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Dokumentenidentifikation DE202004005816U1 02.09.2004
Titel Türschloss mit Einhand-Bedienung
Anmelder G. Schwepper Beschlag GmbH & Co., 42551 Velbert, DE
Vertreter Schneiders & Behrendt Rechts- und Patentanwälte, 44787 Bochum
DE-Aktenzeichen 202004005816
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 02.09.2004
Registration date 29.07.2004
Application date from patent application 08.04.2004
IPC-Hauptklasse E05B 63/00
IPC-Nebenklasse E05B 65/00   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Neuerung betrifft ein Schloss, insbesondere für die Tür zu einer Toilette oder zu einem Badezimmer, welches die Merkmale (a) bis (e) des Anspruch 1 aufweist. Schlösser dieser Gattung finden sich häufig in Innenraumtüren.

Die meisten Menschen verriegeln die Tür, wenn sie die Toilette oder das Badezimmer aufsuchen. Um die Tür gegen unbeabsichtigtes Öffnen von außen zu sichern, verfügen die eingangs genannten Schlösser häufig neben der Falle einen Riegel, der mittels eines Schließzylinders in das Schließblech des Türrahmens eingefahren wird. Nachteilig bei diesen Schlössern ist, dass der zum Schließzylinder zugehörige Schlüssel stets Gefahr läuft, verloren zu gehen. Dies könnte zur Folge haben, dass eine im Badezimmer oder in der Toilette eingesperrte, hilflose Person von außen unzugänglich ist. Als Beispiel seien hier nur Kleinkinder genannt, die sich auf der Toilette einsperren und denen es anschließend nicht mehr gelingt, die Türe von innen wieder zu öffnen.

Es sind außerdem Schlösser bekannt, deren Riegel nicht über einen Schließzylinder, sondern über einen Drehknopf betätigt werden. Dieser Drehknopf ist im Allgemeinen auf der Innenseite der Tür angeordnet. Zwar besteht bei diesen Drehknopfschlössern die Gefahr des Verlustes eines Schlüssels nicht; jedoch sind insbesondere in Panik geratene Personen mit der Betätigung des Drehknopfes überfordert.

Die vorliegende Neuerung macht es sich daher zur Aufgabe, ein Schloss anzugeben, welches selbst von körperlich und/oder geistig beeinträchtigen Personen in einfacher Weise zu versperren und wieder zu öffnen ist. Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Schloss mit den Merkmalen (a) bis (h) des Anspruch 1.

Ein wesentlicher Grundgedanke der vorliegenden Neuerung besteht darin, die Nuss – also das Bauteil, welches die Bewegung des betätigten Drückers auf die Falle überträgt – zweigeteilt auszuführen. Der erste Teil der Nuss, der im Folgenden als Außennuss bezeichnet wird, dient weiterhin zur Betätigung der Falle. Der zweite Teil der Nuss wird nachstehend Innennuss genannt und dient zur Betätigung einer Zuhaltung, mit welcher die Falle im Schlosskasten arretierbar und somit das Schloss auch ohne einen zusätzlichen Riegel absperrbar ist. Vielmehr nimmt die Falle des neuerungsgemäßen Schlosses eine Doppelfunktion als Falle und Riegel ein.

Die Außennuss wird dabei von dem Außendrücker bewegt, also dem Drücker, der auf der Außenseite der Tür liegt. Die Innennuss hingegen wird über den auf der Innenseite der Tür montierten Innendrücker betätigt. Gegenüber herkömmlichen Schlössern kann der Innendrücker zusammen mit der Innennuss neben der Ruhestellung (bei horizontalem Drücker) und der Betätigungsstellung (bei gedrücktem Drücker) eine dritte Sperrstellung einnehmen. In Sperrstellung verläuft der Innendrücker vorzugsweise vertikal und die Zuhaltung setzt die Falle im Schlosskasten fest, wodurch die Tür versperrt ist.

