PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202004004424U1 19.08.2004
Titel Einrichtung zum thermischen Spannen und Entspannen von Werkzeugen in Schrumpffuttern
Anmelder Bilz Werkzeugfabrik GmbH & Co. KG, 73760 Ostfildern, DE
Vertreter Kratzsch, V., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 73728 Esslingen
DE-Aktenzeichen 202004004424
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 19.08.2004
Registration date 15.07.2004
Application date from patent application 20.03.2004
IPC-Hauptklasse B23B 31/117

Beschreibung[de]

Es sind Einrichtungen dieser Art bekannt (DE 10025004 A1), bei denen die Kühleinrichtung einen besonderen Kühladapter mit einsetzbarem, an die jeweilige Form des verwendeten Schrumpffutters geometrisch angepassten Wechseleinsatz aufweist, wobei der Kühladapter innere Kühlkanäle enthält, durch die ein flüssiges Kühlmittel, z.B. Kühlwasser, zur Kühlung hindurchgeleitet wird. Für die Kühlung des Schrumpffutters wird der an die Futtergeometrie angepasste Kühladapter mit Wechseleinsatz auf das Schrumpffutter aufgesteckt. Die auf diese Weise erreichte indirekte Kühlung ist relativ langwierig, was sich ungünstig auf die Produktivität auswirkt. Ferner ist es notwendig, für jede Schrumpffuttergeometrie einen daran angepassten Kühladapter bereitzuhalten und zu verwenden, was einen erheblichen Aufwand bedingt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die einen reduzierten Aufwand bedingt und eine schnelle Kühlung ermöglicht mit einhergehender Zeitersparnis und Steigerung der Produktivität.

Die Aufgabe ist bei einer Einrichtung der eingangs genannten Art gemäß der Erfindung durch die Merkmale im Anspruch 1 gelöst. Weitere besondere Erfindungsmerkmale und Ausgestaltungen dazu ergeben sich aus den darauf folgenden Ansprüchen.

Die Einrichtung gemäß der Erfindung ermöglicht eine direkte Kühlung der Aufnahme mit Schrumpffutter durch direkte Beaufschlagung dieser mit vorzugsweise flüssigem Kühlmittel, z.B. Kühlwasser, von außen, das unter Druck von außen aufgespritzt wird. Das Kühlwasser wird mittels einer Leiteinrichtung konzentriert wieder abgeführt und in die Kühlmittelversorgung, z.B. einen Kühlmittelbehälter, zurückgeführt. Die direkte Beaufschlagung der Aufnahme mit Schrumpffutter mit flüssigem Kühlmittel ermöglicht eine sehr schnelle Abkühlung und dadurch einen Zeitgewinn, der eine Steigerung der Produktivität zur Folge hat. Vorteilhaft ist ferner, dass durch die äußere Kühlmittelbeaufschlagung eine derartige schnelle Kühlung für alle möglichen Schrumpffuttergeometrien ohne etwaige Anpassung an die Futtergeometrie möglich ist. Dies reduziert den Aufwand und auch die Rüstzeiten weiter. Außerdem wird die Bedienersicherheit erhöht, da nach sehr schneller Abkühlung das Schrumpffutter auf die Ausgangstemperatur des Kühlmittels heruntergekühlt und nicht mehr heiß ist und daher eine etwaige Verletzungsgefahr ausgeschlossen ist. Bei einer Ausführung der Einrichtung konnte erreicht werden, dass der gesamte Kühl- und Trockenvorgang nur ca. 30 Sekunden beträgt und nach dieser Zeit das Schrumpffutter mit eingeschrumptem Werkzeug bereits entnommen werden kann. Bei allem ist die Einrichtung einfach, kostengünstig und betriebssicher.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung.

