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HEMMUNG DER SICHELBILDUNG VON ERYTHROZYTEN MITTELS N-L-ALPHA-ASPARTYL-L-PHENYLALANINE 1-METHYLESTER - Dokument DE69913716T2
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69913716T2 07.10.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001115414
Titel HEMMUNG DER SICHELBILDUNG VON ERYTHROZYTEN MITTELS N-L-ALPHA-ASPARTYL-L-PHENYLALANINE 1-METHYLESTER
Anmelder Oklahoma Medical Research Foundation, Oklahoma, Okla., US
Erfinder MANION, V., Carl, Oklahoma City, US;
EDMUNDSON, B., Allen, Edmond, US
Vertreter Uexküll & Stolberg, 22607 Hamburg
DE-Aktenzeichen 69913716
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 25.09.1999
EP-Aktenzeichen 999515968
WO-Anmeldetag 25.09.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/US99/22268
WO-Veröffentlichungsnummer 0000018418
WO-Veröffentlichungsdatum 06.04.2000
EP-Offenlegungsdatum 18.07.2001
EP date of grant 17.12.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.10.2004
IPC-Hauptklasse A61K 38/05
IPC-Nebenklasse A61P 7/00   

Beschreibung[de]
TECHNISCHES GEBIET DER ERFINDUNG

Die Erfindung ermöglicht die Behandlung von Sichelzellerkrankung mittels N-L-alpha-Aspartyl-L-phenylalanin-1-methylester.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Bei niedriger Sauerstoffspannung bildet Sichelzell-Desoxyhämoglobin (HbS) mehrsträngige Fasern (Rodgers et al., 1987. Proc. Natl. Acad. Sci. USA 84: 6157–6161; Eaton, W. A., und Hofrichter, J. 1990. Adv. Protein Chem. 40: 63–279), die eine rote Blutzelle (RBC) in eine halbmondförmige (sichelförmige) Gestalt zwingen (Carache, S., und Davies, S., 1991, Acad. Med. 66: 748–749). 1949 haben Pauling et al. gezeigt, dass HbS sich elektrophoretisch von normalem menschlichem Hämoglobin von Erwachsenen (HbA) unterschied und prägten den Namen Molekularkrankheit, um die pathologischen Effekte von HbS zu beschreiben (Pauling et al., 1949, Science 110: 543–548). Sieben Jahre später berichtete Ingram (Ingram, V. M., 1956, Nature 178: 792–794) darüber, dass sich HbS von HbA durch die Substitution von Valin durch Glutaminsäure an Position 6 der &bgr;-Kette unterschied. Diese Substitution einer hydrophoben Struktur durch eine polare tritt an der Oberfläche der dreidimensionalen Struktur von HbS an der ersten (A) &agr;-Helix auf (Padlan, E. A., und Love, W. E., 1985, J. Biol. Chem. 260: 8280–8291). Sie erzeugt eine klebrige Stelle, die durch einen komplementären (Akzeptor-) Spalt zwischen den E- und F-Helices in der &bgr;-Kette eines antiparallelen Hb-Moleküls in der Fibrille bedeckt wird. Schlüsselkontaktreste in der Akzeptorstelle sind Phenylalanin 85 und Leucin 88 aus der F-Helix. Jede &bgr;-Kette enthält folglich eine Donor- und eine Akzeptorstelle, die zusammen mit zwei anderen, versetzt angeordneten Hb-Molekülen Wechselwirken, die Schlüssel-Kondensationsereignisse bei der Erzeugung von doppelsträngigen helikalen Stapeln von unbegrenzter Länge. Da die Stränge von Hämoglobin-Molekülen miteinander Stapel bilden, fahren sie fort, länger zu werden, und strecken die normalerweise runde, flexible RBC zu einer unflexiblen Sicheloder nadelförmigen Gestalt.

Physiologisch gesehen, beeinträchtigen die in Sichelform vorliegenden RBCs den Blutstrom, verstärken Hypoxie und fördern die Produktion von mehr Sichelzellbildung (Embury, S. H., 1986, Ann. Rev. Med. 37: 361–376). Das HbS-Gen ist bei ungefähr 8–9% der Afroamerikaner vorhanden (Schneider et al., 1976, Blond 48: 629). Wenn ein Patient bezüglich des Gens homozygot ist, zeigt er schwere Symptome einer "Sichelzellerkrankung", wie Anämie, Hämolyse, schwere Muskelschmerzen, thrombotische Komplikationen und sogar schnellen, durch Belastung verursachten Tod. Ein heterozygotes Individuum hat eine "Sichelzellanlage" mit milderen Symptomen und selteneren Krisen. Es wird angenommen, dass das Gen sich in nachfolgenden Generationen bewahrt hat, da HbS enthaltende RBCs das Überleben in endemischen Malariaregionen von Afrika, Asien und europäischen Ländern am Mittelmeer zu begünstigen scheinen (Allison, A. C., 1956, Scientific American 195: 87–94; Friedman, M. J., und Trager, W., 1981, Scientific American 244: 154–164).

Die Suche nach therapeutischen Mitteln, von welchen bekannt ist, dass sie den Ausbruch der Sichelzell-Gelierung verzögern, ohne unerwünschte Nebenwirkungen einzuführen, ist seit vielen Jahren im Gange. (Murayama, M., 1966, Science 153: 145–149; Dean, J., und Schechter, A. N., 1978, New Engl. J. Med. 299: 804–811; Dean, J., und Schechter, A. N., 1978, New Engl. J. Med. 299: 863–870; Dean, J., und Schechter, A. N., 1978, New Engl. J. Med. 299: 752-563). Für die Behandlung des Sichelzellbildungsphänomens ist kein signifikanter Ansatz entwickelt worden (Ranney, H. M., 1972, Blond 39: 433–439; Aluoch, J. R., 1984, Trop. Geogr. Med. 36: SI-26; Serjeant, G. R., 1997, Br. J. Haematol. 97: 253–255; Olivieri, N. F., und Vichinsky, E. P., 1998, J. Pediatr. Hematol. Oncol. 20: 26–31), obwohl es viele stimulierende Forschungsansätze gibt und Hydroxyharnstoff eine gewisse Wirkung zeigt. (Dickerson, R. E., und Greis, I., Hemoglobin: Structure, Function, Evolution, and Pathology. Benjamin/Cummings Publishing Co., Menlo Park, 1. Aufl., 1983). Die klinische Behandlung einer Sichelzellkrise wird üblicherweise als unterstützend beschrieben, unter Verwendung von Flüssigkeiten für eine Hydratisierung (Scott-Conner, R. E., und Brunson, C. D., 1994, Am. J. Surg. 168: 268–274), von Sauerstoff für die Linderung der hypoxischen Sichelzellbildung und von Analgetika für die Schmerzlinderung (Pollack et al., 1991, J. Emerg. Med. 9: 445–452). Obwohl sie oftmals wirksam ist, bleibt sogar eine Blutaustauschtransfusion als präventive Therapie kontrovers (Selekman, J., 1993, Pediatr. Nurs. 19: 600–605).

