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Dokumentenidentifikation EP1477948 23.12.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001477948
Titel Meldeanlage mit bildgebendem Sensor
Anmelder Siemens Building Technologies AG, Zürich, CH
Erfinder Wieser, Dieter, 8700 Küsnacht, CH;
Brupbacher, Dr., Thomas, 8706 Meilen, CH
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, RO, SE, SI
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 12.05.2003
EP-Aktenzeichen 030105563
EP-Offenlegungsdatum 17.11.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.12.2004
IPC-Hauptklasse G08B 7/06
IPC-Nebenklasse G08B 13/196   G08B 17/12   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Meldeanlage für das Auftreten von Ereignissen in einem nachfolgend als Überwachungsraum bezeichneten Gebiet, mit einem bildgebenden Sensor für die Aufnahme von Bildern des Überwachungsraums, einem Prozessor für die Verarbeitung der vom bildgebenden Sensor gelieferten Bildsignale, einer Zentrale und einer Kommunikationsverbindung mit der Zentrale.

Meldeanlagen dieser Art, dienen in erster Linie zur Brand- und Einbruchüberwachung (siehe beispielsweise WO-A-01/67415), wobei das Bild des bildgebenden Sensors in einem Prozessor ausgewertet wird, der im Alarmfall über die Kommunikationsmittel eine Alarmmeldung an die Zentrale sendet. Es ist auch bekannt, beispielsweise, wenn es sich beim Überwachungsraum um einen Strassentunnel handelt, das Bild des bildgebenden Sensors in die Zentrale zu übertragen und dort durch das Bedienungspersonal das Verkehrgeschehen zu beobachten (siehe beispielsweise WO-A-02/054364). Man kann sich auch vorstellen, dass das Bedienungspersonal bei Eingehen eines Alarms diesen verifiziert und die Einsatzkräfte an den Einsatzort dirigiert.

Während früher für die einzelnen Ereignisse, wie beispielsweise Brand oder Einbruch oder auch Verkehrsüberwachung spezielle Meldertypen eingesetzt wurden, ermöglicht die moderne Bildverarbeitung die Verwendung eines einzigen Meldertyps, nämlich eines bildgebenden Sensors, beispielsweise einer Videokamera, für die verschiedenen Arten von Ereignissen, wobei das Bildsignal des bildgebenden Sensors nach verschiedenen Kriterien ausgewertet wird.

All den bisher beschriebenen Arten von Ereignissen ist gemeinsam, dass der durch den bildgebenden Sensor gebildete Melder vor Ort einen Alarm auslöst und diesen an die Zentrale weiter meldet und gegebenenfalls auch die Sensorbilder an die Zentrale überträgt, wo das Personal zwar die Bilder betrachten aber mit dem bildgebenden Sensor nicht interaktiv kommunizieren kann. Letzteres ist ein Nachteil, wenn man an weitere mögliche Applikationen des einen bildgebenden Sensor aufweisenden Melders denkt. So ist beispielsweise in der WO-A-00/14693 ein Brandmelder beschrieben, der zur Detektion von zwei verschieden hohen Werten einer Brandkenngrösse ausgebildet ist, von denen der tiefere das Auftreten von Rauch und der höhere die Unbenutzbarkeit des betreffenden Fluchtwegs anzeigt. Diesem Brandmelder kann eine Kamera zur Überwachung des den Melder umgebenden Raums zugeordnet sein. Die Kamera überträgt die aufgenommenen Bilder an die Zentrale, wodurch die Einsatzkräfte die Möglichkeit erhalten, die Fluchtwege visuell zu überwachen und deren Benutzbarkeit festzustellen.

Bei diesem Brandmelder wäre es vorteilhaft, wenn die Einsatzkräfte zusätzlich die Möglichkeit hätten, anhand der gelieferten Bilder Massnahmen in dem betreffenden Fluchtweg zu ergreifen und/oder wenn die Fluchtwege automatisch gesperrt werden könnten. Es wäre auch vorteilhaft, die Kombination aus Brandmelder und Kamera durch eine Meldeanlage der eingangs genannten Art zu ersetzen und dadurch den apparativen Aufwand zu vereinfachen.

