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Dokumentenidentifikation DE19844248B4 30.12.2004
Titel Vorrichtung zum Falzen, insbesondere zur Verbindung von zwei oder mehr Blechteilen
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Wybranietz, Reiner, Dipl.-Ing., 74219 Möckmühl, DE
DE-Anmeldedatum 26.09.1998
DE-Aktenzeichen 19844248
Offenlegungstag 30.03.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 30.12.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.12.2004
IPC-Hauptklasse B21D 5/16

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Falzen, insbesondere zur Verbindung von zwei oder mehr Blechteilen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 oder des Patentanspruchs 5.

Eine allgemein bekannte, gattungsgemäße Vorrichtung zum Falzen umfaßt ein Falzbett zur Einlage wenigstens eines Blechteils mit einem Falzbord sowie einen durch einen Antrieb bewegbaren Falzstein, der am Falzbord angreift und diesen zumindest teilweise in einem Arbeitsschritt in seine Sollposition umlegt.

In der Automobilindustrie werden in allgemein bekannter Weise zur Herstellung von Türen sowie Front- und Heckklappen jeweils ein Innenblechteil und ein Außenblechteil miteinander verbunden, indem das Außenblechteil am Umriß mittels eines Falzbords um das entsprechend kleinere Innenblechteil herumgebogen wird, so daß das Innenblechteil zwischen den umgelegten Falzbord und die angrenzenden Bereiche des Außenblechteils geklemmt wird. Dazu werden die Falzborde in Falzmaschinen oder Pressen mittels einer linearen, hydraulisch angetriebenen Bewegung um bis zu 150° umgelegt. Dabei wird das Blech gegen eine Schräge gedrückt, die den Falzbord in einem Falzschritt um einen max. 60° großen Winkel verformt. Bei größeren Umlegewinkeln sind entsprechend mehrere Falzschritte erforderlich. Es sind weiter Versuche bekannt, durch Parallelogrammbewegungen Falzborde umzulegen. Jedoch sind auch solche Parallelogrammbewegungen bezogen auf den angestrebten, geringen Biegeradius relativ linear, so daß auch dabei in einem Falzschritt nur Falzwinkel von max. etwa 60 ° erzielbar sind.

Da die Falzbordumlegewinkel regelmäßig insgesamt größer als 60° sind, werden bei den vorstehend beschriebenen Verfahren nachteilig mehrere kostenintensive und zeitaufwendige Falzschritte erforderlich. Durch die relativ geradlinigen Bewegungen des Falzsteins gegenüber dem umzulegenden Falzbord treten zudem nachteilig Relativbewegungen zwischen dem Blechmaterial und dem Falzstein auf, die zu erkennbaren Schleifspuren führen können. Bei der Verwendung von Blechen aus Aluminiumlegierungen, wie sie für moderne, gewichtsgünstig gebaute Fahrzeuge verwendet werden, können diese Relativbewegungen zu unerwünschten Kaltaufschweißungen führen, die aufwendig nachbearbeitet werden müssen.

Allgemein bekannt ist das sog. Rollfalzen, bei dem ein Roboter eine Rolle über einen Falzbord führt und diesen meist in drei Schritten falzt. Dieses Rollfalzen ist zwar konstruktiv wenig aufwendig, erfordert jedoch eine lange Prozeßzeit. Beispielsweise ist diese bei der Herstellung von Fahrzeugtüren oder Fahrzeugklappen mit mehreren Minuten für Großserien zu lange. Der Einsatz mehrerer, parallel angeordneter Falzroboter zur Verringerung der Prozeßzeiten ist gegenüber herkömmlichen Falzmaschinen zu kostenintensiv.

Weiter ist eine Maschine zum Profilieren von Blechen für die Herstellung von Falzen bekannt (DE 33 08 219 A1), die jedoch nur zum Vorformen von Blechprofilen dient, wobei der Falz mit einer weiteren Maschine zu schließen ist. Die Maschine ist nachteilig nur für gerade Bauteile zu verwenden, da die zu befalzenden Blechteile mit Vorschub durch die Maschine gefördert werden. Daher ist die Maschine für das Falzen an unregelmäßig gestalteten Fahrzeugaußenhautteilen nicht geeignet. Der Antrieb enthält zwar hier eine Exzenterbewegung, die jedoch bezüglich der Verformung in eine nahezu geradlinige Bewegung umgewandelt wird, so daß auch hier die oben genannten Nachteile auftreten.

