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Dokumentenidentifikation DE10304318A1 12.08.2004
Titel Verfahren zum Walzen von dünnen und/oder dicken Brammen aus Stahlwerkstoffen zu Warmband
Anmelder SMS Demag AG, 40237 Düsseldorf, DE
Erfinder Thomanek, Erik, 40549 Düsseldorf, DE
Vertreter Hemmerich und Kollegen, 57072 Siegen
DE-Anmeldedatum 04.02.2003
DE-Aktenzeichen 10304318
Offenlegungstag 12.08.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.08.2004
IPC-Hauptklasse B21B 1/22
Zusammenfassung Ein Verfahren zum Walzen von dünnen und/oder dicken Brammen (2; 3) aus Stahlwerkstoffen zu Warmband (4a), die vorher als dünne oder dicke Brammen (2; 3) in einer Stranggießmaschine (1) gegossen wurden, in einem Tunnelofen (5) oder einem Hubbalkenofen (7) auf Walztemperatur erwärmt und in einer Walzstraße (4) gewalzt, anschließend gekühlt und zu Wickelbunden (18) aufgewickelt werden, kann weitgehend kontinuierlich bei maximaler Auslastung der Walzstraße (4) in Abhängigkeit des Qualitätsstandards des Warmbandes (4a) und einer Reduzierung des Walzenverschleißes erfolgen, indem die Walzstraße (4) inline aus Vorwalzgerüsten (4c) und Fertigwalzgerüsten (4b) gebildet ist, in die dünne Brammen-Abschnitte (2b) oder dicke Brammen-Abschnitte (3b) an geeigneter Stelle der Walzstraße in Abhängigkeit ihrer Dicke eingeführt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Walzen von dünnen und / oder dicken Brammen aus Stahlwerkstoffen zu Warmband, die vorher als dünne oder dicke Brammen in einer Stranggießmaschine gegossen wurden, in einem Tunnelofen oder in einem Hubbalkenofen auf Walztemperatur erwärmt und in einer Walzstraße gewalzt, anschließend gekühlt und zu Wickelbunden aufgewickelt werden.

Im allgemeinen wird in einer Walzstraße nur immer ein und dasselbe Produkt, ggfs. mit unterschiedlichen Abmessungen, bei Warmband mit unterschiedlichen Breiten oder Dicken hergestellt. Die Bestrebungen, die Auslastung einer Walzstraße zu steigern, wurden seit 2001 durch das sog. „mixed rolling", d.h. durch gemischtes Walzen von erheblich unterschiedlichen Strangdicken und Strangbreiten verwirklicht, wodurch die Investitionskosten einer Anlage gesenkt werden können und dadurch geringere Kosten für das Walzgut entstehen.

Es ist ein Verfahren zum Betreiben einer Gießwalzanlage bekannt (WO 02 / 068137 A1), wobei eine Gießwalzanlage durch die Kopplung der in der konventionellen Stahlblecherzeugung ansonsten entkoppelten Prozesse „Brammengießen" und „Warmwalzen„ definiert wird. Das Gießwalzen beruht auf einer Brammen-Produktionslinie (Stranggießmaschine) und einer Walzstraße, wobei eine Brammen-Zuführungseinrichtung vorgesehen ist, die unabhängig von der Brammen-Produktionslinie ist. Zum Erreichen der vollen Kapazität sind mehrere Gießmaschinen erforderlich. Eine maximal mögliche Produktionsleistung ist nur entweder mit einer Anlage mit zwei Gießanlagen oder einer Zwei-Strang-Gießanlage möglich. Trotzdem walzt die Walzstraße immer schneller als das Gießen bei vollem Gießbetrieb arbeiten würde. Ungenutzte Produktionslücken entstehen durch Rüstzeiten der Gießmaschine (Verteiler-, Kokillen- oder Segmentwechsel und Wartungsarbeiten). In Pausen der Brammen-Produktionslinie können bevorratete Brammen in die Walzstraße eingespeist werden, um die Pause auszufüllen. Die bevorrateten Brammen können nur aus einer zweiten Stranggießmaschine stammen. Bei Herstellung von dünnen Brammen auf einer Dünnbrammen-Produktionslinie und bei Herstellung von dicken Brammen auf einer Dickbrammen-Produktionslinie ist jeweils für Dünnbrammen und für Dickbrammen eine getrennte Stranggießmaschine erforderlich, die wiederum die Investitionsmittel erhöht. Die angestrebte Kopplung der Stranggießmaschine mit einer (Fertig-) Walzstraße kann demzufolge auch nicht über zwei getrennte Stranggießmaschinen für Dünnbrammen und Dickbrammen oder über eine Zweistrang-Stranggießmaschine ökonomisch voll erreicht werden, weil dadurch wiederum die höheren Investitionskosten sich auf das Endprodukt niederschlagen. Besonders nachteilig ist jedoch das Walzen von dicken Brammen in einer getrennten Vorwalzstraße. Hier wird das Warmband nach dem Walzen zu Coils gewickelt, innerhalb einer Coil-Box in einen Warmhalte-Ofen verbracht und von dort der Fertigwalzstraße zugeführt. Durch diese Verfahrensweise entstehen höhere Produktionskosten, Zeit- und Energieverluste sowie eine Verminderung der Produktionsmenge. Dem Stand der Technik zufolge verbleibt für eine stärkere Anlagen-Nutzung daher nur das Füllen von Pausen in den bei Stranggießmaschinen auftretenden Zeitabständen. Dabei können nur noch die spezifisch kürzeren Walzzeiten gegenüber den spezifisch größeren Gießzeiten für eine Steigerung der Walzstraßen-Leistung ausgenutzt werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Stranggießverfahren und das Walzverfahren noch besser dahingehend aufeinander abzustimmen, durch ein weitgehend kontinuierliches Walzen (maximale Auslastung der Walzstraßen) und unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Produktplanung bei geringsten Investitionsmitteln, unter Energieeinsparung und bei nachträglicher Einführung des Verfahrens in bestehende Walzanlagen die Walzleistung zu steigern.

Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass aus einer einzelnen Dünnbrammen-Stranggießmaschine, die einer bestehenden Walzstraße vorgeordnet wird oder vorgeordnet ist, kontinuierlich hintereinander dünne Brammen-Abschnitte, die aus dem Tunnelofen austreten oder quer in die Walzstraße eingebrachte dicke Brammen-Abschnitte, die aus dem Hubbalkenofen austreten, oder dünne Brammen-Abschnitte, unmittelbar in die Dicke reduzierende Vorwalzgerüste oder durch aufgefahrene Vorwalzgerüste oder unmittelbar vor dem ersten Walzgerüst der Fertigwalzstraße geführt und in einer mit den Vorwalzgerüsten in einer Walzlinie liegenden Fertigwalzstraße fertiggewalzt und erst dann zu Wickelbunden aufgewickelt werden. Dadurch entstehen, von betriebsbedingten Wartungsarbeiten abgesehen, überhaupt keine Pausen, die durch das Gießen und / oder Walzen verursacht werden und vor allen Dingen kann eine optimale Produktplanung stattfinden. In Anbetracht der Produktplanung können auch die zu erwartenden Wartungsarbeiten effizienter eingeplant werden. Gießverfahren und Walzverfahren sowie die Anlagentechnik können auf das gewünschte Endprodukt von Anfang an abgestimmt werden. Dadurch werden insgesamt beim Gießen, Walzen und für die Wartungsarbeiten stabile Verhältnisse erreicht. Es treten weniger Geometriefehler am Warmband auf. Der Walzenverschleiß wird insgesamt reduziert. Außerdem werden Kosteneinsparungen durch einen deutlich höheren Produktionsdurchsatz erzielt. Das Ergebnis ist ein kontinuierlicher Materialfluss in der Stranggießanlage und der (bisher getrennten) Walzstraße bis zum Ausbringen eines in der Qualität, Güte und Menge vorherbestimmten Warmbandes bis zum Wickelbund. Durch eine nachträglich gebaute Dünnbrammen-Stranggießmaschine werden außerdem erhebliche Investitionskosten eingespart. Die dicken Brammen-Abschnitte können auch fremdbezogen oder aus einer schon vorhandenen, entfernt angeordneten Gießmaschine für dicke Brammen-Abschnitte herangeschafft werden.

Die vorteilhafte Produktplanung kann dahingehend gestaltet werden, dass innerhalb einer Walzkampagne ein prozentualer Anteil dünner Brammen und ein jeweils ergänzender prozentualer Anteil dicker Brammen kontinuierlich aufeinanderfolgend der gemeinsamen Walzstraße zugeführt und ausgewalzt wird, wobei die jeweilige Anzahl von dünnen oder dicken Brammen in Abhängigkeit des jeweiligen Qualitätsstandards des zu erzeugenden Warmbandes, einer Reduzierung des Walzenverschleißes und eines maximalen Produktionsdurchsatzes festgelegt wird.