Durch die Erfindung soll nun eine kostengünstige Meldeanlage der genannten Art mit einem möglichst breiten Anwendungsspektrum geschaffen werden. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die genannte Kommunikationsverbindung für Zweiwegkommunikation ausgebildet ist, und dass im Bereich des bildgebenden Sensors Regel- und/oder Kommunikationsmittel vorgesehen sind, deren Steuerung und/oder Betätigung anhand der vom bildgebender Sensor aufgenommenen Bilder erfolgt.

Die vorgeschlagene Meldeanlage umfasst also einen bildgebenden Sensor zur Beobachtung eines Überwachungsraums, der über die Kommunikationsverbindung mit einer Zentrale verbunden ist. Die Kommunikationsverbindung ist für Zweiwegkommunikation ausgebildet, so dass von der Zentrale aus mit dem bildgebenden Sensor kommuniziert werden kann, um im Überwachungsraum Aktionen auszulösen. Solche Aktionen können die Steuerung von optischen Anzeigen und/oder die Kommunikation mit sich im Überwachungsraum befindenden Personen sein. Dadurch wird die Meldeanlage wesentlicher Bestandteil eines Evakuationssystems, mit dem Personen aus gefährdeten Bereichen gerettet werden können.

Eine erste bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Meldeanlage ist dadurch gekennzeichnet, dass die genannten Regel- und/oder Kommunikationsmittel einen Lautsprecher für die Durchsagen an im betreffenden Überwachungsraum befindliche Personen umfassen. Diese bevorzugte Ausführungsform erweitert die Meldeanlage zu einem so genannten "Voice-Systems", das ist ein System zur Durchsage von Evakuationshinweisen an sich in einem gefährdeten Gebäude befindliche Personen.

Eine zweite bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Meldeanlage ist dadurch gekennzeichnet, dass die genannten Regel- und/oder Kommunikationsmittel eine optische Anzeige für Fluchtwege und/oder deren Benutzbarkeit umfassen. Gemäss einer dritten bevorzugten Ausführungsform umfassen die genannten Regel- und/oder Kommunikationsmittel Mittel für die Auslösung/Aktivierung einer stationären Löschanlage.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass eine automatische Bestimmung der Sichtverhältnisse im Überwachungsraum erfolgt. Diese bevorzugte Ausführungsform ist besonders für die Anwendung in einem Evakuationssystem äusserst vorteilhaft, weil die Sichtverhältnisse ein zuverlässiges Kriterium für die Benutzbarkeit von Fluchtwegen darstellen, anhand dessen der betreffende Fluchtweg durch einen Eingriff von der Zentrale aus oder eventuell auch automatisch gesperrt werden kann. Vorzugsweise erfolgt bei Unterschreiten eines minimalen Wertes der Sichtweite eine entsprechende Durchsage in einem Lautsprecher oder eine Anzeige der Nicht-Benutzbarkeit des betreffenden Fluchtweges.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Meldeanlage ist gekennzeichnet durch ein im Überwachungsraum angeordnetes Mikrofon, welches ein gezieltes Hineinhören in den Überwachungsraum von der Zentrale aus ermöglicht.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Meldeanlage ist dadurch gekennzeichnet, dass der bildgebende Sensor durch eine Kamera gebildet und der Prozessor in die Kamera eingebaut oder unmittelbar mit dieser verbunden ist, dass die Verarbeitung und Auswertung der von der Kamera gelieferten Bildsignale dezentral am Ort der Kamera erfolgt, und dass die Möglichkeit der zentralen Nachverarbeitung der Bildsignale besteht. Vorzugsweise sind die Kamera und der Prozessor mit einem Mikrofon und einem Lautsprecher zu einer Geräteeinheit zusammen gebaut, welche einen multifunktionalen Melder für die Messung der Sichttrübung, die Detektion von Bewegungen und/oder Geräuschen und die Kompression von Bildsignalen bildet. Dieser multifunktionale Melder ist für Branddetektion, Bewegungsdetektion, Geräuschdetektion und Evakuationssteuerung ausgebildet.

