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Dokumentenidentifikation DE10326444A1 30.12.2004
Titel Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr
Anmelder Schörling-Brock GmbH, 30989 Gehrden, DE
Erfinder Hofmann, Kerstin, 06114 Halle, DE
DE-Anmeldedatum 10.06.2003
DE-Aktenzeichen 10326444
Offenlegungstag 30.12.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.12.2004
IPC-Hauptklasse B60F 1/04
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die Spurräder (6) auf beweglichen Schwingungen (3, 4, 5) fixiert sind, die selektiv - je nach Einsatzgebiet - in Arbeitsstellung geschwenkt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung beschreibt eine Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr.

Bekannt sind Schienenfahreinrichtungen bzw. Mehrwegefahrzeuge für das Befahren von Straßen- und/oder Schienenwegen mit für die Vorder- und Hinterräder am Fahrzeug aus einer Ruhe- in eine Arbeitslage beweglich gelagerten Führungseinrichtung, die bei Schienenfahrt des Fahrzeugs die Führung bewirkende, mit Spurkränzen versehene Führungsrollen aufweist, wobei die Führungseinrichtung nach Art eines Drehgestells ausgebildet und jeweils um eine zum Schienenweg etwa senkrechte, die Mitte der zugeordneten Radachse durchstoßenden Achse an der zugeordneten Radachse drehbeweglich gelagert ist.

Lösungshinweise sind hier nicht zu entnehmen.

Bekannt ist auch bereits ein Fahrgestell mit Schienenrädern für die Montage an einem Straßentransportfahrzeug zur Ausbildung eines wahlweise straßen- und schienentauglichen Zweiwegefahrzeugs. Die Lösung besteht hierbei darin, daß das Fahrgestell ein Plattformteil besitzt, an welchem höhenverstellbare Stützfüße angeordnet sind, die je ein Schienenrad tragen, wobei jeweils sich gegenüberliegende Schienenräderachsen unverbunden sind, so daß das Fahrgestell als Ganzes jochartig über das Chassis des Straßenfahrzeuges stülpbar ist.

Bei dieser und bei bekannten Anordnungen ist der Umbau eines Straßentransportfahrzeugs in ein Zweiwegefahrzeug aufwendig und zeitraubend.

Entsprechend ist es auch aufwendig, den Umbau wieder rückgängig zu machen, um das Fahrzeug wieder normal einzusetzen.

Auch hier sind keine Lösungshinweise zu entnehmen.

Bei einer anderen bekannten Lösung einer Schienenfahreinrichtung bzw. der Gesamtkonzeption „Zweiwegefahrzeug" ist ein Fahrgestellrahmen vorgesehen, an dem eine Vorder- und eine Hinterachse drehbar gelagert sind, welche jeweils endseitig mit wenigstens einem für eine Fahrbahn geeigneten Fahrbahnrad drehfest verbunden ist, wobei wenigstens eine der beiden Achsen von einem Motor antreibbar ist und am Fahrgestellrahmen zusätzlich eine Schienenradvorder- und eine Schienenradhinterachse, von denen wenigstens eine antreibbar ist und welche endseitig jeweils drehfest ist mit wenigstens einem zum Abrollen in Schienen geeigneten Schienenrad verbunden sind, aus- und einschwenkbar derart angeordnet sind, daß in der ausgeschwenkten Position die Schienenräder mit einer Schiene im Eingriff stehen und daß in der eingeschwenkten Position die Fahrbahnräder auf einer Fahrbahn aufliegen und zwischen den Schienenrädern und der Fahrbahnoberfläche ein Freiraum besteht.

Diese Lösung ist ebenfalls wieder sehr aufwendig und enthält keine Lösungshinweise für die hier vorgegebene erfindungsgemäße Aufgabe.

Der Erfindung liegt daher die Aufgab zugrunde, eine Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr zu schaffen, wobei beim Wechsel von Gleisen des Nahverkehrs auf Gleise des Vollbahnverkehrs eine wesentliche Beschleunigung des Umrüstvorgangs bei dem hier erforderlichen Spurwechsel ermöglicht wird, so daß eine zeit- und kostensignifikante Einsatzverbesserung erreicht werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Spurräder auf beweglichen Schwingen fixiert sind, die selektiv – je nach Einsatzgebiet – in Arbeitsstellung bzw. in Ruhestellung geschwenkt werden.

