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Dokumentenidentifikation DE60008196T2 16.12.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001101611
Titel Vorrichtung zum auswechselbares Halten und Positionnieren von Druckzylinder in eine Offsetdruckmaschine
Anmelder Drent Holding B.V., AJ Hall, NL
Erfinder Wolters, Gerrit, 7213 EA Gorssel, NL;
Schoonman, Adelbert Lucas, 6961 DN Eerbeek, NL
Vertreter WUESTHOFF & WUESTHOFF Patent- und Rechtsanwälte, 81541 München
DE-Aktenzeichen 60008196
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 17.11.2000
EP-Aktenzeichen 002040707
EP-Offenlegungsdatum 23.05.2001
EP date of grant 11.02.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.12.2004
IPC-Hauptklasse B41F 13/44

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Verwendung in einer Offsetdruckpresse, um Druckwalzen der Druckpresse darin austauschbar zu halten und zu positionieren.

Zum Einstellen eines neuen Formats bei einer Offsetdruckpresse für unterschiedliche Größen wird bekanntermaßen die gesamte Druckanordnung oder sogar die gesamte Formatanordnung pro Druckturm ausgetauscht. Eine solche Formatanordnung besteht aus einem Walzenständer, in dem die Druckwalzen eines bestimmten Formats ortsfest untergebracht sind. In diesem Fall ist auch ein Zahnradgetriebe zwischen aufeinander folgenden Druckwalzen, Einrichtungen zur axialen Verschiebung einer oder mehrerer Walzen sowie weitere Justiereinrichtungen vorgesehen. Diese Formatanordnungen müssen mit Hilfe eines Hubwagens in die Drucktürme eingestellt werden; anschließend wird die Formatanordnung an die korrekte Stelle eingepasst und dort befestigt, was manuell oder mittels eines im Druckturm montierten pneumatischen Systems ausgeführt werden kann.

Wenn eine Vielzahl unterschiedlicher Formate für eine Druckpresse verfügbar sein muss, diese aber nur eine geringe Anzahl aufeinander folgender Drucktürme hat, ist es offensichtlich, dass bereits in dieser Phase die Anzahl an benötigten Formatanordnungen schnell ansteigt. Die Formatanordnungen unterscheiden sich im Wesentlichen im Durchmesser der formatabhängigen Druckwalzen und der zugehörigen Zahnradantriebe; der Walzenständer und die weiteren, darin montierten Justiereinrichtungen sind fast immer identisch.

Eine Vorrichtung gemäß der Präambel aus Anspruch 1 ist aus dem Patent US-A-3 611 924 bekannt, worin eine Offsetdruckpresse dargestellt wird, in der die Bilddruckwalze und Transferdruckwalze an sich austauschbar gehalten werden, um die Verwendung von Walzen unterschiedlichen Durchmessers für den Druck von Bögen unterschiedlicher Länge zu ermöglichen. Die Transferdruckwalze ist auf einem drehbaren Lagerarm montiert, der auf die Bilddruckwalze und eine Gegendruckwalze zu und von ihnen weg gedreht werden kann. Nachdem die Transferdruckwalze weg gedreht wurde, kann die Bilddruckwalze durch einen horizontalen Schlitz entfernt werden. Ein verstellbarer exzentrischer Lagerarm wird für die Transferdruckwalze bereitgestellt, damit diese in Bezug auf andere Walzen verstellt werden kann.

Ein Nachteil dieser bekannten Vorrichtung besteht darin, dass sie relativ komplex und kostenintensiv ist und dass ihre Druckqualität zu wünschen übrig lässt. Das Verstellen des exzentrischen Lagerarmes ist zeitaufwändig und muss nach jedem Austausch des Walzenformates durchgeführt werden. Es kommt häufig vor, dass die Transferdruckwalze mit unterschiedlichem Druck gegen die anderen beiden Walzen liegt, was zu stellenweisen Vergrößerungen oder Verkleinerungen von Bildpunkten führt, die auf die Transferdruckwalze übertragen bzw. auf die Bögen gedruckt werden. Drucken auf Bögen unterschiedlicher Dicke hat die gleichen Nachteile wie die Notwendigkeit, den exzentrischen Lagerarm verstellen zu müssen, und führt ebenfalls häufig zur Verzerrung von gedruckten Bildern. Des Weiteren können die Achsen der unterschiedlichen Walzen bei großen und kleinen Walzenformaten nicht aneinander ausgerichtet werden. Aus diesem Grund müssen die Halteeinrichtungen für die Walzen relativ stark sein, und es tritt auch eine Verzerrung der gedruckten Bilder auf, zum Beispiel wenn kleine Unregelmäßigkeiten auf einer der Walzen vorhanden sind. Um die Bilddruckwalze entfernen zu können, muss eine große Drehung des drehbaren Armes mit der Transferdruckwalze ausgeführt werden. Wenn nur eine Druckplatte auf der Bilddruckwalze ausgewechselt werden muss, ist diese Platte kaum zugänglich.

