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Dokumentenidentifikation EP0995507 12.08.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0000995507
Titel Vorrichtung zur zerstörungsfreien Prüfung von insbesondere heissem stabförmigem Walzmaterial
Anmelder Georgsmarienhütte GmbH, 49124 Georgsmarienhütte, DE
Erfinder Horst Scharlemann, 49170 Hagen, DE
DE-Aktenzeichen 59909895
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IT, LI, LU, NL, PT, SE
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 12.05.1999
EP-Aktenzeichen 991095118
EP-Offenlegungsdatum 26.04.2000
EP date of grant 07.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.08.2004
IPC-Hauptklasse B21B 38/00
IPC-Nebenklasse G01N 27/90   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur zerstörungsfreien Prüfung von insbesondere heißem stabförmigem Walzmaterial oberhalb des Curie-Punktes gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Aus der Patentanmeldung 197 19 980.1-52 ist eine Vorrichtung bekannt, bei der eine Durchlaufspule, also ein das durchlaufende Walzmaterial ringförmig umschließende Prüfspulensystem eingesetzt wird.

Der radiale Abstand zwischen der Oberfläche des Walzmaterials und dem Innenumfang des Prüfspulensystems muß dabei minimal sein, um eindeutige Prüfergebnisse bezüglich im Walzmaterial vorhandener Fehler erhalten zu können. Dies wird bei der vorbekannten Vorrichtung dadurch erreicht, daß das Prüfspulensystem an einem Ort in der Walzstraße montiert wird, an dem das Walzgut durch die kurz hintereinander angeordneten Walzensysteme selbst eine optimale Geradführung erfährt, so daß Radialbewegungen des Walzmaterials so gut wie ausgeschlossen sind, die eventuell zu Verfälschungen des Meßergebnisses führen.

Nachteilig bei der vorbekannten Vorrichtung ist allerdings, daß Fehler mit Ausrichtung in Walzrichtung im Hinblick auf ihre Länge nur unzureichend genau detektiert werden können. Darüber hinaus ist das Prüfspulensystem erheblicher Hitzeeinwirkung durch den heißen durchlaufenden Stahl ausgesetzt, so daß, obwohl das Prüfspulensystem wassergekühlt ist, Beschädigungen und Zerstörungen nicht auszuschließen sind.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so auszugestalten, daß zum einen das Prüfspulensystem vor Hitzeeinwirkung durch den zu prüfenden Stahl geschützt ist und zum anderen eine verbesserte Detektionsempfindlichkeit bezüglich Ort und Ausdehnung der im zu prüfenden Material enthaltenen Fehlstellen gegeben ist.

Die Erfindung löst diese Aufgabe gemäß dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 dadurch, daß das mindestens eine Prüfspulensystem mit auf das Walzmaterial ausgerichtetem Spulensystem ausgebildet und um das Walzmaterial rotierbar angeordnet ist und zwischen Walzmaterial und Prüfspulensystem eine gegen das Prüfspulensystem und das Walzmaterial abgeschirmte Kühlmittelschicht vorgesehen ist, wobei die Abschirmung aus einem Material besteht, dessen Permeabilität µ=1 beträgt und dessen Leitfähigkeit gegen Null geht.

In einer ersten Alternative besteht die Abschirmung aus unmittelbar vor dem Prüfspulensystem in Abstand zueinander angeordneten Platten, die einen mit einem Kühlmitteleintritt und einem Kühlmittelaustritt versehenen Kühlmittelraum einschließen.

Diese Abschirmung dient zum einen als Wärmeschutz für das Prüfspulensystem und zum anderen dient es dazu, daß das zwischen Prüfspulensystem und Walzmaterial befindliche Kühlmittel, beispielsweise Wasser, nicht mit der Stahloberfläche in Berührung kommt. Hierdurch würde nämlich die Stahloberfläche an dieser Stelle unter die Curie-Temperatur abgekühlt, so daß derartig abgekühlte Stellen als Materialfehler detektiert würden.

In einer zweiten Alternative ist gemäß Anspruch 2 vorgesehen, daß als Abschirmung mindestens ein das Walzmaterial vollständig umgebender Rohrabschnitt angeordnet ist.

Als Material für die Abschirmung wird ein solches gewählt, daß eine Permeabilität von 1 und eine Leitfähigkeit von annähernd Null aufweist, damit die Magnetfeldlinien des Spulensystems nicht gestört werden.

Zur genaueren Ortsdetektion der im Prüfmaterial enthaltenen Fehlstellen wird gemäß Anspruch 4 vorgeschlagen, daß das mindestens eine umlaufende Prüfspulensystem mit einem Winkelcodierer verbunden ist.

