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Dokumentenidentifikation DE202004014703U1 05.01.2005
Titel Reinigungstextil mit Stapelfaserschlingen
Anmelder Kohlruss, Gregor, 46414 Rhede, DE;
Wiesner, Hubert, 46354 Südlohn, DE;
Griebe, Oliver, 46414 Rhede, DE
Vertreter Schneiders & Behrendt Rechts- und Patentanwälte, 44787 Bochum
DE-Aktenzeichen 202004014703
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 05.01.2005
Registration date 02.12.2004
Application date from patent application 17.09.2004
IPC-Hauptklasse A47L 13/20

Beschreibung[de]

Die vorliegende Neuerung betrifft ein Reinigungstextil für glatte Oberflächen, insbesondere für die Herstellung von Flächenwischern, bestehend aus einem hochflorigem Plüsch, der eine flächige Trägerstruktur und einen Besatz aus senkrecht dazu verlaufenden, dicht nebeneinander angeordneten Fäden aufweist, die in der flächigen Trägerstruktur verankert sind, mindestens 5 mm über die flächige Trägerstruktur hervorstehen und eine Dichte von mindestens zehn Fäden pro cm2 der Trägerstruktur haben.

Derartige Reinigungstextilien haben sich als Bezug für Wischmops oder Fensterwischer hervorragend bewährt. Die Fäden der heute eingesetzten Reinigungstextilien bestehen aus synthetischen Fasern, zumeist endlosen Mikrofasern.

Der hochflorige Plüsch wird im so genannten Doppelplüschwebverfahren hergestellt. Dabei werden zwei flächige Trägerstrukturen im Abstand der doppelten Florhöhe mit den Fäden dicht verwebt. Dieses Gebilde wird in der Symmetrieebene der Trägerstrukturen aufgeschnitten. Die Fäden werden hierbei durchtrennt, so dass zwei einzelne Plüsche entstehen. Die Besatzdichte der Trägerstrukturen bleibt durch das Aufschneiden unberührt.

Aufgeschnittene Fäden aus Endlosfasen bereiten keine Schwierigkeiten. Sofern die Fäden jedoch aus Stapelfasern bestehen, entstehen beim Durchtrennen der Fäden zwangsläufig besonders kurze Faserabschnitte, die im Gewirk des Fadens nur unzureichend Halt finden. Diese Faserabschnitte lösen sich aus dem Textil heraus und bleiben auf der zu reinigenden Oberfläche zurück: Das Textil fusselt. Insbesondere beim Wischen von Fenstern, Spiegeln und anderen glatten Oberflächen wie insbesondere PVC-Bodenbeläge bleiben die herausgelösten Fasern als einzelne Fussel zurück; von einer gründlichen Reinigung kann dann nicht mehr die Rede sein. Auch ist das Fusseln als textiler Verschleiß zu verstehen, der die Struktur der Ware schwächt. Die Fusselbildung wird durch die Schwächung des Textils weiter gesteigert.

Einige Verbraucher erkennen die hervorragende Reinigungswirkung der Synthetikfasern nicht an und wünschen sich stattdessen Reinigungstextilien aus natürlichen Baumwollfasern. Deren Länge ist jedoch begrenzt, so dass sie sich ausschließlich zu Fäden aus Stapelfasern spinnen lassen. Sie eignen sich daher nicht zur Herstellung eines fusselfreien, hochflorigen Plüsches nach dem Doppelplüschwebverfahren.

Der vorliegenden Neuerung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Reinigungstextil der eingangs genannten Art so weiter zu bilden, dass die Fäden des Besatzes aus Stapelfasern bestehen können, ohne dem Risiko der Fusselbildung ausgesetzt zu sein.

Dies wird dadurch erreicht, dass die Fäden des Besatzes aus Stapelfasern an ihren distalen Enden zu Schlingen verbunden werden.

Der Vorteil des neuerungsgemäßen Reinigungstextils besteht darin, dass die Fäden des Besatzes lediglich geschlungen und nicht aufgeschnitten werden, so dass sich bei der Verwendung von Stapelfasern keine kürzeren Faserabschnitte herauslösen können.

Von bekannten Frottee-Geweben unterscheidet sich das vorliegende Reinigungstextil durch seine weitaus größere Florhöhe, gegenüber getufteten Reinigungstextilien durch seine deutlich höhere Besatzdichte.

