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Dokumentenidentifikation DE10019970B4 09.09.2004
Titel Sonnenschutzvorrichtung für ein Fahrzeugdach
Anmelder Webasto Vehicle Systems International GmbH, 82131 Stockdorf, DE
Erfinder Wingen, Bernhard, 83620 Feldkirchen-Westerham, DE;
Seifert, Wolfgang, 82407 Wielenbach, DE
Vertreter Konnerth, D., Dipl.-Ing. Univ. Dipl.-Wirtsch.-Ing. U., Pat.-Anw., 82152 Planegg
DE-Anmeldedatum 24.04.2000
DE-Aktenzeichen 10019970
Offenlegungstag 31.10.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.09.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.2004
IPC-Hauptklasse B60J 7/043
IPC-Nebenklasse B60J 3/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Sonnenschutzvorrichtung zur Anordnung unter einem transparenten Dachabschnitt eines Fahrzeugdaches mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.

Eine derartige Sonnenschutzvorrichtung mit zwei Schiebehimmelteilen ist bekannt, bei der zum Öffnen ein Schiebehimmelteil über das andere Schiebehimmelteil bewegt wird. Diese Übereinanderanordnung erfordert jedoch einen hohen Bauraum, der zu Lasten des verfügbaren Kopfraumes in dem Fahrzeug geht. Wenn die beiden Schiebehimmelteile netzartig gebildet sind und jedes für sich eine gewisse Lichtdurchlässigkeit aufweist, so wird in der Übereinanderanordnung der beiden Schiebehimmelteile eine hohe Abdunkelung erzielt, die unerwünscht sein kann.

Aus der DE 198 56 868 A1 ist eine Dachanordnung bekannt geworden, die einen Schiebehimmel oder Deckel enthält, der an seitlichen Führungsschienen unter einer von einer lichtdurchlässigen Scheibe verschließbaren Dachöffnung in Fahrzeuglängsrichtung verschiebbar gelagert ist. Ein Rollo ist beispielsweise am hinteren festen Himmelteil angeordnet und mit seiner Wickelwelle drehbar gelagert. An der Vorderkante der Rollobahn ist eine Zugstange befestigt, die in den beiden seitlichen Führungsschienen geführt ist, die gleichzeitig den Schiebehimmel führen. Zum Verstellen des Rollos ist ein Antriebsmotor vorgesehen, der mit der Zugstange verbunden ist. Wenn beim Ausziehen des Rollos die Zugstange gegen den Schiebehimmel stößt und diesen gegen einen vorderen Anschlag geschoben hat, wird der Antriebsmotor automatisch abgeschaltet. Bei einer alternativen Gestaltung mit einem vorderen Rollo und einem hinteren Rollo werden diese jeweils manuell in denselben Führungsschienen wie der Schiebehimmel verschoben. Beide Rollos können in einer Auszugstellung mittels einer Halteeinrichtung am jeweiligen Rand des Schiebehimmels festgelegt werden. Die Rollos können jedoch nicht über den Schiebehimmel hinaus ausgezogen werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine eingangs genannte Sonnenschutzvorrichtung zu schaffen, die eine große Flexibilität bezüglich der Einstellungen der Sonnenschutzabdeckung bei geringem Bauraum insbesondere bei geöffneter Sonnenschutzvorrichtung aufweist.

Die Aufgabe wird bei der gattungsgemäßen Sonnenschutzvorrichtung erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Rollo in unterschiedlichen Abdeckstellungen am Schiebehimmel oder an dem seiner Wickelachse bezüglich des transparenten Dachabschnitts gegenüberliegenden festen Himmelteil festlegbar ist. Wenn der Schiebehimmel geöffnet wird, wickelt sich das Rollo auf, so daß der Schiebehimmel weiterhin nur einlagig angeordnet ist. Dadurch bleibt die Bauhöhe gering und der verfügbare Kopfraum im Innenraum des Fahrzeugs, beispielsweise eines Personenkraftwagens, ist nur wenig eingeschränkt.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Zweckmäßigerweise ist der Schiebehimmel im wesentlichen über die gesamte Abdeckfläche unter dem Dachabschnitt unabhängig von dem Rollo verschiebbar, so daß sowohl ein vorderer Teil wie auch ein hinterer Teil oder ein Mittelteil des Dachabschnitts von dem Schiebehimmel abdeckbar ist.

Vorzugsweise ist der Schiebehimmel in seiner Grund- oder Schließstellung unter dem vorderen Teil des Dachabschnitts und das Rollo am Hinterrand des Dachabschnitts angeordnet.

Wenn das Ausziehende des Rollos und der Schiebehimmel in etwa in derselben Ebene bezüglich eines Fahrzeugdaches angeordnet sind, ergibt sich eine besonders geringe Bauhöhe der Sonnenschutzvorrichtung.

Zweckmäßigerweise ist der Schiebehimmel an seinen Längsführungen in unterschiedlichen Stellungen, insbesondere Rastpositionen, festlegbar.