In einer dritten Alternative ist vorgesehen, daß das mindestens eine Prüfspulensystem von einer Keramikkappe abgedeckt ist, was ebenfalls als Hitzeschutz dient und wobei die Kühlmittelschicht durch den das Walzmaterial umgebenden Rohrabschnitt gegen die Stahloberfläche abgegrenzt ist.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind gemäß Anspruch 6 zwei Rohrabschnitte vorgesehen, die konzentrisch angeordnet sind und einen mit Kühlmittel beaufschlagbaren Ringraum zwischen sich einschließen.

In diesem Fall kann auf die Keramikkappe auf dem Prüfspulensystem verzichtet werden.

Der Ringraum ist beidseitig verschlossen und verfügt über einen Kühlmittelzu- und einen Kühlmittelabfluß.

Die Abschirmungen, also die den Kühlmittelraum bildenden Platten, die Spulensystem-Abdeckkappe sowie die Rohrabschnitte bestehen gemäß Anspruch 7 vorzugsweise aus Keramik, einem Material also, das die oben angesprochenen Eigenschaften in sich vereinigt.

Um das Auflösungsvermögen bei der Fehlerdetektion zu vergrößern bzw. bei definiertem Auflösungsvermögen die Rotationsgeschwindigkeit der Detektoren zu verringern, sieht die Ausführungsform gemäß Anspruch 8 vor, daß zwei um 180° zueinander versetzt angeordnete, in einer gemeinsamen Ebene umlaufende Prüfspulensysteme vorgesehen sind.

Drei oder mehr Prüfspulensysteme in sternförmiger Anordnung sind denkbar.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat den Vorteil, daß trotz Steigerung der Meßempfindlichkeit eine kurze Baulänge verwirklicht werden kann, so daß in jedem Fall ein günstiger Einbauort innerhalb der Walzstrecke gewählt werden kann, so z.B. gemäß Anspruch 9 zwischen zwei benachbarten Walzgerüsten oder auch gemäß Anspruch 10 unmittelbar hinter einem Walzgerüst, also dort, wo das Walzmaterial besonders gerade geführt ist, um durch radiale Eigenbewegungen des Walzmaterials verursachte Scheinfehler praktisch ausschließen zu können. Allerdings ist der Einbauort beim erfindungsgemäßen System nicht sonderlich kritisch, da durch die Radialbewegungen des Walzmaterials erzeugte Effekte in bekannter Weise elektronisch herausgefiltert werden können.

Die Erfindung wird im folgenden anhand von Zeichnungen dargestellt und näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1:
Vorrichtung in einer ersten Ausführungsform (Seitenansicht teilweise im Schnitt),
Fig. 2:
Vorrichtung in einer alternativen Ausführungsform,
Fig. 3:
Schnitt entlang A-A aus Fig. 1,
Fig. 4:
Vorrichtung in einer zweiten alternativen Ausführungsform, teilweise im Schnitt.

In der Fig. 1 ist eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt und allgemein mit dem Bezugszeichen 1 versehen.

Sie besteht im wesentlichen aus zwei konzentrisch angeordneten Rohrabschnitten 2 und 3 aus keramischem Material. Die beiden Rohrabschnitte 2 und 3 schließen zwischen sich einen Ringraum 4 ein, der mit einem Kühlmittel 5 (beispielsweise Wasser) beaufschlagbar ist. Flansche 6 und 7 schließen den Ringraum 4 an den Stirnseiten ab. Die Kühlmittelzufuhr erfolgt über einen Anschluß 8, die Abfuhr über einen Anschluß 9. Etwa mittig zwischen den Flanschen 6 und 7 ist ein Prüfspulensystem 19 rotierbar um den Rohrabschnitt 3 angeordnet. Spannungsversorgung und Auswerteeinheit des Prüfspulensystems 19 sind bei 10 lediglich schematisch angedeutet. Mit 11 ist das zu prüfende Walzmaterial bezeichnet, das durch die Vorrichtung 1 hindurchgeführt wird.

In der Fig. 2 ist eine alternative Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 dargestellt, bei der gleiche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen wie in Fig. 1 bezeichnet sind.

Bei dieser Ausführungsform ist lediglich ein Rohrabschnitt 2 aus keramischem Material vorgesehen. Das Prüfspulensystem 19 ist mit einer Keramikkappe 12 versehen und so gegen das zwischen Rohrabschnitt 2 und Prüfspulensystem 19 befindliche Kühlmittel 5 geschützt.

