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Dokumentenidentifikation DE19913755B4 11.11.2004
Titel Vorrichtung zum Vereinzeln und Abheben der obersten Platine von einem Platinenstapel
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Bernhard, Martin, 75031 Eppingen, DE;
Ule, Anton, 74177 Bad Friedrichshall, DE
DE-Anmeldedatum 26.03.1999
DE-Aktenzeichen 19913755
Offenlegungstag 05.10.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 11.11.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.11.2004
IPC-Hauptklasse B65G 59/02
IPC-Nebenklasse B65G 59/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Vereinzeln und Abheben der obersten Platine von einem Platinenstapel durch ein heb- und auf die Stapeloberfläche senkbares Huborgan, welches den mittleren Bereich der Platinenoberfläche erfassende Anhebemittel und am Platinenrand angreifende weitere Mittel zum Vereinzeln und Anheben der Platine aufweist.

Beim mechanisierten Trennen von Blechplatinenstapeln muß die Adhäsionskraft zwischen den Platinen überwunden werden, damit die jeweils oberste Platine des Stapels einzeln abgehoben werden kann. Häufig sind die Platinen oder mit Öl oder Tiefziehflüssigkeit beschichtet, was ein intensives Aneinanderhaften begünstigt.

Die DE 32 26 940 C1 beschreibt eine Vorrichtung zum Vereinzeln und Abheben der obersten Platine von einem Platinenstapel, wobei an einem Huborgan eine Schwinge kardanisch angelenkt ist und an der Schwinge ein mit Anhebesaugnäpfen bestücktes Walzensegment gelagert ist, welches um eine zur Stapelkante parallele und zu sich selbst parallel verschiebbare Welle schwenkbar ist, wobei das Walzensegment mit der angesaugten Platine ein Stück in Richtung zu den Transportsaugnäpfen auf der Stapeloberfläche abrollbar ist, so daß die Platine im Bereich ihrer angesaugten Kante um das Walzensegment wickelbar und vom Platinenstapel abblätterbar ist. Die bekannte Vorrichtung ist bezüglich Funktionsweise und konstruktiver Gestaltung kompliziert und aufwendig.

Aus der DE 31 33 402 A1 ist eine Vorrichtung zum Bewegen von Eiern aufnehmenden Trays bekannt geworden, die eine Hebekopfeinrichtung aufweist, wobei zu diesem Zweck seitlich angeordnete, mit Sägezähnen versehene Greiferarme den Trays zugeordnet sind und wobei obenseitig Saugnäpfe angeordnet sind, die in Eingriff mit den einzelnen Eiern bringbar sind.

Aus der US 38 26 485 ist eine Vorrichtung zum Vereinzeln und Abheben der obersten Platine von einem Platinenstapel bekannt geworden, bestehend aus verschiedentlich an der Platine angreifenden Sauggreifern und weiter bestehend aus einem Federstößel, der benachbart zu den Sauggreifern angeordnet ist und dabei den Vereinzelungsvorgang unterstützt.

Die DE 40 02 324 A1 beschreibt schließlich eine Vorrichtung zum Abnehmen einer Platine von einem Platinenstapel mit zumindest in zwei Randbereichen der Platine vorgesehenen, an einem Träger angeordneten Vakuumsaugern. Am Träger ist zwischen den Saugern im Platinenrandbereich darüber hinaus zumindest eine gegen die Platine gerichtete Druckfeder angebunden. Nahe der Druckfeder ist ein weiterer Vakuumsauger angeordnet.

Die zwischen den Randbereichsaugern vorgesehene Druckfeder wird beim Aufsetzen der Sauger auf die oberste Platine zunächst komprimiert. Wird anschließend der die Sauger tragende Träger geringfügig angehoben, so kann sich die Druckfeder mit der Folge einer Durchbiegung der Platine zumindest teilweise entspannen. Der daraus resultierenden Krümmung kann die nächste an der Unterseite der anzuhebenden Platine haftende Platine nicht folgen, so daß die oberste Platine vom Stapel getrennt werden kann. Gerade im Falle sehr hoher Adhäsionskräfte kann nicht immer zuverlässig gewährleistet werden, daß auch tatsächlich eine Vereinzelung stattfindet. Dies insbesondere dann, wenn die im Randbereich wirkenden Sauger ihre Wirkung nicht optimal entfalten können.

Im Stand der Technik wird häufig auch mit weiteren Vereinzelungshilfen, z. B. Druckluftdüsen oder zusätzlichen Bürsten, gearbeitet.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine optimierte Vorrichtung zum Vereinzeln und Abheben der obersten Platine von einem Platinenstapel bereitzustellen.

Ausgehend von einer Vorrichtung gemäß Oberbegriff des Patentanspruches 1 gelingt dies erfindungsgemäß mit den weiteren, kennzeichnenden Merkmalen dieses Patentanspruches.

Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung ergibt sich durch den Formschluß zwischen Platine und dem verhakenden Greiferelement, was eine absolut zuverlässige Vereinzelung zur Folge hat. Zusätzliche Hilfsmittel, wie Luftdüsen oder Bürsten, sind nicht erforderlich.

Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind mit den Unteransprüchen beansprucht. Die Erfindung ist nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert. In der zugehörigen Zeichnung zeigen:

1 eine Vereinzelungsvorrichtung beim Ergreifen einer obersten Platine von einem Platinenstapel,

2 die Vorrichtung mit bereits vereinzelter Platine und

3 eine vergrößerte Darstellung (gemäß Pfeil III in 2) der Formschlußverbindung zwischen Platinenkante und verhakendem Greifelement.

Eine Vorrichtung zum Vereinzeln und Abheben einer obersten Platine 1 von einem Platinenstapel 2, welcher auf einer Palette 3 aufsitzt, besteht aus einem heb- und senkbaren (Doppelpfeil 4) Huborgan 5, welches eine großflächige Greiferspinne 6 trägt.

Dem mittleren Bereich der Platinenoberfläche der obersten Platine 1 ist eine Anzahl von Sauggreifern 7 zugeordnet und an der Greiferspinne 6 befestigt. Jeder Sauggreifer 7 ist darüber hinaus mit einem Federstößel 8 ausgestattet. Am jeweils linken und rechten äußeren Rand der Greiferspinne 6 sind über Anlenkstellen 9 eine Anzahl hintereinander (in die Zeichenebene gehend) angeordneter Vielzahnprofilleisten 10 vorgesehen, wobei jede mit einer der Platinenkante 12 zugewandten Zahnreihe 13 ausgestattet ist. Wie 3 zeigt sind dabei die einzelnen Zähne der Zahnreihe 13 nach oben gerichtet und Keilwinkel und Zahngröße sind auf die Blechdicke d der Platine 1 so abgestimmt, daß sich mindestens eine Zahnspitze in die Platinenkante 12 eingraben kann.

Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist folgende:

Über das sich absenkende Huborgan nähert sich die Greiferspinne 6 der obersten Platine 1 des Platinenstapels 2. Beim Aufsetzen auf die oberste Platine und einer sich anschließenden geringfügigen weiteren Abwärtsbewegung der Greiferspinne 6 werden die Federstößel 8 der Sauggreifer 7 komprimiert. Gleichzeitig gleiten die Zahnreihen 13 der Vielzahnprofilleisten 10 an der linken und rechten Platinenkante 12 entlang und werden dadurch nach außen (Pfeil 15) verschwenkt. Ist die unterste Position der Greiferspinne 6 erreicht (1) so verhakt sich jede Vielzahnprofilleiste 10 aufgrund ihres Eigengewichtes mit mindestens einem Zahn ihrer Zahnreihe 13 mit der Platinenkante 12 der obersten Platine 1.

Beim anschließenden Anheben der Greiferspinne 6 wird der mittlere Bereich der Platinenoberfläche durch die sich entspannenden Federstößel 8 nach unten gedrückt, der daraus resultierenden Krümmung der obersten Platine 1 kann die darunter liegende Platine nicht folgen, so daß in so weit eine Vereinzelung zuverlässig erzielbar ist.

Zum Ablegen der Platine 1 wird das Vakuum an den Sauggreifern 7 aufgehoben, so daß die Platine 1 durch ihr Eigengewicht oder ggf. durch Umschalten auf Blasluft an den Sauggreifern 7 sich lösen und nach unten fallen kann. Die Arbeitsgänge – Einhaken – und – Fallenlassen – können zusätzlich durch an den Vielzahnprofilleisten 10 angreifende elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch wirkende Mittel zum Verschwenken unterstützt werden.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Vereinzeln und Abheben der obersten Platine von einem Platinenstapel durch ein heb- und auf die Stapeloberfläche senkbares Huborgan, welches den mittleren Bereich der Platinenoberfläche erfassende Anhebemittel und am Platinenrand angreifende weitere Mittel zum Vereinzeln und Anheben der Platine aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die platinenrandseitigen Mittel als in Querrichtung bewegliche und sich mit einer Platinenkante (12) verhakende Greiferelemente (10) ausgebildet sind und dass im mittleren Bereich der Platinenoberfläche wirkende Sauggreifer (7) mit integrierten Federstößeln (8) vorgesehen sind.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am jeweils linken und rechten äußeren Rand einer Greiferspinne (6) des Huborgans (5) über Anlenkstellen (9) eine Anzahl hintereinander angeordneter Vielzahnprofilleisten (10) vorgesehen sind, wobei jede mit einer der Platinenkante (12) zugewandten Zahnreihe (13) ausgestattet ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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