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Dokumentenidentifikation DE60008607T2 05.08.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001273231
Titel Fungizide Mischung
Anmelder Syngenta Participations AG, Basel, CH
Erfinder Forster, Birgit, 4125 Riehen, CH
Vertreter Zumstein & Klingseisen, 80331 München
DE-Aktenzeichen 60008607
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 21.03.2000
EP-Aktenzeichen 020211041
EP-Offenlegungsdatum 08.01.2003
EP date of grant 25.02.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.08.2004
IPC-Hauptklasse A01N 43/36

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein fungizides Gemisch mit synergistisch verstärkter Wirkung und Verfahren unter Anwendung eines solchen Gemisches beim Schutz von Kulturen, insbesondere bei der Bekämpfung und Verhinderung von Krankheitsbefall auf Saatgut.

Das erfindungsgemäße Gemisch umfasst zwei fungizid wirksame Komponenten miteinander mit einem geeigneten Trägermaterial, wobei Komponente I Fludioxonil (=4-(2,2-Difluor-1,3-benzodioxol-4-yl)pyrrol-3-carbonitril) darstellt; The Pesticide Manual, 10. Ausgabe, 1994, 326); und wobei Komponente II 4,5-Dimethyl-N-2-propenyl-2-(trimethylsilyl)-3-thiophencarboxamid darstellt (Proceedings Brighton Conf. 1998, Seite 343, MON65500).

Die Wirkbestandteilsgemische I + II gemäß der Erfindung haben sehr vorteilhafte Eigenschaften zum Schützen von Pflanzen gegen Krankheitsbefall, insbesondere bei der Bekämpfung und Verhinderung von Krankheitsbefall auf Saatgut. Die synergistisch verstärkte Wirkung von Gemischen von Komponenten I und II äußert sich beispielsweise durch einen niedrigeren Krankheitsbefall, niedrigere Applikationsraten, eine längere Wirkungsdauer und insgesamt höheren Ernteertrag. Solche Verbesserungen wurden aus der Summe der Wirkungen der einzelnen Komponenten nicht erwartet.

Das Gewichtsverhältnis ist so ausgewählt, dass sich eine synergistische Wirkung ergibt. Im Allgemeinen ist das Gewichtsverhältnis I : II 100 : 1 bis 1 : 100. Vorteilhafte Mischverhältnisse der zwei Wirkbestandteile sind I : II = 1 : 20 bis 20 : 1, vorzugsweise 1 : 5 bis 5 : 1, besonders bevorzugt 1 : 2 bis 2 : 1.

Die vorstehend erwähnten Gemische können mit anderen Pestiziden, vorzugsweise Fungiziden, vermischt werden, die in einigen Fällen unerwartete synergistische Wirksamkeiten ergeben.

Die in Frage kommenden Wirkbestandteilsgemische können verwendet werden, um die Mikroorganismen, die an Pflanzen oder Teilen von Pflanzen (der Frucht, der Blüte, Blätter, Stängel, Knollen oder Wurzeln) von verschiedenen Kulturen von Nutzpflanzen vorkommen, zu inhibieren oder zu zerstören, während gleichzeitig Teile von Pflanzen, die später wachsen, auch gegen solche Mikroorganismen geschützt sind. Sie können auch als Beize (Dressings) bei der Behandlung von Pflanzenvermehrungsgut, insbesondere Saatgut (Frucht, Knollen, Körner) und Pflanzenstecklingen (beispielsweise Reis) verwendet werden, um Schutz gegen Pilzbefall, sowie gegen phytopathogene Pilze, die im Boden auftreten, bereitzustellen. Die Wirkbestandteilsgemische gemäß der Erfindung zeichnen sich durch die Tatsache aus, dass sie von Pflanzen besonders gut toleriert werden und umweltfreundlich sind.

Die Wirkbestandteilskombinationen sind gegen phytopathogene Pilze, die zu den nachstehenden Klassen gehören: Ascomyceten (beispielsweise Venturia, Podosphaera, Erysiphe, Monilinia, Mycosphaerella, Uncinula, Gaeumannomyces graminis); Basidiomyceten (beispielsweise die Gattung Hemileia, Rhizoctonia, Puccinia); Fungi imperfecti (beispielsweise Botrytis, Helminthosporium, Rhynchosporium, Fusarium, Septoria, Cercospora, Alternaria, Pyricularia und Pseudocercosporella herpotrichoides); Oomyceten (beispielsweise Phytophthora, Peronospora, Bremia, Pythium, Plasmopara), wirksam.