Weitere Merkmale bestehen darin, dass die dünnen Brammen vorrangig aus der Stranggießmaschine austretend unmittelbar durch den Tunnelofen bei geöffneten Vorwalzgerüsten in die Walzstraße geführt und fertiggewalzt werden. Das Gießen von Dünnbrammen steht bezüglich der Gießgeschwindigkeit der Walzgeschwindigkeit am nächsten.

Eine andere Verbesserung bildet, dass die Brammen-Abschnitte von einem dem Hubbalkenofen vorgeschalteten Zwischenlager für dicke und / oder dünne Brammen entnommen, thermisch vorbereitet und in der auf der gemeinsamen Walzlinie Fertigwalzstraße ausgewalzt werden. Für den Fall, dass die Brammen aus einer entfernt liegenden Stranggießanlage für Brammen stammen, kann auch auf eine vergleichmäßigende Aufheizung nicht verzichtet werden.

Dabei ist weiter vorteilhaft, dass der Hubbalkenofen abhängig von den dicken Brammen, die nach Breiten und Dicken sortiert sind, chargiert wird. Dadurch wird die Flexibilität des Verfahrens gesteigert und auch die Produktplanung unterstützt.

Die Produktplanung kann nach anderen Merkmalen ebenfalls dadurch unterstützt werden, dass die dicken Brammen abhängig von den geforderten Breiten und / oder Dicken gegossen und zwischengelagert werden.

Bei der Produktplanung auftretende Sonderfälle sowie auch während der Produktion nicht vorhersehbare Betriebszustände können nach einer Ausgestaltung dadurch berücksichtigt werden, dass außerhalb des vollen Walzprogramms einer Walzlinie vorkommende dicke Brammen für durchschnittliche Abmessungen des Warmbandmarktes gegossen und zwischengelagert werden. Dadurch entsteht für die Produktplanung eine zusätzliche Option, die aktuell zwar keinen Bedarf bildet, aber. einen Durchschnitt des Warmbandmarktes darstellt und sich leicht in den Produktionsprozess eingliedern lässt. Somit entstehen im Grunde zunächst zwei Lagertypen: ein geplanter Vorrat und ein Vorrat für nicht planbare Betriebsbedingungen.

Es ist weiterhin vorteilhaft, dass die dicken oder dünnen Brammen in dem Zwischenlager nach Breiten, Güten und / oder Gütegruppen sortiert werden. Dadurch wird an Zuführungszeit in den Tunnelofen oder in den Hubbalkenofen gespart und ebenfalls die Produktplanung unterstützt. So können bspw. wie folgt Gruppen gebildet werden:

  • – eine Gruppe für eine geplante Produktion, um eine Dünnbrammen-Produktion entsprechend der Walzbedingungen optimal zu gestalten,
  • – eine Gruppe zur Kompensation von nicht planbaren Betriebszuständen, um Walzbedingungen in Verbindung mit der Dünnbrammen-Produktion optimal zu gestalten.

Um eine Abstimmung der Walzgutdicke auf die Stichpläne zu unterstützen, ist vorgesehen, dass in einer nachgeschalteten Fertigwalzstraße ein Zwischenprodukt eingeführt wird, das in Dicke und Breite als eine angenähert dünne Bramme oder eine angenähert dicke Bramme gegossen und / oder gewalzt wurde. Geringere Dickenunterschiede können auch über eine Anpassung der Stichpläne in den Vorwalzgerüsten oder der Fertigwalzstraße oder umgekehrt über die Brammendicke erfasst werden.

Eine weitere Abstimmung Brammendicke / Walzanstich kann dadurch erfolgen, dass durch die Stranggießkokillen das Gießprofil in der Breite und / oder in der Dicke für eine optimale Gestaltung des Zwischenproduktes bemessen wird. Dadurch kann das Zwischenprodukt vor der Fertigwalzstraße angepasst werden.

Eine selbständige Alternative besteht darin, dass die Stranggießmaschine und die Walzstraße im CSP-Verfahren betrieben werden.

Ebenso besteht eine weitere selbständige Alternative darin, dass die Stranggießmaschine mit Liquid-Core-Reduction (LCR) betrieben wird.