Beim Einsatz im Bahnbetrieb sind so erfindungsgemäß die Schwinge 1 und Schwinge 3 ausgefahren.

Soll das Fahrzeug im Kommunalbetrieb bzw. Nahverkehr eingesetzt werden, so werden erfindungsgemäß die Schwingen 1 und 2 ausgefahren, während sich die Schwinge 3 in der obigen Ruheposition – blockiert – befindet.

Wird das erfindungsgemäße System im normalen Straßenbetrieb benutzt, sind alle 3 Schwingen nach oben gefahren und befinden sich in der blockierten Nichteingriffs-Wartestellung.

Zur Sicherstellung einer exakten Bedienung durch den Fahrer befindet sich am Armaturenbrett eine Anzeige über den Fahrzustand bzw. die Position der Schwingen, so daß der Fahrer direkt erkennen kann, ob das System im Kommunalbetrieb, Vollbahnbetrieb oder im Straßenbetrieb arbeitet.

Beim sogenannten Kommunalbetrieb ist der Achsabstand zwischen den 2 im Einsatz befindlichen Schwingen üblicherweise in der Größenordnung von 2 m, während er sich beim Vollbahnbetrieb in der Größenordnung von 4 m wegen der hier wesentlich größeren Gleisradien bewegt.

Bei einer erfindungsgemäßen Lösung ist die Schwinge 3 permanent mit Spurrädern für den Bahnbetrieb bestückt, während die Schwinge 2 mit Spurrädern für den Kommunalbetrieb bestückt ist.

Durch die erfindungsgemäße Konzeption der Schienenfahreinrichtung ist es vorteilhafterweise möglich, daß beim Wechsel vom Kommunal- zum Vollbahnbetrieb oder umgekehrt nur das vordere Radpaar der Schwinge 1 angepaßt werden muß.

Die Spurräder besitzen in der erfindungsgemäßen Lösung Einzelantrieb, so daß eine Beschleunigung ohne Schlupf möglich ist, wobei das Hydraulikvolumen über einen Nebenantrieb des Fahrzeugmotors zur Verfügung gestellt wird.

Bei der erfindungsgemäßen Lösung sind 6 einzelne hydraulisch ansteuerbare Spurräder vorgesehen, die es durch ihren selektiven Einsatz ermöglichen, daß der kleinste zu befahrene Kurvenradius z.B. für den Kommunalbetrieb in Vorwärts- und Rückwärtsfahrt 19 m beträgt, während im Vollbahnbetrieb bei einem Achsabstand von 4100 mm ein Kurvenradius von 45 m möglich ist.

Eine der erfindungsgemäßen Lösungen ist in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigen:

1: Das Fahrgestell (1) trägt mittels des Fahrgestell-Hilfrahmens (2) die Schwinge 1 (3), die Schwinge 2 (4) sowie die Schwinge (5). Beim Kommunalbetrieb wie im hier dargestellten Fall sind Schwinge 1 (3) sowie Schwinge 2 (4) in Arbeitsposition gefahren, während Schwinge 3 (5) sich außerhalb des Schienenbereichs in der blockierten Nichteingriffs-Wartestellung befindet.

Die Schwingen (3, 4, 5) sind gekennzeichnet durch ihre Aufnahmekonsole (13), einen Hydraulikzylinder zur Bewegung der Schwinge (9), eine Achslagerung-Federung (10) sowie den jeweiligen hydrostatischen Einzelantrieb (11). Darüber hinaus gehören zu diesem System die Schwingenaufhängung (7) sowie der Schwingenarm (8).

2: Das gleiche System ist hier für den Vollbahnbetrieb dargestellt. Hier befinden sich die Schwingen 1 (3) und 3 (5) im Schienenkontakt, während die Schwinge 2 (4) nach oben in Warteposition gefahren wurde.