Zudem ist eine Falzschließmaschine bekannt (DE 31 20 514 C2), mit der geradlinige Blechteile fertiggefalzt werden können, die mit der vorstehend beschriebenen Maschine (gemäß DE 33 08 219 C2) vorgeformt worden sind. Auch diese Falzschließmaschine ist ausschließlich für über die gesamte Bauteillänge gerade Blechteile, wie beispielsweise für Kabelkanäle oder Fassadenverkleidungen einsetzbar und somit nicht für unregelmäßig gestaltete Fahrzeugaußenhautteile geeignet. Durch einen diskontinuierlichen Vorschub durch die Falzschließmaschine wird an den Blechteilen ein Doppelfalz hergestellt, wobei die Bewegung der Maschine einer Beißzange gleicht, die den Falz schließt. Auch hier umfaßt der Antrieb eine Exzenterbewegung, die jedoch bezüglich der Falzschließbewegung in eine etwa geradlinige Hin- und Herbewegung umgewandelt wird. Somit entstehen auch hier die oben genannten Nachteile.

Bei einem weiter bekannten Einstufen-Bördelwerkzeug wird das Bauteil in einer Arbeitsstation einstufig gefalzt, wobei sich jedoch der Bewegungsablauf aus im wesentlichen drei elliptischen Bögen zusammensetzt. In einer ersten, dabei nahezu geradlinigen Bewegung wird ein Flansch als Falzbord vorgefalzt, die zweite Bewegung positioniert den Falzstein ohne Bauteilkontakt neu und mit der dritten Bewegung wird der Flansch fertig gefalzt. Der Falzvorgang besteht somit aus zwei getrennten Bewegungen, deren Richtung zueinander um ca. 70° bis 90° differiert, wobei die erste Bewegung etwa horizontal und die zweite Bewegung etwa vertikal ist. Auch bei diesem Falzvorgang entsteht eine Relativbewegung zwischen dem Falzstein und dem Falzbord, wodurch die vorstehend genannten Nachteile auftreten.

Insbesondere ist dieses Verfahren wegen der Kaltaufschweißungen für Aluminiumbleche ungeeignet.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Vorrichtung zum Falzen so weiterzubilden, daß in einem Falzschritt große Falzwinkel mit nahezu keiner Relativbewegung zwischen dem Falzstein und dem Falzbord möglich sind.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 oder des Patentanspruchs 5 gelöst.

Der Antrieb weist wenigstens eine drehende Welle mit exzentrisch angeordnetem Nocken als Exzenterantrieb auf, der mit dem Falzstein unmittelbar oder mittelbar dergestalt verbunden ist, daß der Falzstein in einer Ebene etwa quer zur Richtung des Falzbords eine nahezu kreisförmige Zwangsbewegung ausführt, wobei für einen Falzvorgang der Falzstein am Falzbord zur Anlage gebracht wird und durch seine Kreisbewegung die Anlage während der Umlegebewegung nahezu ohne Relativbewegung zum Falzbord beibehalten wird.

Die Kante eines Falzsteins hat somit praktisch immer an der selben Stelle des Falzbords eine Linienberührung und folgt dem umzulegenden Flansch mit einem annähernd gleichen Radius ohne Reibbewegung, so daß praktisch keine Relativbewegung entsteht. Damit ist die erfindungsgemäße Vorrichtung auch für Blechteile aus Aluminiumlegierungen gut geeignet, da nachteilige Kaltaufschweißungen beim Falzvorgang durch fehlende Relativbewegungen vermieden werden. Durch die Übertragung der Exzenterbewegung des Exzenterantriebs auf den Exzenterfalzstein zu dessen etwa kreisförmiger Zwangsbewegung können die formbildenden Flächen des Falzsteins vorteilhaft beliebigen Bleichteilkonturen angepaßt werden. Somit ist die erfindungsgemäße Vorrichtung auch für unregelmäßig geformte Blechteile einsetzbar, wie sie insbesondere im Fahrzeugkarosseriebau verwendet werden.

Ein herausragender Vorteil besteht darin, daß mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einem Schritt sehr große Falzwinkel falzbar sind. Grundsätzlich sind Falzwinkel über 180° erreichbar, wobei allerdings dabei zu berücksichtigen ist, daß das verwendete Blech ab einem gewissen Biegewinkel brechen kann. Zudem sind die Falzbewegungen sehr schnell in ca. 1 bis 2 Sekunden durchführbar, so daß Falzvorgänge schnell und in nur einem Schritt zeitgünstig und mit geringen Kosten durchführbar sind.

