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Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Walzen von Walzgut, insbesondere von Stahl und Nichteisenwerkstoffen, bei dem das Walzgut in mindestens einem Walzgerüst gewalzt wird, wobei dem Walzgerüst von einer Steuer- und/oder Regeleinrichtung eine Walzkraft vorgegeben wird und wobei sich die Walzkraft als Funktion des Umformwiderstands, der Breite des Walzguts, des Radius der Walzen des Walzgerüsts und der Dickenabnahme des Walzguts im Walzgerüst ergibt.

Beim thermomechanischen Walzen von Stahl- und Nichteisenwerkstoffen ist es erforderlich, durch eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung den zum Einsatz kommenden Walzgerüsten eine Walzkraft vorzugeben, die sich in bekannter Weise als Funktion von Umformwiderstand, Breite des Walzguts, Radius der Walzen und der Dickenabnahme des Walzguts im Walzgerüst ergibt.

Im Stand der Technik sind Lösungen bekannt, die versuchen, materialabhängige Vorgänge im Walzgut bei der Bestimmung der Sollwalzkraft und der Dickenregelung im Walzgerüst zu berücksichtigen.

In der DE 36 37 043 A1 ist ein Verfahren zum vorausbestimmten Einhalten enger Dickentoleranzen beim Walzen von Walzgut in Warmbandstraßen mittels eines Prozessrechners beschrieben. Bei dieser Lösung wird eine nacheinander wirkende Einwirkung des Prozessrechners zur Vorgabe von Arbeitspunktparametern für die Dickenregelung offenbart. Bei der Berechnung der Walzkraft werden Materialklasse, Abnahme, Temperatur und Walzgeschwindigkeit berücksichtigt.

Die WO 93/11886 A1 offenbart ein Walzplan-Berechnungsverfahren zur Einstellung von Sollwalzkraft und Sollwalzspalt eines Walzgerüsts. Dabei werden gerüstspezifische und/oder materialspezifische Walzkraft-Anpassungsglieder berücksichtigt.

Die WO 99/02282 A1 beschreibt ein Verfahren zur Steuerung bzw. Voreinstellung des Walzgerüsts in Abhängigkeit zumindest einer der Größen Walzkraft, Walzmoment und Voreilung, bei dem die Modellierung der Einflüsse mittels einer auf neuronalen Netzen basierenden Informationsverarbeitung oder mittels eines invertierten Walzmodells über Rückrechnung der Materialhärte im Stich mit Hilfe eines Regressionsmodells erfolgt. Zum Trainieren des neuronalen Netzes bzw. zur Nutzung eines invertierten Walzmodells müssen jedoch erst Walzergebnisse vorliegen. Eine Anwendung dieses Verfahrens auf noch nicht gewalzte Materialien oder auf Anlagen mit anderen Parametern ist somit nicht sofort möglich.

Beim thermomechanischen Walzen finden Ver- und/oder Entfestigungsprozess im gewalzten Material statt. Diese führen in der Regel zu höheren und über die Walzgutlänge schwankenden Walzkräften. Im genannten Stand der Technik werden keine Konzepte beschrieben, mit denen die Ver- und/oder Entfestigungsvorgänge bei der Sollwalzkraftberechnung und bei der Dickenregelung im Walzgerüst berücksichtigt werden. Daher kommt es bei den vorbekannten Lösungen zur Beeinträchtigung der Anlagensicherheit, der Prozessstabilität und insbesondere zu absoluten und relativen Dickenfehlern über der Walzgutlänge.

Im Beitrag „New Trends in Hot Flat Rolling Technologies and Pass Schedule Optimization" von N. Wehage et al., MPT International, Nr. 4/1998, Seite 60 bis 71, wird zwar zur Berücksichtigung von Ver- und Entfestigungsprozessen bei der Sollwalzkraftberechnung ein material- und temperaturabhängiger Korrekturfaktor für den Umformwiderstand vorgegeben. Dieser berücksichtigt jedoch nur indirekt Ver- und Entfestigungsvorgänge, da wichtige Einflussgrößen wie Umformgrad, Umformgeschwindigkeit, Walzspaltverhältnis und Umwandlungstemperatur nicht berücksichtigt werden. Die vorgeschlagene Korrektur wirkt zudem nur bei der Sollwalzkraftberechnung, nicht jedoch bei der Dickenregelung.