Der vollständige Wortlaut der Ansprüche ist vorstehend allein zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen nicht wiedergegeben, sondern statt dessen lediglich durch Hinweis auf die Ansprüche darauf Bezug genommen, wodurch jedoch alle diese Anspruchsmerkmale als an dieser Stelle ausdrücklich und erfindungswesentlich offenbart zu gelten haben. Dabei sind alle in der vorstehenden und folgenden Beschreibung erwähnten Merkmale sowie auch die allein aus den Zeichnungen entnehmbaren Merkmale weitere Bestandteile der Erfindung, auch wenn sie nicht besonders hervorgehoben und insbesondere nicht in den Ansprüchen erwähnt sind.

Die Erfindung ist nachfolgend anhand von in den Zeichnungen gezeigten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine schematische, teilweise geschnittene Seitenansicht einer Einrichtung zum thermischen Spannen und Entspannen von Werkzeugen in Schrumpffuttern in einer Ausgangsposition,

2 eine schematische, teilweise geschnittene Seitenansicht der Einrichtung in 1, bei der die Aufnahme mit Schrumpffutter und Werkzeug jedoch aus der Ausgangsposition gemäß 1 heraus nach unten bewegt ist,

3 eine schematische, teilweise geschnittene Draufsicht von Teilen der Einrichtung in 1,

4 einen schematischen Schnitt eines Teil der Einrichtung in Pfeilrichtung IV – IV in 3,

5 einen schematischen Schnitt eines Teil der Einrichtung in Pfeilrichtung V – V in 3.

In den Zeichnungen ist eine auch als Schrumpfgerät bezeichnete Einrichtung 10 in Form eines Standgeräts gezeigt, die zum thermischen Spannen und Entspannen von Werkzeugen 11 in Schrumpffuttern 12 dient und es ermöglicht, gewünschtenfalls im Dauerbetrieb eine große Anzahl von hochgeschwindigkeitstauglichen Werkzeugen 11 in kurzer Folge mittels Schrumpftechnik zu spannen oder zu entspannen. Die Einrichtung 10 weist ein Oberteil 13 und einen Unterschrank 14 auf, in dem einzelne Versorgungseinheiten der Einrichtung 10 untergebracht sind. Die Einrichtung 10 weist eine Aufnahme 15 auf, mittels der ein Schrumpffutter 12 auswechselbar aufnehmbar ist. Bestandteil der Einrichtung 10 ist ferner eine Erwärmungseinrichtung 16, die in Pfeilrichtung 17 zur Aufnahme 15 mit Schrumpffutter 16 hin und gegensinnig dazu davon weg beweglich ist. Die Erwärmungseinrichtung 16 weist einen abstehenden Griff 18 und im Inneren z.B. eine nicht weiter gezeigte Induktionsspule auf. Sie ist mittels des Griffes 18 von Hand in Pfeilrichtung 17 und gegensinnig bewegbar.

Die Einrichtung 10 ist ferner mit einer Kühleinrichtung 20 versehen, die zur Abkühlung des zum Zwecke des Einschrumpfens des Werkzeugs 11 erwärmten Schrumpffutters 12 dient. Die Kühleinrichtung 20 weist mindestens einen Kühlmittelverteiler 21, 22 auf, der relativ zur Aufnahme 15 mit aufnehmbarem Schrumpffutter 12 beweglich ist und ein vorzugsweise flüssiges Kühlmittel, z.B. Kühlwasser, führt. Beim gezeigten Ausführungsbeispiel sind zwei gleichwirkende Kühlmittelverteiler 21 und 22 vorgesehen. Weitere Details dazu sind zur Vereinfachung nur anhand des einen Kühlmittelverteilers 21 nachfolgend erläutert. Der Kühlmittelverteiler 21 enthält Auslässe 23 für das Kühlmittel, die der Aufnahme 15 mit aufnehmbarem Schrumpffutter 12 zugewandt sind. Das in dem Kühlmittelverteiler 21 bzw. 22 geführte Kühlmittel tritt bei eingeschalteter Kühleinrichtung 20 aus den Auslässen 23 unter Druck aus und beaufschlagt die Aufnahme 15 mit aufnehmbarem Schrumpffutter 12 zu deren Kühlung außenseitig. Besteht das Kühlmittel z.B. aus Kühlwasser, so wird dieses aus den Auslässen 23 herausgespritzt, wodurch die Aufnahme 15 und insbesondere das Schrumpffutter 12 damit zur Abkühlung bespritzt wird.

