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Dokumentenidentifikation DE19806433B4 11.11.2004
Titel Verwendung eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials als Etikett
Anmelder Mitsubishi HiTec Paper Flensburg GmbH, 24941 Flensburg, DE
Erfinder Berndt, Jutta, 24941 Jarplund-Weding, DE;
Gerecht, Bernd, 49086 Osnabrück, DE;
Wagner, Wolfgang, 24943 Flensburg, DE
DE-Anmeldedatum 17.02.1998
DE-Aktenzeichen 19806433
Offenlegungstag 19.08.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 11.11.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.11.2004
IPC-Hauptklasse B41M 5/40
IPC-Nebenklasse G09F 3/02   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials, umfassend einen Schichtträger, eine auf der Vorderseite des Schichtträgers angeordnete wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht, enthaltend einen Farbstoffvorläufer und einen Farbakzeptor, der bei Kontakt mit dem Farbstoffvorläufer einer Farbbildungsreaktion unterliegt, eine zwischen Schichtträger und wärmeempfindlicher Aufzeichnungsschicht angeordnete Zwischenschicht und eine die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht abdeckende mittels Elektronenstrahl gehärtete Schutzschicht.

Ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial der vorstehend angegebenen Art ist aus der DE-C-33 12 716 bekannt. Die dort angegebene Schutzschicht dient der Einschränkung schädlicher Einflüsse, die durch Wasser, Weichmacher, Öle oder organische Lösungsmittel auf das Aufzeichnungsmaterial einwirken und die Beständigkeit der Bilddichte beeinträchtigen.

Gemäß der DE-A-39 35 070 wird ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial mit einer glänzenden Oberfläche vorgeschlagen, das eine durch aktinische Strahlung gehärtete Schutzschicht aufweist, die ein ausgezeichnetes Anpassungsvermögen an den Thermokopf ohne Verursachung von Druckausfällen zeigen soll.

Aus der DE-C-40 12 185 ist ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial bekannt, das eine über der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht angeordnete Schutzschicht und eine Rückseitenbeschichtung aufweist, die beide mittels Elektronenstrahlen ausgehärtet sind. Zwischen Trägermaterial und Aufzeichnungsschicht ist zusätzlich eine ebenfalls mittels Elektronenstrahlen ausgehärtete Zwischenschicht aus vernetzen Polymeren angeordnet. Mit dieser Zwischenschicht soll der Einfluß des Trägermaterials auf die Farbbildungsreaktion und den Kontrast des entstehenden Bildes gegenüber dem Bildhintergrund eingeschränkt werden.

Die DE-A-42 25 419 offenbart ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial mit einer Deckschicht, die ein durch ionisierbare Strahlung härtbares Harz aufweist, wobei in der Deckschicht ein Silikon-Oberflächenaktivmittel und Mikrokugeln von niedrig molekularem Olefinpolymerharz vorliegen. Das bekannte wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial soll als Aufkleber, z. B. in einer vollautomatischen Etikettiermaschine, eingesetzt werden, wobei einerseits eine Verschmutzung des Aufzeichnungskopfes durch Bestandteile der Deckschicht zu vermeiden ist, andererseits aber eine einwandfreie Bedruckbarkeit gewährleistet bleiben soll.

Ein Verfahren zur Herstellung einer wärmeempfindlichen Schicht sowie einer auf die wärmeempfindliche Schicht aufzubringenden Schutzschicht aus der Mischung eines mit Elektronenstrahlen vernetzbaren wasserlöslichen oder wasserdispergierbaren Bindemittels und einem durch Elektronenstrahlen härtbaren Prepolymeren oder Monomeren ist aus der EP-B-0 159 659 bekannt. Es wird angegeben, daß eine bessere Beständigkeit gegen Wasser oder Feuchtigkeit im Vergleich zu den konventionellen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterialien erzielt werden soll.

Der vorstehend diskutierte Stand der Technik zeigt, daß die bisher bekannten Schutzschichten vorwiegend zur Verbesserung der Chemikalienbeständigkeit, Wasserfestigkeit oder Weichmacherfestigkeit dienen sollen. Andererseits sind auch Vorschläge bekannt, wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterialien als Etikett einzusetzen. Solche Vorschläge sind bekannt aus der US-A-4,717,709 und der EP-A-0 373 903. Diese Vorschläge zielen darauf ab, die wärmeempfindlichen Etiketten auf Releasepapier anzuordnen, so daß sie auf Rollen aufgewickelt und als Rolle einem Thermodrucker vorgelegt werden können. Die Verwendung von Releasepapieren verteuert das Produkt insgesamt und ist daher nachteilig.

Aus der nicht vorveröffentlichten DE 197 57 589 A1 ist ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial bekannt, das zwei auf die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht aufgebrachte Zwischenschichten aufweist, nämlich eine Sperrschicht und eine auf der Sperrschicht vorgesehene Ablöseschicht, wobei die Ablöseschicht hauptsächlich aus silikonhaltigen Verbindungen besteht

Aus der EP-A-0 780 241 ist auch ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial bekannt, in dessen Schutzschicht eine Silikonkomponente enthalten ist. Mit diesem Vorschlag soll ein besseres Verhalten des Aufzeichnungsmaterials am Thermokopf erzielt und die sogenannte Schleierbildung vermindert werden.