Ziel der Erfindung ist es, die oben genannten Nachteile zu beseitigen und insbesondere eine einfache und benutzerfreundliche Vorrichtung zur Verfügung zu stellen, bei der nur die formatabhängigen Walzen an sich ausgetauscht werden müssen, die nötigen Einrichtungen für die korrekte Positionierung der Walzen zueinander jedoch im Druckturm untergebracht sind, und mit der eine gute Bilddruckqualität erzielt werden kann.

Dieses Ziel wird mit einer Vorrichtung gemäß Anspruch 1 erreicht. Die Vorrichtung umfasst einen ersten und zweiten Lagerarm mit Halteelementen, um die austauschbare Unterbringung mindestens zwei der Druckwalzen zu ermöglichen, und eine erste und zweite Betätigungseinrichtung zum Drehen des ersten bzw. zweiten Lagerarms zur Positionierung von mindestens zwei Druckwalzen. Dadurch wird sichergestellt, dass bei einem Wechsel auf ein anderes Format nur die formatabhängigen Walzen an sich ausgetauscht werden müssen. Die Walzen werden anschließend mit den Betätigungseinrichtungen und den Lagerarmen in die korrekte Position zueinander gebracht. Somit ist es gemäß der Erfindung vorgesehen, dass mindestens zwei der Walzen auf oder nahe den Enden der Lagerarme befestigt werden, die um eine Achse drehbar sind, und die Betätigungseinrichtungen können die Lagerarme und Halteelemente um einen vorgegebenen Winkel drehen.

Die Erfindung hat den Vorteil, dass der gemeinsame Druck zwischen den Walzen durch geringfügige Drehung der Lagerarme zueinander präzise und einfach angepasst werden kann und so Verzerrungen gedruckter Bilder vermieden werden können. Es ist ebenfalls kein Problem mehr, unterschiedlich dicke Substrate zu bedrucken. Durch eine entsprechende, gleichzeitige Verstellung der Position der Lagerarme ist es möglich, die Walzen für alle unterschiedlichen Formatsätze jederzeit angemessen aneinander auszurichten. Dies führt außerdem zu einer verbesserten Bildqualität und ermöglicht es, die Lagerarme, Positionierungselemente usw. weniger stark zu konstruieren. Jede der Walzen ist einfach zugänglich, selbst wenn lediglich eine Druckplatte oder eine kompressible Zwischenträgerschicht ausgetauscht werden muss.

Jede Walze, die von einem Lagerarm gehalten wird, sollte möglichst auf beiden Seiten von Lagerarmen gehalten werden, wobei auch die Betätigungseinrichtungen möglichst für beide Lagerarme vorhanden sein sollten. Letzteres ist sinnvoll, da die Walzen in diesem Fall nicht nur immer genau parallel zueinander positioniert werden können, sondern auch während des Betriebs sicher in dieser Position gehalten werden können. Auch die Betätigungseinrichtung für jeden Lagerarm sollte möglichst separat betätigt werden können. Auf diese Weise kann zum Beispiel einer der Lagerarme von der Walze gelöst und nach oben oder unten gedreht werden. Anschließend kann die Walze vom anderen Lagerarm entfernt werden, indem sie seitwärts in Richtung der Walzenachse herausgenommen wird.

Eine weitere Entwicklung sieht vor, dass die erste Betätigungseinrichtung drehbar mit einem Festpunkt und dem ersten Lagerarm verbunden ist, und dass eine oder mehrere weitere Betätigungseinrichtungen drehbar mit dem ersten Lagerarm und einem weiteren Lagerarm verbunden sind. Ein mögliches Ausführungsbeispiel dafür ist die Betätigung eines Lagerarmes der Transferdruckwalze durch die erste Betätigungseinrichtung und die Betätigung eines Lagerarmes der Transferdruckwalze und eines Lagerarmes der Bilddruckwalze bzw. der Gegendruckwalze durch zwei weitere Betätigungseinrichtungen. Der dadurch erzielte Vorteil besteht darin, dass die Positionierung der Walzen weniger von einem Fehlerbereich abhängt.

