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Dokumentenidentifikation DE10307960A1 02.09.2004
Titel Vorrichtung und Verfahren zur Steuerung eines Wisch-Wasch-Betriebs eines Scheibenwischers eines Kraftfahrzeugs
Anmelder Volkswagen AG, 38440 Wolfsburg, DE
Erfinder Kulinna, Hans-Jürgen, 29392 Wesendorf, DE;
Hanisch, Friedrich, 38536 Meinersen, DE;
Schwab, Gabriel, 38440 Wolfsburg, DE
DE-Anmeldedatum 24.02.2003
DE-Aktenzeichen 10307960
Offenlegungstag 02.09.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.09.2004
IPC-Hauptklasse B60S 1/08
IPC-Nebenklasse B60S 1/48   
Zusammenfassung Es werden eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Steuerung eines Wisch-Wasch-Betriebs eines Scheibenwischers eines Kraftfahrzeugs vorgeschlagen, bei welchen der Scheibenwischer nach einer Waschmittelbenetzung (S10) einer Scheibe in einem Nachwischbetrieb (S40) ansteuerbar ist, in dem der Scheibenwischer eine Anzahl von Wischvorgängen durchführt. Um Wassertropfen, die nach dem Nachwischbetrieb noch über die Scheibe getrieben werden, automatisch wegzuwischen, ist der Scheibenwischer nach einer Waschmittelbenetzung (S10) der Scheibe nach Abschluss eines letzten Wischvorgangs des Scheibenwischers im Nachwischbetrieb (S40) nach einer bestimmten Zeitdauer (t1) zu einem weiteren Wischvorgang (S60) ansteuerbar.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Steuerung eines Wisch-Wasch-Betriebs eines Scheibenwischers eines Kraftfahrzeugs gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 6.

Es ist aus dem Stand der Technik und der Praxis hinlänglich bekannt, dass ein Scheibenwischer eines Kraftfahrzeugs nach einer durch den Fahrer veranlassten Waschmittelbenetzung einer Scheibe eine bestimmte Anzahl von Wischvorgängen durchführt, um die aufgebrachte Waschflüssigkeit und Verunreinigungen von der Scheibe zu entfernen (Nachwischbetrieb).

In diesem Zusammenhang ist zum Beispiel aus der EP 0 932 533 B1 auch eine Einrichtung zur Steuerung einer Wisch-Wasch-Anlage einer Fahrzeugscheibe bekannt, bei welcher ein Sensor eine Verschmutzung der Scheibe misst und die Wisch-Wasch-Anlage bei Betätigung des Zündschlüssels automatisch betrieben wird, falls eine Verschmutzung der Scheibe erkannt worden ist.

Ferner offenbart die DE 42 41 056 C2 eine Steuerschaltung für den Wisch-Wasch-Betrieb eines Scheibenwischers eines Kraftfahrzeugs, bei welchem die Anzahl der Wischvorgänge des Scheibenwischers im Nachwischbetrieb entsprechend der auf die Scheibe aufgebrachten Waschmittelmenge angepasst wird.

Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass nach Abschluss des Nachwischbetriebs dennoch einige Wassertropfen und auch Waschflüssigkeitsreste auf der Scheibe, insbesondere im Bereich außerhalb des Wirkungsfeldes des Scheibenwischers, verbleiben, die anschließend über die Scheibe getrieben werden und den Fahrer des Kraftfahrzeugs in seiner Sicht behindern. Bei den herkömmlichen Systemen muss der Fahrer des Kraftfahrzeugs dann einen weiteren Wischvorgang des Scheibenwischers auslösen, um diese Wassertropfen und Waschmittelreste zu entfernen.

Es ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Steuerung eines Wisch-Wasch-Betriebs eines Scheibenwischers eines Kraftfahrzeugs mit einem verbesserten Komfort für den Fahrer des Kraftfahrzeugs bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung bzw. ein Verfahren zur Steuerung eines Wisch-Wasch-Betriebs eines Scheibenwischers eines Kraftfahrzeugs mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 6 gelöst. Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen der Erfindung sind in den jeweiligen abhängigen Ansprüchen angegeben.

