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Dokumentenidentifikation DE202004011426U1 11.11.2004
Titel Profilzylinder
Anmelder BKS GmbH, 42549 Velbert, DE
Vertreter Patentanwälte Dr. Sturies Eichler Füssel, 42289 Wuppertal
DE-Aktenzeichen 202004011426
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 11.11.2004
Registration date 07.10.2004
Application date from patent application 21.07.2004
IPC-Hauptklasse E05B 27/00
IPC-Nebenklasse E05B 27/04   

Beschreibung[de]

Die folgende Erfindung betrifft einen Profilzylinder nach Oberbegriff des Anspruchs 1.

Ein derartiger Profilzylinder ist beispielsweise bekannt aus der DE 199 34 883 C1.

Bei derartigen Profilzylindern besteht das Gehäuse aus einem kreiszylindrischen Teilgehäuse, welches der drehbaren Lagerung des Schließkerns dient während ein stegartig angesetze Teilgehäuse vorgesehen ist, um z.B. einen derartigen Profilzylinder mit einer Stulpschraube gegen Längsverschiebung im Schloßkasten zu sichern.

Derartige Profilzylinder weisen Zuhaltungen auf, die aus Kernstiften und Gehäusestiften bestehen, die in Richtung zum Schließkern federbelastet sind und durch einen zutrittsberechtigten und in den Schlüsselkanal des Schließkerns eingesteckten Schlüssel so ausgerichtet werden, daß die Trennebenen zwischen Kernstiften und Gehäusestiften in der Drehfläche zwischen Schließkern und Gehäuse ausgerichtet werden, so daß dann der Schließkern von dem zutrittsberechtigten Schlüssel frei drehbar ist.

Derartige Zuhaltungen können sowohl im stegartigen Bereich des Profilzylinders als auch im kreiszylindrischen Bereich des Profilzylinders vorgesehen sein.

Von der vorliegenden Erfindung sollen beide Ausführungsformen umfaßt sein.

Die federnde Abstützung von Kern- und Gehäusestiften läßt allerdings Manipulationsversuche am Profilzylinder zu. Hierzu zählen insbesondere die Methode der Schlagtechnik und das Picking.

Es geht daher um das grundsätzliche Problem, derartige Profilzylinder mit Maßnahmen auszugestalten, welche die Manipulationssicherheit erhöhen.

Aus der DE 199 34 883 C1 ist es insoweit bekannt, im Gehäuse des Profilzylinders eine Blockiereinrichtung vorzusehen, die in die Bohrung eines Kernstifts eintaucht, sobald der Schließkern infolge eines Manipulationsversuchs mit „nicht zutrittsberechtigtem Werkzeug" die Blockiereinrichtung überstreicht.

Bei diesen Profilzylindern wird allerdings die Blockiereinrichtung von einem Draht gebildet, bei welchem die Gefahr besteht, daß bei entsprechender Gewalteinwirkung die eine Kante der Führungsbohrung zusammen mit einer anderen Kante der Bohrung für den Kernstift seitenschneiderartig den Draht abschneidet, so daß diese Maßnahme nicht zu einer unüberwindbaren Drehblockade des Schließkerns führen wird.

Eine weitere Blockiereinrichtung ist bekannt aus der FR 2 312 630 C. Hier fällt zwar, ebenso wie in der Eingangs genannten DE 199 34 883 C1 die Blockiereinrichtung in die Teilbohrung ein, in welcher auch der Kernstift sitzt.

Die Einfallbewegung der Blockiereinrichtung ist allerdings mit entsprechend fein gestalteten Pickingwerkzeugen rückgängig machbar, so daß diese Blockiereinrichtung ebenfalls nicht zu einer verdrehsicheren Blockade des Schließkerns führt.

Diesem Dilemma begegnet zwar die Blockiereinrichtung gemäß US PS 2,802 234.

Hierzu weist diese bekannte Blockiereinrichtung einen Spreizstift auf, der auf seiner vom Schließkern abgewandten Seite von einem kegelförmig angespitzten Schubstift einerseits in Richtung zum Schließkern geschoben wird und andererseits in einer erweiterten Zone der Führungsbohrung dann so aufgespreizt wird, daß sein Rückweg versperrt ist.