Eine weitere mögliche Variante besteht darin, eine der Walzen, zum Beispiel die Bilddruckwalze, in einer ortsfesten Position anzubringen und die anderen Walzen mit Lagerarmen zu halten, die im Zusammenspiel miteinander wirken; das heißt, die erste Betätigungseinrichtung wird in Bezug auf einen Festpunkt betätigt und die zweite Betätigungseinrichtung wird in Bezug auf den drehbaren ersten Lagerarm betätigt. Auf diese Weise wird die Konstruktion sehr einfach gehalten. Einrichtungen für die axiale Bewegung des Bilddruckzylinders können günstig auf ortsfesten Halteelementen bereitgestellt werden. Des Weiteren ist das Farbwerk in den meisten Offsetdruckpressen bereits verstellbar montiert, wodurch es ermöglicht wird, Bilddruckwalzen unterschiedlicher Formate daran anzuordnen.

Gemäß einer weiteren Entwicklung umfassen die Einrichtungen zur Drehung eines Lagerarmes um einen vorgegebenen Winkel mindestens eine verstellbare Abstandseinrichtung. Eine solche verstellbare Abstandseinrichtung kann in der Nähe des Lagerarm-Endes wirken, wo auch ein Halteelement für eine Walze angebracht sein kann. Es ist jedoch auch möglich, den Lagerarm auf der anderen Seite des Drehpunktes zu betätigen. Das hängt davon ab, ob dies aufgrund des verfügbaren Platzes im Druckturm eventuell besser durchführbar ist.

Die verstellbare Abstandseinrichtung kann zum Beispiel eine Schraubenspindel, eine hydraulische Walze oder ein Zahnradgetriebe sein. Eine Schraubenspindel hat den Vorteil, dass sie starr und kostengünstig ist und dass ihre Position präzise berechnet werden kann, wodurch es ermöglicht wird, die relativen Positionen der Walzen aufgrund der Position der Spindel zu verstellen, anstatt aufgrund der Druckunterschiede, die aus der Berührung der Walzen entstehen. Eine hydraulische Walze hat den Vorteil, dass sie leicht gegen Überdruck geschützt werden kann, der zu Schäden oder Verletzungen führen könnte. Bei Verwendung einer Schraubenspindel und einem mit ihr zu bewegenden Element ist es zum Beispiel möglich, eine Schraubenspindel mit trapezförmigem Gewinde oder eine Kugelumlaufspindel zu wählen, wobei eine Kugelumlaufspindel aufgrund der geringen statischen und dynamischen Reibung vorzuziehen ist. Als Antrieb für die Schraubenspindel kann zum Beispiel ein elektrischer Motor dienen; ein zwischen dem Motor und dem Antriebselement der Spindel befestigtes Untersetzungsgetriebe sorgt für das erforderliche Drehmoment, und das Antriebselement kann immer über eine minimale Distanz bewegt werden.

Um die Druckwalzen in die korrekte Position zueinander und ggf. auch zu den Farbrollen zu bringen, was möglichst durch die Berechnung der Position und der gewünschten Änderung vorgenommen werden sollte, muss eine bestimmte Anzahl an Werten bekannt sein, wie z.B. das Format der Walze und die letzte Position, die von den Halteelementen eingenommen wurde. In diesem Fall ist es wichtig, immer genau die Bewegung der Antriebselemente entlang der Spindel zu kennen.

Zu diesem Zweck ist gemäß der Erfindung eine Erfassungseinrichtung vorgesehen, die zur Erfassung des Drehwinkels der Antriebswelle oder des Antriebselements auf der Schraubenspindel mit dem Antrieb des Antriebselements oder mit dem Antriebselement auf der Schraubenspindel verbunden wird. Die Messung oder Bestimmung des Drehwinkels sorgt dafür, dass die Bewegung des Antriebselements entlang der Spindel, und dementsprechend die Drehung des Lagerarmes und aufgrund dessen auch die neue Position eines Halteelements, bekannt sind.

Es ist möglich, anstelle der oben beschriebenen Erfassungseinrichtungen optische oder elektromagnetische Einrichtungen zur Erfassung der Position eines Halteelements in Bezug auf eine Skala zu verwenden.