Eine erfindungsgemäße Vorrichtung kann als Maschine vorteilhaft klein mit geringen Herstellkosten aufgebaut werden, wobei nur wenig bewegte Teile erforderlich sind. Es können Baukastenmodule hergestellt werden, die mit unterschiedlichen Falzsteinen bestückt sind und damit für unterschiedliche Blechteile eingesetzt werden können.

Es ist möglich, den Falzstein ortsfest auf einen bewegbaren Falzsteinträger anzubringen, wobei der Falzsteinträger mit dem Exzenterantrieb so gekoppelt ist, daß er im Bereich des Falzsteins die kreisförmige Bewegung für den Falzstein ausführt. Die Falzsteinbefestigung kann vorteilhaft lösbar ausgeführt sein, so daß unterschiedliche Falzsteine für unterschiedliche Einsatzfälle anbringbar sind.

In einer ersten Ausführungsform einer konkreten Vorrichtung weist der Falzsteinträger 2 parallele, beabstandete und etwa parallel zum Falzbord liegende Kreisbohrungen auf, in die zugeordnete, exzentrisch synchron angetriebene Exzenterwellen des Exzenterantriebs eingreifen.

Die Kreisbohrungen und die Exzenterwellen bilden jeweils ein Exzenterlager als Gleitbuchsenlager. Über diese beiden parallelen Exzenterlager wird auf den Falzsteinträger und damit auf einen daran angebrachten Falzstein die kreisförmige Exzenterbewegung übertragen. Grundsätzlich können dabei auch mehr als zwei parallele Exzenterlager für den Antrieb verwendet werden. Winkelfehler treten hierbei nicht auf, aber die Herstellung mehrerer Exzenterwellen sowie ein genauer, synchroner und spielfreier Antrieb zur Vermeidung eines Verkantens sind relativ kostenintensiv.

Eine kostengünstigere, alternative Lösung eines Exzenterantriebs ist ebenfalls möglich; damit sind jedoch unter Umständen geringe Winkelfehler hinzunehmen, die jedoch bei vielen Anwendungsfällen tolerierbar sind. Dazu weist der Falzsteinträger im Bereich des Falzsteins eine etwa parallel zum Falzbord ausgerichtete Kreisbohrung auf, in die eine zugeordnete, exzentrisch angetriebene Exzenterwelle des Exzenterantriebs eingreift. Auch hier bilden die Kreisbohrung und die Exzenterwelle ein Exzenterlager als Gleitbuchsenlager. Zudem ist der Falzsteinträger in einem Abstand zum Exzenterlager in einem Pleuellager durch ein Pleuel gegen einen ortsfesten Abstützpunkt abgestützt. Ein synchroner Antrieb von mehreren parallelen Exzenterwellen kann hierbei entfallen, wobei der Falzsteinträger bei nur einer Exzenterwelle mit einem Pleuel gehalten werden muß, um ihn in eine definierte Bewegung zu zwingen. Der Abstand des Falzsteins zum Exzenterlager sowie der Abstand vom Exzenterlager zum Pleuel bestimmen im wesentlichen die Form der Kurve, die der Falzstein beschreibt. Um die Kurve des Falzsteins möglichst der eines Kreisbogens anzunähern, ist der Abstand zwischen Falzstein und Exzenterlager möglichst klein zu dimensionieren und der Abstand vom Exzenterlager zum Pleuellager möglichst groß zu wählen. Zudem sollte die Pleuellänge möglichst groß gewählt werden, um den Winkelfehler an der Falzsteinkontur, der durch die unterschiedliche Radiusbewegung von Exzenter und Pleuel entsteht, gering zu halten. Bei der vorstehenden Dimensionierung kann der Winkelfehler relativ klein gehalten werden und beträgt in der Ausgangsstellung ca. 1° bis 2°. Die Ausrichtung der Kinematik erfolgt vorzugsweise in der fertig gefalzten Stellung, da nur hier eine absolute Parallelität zwischen dem Falzstein und dem Falzbett erforderlich ist, so daß insgesamt der Winkelfehler toleriert werden kann.

In den beiden vorstehend beschriebenen alternativen Lösungen zum Exzenterantrieb sind als Exzenterlager Gleitbuchsenlager aus Kreisbohrungen und Exzenterwellen angegeben. Solche einfachen Lager haben sich insbesondere bei einem Betrieb von erfindungsgemäßen Vorrichtungen in relativ stark umweltbelasteten Bereichen, wie beispielsweise im Fahrzeugrohbau bewährt. Ausdrücklich sollen hier von den Ansprüchen auch dem Fachmann bekannte äquivalente Lösungen für Exzenterlagerungen, insbesondere mit Kugel- oder Gleitlagern umfaßt sein.