Das Problem bei dieser Blockiereinrichtung ist allerdings die nahezu unmögliche Fertigung einer gestuften Führungsbohrung, deren größerer Durchmesser an ihrem dem Schließkern zugewandten Ende liegt, so daß der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde liegt, einen Profilzylinder mit zugeordneter Blockiereinrichtung der gattungsgemäßen Art zu schaffen, der fertigungstechnisch problemlos herstellbar ist und trotzdem mit einsetzender Blockierfunktion von außen nicht mehr überwunden werden kann.

Diese Aufgabe löst die Erfindung mit den Merkmalen des Hauptanspruchs.

Aus der Erfindung ergibt sich der Vorteil, daß die unüberwindbare Blockierfunktion allein durch den konstruktiven Aufwand der Blockiereinrichtung erzielt wird.

Dieser Vorteil wird dadurch erreicht, daß die Blockiereinrichtung zwei voneinander baulich getrennte Teilelemente aufweist, die in der Führungsbohrung sitzend, ein Teilelement dem Schließkern zugewandt und das andere Teilelement vom Schließkern abgewandt, unter gegenseitiger Abstandsvergrößerung auseinandergetrieben werden und mit dem Einfallen des dem Schließkern zugewandten Teilelements in eine gegenseitige Blockadeposition gelangen.

Die Blockadeposition wird dabei von einer Paarung aus gegenseitigen Anschlagsflächen gebildet, von denen die eine mit dem einen Teilelement und die andere mit dem anderen Teilelement verbunden ist. Ab einem bestimmten Expansionsweg der beiden Teilelemente liegen sich die Anschlagflächen dann so gegenüber, daß eine Einwärtsbewegung des dem Schließkern zugewandten Teilelements in die Führungsbohrung zurück ausgeschlossen werden kann.

Im einfachsten Fall wird der Sperranschlag zwischen den beiden Teilelementen durch eine Längsführung gebildet, die ab einem bestimmten Expansionsweg außer Eingriff gerät und dann wegversperrend in der Führungsbohrung ruht.

Dies kann beispielsweise erreicht werden durch einen Hohlstift, der eines der Teilelemente bildet, während das andere Teilelement als Längsführungsstift ausgebildet ist, so daß der Hohlstift sowohl an seinem Außenumfang als auch an dem Längsführungselement axial geführt ist.

Zwischen Hohlstift und Längsführungselement befindet sich eine vorgespannte Druckfeder.

Die geometrischen Abmessungen von Führungsbohrung und Hohlstift mit Längsführungsstift sind so, daß spätestens mit Einfallen des dem Schließkern zugewandten Bestandteils der Blockiereinrichtung der Längsführung außer Eingriff gerät und damit auch den Rückweg der Blockiereinrichtung in die Führungsbohrung zurück verhindert.

Hierzu werden Ausführungsbeispiele angegeben.

Zweckmäßigerweise ist die Längsführung fest mit einem der Teilelemente verbunden und in einer an ihre Kontur angepaßten Ausnehmung des anderen Teilelements axial geführt.

Die Relativbewegung zwischen den beiden Teilelementen von denen eines sich auf dem Boden der Führungsbohrung abstützt, wird zum Beispiel von einer zwischen den Teilelementen befindlichen vorgespannten Druckfeder oder ähnliches herbeigeführt.

Bildet man die Teilelemente an dem sich gegenüberliegenden Stirnflächen, die in der Führungsbohrung sitzen, entsprechend aus, läßt sich die vorgespannte Druckfeder einfach zwischen die beiden Führungselemente einbauen.

Zudem läßt sich durch eine im Inndurchmesser der Druckfeder angeordneten Längsführung das Bestreben der Druckfeder gegen Ausbiegen verhindern.

Die Längsführung hat demnach eine Dreifachfunktion. Sie dient nicht nur der Führung des dem Schließkern zugewandten Teilelements der Blockiereinrichtung und der Bildung eines Sperranschlags ab einem bestimmten Expansionsweg, sondern darüber hinaus auch einem Ausbiegeschutz für die zwischen den Teilelementen befindliche Druckfeder.

Vorteilhafterweise sind die Teilelemente als Stifte von kreiszylindrischer Außenkontur ausgebildet, die kolbenartig aber nicht unbedingt abgedichtet in der Führungsbohrung sitzen.

Da die Führungsbohrung erfindungsgemäß im stegartigen Bereich sitzt und fertigungstechnisch einfach von kreiszylindrischem Querschnitt mit durchgehend gleichbleibendem Durchmesser ist, kann der Durchmesser des dem Schließkern zugewandten Stiftes kleiner als der Durchmesser des in dieser Radialebene liegenden Kernstifts sein.