Der mindestens eine Kühlmittelverteiler 21, 22 ist in einen Kühlmittelkreislauf eingebunden, der geschlossen sein kann und eine Kühlmittelversorgung 24, z.B. mit einer Kühlmittelpumpe 25, aufweist, an die der mindestens eine Kühlmittelverteiler 21, 22 z.B. mittels einer Versorgungsleitung 26 bzw. 27 angeschlossen ist. Die Kühlmittelversorgung 24 weist einen Kühlmittelbehälter 28 auf, der als Sammelbehälter zur Aufnahme des herunterlaufenden Kühlmittels, mit dem die Aufnahme 15 mit aufnehmbarem Schrumpffutter 12 beaufschlagt wird, ausgebildet und im Unterschrank 14 enthalten ist. Die Kühlmittelpumpe 25 ist z.B. als Tauchpumpe mit Filter ausgebildet und innerhalb des Kühlmittelbehälters 28 angeordnet.

Die Einrichtung 10 weist ferner mindestens eine Leitvorrichtung 40 auf, die zur Kühlung relativ zur Aufnahme 15 mit aufnehmbarem Schrumpffutter 12 in eine Leitstellung bewegbar ist, in der die Leitvorrichtung 40 die Aufnahme 15 mit Schrumpffutter 12 umgibt. Die Leitvorrichtung 40 dient zur Leitung des Kühlmittels und Abschirmung derart, dass das Kühlmittel, insbesondere Kühlwasser, nicht unorientiert verspritzt wird. Die Leitvorrichtung 40 steht mit der Kühlmittelversorgung 24, insbesondere dem Kühlmittelbehälter 28, in Verbindung, z.B. derart, dass die Leitvorrichtung 40 in letzteren ausmündet. Der mindestens eine Kühlmittelverteiler 21, 22 kann bei einem nicht gezeigten Ausführungsbeispiel in die Leitvorrichtung 40 integrierter Bestandteil dieser sein. Beim gezeigten Ausführungsbeispiel ist der mindestens eine Kühlmittelverteiler 21, 22 als separater Teil ausgebildet und innerhalb der Leitvorrichtung angeordnet. Er ist aus einem Leitungsteil 29 bzw. 30, insbesondere aus einem Rohr, gebildet, der in seiner Wandung 31 als Wandungsdurchbrüche, z.B. Bohrungen, gebildete Auslässe 23 für das Kühlmittel enthält. Der mindestens eine Kühlmittelverteiler 21, 22 kann aus mindestens einem Ringsegment oder geschlossenen Ringteil gebildet sein. Beim gezeigten Ausführungsbeispiel ist dieser aus einem Linearteil gebildet, der etwa parallel zur Längsmittelachse 32 der Aufnahme 15 verläuft. Der mindestens eine Kühlmittelverteiler 21, 22 kann in Bezug auf die Aufnahme 15 mit aufnehmbarem Schrumpffutter 12 beweglich sein. Beim gezeigten Ausführungsbeispiel hingegen ist der mindestens eine Kühlmittelverteiler 21, 22 als räumlich feststehender Teil der Einrichtung 10 ausgebildet und hierbei z.B. an der Innenseite der Leitvorrichtung 40 befestigt. Die Aufnahme 15 mit aufnehmbarem Schrumpffutter 12 hingegen ist in Bezug auf den feststehenden Kühlmittelverteiler 21, 22 zur Kühlung in dessen Wirkungsbereich hinein und gegensinnig aus dessen Wirkungsbereich heraus bewegbar.

