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Dokumentenidentifikation DE10316372B3 02.12.2004
Titel Sanitäres Mischventil
Anmelder Hansa Metallwerke AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Assenmacher, Bernd, 70597 Stuttgart, DE
Vertreter Ostertag & Partner, Patentanwälte, 70597 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 10.04.2003
DE-Aktenzeichen 10316372
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.12.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.12.2004
IPC-Hauptklasse F16K 11/076
IPC-Nebenklasse G05D 11/16   
Zusammenfassung Ein sanitäres Mischventil (2), das insbesondere zum Einbau in eine elektronisch gesteuerte Sanitärarmatur geeignet ist, umfasst in einer an für sich bekannten Weise einen Armaturenkörper (1), in dem eine zylindrische Kammer (3) ausgebildet ist. In diese münden eine Kaltwasser führende Zulaufbohrung (5), eine Warmwasser führende Zulaufbohrung (5) und mindestens eine Wasser abführende Bohrung (7). In der zylindrischen Kammer (3) des Armaturenkörpers (1) ist ein Drehkolben (4) drehbar geführt. Dieser weist mindestens eine Ausnehmung (10, 13) auf, die je nach Darstellung des Drehkolbens (4) in unterschiedliche Überlappung mit einer Mündung mindestens einer der beiden Zulaufbohrungen (5) gebracht werden kann und die in Kommunikation mit der Wasser abführenden Bohrung (7) steht. Die Ausnehmung (10, 13) weist eine Bodenfläche (11, 14) auf, die an dem Rand (12, 15), der die Mündung der entsprechenden Zulaufbohrung (5) beim Öffnen des entsprechenden Wasserweges zuerst anschneidet, unter einem Winkel, der kleiner als 20° ist, in die Mantelfläche des Drehkolbens (4) übergeht. Die Bodenfläche (11, 14) nähert sich, ausgehend von diesem Rand (12, 15), mit zunehmender Winkelentfernung bis zu einer maximalen Tiefe der Achse des Drehkolbens (4) an. Bei dieser Ausgestaltung des Mischventiles (2) werden störende Geräusche, insbesondere in denjenigen Drehstellungen, in denen kleine Durchströmungsquerschnitte vorliegen, vermieden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein sanitäres Mischventil mit

  • a) einem Armaturenkörper, in dem eine zylindrische Kammer ausgebildet ist, in welche eine Kaltwasser führende Zulaufbohrung, eine Warmwasser führende Zulaufbohrung und mindestens eine Wasser abführende Bohrung einmünden;
  • b) einem in der Kammer des Armaturenkörpers drehbar geführten Drehkolben, der zwei axial beabstandete Ausnehmungen aufweist, die je nach Drehstellung des Drehkolbens in unterschiedliche Überlappung mit einer Mündung jeweils einer der beiden Zulaufbohrungen gebracht werden können;

    wobei
  • c) jede Ausnehmung eine Bodenfläche aufweist, die an dem Rand, der die Mündung der entsprechenden Zulaufbohrung beim Öffnen des entsprechenden Wasserweges zuerst anschneidet, unter einem Winkel, der kleiner als 20° ist, in die Mantelfläche des Drehkolbens übergeht und die sich mit zunehmender Winkelentfernung von diesem Rand bis zu einer maximalen Tiefe der Achse des Drehkolbens annähert.

Bei elektronisch gesteuerten Sanitärarmaturen erfolgt im allgemeinen nur das An- und Abstellen des Wasserflusses auf elektromagnetischem Wege. Soll dagegen das Mischungsverhältnis von Kalt- und Warmwasser und daher die Temperatur des ausfließenden Mischwassers verändert werden, so wird hierfür in der Regel ein gesondertes, manuell betätigtes Mischventil eingesetzt. Bei vom Markt her bekannten derartigen Mischventilen sind die Ausnehmungen, die im Drehkolben vorgesehen sind und die veränderliche Verbindung zwischen den Wasser-Zulaufbohrungen und dem nachgeschalteten Mischwasser führenden Strömungsweg herstellen, radial gerichtete Bohrungen, die mit verhältnismäßig scharfen Kanten in die Mantelfläche des Drehkolbens einmünden. Nachteilig bei diesen bekannten Mischventilen ist, daß in denjenigen Drehstellungen, in denen die Bohrungen des Drehkolbens die Mündungsstellen der Zulaufbohrungen in die Kammer nur wenig überlappen und daher nur ein geringer Strömungsquerschnitt zur Verfügung steht, ein störendes Pfeifen auftreten kann.