Eine weitere Anpassung von dünnen Brammen und dicken Brammen an den Walzenanstich kann ferner dahingehend vorgenommen werden, dass die dünne Bramme zwischen zwei Vorwalzgerüste vor der Fertigwalzstraße eingespeist wird, in die eine dickere Bramme als Übergangsbramme eingeführt wird. Dieser Fall kann auftreten, wenn aus individuellen Gründen die dünne Bramme nicht an der optimalen Stelle in die Walzstraße eingespeist werden kann. Die Einspeisung erfolgt dann entfernt vor der Fertigwalzstraße. Die Dicke der dünnen Bramme kann erhöht werden, wobei die Stichpläne der Vorwalzgerüste angepasst werden. So können bspw. zwei Vorwalzgerüste in Tandem-Anordnung für eine dicke Bramme von 70 mm gefahren und / oder Vorwalzgerüste können wie beschrieben geöffnet werden.

Weiterhin wird vorgeschlagen, dass als Übergangsbramme eine dünne Bramme oder eine dicke Bramme mit jeweils einer Dicke von 30 mm bis 60 mm in die Fertigwalzstraße eingeführt wird.

Für einen solchen Fall ist noch vorgesehen, dass die dünne Bramme mit erhöhter Dicke mit zunehmendem Abstand zwischen zwei Vorwalzgerüsten eingeführt wird.

In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, die nachstehend näher erläutert werden.

Es zeigen:

1 eine perspektivische Ansicht der Gieß-Walz-Anlage,

2 eine perspektivische Ansicht des Zwischenlagers für sortierte Brammen und In einem ersten Verfahrensabschnitt findet das Stranggießen in einer Stranggießmaschine 1 von dünnen Brammen 2 oder dicken Brammen 3 aus Stahlwerkstoffen (C-Stählen, legierten Stählen u. dgl.) statt. Als dünne Brammen 2 werden Brammen-Querschnitte 2a mit einer Dicke von ca. 30 mm bis 70 mm vorausgesetzt. Die dicke Bramme 3 weist einen Brammen-Querschnitt 3a mit einer Dicke von ca. 70 mm bis 300 mm auf. Eine nachstehend noch beschriebene Übergangsbramme 16 vor mehreren Vorgerüsten 4c einer Walzstraße 4 besitzt die Dicke 9 einer dünnen Bramme 2 von ca. 30 mm und kann daher unmittelbar in eine Fertigwalzstraße 12 eingespeist werden.

Die dünne Bramme 2 und die dicke Bramme 3 aus Stahlwerkstoffen werden nach dem Gießen in der Stranggießmaschine 1 in einer gemeinsamen Walzstraße 4 zu Warmband 4a ausgewalzt und zu Wickelbunden 18 gewickelt. Die dünne Bramme 2 und die dicke Bramme 3 werden nach dem Stranggießen zur thermischen Vorbereitung des Walzvorgangs in einen Tunnelofen 5 oder einen Hubbalkenofen 6 in der Temperatur vergleichmäßigt und auf die Anstichtemperatur des ersten Walzgerüstes 4b oder 4c erwärmt und danach in die Walzlinie 4 eingebracht.

Das Verfahren läuft grundsätzlich wie folgt ab: Aus einer einzigen Dünnbrammen-Stranggießmaschine 1, die einer bestehenden Walzstraße 4 durch Neubau vorgeordnet wird oder schon vorhanden ist, werden kontinuierlich hintereinander dünne Brammen-Abschnitte 2b, die aus dem Tunnelofen 5 herausgeführt werden oder quer in die Walzstraße 4 eingebrachte dicke Brammen-Abschnitte 3b, die aus dem Hubbalkenofen 6 austreten, oder dünne Brammen-Abschnitte 2b, unmittelbar in die Dicke 9 reduzierende Vorwalzgerüste 4c oder durch aufgefahrene Vorwalzgerüste 4c hindurch oder unmittelbar vor dem ersten Walzgerüst der Fertigwalzstraße 12 eingeführt und in der mit den Vorwalzgerüsten 4c in einer Walzlinie 4 liegenden Fertigwalzstraße 12 fertiggewalzt und erst dann nach dem Abkühlen in Laminarkühleinrichtungen zu Wickelbunden 18 aufgewickelt.

