PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202004004974U1 26.08.2004
Titel Holzprofilbohle mit paarweise kompatibler Übergangsstruktur
Anmelder Osmo Holz und Color GmbH & Co. KG, 48231 Warendorf, DE
Vertreter Dr. Hoffmeister & Tarvenkorn, 48147 Münster
DE-Aktenzeichen 202004004974
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 26.08.2004
Registration date 22.07.2004
Application date from patent application 30.03.2004
IPC-Hauptklasse E04F 15/04

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Holzprofilbohle, insbesondere zur Verlegung in paralleler Anordnung in einem wilden Verbund bei der Herstellung von Terrassen- und Balkonbelägen auf einer Unterkonstruktion, wobei die Holzprofilbohle an ihrer Spitze und an ihrem Ende jeweils paarweise eine kompatible Übergangsstruktur aufweist.

Sollen Terrassenbeläge, Sitzplätze oder Balkon-Fußböden mit Holzdecks als Belag versehen werden, so müssen die hierfür vorgesehenen Bretter oder Bohlen auf bestimmte Längen zugeschnitten werden, wenn sich ein einheitliches Bild ergeben soll. Hier ergeben sich oft große Mengen an Abfallabschnitten, die den Bodenaufbau verteuern. Es ist daher auch eine Möglichkeit, einen sogenannten wilden Verbund zu verlegen, das heißt, die jeweiligen Bretter oder Bohlen soweit auszunutzen, wie ihre Länge sich zufällig nach Zuschneiden für die jeweilige Decklänge ergibt. Hierbei ist allerdings nachteilig, dass die bei wildem Verbund sich ergebenden Stöße je nach Verlegung, Witterung, Befeuchtung mehr oder weniger auseinander klaffende Stoßfugen ergeben. Wird eine Nut-Feder-Verbindung „klassischer Art" verwendet, so ist nachtei-lig, dass sich die Stoßfugen wie eine Abdichtung verhalten und Regen- oder Schmelzwasser nicht abfließen lassen.

Für die Erfindung stellt sich die Aufgabe, eine für Terrassen- und Balkonbeläge geeignete Holzprofilbohle anzugeben, die einen geeigneten Übergang an der Stoßkante ergibt, so dass sich zum einen auch bei dem „Arbeiten" des Holzes keine freie Stoßfuge ergibt, zum anderen Wasser gut ablaufen bzw. abtropfen kann.

Diese Aufgabe wird bei einer Holzprofilbohle der eingangs genannten Art, bei der paarweise eine kompatible Übergangsstruktur vorhanden ist, gelöst, wobei die Übergangsstruktur eine im Querschnitt dreieckförmig oder trapezförmig zulaufende Feder an einer Stirnseite der Holzprofilbohle und eine zu dem Querschnitt der Feder kompatible Nut an der gegenüberliegenden Stirnseite der Holzprofilbohle aufweist.

Unter dem Begriff „Holzprofilbohle" sollen Bretter oder Bohlen mit einer Dicke von etwa 20 bis 40 mm verstanden werden. Es sind profilierte Holzteile, die an ihren Enden maschinell mit den genannten Übergangsstrukturen versehen werden. Dabei ist ungewöhnlich, dass quer zur Faserrichtung derartige Strukturen erzeugt werden.

Die Holzprofilbohlen der genannten Art können in dem sogenannten „wilden Verbund" verlegt werden. Es ist natürlich auch möglich, hier eine symmetrische Anordnung zu schaffen, bei der jeweils im Mittelbereich des Holzdecks Stöße versetzt parallel angeordnet sein können.

Vorzugsweise ist die Feder im Querschnitt spiegelsymmetrisch und beschreibt ein gleichschenkliges Dreieck mit gleichlangen Katheten. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass die Ober- und Unterseiten der Holzprofilbohlen je nach Holzstruktur frei wählbar mit ihrer nach oben zeigenden Seite verlegt werden können. Es ist aber auch möglich, die Ober- und Unterseite der Holzprofilbohle mit unterschiedlicher Reliefierung zu versehen, so dass dieselbe Holzprofilbohle für zwei verschiedene Oberflächen-Arten angeboten werden kann.

Die Feder kann jedoch im Prinzip auch unsymmetrisch sein, wobei die vorgenannten Vorteile dann nicht gegeben sind.

Nach Experimenten der Anmelderin hat sich ein Winkel von 20 bis 40°, den die Katheten des Feder-Querschnitts einschließen, als vorteilhaft erwiesen.

Eine gewisse Abrundung der Spitze des dreieckigen Querschnitts vermeidet Bruchkanten und Verkeilungen zwischen den Holzprofilbohlen, die hintereinander liegen.