Das U.S.-Patent Nr. 5,654,334 offenbart APM als Schmerzstiller, der bei der Linderung von Schmerzen, welche mit Osteoarthritis und multipler Sklerose verbunden sind, besonders wirksam ist. Ferner offenbart die Internationale Anmeldung WO 97/00692 APM als Antipyretikum. Im Rahmen einer klinischen Studie wurde gezeigt, dass APM die Schmerzen und Entzündungen bei Osteo- und gemischter Osteo- und rheumatoider Arthritis durch einen unbekannten Mechanismus lindert (Edmundson, A. B., und Manion, C. V., 1998. Clin. Pharm. Therap. 63: 580–593). Zusätzlich offenbart die Internationale Anmeldung WO 98/13062 die Wirksamkeit von APM bei der Behandlung einer Erkrankung, die durch die Anwesenheit von TNF&agr; beeinflusst wird, insbesondere Arthritis und rheumatoider Arthritis. Das U.S.-Patent Nr. 5,629,285 offenbart Sichelzellanämie als eine von zahlreichen Erkrankungen, bei der die Überproduktion oder unregulierte Produktion von TNF&agr; impliziert worden ist.

Es ist jetzt festgestellt worden, dass APM ein Bindungsverhalten gegenüber HbS zeigt, was zu einem modifizierten HbS-Molekül führt, was für die Behandlung der Sichelzell-Familie von Krankheiten nützlich ist.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Die Erfindung betrifft die Verwendung der Verbindung

in welcher R CH3 oder ein Alkyl, welches aus der Gruppe bestehend aus Ethyl, Propyl und Butyl ausgewählt wird, ist, welches den Transport der Verbindung durch die Membran von roten Blutzellen hindurch ermöglicht, für die Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung, welche nützlich ist, um eine Verringerung der Sichelzellen bei einem Säugetier zu bewirken. Speziell dient die pharmazeutische Zusammensetzung für die Behandlung von Sichelzellerkrankung bei einem Säugetier (z. B. einem Patienten), wobei die Verbindung als ein Anti-Sichelzellbildungs-Mittel bezeichnet werden kann. Die Behandlung führt zu einer Verringerung der Anzahl von Sichelzellen bezogen auf die Anzahl von normalen Zellen in dem Blut eines Patienten. Die Zusammensetzung wird vorzugsweise täglich verabreicht. Die Zusammensetzung wird vorzugsweise oral verabreicht. Die bevorzugte Verbindung, die verwendet wird, um die pharmazeutische Zusammensetzung herzustellen, ist N-Lalpha-Aspartyl-L-phenylalanin-1-methylester (R = CH3).

Zusätzlich kann die pharmazeutische Zusammensetzung einen pharmazeutischen Träger umfassen. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung betrifft die Verwendung die Verwendung einer wirksamen Menge der Verbindung, die 1,5 Milligramm bis ungefähr 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht der Verbindung beträgt. Die wirksame Menge beträgt mehr bevorzugt ungefähr 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht der Verbindung, welche vorzugsweise zweimal täglich verabreicht werden soll. Die bevorzugte Dosierungsform umfasst N-L-alpha-Aspartyl-L-phenylalanin-1-methylester (R = CH3).

Unter einem anderen Aspekt betrifft die Erfindung die Verwendung der Verbindung

in welcher R CH3 oder ein Alkyl, welches aus der Gruppe bestehend aus Ethyl, Propyl und Butyl ausgewählt wird, ist, welches den Transport der Verbindung durch die Membran von roten Blutzellen hindurch ermöglicht, um eine Anti-Sichelzellbildungs-Wirkung in roten Blutzellen in vitro zu erzeugen. Die bevorzugte wirksame Menge der Verbindung beträgt ungefähr 1 Milligramm bis ungefähr 2 Milligramm pro Milliliter. Die Verbindung ist bevorzugt N-Lalpha-Aspartyl-L-phenylalanin-1-methylester (R = CH3).

Unter einem noch anderen Aspekt betrifft die Erfindung die Behandlung von roten Blutzellen, von welchen vermutet wird, dass sie Sichelzellen enthalten, in vitro, wobei die Behandlung mit der Verbindung

in welcher R CH3 oder ein Alkyl, welches aus der Gruppe bestehend aus Ethyl, Propyl und Butyl ausgewählt wird, ist, welches den Transport der Verbindung durch die Membran von roten Blutzellen hindurch ermöglicht, und Calcium ausgeführt wird. Die Formulierung umfasst vorzugsweise N-L-alpha-Aspartyl-L-phenylalanin-1methylester (R = CH3).

Speziell betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Verringerung des Vermögens von nicht in Sichelzellform vorliegenden roten Blutzellen, welche Hämoglobin S umfassen können, Sichelzellform anzunehmen in vitro, welches umfasst, die roten Blutzellen mit einer wirksamen Menge der oben erwähnten Verbindung aufzubewahren (in Kontakt zu bringen), wobei die wirksame Menge die Sichelzellbildung der nicht in Sichelzellform vorliegenden roten Blutzellen hemmt.

Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Verringerung der Anzahl von Sichelzellen bezogen auf die Anzahl von normalen roten Blutzellen in einer Blutprobe eines Patienten (welcher eine Sichelzellerkrankung hat) vom Zeitpunkt des Sammelns der Blutprobe bei dem Patienten bis zu einem zweiten Zeitpunkt einer Laboranalyse, welches die Schritte umfasst: zu der Blutprobe zum Zeitpunkt des Sammelns eine wirksame Menge der Verbindung

in welcher R CH3 oder ein Alkyl, welches aus der Gruppe bestehend aus Ethyl, Propyl und Butyl ausgewählt wird, ist, welches den Transport der Verbindung durch die Membran von roten Blutzellen ermöglicht, zuzusetzen, wobei die wirksame Menge eine Verringerung der Anzahl von Sichelzellen bezogen auf die Anzahl von normalen roten Blutzellen in einer Patientenblutprobe zum Zeitpunkt der Laboranalyse bewirkt. Die Verbindung ist vorzugsweise N-Lalpha-Aspartyl-L-phenylalanin-1-methylester (R = CH3).