Der Wisch-Wasch-Betrieb eines Scheibenwischers der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenwischer nach einer Waschmittelbenetzung der Scheibe nach Abschluss eines letzten Wischvorgangs des Scheibenwischers im Nachwischbetrieb nach einer bestimmten Zeitdauer zu einem weiteren Wischvorgang (Tränenwischvorgang) ansteuerbar ist. Bei diesem weiteren Wischvorgang werden dann Wassertropfen und Waschmittelreste, die nach dem üblichen Nachwischbetrieb auf der Scheibe zurück geblieben und über die Scheibe getrieben worden sind, automatisch entfernt, sodass eine freie Sicht für den Fahrer des Kraftfahrzeugs gewährleistet ist. Da der Fahrer für diesen Tränenwischvorgang kein Schaltmittel oder dergleichen betätigen muss, sondern dieser Wischvorgang automatisch erfolgt, ist der Komfort für den Fahrer deutlich verbessert.

In einer Ausgestaltung der Endung beträgt die bestimmte Zeitdauer zwischen etwa 3 und etwa 15 Sekunden, vorzugsweise etwa 5 Sekunden.

Die Anzahl der Wischvorgänge des Scheibenwischers im Nachwischbetrieb kann entweder fest vorgegeben sein (zum Beispiel 3 Wischvorgänge) oder alternativ an eine auf die Scheibe aufgebrachte Waschmittelmenge angepasst werden.

Der Wisch-Wasch-Betrieb der vorliegenden Endung findet sowohl für Frontscheibenwischer als auch für Heckscheibenwischer Anwendung.

Obige sowie weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher beschrieben. Darin zeigt die einzige Figur ein Flussdiagramm zur Erläuterung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zur Steuerung eines Wisch-Wasch-Betriebs eines Scheibenwischers gemäß der vorliegenden Erfindung.

Es wird nun anhand des in der Figur dargestellten Flussdiagramms ein Ausführungsbeispiel eines Wisch-Wasch-Betriebs eines Scheibenwischers (Frontscheibenwischer oder Heckscheibenwischer) gemäß der Erfindung näher erläutert.

Nach einer Betätigung eines entsprechenden Schaltmittels, zum Beispiel eines Tastschalters am Hebel zur Betätigung des Scheibenwischers, durch den Fahrer des Kraftfahrzeugs wird in Schritt S10 zunächst die Scheibe in bekannter Weise mit einem Waschmittel bzw. einer Waschflüssigkeit aus einem entsprechenden Behälter durch Waschmitteldüsen benetzt. Hierbei wird vorzugsweise in Schritt S20 die auf die Scheibe aufgebrachte Waschmittelmenge, die unter anderem von der Dauer der Betätigung des Tastschalters durch den Fahrer abhängt, bestimmt.

Ausgehend von der in Schritt S20 bestimmten Waschmittelmenge wird dann in Schritt S30 die Anzahl der Wischvorgänge des Scheibenwischers bestimmt, die zu einer Entfernung der Waschflüssigkeit und der Verunreinigungen von der Scheibe erforderlich ist. Dieses Verfahren der Bestimmung der aufgebrachten Waschmittelmenge und der erforderlichen Anzahl der Wischvorgänge ist beispielsweise aus der bereits eingangs genannten DE 42 41 056 C2 bekannt, es können aber hierfür selbstverständlich auch andere Maßnahmen eingesetzt werden.

Alternativ ist es auch möglich, die Anzahl der Wischvorgänge des Scheibenwischers im Nachwischbetrieb auf eine feste Anzahl von zum Beispiel 3 Wischvorgängen im voraus festzulegen.