Um bei der Vorrichtung gemäß der Erfindung komplizierte Getriebekonstruktionen oder den Wechsel von Zahnrädern für die wechselnden Positionen der Druckwalzen für unterschiedliche Formate zu vermeiden, ist für mindestens zwei der Druckwalzen ein eigener Antrieb zur Drehung um ihre eigenen Achsen vorgesehen.

Die Antriebe sind direkt mit dem Steuerungssystem der Druckpresse verbunden, wodurch auf einfache Weise eine Synchronisation der Druckwalzen eines Druckturms und ebenso aufeinander folgender Drucktürme ermöglicht wird.

Im Prinzip ist es möglich, einen Antrieb für die Gegendruckwalze zur Verfügung zu stellen, indem diese beispielsweise mittels eines Zahnriemengetriebes mit dem Antrieb der Walzen des Farbwerks in der Druckpresse oder einer Bauteilgruppe davon verbunden werden. Die Geschwindigkeit des Antriebs, die auf diese Weise erreicht wird, ist konstant genug für die Gegendruckwalze.

Die Halteelemente der Druckwalzen können aus Kegeln bestehen, die zu beiden Seiten einer Druckwalze angebracht sind und durch Axialverschiebung mit einer Druckwalze greifen oder von ihr gelöst werden können.

Ein durchgehender Dorn kann auch als Halteelement verwendet werden; die Walze kann über diesen Dorn geschoben und mit einer mechanischen, elektrischen oder pneumatischen Klemmeinrichtung an ihm festgeklemmt werden. Das hat den Vorteil, dass die Druckwalzen in axialer Richtung, und demzufolge an der Seite des Druckturms, in den Druckturm hinein- und herausgeschoben werden können, und dass ein Manövrieren zwischen aufeinander folgenden Drucktürmen nicht erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass das Gewicht dieser Walzen geringer sein kann als das Gewicht von Druckwalzen, die zwischen zwei Kegeln geklemmt werden. Wenn bei der Herstellung der Druckwalzen leichte Materialien verwendet werden, ist es sogar möglich, die Walzen von Hand ohne zusätzliche Hilfen auszutauschen.

Die Vorrichtung entsprechend der Erfindung wird in Bezug auf die exemplarischen, in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen ausführlicher erläutert, wobei:

1 eine perspektivische Ansicht eines Ausführungsbeispiels der Vorrichtung gemäß der Erfindung grafisch darstellt;

2 eine Ansicht gemäß 1 darstellt, wobei Druckwalzen mittleren Formats gehalten werden;

3 eine Ansicht gemäß 1 darstellt, wobei Druckwalzen großen Formats gehalten werden;

4 eine Ansicht gemäß 3 darstellt, wobei die Lagerarme auf der linken Seite in eine Auswechselposition abgesenkt sind;

5 eine Seitenansicht eines abweichenden Ausführungsbeispiels der Vorrichtung aus 14 darstellt;

6 eine Ansicht gemäß 5 darstellt, wobei Druckwalzen großen Formats gehalten werden;

7 ein Ausführungsbeispiel mit drei Sätzen zusammenspielender Lagerarme grafisch darstellt;

8 ein Ausführungsbeispiel darstellt, wobei die Positionierungselemente zwei Kegel sind, die axial bewegt werden; und

9 das Positionierungselement in Form eines durchgehenden Dorns mit Klemmeinrichtung darstellt.

Die in 1 dargestellte Vorrichtung enthält eine Druckanordnung mit drei Druckwalzen, und zwar eine Bilddruckwalze 1, eine Transferdruckwalze 2 und eine Gegendruckwalze 3. Die Bilddruckwalze 1 wird in Bezug auf eine u-förmige Haltekonstruktion 4 in einer ortsfesten Position gehalten. Die Transferdruckwalze 2 wird an beiden Enden zwischen Halteelementen 5 gehalten. Die Gegendruckwalze 3 wird an beiden Enden zwischen Halteelementen 6 gehalten. Jedes Halteelement 5 wird auf dem ersten Lagerarm 8 bereitgestellt. Jedes Halteelement 6 wird auf dem zweiten Lagerarm 9 bereitgestellt. Jeder Lagerarm 8, 9 ist um eine Achse 10 drehbar. Der erste Lagerarm 8 ist zum Drehen des Lagerarmes 8 und Halteelements 5 um vorgegebene Winkel um Achse 10 mit der ersten Betätigungseinrichtung 12 verbunden. Der zweite Lagerarm 9 ist zum Drehen des Lagerarmes 9 und Halteelements 6 um einen vorgegebenen Winkel um die Achse 10 mit der zweiten Betätigungseinrichtung 13 verbunden. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die zweite Betätigungseinrichtung 13 mit dem ersten Lagerarm 8 verbunden, was dazu führt, dass sich die zweite Betätigungseinrichtung 13 mit der Drehung des ersten Lagerarmes 8 mitbewegt, wenn die erste Betätigungseinrichtung 12 betätigt wird.