Wenn eine zum Verschieben des Schiebehimmels erforderliche Schiebekraft größer ist wie eine Aufwickelkraft des Rollos, so verbleibt der mit dem Rollo gekoppelte Schiebehimmel in seiner Position.

Zweckmäßigerweise ist der Schiebehimmel ein Netz-Schiebehimmel oder dergleichen, der nicht vollständig lichtundurchlässig ist, sondern nur einen wesentlichen Teil des Sonnenlichtes zurückhält.

Der Schiebehimmel ist nicht notwendigerweise aus einem Teil aufgebaut, vielmehr kann er aus zumindest zwei oder mehreren Schiebehimmelteilen wie z. B. auch aus einzelnen Lamellen bestehen.

Neben einer manuellen Betätigung kann das Aus- und Einfahren des Schiebehimmels und/oder des Rollos durch einen Antrieb erfolgen.

Der Dachabschnitt ist bevorzugt ein festes transparentes Dach, insbesondere ein Glasdach.

Andererseits kann der Dachabschnitt zumindest einen öffnungsfähigen transparenten Deckel und insbesondere zwei in eine Doppelspoileranordnung verfahrbare transparente Deckel oder Glasdeckel aufweisen.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel einer Sonnenschutzvorrichtung an einem Fahrzeugdach unter Bezugnahme auf Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:

1 in einem Längsschnitt in schematischer Darstellung ein Fahrzeugdach mit einem transparenten Dachabschnitt und mit einer geschlossenen Sonnenschutzvorrichtung;

2 in einem Längsschnitt das Fahrzeugdach mit der teilweise geöffneten Sonnenschutzvorrichtung; und

3 in einem Längsschnitt das Fahrzeugdach mit der teilweise geöffneten Sonnenschutzvorrichtung und geöffneten Deckeln des Daches.

Ein Fahrzeugdach eines Personenkraftwagens mit einer festen Dachhaut 1 enthält einen transparenten Dachabschnitt 2, der beispielsweise als Schiebehebedach oder Spoilerdach mit zwei hintereinander angeordneten und zu öffnenden Glasdeckeln 3 und 4 gebildet ist oder auch ein fest eingebautes Glasdach sein kann. Eine Sonnenschutzvorrichtung zum zumindest teilweisen unterseitigen Abdecken des Dachabschnitts 2 bzw. der Glasdeckel 3, 4 enthält als ausfahr- oder ausziehbare Sonnenschutzeinheit ein Rollo 5, dessen Wickelachse 6 im Bereich des Hinterrandes 7 des Dachabschnitts 2, beispielsweise an einem hinteren Himmelteil 8, drehbar angebracht ist, so daß das Rollo 5 aus einer geöffneten Stellung, in der es vollständig aufgewickelt ist, abgewickelt und an seinem freien Ausziehende 9 nach vorne ausgezogen oder ausgefahren oder werden kann. Das Ausfahren oder Ausziehen des Rollos 5 kann manuell oder mittels eines nicht dargestellten Antriebs erfolgen, der beispielsweise am vorderen Ausziehende 9 des Rollos 5 angeordnete seitliche Zapfen bewegt, die an seitlichen Längsführungsschienen (nicht dargestellt) geführt sind. Das Rollo 5 kann gemäß den Darstellungen der 1 bis 3 im Uhrzeigersinn oder im Gegenuhrzeigersinn abgewickelt werden.

Die Sonnenschutzvorrichtung enthält weiterhin einen Schiebehimmel 10, der an seitlichen Führungen unterhalb des Dachabschnitts 2 verschiebbar geführt ist. In seiner vorderen Schließposition deckt der Schiebehimmel 10 den vorderen Glasdeckel 3 unterseitig ab und liegt mit seinem Vorderrand 11 an oder hinter einem vorderen Himmelteil 12 (siehe 1 und 2). 1 zeigt diese vordere Schließposition des Schiebehimmels 10 sowie das ausgezogene Rollo 5, das mit seinem vorderen Ausziehende 9 am Hinterrand 13 des Schiebehimmels 10 befestigt ist. Das Rollo 5 deckt damit den hinteren Glasdeckel 4 vollständig ab. Das Rollo 5 wie auch der Schiebehimmel 10 können lichtundurchlässig gebildet sein oder eine Netzstruktur für einen teilweisen Lichtdurchgang aufweisen. Wenn beispielsweise der in 1 dargestellte Schiebehimmel 10 ein Netzschiebehimmel ist und das Rollo 5 lichtundurchlässig ist, so kann das Rollo 5 noch weiter nach vorne ausgezogen werden und in unterschiedlichen Stellungen am Schiebehimmel 10 oder an dem vorderen Himmelteil 12 befestigt werden, um auch den vorderen Glasdeckel 3 teilweise oder vollständig lichtundurchlässig abzudecken. Der Schiebehimmel 10 ist dabei derart gelagert oder gehalten, daß eine für sein Verschieben erforderliche Kraft größer ist wie die an dem Rollo 5 vorhandene Aufwickelkraft, so daß der mit dem Schiebehimmel 10 gekoppelte Rollo 5 diesen nicht verschieben kann. Alternativ ist der Schiebehimmel 10 durch eine Klemmeinrichtung stufenlos in beliebigen Positionen oder an Rastungen in vorgegebenen Positionen festlegbar.