Zielkulturen für die hierin offenbarten angezeigten Gebiete umfassen im Umfang dieser Erfindung, beispielsweise die nachstehenden Pflanzenarten: Getreide (Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Reis, Sorghum und verwandte Arten), Rüben (Zuckerrübe und Futterrübe), Kernobst, Steinobst und Beerenobst (Äpfel, Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Mandeln, Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren), Leguminosenpflanzen (Bohnen, Linsen, Erbsen, Sojabohnen), Ölpflanzen (Raps, Senf, Mohn, Oliven, Sonnenblumen, Kokosnuss, Rizinusölpflanzen, Kakaobohnen, Erdnüsse), Gurkenpflanzen (Kürbisse, Gurken, Melonen), Faserpflanzen (Baumwolle, Flachs, Hanf, Jute), Zitrusobst (Orangen, Zitronen, Pampelmuse, Mandarinen), Gemüse (Spinat, Salat, Spargel, Kohl, Karotten, Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, Paprika), Lorbeergewächse (Avocados, Zimt, Kampfer) oder Pflanzen, wie Mais, Tabak, Nüsse, Kaffee, Zuckerrohr, Tee, Weintrauben, Hopfen, Bananen und natürliche Kautschukpflanzen, sowie Zierpflanzen (Blumen, Sträucher, breitblättrige Bäume und immergrüne Pflanzen, wie Koniferen). Diese Liste stellt keine Begrenzung dar.

Die erfindungsgemäßen Wirkbestandteilsgemische sind besonders vorteilhaft für die Saatgutbehandlung von Getreide (Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Reis, Sorghum und verwandte Kulturen) insbesondere Saatgut von Weizen und Gerste. Die Gemische der Verbindungen der Formeln I und II werden normalerweise in Form von Zusammensetzungen verwendet. Die Zusammensetzungen der Formeln I und II können auf den Boden oder die zu behandelnde Pflanze, entweder gleichzeitig oder in Folge am gleichen Tag, falls erwünscht zusammen mit weiteren Trägern, Tensiden oder anderen applikationsfördernden Hilfsstoffen, die üblicherweise in der Formulierungstechnologie angewendet werden, appliziert werden.

Geeignete Träger und Hilfsmittel können fest oder flüssig sein und sind Substanzen, die üblicherweise in der Formulierungstechnologie angewendet werden, wie beispielsweise natürliche oder regenerierte Mineralsubstanzen, Lösungsmittel, Dispersanzien, Netzmittel, Klebrigkeitsmacher, Verdickungsmittel, Bindemittel oder Düngemittel.

Ein Verfahren zum Applizieren des Wirkbestandteilsgemisches, umfassend mindestens einen von jedem der Wirkbestandteile I und II, ist die Applikation auf die oberirdischen Teile der Pflanzen, insbesondere die Blätter (Blattapplikation). Die Häufigkeit und Rate der Applikation hängen von den biologischen und klimatischen Lebensbedingungen des Pathogens ab. Die Wirkbestandteile können jedoch auch die Pflanze durch die Wurzeln, über den Boden oder über das Wasser durchdringen (systemische Wirkung), wenn der Ort der Pflanze mit einer flüssigen Formulierung imprägniert ist (beispielsweise in einer Reiskultur) oder wenn die Substanzen in den Boden in fester Form, beispielsweise in Form von Granulaten, eingebracht werden (Bodenapplikation). Um die Saat zu behandeln, können die Verbindungen der Formeln I und II auch auf die Sämlinge (Coating bzw. Auftrag) entweder durch Imprägnieren der Knollen oder Körner mit einer flüssigen Formulierung von jedem der Wirkbestandteile in Folge oder durch Auftrag derselben mit einer bereits kombinierten feuchten oder trockenen Formulierung appliziert werden. Zusätzlich sind in speziellen Fällen andere Verfahren der Applikation auf Pflanzen möglich, beispielsweise Behandlung, die auf die Knospen oder die Fruchtbündel gerichtet ist.