Die Leitvorrichtung 40 weist ein zur Aufnahme 15 koaxiales Rohr 41 mit davon umschlossenem inneren Ringraum 42 auf. Zur Kühlung ist die Aufnahme 15 mit aufnehmbarem Schrumpffutter 12 in den Ringraum 42 hinein und aus diesem gegensinnig heraus beweglich, und zwar etwa in Richtung der Längsmittelachse 32. Wie insbesondere 3 und 4 erkennen lassen, ist der mindestens eine Kühlmittelverteiler 21, 22 innerhalb des Rohres 41 angeordnet und daran befestigt. Er verläuft etwa achsparallel zum Rohr 41. In der Ausbildung mit zwei Kühlmittelverteilern 21, 22 können diese entsprechend 3 im Rohr 41 in etwa gleichen Umfangswinkelabständen voneinander, z.B. diametral zueinander, angeordnet sein.

Wie sich insbesondere aus 3 und 5 ergibt, ist die Einrichtung 10 ferner mit einer Blaseinrichtung 50 versehen, die von einer nicht gezeigten Druckgasquelle, insbesondere Druckluftquelle, z.B. in Form eines Druckluftnetzes, speisbar ist. Die Blaseinrichtung 50 weist mindestens eine Blasdüse 51 auf, von denen gemäß 3 z.B. mehrere, z.B. vier, in Umfangswinkelabständen voneinander im Rohr 41 angeordnet sind. Die mindestens eine Blasdüse 51 ist schräg nach unten geneigt angeordnet und zum in der Aufnahme 15 aufnehmbaren Schrumpffutter 12 gerichtet. Sie ist zum Abblasen von an der Aufnahme 15 mit aufnehmbarem Schrumpffutter 12 anhaftendem Kühlmittel, z.B. Kühlwasser, mit Druckgas, z.B. Druckluft, über eine schematisch angedeutete Versorgungsleitung 52 speisbar. Erkennbar ist die Blaseinrichtung 50, insbesondere die mindestens eine Blasdüse 51, in 5 am oberen Ende der Leitvorrichtung 40, insbesondere des Rohres 41, angeordnet.

Die Aufnahme 15 für das Schrumpffutter 12 ist mittels einer Antriebseinrichtung 60 in Richtung ihrer Längsmittelachse 32 bewegbar. Die Antriebseinrichtung 60 weist einen zur Längsmittelachse 32 etwa koaxialen Translationsantrieb auf, der z.B. druckmittelbetrieben ist und insbesondere aus einem Pneumatikzylinder 61 besteht mit räumlich fest angeordnetem Zylindergehäuse 62 und relativ dazu verschiebbarer Kolbenstange 63, die mit ihrem in den Zeichnungen oberen Ende an der Aufnahme 15 angreift. Der Pneumatikzylinder 61 ist mit Anschlussleitungen 64 und 65 versehen, über die er mit einer Druckluftquelle, z.B. einem Druckluftnetz, verbindbar ist. Die Anschlussleitung 64 dient z.B. der Druckluftzufuhr zum Ausfahren der Kolbenstange 63 nach oben, während die Anschlussleitung 65 der Druckluftzufuhr zum Absenken der Kolbenstange 63 nach unten dient.