Um die Tür von innen wieder zu öffnen, wird der Innendrücker aus seiner Sperrstellung in seine Betätigungsstellung bewegt. Dies ist ein Betätigungsvorgang, der dem Betätigen von gewöhnlichen Türdrückern stark ähnelt und daher auch von beeinträchtigen Personen durchgeführt werden kann. Sobald die Innennuss Ihre Betätigungsstellung einnimmt, versetzt ihr Mitnehmer die Außennuss ebenfalls in seine Betätigungsstellung, in welcher wiederum die Falle in ihre Offenstellung verschoben wird. Die Tür ist geöffnet.

Eine vorteilhafte Weiterbildung des vorliegenden Schlosses besteht darin, die Innennuss mit einem Werkzeugansatz zu versehen, welcher dazu bestimmt ist, ein von außen in das Schloss eingeführtes Werkzeug aufzunehmen, um eine in das Werkzeug eingebrachte Drehbewegung auf die Innennuss zu übertragen.

Diese Weiterbildung ermöglicht es einem Retter, die Türe von außen zu öffnen, wenn eine hinter der Tür eingesperrte Person vollkommen handlungsunfähig sein sollte. Das Drehen der Innennuss erfolgt dabei nicht über den von außen unerreichbaren Innendrücker, sondern über das Werkzeug, welches der Retter in den Werkzeugeinsatz einführt.

Zweckmäßigerweise handelt es sich bei dem Werkzeugeinsatz um einen Schlitz, in welchem die Spitze eines Flachschlitz-Schraubendrehers eingeführt werden kann. Flachschlitz-Schraubendreher sind in den allermeisten Haushalten verfügbar und im Notfall auch durch ein Taschenmesser ersetzbar.

Vorzugsweise wird der Werkzeugansatz so in der Innennuss angeordnet, dass er erst nach Demontage des Außendrückers mit dem Werkzeug erreichbar ist. Dies hat zwar zur Folge, dass die Notöffnung der Tür um die Demontagezeit des Außendrückers verlängert wird, jedoch wird auf diese Weise der Missbrauch der Notöffnungsmöglichkeit vermieden.

Räume, deren Türen mit dem vorliegendem Schloss vorteilhaft auszurüsten sind, finden sich nicht nur in Immobilien, sondern auch in Land-, Wasser- und Luftfahrzeugen. Diese Einsatzbereiche stellen hohe Anforderungen an die Schließsicherheit des Schlosses, da durch die Bewegung des Fahrzeugs der Flügel der Tür im Türrahmen hin und her geworfen wird. Um ein sicheres Schließen des Schlosses selbst bei dynamischer Belastung zu gewährleisten, schlägt die Neuerung vor, die Innennuss mit Rastkerben zu versehen, in welche eine Klinke einrastet, wenn sich die Innennuss in Ihrer Sperrstellung bzw. in Ihrer Ruhestellung befindet.

Eine weitere Rastkerbe sollte zwischen der Ruhestellung und der Sperrstellung angeordnet werden. In diese rastet die Klinke ein, bevor der Innendrücker seine Sperrstellung erreicht und die Falle von der Zuhaltung arretiert wird. Diese Maßnahme verhindert wirksam, dass bei sehr starker dynamischer Belastung der Innendrücker aus seiner Ruhestellung in seine Sperrstellung geschleudert wird, ohne von einer Person betätigt worden zu sein. Derartige Vorgänge können sich auf Schiffen zugetragen, die schwerem Seegang ausgesetzt sind oder in Flugzeugen, die in einem Luftloch absacken.

Zweckmäßigerweise wird die Klinke als Federbauteil ausgeführt wird, welches in Richtung des Drehpunktes in die Rastkerben einrastet.