Eine elektronisch gesteuerte Sanitärarmatur, die ebenfalls ein sanitäres Mischventil ähnlich dem der vom Markt her bekannten Art aufweist, ist in der DE 41 02 135 C2 beschrieben. Hier besitzt der Drehkolben nur eine einzige wassersteuernde Ausnehmung in Form einer wendelförmig in die Mantelfläche des Drehkolbens eingearbeiteten Nut. Auch hier gehen jedoch die steuernden Kanten der Ausnehmung unter einem rechten, scharfen Winkel in die Mantelfläche des Drehkolbens über, so daß erneut die Gefahr störender Geräuschbildung in bestimmten Drehstellungen des Drehkolbens besteht.

Eine gegenüber diesen Mischventilen günstigere Lösung stellt ein handbetätigtes Mischventil der eingangs genannten Art dar, wie es aus der DE 78 19 641 U1 hervorgeht. Dort ist ein Zylinder dreh- und axial verschiebbar in eine Ausnehmung des Armaturenkörpers eingesetzt, in welche zwei beabstandete Zuläufe für Warm und Kaltwasser münden. Der Zylinder weist zwei Nuten auf, welche in axialer Richtung einen Abstand haben, der geringer ist als der der Zuläufe. Beide Nuten verlaufen gleichsinnig und parallel zueinander und haben im Querschnitt etwa sichelförmige Gestalt, wobei der Übergang zur Mantelfläche des Zylinders an einer Seite unter einem sehr kleinen Winkel erfolgt. Die Nuten werden dann zunächst konisch tiefer und enden nach etwa 300° stufenartig. Radial außen schließt sich an die Nuten ein gemeinsamer Auslaufraum an.

Die Temperaturwahl erfolgt bei diesem bekannten Mischventil durch axiale Verschiebung des Zylinders, wodurch von reiner Kaltwasser- bis zu reiner Warmwasserfreigabe alle Zwischenstufen möglich sind. Den Gesamtwasserfluß wählt man durch Drehen des Zylinders, so daß schleichend ein immer größer werdender Querschnitt über die Nuten freigegeben wird. Beim Übergang von der Nut im Zylinder zum Auslaufraum ergibt sich allerdings eine sprungartige Vergrößerung des Strömungsquerschnitts. Dies trifft auch zu bei Änderung der Temperatureinstellung während des Wasserflusses infolge der dann wirksamen scharfen Kanten. Beides kann zu störendem Pfeifen führen.

Eine weitere Sanitärarmatur mit zwei Zuläufen, einem Auslauf und einem Dichtelement, welches drehbar im Armaturengehäuse gelagert ist, zeigt die US 1 035 472. Das Dichtelement weist längs seines Umfangs zwei achsparallele, winkelmäßig versetzt angeordnete Aussparungen auf, welche je nach Winkelstellung des über einen Hebel verdrehbaren Dichtelements mit dem einen, dem anderen, oder beiden Zuläufen verbunden ist und dabei jeweils auch die Verbindung mit dem Auslauf freigeben oder sperren. Auch hier können scharfkantige Übergänge bei bestimmten Drehstellungen Pfeifen verursachen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein sanitäres Mischventil der eingangs genannten Art der Art so auszugestalten, daß die Geräuschentwicklung reduziert ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß

  • d) jede Ausnehmung mit je einer Wasser abführenden Bohrung kommuniziert.

Wird beim Verdrehen des Drehkolbens des erfindungsgemäßen Mischventiles die Mündung jeder der beiden Zulaufbohrungen in der Kammer durch die axialen Abstand aufweisenden Ausnehmungen angeschnitten, so öffnen sich zunächst sehr kleine und dann graduell kontinuierlich größer werdende Strömungsquerschnitte. Dieses "feinfühlige" Öffnen des Strömungsquerschnittes in Verbindung mit einer direkt zugeordneten Wasser abführenden Bohrung verhindert, daß sich Pfeifgeräusche einstellen.