Dadurch wird die Einfallbewegung dieses Teilelements der Blockiereinrichtung in die vorbeistreichende Bohrung des Kernstifts praktisch unabhängig von Passungen und deshalb funktionssicher ausgestaltet.

Vorteilhafterweise ist derjenige Drehwinkel des Schließkerns, bei welchem das Blockierelement zum Einfallen in die Teilbohrung des Kernstiftes vorgesehen ist, von der Schlüsselabziehstellung des Schließkerns aus betrachtet, kleiner als 30 Grad.

Auf diese Weise wird erreicht, daß der Schließkern manipulationssicher bereits in einer Drehstellung blockiert ist, die von der Betätigung des Schloßriegels noch weit entfernt liegt.

Dabei wird davon ausgegangen, daß die Betätigung des Schloßriegels bei Drehwinkeln einsetzt, die von der Schlüsselabziehstellung etwa 45 Grad entfernt sind.

Zur Verringerung des logistischen Aufwandes wird zusätzlich vorgeschlagen, die gesamten stegartigen Bereichs des Profilzylindergehäuses auszunutzen und beidseits der Längsmittelebene dieses stegartigen Bereichs jeweils eine Führungsbohrung mit zugeordneter Blockiereinrichtung vorzusehen.

Auf diese Weise kann ein und derselbe Profilzylinder sowohl bei Türen mit Rechtsanschlag als auch bei Türen mit Linksanschlag Verwendung finden, ohne daß die Gefahr besteht, jeweils abhängig von der Anschlagseite eine Riegelbewegung zu vollziehen, bevor die Blockiereinrichtung wirksam wird.

Die Blockierfunktion im Rückweg des dem Schließkern zugewandten Teilelements der Blockiereinrichtung wird noch funktionssicherer, wenn das vom Schließkern abgewandte Teilelement der Blockiereinrichtung gehäuseseitig außermittig zur Führungsbohrung abgestützt ist.

Durch diese Maßnahme wird nähmlich dann, wenn die Längsführung zwischen den beiden Teilelementen außer Eingriff gerät, eine seitwärts gerichtete Verschwenkbewegung der Längsführung erzwungen, so daß der Sperranschlag zwingend wirksam wird.

Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.

Es zeigen:

1 ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung in Schlüsselabziehstellung mit zutrittsberechtigtem Schlüssel

2 das Ausführungsbeispiel gemäß 1 in Drehstellung

3 das Ausführungsbeispiel gem. 2 ohne zutrittsberechtigten Schlüssel

4 ein weiteres Ausführungsbeispiel mit zutrittsberechtigtem Wendeschlüssel

5 das Ausführungsbeispiel gem. 4 in Drehstellung (Riegelverlagerung)

6 das Ausführungsbeispiel gem. 4 im Manipulationsfall

7 die einzelnen Zuhaltungen in Seitenansicht

8 die Anordnung der Blockiereinrichtungen gem. 1 bis 6 in Ansicht von oben Sofern im Folgenden nichts anderes gesagt ist, gilt die folgende Beschreibung stets für alle Figuren.

Die Figuren zeigen einen Profilzylinder 1. Das Gehäuse 2 des Profilzylinders 1 besteht aus einem kreiszylindrischen Teilgehäuse 3 und einem daran parallel zu den Mantellinien angesetzten stegartigen Teilgehäuse 4. Innerhalb des kreiszylindrischen Teilgehäuses 3 befindet sich eine Bohrung, die einen Schließkern 5 aufnimmt.

Der Schließkern 5 ist innerhalb des kreiszylindrischen Teilgehäuses 3 drehbar gelagert und weist hierzu einen Schlüsselkanal 6 auf, in welchen, sofern sich der Schließkern 5 in der Schlüsselabziehstellung 7 (s. 1,4) befindet, ein Schlüssel eingesteckt werden kann.

Bekannterweise besitzt ein derartiger Schlüssel neben einer Längsprofilierung auch Ausnehmungen, Einschnitte oder dergleichen, mit denen die einerseits im Schließkern 5 und andererseits im Gehäuse 2 verschieblich sitzenden und in Richtung zum Schließkern 5 federbeaufschlagten Kernstifte 9 und Gehäusestifte 11 so ausgerichtet werden können, daß die zwischen jeweils einem zugeordneten Paar von Kernstiften 9 und Gehäusestiften 11 bestehenden Trennflächen in der Drehfläche zwischen Schließkern 5 und Gehäuse 2 liegen.