Die Geräuschdetektion ermöglicht eine besonders interessante Applikation des erfindungsgemässen multifunktionalen Melders an überfallgefährdeten Stellen, wie beispielsweise in Unterführungen und Parkhäusern. Wenn der Geräuschdetektor durch einen Schreidetektor gebildet ist, bei dessen Ansprechen die von der Kamera gelieferten Bilder auf die Zentrale aufgeschaltet oder andere geeignete Aktionen ausgelöst werden, wird die Wahrscheinlichkeit von Überfällen drastisch reduziert und die Sicherheit von Personen entsprechend erhöht.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und der einzigen Zeichnung näher erläutert; die Zeichnung zeigt ein schematisches Blockschaltbild einer erfindungsgemässen Meldeanlage.

Die Meldeanlage besteht darstellungsgemäss im wesentlichen aus einem durch eine Kamera 1 und einen Prozessor 2 gebildeten Ereignismelder, einer Zentrale 3 und einer bidirektionalen Kommunikationsverbindung 4 zwischen Prozessor 2 und Zentrale 3. Der Ausdruck Kamera bezeichnet allgemein einen bildgebenden Sensor und soll nicht einschränkend verstanden werden. Die Kamera 1 ist beispielsweise eine Videokamera, deren Signale digitalisiert und an den Prozessor 2 übertragen werden, wobei der Prozessor 2 sowohl in der Kamera 1 als auch in der Zentrale 3 als auch zwischen Kamera 1 und Zentrale 3 vorgesehen sein kann. Vorzugsweise befindet sich der Prozessor 2 in oder unmittelbar an der Kamera 1, um eine dezentrale Verarbeitung und Auswertung der von der Kamera 1 gelieferten Bildsignale vor Ort zu ermöglichen. Die Kommunikationsverbindung 4 ermöglicht eine bidirektionale Kommunikation zwischen einer vom Ereignismelder räumlich getrennten Kontrollstation, beispielsweise der Zentrale 2, und dem durch Kamera 1 und Prozessor 2 gebildeten Ereignismelder.

Die Kamera 1 kann auch selbst schon einen digitalen Ausgang aufweisen, beispielsweise nach dem Standard IEEE 1394. Das an die Zentrale 3 übertragene Signal kann ein Bildsignal oder ein rein digitaler Datenstrom sein, in beiden Fällen in der Regel in komprimierter Form. Die Übertragung des Bildsignals an die Zentrale 3 ermöglicht dessen zentrale Nachverarbeitung, die Verifizierung von durch die dezentrale Auswertung getroffenen Entscheidungen sowie die Einleitung von geeigneten Massnahmen.

Die Kamera 1 kann auch ein CMOS Micro-Camera Modul der für Verwendung in Mobiltelefonen vorgesehenen Art ein, mit einer Optik und einem einzigen Chip, welcher die Funktionen Bildsensor und Bildprozessor ausführt. Die Abmessungen des Kameramoduls liegen unterhalb von 10 mal 10 mal 5 mm; der Bildsensor zeichnet sich durch einen sehr geringen Stromverbrauch aus. Das von der Kamera 1 aufgenommene Bild ist dann ein Pixel-Bild des Überwachungsraums, welches zu einer Helligkeitsinformation der Zeilen und Reihen der Pixel verarbeitet wird. Die Auswertung erfolgt vorzugsweise im Prozessor 2, wobei einer bestimmten Anzahl von beispielsweise 8 bis 10 Kameras 1 jeweils ein gemeinsamer Prozessor 2 zugeordnet ist.