In der Fig. 3 ist die Vorrichtung gemäß Fig. 1 im Schnitt dargestellt, wobei zusätzlich ein zweites Prüfspulensystem 19' vorgesehen ist, die um 180° gegenüber dem Prüfspulensystem 19 versetzt angeordnet ist und zusammen mit dieser um den Rohrabschnitt 3 herum rotiert.

Durch die Kombination der Rotationsbewegung der Prüfspulensysteme 19, 19' und der Walzrichtung ergibt sich beim Detektionsvorgang eine spiralförmig verlaufende Detektionsspur, so daß insbesondere die Längenausdehnung von in Walzrichtung verlaufenden Fehlstellen sehr genau ermittelt werden kann.

Um auch den Ort der Fehlstellen in Umfangsrichtung genau ermitteln zu können, wirkt das Prüfspulensystem 19, 19' mit einem nicht dargestellten Winkelcodierer zusammen.

Um die Detektionsauflösung noch erhöhen zu können, sind wie in Fig. 3 dargestellt zwei um 180° zueinander versetzt angeordnete Prüfspulensysteme 19, 19' vorgesehen. Dieses zweite Prüfspulensystem 19' hat darüber hinaus den Vorteil, daß bei einem bestimmten Auflösungsvermögen die Rotationsgeschwindigkeit der Prüfspulensysteme 19, 19' verringert werden kann.

In der Fig. 4 ist eine weitere Alternative der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt. Unmittelbar unter dem Prüfspulensystem 19, 19' sind zwei in Abstand zueinander angeordnete Keramikplatten 14 angeordnet, die einen Kühlmittelraum 4 für die Kühlmittelschicht 5 einschließen, wobei der Kühlmittelraum 4 über einen Kühlmitteleintritt 15 und einen Kühlmittelaustritt 16 verfügt. Das Prüfspulensystem 19, 19' ist zusammen mit der Abschirmung 14 an einem Prüfspulensystem-Träger 17 montiert. Die Kühlmittelzufuhr kann bei diesem rotierenden System beispielsweise über den Rotierüberträger erfolgen, über den auch die elektrischen Signale geführt werden.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur zerstörungsfreien Prüfung von insbesondere heißen stabförmigem Walzmaterial oberhalb des Curie-Punktes während des Walzprozesses mittels mindestens eines Prüfspulensystems, an dem der zu walzende Stahl vorbeigeführt wird, wobei eventuell im Stahl vorhandene Fehler wie Risse, Löcher etc. zu Ausbreitungsstörungen der im Prüfmaterial erregten Wirbelströme führen, die in dem Spulensystem ein Fehlersignal erzeugen, das aufgezeichnet und ausgewertet wird,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß das mindestens eine Prüfspulensystem (19,19') mit auf das Walzmaterial (11) ausgerichtetem Prüfspulensystem ausgebildet und um das Walzmaterial (11) rotierbar angeordnet ist und zwischen Walzmaterial (11) und Prüfspulensystem (19,19') eine gegen das Prüfspulensystem (19,19') und das Walzmaterial (11) abgeschirmte Kühlmittelschicht (5) vorgesehen ist, wobei die Abschirmung (2,3,12,14) aus einem Material besteht, dessen Permeabilität µ=1 beträgt und dessen Leitfähigkeit gegen Null geht.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Abschirmung aus unmittelbar vor dem Prüfspulensystem (19,19') in Abstand zueinander angeordneten Platten (14) besteht, die einen mit einem Kühlmitteleintritt (15) und einem Kühlmittelaustritt (16) versehenen Kühlmittelraum (4) einschließen.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß als Abschirmung mindestens ein das Walzmaterial (11) vollständig umgebender Rohrabschnitt (2,3) angeordnet ist.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß das mindestens eine umlaufende Prüfspulensystem (19,19') mit einem Winkelcnodierer verbunden ist.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1, 3 oder 4,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß das mindestens eine Prüfspulensystem (19,19') von einer Keramikkappe (12) abgedeckt ist.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1, 3 oder 4,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß zwei Rohrabschnitte (2,3) vorgesehen sind, die konzentrisch angeordnet sind und einen mit Kühlmittel (5) beaufschlagbaren Ringraum (4) zwischen sich einschließen.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Abschirmung (2,3,12,14) aus Keramik besteht.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß zwei um 180° zueinander versetzt angeordnete Prüfspulensysteme (19,19') vorgesehen sind.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,

    gekennzeichnet durch

    die Anordnung zwischen zwei benachbarten Walzgerüsten.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,

    gekennzeichnet durch

    die Anordnung unmittelbar hinter einem Walzgerüst.






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