Das Verfahren gemäß der Erfindung sieht weiter vor, dass innerhalb einer Walzkampagne ein prozentualer Anteil dünner Brammen 2 und ein jeweils ergänzender prozentualer Anteil dicker Brammen 3 kontinuierlich aufeinanderfolgend – praktisch ohne Pausen, abgesehen von den wartungsbedingten Stillstandszeiten – der gemeinsamen Walzstraße 4 zugeführt und ausgewalzt wird. Die jeweilige Anzahl von dünnen Brammen 2 und dicken Brammen 3 wird in Abhängigkeit des jeweiligen Qualitätsstandards und der Güte 10 des zu erzeugenden Warmbandes 4a, einer Reduzierung des Walzenverschleißes und eines maximalen Produktionsdurchsatzes festgelegt. Ein solches Verhältnis ist z.B. 1/3 dünne Brammen 2 zu 2/3 dicke Brammen 3. Ein solches „mixed rolling", im zweiten Verfahrensabschnitt, d.h. das Walzen unterschiedlicher Brammendicken führt in der Regel zu Störungen im Walzprozess. Diese Störungen können noch weiter verstärkt werden durch wechselnde Breiten und Stahlgüten. Es treten auch verstärkt Geometriefehler am Warmband 4a auf. Besonders hervorzuheben ist der erhöhte Walzenverschleiß. Die Störungen können nur durch eine ausgereifte Produktplanung erheblich vermindert werden.

Dazu trägt z.B. bei, dass die dünnen Brammen 2 vorrangig ausgewalzt und aus der Stranggießmaschine 1 austretend unmittelbar durch den Tunnelofen 5 bei geöffneten Vorwalzgerüsten 4c in die Fertigwalzstraße 4 geführt und ausgewalzt werden.

Die dicken Brammen 3 werden entweder auf einer entfernt befindlichen Stranggießmaschine mit einem geänderten Gießprofil 15 einer Stranggießkokille 14 gegossen oder aber vorzugsweise aufgrund einer vorausschauenden Planung in einer unabhängigen, ggfs. entfernt angeordneten Stranggießanlage und werden aus einem dem Hubbalkenofen 6 vorgeschalteten Zwischenlager 7 für dicke Brammen 3 oder dünne Brammen 2 entnommen, thermisch vorbereitet und in Pfeilrichtung 17 (allgemeine Transportrichtung) transportiert und in der gemeinsamen Fertigwalzstraße 4 ausgewalzt. Der Hubbalkenofen 6 wird abhängig von den dicken Brammen 3, die nach Breiten 8 und Dicken 9 sortiert sind, chargiert. Dabei ist schon berücksichtigt, dass die dicken Brammen 3 abhängig von den für das Endprodukt geforderten Breiten 8 und / oder Dicken 9 gegossen und in das Zwischenlager 7 gebracht worden sind.

Es ist auch möglich, dass außerhalb des vollen Walzprogramms einer Walzlinie 4 vorkommende dicke Brammen 3 für durchschnittliche Abmessungen des Warmbandmarktes gegossen und zwischengelagert werden. Der Anteil dicker Brammen 3 wird um eine Zeitspanne von mehreren Tagen früher produziert als für das Gießen der dünnen Brammen 2 vorgesehen ist. Dieser Zeitraum erlaubt es, alle benötigten Breiten 8 und Dicken 9 ohne besondere Ausbringungsverluste auf einer Dickbrammen-Gießmaschine 1 zu produzieren. Das Zwischenlager 7 vor dem Hubbalkenofen 6 enthält dickere Brammen 3, die für das geplante Walzprogramm vorgesehen sind und außerdem die Übergangsbrammen 16, mit denen Störungen oder kurzfristige Änderungen des Walzprogramms, gewissermaßen als „Sicherungen" aufgefangen werden können.

Die dicken Brammen 3 oder die dünnen Brammen in dem Zwischenlager 7 werden nach Breiten 8, Dicken 9, Güten 10 und / oder Gütegruppen 11 stapelweise sortiert (vgl. 2). Beim Abarbeiten des geplanten Walzprogramms gießt die Gießmaschine 1 die dünnen Brammen 2 mit der verlangten Breite 8 und Dicke 9. Aufgrund der unmittelbaren Chargierung der dünnen Brammen 2 erhält die Gießmaschine 1 die Priorität für dünne Brammen 2. Der Hubbalkenofen 6 für die dicken Brammen 3 besitzt die zweite Priorität.

Die Fertigwalzstraße 4 entscheidet im Grunde, zu welcher Zeit die heißen dicken Brammen 3 in die Walzlinie 4 eingebracht werden.