In einer konkreten Konstruktion soll der Falzsteinträger U-förmig ausgebildet sein, wobei an der U-Basis der ein- oder mehrteilige Falzstein gehalten ist. An den U-Schenkeln in der Nähe der U-Basis werden die Exzenterlager und an den U-Schenkelenden die Pleuellager für zwei parallele Pleuel angebracht. Zwischen den U-Schenkeln ist der Exzenterantrieb eingesetzt mit zwei von einem mittigen Getriebe ausgehenden Antriebswellen mit Exzenterwellen, die in die Exzenterlager an den U-Schenkeln eingreifen. Das Getriebe wird vorzugsweise von einem Elektromotor angetrieben, wobei das Getriebe und der Elektromotor einen Schnecken-Aufsteck-Getriebemotor bilden. Damit wird eine kompakte Anordnung erreicht, mit der die auftretenden Antriebs- und Abstützkräfte gut beherrschbar sind. Insbesondere können dabei nach Anspruch 6 die beiden koaxialen Exzenterwellen mit angrenzenden nichtexzentrischen Wellenteilen in ortsfesten Lagerböcken im Bereich der U-Schenkel stabil gelagert werden.

Die beiden Antriebswellen am mittigen Getriebe müssen bei einer solchen Anordnung in die jeweils seitlichen U-Schenkel des Falzsteinträgers eingeführt werden. Für günstige Montage- und Wartungsbedingungen können dazu die Antriebswellen ggf. mehrteilig ausgebildet sein.

Ein bevorzugter Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung als kompakt aufgebaute Maschine liegt nach Anspruch 6 in der Serienproduktion von wenigstens zweilagigen Blechteilen, insbesondere von Außenhautblechteilen für den Fahrzeugbau. Da durch die erfindungsgemäße Falzsteinführung keine oder nahezu keine Relativbewegungen zwischen Falzstein und Falzbord auftreten, sind bei der Verwendung von Blechteilen aus einem Aluminium-Legierungs-Material ungünstige Kaltaufschweißungen beim Falzvorgang ausgeschlossen, so daß nach Anspruch 7 gerade hier ein besonders geeigneter Einsatz vorliegt.

Anhand einer Zeichnung wird die Erfindung näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine Vorrichtung zum Falzen, insbesondere zur Verbindung von zwei oder mehr Blechteilen, mit einem gelagerten Falzsteinträger und einem getrennt davon dargestellten Exzenterantrieb,

2 eine Anordnung gemäß 1 im zusammengebauten Zustand in perspektivischer Darstellung,

3 eine Vorrichtung zum Falzen nach den 1 und 2 in einer Seitenansicht mit einer Falzbettvorrichtung, und

4, 5 und 6 Schemadarstellungen zur Erläuterung der Funktion der Vorrichtung zum Falzen nach den 1 bis 3.

In den 1 bis 3 ist eine Vorrichtung 1 zum Falzen, im Folgenden auch als Exzenterfalzen bezeichnet, dargestellt mit einem Falzsteinträger 2 und einem Exzenterantrieb 3.

Der Falzsteinträger 2 ist U-förmig ausgebildet, wobei an der U-Basis ein mehrteiliger Falzstein 4 lösbar gehalten ist. In den U-Schenkeln 5, 6 des Falzsteinträgers 2 sind in der Nähe und etwa parallel zur U-Basis koaxial Kreisbohrungen 7, 8 enthalten, die in der dargestellten Ausführungsform nach unten teilweise offen sind. An den U-Schenkelenden der U-Schenkel 5, 6 sind jeweils Pleuellager 9, 10 angeordnet, wo jeweils eines von zwei parallelen Pleueln 11, 12 angeschlossen und an einem ortsfesten Abstützpunkt als ortsfeste Lagerböcke 13, 14 abgestützt ist.