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNTUNGEN

1 ist ein Graph, welcher den Anteil von Sichelzellen in der Population von RBCs (Erythrozyten) aufgetragen gegen die Zeit in Abwesenheit von APM (Kontrolle) und in Gegenwart von APM, welches in Mengen von 1 und 2 mg zugesetzt wird, zeigt. Die Blutproben und die Objektträger wurden gemäß den in Beispiel 1 angegebenen Verfahren hergestellt. Die Ergebnisse wurden als die durchschnittliche Anzahl von Sichelzellen pro 100 gezählte Zellen über die Zeit nach der Herstellung der Objektträger, mittels der Daten von den 12 Patienten, welche zu den folgenden Behandlungsgruppen zusammengefasst worden waren: Kontrolle, 1 Milligramm APM und 2 Milligramm APM, gemessen. Standardfehler, Balken der Mittelwerte sind für N = 12 getestete Patienten gezeigt.

2 ist ein Graph, welcher die Dauer der APM-Wirkung auf die Sichelzellbildung von RBCs zeigt. Blutproben und Objektträger wurden gemäß den in Beispiel 1 angegebenen Verfahren hergestellt und die Ergebnisse wurden als die durchschnittlichen Anzahlen von Sichelzellen pro 100 gezählte Zellen 0, 1, 2, 3, 4, 5, 24 und 27 h nach der Objektträgerherstellung gemessen. Die Daten der 12 Patienten sind zu Behandlungsgruppen (Kontrolle, ausgefülltes Quadrat; 1 Milligramm APM, nach oben weisendes Dreieck; 2 Milligramm APM, nach unten weisendes Dreieck) zusammengefasst.

3 ist ein Graph, welcher den Anteil von Sichelzellen in der RBC-Population aufgetragen gegen die Zeit in Abwesenheit von APM (Kontrolle) und in Gegenwart von APM, welches in Mengen von 1 und 2 Milligramm zugesetzt wird, mit (Lav.) und ohne (Grün) Zugabe von EDTA zeigt. Die Blutproben und Objektträger wurden gemäß den in Beispiel 1 angegebenen Prozeduren hergestellt. Die Ergebnisse wurden als die durchschnittliche Anzahl von Sichelzellen pro 100 gezählte Zellen 0, 30 und 120 min nach der Objektträgerherstellung mittels der Daten von den 12 Patienten, welche zu Behandlungsgruppen zusammengefasst worden waren, gemessen. In jeder Gruppierung bei 0, 30 und 120 min treten die Balken von links nach rechts in der gleichen Reihenfolge wie die von oben nach unten angegebenen Auflistungen in der Legende auf,

4 ist ein Graph, welcher die in vivo-Reaktion eines Patienten mit einem bekannten HbS-Syndrom auf eine Behandlung mit 60 Milligramm APM veranschaulicht. Heparinisierte Blutproben wurden vor (ausgefülltes Quadrat) und 1 h nach (ausgefülltes Dreieck) der APM-Einnahme erhalten. Die Blutproben und Objektträger wurden gemäß den in Beispiel 1 angegebenen Prozeduren hergestellt. Die Ergebnisse wurden als die durchschnittliche Anzahl von Sichelzellen pro 100 gezählte Zellen über die Zeit nach der Objektträgerherstellung gemessen.

5 ist ein Graph, welcher die in vivo-Reaktion eines Patienten mit einem bekannten HbS-Syndrom auf eine Behandlung mit 160 Milligramm APM veranschaulicht. Heparinisierte Blutproben wurden vor (ausgefülltes Dreieck) und 1 h nach (ausgefüllter Diamant) der APM-Einnahme erhalten. Die Blutproben und Objektträger wurden gemäß den in Beispiel 1 angegebenen Prozeduren hergestellt. Die Ergebnisse wurden als die Anzahl von Sichelzellen pro 100 gezählte Zellen über die Zeit nach der Objektträgerherstellung gemessen.

6 ist ein Graph, welcher die Dosisvergleiche über die Zeit für HgBss-Patienten, welche mit 1,5 (niedrige Dosierung; nach unten weisendes Dreieck), 3 (mittlere Dosierung; nach oben weisendes Dreieck) oder 6 (hohe Dosierung; ausgefülltes Quadrat) Milligramm APM pro Kilogramm Körpergewicht behandelt worden sind, zeigt. Die Ergebnisse sind als die Anzahl von Sichelzellen pro 100 gezählte Zellen, bestimmt nach 0, 30, 60, 120, 240 und 1440 Minuten nach einer im Blind-Modus erfolgten Verabreichung von APM, angegeben.

7 ist ein Graph, welcher die Dosisvergleiche über die Zeit für eine Kombination von HgBss- und sbthal-Patienten zeigt, welche mit 1,5 (niedrige Dosierung; gestrichelte Linie mit nach unten weisendem Dreieck), 3 (mittlere Dosierung; gestrichelte Linie mit nach oben weisendem Dreieck) oder 6 (hohe Dosierung; durchgezogene Linie mit ausgefülltem Quadrat) Milligramm APM pro Kilogramm Körpergewicht behandelt worden sind. Die Ergebnisse sind als die Anzahl von Sichelzellen pro 100 gezählte Zellen, bestimmt nach 0, 30, 60, 120, 240 und 1440 Minuten nach einer im Blind-Modus erfolgten Verabreichung von APM, angegeben.

8 ist ein Graph, welcher die Dosisvergleiche über die Zeit für Hgbsc-Patienten zeigt, welche mit 1,5 (niedrige Dosierung; nach unten weisendes Dreieck), 3 (mittlere Dosierung; nach oben weisendes Dreieck) oder 6 (hohe Dosierung; ausgefülltes Quadrat) Milligramm APM pro Kilogramm Körpergewicht behandelt worden sind. Die Ergebnisse sind als die Anzahl von Sichelzellen pro 100 gezählte Zellen, bestimmt nach 0, 30, 60, 120, 240 und 1440 Minuten nach einer im Blind-Modus erfolgten Verabreichung von APM, angegeben.