Die Herstellung eines derartigen Reinigungstextils kann prinzipbedingt nicht mehr durch das herkömmliche Doppelplüschwebverfahren mit Schnitt erfolgen. Stattdessen setzt man ein abgewandeltes Verfahren ein, bei dem die Fäden nicht aufgeschnitten, sondern die Trägerstrukturen so modifiziert werden, dass sie eine Trennung ohne Schnitt ermöglichen. Dies kann beispielsweise durch Abreißen erfolgen. Ebenso kann ein spezieller Webstuhl verwendet werden, der über Lanzetten verfügt, welche den Abstand der beiden Trägerstrukturen bestimmen.

Die Fäden des Besatzes bestehen vorzugsweise zumindest teilweise aus Baumwolle. Dieser natürliche Faserstoff ist insbesondere bei ökologisch orientierten Verbrauchern beliebt und erreicht eine respektable Reinigungsleistung. Synthetikfasern können beigemischt werden.

Auch ermöglicht das neuerungsgemäße Reinigungstextil die Verwendung von Viskose-Stapelfasern bzw. Leyocell-Stapelfasern, einer modifizierten Viskose. Beide Synthetikfasern sind zwar als Endlosfilamente erhältlich, jedoch hat sich gezeigt, dass die Reinigungswirkung von Viskose-Stapelfasern der der Viskose-Endlosfasern deutlich überlegen ist.

Die vorliegende Neuerung soll nun anhand von einem Ausführungsbeispiel erläutert werden. Es zeigen hierfür jeweils stark vergrößert:

1: Plüsch perspektivisch;

2: Herstellung in Spezialwebstuhl;

3: Plüsch in Seitenansicht.

Das Reinigungstextil besteht aus einem hochflorigen Plüsch 1, der sich wiederum aus einer flächigen Trägerstruktur 2 mit einem Besatz aus senkrecht dazu verlaufenden, dicht nebeneinander angeordneten Fäden 3 zusammensetzt. Die Fäden 3 des Besatzes bestehen aus Stapelfasern wie beispielsweise aus Baumwolle und/oder Viskose und sind an ihren distalen Enden zu Schlingen 4 verbunden. Die Fäden 3 sind daher durchgehend in der Trägerstruktur 2 verankert, so dass sich keine einzelnen Fasern herauslösen können.

Das neuerungsgemäße Reinigungstextil wird in einem modifizierten Doppelplüschwebverfahren hergestellt. Dazu werden wie beim herkömmlichen Doppelplüschwebverfahren mit Schnitt zwei parallele Trägerstrukturen 2 mit den Fäden 3 verbunden. Die mit * gekennzeichneten Teile der Trägerstrukturen 2 werden nach dem Weben entfernt, beispielsweise durch Herausreißen oder Herausziehen einer entsprechenden Einrichtung (Lanzette) der Textilmaschine. Die Fäden 3 dürfen dabei nicht beschädigt werden. Es verbleiben ununterbrochene Fäden 3 in den beiden Trägerstrukturen 2, die an ihren distalen Enden durch Schlingen 4 miteinander verbunden sind. Die Florhöhe f entspricht dem Abstand der Trägerstrukturen 2 beim Weben, die ursprüngliche Besatzdichte wird durch das Auftrennen indes halbiert. Um eine gute Reinigungsleistung zu erzielen, sollte die Florhöhe f mindestens fünf mm betragen. Die Besatzdichte sollte nach dem Auftrennen auf jeder Trägerstruktur 2 über zehn Fäden pro cm2 liegen.


Anspruch[de]
  1. Reinigungstextil für glatte Oberflächen, insbesondere für die Herstellung von Flächenwischern, bestehend aus einem hochflorigem Plüsch (1), der eine flächige Trägerstruktur (2) und einen Besatz aus senkrecht dazu verlaufenden, dicht nebeneinander angeordneten Fäden (3) aufweist, die in der flächigen Trägerstruktur (2) verankert sind, mindestens 5 mm über die flächige Trägerstruktur (2) hervorstehen und eine Dichte von wenigstens zehn Fäden pro cm2 der Trägerstruktur (2) haben, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden (3) des Besatzes aus Stapelfasern bestehen und an ihren distalen Enden zu Schlingen (4) verbunden sind.
  2. Reinigungstextil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden (3) zumindest teilweise aus Baumwolle bestehen.
  3. Reinigungstextil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden (3) zumindest teilweise aus Viskose bestehen.
  4. Reinigungstextil nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden (3) zumindest teilweise aus Leyocell bestehen.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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