Der Exzenterantrieb 3 besteht aus einem Schnecken-Aufsteck-Getriebemotor 15, bei dem von einem mittigen Getriebe 16 je eine synchron angetriebene, koaxiale Antriebswelle 17, 18 absteht. Die Antriebswellen 17, 18 haben jeweils in der Längsmitte einen Bereich als Exzenterwelle 19, 20 ausgebildet. Die Exzenterwellen 19, 20 sind in den demgegenüber größeren Kreisbohrungen 7, 8 des Falzsteinträgers 2 aufgenommen und bilden gegenüberliegende Exzenterlager 21, 22. Konkret haben hier die Kreisbohrungen 7, 8 im Falzsteinträger 2 einen Radius von etwa 50 mm, wobei der Radius der Exzenterwellen 19, 20 etwa 40 mm beträgt bei einer Exzentrizität von etwa 10 mm. Diese Größen können an die jeweiligen Gegebenheiten angepaßt werden. Beim Befalzen von 10 mm hohen Falzborden liegt beispielsweise ein günstiger Wert für die Exzentrizität zwischen 5 mm und 15 mm.

An die beiden Bereiche der Exzenterwellen 19, 20 schließen sich jeweils nicht exzentrische Wellenteile der Antriebswellen 17, 18 an, die in ortsfesten Lagerböcken 23, 24 an der Außenseite oder zu beiden Seiten der U-Schenkel 5, 6 gelagert sind. Die Antriebswellen 17, 18 sind für den Einbau in die Kreisbohrungen 7, 8 bzw. die Lagerböcke 23, 24 mehrteilig ausgeführt.

In 3 ist zudem ein Falzbett 25 dargestellt mit darin lagerichtig aufgenommenen Blechteilen 26, 27 aus einer Aluminiumlegierung, die durch Falzen randseitig zu einem Fahrzeugbauteil verbunden werden sollen.

Die Funktion der Vorrichtung 1 zum Exzenterfalzen nach den 1 bis 3 wird anhand der 4 bis 6 näher erläutert.

In den 4 bis 6 ist eine schematische Seitenansicht auf einen U-Schenkel 6 des Falzsteinträgers 2 dargestellt, an dem ein Falzstein 4 befestigt ist. Zudem ist das Exzenterlager 22 dargestellt mit der Kreisbohrung 8 und der darin aufgenommenen Exzenterwelle 20.

Im Falzbett 25 sind das Blechteil 26 und das Blechteil 27 eingelegt. Dabei ist das unten liegende Blechteil 26 ein Außenteil und das darüberliegende Blechteil 27 ein Innenteil eines zweischaligen Fahrzeugbauteils beispielsweise einer Fahrzeugklappe. Beide Blechteile 26, 27 werden durch einen Niederhalter 28 lagerichtig fixiert.

In der Stellung nach 4 liegen Randbereiche der Blechteile 26, 27 aufeinander und werden durch einen beweglichen, pneumatischen Niederhalter 29 aufeinander gedrückt, wobei das untere Blechteil 26 mit einem Falzbord 30 gegenüber dem Blechteil 27 in die Bewegungskontur des Falzsteins 4 vorsteht. Der Falzstein 4 liegt in der in 4 dargestellten Position mit einer Falzsteinkante 31 in einer Linienberührung am bereits etwas aufgekanteten Falzbord 30 an. Dabei befindet sich die Exzenterwelle 20 in der Kreisbohrung 8 in ihrer oberen Totpunktstellung.

In 5 ist die Anordnung nach einer Drehung der Exzenterwelle 20 um 50° dargestellt. Dabei ist der pneumatische Niederhalter 29 aus dem Umlegebereich des Falzbords 30 zurückgezogen (Pfeil 32). Der Falzbord ist durch eine nahezu kreisbahnähnliche Bewegung des Falzsteins 4 bereits weiter umgelegt, wobei die Falzsteinkante 31 ohne Relativbewegung mit gleicher Linienberührung am Falzbord 30 anliegt.

In 6 ist die Anordnung nach einer Drehbewegung um 120° dargestellt, wobei der Falzbord 30 insgesamt umgelegt ist und der Randbereich des Blechinnenteils 27 für eine Blechverbindung der beiden Bleche 26, 27 eingeklemmt ist.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Falzen, insbesondere zur Verbindung von zwei oder mehr Blechteilen (26, 27),

    mit einem Falzbett (25) zur Einlage wenigstens eines Blechteils (26, 27) mit einem Falzbord (30), und

    mit einem durch einen Antrieb (3) bewegbaren Falzstein (4), der am Falzbord (30) angreift und diesen zumindest teilweise in seine Sollposition umlegt,

    wobei der Antrieb ein Exzenterantrieb (3) ist mit wenigstens einer drehenden Welle (17, 18) mit exzentrisch angeordnetem Nocken (19, 20), und