Zu diesem Zweck weist der Schließkern 5 jeweils Teilbohrungen 8 zur Aufnahme der Kernstifte 9 und das Gehäuse 2 Teilbohrungen 10 zur Aufnahme der Gehäusestifte 11 auf.

Weiterhin ist hier im Gehäuse 2 eine in Richtung zum Schließkern 5 federbelastete zusätzliche Blockiereinrichtung 12 vorgesehen, die bezüglich des kreiszylindrischen Teilgehäuses 3 in eine dort liegende Radialebene 13 zu suchen ist, wo auch besagte Teilbohrungen 8,10 liegen.

Diese zusätzliche Blockiereinrichtung 12 liegt aber in einer seitlich neben den Teilbohrungen 8,10 angeordneten Führungsbohrung 14 und ist derart ausgestaltet, daß sie bei Verdrehung des Schließkerns 5 mit nicht zugeangsberechtigten Mitteln drehblockierend in die Teilbohrung 8 des in dieser Radialebene 13 befindlichen Kernstifts 9 einfällt.

Wie hierzu ein Vergleich der 2 mit 3 und 5 mit 6 zeigt, kann über Zurhilfenahme von „nicht zutrittsberechtigtem Werkzeug" an Stelle des zutrittsberechtigten Schlüssels, eine Verdrehung des Schließkerns 5 erfolgen, wobei mangels des Schlüssels, welcher der Ausrichtung der Trennflächen zwischen Kernstift 9 und Gehäusestift 11 dient, der Gehäusestift 11 so verlagert wird, daß er mehr oder weniger vollständig innerhalb des Schließkerns 5 versinkt und seine Sperrfunktion nicht mehr wahrnehmen kann.

Demzufolge weist die zugehörige Teilbohrung 8 des Kernstifts eine dem stegartigten Teilgehäuse 4 zugewandte Einfallöffnung auf, in welche, entsprechende Drehstellung vorausgesetzt, die zusätzliche Blockiereinrichtung 12 so einfällt, daß ein Weiterdrehen des Schließkerns 5 – auch unter roher Gewalt – nicht mehr möglich ist.

Zu diesem Zweck besitzt der in den Schließkern 5 einfallende Bestandteil der Blockiereinrichtung einen (Einfall-) Querschnitt, der etwa dem Querschnitt eines Kernstifts 9 entspricht, bzw. geringfügig kleiner ist.

Die Führungsbohrung 14 ist in das stegartige Teilgehäuse 4 im wesentlichen parallel zu der Längsachse der Teilbohrungen 10 der Gehäusestifte von Außen in Richtung zum Schließkern 5 eingebracht und an ihrem vom Schließkern 5 abgewandten Ende durch einen nicht näher bezeichneten Stopfen verschlossen.

Dabei weist die Führungsbohrung 14 in den gezeigten Ausführungsbeispielen über ihre gesamte Länge einen gleichbleibenden kreiszylindrischen Querschnitt von durchgehend gleichbleibendem Durchmesser auf.

Sofern gewünscht, kann allerdings in der Bohrrichtung von Außen in Richtung zum Schließkern auch eine durchmesserverkleinernde Stufe vorgesehen sein.

Wesentlich ist auch, daß die zusätzliche Blockiereinrichtung 12 auf zwei zueinander expandierenden oder expandierbaren Teilelementen 15,16 besteht, die unter Federlast die Blockiereinrichtung in Blockierstellung verlagern.

Dies bedeutet, daß im Falle einer Verdrehung des Schließkerns 5 durch ein „nicht zugangsberechtigtes Werkzeug" das dem Schließkern zugewandte Teilelement 16 und das vom Schließkern abgewandte Teilelement 15 infolge der auf sie wirkenden Federkräfte sich voneinander wegbewegen, so daß das dem Schließkern zugewandte Teilelement 16 in die entsprechende Teilbohrung 8 des Kernstifts 9 einfallen kann.

Um nun zu vermeiden, daß ein in die Teilbohrung 8 des Kernstifts 9 eingefallenes Teilelement 16 durch z.B. ein schlankes Werkzeug in die Führungsbohrung 14 zurückbewegbar ist, muß bei eingefallenem Teilelement 16 eine im Rückweg angeordnete Sperre vorgesehen sein.