3 zeigt eine Position der Sonnenschutzvorrichtung, in der der Schiebehimmel 10 vollständig in die hintere Stellung unter dem hinteren Glasdeckel 4 verschoben ist. Das an dem Schiebehimmel 10 angehängte Rollo 5 hat sich dabei aufgewickelt. Die beiden Glasdeckel 3 und 4 sind in ihrer Spoilerstellung an das Hinterende des Dachabschnitts 2 verfahren, so daß der vordere Teil des Dachabschnitts 2 geöffnet und auch ohne Sonnenschutzabdeckung ist.

2 zeigt eine vordere Stellung des Schiebehimmels 10, in der dieser den vorderen Glasdeckel 3 abdeckt. Das Rollo 5 ist aufgewickelt bzw. geöffnet und gibt den hinteren Glasdeckel 4 frei. Durch die freie Verschiebbarkeit des Schiebehimmels 10 kann dieser alleine oder in Koppelung mit dem Rollo 5 beliebige Stellungen einnehmen.

Da in der hinteren geöffneten Stellung des Schiebehimmels 10 (siehe 3) dieser lediglich in seiner Ebene nach hinten verschoben wird, wobei sich das Rollo 5 aufwickelt, wird kein höherer Bau- oder Stauraum benötigt, wie dies bei zwei übereinander fahrenden Schiebehimmeln der Fall wäre.

Alternativ zu der in den 1 bis 3 gezeigten Anordnung kann das Rollo 5 auch am vorderen Himmelteil 12 und der Schiebehimmel 10 in seiner Ausgangsstellung am hinteren Teil des Dachabschnitts 2 angeordnet sein. Der Bewegungsablauf erfolgt dann in entgegengesetzter Richtung.

Statt einem ausziehbaren Rollo 5 mit einer kontinuierlichen Plane können auch Jalousien, lamellenartige Sonnenschutzelemente oder dergleichen verwendet werden.

1 Dachhaut 2 Dachabschnitt 3 Glasdeckel 4 Glasdeckel 5 Rollo 6 Wickelachse 7 Hinterrandes 8 hinteres Himmelteil 9 Ausziehende 10 Schiebehimmel 11 Vorderrand 12 vorderes Himmelteil 13 Hinterrand

Anspruch[de]
  1. Sonnenschutzvorrichtung zur Anordnung unter einem transparenten Dachabschnitt (2) eines Fahrzeugdaches, enthaltend zwei bewegbar angeordnete Sonnenschutzeinheiten (5, 10) zum variablen Abdecken des Dachabschnitts (2), wobei ein Schiebehimmel (10) und ein Rollo (5) die beiden Sonnenschutzeinheiten der Sonnenschutzvorrichtung bilden und das Rollo (5) an einer Vorderrandposition (12) oder einer Hinterrandposition (8) des Dachabschnitts (2) angeordnet ist und unter den Dachabschnitt (2) nach hinten bzw. nach vorne ausziehbar ist und ein Ausziehende (9) des Rollos (5) mit dem Schiebehimmel (10) koppelbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Rollo (5) in unterschiedlichen Abdeckstellungen am Schiebehimmel (10) oder an dem seiner Wickelachse (6) bezüglich des transparenten Dachabschnitts (2) gegenüberliegenden festen Himmelteil (8 bzw. 12) festlegbar ist.
  2. Sonnenschutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schiebehimmel (10) in seiner Grund- oder Schließstellung unter dem vorderen Teil des Dachabschnitts (2) und das Rollo (5) am Hinterrand des Dachabschnitts (2) angeordnet ist.
  3. Sonnenschutzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausziehende (9) des Rollos (5) und der Schiebehimmel (10) in etwa in derselben Ebene angeordnet sind.
  4. Sonnenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schiebehimmel (10) an seinen Längsführungen in unterschiedlichen Stellungen, insbesondere Rastpositionen, festlegbar ist.
  5. Sonnenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine zum Verschieben des Schiebehimmels (10) erforderliche Schiebekraft größer ist wie eine Aufwickelkraft des Rollos (5).
  6. Sonnenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schiebehimmel (10) ein Netz-Schiebehimmel ist.
  7. Sonnenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Schiebehimmel (10) aus zumindest zwei Schiebehimmelteilen aufgebaut ist.
  8. Sonnenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Aus- und Einfahren des Schiebehimmels (10) und/oder des Rollos (5) durch einen Antrieb erfolgt.
  9. Sonnenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Dachabschnitt (2) ein festes transparentes Dach, insbesondere ein Glasdach ist.
  10. Sonnenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Dachabschnitt (2) zumindest einen öffnungsfähigen transparenten Deckel (3, 4) aufweist.
  11. Sonnenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Dachabschnitt (2) zwei in eine Doppelspoileranordnung verfahrbare transparente Deckel (3, 4) aufweist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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