Die Verbindungen der Kombination werden in unmodifizierter Form oder vorzugsweise zusammen mit den Hilfsstoffen, die üblicherweise in der Formulierungstechnologie angewendet werden, eingesetzt und werden deshalb in bekannter Weise, beispielsweise zu emulgierbaren Konzentraten, beschichtbaren Pasten, direkt versprühbarer oder verdünnbarer Lösung, verdünnten Emulsionen, Spritzpulver, löslichem Pulver, Stäuben, Granulaten oder durch Einkapselung in beispielsweise Polymersubstanzen formuliert. Gemäß der Beschaffenheit der Zusammensetzung werden die Applikationsverfahren, wie Sprühen, Zerstäuben, Bestäuben, Streuen, Beschichten oder Begießen, gemäß den vorgesehenen Zielen und vorherrschenden Umständen ausgewählt. Vorteilhafte Applikationsraten des Wirkbestandteilsgemisches sind im Allgemeinen 50 g bis 2 kg a.i./ha, insbesondere 100 g bis 1000 g a.i./ha, vor allem 250 g bis 700 g a.i./ha. Im Fall der Behandlung von Saatgut, sind die Applikationsraten 0,5 g bis 500 g, vorzugsweise 1 g bis 100 g, besonders bevorzugt 5 g bis 50 g a.i. pro 100 kg Saatgut.

Die Formulierungen werden in bekannter Weise, beispielsweise durch homogenes Vermischen und/oder Vermahlen der Wirkbestandteile mit Extendern, beispielsweise Lösungsmitteln, festen Trägern und, wo geeignet, oberflächenaktiven Verbindungen (Tensiden) hergestellt.

Geeignete Lösungsmittel sind: aromatische Kohlenwasserstoffe, vorzugsweise die Fraktionen, die 8 bis 12 Kohlenstoffatome enthalten, beispielsweise Xylolgemische oder substituierte Naphthaline, Phthalate, wie Phthalsäuredibutylester oder Phthalsäuredioctylester, aliphatische Kohlenwasserstoffe, wie Cyclohexan oder Paraffine, Alkohole und Glycole und deren Ether und Ester, wie Ethanol, Ethylenglycol, Ethylenglycolmonomethyl- oder -monoethylether, Ketone, wie Cyclohexanon, stark polare Lösungsmittel, wie N-Methyl-2-pyrrolidon, Dimethylsulfoxid oder Dimethylformamid, sowie Pflanzenöle oder epoxidierte Pflanzenöle, wie epoxidiertes Kokosnussöl oder Sojabohnenöl, oder Wasser.

Die verwendeten festen Träger, beispielsweise für Stäube oder dispergierbare Pulver, sind normalerweise natürliche Mineralfüllstoffe, wie Calcit, Talkum, Kaolin, Montmorrillonit oder Attapulgit. Um die physikalischen Eigenschaften zu verbessern, ist es auch möglich, stark disperse Kieselsäure oder stark disperse, absorbierende Polymere zuzusetzen. Geeignete granulierte adsorbierende Träger sind poröse Arten, beispielsweise Bimsstein, Ziegelbruch, Sepiolith oder Bentonit und geeignete Nicht-Sorptionsmittelträger sind zum Beispiel Calcit oder Sand. Zusätzlich kann eine Vielzahl von vorgranulierten Materialien anorganischer oder organischer Natur, beispielsweise insbesondere Dolomit oder pulverisierte Pflanzenrückstände, verwendet werden.

In Abhängigkeit von der Beschaffenheit der zu formulierenden Verbindungen der Formeln I und II sind geeignete oberflächenaktive Verbindungen nichtionische, kationische und/oder anionische Tenside mit guten emulgierenden, dispergierenden und benetzenden Eigenschaften. Der Begriff „Tenside" wird auch als Gemische von Tensiden umfassend verstanden. Besonders bevorzugte applikationsfördernde Hilfsmittel sind auch natürliche oder synthetische Phospholipide der Cephalin- und Lecithin-Reihen, beispielsweise Phosphatidylethanolamin, Phosphatidylserin, Phosphatidylglycerin und Lysolecithin.

Die agrochemischen Zusammensetzungen umfassen normalerweise 0,1 bis 99%, insbesondere 0,1 bis 95%, Verbindungen der Formeln I und II, 99,9 bis 1%, insbesondere 99,9 bis 5%, eines festen oder flüssigen Hilfsmittels und 0 bis 25%, insbesondere 0,1 bis 25%, eines Tensids.

Während kommerzielle Produkte vorzugsweise als Konzentrate formuliert werden, wird der Endverbraucher normalerweise verdünnte Formulierungen anwenden. Die nachstehenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung, „Wirkbestandteil" bedeutet ein Gemisch von Verbindung I und Verbindung II in einem speziellen Mischverhältnis.

Formulierungsbeispiele

Der Wirkbestandteil wird sorgfältig mit den Hilfsstoffen vermischt und das Gemisch wird sorgfältig mit einer geeigneten Mühle vermahlen, unter Bereitstellen von Spritzpulvern, die mit Wasser verdünnt werden, um Suspensionen der gewünschten Konzentration zu ergeben.