Die Wirksamkeit der Rastkerbe in der Zwischenstellung zwischen Ruhestellung und Sperrstellung kann gesteigert werden, indem die Rastkerbe der Zwischenstellung weiter von dem Drehpunkt entfernt angeordnet wird als die Rastkerbe der Ruhestellung. Diese konstruktive Maßnahme bewirkt, dass die Klinke im Bereich der Zwischenstellung stärker vorgespannt wird als im Bereich der Ruhestellung; die Kraft zwischen Klinke und Innennuss steigt beim Bewegen des Innendrückers in Richtung seiner Sperrstellung. Mithin rastet die Klinke in die Rastkerbe der Zwischenstellung besonders fest ein und verhindert so ein selbstständiges Verriegeln des Schlosses.

Die Bewegungsgüte des Schließmechanismus kann gesteigert werden, indem zwischen Falle und Schlosskasten eine Fallenfeder angeordnet wird, welche die Falle in Richtung ihrer Schließstellung mit Federkraft belastet.

Wird die Falle darüber hinaus im Bereich des Schließbleches angefast, erhält man ein Schloss, welches ohne Betätigen der Drücker geschlossen werden kann. Es ist auch denkbar, anstelle der Falle eine an sich bekannte Kurbelfalle einzusetzen, deren Schließsicherheit und Schließgüte einfachen Fallenschlössern überlegen ist.

Ebenso wie die Falle kann auch die Zuhaltung in Richtung Ihrer Arretierstellung mit einer Federkraft vorteilhaft belastet werden. Die Federkraft wird dabei von einer Zuhaltungsfeder bereit gestellt, die zwischen Zuhaltung und Schlosskasten anzuordnen ist.

Um das Schloss besonders kompakt aufzubauen, bietet es sich an, Falle und Zuhaltung hinsichtlich Ihrer Verschieblichkeit im Schlosskasten im Wesentlichen senkrecht zueinander anzuordnen.

Die Anzahl der Bauteile des Schlosses kann Kosten sparend reduziert werden, indem man einen Zentraldorn einsetzt, mittels welchem Falle und Zuhaltung zugleich verschieblich im Schlosskasten gelagert sind.

Zur Kraftübertragung von dem Fallenhebel auf die Falle wird bevorzugt an der Falle eine Fahne vorgesehen, gegen welche der Fallenhebel drückt. An der Zuhaltung ist weiter eine mit der Fahne korrespondierende Kehle vorzusehen, welche die Fahne in Arretierstellung zumindest teilweise umschließt. Die Doppelfunktion der Fahne trägt dazu bei, die Anzahl der Bauteile des Schlosses zu reduzieren.

Die vorliegende Neuerung soll nun anhand von Prinzipskizzen und Zeichnungen eines Ausführungsbeispiels erläutert werden. Es zeigen hier für:

1: Prinzipskizze Schloss in Ruhestellung;

2: Prinzipskizze Schloss bei Betätigung von außen;

3: Prinzipskizze Schloss, von innen versperrt;

4: Prinzipskizze Schloss bei Betätigung von innen;

5: Schloss, perspektivisch;

6: Schloss mit geöffnetem Schlosskasten, perspektivisch;

7: Schloss mit geöffnetem Schlosskasten, Ansicht von innen;

8: Schloss mit Innendrücker in Ruhestellung;

9: Schloss mit Innendrücker in Sperrstellung.

Das Schloss ist in seiner Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 1 beziffert. Als grundlegendes Gehäusebauteil umfasst es einen Schlosskasten 2, in dem die nachstehend beschriebenen Bauteile des Schließmechanismus aufgehoben sind. Wesentliche Bauteile sind eine im Schlosskasten 1 in horizontaler Richtung verschieblich gelagerte Falle 3, eine im Schlosskasten 2 vertikal verschieblich gelagerte Zuhaltung 4, eine Außennuss 5, die über einen Außendrücker 6 bewegt wird und eine Innennuss 7, die über einen Innendrücker 8 bewegt wird.