Vorzugsweise enthält der durch Kamera 1 und Prozessor 2 gebildete Ereignismelder eine adressierbare, bidirektionale, digitale Kommunikationsverbindung, man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem IP-Signal (IP = Internet Protocol), wodurch die Integration der dargestellten Meldeanlage in bestehende Kommunikationsnetzwerke ermöglicht wird.

Die bidirektionale Kommunikationsverbindung 4 bedeutet unter anderem, dass man von der Zentrale 3 aus in den Überwachungsraum hineinsehen kann und beispielsweise ein Alarmsignal verifizieren und/oder im Überwachungsraum bestimmte Aktionen auslösen kann. Mit Überwachungsraum wird das vom Ereignismelder überwachte Gebiet bezeichnet, das sich innerhalb eines Gebäudes oder im Freien befinden oder sich auch von einem Innneraum nach aussen und umgekehrt erstrecken kann. Vorzugsweise ist im Überwachungsraum ein mit dem Prozessor 2 verbundenes Mikrofon 5 vorgesehen, so dass auch Audiosignale verarbeitet und zur Zentrale 3 übertragen werden können. Die letztere Funktion kann beispielsweise als so genanntes "listen in" erfolgen, indem man im Alarmfall von der Zentrale 3 aus das Mikrofon 5 einschaltet und in den Überwachungsraum hinein hört. Diese Funktion ist besonders für Bewegungs- und Einbruchüberwachung gut geeignet, weil Einbrecher in der Regel typische Geräusche erzeugen.

Wie der Zeichnung weiter zu entnehmen ist, sind dem durch Kamera 1 und Prozessor 2 gebildeten Ereignismelder weitere im Folgenden als Regel- und/oder Kommunikationsmittel bezeichnete Einrichtungen zugeordnet, deren Steuerung und/oder Betätigung anhand der von der Kamera 1 aufgenommenen Bilder erfolgt, und zwar automatisch oder von der Zentrale aus.

Diese Regel- und/oder Kommunikationsmittel 5 können beispielsweise Lautsprecher 5 sein oder optische Anzeigen 7, wie beispielsweise Markierungen von Fluchtwegen, oder Mittel 8 zur Auslösung/Aktivierung einer stationären Löschanlage oder ein Mittel zur Betätigung eines Schliessmechanismus zum Abschliessen des betreffenden Überwachungsraumes, und dergleichen mehr.

Die dargestellte Meldeanlage ist für eine, mehrere oder auch alle der folgenden Applikationen ausgelegt:

  • Detektion von Rauch oder Flammen: Im scharf geschalteten Betriebszustand der Anlage macht die Kamera 1 in Abständen von Sekundenbruchteilen jeweils ein Bild des Überwachungsraums. Dieses wird mit Referenzbildern verglichen, die für das Auftreten gewisser Gefahrenkenngrössen charakteristisch sind. Derartige Referenzbilder können beispielsweise Bilder von Flammen, Objekten, Zuständen oder Bewegungen sein. Ausserdem wird das Bild mit einem oder mehreren zeitlich folgenden Bildern verglichen, um eine Änderung in der Bildfolge erkennen zu können. Eine solche Änderung kann beispielsweise darin bestehen, dass die Struktur des Überwachungsraums unscharf wird, was ein Indiz für das Auftreten von Rauch wäre.

    Zur Erkennung einer unscharfen Struktur des Überwachungsraums wird eine Bestimmung der Helligkeit von Gruppen von Pixeln der Bilder der Kamera 1 vorgenommen. Diese erfolgt durch einen Prozess, bei dem ein für die Helligkeit repräsentativer Wert gewonnen wird, dessen zeitlicher Verlauf auf eine für das Auftreten von Rauch charakteristische Veränderung untersucht wird. Beispielsweise erfolgt die Bestimmung der Helligkeit der Pixel durch einen Kantenextraktionsprozess, bei dem jedem Pixel ein Kantenwert zugeordnet und mit einem Mittelwert verglichen wird. Zum Kantenextraktionsprozess wird auf die WO-A-02/054364 verwiesen.