Dies wird in den gezeigten Ausführungsbeispielen dadurch erreicht, daß zwischen den zueinander expandierbaren Teilelementen 15,16 eine gegenseitige Längsführung 17 vorgesehen ist, die allerdings lediglich zu Beginn des Expansionsweges 30, den das dem Schließkern 5 zugewandte Teilelement 16 überfährt, die Funktion der Längsführung 17 (mit-) übernimmt aber dann unmittelbar nach dem Einfallen des dem Schließkern 5 zugewandten Teilelements 16 in die zugeordnete Teilbohrung 8 des Kernstifts 9 einen im Rückweg 31 dieses Teilelements 16 befindlichen Sperranschlag 18 bildet. Hierzu sind die Darstellungen der 3 und 6 maßgeblich.

Im linken Teil des stegartigen Teilgehäuses 4 gemäß 3 bzw. im rechten Teil gemäß 6 liegen die beiden Teilelemente 15,16 zusammen mit der Längsführung 17 auf einer Mittellinie der Führungsbohrung 14, so daß die Längsführung 17 selbstverständlich auch das dem Schließkern 15 zugewandte Teilelement 16 in Richtung des Expansionsweges 30 mit zu führen im Stande ist.

Dabei ist der gemeinsame Längsweg 32 zwischen dem, dem Schließkern zugewandten Teilelement 16 und der Längsführung 17 kleiner als der größtmögliche Längsweg, welchen das dem Schließkern zugewandte Teilelement 16 in Richtung zur Teilbohrung 8 des Kernstifts 9 zu überfahren vermag.

Nach Überfahren des gemeinsamen Längswegs 32 ist vorgesehen, daß die Längsführung 17 außer Eingriff mit ihrer Gegenkontur am Teilelement 16 gerät und mit ihrer Längsmittellinie nach außerhalb der ursprünglichen gemeinsamen Längsmittellinie von Blockiereinrichtung 12 und Führungsbohrung 14 verlagert wird.

Dieser Sachverhalt ist in 3 bei der rechts im Bild befindlichen zusätzlichen Blockiereinrichtung 12 gezeigt und in 6 bei der im linken Bildbereich befindlichen Blockiereinrichtung.

Man erkennt, daß mit Verlagerung der Längsführung 17 aus der gemeinsamen Längsmittellinie von Blockiereinrichtung 12 und Führungsbohrung 14 die dem zweiten Teilelement 16 zugewandte Stirnfläche der Längsführung 17 unter die gegenüberliegende Stirnfläche des zweiten Teilelements 16 gerät und auf diese Weise einen im Rückweg 31 dieses Teilelements 16 befindlichen Sperranschlag 18 bildet.

In den gezeigten Ausführungsbeispielen ist die Längsführung 17 fest mit dem vom Schließkern 5 abgewandten Teilelement 15 verbunden und sitzt in einer ihrer Kontur angepaßten Ausnehmung 20 des anderen Teilelements 15.

Es versteht sich, daß die Einbauverhältnisse auch vorsehen können, die Längsführung 17, die hier durch einen zylindrischen Fortsatz 19 realisiert ist, auch fest mit dem anderen Teilelement 16 zu verbinden, die dann in einer ihrer Kontur angepaßten Ausnehmung des anderen Teilelements 15 zu sitzen hat.

Vorteilhafterweise wird die gesamte Blockiereinrichtung 12 lediglich dreiteilig aufgebaut.

Dann bietet es sich an, zwischen den beiden Teilelementen 15,16 eine vorgespannte Druckfeder 21 abzustützen.

Nimmt man hierfür eine Schraubenfeder, läßt sich diese zusammen mit den beiden Teilelementen 15, 16 einfach in die Führungsbohrung 14 integrieren.

Zu diesem Zweck wird vorgeschlagen, daß sich die Schraubenfeder mit ihren endseitigen Ringzonen, die vorzugsweise aus angelegten Windungen gebildet werden, zwischen den gegenüberliegenden Stirnflächen 22a und 22b der jeweiligen benachbarten Teilelemente 15,16 abstützt.

Zusätzlich zeigen die 1 bis 3 ein Ausführungsbeispiel, bei welchem die Schraubenfeder innerhalb der Bohrung sitzt, in welcher auch die Längsführung 17 geführt wird.

Hierzu ist das dem Schließkern zugewandte Teilelement 16 hinreichend lang, um eine an der Längsführung beteiligte Sackbohrung aufzunehmen, in welcher zusätzlich die Druckfeder 21 sitzt.