Der Hubbalkenofen 6 wird in Abhängigkeit der Breite 8, der Dicke 9 und der Güte 10 einer dünnen Bramme 2 gefahren, wodurch eine optimale Bandgeometrie bei geringstmöglichem Walzenverschleiß eintritt. Die Lagertypen im Zwischenlager 7 ermöglichen eine solche Flexibilität.

In der nachgeordneten Fertigwalzstraße 12 wird ein Zwischenprodukt 13 an einer Stelle eingeführt (vgl. 1), das in der Dicke 9 und der Breite 8 als eine dünne Bramme 2 oder als eine dicke Bramme 3 gegossen und gewalzt wurde. Dafür werden entsprechende Vorgaben für die Vorrichtung, z. B. das Gießprofil 15, oder Einwirkungen auf die Stichpläne angewendet. Bspw. kann die Stranggießkokille 14 das Gießprofil 15 in der Breite 8 und / oder in der Dicke 9 für eine optimale Gestaltung für eine Übergangsbramme 16 beeinflussen. Die Stranggießmaschine 1 und die Walzstraße 4 können im CSP-Verfahren betrieben werden. Die jeweilige Stranggießmaschine kann auch mit Liquid-Core-Reduction (LCR) betrieben werden. Nach weiteren Vorschlägen kann die dünne Bramme 2 in ein Vorgerüst 4c der Walzstraße 4 eingeführt werden, in das ebenso die dicke Bramme 3 als Übergangsbramme 16 eingeführt werden kann.

Als Übergangsbramme 16 wird eine dünne Bramme 2 oder eine dicke Bramme 3 mit jeweils einer Dicke 9 von 30 mm bis 60 mm unmittelbar vor der Fertigwalzstraße 12 eingespeist. Eine dünne Bramme 2 wird mit gleicher Dicke 9 vor dem letzten Vorgerüst 4c eingeführt. Die Übergangsbramme 16 kann eine dünne Bramme 2 mit und ohne Abweichung von der Grunddicke sein, oder eine reduzierte dicke Bramme 3, die in die Vorgerüste 4c eingefahren werden. Sie kann auch eine reduzierte dünne Bramme 2 für die Vorgerüste 4c bilden.

Für den Fall, dass eine dünne Bramme 2 aus besonderen Gründen nicht an den optimalen Stellen der Walzstraße 4 eingebracht werden kann., ist vorgesehen, dass die dünnen Brammen 2 mit erhöhter Dicke 9 mit zunehmendem Abstand zu der Fertigwalzstraße 12 vor einem Vorwalzgerüst 4c eingeführt werden. Die Dicke 9 der dünnen Bramme 2 wird weiter vergrößert und die Stichpläne der Vorgerüste 4c werden angepasst. Z.B. werden zwei Vorgerüste 4c in Tandem-Anordnung für eine dicke Bramme 3 mit der Dicke 9 von 70 mm gewalzt und / oder die Vorgerüste 4c werden geöffnet.

Das Zwischenlager 7 kann auch z.B. aus zwei Lagern für dicke Brammen 9 bestehen, die jeweils sortiert sind nach Gütegruppen 11 und Breitenklassen. Eine Gruppe ist für die Produktplanung und eine Gruppe ist für nicht planbare Betriebszustände vorgesehen.

1 Stranggießmaschine (für dünne Brammen) 2 dünne Bramme 2a dünner Brammen-Querschnitt 2b dünner Brammen-Abschnitt 3 dicke Bramme 3a dicker Brammen-Querschnitt 3b dicker Brammen-Abschnitt 4 Walzstraße (Walzlinie) 4a Warmband 4b Fertigwalzgerüst 4c Vorwalzgerüste 5 Tunnelofen 6 Hubbalkenofen 7 Zwischenlager für dicke, dünne Brammen-Abschnitte 8 Breite einer (dicken) Bramme 9 Dicke einer (dicken) Bramme 10 Güte 11 Gütegruppe 12 Fertigwalzstraße 13 Zwischenprodukt 14 Stranggießkokille 15 Gießprofil 16 Übergangsbramme 17 Pfeilrichtung 18 Wickelbunde