Wesentlich ist auch, dass der Fußpunkt einer oder beider Katheten des dreieckigen Querschnitts von der Ober- und/oder von der Unterseite über eine Fase abgesetzt ist. Auch diese Maßnahme verhindert, dass bei Begehen des von den Holzprofilbohlen gebildeten Holzdecks mit nackten Füßen Verletzungen auftreten. Der Anblick der Stoßfuge wird verbessert und das Ablaufen des Wassers erleichtert.

Als Material für die Holzprofilbohle wird vorzugsweise Vollholz mit in Längsrichtung der Holzprofilbohle verlaufender Faserrichtung verwendet. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass auch andere Holzmaterialien, Furnierhölzer oder sogenanntes ECCO-Holz zur Herstellung verwendet werden.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird in der nachfolgenden Beschreibung anhand der Zeichnung erläutert. Die Figuren der Zeichnung zeigen:

1: eine perspektivische Darstellung einer Holzprofilbohle in verkürzter Darstellung;

2: einen Längsschnitt durch eine Holzprofilbohle;

3: ein aus Holzprofilbohlen gebildetes Holzdeck auf einer Unterkonstruktion;

4: einen Querschnitt durch eine Holzprofilbohle.

In den 1 und 2 ist eine Holzprofilbohle 100 dargestellt, die beispielsweise eine Länge von 1,80 bis 3,00 m hat und aus Vollholz, wie Douglas-Fichte, nordische Fichte oder Bangkirai-Holz besteht. Die Dicke der Holzprofilbohle liegt etwa zwischen 25 und 40 mm. An ihrer oberen und unteren Flachseite 10 bzw. 11 ist die Holzprofilbohle mit parallel zur Längserstreckung verlaufenden Riefen 12 versehen. Auch die Faserrichtung des Holzes verläuft in Längsrichtung der Holzprofilbohle.

Wie aus den Figuren zu erkennen ist, weisen die Spitze 1 und das Ende 2 jeweils paarweise eine Feder 3 bzw. eine dazu kompatible Nut 4 auf.

Feder 3 und Nut 4 an den gegenüberliegenden Stirnseiten der Holzprofilbohle werden bei Herstellung eines Holzdecks 300 (vergleiche 3) ineinander geschoben und lassen eine schmale Stoßfuge 31 frei.

Die Gestaltung der Feder 3 ist für die Funktion der Holzprofilbohle wesentlich. Da die Holzprofilbohle 100 insbesondere nicht für Innenräume, sondern für den Außenbereich bestimmt ist, soll das mit ihr verlegte Holzdeck auftreffenden Regen oder schmelzenden Schnee gut ableiten können. Im Bereich einer Stoßfuge 31 fließt das Wasser über die Nut-Feder-Verbindung ab, da bei der Verlegung ein leichter Abstand verbleibt und das Gefälle der Feder so bemessen ist, dass kein Rückstau eintritt.

Dazu ist die Feder 3 im Querschnitt dreieckförmig in Form eines gleichschenkligen Dreiecks mit gleichlangen Katheten 5 und 6 ausgebildet. Durch Die Symmetrie in Bezug auf die Symmetrieebene S kann eine Verlegung unter Vertauschung der oberen und unteren Flachseite erfolgen. Der Katheten-Winkel &agr; beträgt im Ausführungsbeispiel 30° und kann etwa im Bereich zwischen 20 und 40° variieren. Dieser relativ flache Winkel hat sich für die Wasserabführung auf der einen Seite und für die Stabilität der Feder auf der anderen Seite als Optimum erwiesen.

Wesentlich ist auch, dass der Fußpunkt der beiden Katheten 5, 6 von der oberen und unteren Flachseite über eine Fase 8 bzw. 8' abgesetzt ist. Die Fasen 8, 8' ergeben eine ästhetisch angenehme Ausbildung der Fuge, sorgen aber auch dafür, dass Verletzungen bei Begehen des Holzdecks mit nackten Füßen vermieden werden.

Die Ausgestaltung des Stirnbereichs und damit der Fuge lässt Regenwasser gut abfließen. Auch sind Druckbelastungen und Scherkräfte im Fugenbereich optimal verteilt, so dass Beschädigungen kaum auftreten. Auch ist der Bereich der Spitze 7 des dreieckigen Querschnitts der Feder abgerundet, so dass ein Abbrechen bei Einbau und im Verlegezustand vermieden wird.

Im Querschnitt ist die Fase als abgerundete Schulter zu erkennen (vergleiche 2), die etwa ein Fünftel der Dicke der Holzprofilbohle ausmacht.