Die Unterdrückung von Pfeifgeräuschen ist um so vollkommener, je "flacher" die Bodenfläche der Ausnehmung in die Mantelfläche übergeht. Besonders günstige Ergebnisse werden daher erzielt, wenn der Winkel, unter dem dies geschieht, kleiner als 10° ist oder wenn gar die Bodenfläche der Ausnehmung tangential in die Mantelfläche einläuft.

Im allgemeinen empfiehlt sich diejenige Ausgestaltung der Erfindung, bei welcher die Bodenflächen der zwei Ausnehmungen sich in entgegengesetztem Drehsinn der Achse des Drehkolbens annähern und von denen die eine mit der Kaltwasser führenden Zulaufbohrung und die andere mit der Warmwasser führenden Zulaufbohrung kommuniziert. Jede dieser beiden Ausnehmungen ist also für das Steuern eines zufließenden Wasserstromes zuständig. Die "Logik" der Wasserführung ähnelt in sofern derjenigen, die bei dem eingangs zuerst genannten, vom Markt her bekannten Stand der Technik eingesetzt wird. Infolge des entgegengesetzten Drehsinns der Ausnehmungen bleibt der Gesamtdurchfluß an Wasser näherungsweise konstant.

Wird eine solche Ausgestaltung der Erfindung verwendet, empfiehlt sich weiter, daß der Drehkolben in seiner Mantelfläche zwischen den beiden Ausnehmungen eine Nut aufweist, die in axialer Richtung mit den beiden Ausnehmungen kommuniziert und eine Verbindung zu den zwei Mischwasser abführenden Bohrungen herstellt. Auf diese Weise lassen sich insbesondere bei ungleichem Zulauf von Kalt- und Warmwasser die Strömungsquerschnitte beider wasserabführender Bohrungen nutzen und die Strömungsgeschwindigkeiten reduzieren. Diese Nut dient darüber hinaus der zumindest beginnenden Vermischung von Kalt- und Warmwasser.

Eine besonders zweckmäßige Ausgestaltung des sanitären Mischventils ergibt sich dadurch, daß die zwei Wasser abführenden Bohrungen koaxial zu den korrespondierenden Zulaufbohrungen ausgebildet sind. Dadurch wird die Herstellung vereinfacht.

Ein solches Mischventil eignet sich besonders zum Einbau in eine elektronisch gesteuerte Sanitärarmatur.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert; es zeigen

1a) bis 1c) Schnitte durch den Armaturenkörper einer elektronisch gesteuerten Sanitärarmatur im Bereich des dort vorgesehenen Mischventils, und zwar in unterschiedlichen Stellungen des zugehörigen Drehkolbens;

2 perspektivisch in vergrößertem Maßstab den Drehkolben, der bei dem Mischventil der in 1 dargestellten Sanitärarmatur eingesetzt wird.

Zunächst wird auf 1a) Bezug genommen. Diese zeigt einen in der Montagestellung vertikalen Schnitt durch den Armaturenkörper 1 einer elektronisch gesteuerten Sanitärarmatur. Unter "elektronisch gesteuert" wird hier verstanden, daß das Öffnen und Schließen der Sanitärarmatur selbsttätig, also ohne Zutun des Benutzers geschieht. Dies kann durch unterschiedliche Arten von berührungslosen Annäherungsschaltern, beispielsweise durch eine Reflexionslichtschranke geschehen. Um die Temperatur des aus der Sanitärarmatur ausfließenden Wassers einstellen zu können, ist in den Armaturenkörper 1 ein Mischventil 2 integriert, das nachfolgend näher beschrieben wird.

Dieses Mischventil 2 umfasst eine in der Montagestellung etwa horizontal verlaufende zylindrische Kammer 3, in welcher ein Drehkolben 4 (häufig auch "Reiber" genannt) verdrehbar angeordnet ist. Die genaue Bauweise des Drehkolbens 4 wird weiter unten näher erläutert.