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Walzen von dünnen und / oder dicken Brammen (2; 3) aus Stahlwerkstoffen zu Warmband (4a), die vorher als dünne oder dicke Brammen (2; 3) in einer Stranggießmaschine (1) gegossen wurden, in einem Tunnelofen (5) oder einem Hubbalkenofen (6) auf Walztemperatur erwärmt und in einer Walzstraße (4) gewalzt, anschließend gekühlt und zu Wickelbunden (18) aufgewickelt werden, dadurch gekennzeichnet, dass aus einer einzelnen Dünnbrammen-Stranggießmaschine (1), die einer bestehenden Walzstraße (4) vorgeordnet wird oder vorgeordnet ist, kontinuierlich hintereinander dünne Brammen-Abschnitte (2b), die aus dem Tunnelofen (5) austreten oder quer in die Walzstraße (4) eingebrachte dicke Brammen-Abschnitte (3b), die aus dem Hubbalkenofen (6) austreten, oder dünne Brammen-Abschnitte (2b), unmittelbar in die Dicke (9) reduzierende Vorwalzgerüste (4c) oder durch aufgefahrene Vorwalzgerüste (4c) oder unmittelbar vor dem ersten Walzgerüst der Fertigwalzstraße (12) geführt und in der mit den Vorwalzgerüsten (4c) in einer Walzlinie (4) liegenden Fertigwalzstraße (12) fertiggewalzt und erst dann zu Wickelbunden (18) aufgewickelt werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb einer Walzkampagne ein prozentualer Anteil dünner Brammen (2) und ein jeweils ergänzender prozentualer Anteil dicker Brammen (3) kontinuierlich aufeinanderfolgend der gemeinsamen Walzstraße (4) zugeführt und ausgewalzt wird, wobei die jeweilige Anzahl von dünnen oder dicken Brammen (2; 3) in Abhängigkeit des jeweiligen Qualitätsstandards des zu erzeugenden Warmbandes (4a), einer Reduzierung des Walzenverschleißes und eines maximalen Produktionsdurchsatzes festgelegt wird.
  3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die dünnen Brammen (2) vorrangig aus der Stranggießmaschine (1) austretend unmittelbar durch den Tunnelofen (5) bei geöffneten Vorwalzgerüsten (4c) in die Fertigwalzstraße (4) geführt und fertiggewalzt werden.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Brammen (2; 3) von einem dem Hubbalkenofen (6) vorgeschalteten Zwischenlager (7) für dicke und / oder dünne Brammen (2; 3) entnommen, thermisch vorbereitet und in der auf der Walzlinie (4) liegenden Fertigwalzstraße (4) ausgewalzt werden.
  5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Hubbalkenofen (6) abhängig von den dicken Brammen (3), die nach Breiten (8) und Dicken (9) sortiert sind, chargiert wird.
  6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die dicken Brammen (3) abhängig von den geforderten Breiten (8) und / oder Dicken (9) gegossen und zwischengelagert werden.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass außerhalb des vollen Walzprogramms einer Walzlinie (4) vorkommende dicke Brammen (3) für durchschnittliche Abmessungen des Warmbandmarktes gegossen und zwischengelagert werden.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die dicken oder dünnen Brammen (3; 2) in dem Zwischenlager (7) nach Breiten (8), Güten (10) und / oder Gütegruppen (11) sortiert werden.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass in einer nachgeschalteten Fertigwalzstraße (12) ein Zwischenprodukt (13) eingeführt wird, das in Dicke (9) und Breite (8) als eine angenähert dünne Bramme (2) oder eine angenähert dicke Bramme (3) gegossen und / oder vorgewalzt wurde.
  10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Stranggießkokillen (14) das Gießprofil (15) in der Breite (8) und / oder in der Dicke (9) für eine optimale Gestaltung des Zwischenprodukts (13) bemessen wird.
  11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Stranggießmaschine (1) und die Walzstraße (4) im CSP-Verfahren betrieben werden.
  12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Stranggießmaschine (1) mit Liquid-Core-Reduction (LCR) betrieben wird.
  13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die dünne Bramme (2) zwischen zwei Vorwalzgerüste (4c) der Fertigwalzstraße (4) eingespeist wird, in die eine dickere Bramme (3) als Übergangsbramme (16) eingeführt wird.
  14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass als Übergangsbramme (16) eine dünne Bramme (2) oder eine dicke Bramme (3) mit jeweils einer Dicke (9) von 30 mm bis 60 mm in die Walzlinie (4) eingeführt wird.
  15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die dünne Bramme (2) mit erhöhter Dicke (9) bei zunehmendem Abstand zwischen zwei Vorwalzgerüsten (4c) eingeführt wird.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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