Gebrauchsfertige Stäube werden durch Vermischen des Wirkbestandteils mit dem Träger und Vermahlen des Gemisches in einer geeigneten Mühle erhalten. Solche Pulver können auch für Trockenbeizen für Saatgut angewendet werden. Beschichtete Granulate Wirkbestandteil (I : II = 1 : 10) 8% Polyethylenglycol (Molgewicht 200) 3% Kaolin 89%

Der fein vermahlene Wirkbestandteil wird gleichförmig in einen Mischer auf mit Polyethylenglycol befeuchtetes Kaolin aufgetragen. Nicht stäubende, beschichtete Granulate werden auf diese Weise erhalten. Suspensionskonzentrat Wirkbestandteil (I : II = 1 : 8) 40% Propylenglycol 10% Nonylphenolpolyethylenglycolether (15 Mol Ethylenoxid) 6% Natriumlignosulfonat 10% Carboxymethylcellulose 1% Siliconöl (in Form einer 75%igen Emulsion in Wasser) 1% Wasser 32%

Der fein vermahlene Wirkbestandteil wird mit den Hilfsstoffen zu einem Suspensionskonzentrat innig vermischt, aus dem Suspensionen beliebiger gewünschter Verdünnung durch Verdünnung mit Wasser erhalten werden können. Unter Anwenden solcher Verdünnungen können lebende Pflanzen, sowie Pflanzenwachstumsmaterial durch Spritzen, Gießen oder Tauchen gegen Befall durch Mikroorganismen behandelt und geschützt werden.

Biologische Beispiele

Ein synergistischer Effekt liegt immer dann vor, wenn die Wirkung von einer Wirkbestandteilskombination größer ist als die Summe der Wirkungen der einzelnen Komponenten.

Die zu erwartende Wirkung E für eine gegebene Wirkbestandteilskombination genügt der sogenannten COLBY-Formel und kann wie nachstehend berechnet werden (COLBY, S. R: „Calculating synergistic and antagonistic responses of herbicide combination". Weeds, Band 15, Seiten 20–22; 1967): ppm = Milligramm Wirkbestandteil (= a.i.) pro Liter Spritzgemisch. X = % Wirkung durch Wirkbestandteil I unter Verwendung von p ppm Wirkbestandteil, Y = % Wirkung durch Wirkbestandteil II unter Verwendung von q ppm Wirkbestandteil.

Gemäß Colby ist die erwartete (additive) Wirkung der Wirkbestandteile I + II unter Verwendung von p + q ppm des Wirkbestandteils

Wenn die tatsächlich beobachte Wirkung (O) größer als die erwartete Wirkung (E) ist, dann ist die Wirkung der Kombination superadditiv, das heißt, es gibt einen synergistischen Effekt.

Beispiel B-1: Wirkung gegen Puccinia graminis auf Weizen

Sechs Tage nach Aussaat wurden Weizenpflanzen bis zum Tropfpunkt mit einer wässrigen Spritzbrühe des aus einer Spritzpulverformulierung hergestellten Wirkbestandteilsgemisches besprüht. Die behandelten Pflanzen werden 24 Stunden mit einer Uredosporensuspension des Pilzes infiziert. Nach einer Inkubationszeit von 48 Stunden in einer Klimakammer bei 95 bis 100% relativer Luftfeuchtigkeit und 20–22°C werden die Pflanzen bei 22°C in einem Gewächshaus gelagert. Pilzbefall wird 12 Tage nach Infektion bewertet.

Beispiel B-2: Wirkung gegen Helminthosporium gramineum auf Gerste; Saatgutbehandlung

Gerstensaatgut wird mit einer Sporensuspension des Pilzes kontaminiert und trocknen lassen. Das kontaminierte Saatgut wird mit einer Suspension der Testsubstanz gebeizt. Nach zwei Tagen wird das Saatgut auf geeigneten Agarschalen angeordnet und nach weiteren vier Tagen wird die Entwicklung von Pilzkolonien um das Saatgut bewertet. Die Anzahl und Größe der Pilzkolonien werden verwendet, um die Testsubstanz zu bewerten.

Beispiel B-3: Wirkung gegen Fusarium nivale auf Roggen; Saatgutbehandlung

Roggensaatgut der Sorte Tetrahell, das in natürlicher Weise mit Fusarium nivale infiziert ist, wird in einem Walzenmischer mit den Testfungiziden gebeizt. Der infizierte und behandelte Roggen wird im Oktober in die Öffnung eines Säers in Feldern von 3 Meter Länge und in 6 Reihen gesät. Drei Wiederholungen werden mit jeder Konzentration ausgeführt. Die Testpflanzen werden unter normalen Feldbedingungen kultiviert, geerntet und getrocknet.