Insgesamt offenbart der genannte Stand der Technik keine Möglichkeiten, wie die Ver- und/oder Entfestigungsvorgänge beim thermomechanischen Walzen von Stahl- und Nichteisenwerkstoffen im Rahmen der Sollwalzkraftberechnung und der Dickenregelung zu berücksichtigen sind, so dass diesen Effekten hinreichend Rechnung getragen werden kann.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art vorzuschlagen, mit dem eine Erhöhung der absoluten Dickengenauigkeit, der Anlagensicherheit und der Prozessstabilität beim thermomechanischen Walzen von Stahl- und Nichteisenwerkstoffen unter Berücksichtigung von Ver- und/oder Entfestigungsprozessen sichergestellt werden kann.

Die Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Berechnung der vorgegebenen Walzkraft weiterhin durch Berücksichtigung eines Faktors erfolgt, der die Verfestigung und/oder Entfestigung des Walzguts angibt bzw. abbildet.

Hierbei ist bevorzugt vorgesehen, dass sich die Bestimmung der Walzkraft FW/VE aus der Beziehung FW/VE = kW·b·(RW·(h0 – h1))1/2·kV/E ergibt, wobei

kW Umformwiderstand,

b Breite

RW Walzenradius,

h0 Dicke vor dem Stich h1 Dicke nach dem Stich

kV/E Ver-/Entfestigungsfaktor

ist. Besonders bevorzugt wird der Faktor kV/E für die Verfestigung und/oder Entfestigung des Walzguts in Abhängigkeit mindestens eines der Prozessparameter

Umformtemperatur TW,

Umformgrad phi,

Summenumformgrad der Fertigwalzphase Sum (phi),

Umformgeschwindigkeit phip,

gedrückte Länge des Walzspalts Id,

mittlere Dicke des Walzgutes im Walzspalt hm,

angestrebte Endwalztemperatur TEnd,

Temperatur des AR3-Punktes TAR3,

Zeitdauer seit Beginn der Fertigwalzphase tFWPh

ermittelt. Hierbei kann sich der Faktor kV/E für die Verfestigung und/oder Entfestigung des Walzguts aus der Beziehung kV/E = b0 + b1·TW + b2·exp(Sum(phi)) + b3·In(phip) + b4·(Id/hm) + b5·TEnd/TAR3 + b6·tFWPh ergeben, wobei b0 bis b6 vorgegebene Konstanten (Regressionskoeffizienten) sind.

Mit Vorteil erfolgt die Berechnung der Anstellung des Walzgerüsts unter Zugrundelegung der an sich bekannten Gaugemetergleichung, wobei ein Modul berücksichtigt wird, der die Verfestigung und/oder Entfestigung des Walzguts angibt bzw. abbildet. Die Bestimmung dieses Moduls CM,V/E kann sich aus der Beziehung CM,V/E = dFW,V/E/dh1 ergeben, wobei

dFW,V/E Änderung der Walzkraft

dh1 Änderung der Auslaufdicke

ist. Die zum Einsatz kommende Gaugemetergleichung kann sich aus der Beziehung dsAGC = (1 + CM,V/E/CG)dh1 = (1 + CM,V/E/CG)(dFW,V/E/CG + s – ssoll) ergeben, wobei d

sAGC Änderung der Walzspalteinstellung

dh1 Änderung der Auslaufdicke

CM,V/E Ver-/Entfestigungsmodul

CG Gerüstmodul

dh1 Änderung der Auslaufdicke

dFW,V/E Änderung der Walzkraft bei Ver-/Entfestigung

s Anstellung des Walzspaltes

ssoll Sollanstellung des Walzspaltes

ist.