    Eine andere Möglichkeit der Rauchdetektion besteht darin, dass die Kamera 1 das durch das Auftreten von Rauch verursachte Streulicht misst. Dieses Verfahren entspricht dem bei den heute weit verbreiteten Streulicht-Rauchmeldern angewandten Messprinzip, aber mit dem Unterschied, dass der Messraum, in dem das Streulicht gemessen wird, nicht eine im Inneren des Melders vorgesehene Messkammer sondern der Überwachungsraum selbst ist. Zur Verstärkung des Streulichts können an oder neben der Kamera Lichtquellen (nicht dargestellt), beispielsweise LEDs oder IREDs, vorgesehen sein, die den Überwachungsaum intermittierend oder ständig beleuchten. Man kann die Anlage auch so betreiben, dass bei ausreichender Beleuchtung nach dem gerade beschriebenen Verfahren die Struktur des Überwachungsraums überwacht und bei Dunkelheit das Streulicht gemessen wird. Zu diesem Zweck wird aus dem Bild der Kamera 1 die Helligkeit im Überwachungsraum bestimmt und die Kamera 1 anhand der Helligkeit in den entsprechenden Modus geschaltet.
  • Bewegungsmeldung: Eine weitere wichtige Gefahrenkenngrösse, die mit der Meldeanlage überwacht werden kann, ist die Bewegung von Personen im Überwachungsraum. Durch den Vergleich der Bilder der Kamera 1 mit einem den Überwachungsraum ohne fremde Objekte wiedergebenden Referenzbild können fremde Objekte lokalisiert und ihre Bewegung kann anhand eines Vergleichs aufeinander folgender Bilder verfolgt werden. Eine genauere Untersuchung des Bildbereichs mit dem fremden Objekt ermöglicht eine Klassifizierung des Objekts und insbesondere die Unterscheidung zwischen Menschen und Tieren.
  • Detektion der Anwesenheit von Personen (Präsenzdetektion): Die Bewegungsmeldung liefert eine eindeutige Angabe, dass sich in dem betreffenden Raum eine nicht schlafende Person befindet. Da nicht schlafende Menschen einerseits etwas tun können, was einen Fehlalarm auslösen kann und andererseits auch den kleinsten Schwelbrand wesentlich früher riechen als der beste Rauchmelder ihn detektieren kann, ist es sinnvoll, die Empfindlichkeit der Branddetektion bei Anwesenheit von Personen in dem betreffenden Raum geringer einzustellen als bei deren Nicht-Anwesenheit. Die dargestellte Meldeanlage kann diese Empfindlichkeitsumschaltung anhand der Überwachung auf sich im Übewachungsraum bewegende Personen automatisch vornehmen.
  • Evakuation von Personen aus einem gefährdeten, beispielsweise brennenden, Gebäude: Da das Bildsignal der Kamera 1 Informationen über den Ausbruch eines Brandes, das Vorhandensein von Menschen in einem Gebäude und die Benutzbarkeit von Räumen liefert, stellt diese ein ausgezeichnetes Hilfsmittel für die gezielte Evakuation von Menschen aus einem brennenden Gebäude dar. Zu diesem Zweck ist die Meldeanlage mit steuerbaren Fluchtweganzeigen 7 verbunden, deren Steuerung anhand des Bildsignals erfolgt. Auf diese Weise können unpassierbare Gänge oder Stiegenhäuser automatisch gesperrt und die zu evakuierenden Menschen können in ungefährdete Fluchtwege geleitet werden. Durch die erwähnten Lautsprecher 6 kann man Durchsagen an die zu rettenden Menschen machen und sie auf die Gefahrensituation hinweisen, sie zu Handlungen auffordern und über den Ablauf der Evakuation informieren. Die Mikrofone 5 ermöglichen ein Hineinhören in die überwachten Räume, was selbstverständlich auch in Zusammenhang mit Präsenzdetektion und Bewegungsmeldung vorteilhaft ist.
  • Durch die Mikrofone ist ein Mittel zur Detektion von Hilferufen und Schreien zur Verfügung gestellt, das sich beispielsweise sehr gut für die Verwendung in Tiefgaragen, Bahnhöfen (unter- und oberirdisch), Unterführungen, Tiefpassagen und dergleichen eignet. Sobald ein Schrei detektiert wird, was vorzugsweise anhand der Frequenz erfolgt, wird die betreffende Bildgebender Sensor 1 automatisch auf eine Zentrale 3 aufgeschaltet, von der aus dann die nötigen Hilfsmassnahmen für die gefährdete Personen eingeleitet werden. Dabei kann ein Hineinsprechen in den Überwachungsraum, bei dem der Täter auf die Überwachung und den laufenden Einsatz hingewiesen wird, für die gefährdete Person sehr hilfreich sein.
  • Man kann auch das Signal der Kamera 1 dazu verwenden, das Verhalten von Personen beispielsweise in Hotelgängen, an Geldautomaten oder in Schalterhallen ganz allgemein zu analysieren, um Rückschlüsse auf potentielle Gefahren ziehen zu können. Um die Akzeptanz dieser Videoüberwachung zu erhöhen, kann es hilfreich sein, eine Gesichtsdetektion vorzunehmen und die Gesichter der im Bild erscheinenden Personen unkenntlich zu machen.