Andererseits zeigen die 4 bis 6 eine andere Ausbildung, bei welcher die axiale Länge der dem Schließkern 5 zugewandten Teilelemente 16 relativ kurz bemessen ist und die Hohlbohrung im wesentlichen nur die Länge des gemeinsamen Längsweges 32 zwischen Längsführung 17 und dem betreffenden Teilelement 16 aufweist.

In diesem Fall ist der Innendurchmesser der als Schraubenfeder ausgebildeten Druckfeder an den Außendurchmesser des zylindrischen Fortsatzes 19 der Längsführung 17 gleitend angepaßt, so daß die Druckfeder 21 auch unter Zusammendrückung seitlich nicht ausbiegen kann.

Die seitliche Ausbiegung wird dagegen beim Ausführungsbeispiel gemäß 1 bis 3 durch eine gleitende Verschieblichkeit der Druckfeder 21 mit ihrem Außendurchmesser im Innendurchmesser der Sackbohrung des Teilelements 16 erzielt.

Besonders einfach zu fertigen sind kreiszylindrische Führungsbohrungen 14, in welchen Teilelemente 15,16 von kreiszylindrischer Außenkontur sitzen.

Es handelt sich hier zum Hohlstifte oder dergleichen, die kolbenartig in der Führungsbohrung 14 sitzen.

Zumindest die Umhüllende des dem Schließkern 5 zugewandten Teilelementes 16 sollte von kreiszylindrischer Außenkontur sein.

Weiterhin zeigen die Figuren, daß der Durchmesser 24 des dem Schließkern 5 zugewandten Teilelements 16 zumindest an demjenigen Ende, mit welchem er in die Teilbohrung 8 des Kernstifts 9 einfällt, kleiner als der Durchmesser des in dieser Radialebene 13 liegenden Kernstifts 9 ist.

Hierdurch wird sichergestellt, daß auch bei den gezeigten Drehwinkeln 25, gemessen von der Schlüsselabziehstellung 7, trotz der sich zwischen Führungsbohrung 14 und Teilbohrung 8 ergebenden Winkellage das zweite Teilelement 16 sicher in die Teilbohrung 8 des Kernstifts 9 einfallen kann.

Als Grenzfall könnte, entsprechende Kontur im Kopfbereich des Teilelements 16 vorausgesetzt, der Durchmesser 24 des zweiten Teilelements praktisch gleich dem Durchmesser 23 der Teilbohrung 8 für den Kernstift 9 sein.

Die geometrische Anordnung der gezeigten Ausführungsbeispiele sieht vor, daß derjenige Drehwinkel 25 des Schließkerns 5, bei welchem die zusätzliche Blockiereinrichtung 12 in die Teilbohrung 8 des Kernstifts 9 einfällt, von der Schlüsselabziehstellung 7 des Schließkerns 5 aus betrachtet, weniger als 30 Grad beträgt.

Hieraus ergibt sich der Vorteil, daß die Drehbewegung des Schließkerns 5 bereits bei einem Verdrehwinkel von lediglich 30 Grad blockiert ist, so daß der zum Profilzylinder 1 gehörende Schließbart den Schloßriegel in jedem Fall noch nicht zur Freigabestellung verlagert haben kann.

Es erfolgt deshalb eine Blockade des Profilzylinders bevor der Schloßriegel freigegeben ist.

Ergänzend hierzu zeigen die 1 bis 6 Ausführungsbeispiele, bei denen beidseits der Längsmittelebene 26 des stegartigen Teilgehäuses 4 jeweils eine Führungsbohrung 14 mit einer zugeordneten zusätzlichen Blockiereinrichtung 12 vorgesehen ist.

Diese Weiterbildung bietet den Vorteil, daß unabhängig von der Verwendung des Profilzylinders bei Türen mit Rechts- oder Linksanschlag keine baulichen Veränderungen am Profilzylinder vorzunehmen sind, um eine Verlagerung des Schloßriegels bereits bei Drehwinkeln von weniger als 30 Grad zu verhindern.

Darüber hinaus zeigen die 4 bis 6 Ausführungsbeispiele, bei welchen das vom Schließkern 5 abgewandte Teilelement 15 am Gehäuse 2, namentlich am Verschlußstopfen der Führungsbohrung 14 mit einem außermittigen Versatz 27 abgestützt ist.