Die erste und die zweite Betätigungseinrichtung 12, 13 enthalten eine verstellbare Abstandseinrichtung, die im dargestellten Ausführungsbeispiel von einer Schraubenspindel gebildet wird. Die Bauteile der Schraubenspindel der ersten Betätigungseinrichtung 12 sind drehbar mit dem Lagerarm 8 und mit einem Festpunkt 15 auf der Haltekonstruktion 4 verbunden. Ein Antrieb 16 ist für das präzise Drehen der Schraubenspindel vorgesehen, wodurch sich ein Mutternelement 17, das drehbar mit dem ersten Lagerarm 8 verbunden ist, nach oben oder unten bewegt. Bauteile der zweiten Betätigungseinrichtung 13 enthalten einen Antrieb 18, der drehbar mit dem ersten Lagerarm 8 verbunden ist, um die Schraubenspindel anzutreiben, wodurch ein Mutternelement 19, das drehbar mit dem zweiten Lagerarm 9 verbunden ist, nach oben oder unten bewegt wird. Die Seitenwände der Haltekonstruktion 4 sind jeweils mit Öffnungen 20, 21 versehen. Die Öffnungen 20, 21 ermöglichen es den Lagerarmen 8, 9, die darauf montierten Halteelemente 5, 6 zusammen mit den zwischen ihnen gehaltenen Druckwalzen 2, 3 in andere gewünschte Positionen in Bezug auf die Bilddruckwalze 1 zu verschieben.

Der hauptsächliche Vorteil der oben beschriebenen Konstruktion ist in 2 und 3 erkennbar und besteht darin, dass die Lagerarme 8, 9 um vorgegebene Winkel in andere gewünschte Positionen gedreht werden können, damit eine Bilddruckwalze 1' und eine Transferdruckwalze 2' mittleren Formats (2) bzw. eine Bilddruckwalze 1" und eine Transferdruckwalze 2" großen Formats (3) gehalten werden können.

Des Weiteren ermöglicht eine entsprechende Betätigung der Betätigungseinrichtungen 12, 13 eine präzise Positionierung der Druckwalzen 1-3 zueinander, so dass der Druck auf der Kontaktfläche zwischen der Bilddruckwalze 1 und der Transferdruckwalze 2 ungefähr dem Druck auf der Kontaktfläche zwischen der Transferdruckwalze 2 und der Gegendruckwalze 3 entspricht. Auf diese Weise kann eine sehr gute Druckqualität für Bögen erzielt werden, die zwischen der Transferdruckwalze 2 und der Gegendruckwalze 3 entlanggeführt werden, selbst wenn Substrate unterschiedlicher Dicke verwendet werden.

Während des Betriebs wird die Bilddruckwalze 1 durch ein Farbwerk (nicht dargestellt), das über der Bilddruckwalze 1 positioniert ist, mit Farbe versorgt. Das Farbwerk wird in Bezug auf die Bilddruckwalze 1 beweglich gehalten, damit Bilddruckwalzen unterschiedlicher Formate eingefärbt werden können.

In 4 wurden der erste und zweite Lagerarm 8, 9 auf der linken Seite der Vorrichtung und der zweite Lagerarm 9 auf der rechten Seite der Vorrichtung in eine niedrigere Auswechselposition gedreht, während das linke Halteelement 5 auf dem ersten Lagerarm 8 von der Transferdruckwalze 2" gelöst ist. Die Gegendruckwalze 3 wird zusammen mit ihren Halteelementen 6 auf Lagerarm 9 nach unten bewegt. Der Lagerarm 8 auf der rechten Seite ist in seiner oberen Halteposition verblieben und hält lediglich die Transferdruckwalze 2". Die Öffnung 20 in der linken Seitenwand der Haltekonstruktion 4 ist groß genug, um die Bilddruckwalze 1" und die Transferdruckwalze 2" seitwärts aus der Vorrichtung herausnehmen zu können. Auf diese Weise können die formatabhängigen Druckwalzen leicht gegen Walzen des gleichen oder eines anderen Formats ausgewechselt werden, weil die Drehung der Lagerarme separat ausgeführt werden kann.