Beide Nüsse 5, 7 sind in einem gemeinsamen Drehpunkt 9 des Schlosskastens 2 winkelbeweglich gelagert. Teil der Außennuss 5 ist ein Fallenhebel 10, der an einer Fahne 11 anliegt. Bei der Fahne 11 handelt es sich um einen Vorsprung, der ein fester Bestandteil der Falle 3 ist. Die Zuhaltung 4 weist eine Kehle 12 auf, die dafür bestimmt ist, die Fahne 11 zwecks Arretierung zu umgreifen, hierzu später mehr. Die Innennuss 7 weist einen Zuhaltungshebel 13 auf, der an der Zuhaltung 4 anliegt und eine Kraftübertragung von der Innennuss 7 auf die Zuhaltung 4 ermöglicht. Des Weiteren verfügt die Innennuss 7 über einen Mitnehmer 14, über welchen eine Kraftübertragung von der Innennuss 7 auf die Außennuss 5 möglich ist.

Die beweglichen Teile des Schlosses 1 nehmen unterschiedliche Positionen ein, abhängig davon, welchen Schließzustand sich das Schloss 1 befindet. Diese Zusammenhänge sollen anhand der 1 bis 4 erläutert werden. Dabei ist zu beachten, dass die Skizzen jeweils den „Blick" in das Schloss 1 aus dem Rauminnern wiedergeben. Zur besseren Veranschaulichung der Drückerstellungen ist der Außendrücker 6 im Vergleich zu dem Innendrücker 8 gedrungener dargestellt. In der Praxis werden in der Regel baugleiche Drücker 6, 8 Verwendung finden. Anstelle von Drückern 6, 8 können auch Drehknöpfe eingesetzt werden.

In 1 befindet sich das symbolisch dargestellte Schloss 1 in Ruhestellung. Das bedeutet, dass beide Drücker 6, 8 sich waagerecht erstrecken und einer Betätigung entgegensehen. Die jeweils mit dem Drückern 6, 8 verbundenen Nüsse 5, 7 befinden sich ebenfalls in Ruhestellung. Die Falle 3 befindet sich in Schließstellung, dass heißt, sie ragt aus dem Schlosskasten 2 hervor und gegebenenfalls in ein nicht dargestelltes Schließblech des Türrahmens hinein. Die Fallenfeder 15 hält die Falle 3 sowie die Außennuss 5 und den Außendrücker 6 in der Ruhestellung, indem sie über die Falle 3 die Fahne 11 gegen den Fallenhebel 10 drückt. Der Zuhaltungshebel 13 hält die Zuhaltung 4 gegen die Kraft einer Zuhaltungsfeder 16 in der ersten ihrer beiden Freistellungen, in welchen sich die Falle 3 frei im Schlosskasten 2 bewegen kann.

In 2 wird der Außendrücker 6 von außen betätigt, so dass er seine Betätigungsstellung einnimmt. Auch die mit dem Außenhebel 6 verbundene Außennuss 5 nimmt nunmehr Ihre Betätigungsstellung ein, in welcher der Fallenhebel 10 die Falle 3 über deren Fahne 11 gegen die Fallenfeder 15 in den Schlosskasten 2 drängt. Hier nimmt die Falle 3 ihre Offenstellung ein, so dass die Tür geöffnet werden kann. Wenn die Person den Raum betreten hat, lässt sie den Außendrücker 6 wieder los, so dass er von der Federkraft der Fallenfeder 15 zusammen mit der Falle 3 und der Außennuss 5 in seine Ruhestellung zurückbewegt wird. Das Schloss 1 nimmt erneut die in 1 dargestellte Ruhestellung ein.

Um den Raum gegen unbefugtes Betreten von außen zu sichern, stellt der Benutzer den Innendrücker 8 in seine Sperrstellung, die der Innendrücker 8 bei vertikaler Ausrichtung einnimmt. Dies ist in 3 dargestellt. In dieser Position nimmt auch die Innennuss 7 ihre Sperrstellung ein, was dazu führt, dass die Zuhaltungsfeder 16 die Zuhaltung 4 aus ihrer ersten Freistellung in ihre Arretierstellung bewegt. In der Arretierstellung umschließt die Kehle 12 die Fahne 11 und arretiert auf diese Weise die Falle 3 im Schlosskasten 2. Außendrücker 6 und Außennuss 5 bleiben derweil in ihrer Ruheposition.