Die Abstützstelle dieses Teilelements 15 liegt daher mit einem gewissen Abstand zur Längsmittellinie der Führungsbohrung 14, so daß bei Überschreitung des gemeinsamen Längsweges 32 zwischen Längsführung 17 und dem, dem Schließkern zugewandten Teilelement 16 der zylindrische Fortsatz 19 infolge der auf ihn wirkenden Federlast außermittig verlagert wird und auf diese Weise zuverlässig den Sperranschlag 18 für den Rückweg 31 dieses Teilelements 16 bietet.

Alternativ hierzu zeigen die 1 bis 3 gleichwirkende Maßnahmen, wobei hier die Abstützstelle der Druckfeder 21 am freien Kopfende des zylindrischen Fortsatzes 19, der die Längsführung 17 des zweiten Teilelements 16 übernimmt, zur Längsmittellinie abgeschrägt ist.

Auf diese Weise wird nach Überschreitung des gemeinsamen Längswegs 32 die seitliche Komponente der von der Druckfeder 21 ausgeübten Kraft den zylindrischen Fortsatz 19 so weit verlagern, daß dieser zuverlässig den Sperranschlag 18 im Rückweg 31 des zweiten Teilelements 16 bildet.

Die Abstützstellen 28, an denen sich die Druckfeder 21 mit ihrem vom Schließkern 5 abgewandten Ende letztlich gehäusefest abstützt, können daher sowohl von einer angeschrägten Stirnfläche des zylindrischen Fortsatzes 19 als auch von einer entsprechend angeschrägten Stützfläche gegenüber dem stegartigen Teilgehäuse 4 gebildet werden.

In jedem Falle jedoch wird die Wirkung erzielt, daß mit Überschreiten des gemeinsamen Längswegs 32 in dem möglichen Rückweg 31 des dem Schließkern 5 zugewandten Teilelements 16 ein Sperranschlag 18 entsteht.

Ergänzend hierzu zeigt 7 eine Weiterbildung der Erfindung an einem Profilzylinder, bei welchem die Paarungen aus Kernstiften und Gehäusestiften durch Federn von unterschiedlicher Federkonstanten gegenüber dem Gehäuse abgestützt sind.

Diese Maßnahme dient im Vorfeld vorgenannter Erfindung unzulässige Zutrittsversuche durch Schlag- oder Pickingtechnik zu behindern.

Ein Vergleich der 7 mit 8 zeigt darüber hinaus, die zweckmäßige Anordnung der zusätzlichen Blockiereinrichtungen 12 in derjenigen Radialebene, wo bei dem Profilzylinder einer Schließanlage keine Aufbaustifte montiert sind, wie sie sich aus DIN 18252:1999 ergeben. Beim gezeigten Ausführungsbeispiel sitzt dort nämlich der kürzeste Kernstift, so daß eine größtmögliche Einfalltiefe der zusätzlichen Blockiereinrichtung 12 in die zugehörige Teilbohrung 8 des Kernstiftes 9 erzielbar ist.

Weiterhin zeigt ein Vergleich der 1 bis 3 mit den 4 bis 6 die Eignung der Erfindung sowohl bei Profilzylindern mit Wendeschlüsseln als auch mit Nicht-Wendeschlüsseln. Insbesondere bei Profilzylindern mit Wendeschlüsseln, bei denen der Schlüsselrücken den Schließkanal nicht bündig an der Kontaktstelle zwischen Schließkern und kreiszylindrischem Teilgehäuse abschließt, besteht nicht die Gefahr, daß die zusätzliche Blockiereinrichtung 12 in den offenen Schließkanal einfällt, wenn der Schließkern mit einem zutrittsberechtigten Schlüssel verdreht wird.

1Profilzylinder 2Gehäuse 3kreiszylindrisches Teilgehäuse 4stegartiges Teilgehäuse 5Schließkern 6Schlüsselkanal 7Schlüsselabziehstellung 8Teilbohrung des Kernstifts 9Kernstift 10Teilbohrung des Gehäusestifts 11Gehäusestift 12zusätzliche Blockiereinrichtung 13Radialebene der Teilbohrungen 14Führungsbohrung 15erstes Teilelement (vom Schließkern abgewandt) 16zweites Teilelement (dem Schließkern zugewandt) 17Längsführung 18Sperranschlag 19zylindrischer Fortsatz 20zylindrische Bohrung, Ausnehmung 21Druckfeder 22aerste Stirnfläche 22bzweite Stirnfläche 23Durchmesser der Kernbohrung, D 24Durchmesser des zweiten Teilelements, d 25Drehwinkel der Einfallstellung 26Längsmittelebene 27außermittiger Versatz 28Abstützstelle 30Expansionsweg 31Rückweg 32gemeinsamer Längsweg