Die in 5 und 6 dargestellten Ausführungsbeispiele stimmen im Wesentlichen mit denen in 14 überein; der einzige Unterschied besteht darin, dass der erste und zweite Lagerarm 51, 52 jeweils um ihre eigene Achse 53, 54 drehbar sind. Hier ist ebenfalls die erste Betätigungseinrichtung 55 für den ersten Lagerarm 51 indirekt mit der zweiten Betätigungseinrichtung 56 für den zweiten Lagerarm 52 verbunden. In einer Variante, die nicht dargestellt ist, sind die Betätigungseinrichtungen nicht miteinander verbunden. In 6 wird die Vorrichtung mit Druckwalzen 58, 59 größeren Formats dargestellt. Wie am besten in 5 und 6 zu erkennen ist, wird durch die Konstruktion gemäß der Erfindung ermöglicht, dass die Achsen 60, 61, 62 der Walzen, die von ihren Halteelementen gehalten werden, ungefähr in einer Linie liegen, und zwar sowohl für Druckwalzen kleinen Formats als auch großen Formats.

Ungefähr auf einer Linie bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die drei Achsen 60, 61, 62 der Druckwalzen einen Winkel von 165°–195° einschließen.

In 7 sind drei Druckwalzen 71, 72, 73, eine Plattenwalze, eine Gummiwalze und eine Gegendruckwalze, jeweils auf den Enden der Lagerarme 74, 75, 76 befestigt. Die Druckwalzen 71, 72, 73 werden auf beiden Seiten von einem Lagerarm gehalten, wobei die Lagerarme mit Halteelementen für die Unterbringung der Walze ausgestattet sind (siehe 8 und 9).

Die Lagerarme 74, 75, 76 sind um die jeweiligen festen Drehpunkte 77, 78, 79 drehbar. Für die Drehung der Lagerarme 74, 75, 76 sind Kugelumlaufspindeln 80, 81, 82 vorgesehen, an denen die Elemente 83, 84, 85 durch Drehung entlang bewegt werden können. Die Spindel 82 ist an einem festen Drehpunkt 87 befestigt und ist außerdem mit einem Drehpunkt 90 auf dem Lagerarm 75 verbunden; Spindel 80 ist durch einen Drehpunkt 86 und eine Spannplatte 86' mit Lagerarm 75 und durch einen Drehpunkt 89 und einen Feststellarm 92 mit Lagerarm 74 verbunden; Spindel 81 ist durch einen Drehpunkt 88 und einen Feststellarm 93 mit Lagerarm 75 und durch einen Drehpunkt 91 und einen Feststellarm 94 mit Lagerarm 76 verbunden.

Um die Elemente 83, 84, 85 die Spindeln entlang zu bewegen, werden die Spindeln durch Motoren 95, 96, 97 angetrieben, die mit einem Zahnriemen mit den Spindeln verbunden sind. Mit den angetriebenen Spindeln sind Impulsgeber 98, 99, 100 verbunden, die präzise die Winkelverschiebung angeben. Ein solcher Impulsgeber ist beispielsweise in 1.024 Schritte je volle Umdrehung eingeteilt, wobei nach dem Durchlaufen jedes Schritts ein absoluter Impuls erzeugt wird. Die Position der Walzen wird faktisch durch diesen Impulsgeber bestimmt.

Des Weiteren sind in der Abb. die Antriebsmotoren 101, 102, 103 für die entsprechenden Walzen 71, 72, 73 sowie die Motoren 104, 105 dargestellt, die auf den Lagerarmen 74, 75 befestigt sind und durch Zahnriemen mit den Einrichtungen zur axialen Verstellung der auf den Lagerarmen vorhandenen Halteelemente verbunden sind. Die Axialbewegung der Halteelemente dient zum Festklemmen der Druckwalze und ermöglicht eine Axialbewegung der Druckwalze.

Da dies im Prinzip nicht formatabhängig ist und deshalb nicht geändert werden muss, wird die Gegendruckwalze 73 unbeweglich zwischen den Lagerarmen befestigt. Um die Gegendruckwalze in die Druckposition zu bringen oder sie daraus zu lösen, werden die Positionierungseinrichtungen der Lagerarme verwendet, so dass die üblichen Exzenter für die Gegendruckwalzen in diesem Fall nicht erforderlich sind.