In die Kammer 3 münden von unten her zwei Zulaufbohrungen 5 für Wasser, nämlich die in 1 erkennbare Zulaufbohrung 5 für Warmwasser und eine parallel zu dieser verlaufende, oberhalb der Zeichenebene von 1 zu denkende Zulaufbohrung 5 für Kaltwasser. Die Zulaufbohrungen 5 werden an ihren unteren Enden mit Wasserzulaufrohren oder -schläuchen verbunden, wie dies an und für sich bekannt ist.

In denjenigen Bereichen der Mantelfläche der Kammer 3, welche den Mündungen der Zulaufbohrungen 5 diametral gegenüberliegen, mündet jeweils eine Verbindungsbohrung 7, die zu der korrespondierenden Zulaufbohrung 5 koaxial ist. Die Verbindungsbohrungen 7 stehen über innere, im einzelnen nicht dargestellte Wasserwege mit dem elektronisch betätigten Absperrventil in Verbindung, von wo das Wasser über ebenfalls nicht dargestellte Wege zu einer an der Oberseite des Armaturenkörpers 1 vorgesehenen Auslauföffnung 8 gelangt. In dieser Auslauföffnung 8 kann beispielsweise ein Auslauf (nicht dargestellt) montiert werden, über den das Wasser dann schlußendlich die Armatur verläßt.

Durch Verdrehen des Drehkolbens 4 kann das Mengenverhältnis des über die Zulaufbohrungen 5 zufließenden Kalt- und Warmwassers in folgender Weise eingestellt werden:

Wie insbesondere die Darstellung des Drehkolbens 4 in

2 deutlich macht, besitzt dieser die Grundform eines Zylinders, dessen Außendurchmesser dem Innendurchmesser der Kammer 3 im Armaturenkörper 1 entspricht. In der axialen Mitte zwischen den beiden gegenüberliegenden Enden des Drehkolbens 4 ist eine verhältnismäßig tiefe Nut 9 eingearbeitet.

In den in 2 vom Betrachter abgewandten Bereich 4a des Drehkolbens 4 ist, der Nut 9 benachbart und mit dieser in axialer Richtung in Verbindung stehend, eine Ausnehmung 10 eingeformt, die eine gekrümmte Bodenfläche 11 bestitzt. Die Bodenfläche 11 hat ihren Anfang an einem achsparallel verlaufenden Rand 12 an der Mantelfläche des Drehkolbens 4, wo sie mit der Mantelfläche einen Winkel von weniger als 20° einschließt. Sie nähert sich auf einem Winkel von etwas mehr als 180° im Uhrzeigersinn dem Durchmesser, auf dem sich der Grund der Nut 9 befindet. Die von der Nut 9 abgewandte Seitenfläche 18 der Ausnehmung 10 hat daher ungefähr die Gestalt einer Sichel. An dem dem Rand 12 gegenüberliegenden Ende der Ausnehmung 10 ist deren Bodenfläche 11 verhältnismäßig steil wieder zur Mantelfläche des Bereiches 4a des Drehkolbens 4 zurückgeführt, wie dies den 1a bis 1c zu entnehmen ist.

Auch in den in 2 dem Betrachter zugewandten Bereich 4b des Drehkolbens 4 ist eine Ausnehmung 13 eingeformt, die in axialer Richtung mit der Nut 9 in Verbindung steht. Die Bodenfläche 14 beginnt ebenfalls an einem achsparallel verlaufenden Rand 15 an der Mantelfläche des Bereiches 4b, der mit dem Rand 12 im Bereich 4a fluchtet. Während jedoch die Ausnehmung 10 in der Sicht der 2 im Uhrzeigersinn tiefer wird, verhält sich dies bei der Ausnehmung 13 gerade umgekehrt: Die Ausnehmung 13 verläuft, ausgehend von dem Rand 15 in der Sicht der 2 gegen den Uhrzeigersinn zunächst unter einem Winkel von weniger als 20° gegenüber der Mantelfläche und wird sodann über einen Winkel von etwas mehr als 180° zunächst progressiv tiefer, bis auch ihre Bodenfläche 14 verhältnismäßig steil wieder zur Mantelfläche des Bereiches 4b des Drehkolbens 4 zurückgeführt ist. Bezogen auf diejenige Ebene, welche durch die Ränder 12 und 15 sowie die Achse des Drehschiebers 4 verläuft, sind die Ausnehmungen 10, 13 also spiegelsymmetrisch, jedoch in axialer Richtung gegeneinander versetzt, ausgebildet.

