einer zum Färben ausreichenden Menge eine Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 20, 21 oder 22 aufgebracht wird, die Zusammensetzung während einer Zeitdauer von etwa 10 bis 60 Minuten einwirken gelassen und die Haare gegebenenfalls gespült werden.
  33. Verfahren zum Entfärben der Haare, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Haare die entfärbende Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 29 und 30 in einer Menge und während einer Zeitspanne aufgebracht wird, die zum Entfärben der Haare ausreichend ist, worauf anschließend gespült wird.
  34. Verfahren zur dauerhaften Verformung von Keratinfasern, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Keratinfasern eine reduzierende Zusammensetzung aufgetragen wird, nach einer zur Reduktion des Keratins ausreichenden Zeitspanne eine oxidierende Zusammensetzung aufgetragen wird und nach einer zur Fixierung der Keratinfasern in einer permanenten Form ausreichenden Zeitspanne gespült wird; wobei die reduzierende Zusammensetzung und/oder die oxidierende Zusammensetzung Zusammensetzungen nach einem der Ansprüche 13 bis 16 und nach einem der Ansprüche 17 bis 19 sind.
  35. Zusammensetzung zur kosmetischen Behandlung der Haare, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens ein Polymer nach einem der Ansprüche 10 bis 12 enthält.
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