9 ist ein Graph, welcher die Viskositätsmessungen für jede der zehn Patientenproben, bestimmt zum Zeitpunkt der Grundlinienermittlung und 120 min nach einer APM-Verabreichung, zeigt. Die erste Gruppierung ist die parallel erfolgte Messung der Viskosität von Wasser zu dem Zeitpunkt und unter den Bedingungen, unter welchen die Blutprobe des Patienten getestet wurde; die zweite Gruppierung ist die parallel erfolgte Messung der Viskosität von Kochsalzlösung zu dem Zeitpunkt und unter den Bedingungen, unter welchen die Blutprobe des Patienten getestet wurde; die dritte Gruppierung ist die Viskositätsmessung für jeden Patienten, bestimmt zum Zeitpunkt der Grundlinienermittlung (Zeitpunkt 0); und die vierte Gruppierung ist die Viskositätsmessung für jeden Patienten, welche 120 min nach der Behandlung bestimmt wurde. In jeder Gruppierung treten die Balken von links nach rechts in der gleichen Reihenfolge auf wie die von oben nach unten angegebenen Auflistungen in der Legende. Die als TM, BB und CH identifizierten Patienten, deren Daten in Form des 5., 6. bzw. 7. Balkens von links in jeder Behandlungsgruppe angegeben sind, hatten Hgbsc- oder SC-Krankheit. Der als TC identifizierte Patient, dessen Daten in Form des 4. Balkens von links in jeder Behandlungsgruppe angegeben sind, hatte sbthal-Krankheit. Die anderen Patienten hatten Sichelzellerkrankung oder SS-Krankheit.

10 ist ein Graph, welcher die Viskositätsmessungen für jede der zehn Patientenproben, bestimmt 480 min nach einer in vivo-APM-Behandlung nach der in vitro-Zugabe von 0, 1 Milligramm oder 2 Milligramm APM pro Milliliter, angibt. Die erste Gruppierung bestand aus Viskositätsablesungen für Patientenproben, gemessen 480 min nach der Behandlung, bei welcher keine in vitro-Zugabe von APM stattfand; die zweite Gruppierung bestand aus Viskositätsablesungen für Patientenproben, gemessen 480 min nach der Behandlung, bei welcher 1 Milligramm pro Milliliter APM in vitro zugesetzt worden war; und die dritte Gruppierung bestand aus Viskositätsablesungen für Patientenproben, gemessen 480 min nach der Behandlung, bei welcher 2 Milligramm pro Milliliter APM in vitro zugesetzt worden waren. In jeder Gruppierung treten die Balken von links nach rechts in der gleichen Reihenfolge auf wie die von oben nach unten angegebenen Auflistungen in der Legende. Die als TM, BB und CH identifizierten Patienten, deren Daten in Form des 5., 6. bzw. 7. Balkens von links in jeder Behandlungsgruppe angegeben sind, hatten Hgbsc- oder SC-Krankheit. Der als TC identifizierte Patient, dessen Daten in Form des 4. Balkens von links in jeder Behandlungsgruppe angegeben sind, hatte sbthal-Krankheit. Die anderen Patienten hatten Sichelzellerkrankung oder SS-Krankheit.

11 ist ein Graph, welcher die Korrelation der Sichelzellzahl zur Viskosität zeigt, wobei eine linear proportionale Korrelation demonstriert wird, d. h. wenn die Anzahl von Sichelzellen pro Gesamtanzahl von gezählten Zellen zunimmt, nimmt die Viskosität ebenfalls zu.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG

Es ist jetzt festgestellt worden, dass N-L-alpha-Aspartyl-Lphenylalanin-1-methylester (APM) mit dem HbS-Molekül in dem Ausmaße wechselwirkt, dass die Stapelung der HbS-Moleküle innerhalb der RBC signifikant verändert wird, was zu einer Verringerung des Vermögens von HbS enthaltenden RBCs, bei Hypoxämie in Sichelzellform überzugehen, führt. Nach einer Verabreichung einer wirksamen Menge von APM erfahren Patienten, welche genetisch bedingte Erkrankungen der Sichelzellfamilie haben, eine Verringerung bei der Anzahl von Sichelzellen bezogen auf die Anzahl von normalen Zellen innerhalb von einer Stunde nach der Verabreichung, was die medizinischen Qualitäten von APM, welche bei der Behandlung von Sichelzellerkrankungen hilfreich sind, zeigt.

Eine bevorzugte wirksame Menge von APM, die eine Verringerung der Sichelzellen nach einer Dosis bewirken kann, beträgt ungefähr 1 Milligramm bis ungefähr 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Ein mehr bevorzugter Bereich beträgt ungefähr 3 Milligramm bis ungefähr 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Am meisten bevorzugt ist ungefähr 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Die Dosierung kann mit der Zeit für eine anhaltende Linderung wiederholt werden, vorzugsweise mit 6 Milligramm alle 12 Stunden.

APM kann oral, parenteral, intraperitoneal oder sublingual verabreicht werden. Es kann über eine orale Einnahme einer Nahrungsmittelsubstanz, welche APM enthält, in einem Volumen, welches ausreicht, um therapeutische Niveaus zu erreichen, verabreicht werden. Alternativ kann es in Kapseln eingeschlossen, zu Tabletten verdichtet, mikroverkapselt, in Liposome eingeschlossen, in Lösung oder Suspension, allein oder in Kombination mit einem Substrat-immobilisierenden Material, wie Stärke, oder schlecht absorbierbaren Salzen vorliegen. Pharmazeutisch verträgliche Bindemittel und/oder Adjuvans- oder Hilfsstoff-Materialien können als Teil einer Zusammensetzung verwendet werden. Tabletten oder Kapseln können einen beliebigen der folgenden Bestandteile oder Verbindungen von ähnlicher Natur enthalten: ein Bindemittel, wie mikrokristalline Cellulose, Tragant oder Gelatine; ein Vehikel, wie Stärke oder Lactose; ein Integrationsmittel, wie Alginsäure; Maisstärke; ein Lubricans, wie Magnesiumstearat; ein Gleitmittel, wie kolloidales Siliciumdioxid; und zusätzliche Süßungs- und Geschmackstoffe. Wenn eine Kapselform verwendet wird, kann ein flüssiger Träger, wie ein Fettöl, verwendet werden. Kapseln und Tabletten können mit Zukker, Schellack und anderen enterischen Mitteln, wie bekannt ist, überzogen werden. AMP kann auch in einer Formulierung für eine kontrollierte Freisetzung vorliegen.

Mit Ausnahme von Patienten, welche unter Phenylketonurie leiden, wird APM als eine GRAS- ("generally regarded as safe", im allgemeinen als sicher angesehene) Substanz angesehen. APM ist kommerziell erhältlich, z. B. als ASPARTAMETM (G. D. Searle & Company, Chicago, IL). Seine Herstellung wird ebenfalls in dem U.S.-Patent Nr. 3,492,131 offenbart. Obwohl APM bevorzugt ist, wird angenommen, dass ein Derivat von APM, das die RBC-Membran durchqueren und mit dem HbS-Molekül in dem Ausmaße Wechselwirken kann, dass die Stapelung der HbS-Moleküle signifikant verändert wird, ebenfalls als eine wirksame Behandlung für Sichelzellerkrankung verabreicht werden kann. Gemäß der Erfindung sind die Derivate Ethyl-, Propyl- und Butylester, und die Derivate sollten die Süßungseigenschaft des Dipeptids beibehalten. Solche Derivate wurden unter Verwendung der in den nachfolgenden Beispie-len angegebenen Kontrollmethoden bestimmt.