Die Steuerung und/oder Regelung des Walzspalts des Walzgerüsts kann unter Einbeziehung von Prozessparametern erfolgen, die vor, während und/oder nach einem Stich bestimmt werden. Insbesondere können die Prozessparameter die gemessene Walzkraft, die benötigte Walzzeit und/oder die benötigte Pausenzeit sein. Schließlich kann vorgesehen werden, dass vor der Durchführung eines nachfolgenden Stichs die Steuerung und/oder Regelung des Walzspalts des Walzgerüsts aufgrund der ermittelten Daten des vorausgegangenen Stichs erfolgt.

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.

Es zeigen:

1 schematisch den Verlauf der Walzkraft über der Anstellung bzw. Auslaufdicke des Walzguts in einem Walzgerüst,

2 schematisch den Aufbau eines Walzgerüsts mit einer Steuer- und/oder Regeleinrichtung und

3 schematisch das Arbeitskonzept der Steuer- und/oder Regeleinrichtung zur Einstellung des Walzspalts im Walzgerüst.

In 1 ist schematisch der Verlauf der Walzkraft FW über der Anstellung bzw. Auslaufdicke s/h in einem Walzgerüst skizziert. Die dargestellten Funktionsverläufe entsprechen der an sich bekannten Gaugemetergleichung, bei der die Walzgerüstdehnung und die Kompensation für Biegung, Ölfilmverhalten der Gleitlagerung, Walzenexzentrizität und Anstichspitzen berücksichtigt werden. Mittels der skizzierten Gaugemetergleichung und der berechneten Sollwalzkraft wird die Anstellposition der elektromechanischen und/oder der hydraulischen Anstellung im Walzgerüst zur Gewährleistung der gewünschten Auslaufdicke des Walzgutes ermittelt. Die Gerüstdehnkurve für die aktuellen Walzbedingungen ist mit der Bezugsziffer 11 versehen.

2 zeigt schematisch den Aufbau eines Walzgerüsts 2 mit einer Steuer- und/oder Regeleinrichtung 3. Die Figur zeigt die Verbindung und Kommunikation von Prozess, Prozessrechner und Einrichtung zur Dickenregelung. Im Walzgerüst 2 wird das Walzgut 1 gewalzt, wobei dieses in Produktionsflussrichtung R bewegt wird. Der Doppelpfeil unterhalb des Walzgerüsts 2 symbolisiert die Walzrichtung, wobei diese reversierend sein kann.

Die Steuer- und/oder Regeleinrichtung 3 weist einen Prozessrechner 4 auf, der mit einer Einrichtung zur Dickenregelung 5 in Wirkverbindung steht. Die Einrichtung zur Dickenregelung 5 gibt eine ermittelte Anstellposition 6 einer elektromechanischen und/oder hydraulischen Anstelleinrichtung 7 vor, mit der im Walzgerüst 2 ein gewünschter Walzspalt eingestellt wird. Der Einrichtung zur Dickenregelung 5 werden dabei gemessene Werte 8 für die Dicke des Walzguts 1 sowie 9 und 10 für die Temperatur des Walzguts vor und hinter dem Walzgerüst 2 zugeleitet.

Im Prozessrechner 4 ist die Stichplanberechnung sowie die Walzkraftadaption hinterlegt. Prozessrechner 4 und Einrichtung zur Dickenregelung 5 stehen dabei in Verbindung, wobei vom Prozessrechner 4 aus der Einrichtung zur Dickenregelung 5 die Sollwerte für Anstellposition, Stichplan, Sollwalzkraft und der Modul CM,V/E zugeleitet werden. Von der Einrichtung zur Dickenregelung 5 werden wiederum die Ist-Werte für den Walzspalt, die Walzkraft, die Walzzeit, die Reversierzeit, die Dicke, die Temperatur und die Gaugemeterdicke dem Prozessrechner 4 zugeleitet.

In 2 ist die Walzenanstellung als elektromechanische/hydraulische Anstellung vorgesehen; sie kann aber auch nur als hydraulische Anstellung ausgeführt sein.

Während des Walzstiches werden die Walzkraft-Istwerte gemessen, gefiltert und gemittelt sowie mit den zugehörigen Ist-Anstellwerten der elektromechanischen und/oder hydraulischen Anstellung dem Prozessrechner 4 und der Einrichtung zur Dickenregelung 5 übergeben.