Die erwähnte Detektion von Schreien und Hilferufen ist eine vielseitig einsetzbare und ein verbreitetes Bedürfnis befriedigende Applikation der beschriebenen Meldeanlage, wobei man hier allgemein von Geräuschdetektion sprechen und verschiedenste Geräuschsignaturen und Frequenzen überwachen kann. Neben den schon erwähnten Hilferufen und Hilfeschreien kommt hier in erster Linie beispielsweise noch das typische Knistern eines Feuers, oder das typische Geräusch bei der Verwendung einer Spraydose (Graffiti) in Frage. Alle diese Geräusche können für die Detektion der betreffenden Ereignisse, die Auslösung von Gegenmassnahmen und/oder die Beweissicherung verwendet werden.

Für die Verwendung als Geräuschdetektor ist es vorteilhaft, die Kamera 1, den Prozessor 2, das Mikrofon 5 und den Lautsprecher 5 in einen eine Geräteinheit bildenden multifunktionalen Melder 9 für die Messung der Sichttrübung, die Detektion von Bewegungen und Geräuschen und die Kompression von Bildsignalen zu integrieren. Dieser multifunktionale Melder 9 wäre eine Videokamera 1 mit einem Prozessor 2, einem Mikrofon 5 und einem Lautsprecher 6, die entweder mit einer Zentrale 3 verbunden oder eventuell auch als stand alone Gerät ausgebildet sein könnte. Zusätzlich könnte an den Melder 9 eine Lichtquelle für Schockbeleuchtung und/oder eine Sirene angeschlossen sein. Bei Verwendung des Melders 9 als stand alone Gerät ist es vorteilhaft, diesen mit einer in der Nähe des Melders 9 montierten Station zu verbinden, welche eine sichere Speicherung der vom Melder 9 registrierten Ereignisse und damit eine einwandfreie Beweissicherung und eine einfache Auslesung der betreffenden Daten ermöglicht. Eine Einrichtung dieser Art ist in der EP-A-1 233 385 beschrieben, auf welche hiermit ausdrücklich Bezug genommen wird.