Wärmeempfindliche Aufzeichnungspapiere, deren Schutzschicht eine Silikonkomponente enthält, sind auch bereits ahne zusätzliche Verwendung von Releasepapier zur Herstellung von von Rollen abwickelbaren Etiketten eingesetzt worden. Durch den Silikonzusatz soll dabei ein Verkleben der rückseitigen Klebschicht mit der Schutzschicht Vermieden werden. Hier entsteht der Nachteil, daß durch den Silikonzusatz die Bedruckbarkeit im Flexo- und Offsetdruck beeinträchtigt wird.

Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, diese Nachteile zu beseitigen und ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial mit einer auf seiner Rückseite angebrachten Selbstklebeschicht zur Verfügung zu stellen, das in Rollenform einem Thermodrucker zugeführt wird, wobei auf den Einsatz eines Releasepapiers oder auf einen Silikonzusatz in der Schutzschicht verzichtet wird.

Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung die Verwendung eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials vor, das:

  • a) aus einem Schichtträger besteht,
  • b) auf dessen Vorderseite eine wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht, angeordnet ist, die einen Farbstoffvorläufer und einen Farbakzeptor enthält, der bei Kontakt mit dem Farbstoffvorläufer einer Farbbildungsreaktion unterliegt,
  • c) einer zwischen Schichtträger und wärmeempfindlicher Aufzeichnungsschicht angeordneten Zwischenschicht,
  • d) einer die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht abdeckenden und mittels aktinischer Strahlung gehärteten von silikonhaltigen Verbindungen freien Schutzschicht,
  • e) einer auf der Rückseite des Schichtträgers angeordneten Selbstklebeschicht,
  • f) als auf Rolle aufwickelbares und im Offset- oder Flexodruck bedruckbares Etikettenmaterial, bei dem in der Rolle die Selbstklebeschicht mit der Schutzschicht in Kontakt steht.

Es hat sich in der Praxis gezeigt, daß bei genügender Aushärtung der Schutzschicht ein Verkleben der Selbstklebeschicht mit der Schutzschicht nicht erfolgt, daß ferner ein einwandfrei verlaufender Druckvorgang auf einem Thermodrucker möglich ist und Rückstände der Selbstklebeschicht auf der Deckschicht, mit der die Selbstklebeschicht auf der Rolle in Kontakt steht nicht in nennenswertem und den Druckvorgang beeinträchtigenden Umfang auftreten.

Unter dem in Ansprüchen und Beschreibung verwendeten Begriff "aktinische Strahlung" sind UV-Strahlen oder ionisierende Stahlungen, wie Elektronenstrahlen, zu verstehen. Sofern die Deckschicht mittels UV-Strahlen gehärtet werden soll, müssen die zur Herstellung der Deckschicht verwendeten Monomeren bzw. Prepolymeren in bekannter Weise Zusätze von Iniatoren enthalten. Erfindungsgemäß wird jedoch die Elektronenstrahlhärtung besonders bevorzugt, weil damit eine über ihren Querschnitt besonders gleichmäßig ausgebildete, d. h. ausgehärtete Deckschicht, erzielt wird.

Erfindungsgemäß wird die Ausbildung der Deckschicht mit einer Flächenmasse im Bereich von 0,5 bis 3,5 g/m2 bevorzugt.

Es wird bevorzugt, daß die in der Schutzschicht vorliegende und mittels aktinischer Strahlung ausgehärtete Harzkomponente aus den Monomeren oder Prepolymeren von Acrylat und/oder Methacrylat gebildet ist.

Neben den bereits bei der Härtung der Deckschicht mittels UV-Strahlen erforderlichen Fotoinitiatoren können in der Deckschicht in untergeordneter Menge Pigmente und Vernetzungshilfsmittel vorliegen.


Anspruch[de]
  1. Verwendung eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials, bestehend aus:

    a) einem Schichtträger,

    b) auf dessen Vorderseite eine wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht, angeordnet ist, die einen Farbstoffvorläufer und einen Farbakzeptor enthält, der bei Kontakt mit dem Farbstoffvorläufer einer Farbbildungsreaktion unterliegt,

    c) einer zwischen Schichtträger und wärmeempfindlicher Aufzeichnungsschicht angeordneten Zwischenschicht,

    d) einer die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht abdeckenden und mittels aktinischer Strahlung gehärteten von silikonhaltigen Verbindungen freien Schutzschicht, sowie

    e) einer auf der Rückseite des Schichtträgers angeordneten Selbstklebeschicht,

    f) als auf Rolle aufwickelbares und im Offset- oder Flexodruck zu bedruckendes Etikettenmaterial, bei dem in der Rolle die Selbstklebeschicht mit der Schutzschicht in Kontakt steht.
  2. Verwendung eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials nach Anspruch 1 mit einer Schutzschicht, deren mittels aktinischer Strahlung ausgehärtete Harzkomponente aus den Monomeren oder Prepolymeren von Acrylat und/oder Methacrylat gebildet ist.
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