Anschließend erfolgt in Schritt S40 der Nachwischbetrieb mit der zuvor in Schritt S30 bestimmten Anzahl von Wischvorgängen für den Schreibenwischer. Nach Abschluss des letzten Wischvorgangs des Scheibenwischers im Nachwischbetrieb geht der Scheibenwischer in einen Pausenzustand über, und die Zeit t seit Abschluss des letzten Wischvorgangs wird gemessen. Nach Ablauf einer vorgegebenen Zeitdauer t, von etwa 3 bis etwa 15 Sekunden, bevorzugt etwa 5 Sekunden, die in Schritt S50 überprüft wird, erfolgt in Schritt S60 automatisch ein weiterer Wischvorgang des Scheibenwischers (Tränenwischvorgang). Durch diesen Tränenwischvorgang werden automatisch Wassertropfen und Waschmittelreste, die noch nach dem Nachwischbetrieb des Scheibenwischers auf der Scheibe verblieben sind, was insbesondere in Bereichen der Scheibe außerhalb des Wirkungsfeldes des Scheibenwischers der Fall ist, und über die Scheibe getrieben werden bzw. an der Scheibe herunter laufen, von der Scheibe entfernt, ohne dass der Fahrer ein Schaltmittel betätigen muss.

Es wird an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die oben beschriebene Steuerung der Erfindung sowohl für Frontscheibenwischer als auch für Heckscheibenwischer eingesetzt werden kann. Ferner ist die vorliegende Erfindung für Wisch-Wasch-Betriebe, die durch den Fahrer von Hand durch Betätigen eines entsprechenden Schaltmittels ausgelöst werden, als auch für Wisch-Wasch-Betriebe, die von der Steuerung automatisch zum Beispiel bei Erkennen einer Verschmutzung der Scheibe mittels entsprechender Sensoren ausgelöst werden, anwendbar.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Steuerung eines Wisch-Wasch-Betriebs eines Scheibenwischers eines Kraftfahrzeugs, wobei der Scheibenwischer nach einer Waschmittelbenetzung (S10) einer Scheibe in einem Nachwischbetrieb (S40) ansteuerbar ist, in dem der Scheibenwischer eine Anzahl von Wischvorgängen durchführt, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenwischer nach einer Waschmittelbenetzung (S40) der Scheibe nach Abschluss eines letzten Wischvorgangs des Scheibenwischers im Nachwischbetrieb nach einer bestimmten Zeitdauer (t,) zu einem weiteren Wischvorgang (S60) ansteuerbar ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die bestimmte Zeitdauer (t,) zwischen etwa 3 und etwa 15 Sekunden beträgt.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Wischvorgänge des Scheibenwischers im Nachwischbetrieb (S40) fest vorgegeben ist.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Wischvorgänge des Scheibenwischers im Nachwischbetrieb (S40) an eine auf die Scheibe aufgebrachte Waschmittelmenge angepasst steuerbar ist.
  5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenwischer ein Frontscheibenwischer oder ein Heckscheibenwischer ist.
  6. Verfahren zur Steuerung eines Wisch-Wasch-Betriebs eines Scheibenwischers eines Kraftfahrzeugs, bei welchem der Scheibenwischer nach einer Waschmittelbenetzung (S10) einer Scheibe in einem Nachwischbetrieb (S40) angesteuert wird, in dem der Scheibenwischer eine Anzahl von Wischvorgängen durchführt, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenwischer nach einer Waschmittelbenetzung (S10) der Scheibe nach Abschluss eines letzten Wischvorgangs des Scheibenwischers im Nachwischbetrieb (S40) nach einer bestimmten Zeitdauer (t1) zu einem weiteren Wischvorgang (S60) angesteuert wird.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die bestimmte Zeitdauer (t1) zwischen etwa 3 und etwa 15 Sekunden beträgt.
  8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Wischvorgänge des Scheibenwischers im Nachwischbetrieb (S40) fest vorgegeben ist.
  9. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Wischvorgänge des Scheibenwischers im Nachwischbetrieb (S40) an eine auf die Scheibe aufgebrachte Waschmittelmenge angepasst wird (S30).
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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