Des Weiteren ist es bei einer Gegendruckwalze nicht erforderlich, eine Axialbewegung der Walze zu ermöglichen, so dass für die Walze keine Antriebsvorrichtung auf dem Lagerarm vorgesehen werden muss. Die Axialverschiebung der Druckwalzen ist vorgesehen, um das gedruckte Bild korrekt auf dem Gewebe positionieren zu können, so dass im Prinzip lediglich die Plattenwalze mit einer Möglichkeit zur Axialbewegung ausgestattet werden bräuchte.

In 8 wird ein Querschnitt der Lagerarme 74, 74' mit Antriebsmotor 101 und Halteelementen 106, 107 dargestellt. Die Halteelemente ragen aus den Plattenteilen I und II des Rahmens heraus und sind am Ende mit Kegeln 108, 109 ausgestattet, die mit Komplementärteilen der Walze zusammenpassen, und auf diese Weise die Walze einklemmen sollen. Auf einem der Kegel kann auch ein Registrierstift befestigt werden, der in ein Loch in der Walze passt, so dass die Walze immer eine bekannte Position in Bezug auf den Antrieb einnimmt.

Die Halteelemente 106, 107 können in axialer Richtung verschoben werden, und zwar entgegengesetzt zueinander zum Einklemmen oder Lösen einer Walze oder in die gleiche Richtung zur axialen Verschiebung der Walze. Zu diesem Zweck sind zwei Schraubenspindeln 110, 111 und 112, 113 für jedes Halteelement 106, 107 vorgesehen, wobei die Schraubenspindeln durch Zahnriemen 114, 115 miteinander verbunden sind und ein weiterer Zahnriemen 116, 117 von einer der Spindeln zu Motoren läuft, die in der Abb. nicht dargestellt sind. Einer dieser Motoren 104 ist in 1 dargestellt. Anstelle des Zahnriemens 114 oder 115 kann auch ein Zahnrad verwendet werden, wobei dieses Zahnrad die Zahnräder eines Spindel-Satzes 110, 111 oder 112, 113 betätigt.

Der Antriebsmotor 101 ist durch ein direktes Getriebe 118 mit einem Schaftteil 119 des Halteelements 106 verbunden.

In 9 ist der Querschnitt eines möglichen Halteelements dargestellt, das im Wesentlichen aus einem durchgehenden Dorn 137 besteht, über den eine Druckwalze 131 geschoben und mit einer Klemmeinrichtung 138 festgeklemmt wird. Die Klemmeinrichtung 138 wird von einem Teil 139 eines Walzenständers gehalten, der in einem Druckturm befestigt ist und der zusammen mit der Klemmeinrichtung 138 entfernt oder umgeklappt werden kann, so dass genügend Platz zum Entfernen einer Walze vom Dorn 137 oder zum Aufschieben einer Walze auf den Dorn in axialer Richtung geschaffen wird.

Auf Antriebsseite ist der Antriebsmotor 101 durch eine Keilwelle 141 mit dem Schaft 142 des Dorns 137 verbunden; des Weiteren ist ein Antriebsmechanismus 140 zum Verstellen des Dorns 137 in axialer Richtung vorgesehen. Anstelle der Keilwelle ist es beispielsweise auch möglich, eine axial verstellbare Kupplung oder eine Verbindung zweier ortsfester Zahnräder zu verwenden.

Neben den dargestellten Ausführungsbeispielen gibt es eine Vielzahl an Varianten. Es kann zum Beispiel eine Druckanordnung mit vier Druckwalzen zum doppelseitigen Drucken von Bögen vorgesehen werden, das heißt zwei Bilddruckwalzen und zwei Transferdruckwalzen. In diesem Fall werden für mindestens drei der Walzen auf dem ersten, zweiten und dritten Lagerarm Halteelemente vorgesehen, wobei jeder Lagerarm um eine Achse drehbar ist, und die Positionierungseinrichtungen die erste, zweite und dritte Betätigungseinrichtung zum Drehen des jeweiligen Lagerarmes und Halteelements um vorgegebene Winkel enthalten. Des Weiteren können die Betätigungseinrichtungen auch von einem Schneckengetriebe, das mit dem Lagerarm verbunden ist, gebildet werden. Es ist ebenfalls möglich, Lagerarme nur auf einer Seite der Druckwalzen vorzusehen, anstatt beidseitig.