In 1 ist die Kolbenstange 63 der Antriebseinrichtung 60 nach oben ausgefahren, wodurch die Aufnahme 15 für das Schrumpffutter 12 in eine Ausgangsposition gebracht ist, in der das Schrumpffutter 12 mit eingesetztem Werkzeug 11 auf die Aufnahme 15 von oben her gestellt werden kann. In dieser Ausgangsposition wird sodann die Erwärmungseinrichtung 16 manuell durch Anfassen am Griff 18 und Bewegen in Pfeilrichtung 17 so weit nach unten abgesenkt, dass die nicht sichtbare Polscheibe der mindestens einen Induktionsspule in der Erwärmungseinrichtung 16 auf dem oberen Teil des Schrumpffutters 12, welches das Werkzeug 11 enthält, aufliegt. In dieser Position der Erwärmungseinrichtung 16 kann die Spulenposition z.B. elektromagnetisch gespannt werden. In dieser Ausgangsposition erfolgt dann das induktive Einschrumpfen des Werkzeugs 11 in das Schrumpffutter 12. Hiernach ist die Aufnahme 15 mit Schrumpffutter 12 aus dieser Ausgangsposition heraus durch Aktivierung des Pneumatikzylinders 61 langsam in 1 nach unten in den Wirkungsbereich des mindestens einen Kühlmittelverteilers 21, 22 hinein bewegbar. Hierbei wird dem Kühlmittelverteiler 21, 22 entsprechendes Kühlmittel mittels der Kühlmittelpumpe 25 zugeführt, das aus den Auslässen 23 herausgespritzt wird, so dass die Aufnahme 15 mit dem Schrumpffutter 12 beim Absenken mit diesem Kühlmittel bespritzt und dadurch gekühlt wird. Nach geringer Zeit, z.B. in der Größenordnung von lediglich 20 Sekunden, ist die Aufnahme 15 mit Schrumpffutter 12 in die tiefste Stellung in 2 abgesenkt, woraufhin der Pneumatikzylinder 61 umgesteuert wird derart, dass dessen Kolbenstange 63 nun gegensinnig nach oben ausfährt und darüber die Aufnahme 15 mit Schrumpffutter 12 nach oben bewegt wird. Hierbei wird die Blaseinrichtung 50 aktiviert, so dass deren nach unten gerichtete Blasdüsen 51 die Aufnahme 15 mit Schrumpffutter 12 beaufschlagen, wodurch mittels Druckgas, insbesondere Druckluft, das an der Aufnahme 15 und dem Schrumpffutter 12 anhaftende Kühlmittel abgeblasen wird. Das herabtropfende Kühlmittel wird durch die Leitvorrichtung 40 geleitet und gelangt von dieser nach unten in die Kühlmittelversorgung 24, insbesondere den Kühlmittelbehälter 28. Hat die Aufnahme 15 mit Schrumpffutter 12 beim Hochfahren der Kolbenstange 63 wieder die Ausgangsposition gemäß 1 erreicht, kann das Schrumpffutter 12 entnommen werden. Der gesamte Zyklus ist in kurzer Zeit durchlaufen, z.B. in ca. 30 Sekunden, wobei hiernach das Schrumpffutter 12 mit Werkzeug 11 von Hand erfasst und wegtransportiert werden kann. Das Schrumpffutter 12 ist kalt, wobei dieses etwa die Temperatur des kühlen Kühlmittels hat, so dass dieses nicht etwa im heißen Zustand berührt werden muss. Die Kühleinrichtung 20 bewirkt eine sehr schnelle Kühlung der Aufnahme 15 mit Schrumpffutter 12 darauf, wodurch sich eine Zeitersparnis ergibt, die die Produktivität erhöht. Von Vorteil ist ferner, dass Schrumpffutter 12 mit allen möglichen Geometrien mittels der Kühleinrichtung 20 durch direkte Wasserkühlung gekühlt werden können, ohne dass jeweils Anpassungselemente an unterschiedliche Futtergeometrien erforderlich sind. Dadurch wird der Aufwand erheblich reduziert und eine weitere Zeitersparnis erreicht. Da das Schrumpffutter 12 schon nach kurzer Zeit der Abkühlung erfasst werden kann und nicht mehr heiß ist, wird die Bedienungssicherheit erhöht.

Die Einrichtung 10 weist Führungsmittel 70 zwischen der Aufnahme 15 mit aufnehmbarem Schrumpffutter 12 einerseits und der Leitvorrichtung 40, insbesondere dessen Rohr 41, andererseits auf. Mittels der Führungsmittel 70 ist die Aufnahme 15 mit aufnehmbarem Schrumpffutter 12 zumindest auf einem Teil des Weges bei der Bewegung aus der Ausgangsposition heraus und in die Ausgangsposition zurück in Bezug auf die Leitvorrichtung 40, insbesondere das Rohr 41, radial abstützbar und führbar. Die Führungsmittel 70 sind aus längsverlaufenden Führungsstegen 71 einerseits, z.B. an der Leitvorrichtung 40, insbesondere dem Rohr 41, und aus einer kreisförmigen Zentrierplatte 72 andererseits, z.B. an der Aufnahme 15, gebildet. Die Zentrierplatte 52 ist bei der Bewegung zwischen den Führungsstegen 71 in Radialrichtung abgestützt und in Axialrichtung längs den Führungsstegen 71 linear geführt. Für den Durchlass insbesondere des Kühlmittels weisen die Zentrierplatte 73 und/oder die Aufnahme 15 für das Schrumpffutter 12 Durchlassöffnungen 73 bzw. 19 auf, durch die das Kühlmittel hindurch ablaufen kann.