Beispiel B-4: Wirkung gegen Venturia inequalis auf Äpfel

Apfelstecklinge mit 10 bis 20 cm langen, frischen Schösslingen werden bis zum Abtropfpunkt mit einer wässrigen Spritzbrühe, hergestellt aus einer Spritzpulverformulierung des Wirkbestandteilsgemisches des Testgemisches, besprüht. Die Pflanzen werden 24 Stunden später mit einer Conidiensuspension des Pilzes infiziert. Die Pflanzen werden 5 Tage bei 90 bis 100% relativer Luftfeuchtigkeit inkubiert und für weitere 10 Tage bei 20 bis 24°C in ein Gewächshaus gestellt. Pilzbefall wird 12 Tage nach Infektion bewertet.

Beispiel B-5: Wirkung gegen Erysiphe graminis auf Gerste

Gerstepflanzen, etwa 8 cm hoch, werden bis zum Tropfpunkt mit einer Spritzbrühe, hergestellt aus einer Spritzpulverformulierung des Testgemisches, besprüht und die behandelten Pflanzen werden mit Conidien des Pilzes 3 bis 4 Stunden später bestäubt. Die infizierten Pflanzen werden in einem Gewächshaus bei 22°C gelagert. Die Bewertung des Pilzbefalls erfolgt 12 Tage nach Infektion.

Beispiel B-6: Wirkung gegen Gaeumannomyces graminis var. tritici

Gaeumannomyces graminis var. tritici, Stamm 333 (Novartis culture collection) wird unter sterilen Bedingungen auf PDA-Medium kultiviert. PDA-Medium (DIFCO) wird wie von dem Hersteller beschrieben hergestellt: 39 g in 1 Liter bidestilliertes H2O, 20 Minuten bei 121°C im Autoklaven behandelt und auf 55°C heruntergekühlt. Petrischalen mit 3 Kammern (GREINER, 94/15, Punkt Nr. 637102) werden verwendet. Zuerst wird jede Kammer einer Schale mit 500 &mgr;l einer Lösung einer Testverbindung oder einem Gemisch von Testverbindungen und 4500 &mgr;l PDA-Medium gefüllt. Um die Endkonzentrationen zu erhalten, werden die Testlösungen mit sterilem bidestilliertem H2O verdünnt. Jede Petrischale enthält drei Wiederholungen für eine Konzentration der Testverbindung oder Verbindungen. Nach Mischen auf einem Schüttler und Trocknen wird eine Agarscheibe, die mit einem Korkbohrer aus einer aktiv wachsenden Kolonie genommen wurde, umgekehrt auf die Agaroberfläche von jeder Kammer platziert. Nach Inkubation für eine Woche bei 20°C im Dunkeln wird der Radius des Myceliumwuchses gemessen und in % Wirksamkeit umgerechnet.

Bewertung:

Der Radius des Myceliumwuchses wird gemessen, die Wirkung der Testverbindung oder Verbindungen wird, bezogen auf den Wuchs auf dem Kontrollagar, berechnet. Die Berechnung der erwarteten Wirkung erfolgt gemäß der Colby-Formel.

Ergebnisse:

Anspruch[de]
  1. Agrochemische Zusammensetzung, umfassend zwei Wirkbestandteilskomponenten, zusammen mit einem geeigneten Träger, wobei Komponente I

    I) Fludioxonil (=4-(2,2-Difluor-1,3-benzodioxol-4-yl)pyrrol-3-carbonitril) darstellt und wobei Komponente II

    II) 4,5-Dimethyl-N-2-propenyl-2-(trimethylsilyl)-3-thiophencarboxamid darstellt.
  2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, worin das Gewichtsverhältnis von I : II 1 : 100 bis 100 : 1 ist.
  3. Zusammensetzung nach Anspruch 1, worin das Gewichtsverhältnis von I : II 1 : 20 bis 20 : 1 ist.
  4. Verfahren zum Schützen von Pflanzen gegen Pflanzenkrankheiten durch Behandeln der Pflanzen, Teile der Pflanzen oder deren Umgebungen mit einer Komponente I und einer Komponente II gemäß Anspruch 1 in einer beliebigen gewünschten Folge oder gleichzeitig.
  5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei das Saatgut behandelt wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei Getreidesaatgut behandelt wird.
  7. Getreidesaaten, die gemäß Anspruch 6 behandelt wurden.
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