Nach dem Walzstich werden zusätzlich die Walzzeit und die vor dem Stich für Reversieren und Abkühlung tatsächlich benötigten Pausenzeiten dem Prozessrechner 4 übergeben.

Die Einrichtung zur Dickenregelung 5 ermittelt während des Walzstiches aus den übergebenen Prozessdaten gerechnete Dicken-Istwerte auf der Basis der an sich bekannten, herkömmlichen Gaugemetergleichung, die um den Modul CM,V/E für die Ver- und/oder Entfestigung des Materials erweitert ist, wodurch die Änderungen der Gefügestruktur im Walzgut 1 in unterschiedlichen Temperaturbereichen berücksichtigt werden kann. Die insoweit erweiterte Gaugemetergleichung wird für die Regelvorgänge des Walzspalts verwendet, was in 3 schematisch dargestellt ist. Im Walzgerüst 2 werden Daten erfasst und dem skizzierten Regelkreis zugeleitet, wodurch die Biegung, die Ölfilmlagerung, die Walzenexzentrizität und der Anstich kompensiert werden kann. Dem Regelkreis werden weiterhin Messwerte bzw. gespeicherte Referenzwerte für die Walzkraft sowie für die Dicke des Walzguts 1 zugeleitet. Die in 3 verwendete Nomenklatur entspricht ansonsten derjenigen aus 1.

In der Pausenzeit ermittelt die Walzkraftadaption als Bestandteil des Prozessrechners 4 aus dem übergebenen, gemittelten Walzkraft-Istwert und der über die erweiterte Gaugemetergieichung zurückgerechneten Ist-Dicke des Walzguts 1 eine rückgerechnete Soll-Walzkraft, wiederum unter Berücksichtigung des Ver- und/oder Entfestigungsfaktors kV/E und anschließend einen Adaptionsfaktor für die Sollwalzkraft des nachfolgenden Stiches.

In der Pausenzeit zwischen den Stichen ermittelt der Stichplanrechner danach die Soll-Anstellposition der elektromechanischen und/oder hydraulischen Anstellung für den darauf folgenden Stich unter Berücksichtigung des Ver- und/oder Entfestigungsfaktors kV/E bei der Sollwalzkraftbestimmung, wonach die Dickenregelung mit den neu übergebenen herkömmlichen Arbeitspunktparametern und zusätzlich mit dem Modul CM,V/E für die Ver- und/oder Entfestigung des Materials zur Berücksichtigung der Änderungen der Gefügestruktur in unterschiedlichen Temperaturbereichen nach dem Anstich startet.

Unter Nutzung des erläuterten Verfahrens hat sich danach insbesondere die folgende Prozessabfolge bewährt, wodurch die absolute Dickengenauigkeit, die Anlagensicherheit und die Prozessstabilität beim thermomechanischen Walzen erhöht werden und Ver- und/oder Entfestigungsprozesse im Walzgut berücksichtigt werden können:

  • a) Vor dem Anstechen in der Fertigwalzphase wird vom Stichplanrechner als Bestandteil des Prozessrechners die Soll-Anstellposition der elektromechanischen und/oder der hydraulischen Anstellung unter Berücksichtigung des Ver- und/oder Entfestigungsfaktors kV/E bei der Sollwalzkraftbestimmung vorgegeben.
  • b) Vor dem Beginn eines jeweiligen Stiches werden der Dickenregelung vom Prozessrechner die herkömmlichen Arbeitspunktparameter zur Berücksichtigung in der Gaugemetergleichung bei der Ausregelung von Walzkraftänderungen und zusätzlich der Modul CM,V/E zur Berücksichtigung der Ver- und/oder Entfestigung im Material übergeben, der ein gewichtetes Abbild der Gefügestrukturänderungen des Werkstoffs in unterschiedlichen Temperaturbereichen in Form des in die Korrektur der Anstellungsposition eingeflossenen Ver- und/oder Entfestigungsfaktors kV/E ist.
  • c) Während des Walzstiches werden die Walzkraft-Istwerte gemessen, gefiltert und gemittelt sowie mit den zugehörigen Ist-Anstellwerten der elektromechanischen und/oder der hydraulischen Anstellung dem Prozessrechner und der Dickenregelung übergeben.
  • d) Nach dem Walzstich werden zusätzlich die Walzzeit und die vor dem Stich für Reversieren und Abkühlung tatsächlich benötigte Pausenzeit dem Prozessrechner übergeben.
  • e) Während des Walzstiches ermittelt die Dickenregelung aus den übergebenen Werten die Dicken-Istwerte und verwendet die um den Modul CM,V/E für die Ver- und/oder Entfestigung des Materials erweiterte Gaugemetergleichung zur Berücksichtigung der Änderungen der Gefügestruktur in unterschiedlichen Temperaturbereichen für die Regelvorgänge.
  • f) In der Pausenzeit ermittelt die Walzkraftadaption als Bestandteil des Prozessrechners aus dem übergebenen, gemittelten Walzkraft-Istwert und der über die erweiterte Gaugemetergleichung zurückgerechneten Ist-Dicke eine rückgerechnete Soll-Walzkraft, wiederum unter Berücksichtigung des Ver- und/oder Entfestigungsfaktors kV/E und anschließend einen Adaptionsfaktor für die Soll-Walzkraft des nachfolgenden Stiches.
  • g) In der Pausenzeit zwischen den Stichen ermittelt der Stichplanrechner danach die Soll-Anstellposition der elektromechanischen und/oder der hydraulischen Anstellung für den darauffolgenden Stich unter Berücksichtigung des Ver- und/oder Entfestigungsfaktors kV/E bei der Soll-Walzkraftbestimmung, wonach die Dickenregelung mit den neu übergebenen herkömmlichen Arbeitspunktparametern und zusätzlich mit dem Modul CM,V/E der Ver- und/oder Entfestigung des Materials zur Berücksichtigung der Änderungen der Gefügestruktur in unterschiedlichen Temperaturbereichen nach Anstich startet.

1 Walzgut 2 Walzgerüst 3 Steuer- und/oder Regeleinrichtung 4 Prozessrechner 5 Einrichtung zur Dickenregelung 6 Anstellposition 7 Anstelleinrichtung g Messwert für die Dicke des Walzguts g Messwert für die Temperatur des Walzguts 10 Messwert für die Temperatur des Walzguts 11 Gerüstdehnkurve für die aktuellen Walzbedingungen 12 Kompensationen für Biegung, Ölfilmlagerung, Walzenexzentrizität, Anstich FW,V/E Walzkraft kW Umformwiderstand b Breite des Walzguts RW Radius der Walzen des Walzgerüsts kV/E Faktor &Dgr;h Dickenabnahme des Walzgutes h0 Dicke vor dem Stich h1 Dicke nach dem Stich tFWPh Zeitdauer seit Beginn der Fertigwalzphase b0 Regressionskoeffizient b1 Regressionskoeffizient b2 Regressionskoeffizient b3 Regressionskoeffizient b4 Regressionskoeffizient b5 Regressionskoeffizient b6 Regressionskoeffizient s Anstellung CM/VE Ver-/Entfestigungsmodul dFw/VE Änderung der Walzkraft dh1 Änderung der Auslaufdicke dSAGC Änderung der Walzspalteinstellung CG Gerüstmodul Ssoll Sollanstellung des Walzspaltes TW Umformtemperatur phi Umformgrad phip Umformgeschwindigkeit Sum(phi) Summenumformgrad der Fertigwalzphase Id gedrückte Länge des Walzspaltes TEND angestrebte Endwalztemperatur TAR3 Temperatur des ARS-Punktes FW Walzkraft s/h Anstellung bzw. Auslaufdicke des Walzguts R Produktionsflussrichtung