Wenn die Person den Raum wieder verlassen will, bringt Sie den Innendrücker 8 aus der Sperrstellung in die in 4 gezeigte Betätigungsstellung. Zusammen mit dem Innendrücker 8 nimmt nun auch die Innennuss 7 ihre Betätigungsstellung ein. Dabei bewegt die Innennuss 7 nahezu gleichzeitig über den Zuhaltungshebel 13 die Zuhaltung 4 in ihre zweite Freistellung und über den Mitnehmer 14 die Außennuss 5 in deren Bestätigungsstellung. Mithin wird die Falle 3 in ihre Offenstellung versetzt, so dass die Tür geöffnet werden kann.

Der gesamte Betätigungsablauf Öffnen, Schließen, Verriegeln und wieder Öffnen kann mit einer Hand vollbracht werden.

5 zeigt ein Ausführungsbeispiel des vorliegenden Schlosses 1 in perspektivischer Ansicht. Die Drücker sind demontiert, so dass der Blick auf die Innennuss 7 freigegeben ist. Diese weist einen Vierkant 17 auf, über welchen die Druckbewegung von dem Innendrücker auf die Innennuss 7 übertragen wird. Des Weiteren ist die Innennuss 7 mit einem Schlitz 18 versehen, welcher sich diagonal über den Grund des Vierkants 17 erstreckt. In der Zeichnung ist nicht erkennbar, dass die Außennuss ebenfalls über einen Vierkant verfügt, in welchem der Außendrücker zu montieren ist. Beide Vierkante sind koaxial zu dem Drehpunkt angeordnet, so dass der Spalt 18 auch auf dem Grund des Vierkants des Außendrückers verläuft. Hierdurch wird der Spalt 18 nach Demontage des Außendrückers von außen für einen Flachschlitz-Schraubendreher oder ein vergleichbares Werkzeug erreichbar. Zur Notöffnung wird das Werkzeug in den Schlitz 18 eingeführt und die Innennuss 7 in ihrer Betätigungsstellung gedreht.

Bei eingesetztem Schloss werden die Drücker von nicht dargestellten Türschildern gegen Herausziehen aus den Vierkanten gesichert. Die Schilder werden auf die Innen- und Außenseiten der Tür im Bereich des Schlosskastens aufgeschraubt. Die Drücker durchstoßen das jeweilige Türschild und sind auf der Rückseite des Türschildes umgebördelt, so dass die Drücker in senkrechter Richtung zur Türfläche formschlüssig durch die Türschilder in den Vierkanten gehalten werden. Selbstverständlich ist die formschlüssige Verbindung zwischen den Türschildern und den Drückern so gestaltet, dass die Drücker frei drehbar sind.

Um den Außendrücker zu demontieren, ist es daher erforderlich, das Türschild auf der Außenseite der Tür abzuschrauben. Danach kann der Außendrücker aus dem Vierkant herausgezogen werden, wodurch der Schlitz in der Innennuss zur Notbetätigung frei zugänglich wird.

In 6 ist der Schlosskasten 2 des Ausführungsbeispiels aus 5 geöffnet, so dass er den Blick auf die innen liegenden Bauteile frei gibt. Die tatsächliche Gestaltung des Schließmechanismus wird insbesondere aus 7 ersichtlich, welche das geöffnete Schloss 1 in Blickrichtung aus dem Rauminnern darstellt.

Anders als bei den Skizzen liegen bei dem Ausführungsbeispiel Innennuss 7 und Außennuss 5 in der Zeichenebene teilweise übereinander. Des Weiteren sind Zuhaltungshebel 13 und Mitnehmer 14 in einem kranzartigen Bereich 19 der Innennuss 7 integriert. Eine Stirnseite des kranzartigen Bereiches 19 übernimmt dabei die Funktion des Mitnehmers 14, der Außenumfang die des Zuhaltungshebels 13.