Ist der Drehkolben 4 in der Kammer 3 des Armaturenkörpers 1 montiert, befindet sich seine Ausnehmung 10 in derjenigen axialen Position, in welcher die Zulaufbohrung 5 und die hierzu koaxiale Verbindungsbohrung 7 für Warmwasser in die Kammer 3 münden, die Ausnehmung 13 dagegen in derjenigen axialen Position, in der die Kaltwasser führende Zulaufbohrung 6 und die hierzu koaxiale Verbindungsbohrung 7 in die Kammer 3 münden.

An den gegenüberliegenden Stirnseiten besitzt der Drehkolben 4 Profilierungen 16 bzw. 17, die der Befestigung des Drehkolbens 4 im Armaturenkörper 1 und dem Ansetzen eines Griffes dienen, mit dem der Drehkolben 4 verdreht werden kann.

Die Funktionsweise des Mischventiles 2 läßt sich anhand der 1a bis 1c wie folgt erklären:

In 1a ist eine Drehposition des Drehkolbens 4 dargestellt, bei welcher die Mantelfläche des Bereiches 4a des Drehkolbens 4 die Mündung der Warmwasser führenden Zulaufbohrung 5 in die Kammer 3 vollständig abdeckt. Dies bedeutet, daß kein Warmwasser in die Kammer 3 eintreten und von dort über die inneren Strömungswege zur Auslauföffnung 8 (auch bei geöffnetem elektronisch betätigtem Absperrwentil) fließen kann.

Anders dagegen die Verhältnisse bei der vor der Zeichenebene der 1a zu denkenden Zulaufbohrung 5 für Kaltwasser: Da die Ausnehmung 13 in dem Bereich 4b des Drehkolbens 4 gegenüber der Ausnehmung 10 im Bereich 4a winkelmäßig versetzt ist, liegt diese Ausnehmung 13 bei der in 1a dargestellten Drehstellung des Drehkolbens 4 über der Mündung der Kaltwasser-Zulaufbohrung 5 in die Kammer 3. Das kalte Wasser kann daher über die Ausnehmung 13 einerseits zu der koaxialen Verbindungsbohrung 7 und andererseits zu der Nut 9 des Drehkolbens 4 und von dort über die andere Verbindungsbohrung 7 zur Auslauföffnung 8 strömen. Die in 1a dargestellte Position ist also diejenige, in der ausschließlich Kaltwasser zur Auslauföffnung 8 gelangt.

Wird nunmehr in der Sicht der 1 der Drehkolben 4 im Uhrzeigersinn verdreht, so wandert die Ausnehmung 10 des Bereiches 4a des Drehkolbens 4 zunehmend über die Mündung der Warmwasser führenden Zulaufbohrung 5 in die Kammer 3, wie dies in 1b dargestellt ist. Auf Grund der sich nur langsam absenkenden Bodenfläche 11 der Ausnehmung 10 wird dabei der Strömungsweg nur allmählich eröffnet, was Strömungs- und insbesondere Pfeifgeräusche zuverlässig unterdrückt. In gleichem Ausmaße, in dem der Strömungsweg des warmen Wassers über die Ausnehmung 10 zu der zur Warmwasser führenden Zulaufbohrung 5 koaxialen Verbindungsbohrung 7 sowie in die Nut 9 und von dort über die andere Verbindungsbohrung 7 zur Auslauföffnung 8 eröffnet wird, schließt sich der Strömungsquerschnitt, der dem kalten Wasser über die Ausnehmung 13 im Bereich 4b auf dem Weg zur Auslauföffnung 8 zur Verfügung steht. Auf Grund der gegensinnig gleichen Ausgestaltung der Ausnehmungen 10 und 13 nimmt die Menge des fließenden Kaltwassers in demselben Ausmaße ab, in dem Warmwasser zu strömen beginnt. 1b zeigt also eine Mischstellung des Mischventiles 2.