Es versteht sich, dass "APM", das hier verwendet wird, sich auf N-L-alpha-Aspartyl-L-phenylalanin-1-methylester oder dessen Derivat, wie oben definiert, bezieht.

Die Wirksamkeit einer APM-Behandlung für Sichelzellerkrankungen kann durch mehrere Methoden überwacht werden. Es können Routine-Laborscreeningmethoden, die in diesem Fachgebiet für das Testen auf Sichelzellerkrankungen bekannt sind, verwendet werden. Beispielsweise sind normale RBCs löslicher als in Sichelzellform vorliegende RBCs und die Beobachtung einer erhöhten Löslichkeit von RBCs in Blutproben, welche einem an einer Sichelzellerkrankung leidenden Patienten entnommen worden sind, ist ein Hinweis auf eine wirksame APM-Behandlung. Die Verwendung eines Metabisulfit-Objektträger-Tests an heparinisierten Blutproben, wie in Beispiel 1 angegeben, kann ebenfalls verwendet werden, wobei eine Verringerung der Anzahl von Sichelzellen bezogen auf die normalen Zellen einen Hinweis auf eine wirksame APM-Behandlung darstellt. Dieses Metabisulfit-Screeningverfahren unterscheidet nicht zwischen Sichelzellanlage (heterozygot bezüglich HbS) und Sichelzellerkrankung (homozygot bezüglich HbS), da alle HbS enthaltenden RBC in die Sichelzellform übergehen werden. Wie in Beispiel 4 angegeben, kann auch ein Kontroll- oder Überwachungsverfahren, welches auf der Tatsache beruht, dass die Viskosität von Blut von Patienten mit Sichelzellerkrankungen bei einer Behandlung mit APM abnimmt, verwendet werden. Dieses Kontrolloder Überwachungsverfahren kann verwendet werden, um Sichelzellerkrankung von Sichelzellanlage zu unterscheiden, obwohl häufiger eine Hämoglobin-Elektrophorese eingesetzt wird.

Die Sichelzellbildung von RBCs in einer Patientenprobe verändert sowohl die physikalischen als auch die chemischen Eigenschaften der Probe über die Zeit. Es gibt Vorteile, die Degradierung, welche durch die Sichelzellbildung verursacht wird, für bestimmte Anwendungen, insbesondere Krisen, zu verringern. Aufgrund seiner Anti-Sichelzellbildungs-Eigenschaften kann APM als ein Stabilisierungsmittel verwendet werden, um die Sichelzellbildung von RBCs in Vollblut und RBC-Proben ab dem Zeitpunkt der Sammlung der Vollblutproben von dem Patienten bis zu dem Zeitpunkt, an welchem die Probe entweder durch das Labor analysiert oder in in vitro-Experimenten eingesetzt wird, zu verringern. Eine wirksame Menge von APM kann zu einem Transportbehälter, entweder bevor oder unmittelbar nachdem die Blutprobe zu dem Transportbehälter hinzugefügt wird bzw. worden ist, hinzugesetzt werden.

Beispiel 1: Verringerung von Sichelzellen in in vitro-Blutproben

Im Rahmen einer in vitro-Untersuchung wurde gezeigt, dass APM durch die RBC-Membran transportiert wird und eine Verringerung der Sichelzellbildung von Zellen in Blutproben, welche unter Sichelzellerkrankungen leidenden Patienten entnommen worden sind, bewirkt.

Zwölf Patienten in einem im Bereich der pädiatrischen Betreuung liegenden Alter, die durch Phlebotomie und Blutaustauschtransfusion aufgrund von deren Sichelzellbildungserkrankungen behandelt wurden, wurde Blut abgenommen. Blutproben von jedem Patienten wurden direkt in Heparin-Röhrchen abgenommen, in einem Kühlschrank bei ungefähr 10°C aufbewahrt und routinemäßig innerhalb von 36 h nach der Abnahme getestet. Einige Proben wurden innerhalb von einer Woche nach der Abnahme erneut überprüft oder erneut analysiert, und die Wirkungen auf Sichel-Hämoglobin waren nach wie vor vorhanden mit gezählten Werten, welche ähnlich waren zu jenen, die innerhalb von 36 h erhalten worden waren.

Normales Blut, welches kein HbS enthielt, wurde als Kontrolle verwendet. Für jede heparinisierte Patientenblutprobe und die Normalblutkontrolle wurden drei Versuchsproben, welche 0,25 Milliliter normale Kochsalzlösung und 0,25 Milliliter Blut enthielten, hergestellt und dann, wie folgt, behandelt: (1) eine wurde unbehandelt gelassen; eine wurde mit 1 Milligramm APM behandelt; und (3) eine wurde mit 2 Milligramm APM behandelt. Alle Versuchsproben wurden in einem Kühlschrank bei ungefähr 10°C eine Stunde vor dem Testen aufbewahrt, um Zeit zu geben, dass das APM durch die RBCs absorbiert werden konnte.

Unter Verwendung von Metabisulfit, um HbS in die Desoxy-Form zu reduzieren (Daland, G. A., und Castle, W. B., 1948, J. Lab. Clin. Med. 33: 1082–1088; Nelson, D. A., in: Todd-Sanford-Davidsohn Clinical Diagnosis by Laboratory Methods, J. B. Henry, Hrsg. (W.B. Saunders Co., Philadelphia, 1979, Band 1, S. 1020), wurde ein Sichelzellbildungstest an jeder Versuchsprobe ausgeführt. Das die Sichelzellbildung induzierende Mittel wurde täglich frisch hergestellt, wie folgt: 10 Milligramm Metabisulfit in 1 Milliliter isotonischer Kochsalzlösung. Für jede Versuchsprobe wurde eine Mehrzahl von Testobjektträgern hergestellt, indem 3 Tropfen des Metabisulfit-Induktionsmittels und 1 Tropfen der Versuchsprobe auf die Oberfläche eines Glasobjektträgers gegeben wurden, ein Deckgläschen über die Probe gelegt wurde und das Deckgläschen mit einem Petroleumgeleekörnchen versiegelt wurde, um Sauerstoff daran zu hindern, in die Probe einzudringen. Mikrophotographien wurden mit einem Phasenkontrastmikroskop mit 400-facher Vergrößerung 0, 30 und 120 Minuten nach der Objektträgerherstellung aufgenommen und die Ergebnisse wurden aus den Mikrophotographien als die Anzahl von Sichelzellen pro 100 gezählte Zellen erhalten.