1)Fahrgestell 2)Fahrgestell-Hilfsrahmen 3)Schwinge 1 4)Schwinge 2 5)Schwinge 3 6)Spurrad 7)Schwingenaufhängung 8)Schwingenarm 9)Hydraulikzylinder für Schwinge 10)Achslagerung-Federung 11)hydrostatischer Einzelantrieb 12)Gummilaufräder 13)Aufnahmekonsole

Anspruch[de]
  1. 1) Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, dadurch gekennzeichnet, daß die Spurräder (6) auf beweglichen Schwingen (3, 4, 5) fixiert sind, die selektiv – je nach Einsatzgebiet – in Arbeitsstellung geschwenkt werden.
  2. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einstellung des Fahrzeuges auf den Kommunal-, Nah- bzw. Vollbahnbereich lediglich 3 Schwingen (3, 4, 5) eingesetzt werden, wobei – je nach Fahrbereich – die nicht einsatztypische Schwinge angehoben, in dieser Stellung blockiert und die 2 anderen in Arbeitsposition gefahren sind.
  3. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß beim Einsatz im Bahnbetrieb Schwinge 1 (3) und Schwinge 3 (5) ausgefahren sind und Schienenkontakt besitzen.
  4. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 3, dadurch gekennzeichnet, daß beim Kommunalbetrieb Schwinge 1 (3) und Schwinge 2 (4) ausgefahren sind und Gleiskontakt besitzen, während sich Schwinge 3 (5) in der blockierten Wartestellung befindet.
  5. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 4, dadurch gekennzeichnet, daß beim Straßenbetrieb alle 3 Schwingen (3, 4, 5) sich in der oberen blockierten Wartestellung befinden.
  6. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 5, dadurch gekennzeichnet, daß am Armaturenbrett eine Anzeige über den Fahrzustand, wie z.B. Kommunalbetrieb, Vollbahnbetrieb, Straße vorgesehen ist.
  7. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 6, dadurch gekennzeichnet, daß beim sogenannten Kommunalbetrieb die Schwinge 3 (5) in der oberen Warteposition blockiert ist.
  8. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 7, dadurch gekennzeichnet, daß beim Kommunalbetrieb der Achsabstand sich in der Größenordnung von 2 m bewegt.
  9. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 8, dadurch gekennzeichnet, daß beim Vollbahnbetrieb sich der Achsabstand in der Größenordnung 4 m bewegt.
  10. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwinge 3 (5) permanent mit Spurrädern (6) für den Bahnbetrieb bestückt ist.
  11. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwinge 2 (4) permanent mit Spurrädern (6) für den Kommunalbetrieb bestückt ist.
  12. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 11, dadurch gekennzeichnet, daß beim Wechsel vom Kommunal- zum Vollbahnbetrieb oder umgekehrt nur das vordere Radpaar der Schwinge 1 (3) angepaßt werden muß.
  13. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Nebenantrieb des Fahrzeugmotors eine Verstellpumpe betätigt, die ihrerseits den hydrostatischen Antrieb der Schienenfahreinrichtung steuert.
  14. Schienenfahreinrichtang für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 13, dadurch gekennzeichnet, daß das hydraulische Volumen den – an allen Spurrädern (6) angebrachten – Motoren geregelt zugeführt wird, so daß die Spurräder (6) ohne Schlupf beschleunigen und anteilig hydrostatisch gebremst werden können.
  15. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 14, dadurch gekennzeichnet, daß 6 einzeln hydraulisch steuerbare Spurräder (6) vorgesehen sind.
  16. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 15, dadurch gekennzeichnet, daß der kleinste befahrbare Kurvenradius im Kommunalbetrieb vorwärts und rückwärts 19 m beträgt.
  17. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 16, dadurch gekennzeichnet, daß im Vollbahnbetrieb bei einem Achsabstand von 4.100 mm ein Kurvenradius von 45 m möglich ist.
  18. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 17, dadurch gekennzeichnet, daß beliebige Spurweitenanpassungen der Räder (6) per Adapter vorgenommen werden.
  19. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 18, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Armaturenbrett ein Wahlschalter für Bahn- bzw. Kommunalbetrieb vorgesehen ist.
  20. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 19, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Einzelrad (6) ein Anti-Schlupf- bzw. Antiblockier-System besitzt.
  21. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 20, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb der Hydraulikanlage für die Hub- und Senkbewegung über Zahnradpumpe vom Nebenantrieb des Fahrzeugmotors erfolgt.
  22. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 21, dadurch gekennzeichnet, daß als Notbetätigung eine Hydraulik-Handpumpe vorgesehen ist.
  23. Schienenfahreinrichtung für den Einsatz im Nah-, Kommunal- bzw. Vollbahnverkehr, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung der hydraulischen Verstellpumpe per Joystick erfolgt.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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