Ferner weist der kranzartige Bereich 19 drei Rastkerben 20, 21, 22 auf, wobei die Rastkerbe 20 durch die andere Stirnseite des kranzartigen Bereiches 19 gebildet wird. In die Rastkerben 20, 22 rastet eine Klinke 23 ein, wenn sich die Innennuss 7 in ihrer Ruhestellung bzw. in ihrer Sperrstellung befindet. Die Klinke 23 ist bei dem Ausführungsbeispiel als Federbauteil ausgeführt. In 7 befindet sich die Innennuss 7 in ihrer Sperrstellung, in der die Klinke 23 in die Rastkerbe 22 einrastet. In Ruhestellung – diese ist um 90° im Uhrzeigersinn gegenüber der 7 dargestellten Sperrstellung verdreht – rastet die Klinke 23 in die Rastkerbe 20 ein.

Zwischen den Rastkerben 20, 22, welche die Ruhestellung bzw. die Sperrstellung der Innennuss definieren, ist die verbleibende Rastkerbe 21 angeordnet. Diese verhindert, dass bei hoher dynamischer Belastung des Schlosses der Innendrücker ungewollt aus seiner Ruhestellung in die Sperrstellung geworfen wird und so das Schloss verriegelt. Um ihre Wirkung zu verbessern, ist Rastkerbe 21 auf einem größeren Radius als die Rastkerben 20, 22 angeordnet. Dies hat zur Folge, dass die Federkraft in der Klinke 23 beim Einrasten in die Rastkerbe 21 größer ist als beim Einrasten in die übrigen Rastkerben 20, 22. Durch die gesteigerte Federkraft ist die Innennuss 7 in der Zwischenstellung zwischen Ruhestellung und Sperrstellung besonders stark unter Spannung gesetzt, so dass sich der Innendrücker 8 nicht weiter „verselbstständigen" kann.

Die Zuhaltung 4 wird von zwei Dornen 24, 25 im Schlosskasten 2 verschieblich geführt. Dabei dient ein als Zentraldorn 25 bezeichneter Dorn zusätzlich zur Führung der Falle 3. Des Weiteren dient er als Linksanschlag für den Fallenhebel 10.

8 zeigt ein neuerungsgemäßes Schloss 1 mit montiertem Innendrücker 8 in Ruhestellung in Blickrichtung aus dem Raum heraus. In 9 ist der Innendrücker 8 um 90° in Sperrstellung gedreht.


Anspruch[de]
  1. Schloss (1), insbesondere für die Tür zu einer Toilette oder zu einem Badezimmer,

    a) mit einem Schlosskasten (2), der einen Drehpunkt (9) aufweist,

    b) mit einer Falle (3), welche zwischen einer Offenstellung und einer Schließstellung verschieblich im Schlosskasten (2) gelagert ist,

    c) mit einer Zuhaltung (4), welche zwischen mindestens einer Freistellung und einer Arretierstellung verschieblich im Schlosskasten (2) gelagert ist und welche in Arretierstellung die in Schließstellung befindliche Falle (3) gegenüber dem Schlosskasten (2) arretiert,

    d) und mit einer Außennuss (5), welche im Drehpunkt (9) des Schlosskastens (2) winkelbeweglich gelagert ist und welche mittels eines Außendrückers (6) zwischen einer Ruhestellung und einer Betätigungsstellung drehbar ist,

    e) wobei die Außennuss (5) einen Fallenhebel (10) aufweist, welcher die Falle (3) und die Außennuss (5) dergestalt verbindet, dass die Falle (3) ihre Schließstellung einnimmt, wenn sich die Außennuss (5) in ihrer Ruhestellung befindet, und dass die Falle (3) ihre Offenstellung einnimmt, wenn sich die Außennuss (5) in ihrer Betätigungsstellung befindet, gekennzeichnet durch