Anspruch[de]
  1. Einrichtung zum thermischen Spannen und Entspannen von Werkzeugen (11) in Schrumpffuttern (12), mit einer Aufnahme (15) für ein Schrumpffutter (12), einer zum aufgenommenen Schrumpffutter (12) hin und von diesem weg beweglichen Erwärmungseinrichtung (16) und einer Kühleinrichtung (20) zur Abkühlung des erwärmten Schrumpffutters (12), dadurch gekennzeichnet, dass die Kühleinrichtung (20) mindestens einen relativ zur Aufnahme (15) mit aufnehmbarem Schrumpffutter (12) beweglichen, ein vorzugsweise flüssiges Kühlmittel, z.B. Kühlwasser, führenden Kühlmittelverteiler (21, 22) mit der Aufnahme (15) mit aufnehmbarem Schrumpffutter (12) zugewandten Auslässen (23) für das Kühlmittel aufweist, das aus den Auslässen (23) unter Druck austritt und die Aufnahme (15) mit aufnehmbarem Schrumpffutter (12) zur Kühlung außenseitig beaufschlagt.
  2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Kühlmittelverteiler (21, 22) in einen Kühlmittelkreislauf eingebunden ist, der eine Kühlmittelversorgung (24), z.B. mit Kühlmittelpumpe (25), aufweist, an die der mindestens eine Kühlmittelverteiler (21, 22), z.B. mittels einer Versorgungsleitung (26, 27), angeschlossen ist.
  3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlmittelversorgung (24) einen Kühlmittelbehälter (28) aufweist, der als Sammelbehälter zur Aufnahme des Kühlmittels ausgebildet ist, mit dem die Aufnahme (15) mit aufnehmbarem Schrumpffutter (12) beaufschlagt wird.
  4. Einrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlmittelpumpe (25) als Tauchpumpe ausgebildet und im Kühlmittelbehälter (28) angeordnet ist.
  5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch mindestens eine zur Kühlung relativ zur Aufnahme (15) mit aufnehmbarem Schrumpffutter (12) in eine diese mit Abstand umgebende Leitstellung bewegliche Leitvorrichtung (40) für das Kühlmittel, die mit der Kühlmittelversorgung (24), insbesondere dem Kühlmittelbehälter (28), in Verbindung steht.
  6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Kühlmittelverteiler (21, 22) integrierter Bestandteil der Leitvorrichtung (40) ist oder als separater Teil ausgebildet und innerhalb der Leitvorrichtung (40) angeordnet ist.
  7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Kühlmittelverteiler (21, 22) aus einem Leitungsteil (29, 30), z.B. aus einem Rohr, gebildet ist, der in seiner Wandung (31) als Wandungsdurchbrüche, z.B. Bohrungen, gebildete Auslässe (23) für das Kühlmittel enthält.
  8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Kühlmittelverteiler (21, 22) aus mindestens einem Ringsegment oder geschlossenen Ringteil oder aus einem Linearteil gebildet ist.
  9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Kühlmittelverteiler (21, 22) als räumlich feststehender Teil der Einrichtung (10) ausgebildet ist und dass die Aufnahme (15) mit aufnehmbarem Schrumpffutter (12) in Bezug auf den feststehenden Kühlmittelverteiler (21, 22) zur Kühlung in dessen Wirkungsbereich hinein und gegensinnig aus dessen Wirkungsbereich heraus bewegbar ist.
  10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitvorrichtung (40) ein koaxiales Rohr (41) mit innerem Ringraum (42) aufweist, wobei die Aufnahme (15) mit aufnehmbarem Schrumpffutter (12) zur Kühlung in den Ringraum (42) hinein und aus dem Ringraum (42) heraus beweglich ist.
  11. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Kühlmittelverteiler (21, 22) innerhalb des Rohres (41) angeordnet ist.
  12. Einrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Kühlmittelverteiler (21, 22) an der Innenseite des Rohres (41) befestigt ist.