Wird die Drehung des Drehkolbens 4 im Uhrzeigersinn fortgesetzt, so gelangt man schließlich in diejenige Position, die in 1c dargestellt ist. In dieser ist die gesamte Mündung der Zulaufbohrung 5, die Warmwasser führt, von der Ausnehmung 11 im Bereich 4a des Drehkolbens 4 freigegeben, so daß die Strömung des Warmwassers aus dieser Zulaufbohrung 5 in die hierzu koaxiale Verbindungsbohrung 7 sowie in die Nut 9 und von dort über die andere Verbindungsbohrung 7 zur Auslauföffnung 8 praktisch nicht mehr behindert ist. Umgekehrt gibt es in dieser Drehstellung des Drehkolbens 4 keine Überlappung mehr zwischen der Ausnehmung 13 im Bereich 4b des Drehkolbens 4 und der Mündung der Zulaufbohrung 6 für kaltes Wasser in die Kammer 3, so daß die Strömung des kalten Wassers vollständig zum Erliegen kommt. Die in 1c dargestellte Position des Drehkolbens 4 ist also diejenige, in der ausschließlich Warmwasser fließt, die Temperatur des die Sanitärarmatur verlassenden Wassers also ihren höchstmöglichen Wert erreicht hat.


Anspruch[de]
  1. Sanitäres Mischventil mit

    a) einem Armaturenkörper (1), in dem eine zylindrische Kammer (3) ausgebildet ist, in welche eine Kaltwasser führende Zulaufbohrung (5), eine Warmwasser führende Zulaufbohrung (5) und mindestens eine Wasser abführende Bohrung (7) einmünden;

    b) einem in der Kammer (3) des Armaturenkörpers (1) drehbar geführten Drehkolben (4), der zwei axial beabstandete Ausnehmungen (10, 13) aufweist, die je nach Drehstellung des Drehkolbens (4) in unterschiedliche Überlappung mit einer Mündung jeweils einer der beiden Zulaufbohrungen (5) gebracht werden können;

    wobei

    c) jede Ausnehmung (10, 13) eine Bodenfläche (11, 14) aufweist, die an dem Rand (12, 15), der die Mündung der entsprechenden Zulaufbohrung (5) beim Öffnen des entsprechenden Wasserweges zuerst anschneidet, unter einem Winkel, der kleiner als 20° ist, in die Mantelfläche des Drehkolbens (4) übergeht und die sich mit zunehmender Winkelentfernung von diesem Rand (12, 15) bis zu einer maximalen Tiefe der Achse des Drehkolbens (4) annähert;

    dadurch gekennzeichnet, daß

    d) jede Ausnehmung (10, 13) mit je einer Wasser abführenden Bohrung (7) kommuniziert.
  2. Sanitäres Mischventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenfläche (11, 14) der Ausnehmung (10, 13) unter einem Winkel, der kleiner als 10° ist, in die Mantelfläche des Drehkolbens (4) übergeht.
  3. Sanitäres Mischventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenfläche (11, 14) der Ausnehmung (10, 13) tangential in die Mantelfläche des Drehkolbens (4) übergeht.
  4. Sanitäres Mischventil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenflächen (11, 14) der zwei Ausnehmungen (10, 13) sich in entgegengesetztem Drehsinn der Achse des Drehkolbens (4) annähern, wobei die eine Ausnehmung (13) mit der Kaltwasser führenden Zulaufbohrung (5) und die andere Ausnehmung (10) mit der Warmwasser führenden Zulaufbohrung (5) kommuniziert.
  5. Sanitäres Mischventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehkolben (4) in seiner Mantelfläche zwischen den beiden Ausnehmungen (10, 13) eine Nut (9) aufweist, die in axialer Richtung mit den beiden Ausnehmungen (10, 13) kommuniziert und so eine Verbindung zu den zwei Wasser abführenden Bohrungen (7) herstellt.
  6. Sanitäres Mischventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wasser abführenden Bohrungen (7) koaxial zu den korrespondierenden Zulaufbohrungen (5) ausgebildet sind.
  7. Sanitäres Mischventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es zum Einbau in eine elektronisch gesteuerte Sanitärarmatur vorgesehen ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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