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Walzen von Walzgut (1), insbesondere von Stahl und Nichteisenwerkstoffen, bei dem das Walzgut (1) in mindestens einem Walzgerüst (2) gewalzt wird, wobei dem Walzgerüst (2) von einer Steuer- und/oder Regeleinrichtung (3) eine Walzkraft (FW,V/E) vorgegeben wird und wobei sich die Walzkraft (FW,V/E) als Funktion des Umformwiderstand (kW), der Breite (b) des Walzguts (1), des Radius (RW) der Walzen des Walzgerüst (2) und der Dickenabnahme (&Dgr;h) des Walzguts (1) im Walzgerüst (2) ergibt, dadurch gekennzeichnet, dass die Berechnung der vorgegebenen Walzkraft (FW,V/E) weiterhin durch Berücksichtigung eines Faktors (kV/E) erfolgt, der die Verfestigung und/oder Entfestigung des Walzguts (1) angibt bzw. abbildet.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Bestimmung der Walzkraft (FW,V/E) aus der Beziehung FW/VE = kW·b·(RW·(h0 – h1))1/2·kV/E ergibt, wobei kW der Umformwiderstand, b die Breite des Walzguts (1), RW der Radius der Walzen des Walzgerüsts (2), h0 die Dicke vor dem Stich, h1 die Dicke nach dem Stich und kV/E der Faktor für die Verfestigung und/oder Entfestigung des Walzguts (1) ist.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Faktor (kV/E) für die Verfestigung und/oder Entfestigung des Walzguts (1) ermittelt wird in Abhängigkeit mindestens eines der Prozessparameter Umformtemperatur (TW), Umformgrad (phi), Summenumformgrad der Fertigwalzphase (Sum(phi)), Umformgeschwindigkeit (phip), gedrückte Länge des Walzspalts (Id), mittlere Dicke (hm) des Walzguts (1) im Walzspalt, angestrebte Endwalztemperatur (TEnd), Temperatur des ARS-Punktes (TAR3) und Zeitdauer seit Beginn der Fertigwalzphase (tFWPh).
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Faktor (kV/E) für die Verfestigung und/oder Entfestigung des Walzguts (1) aus der Beziehung kV/E = b0 + b1·TW + b2·exp(Sum(phi)) + b3·In(phip) + b4·(Id/hm) + b5·TEnd/TAR3 + b6·tFWPh ergibt, wobei b0 bis b6 vorgegebene Konstanten sind.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Berechnung der Anstellung (s) des Walzgerüsts (2) unter Zugrundelegung der an sich bekannten Gaugemetergleichung erfolgt, wobei ein Modul (CM,V/E) berücksichtigt wird, der die Verfestigung und/oder Entfestigung des Walzguts (1) angibt bzw. abbildet.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Bestimmung des Moduls (CM,V/E) aus der Beziehung CM,V/E = dFW,V/E/dh1 ergibt, wobei dFW,V/E die Änderung der Walzkraft und dh1 die Änderung der Auslaufdicke ist.
  7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich die zum Einsatz kommende Gaugemetergleichung aus der Beziehung dsACC = (1 + CM,V/E/CG)dh1 = (1 + CM,V/E/CG)(dFW,V/E/CG + s – SSoll) ergibt, wobei dsAGC die Änderung der Walzspalteinstellung, CM,V/E der Ver-/Entfestigungsmodul, CG der Gerüstmodul umfassend die Änderung der Walzkraft bezogen auf die Änderung der Auslaufdicke ohne Berücksichtigung der Verfestigung und/oder Entfestigung des Walzguts (1), dh1 die Änderung der Auslaufdicke, dFW,V/E die Änderung der Walzkraft bei Berücksichtigung der Verfestigung und/oder Entfestigung des Walzguts (1), s die die Anstellung des Walzspalts und Ssoll die Sollanstellung des Walzspalts ist.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung und/oder Regelung des Walzspalts des Walzgerüsts (2) unter Einbeziehung von Prozessparametern erfolgt, die vor, während und/oder nach einem Stich bestimmt werden.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Prozessparameter die gemessene Walzkraft, die benötigte Walzzeit und/oder die benötigte Pausenzeit ist.
  10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Durchführung eines nachfolgenden Stichs die Steuerung und/oder Regelung des Walzspalts des Walzgerüsts (2) aufgrund der ermittelten Daten des vorausgegangenen Stichs erfolgt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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