Um die natürliche oder nicht-induzierte Sichelzellbildung der Versuchsproben zu berücksichtigen, wurde eine Grundlinien-Sichelzellbildungszahl für jede heparinisierte Patientenblutprobe und die Normalblutkontrolle ermittelt. Objektträger wurden hergestellt, indem 3 Tropfen Kochsalzlösung und 1 Tropfen der Versuchsprobe auf die Oberfläche eines Glasobjektträgers gegeben wurden, ein Deckgläschen über die Probe gelegt wurde und das Deckgläschen mit einem Petroleumgeleekörnchen versiegelt wurde, um Sauerstoff daran zu hindern, in die Probe einzudringen. Mikrophotographien wurden mit einem Phasenkontrastmikroskop mit 400-facher Vergrößerung 0, 30 und 120 Minuten nach der Objektträgerherstellung aufgenommen und die Ergebnisse wurden aus den Mikrophotographien als die Anzahl von Sichelzellen pro 100 gezählte Zellen erhalten. Diese Anzahl von Sichelzellen pro 100 gezählte Zellen wurde als Grundlinien-Sichelzellbildungszahl angesehen und wurde von den mit den mittels Metabisulfit induzierten Proben ermittelten Zellzahlen abgezogen.

Wie in Tabelle I und 1 gezeigt, enthielten nach der Exposition gegenüber Metabisulfit in Gegenwart von APM heparinisierte Blutproben von allen zwölf Patienten weniger Sichelzellen als die Kontrollen. Die Wirkungen von APM in Hinblick auf die Verringerung der Anzahl von Sichelzellen traten unverzüglich auf und nahmen mit steigender APM-Konzentration zu. Die Varianzanalyse war mit p<0,00004 statistisch signifikant. In den Mikrophotographien wurden relativ kleine Anzahlen von Sichelzellen bei den APM-behandelten Objektträgern beobachtet. Darüber hinaus entwickelten die APM-behandelten Zellen im Gegensatz zu dem gleichförmigen Erscheinungsbild von normalen bikonkaven RBCs oder Sichelzellen ungleichmäßige Hämoglobin-Flecken mit scharf definierten Rändern, was das Vorhandensein von ungleichförmigen, kleinen Bündeln von Sichelzell-Fasern, die durch APM daran gehindert worden waren, ausreichend groß zu werden, um die Zellen zu der Sichelgestalt zu deformieren, anzeigt, Es wurde ein zeitlicher Verlauf für die APM-Wirkung ermittelt, indem das oben angegebene Experiment mit Zellzahlen, welche 0, 1, 2, 3, 4, 5, 24 und 27 h nach der Metabisulfit-Induktion ermittelt wurden, wiederholt wurde. Die Ergebnisse sind in 2 als kombinierte zeitliche Verläufe für APM für jedes Behandlungsverfahren angegeben. Die Rnti-Sichelzellbildungs-Wirkung von APM in vitro dauerte wenigstens 27 h an. Während dieses Zeitraums war die Rate der Sichelzellbildung bei den APMbehandelten Zellen signifikant geringer als bei den Kontrollen. Dementsprechend wurde, obwohl die Sichelzellbildung durch APM

über die Zeit nicht verhindert wurde, deren Fortschreiten über die Zeit begrenzt.

Die Wirkung von Calcium (Ca2+) auf die Wirksamkeit von APM wurde untersucht, indem das obige Experiment unter Zugabe von EDTA, einem Ca2+ komplexierenden Mittel, zur Normalblutkontrolle und zu den Patientenversuchsproben vor der Untersuchung wiederholt wurde. 3 veranschaulicht die vergleichende Heparin-gegenüber EDTA-Behandlung des Bluts. Die Zugabe von EDTA eliminierte die Anti-Sichelzellbildungs-Wirkung von APM vollständig, ein Ergebnis, welches anzeigt, dass APM die RBC-Membran in Abwesenheit von Ca2+ nicht passiert. Diese Ergebnisse zeigen auch, dass die Verwendung von EDTA als gerinnungshemmendes Mittel in Screeningtests Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit von APM, welches Ca2+ für den Transport durch die RBC-Membran benötigt, in negativer Weise verzerren wird. Darüber hinaus ist die Zugabe eines Calciumsalzes zu APM-Formulierungen, welche für eine Anti-Sichelzellbildungs-Behandlung nützlich sind, wie auch bei in vitro-Anwendungen wünschenswert.

Beispiel 2: Verringerung von Sichelzellen in vivo

Die Anti-Sichelzellbildungs-Wirkung von APM wurde in heparinisierten Blutproben, welche einer weiblichen Patientin mit Sichelzellanämie entnommen worden waren, beobachtet.

Während Woche 1 der Untersuchung wurden Blutproben der Patientin vor und eine Stunde nach einer oral verabreichten Dosis von 60 Milligramm APM entnommen. Während Woche 2 wurden Blutproben der Patientin vor und eine Stunde nach einer oral verabreichten Dosis von 160 Milligramm APM entnommen. Die Blutproben und Objektträger wurden gemäß den in Beispiel 1 angegebenen Verfahren hergestellt und die Zellzahlen wurden 0, 30 und 120 Minuten nach der Induktion bestimmt.

Die Ergebnisse der Untersuchung sind in 4 und 5 für die 60 Milligramm- bzw. 160 Milligramm-Behandlungen angegeben. Es wurde eine Abnahme der Anzahl von in Sichelzellform vorliegenden RBCs bezogen auf die Kontrolle nach einer Verabreichung der niedrigeren Dosierung beobachtet, wodurch eine Anti-Sichelzellbildungs-Reaktion auf die APM-Einnahme bestätigt wurde. Bei der höheren 160 Milligramm-Dosis war die Anti-Sichelzellbildungs-Wirkung proportional höher als die Wirkung, die mit der 60 Milligramm-Dosierung beobachtet wurde, was einen signifikanten Dosis-Wirkungs-Effekt anzeigt.

Beispiel 3: APM-Dosis-Wirkungs-Untersuchung bei Patienten mit Sichelzellerkrankungen

Eine im Blind-Modus durchgeführte Untersuchung wurde mit 23 Patienten, bei denen Sichelzellerkrankungen diagnostiziert worden waren, ausgeführt. Blutproben wurden von den 23 Patienten mit Sichelzellerkrankung (homozygot bezüglich HgBss), Sichelzellanlage (heterozygot bezüglich Hgbsc) oder welche bezüglich HbS mit einer p-Thalassämie-Kette ("sbthal") homozygot waren, vor und nach einer im Blind-Modus erfolgten Verabreichung von APM in einer Menge von 1,5 (niedrige Dosierung), 3 (mittlere Dosierung) oder 6 (hohe Dosierung) Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht erhalten. Die Eigenschaften der Patienten sind in Tabelle II angegeben.