    f) eine Innennuss (7), welche im Drehpunkt (9) des Schlosskastens (2) winkelbeweglich gelagert ist und welche mittels eines Innendrückers (8) zwischen einer Sperrstellung, einer Ruhestellung und einer Betätigungsstellung drehbar ist,

    g) wobei die Innennuss (7) einen Zuhaltungshebel (13) aufweist, welcher die Zuhaltung (4) und die Innennuss (7) dergestalt verbindet, dass die Zuhaltung (4) ihre Arretierstellung einnimmt, wenn sich die Innennuss (7) in ihrer Sperrstellung befindet, und dass die Zuhaltung (4) ihre Freistellung einnimmt, wenn sich die Innennuss (7) in ihrer Ruhestellung befindet,

    h) und wobei die Innennuss (7) einen Mitnehmer aufweist, welcher die Außennuss (5) in ihre Betätigungsstellung versetzt, wenn die Innennuss (7) ihre Betätigungsstellung einnimmt.
  2. Schloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Innennuss (7) einen Werkzeugansatz aufweist, der dazu bestimmt ist, ein von außen in das Schloss (1) eingeführtes Werkzeug aufzunehmen, um eine in das Werkzeug eingebrachte Drehbewegung auf die Innennuss (7) zu übertragen.
  3. Schloss nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Werkzeugansatz um einen Schlitz (18) zur Aufnahme eines Flachschlitz-Schraubendrehers oder dergleichen handelt.
  4. Schloss nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkzeugansatz erst nach Demontage des Außendrückers (6) mit dem Werkzeug erreichbar ist.
  5. Schloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Innennuss (7) mit einer Rastkerbe (20) versehen ist, in welche eine Klinke (23) einrastet, wenn sich die Innennuss (7) in ihrer Ruhestellung befindet.
  6. Schloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Innennuss (7) mit einer Rastkerbe (22) versehen ist, in welche eine Klinke (23) einrastet, wenn sich die Innennuss (7) in ihrer Sperrstellung befindet.
  7. Schloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Innennuss (7) mit einer Rastkerbe (21) versehen ist, in welche eine Klinke (23) einrastet, wenn sich die Innennuss (7) in einer Zwischenstellung zwischen ihrer Ruhestellung und ihrer Sperrstellung befindet.
  8. Schloss nach den Ansprüchen 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Klinke (23) als ein Federbauteil ausgeführt ist, welches in Richtung des Drehpunkts (9) in die Rastkerben (20, 21, 22) einrastet.
  9. Schloss nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastkerbe (21) der Zwischenstellung weiter von dem Drehpunkt (9) entfernt ist als die Rastkerbe (20) der Ruhestellung.
  10. Schloss nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Fallenfeder (15), welche zwischen Falle (3) und Schlosskasten (2) angeordnet ist und die Falle (3) in Richtung ihrer Schließstellung mit Federkraft belastet.
  11. Schloss nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Zuhaltungsfeder (16), welche zwischen Zuhaltung (4) und Schlosskasten (2) angeordnet ist und die Zuhaltung (4) in Richtung ihrer Arretierstellung mit Federkraft belastet.
  12. Schloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Falle (3) und die Zuhaltung (4) hinsichtlich ihrer Verschieblichkeit im Schlosskasten (2) im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet sind.
  13. Schloss nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Falle (3) und die Zuhaltung (4) mithilfe eines gemeinsamen Zentraldorns (25) verschieblich in dem Schlosskasten (2) gelagert sind.
  14. Schloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Falle (3) eine Fahne (11) aufweist, über welche der Fallenhebel (10) mit der Falle (3) in Verbindung steht, und dass die Zuhaltung (4) eine Kehle (12) aufweist, welche in Arretierstellung der Zuhaltung (4) die Fahne (11) zumindest teilweise umschließt, um die Falle (3) gegenüber den Schlosskasten (2) zu arretieren.
Es folgen 7 Blatt Zeichnungen






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