Ein Verlegebild eines Holzdecks, das aus Holzprofilbohlen 100 besteht, zeigt 3. Auf einer Unterkonstruktion 200 an sich bekannter Art werden die Holzprofilbohlen 100 so aufgelegt, dass sie in einem Fugenbereich (bei 31) mit einer Feder enden Sie werden an der Unterkonstruktion festgeschraubt. Eine weitere Holzprofilbohle 100' wird mit der Nut auf die Feder aufgeschoben und am anderen Ende glatt abgesägt.

Das abgesägte Ende der Holzprofilbohle 100', Bezugszahl 100", wird parallel zur ersten Holzprofilbohle 100 eng benachbart aufgelegt, wobei es bis zur Fuge 31' reicht. Daran schließt sich eine Holzprofilbohle in voller Länge an. Es ergibt sich ein Bild mit versetzten Fugen gemäß 3.

Die Holzprofilbohlen 100, 100' haben zum Beispiel eine einheitliche Länge von 2,70 m. Wird in einem „wilden Verbund" verlegt, so lassen sich die Holzprofilbohlen praktisch für jedes Holzdeck ohne Abfall verwenden, da ein passender Übergang von Stirnseite zu Stirnseite immer gewährleistet ist.

Die Ober- und Unterseite der Holzprofilbohlen können auch mit unterschiedlichen Reliefierungen versehen sein, zum Beispiel mit einer ebenen Oberfläche und mit Riefen oder dergleichen. Damit wird der Vorteil erreicht, dass unterschiedliche Bilder der Oberfläche mit denselben Holzprofilbohlen je nach Verlegeart erzielbar sind.

Durch eine einzige „Systemlänge" von beispielsweise 2,75 Metern, die beispielsweise zwischen 1,80 und 3,50 Metern variieren kann, ist die Holzprofilbohle in ihrer Gesamtheit für praktisch alle vorkommenden Anwendungsfälle geeignet, da auch kurze Abschnitt mit entsprechender Übergangsstruktur aneinander zu setzen sind.

Lediglich an den freien Enden eines Holzdecks sind Schnitte vorzusehen, die mit einer Beschichtung zur Verhinderung des Eindringens von Feuchtigkeit versehen werden sollte.

Grundsätzlich ist möglich, an den Längsseiten keine Übergänge von Nut und Feder oder dergleichen vorzusehen. Aber auch hier kann grundsätzlich auf bekannte Übergänge zurückgegriffen werden.

Die Befestigung der Holzprofilbohlen erfolgt vorzugsweise durch Verschraubung an einer Unterkonstruktion. Es ist aber auch möglich, verdeckte Clips-Anordnungen oder Verleimungen vorzunehmen.


Anspruch[de]
  1. Holzprofilbohle (100), insbesondere zur Verlegung in paralleler Anordnung in einem wilden Verbund bei der Herstellung von Terrassen- und Balkonbelägen auf einer Unterkonstruktion (200), wobei die Holzprofilbohle (100) an ihrer Spitze (1) und an ihrem Ende (2) jeweils paarweise eine kompatible Übergangsstruktur aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Übergangsstruktur umfasst:

    – eine im Querschnitt dreieckförmig oder trapezförmig zulaufende Feder (3) an einer Stirnseite der Holzprofilbohle,

    – eine zu dem Querschnitt der Feder kompatible Nut (4) an der gegenüberliegenden Stirnseite der Holzprofilbohle.
  2. Holzprofilbohle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (3) im Querschnitt spiegelsymmetrisch ist und ein gleichschenkliges Dreieck mit gleichlangen Katheten (5,6) beschreibt.
  3. Holzprofilbohle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (3') im Querschnitt unsymmetrisch ist.
  4. Holzprofilbohle nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Katheten des Feder-Querschnitts einen Winkel (&agr;) von 20 bis 40° einschließen.
  5. Holzprofilbohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spitze (7) des dreieckigen Querschnitts der Feder bzw. der Nut abgerundet ist.
  6. Holzprofilbohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fußpunkt einer oder beider Katheten des dreieckigen Querschnitts von der Ober- und/oder von der Unterseite über eine Fase (8, 8') abgesetzt ist.
  7. Holzprofilbohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die obere und/oder die untere Flachseite (10, 11) mit parallel zur Längserstreckung verlaufenden Riefen oder Nuten versehen ist.
  8. Holzprofilbohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ober – und Unterseite der Holzprofilbohle mit unterschiedlicher Reliefierung versehen ist.
  9. Holzprofilbohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Material Vollholz mit in Längsrichtung der Holzprofilbohle verlaufender Faserrichtung ist.
  10. Holzprofilbohlen-Sortiment, umfassend Holzprofilbohlen gemäß wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine einheitliche Systemlänge der Holzbohlen von 1,80 bis 3,00 m gewählt ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com