Blut wurde den zehn Patienten in Heparin-Röhrchen vor und 120 min nach einer Behandlung mit 0, 1,5, 3 oder 6 Milligramm APM pro Kilogramm Körpergewicht in einem Blind-Modus abgenommen, in einem Kühlschrank bei ungefähr 10°C aufbewahrt und routinemäßig innerhalb von 36 Stunden nach der Abnahme getestet.

Normales Blut, welches kein abnormales Hämoglobin enthielt, wurde als Kontrolle verwendet. Für jede heparinisierte Patientenblutprobe und die Normalblutkontrolle wurden Versuchsproben hergestellt, die 0,25 Milliliter normale Kochsalzlösung und 0,25 Milliliter Blut enthielten. Nach der Metabisulfit-Induktion, wie in Beispiel 1 angegeben, wurde die Anzahl von Sichelzellen bezogen auf die Anzahl von normalen Zellen 0, 30, 60, 120, 240, 480 und 1440 Minuten nach der Induktion bestimmt.

Die Ergebnisse der Untersuchung sind als die Anzahl von Sichelzellen pro 100 gesamte gezählte Zellen über die Zeit angegeben. Dosisvergleiche für die zusammengefassten HgBss-Patienten, zusammengefassten HgBss- und sbthal-Patienten und zusammengefassten Hgbsc-Patienten sind in 6, 7 bzw. 8 angegeben. Eine Abnahme der Anzahl von in Sichelzellform vorliegenden RBCs bezogen auf die Kontrolle wurde nach einer Verabreichung der niedrigeren Dosierung beobachtet, wodurch eine Anti-Sichelzellbildungs-Reaktion auf eine APM-Einnahme bestätigt wurde (Daten nicht gezeigt). Bei der höheren Dosierung war die Anti-Sichelzellbildungs-Wirkung proportional höher als die Wirkung, die mit der mittleren Dosierung beobachtet wurde, und die Anti-Sichelzellbildungs-Wirkung der mittleren Dosierung war höher als die Wirkung der niedrigen Dosierung, was einen signifikanten Dosis-Wirkungs-Effekt anzeigt. Bei Hgbsc wurde kein Dosis-Wirkungs-Effekt beobachtet.

Tabelle II: Patienteneigenschaften für die Dosis-Wirkungs-Untersuchung Patientenblutprobe, welche bei der in Beispiel 4 diskutierten Viskositätsuntersuchung verwendet wurde. ss = homozygot bezüglich HbS; sc = heterozygot bezüglich HbS und HbC; sbthal = HbS mit &bgr;-Thalassämie-Kette. H = hohe Dosis, 6 mg/kg Körpergewicht; M = mittlere Dosis, 3 mg/kg Körpergewicht; L = niedrige Dosis, 1,5 mg/kg Körpergewicht.
Beispiel 4: Viskositätsscreening-Verfahren auf APM-Wirksamkeit

Die Wirksamkeit einer APM-Behandlung kann überwacht werden, indem die Viskosität von Patientenblutproben vor und nach einer Behandlung gemessen wird. Die Viskosität von Normalblut nimmt mit steigender Hämoglobinkonzentration zu. Obwohl Patienten mit Sichelzellerkrankung anämisch sind, erweist sich die Viskosität von ihrem Blut als im normalen Bereich; die Viskosität ist jedoch aufgrund einer Zunahme der Anzahl von Sichelzellen bezogen auf die Anzahl von normalen Zellen erhöht.

Blutproben wurden von zehn Patienten, welche eine Erkrankung aufgrund von Homozygotie bezüglich HbSS oder eine Erkrankung aufgrund von Heterozygotie bezüglich HbSC aufwiesen, vor und nach einer im Blind-Modus erfolgten Verabreichung von APM in einer Menge von 1,5 (niedrige Dosierung), 3 (mittlere Dosierung) oder 6 (hohe Dosierung) Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht erhalten. Die Patienteneigenschaften sind in den ersten zehn Einträgen in Tabelle II angegeben.

Viskositätsbestimmungen unter Verwendung der RBC-Pipetten-Methode von Wright und Jenkins (Wright, D. J., und Jenkins, Jr., D. E. 1970. Blood 36: 516–522) erfolgten an jeder anonymisierten Vollblutprobe vor und 120 min nach einer im Blind-Modus erfolgten Verabreichung von APM. Jede Messung wurde dreifach ausgeführt. Es erfolgten ebenfalls Kontroll-Viskositätsmessungen unter Verwendung von Kochsalzlösung und Wasser für jede Patientenund normale Vollblutprobe, um die Viskositätsmessungen zu validieren.

Um die Viskosität zu messen, wurden 1,01 ml der Testflüssigkeit, d. h. entweder Wasser, Kochsalzlösung oder Blut, in eine RBC-Pipette unter Verwendung einer 50 ml-Spritze, welche über einen Gummischlauch mit der Oberseite der RBC-Pipette verbunden war, aufgezogen. Unter Verwendung eines konstanten Drucks von 20 mm durch Aufrechterhalten des Drucks mit visuellem Feedback und Handdruck wurde die Menge an Zeit, die es brauchte, damit die Testflüssigkeit aus der RBC-Pipette heraustropfte, mittels einer Stoppuhr gemessen. Jede Messung wurde dreifach ausgeführt.

Die Ergebnisse der Viskositätsuntersuchung, welche durch Vergleich von zum Zeitpunkt der Grundlinienermittlung und 120 min nach der Behandlung erhaltenen Viskositätsmessungen erhalten wurden, sind in 9 und Tabelle III zusammengefasst. Bei den fünf als HgBss identifizierten Patienten (homozygot bezüglich HbS) nahm die Blutviskosität nach der Behandlung mit der Zeit ab. Bei den zwei Patienten mit sbthal-Diagnose (homozygot bezüglich HbS mit &bgr;-Thalassämie-Kette) nahm die Blutviskosität ebenfalls nach einer Behandlung mit der Zeit ab, was den mit HgBss erhaltenen Ergebnissen ähnelte. Im Gegensatz dazu zeigten Blutproben, die drei Patienten mit Hgbsc-Diagnose (heterozygot bezüglich HbS und HbC) entnommen worden waren, eine erhöhte Viskosität nach einer Behandlung mit der Zeit. Gemäß diesen Daten kann dieses Überwachungsverfahren verwendet werden, um "Sichelzellerkrankung" von bestimmten "Sichelzellanlage"-Erkrankungen oder -Störungen, z. B. Hgbsc, zu unterscheiden. Die Viskositätsdaten wurden auch mit der Pirofsky-Veränderung der Viskosität gegenüber einem Hämatokrit-Standard verglichen und die Ergebnisse waren, dass die Viskosität in Blutproben von Patienten mit Sichelzellerkrankung (HgBss) abnahm und in Blutproben von Patienten mit Sichelzellanlage (Hgbsc) zunahm.