Anspruch[de]
  1. Meldeanlage für das Auftreten von Ereignissen in einem nachfolgend als Überwachungsraum bezeichneten Gebiet, mit einem bildgebenden Sensor (1) für die Aufnahme von Bildern des Überwachungsraums, einem Prozessor (2) für die Verarbeitung der vom bildgebenden Sensor (1) gelieferten Bildsignale, einer Zentrale (3) und einer Kommunikationsverbindung (4) mit der Zentrale (3), dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Kommunikationsverbindung (4) für Zweiwegkommunikation ausgebildet ist, und dass im Bereich des bildgebenden Sensors (1) Regel- und/oder Kommunikationsmittel vorgesehen sind, deren Steuerung und/oder Betätigung anhand der aufgenommen Bilder erfolgt.
  2. Meldeanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die genannten Regelund/oder Kommunikationsmittel einen Lautsprecher (6) für Durchsagen an im betreffenden Überwachungsraum befindliche Personen umfassen.
  3. Meldeanlage nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die genannten Regel- und/oder Kommunikationsmittel eine optische Anzeige (7) für Fluchtwege und/oder deren Benutzbarkeit umfassen.
  4. Meldeanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die genannten Regel- und/oder Kommunikationsmittel Mittel (8) für die Auslösung/Aktivierung einer stationären Löschanlagen umfassen.
  5. Meldeanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine automatische Bestimmung der Sichtverhältnissse im Überwachungsraum erfolgt.
  6. Meldeanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei Unterschreiten eines minimalen Wertes der Sichtweite eine entsprechende Durchsage in dem oder einem Lautsprecher (6) erfolgt.
  7. Meldeanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei Unterschreiten eines minimalen Wertes der Sichtweite eine Anzeige der Nicht-Benutzbarkeit des betreffenden Fluchtweges erfolgt.
  8. Meldeanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch ein im Überwachungsraum angeordnetes Mikrofon (5), welches ein gezieltes Hineinhören in den Überwachungsraum von der Zentrale (3) aus ermöglicht.
  9. Meldeanlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Mikrofon (5) Teil eines Geräuschdetektors bildet, bei dessen Ansprechen eine Aktion ausgelöst wird.
  10. Meldeanlage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dadurch gekennzeichnet, dass der Geräuschdetektor durch einen Schreidetektor gebildet ist.
  11. Meldeanlage nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Ansprechen des Schreidetektors die vom bildgebenden Sensor (1) gelieferten Bilder auf die Zentrale (3) aufgeschaltet werden und/oder eine Durchsage in einem Lautsprecher (6) und/oder eine Schockbeleuchtung ausgelöst wird.
  12. Meldeanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine automatische Bestimmung der Anwesenheit von Personen im Überwachungsraum erfolgt.
  13. Meldeanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine Überwachung des Eindringens von Personen in den Überwachungsraum erfolgt.
  14. Meldeanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der bildgebende Sensor (1) durch eine Kamera gebildet und der Prozessor (2) in die Kamera eingebaut oder unmittelbar mit dieser verbunden ist, dass die Verarbeitung und Auswertung der von der Kamera gelieferten Bildsignale dezentral am Ort der Kamera erfolgt, und dass die Möglichkeit einer zentralen Nachverarbeitung der Bildsignale besteht.
  15. Meldeanlage nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamera und der Prozessor (2) mit einem Mikrofon (5) und einem Lautsprecher (6) zu einer Geräteeinheit zusammen gebaut sind, welche einen multifunktionalen Melder (9) für die Messung der Sichttrübung, die Detektion von Bewegungen und/oder Geräuschen und die Kompression von Bildsignalen bildet.
  16. Meldeanlage nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der multifunktionale Melder (9) für Rauchdetektion, Bewegungsdetektion, Geräuschdetektion und Evakuationssteuerung ausgebildet ist.
  17. Meldeanlage nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der multifunktionale Melder (9) einen Ringspeicher für die Speicherung der unmittelbar vor und nach einem Ereignis aufgenommenen Bildsignale und eine adressierbare, bidirektionale, digitale Kommunikationsverbindung enthält.






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