Anspruch[de]
  1. Profilzylinder (1) mit einem Gehäuse (2), welches ein kreiszylindrisches Teilgehäuse (3) und darin einen mit einem Schlüsselkanal (6) versehenen drehbaren Schließkern (5) sowie einen an das kreiszylindrische Teilgehäuse (3) angesetzes stegartiges Teilgehäuse (4) aufweist, wobei im Gehäuse (2) einerseits und im Schließkern (5) andererseits in zumindest einer Radialebene (13) des kreiszylindrischen Teilgehäuses (3) miteinander in derjenigen Drehstellung des Schließkerns (5), welche der Schlüsselabziehstellung (7) entspricht, fluchtende Teilbohrungen (8, 10) zur Unterbringung von in Richtung zum Schließkern (5) federbelasteten Gehäuse- und Kernstiften (9, 11) vorgesehen sind und mit zumindest einer zusätzlichen in Richtung zum Schließkern (5) federbelasteten Blockiereinrichtung (12), welche in einer in der Radialebene (13) besagter Teilbohrungen (8, 10) aber seitlich daneben angeordneten Führungsbohrung (14) vorgesehen ist und die beim Vorbeistreichen des nicht mit zugangsberechtigten Mitteln verdrehten Schließkerns (5) in die Teilbohrung (8) des in dieser Radialebene (13) befindlichen Kernstifts (9) einfällt, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsbohrung (14) im stegartigen Teilgehäuse (4) von außen in Richtung zum Schließkern eingebracht sitzt,

    1.1 die zusätzliche Blockiereinrichtung (12) aus zwei unter der Federlast zueinander expandierbaren Teilelementen (15,16) besteht, zwischen denen

    1.2 nur zur Beginn des Expansionsweges (30) eine gegenseitige Längsführung (17) vorgesehen ist, welche mit Einfallen des dem Schließkern (5) zugewandten Teilelements (16) in die zugeordnete Teilbohrung (8) des Kernstifts (9) einen im Rückweg (31) dieses Teilelements (16) befindlichen Sperranschlag (18) bildet.
  2. Profilzylinder (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsführung (17) fest mit einem der Teilelemente (15; 16) verbunden ist und in einer ihrer Kontur angepaßten Ausnehmung (20) des anderen Teilelements (16; 15) sitzt.
  3. Profilzylinder (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsführung (17) einstückiger Bestandteil eines der Teilelemente (15; 16) ist.
  4. Profilzylinder (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Teilelementen (15 ,16) eine vorgespannnte Druckfeder (21) abgestützt ist.
  5. Profilzylinder (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfeder (21) als Schraubenfeder ausgebildet ist, die sich zwischen sich gegenüberliegenden Stirnflächen (22a, 22b) der Teilelemente (15, 16) abstützt.
  6. Profilzylinder (1) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfeder (21) von der Längsführung (17) gegen Ausbiegen geführt ist.
  7. Profilzylinder (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilelemente (15, 16) als Stifte von kreiszylindrischer Außenkontur ausgebildet sind, die kolbenartig in der Führungsbohrung (14) sitzen.
  8. Profilzylinder (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der Durchmesser (24) des dem Schließkern (5) zugewandten Stiftes (16) kleiner als der Durchmesser (23) des in dieser Radialebene (13) liegenden Kernstiftes (9) ist.
  9. Profilzylinder (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß derjenige Drehwinkel (25) des Schließkerns (5), bei welchem die zusätzliche Blockiereinrichtung (12) zum Einfallen in die Teilbohrung (8) des Kernstifts (9) vorgesehen ist, von der Schlüsselabziehstellung (7) des Schließkerns (5) aus betrachtet weniger als 30 Grad beträgt.
  10. Profilzylinder (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß beidseits der Längsmittelebene (26) des stegartigen Bereichs (4) jeweils eine Führungsbohrung (14) mit einer zugeordneten zusätzlichen Blockiereinrichtung (12) vorgesehen ist.
  11. Profilzylinder (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das vom Schließkern (5) abgewandte Teilelement (15) der zusätzlichen Blockiereinrichtung (12) am Gehäuse (2) außermittig (27) zur Führungsbohrung (14) abgestützt ist.
  12. Profilzylinder (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsbohrung (14) von kreiszylindrischem Querschnitt mit durchgehend gleichbleibendem Durchmesser ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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