Auf diese Weise gewährleistet die Vorrichtung gemäß der Erfindung eine schnelle und einfache Verstellung einer Offsetdruckpresse zum Bedrucken unterschiedlicher Substrat-Formate und/oder zum Bedrucken unterschiedlich dicker Substrate. Die mindestens zwei Lagerarm-Sätze ermöglichen es, die Druckwalzen präzise zueinander zu positionieren, was zu einer hervorragenden Druckqualität führt.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Verwendung in einer Offsetdruckpresse, um Druckwalzen der Druckerpresse darin austauschbar zu halten und zu positionieren, wobei

    – die Druckerpresse oder eine oder mehrere Bauteilgruppen derselben mit einer Druckanordnung ausgestattet sind, die zumindest drei Druckwalzen (1, 2, 3) aufweist, und ein Antrieb für die Walzen bereitgestellt ist,

    – die Vorrichtung mit Halteelementen (5, 6) zum austauschbaren Halten von wenigstens zwei der Walzen (2, 3) und Positioniereinrichtungen zum Positionieren von wenigstens einer der Walzen versehen ist,

    – das Halteelement (5) für eine Walze (2) auf einem ersten Lagerarm (8) bereitgestellt ist, der um eine Achse (10) drehbar ist, wobei die Positionierungseinrichtungen Betätigungseinrichtungen (12) zum Drehen des ersten Lagerarms (8) und des Halteelements (5) um einen vorgegebenen Winkel umfassen, was zur Folge hat, dass zumindest eine Walze (1, 2) durch eine Walze (1', 2', 1", 2") desselben oder eines anderen Formats ersetzt werden kann,

    dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (6) für wenigstens die zweite Walze (3) auf einem zweiten Lagerarm (9) bereitgestellt ist, der um eine Achse drehbar ist, wobei die Positionierungseinrichtungen zweite Betätigungseinrichtungen (13) zum Drehen des zweiten Lagerarms (9) und des Halteelements (6) um vorgegebene Winkel umfassen.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die ersten Betätigungseinrichtungen (12) drehbar mit einem Festpunkt (15) und dem ersten Lagerarm (8) verbunden sind und die zweiten Betätigungseinrichtungen (13) drehbar mit dem ersten Lagerarm (8) und dem zweiten Lagerarm (9) verbunden sind.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei der die Betätigungseinrichtungen (12, 13) für wenigstens einen Lagerarm (8, 9) eine verstellbare Abstandseinrichtung umfassen, deren Bauteile drehbar mit diesem Lagerarm (8, 9) und einem Festpunkt (15) bzw. dem anderen Lagerarm (8) verbunden sind.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 3, bei der die verstellbare Abstandseinrichtung eine Schraubenspindel ist.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, bei der eine Erfassungseinrichtung zum Erfassen des Drehwinkels einer Antriebswelle oder eines Antriebselements auf der Schraubenspindel bereitgestellt ist.
  6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der drei Halteelemente zum Halten von drei Druckwalzen (1, 2, 3) bereitgestellt sind, wobei sich eines der Halteelemente in einer ortsfesten Position befindet.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 6, bei der die drei Druckwalzen (1, 2, 3) eine Bilddruckwalze (1), eine Transferdruckwalze (2) und eine Gegendruckwalze (3) sind, von denen sich die Bilddruckwalze (1) in einer ortsfesten Position befindet.
  8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der zumindest ein Halteelement (106, 107) axial beweglich ist, wobei die Bewegung dieses Halteelements (106, 107) durch einen Antrieb (110113) möglich ist, der auf einem Lagerarm (74) oder Halteelement befestigt ist.
  9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der ein Halteelement im Wesentlichen aus einem Dorn (137) besteht, der mit einer Klemmeinrichtung (138) zum Festklemmen einer Druckwalze (131) auf dem Dorn (137) versehen ist.
  10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der zwischen einem Halteelement und einer Druckwalze eine feste Eingriffsstelle vorgesehen ist, damit die Druckwalzen synchron laufen.
  11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Halteelemente (60, 61, 62) in Bezug aufeinander so positioniert werden können, dass ihre Achsen in etwa auf einer Linie liegen.
  12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der für jede der wenigstens zwei von den Lagerarmen (8, 9) zu haltenden Walzen (2, 3) ein Satz gegenüberliegender Lagerarme (8, 9) bereitgestellt ist, wobei jeder Lagerarm (8, 9) mit einem Halteelement (5, 6) versehen ist.
  13. Vorrichtung nach Anspruch 12, bei der die Lagerarme (8, 9) desselben Satzes separat drehbar sind.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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