    wobei der Falzstein (4) ortsfest an einem bewegbaren Falzsteinträger (2) angebracht ist und der Falzsteinträger (2) mit dem Exzenterantrieb (3) gekoppelt ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Falzsteinträger (2) im Bereich des Falzsteins (4) eine etwa parallel zum Falzbord (30) ausgerichtete Kreisbohrung (7, 8) aufweist, in die eine zugeordnete, exzentrisch angetriebene Exzenterwelle (19, 20) des Exzenterantriebs (3) eingreift, wobei die Kreisbohrung (7, 8) und die Exzenterwelle (19, 20) ein Exzenterlager (21, 22) als Gleitbuchsenlager bilden, und

    daß der Falzsteinträger (2) in einem Abstand zum Exzenterlager (21, 22) in einem Pleuellager (9, 10) durch ein Pleuel (11, 12) gegen einen ortsfesten Abstützpunkt (13, 14) abgestützt ist, dergestalt, daß der Falzstein (4) in einer Ebene etwa quer zur Längsrichtung des Falzbords (30) eine kreisförmige Zwangsbewegung ausführt, wobei für einen Falzvorgang der Falzstein (4) am Falzbord (30) zur Anlage gebracht wird und durch die Kreisbewegung des Falzsteins (4) die Anlage während der Umlegebewegung beibehalten wird.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

    daß der Falzsteinträger (2) U-förmig ausgebildet ist, wobei an der U-Basis der ein- oder mehrteilige Falzstein (4) gehalten ist,

    daß in den U-Schenkeln (5, 6) parallel zur U-Basis koaxial die Kreisbohrungen (7, 8) von zwei Exzenterlagern (21, 22) angebracht sind,

    daß an den U-Schenkelenden Pleuellager (9, 10) angebracht sind und dort je eines von zwei parallelen Pleueln (11, 12) angeschlossen ist,

    daß zwischen den U-Schenkeln (5, 6) der Exzenterantrieb (3) eingesetzt ist dergestalt, daß ausgehend von einem mittigen Getriebe (16) je eine synchron angetriebene, koaxiale Antriebswelle mit einer Exzenterwelle (19, 20) in die Kreisbohrungen (7, 8) der U-Schenkel (5, 6) zur Bildung von zwei gegenüberliegenden Exzenterlagern (21, 22) eingreift, und

    daß das Getriebe (16) von einem Elektromotor angetrieben ist, wobei das Getriebe (16) und der Elektromotor vorzugsweise einen Schnecken-Aufsteck-Getriebemotor (15) bilden.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden koaxialen Exzenterwellen (19, 20) mit nichtexzentrischen Wellenteilen in ortsfesten Lagerböcken (23, 24) ein- oder beidseitig der Kreisbohrungen (7, 8) gelagert sind.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebswellen (17, 18) mehrteilig ausgebildet sind.
  5. Vorrichtung zum Falzen, insbesondere zur Verbindung von zwei oder mehr Blechteilen (26, 27),

    mit einem Falzbett (25) zur Einlage wenigstens eines Blechteils (26, 27) mit einem Falzbord (30), und

    mit einem durch einen Antrieb (3) bewegbaren Falzstein (4), der am Falzbord (30) angreift und diesen zumindest teilweise in seine Sollposition umlegt,

    wobei der Antrieb ein Exzenterantrieb (3) ist mit wenigstens einer drehenden Welle (17, 18) mit exzentrisch angeordnetem Nocken (19, 20), und

    wobei der Falzstein (4) ortsfest an einem bewegbaren Falzsteinträger (2) angebracht ist und der Falzsteinträger (2) mit dem Exzenterantrieb (3) gekoppelt ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der Falzsteinträger (2) wenigstens zwei parallele, beabstandete und parallel zum Falzbord liegende Kreisbohrungen aufweist, in die zugeordnete, exzentrisch synchron angetriebene Exzenterwellen des Exzenterantriebs eingreifen und Kreisbohrungen und Exzenterwellen jeweils ein Exzenterlager als Gleitbuchse bilden, dergestalt, dass der Falzstein (4) in einer Ebene etwa quer zur Längsrichtung des Falzbords (30) eine nahezu kreisförmige Zwangsbewegung ausführt, wobei für einen Falzvorgang der Falzstein (4) am Falzbord (30) zur Anlage gebracht wird und durch die Kreisbewegung des Falzsteins (4) die Anlage während der Umlegbewegung beibehalten wird.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung als Maschine zur Serienproduktion von wenigstens zweilagigen Blechteilen (26, 27) hergerichtet ist.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Blechteile (26, 27) aus einem Aluminium-Legierungs-Material hergestellt sind.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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