  13. Einrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Kühlmittelverteiler (21, 22) in seiner Ausbildung als Rohr etwa achsparallel zur Leitvorrichtung (40), insbesondere zu deren Rohr (41), verläuft.
  14. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühleinrichtung (20) zumindest zwei Kühlmittelverteiler (21, 22) aufweist.
  15. Einrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Kühlmittelverteiler (21, 22) als Rohr ausgebildet ist und die Rohre innerhalb der Leitvorrichtung (40) in etwa gleichen Umfangswinkelabständen voneinander angeordnet sind.
  16. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, gekennzeichnet durch eine von einer Druckgasquelle, z.B. Druckluftquelle, speisbare Blaseinrichtung (50), die mindestens eine Blasdüse (51) aufweist, die zu dem mittels der Aufnahme (15) aufnehmbaren Schrumpffutter (12) gerichtet ist und zum Abblasen von an der Aufnahme (15) mit aufnehmbarem Schrumpffutter (12) anhaftendem Kühlmittel mit Druckgas, z.B. Druckluft, speisbar ist.
  17. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Blasdüse (51) am oberen Ende der Leitvorrichtung (40), insbesondere des Rohres (41), angeordnet ist.
  18. Einrichtung nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Blaseinrichtung (50) mehrere in Umfangswinkelabständen voneinander angeordnete Blasdüsen (51) aufweist.
  19. Einrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Blasdüse (51) schräg nach unten geneigt angeordnet ist.
  20. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (15) für das Schrumpffutter (12) mittels einer Antriebseinrichtung (60) in Richtung ihrer Längsmittelachse (32) bewegbar ist.
  21. Einrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (60) einen zur Längsmittelachse (32) der Aufnahme (15) etwa koaxialen, insbesondere druckmittelbetriebenen, Translationsantrieb, z.B. einen Pneumatikzylinder (61), aufweist.
  22. Einrichtung nach Anspruch 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (15) für das Schrumpffutter (12) von einer Ausgangsposition, in der die Aufnahme des Schrumpffutters (12), das thermische Spannen und die Entnahme des Schrumpffutters (12) möglich sind, in den Wirkungsbereich des mindestens einen Kühlmittelverteilers (21, 22) hinein und gegensinnig aus diesem heraus zurück in die Ausgangsposition bewegbar ist.
  23. Einrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 22, gekennzeichnet durch Führungsmittel (70) zwischen der Aufnahme (15) mit aufnehmbarem Schrumpffutter (12) und der Leitvorrichtung (40), insbesondere deren Rohr (41), mittels denen die Aufnahme (15) mit aufnehmbaren Schrumpffutter (12) zumindest auf einem Teil des Weges bei der Bewegung aus der Ausgangsposition heraus und in die Ausgangsposition zurück in Bezug auf die Leitvorrichtung (40), insbesondere das Rohr (41), radial abstützbar und führbar ist.
  24. Einrichtung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsmittel (70) aus längsverlaufenden Führungsstegen (71) einerseits, z.B. an der Leitvorrichtung (40), insbesondere dem Rohr (41) und aus einer kreisförmigen Zentrierplatte (72) andererseits, z.B. an der Aufnahme (15), gebildet sind, die bei der Bewegung zwischen den Führungsstegen (71) in Radialrichtung abgestützt ist und in Axialrichtung längs den Führungsstegen (71) linear geführt ist.
  25. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (15) und/oder die Zentrierplatte (72) Durchlassöffnungen (19 bzw. 73) für den Durchlass insbesondere des Kühlmittels aufweisen.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com