Tabelle III: Viskositätsergebnisse

Zu Vergleichszwecken wurde die Anzahl von Sichelzellen bezogen auf die Anzahl von normalen Zellen für jede anonymisierte Probe vor und 30, 60, 120, 240 und 1440 min nach einer im Blind-Modus erfolgten Verabreichung von APM unter Verwendung des in Beispiel 1 angegebenen Metabisulfit-Tests mit der Ausnahme, dass das Verhältnis von Metabisulfit zu Vollblut 6 : 1 anstelle von 3 : 1 betrug, bestimmt.

Proben mit hohen Viskositätsablesungen 480 min oder 1440 min nach der Behandlung, welche so ausgewählt worden waren, dass sie Patienten mit einer validierten Reaktion auf APM, welche zum Normalzustand zurückkehrten, repräsentierten, wurden aufgeteilt und mit zusätzlichen 0, 1 oder 2 Milligramm/Milliliter APM in vitro behandelt im Bemühen, zu messen, ob eine zweite induzierbare Anti-Sichelzellbildungs-Reaktion möglich war und ob eine zweite Reaktion auf die in vitro-APM-Zugabe beobachtet werden konnte. Es wurde die Viskosität von jeder Probe 480 min nach der Behandlung gemessen. Wie in 10 angegeben, nahm die Viskosität der Blutproben von den als HgBss eingestuften Patienten verglichen mit der Kontrolle mit der Zeit ab. Im Gegensatz dazu zeigten Blutproben von den Hgbsc-Patienten verglichen mit der Kontrolle eine Viskositätszunahme mit der Zeit.

Viskositätsmessungen zum Zeitpunkt der Grundlinienermittlung und 120 min nach der Behandlung wurden mit der Anzahl von Sichelzellen bezogen auf die Anzahl von normalen Zellen für eine Korrelation verglichen. Eine Korrelation wurde auch zwischen der Sichelzellzahl und der Viskosität, wie in 11 gezeigt, vorgenommen. Die Ergebnisse zeigten, dass, wenn die Anzahl von Sichelzellen bezogen auf die Anzahl von normalen Zellen zunahm, die Blutviskosität ebenfalls in einer im wesentlichen linear proportionalen Korrelation zunahm.

Oral verabreichtes APM verringerte die Anzahl von Sichelzellen in HbSS-Blut und verringerte auch die Viskosität von HbSS-Blut. Zusätzlich verringerte auch die Zugabe von APM in vitro die Anzahl von Sichelzellen in HbSS-Blut und die Viskosität von HbSS-Blut. Das HbSC-Blut wurde durch APM in vivo oder in vitro nicht beeinflusst.


Anspruch[de]
  1. Verwendung einer wirksamen Menge der Verbindung
    in welcher R CH3 oder ein Alkyl, welches aus der Gruppe bestehend aus Ethyl, Propyl und Butyl ausgewählt wird, ist, für die Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung für die Behandlung von Sichelzellerkrankung bei einem Säugetier.
  2. Verwendung nach Anspruch 1, wobei die wirksame Menge der Verbindung 1,5 Milligramm bis 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht beträgt.
  3. Verwendung einer wirksamen Menge der Verbindung
    in welcher R CH3 oder ein Alkyl, welches aus der Gruppe bestehend aus Ethyl, Propyl und Butyl ausgewählt wird, ist, um in vitro eine Anti-Sichelzellbildungs-Wirkung in roten Blutzellen zu erzeugen.
  4. Verwendung nach Anspruch 3, wobei die wirksame Menge der Verbindung 1 Milligramm bis 2 Milligram pro Milliliter beträgt.
  5. Verwendung nach den Ansprüchen 1–4, wobei R CH3 ist.
  6. Verfahren zur Verringerung des Vermögens von nicht in Sichelzellform vorliegenden roten Blutzellen, welche Hämoglobin S umfassen können, in vitro Sichelzellform anzunehmen, welches umfasst, die roten Blutzellen mit einer wirksamen Menge der Verbindung
    in welcher R CH3 oder ein Alkyl, welches aus der Gruppe bestehend aus Ethyl, Propyl und Butyl ausgewählt wird, ist, in Kontakt zu bringen, wobei die wirksame Menge die Sichelzellbildung von nicht in Sichelzellform vorliegenden roten Blutzellen hemmt.
  7. Verfahren zur Verringerung der Anzahl von in Sichelzellform vorliegenden Zellen bezogen auf die Anzahl von nicht in Sichelzellform vorliegenden roten Blutzellen in einer Patientenblutprobe vom Zeitpunkt des Sammelns der Blutprobe bei dem Patienten bis zu einem zweiten Zeitpunkt einer Laboranalyse, welches umfasst, zu der Probe zum Zeitpunkt des Sammelns eine wirksame Menge der Verbindung
    in welcher R CH3 oder ein Alkyl, welches aus der Gruppe bestehend aus Ethyl, Propyl und Butyl ausgewählt wird, ist, zuzusetzen, wobei die wirksame Menge die Sichelzellbildung von nicht in Sichelzellform vorliegenden roten Blutzellen vom Zeitpunkt des Sammelns bis zum Zeitpunkt der Laboranalyse hemmt.
  8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, wobei R CH3 ist.
  9. Verwendung einer wirksamen Menge der Verbindung
    in welcher R CH3 oder ein Alkyl, welches aus der Gruppe bestehend aus Ethyl, Propyl und Butyl ausgewählt wird, ist, für die Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Verringerung des Vermögens von roten Blutzellen in einem Patienten, Sichelzellform anzunehmen.
  10. Verwendung nach Anspruch 9, wobei die wirksame Menge 1,5 Milligramm bis 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht der Verbindung beträgt.
  11. Verwendung nach Anspruch 9, wobei die wirksame Menge 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht der Verbindung beträgt.
  12. Verwendung nach den Ansprüchen 9 bis 11, wobei R CH3 ist.
  13. Verwendung nach den Ansprüchen 9 bis 11, wobei die pharmazeutische Zusammensetzung für eine tägliche Verabreichung formuliert ist.
  14. Verwendung nach Anspruch 13, wobei die pharmazeutische Zusammensetzung für eine orale Verabreichung formuliert ist.
Es folgen 11 Blatt Zeichnungen






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