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Dokumentenidentifikation DE202004014293U1 13.01.2005
Titel Durchgefärbte Faserplatte
Anmelder Glunz AG, 49716 Meppen, DE
Vertreter Rehberg und Kollegen, 37073 Göttingen
DE-Aktenzeichen 202004014293
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.01.2005
Registration date 09.12.2004
Application date from patent application 15.09.2004
IPC-Hauptklasse B27N 1/02
IPC-Nebenklasse B27K 5/02   C08J 5/24   C08J 3/20  

Beschreibung[de]

Die Erfindung betriefft eine durchgefärbte Faserplatte mit den Merkmalen des Schutzanspruchs 1.

STAND DER TECHNIK

Bei einer durchgefärbten Faserplatte ist ein Farbpigmentanteil so über das gesamte Volumen der Faserplatte verteilt, dass diese nicht nur an ihren Hauptflächen sondern auch an ihren durch Besäumen oder Ablängen entstandenen Schmalseiten oder an anderen durch Bearbeitung entstandenen Oberflächen eingefärbt ist. Dies ermöglicht ein Bearbeiten der Faserplatte, ohne dass hierdurch Oberflächenbereiche mit unterschiedlicher Farbe entstehen. Eine einheitliche Farbe der Oberfläche ist insbesondere dann wichtig, wenn die Faserplatte anschließend lackiert wird, weil die Farbwirkung der Lackierung, soweit diese nicht eine sehr hohe eigene Flächendichte an Farbpigmenten aufweist, von der Einfärbung der von ihr überzogenen Oberfläche abhängt. Die Durchfärbung einer Faserplatte ermöglicht es, sehr gute Farbwirkungen mit nur dünnen Lackierungen zu erreichen, wenn die Farbe der durchgefärbten Faserplatte an der zu lackierenden Oberfläche der gewünschten Farbe der lackierten Oberfläche bereits nahe kommt. Bei einer Farbe der Oberfläche, die schon der gewünschten Farbe der lackierten Oberfläche entspricht, kann auch ein Klarlack ohne eigenen Farbpigmentanteil eingesetzt werden. Von besonderem Interesse für Anwendungen z. B. im Möbel- oder Küchenbau sind lackierte Oberflächen in Farben mit großer Farbtiefe, wie beispielsweise schwarz.

Durchgefärbte mitteldichte Faserplatten mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Schutzanspruchs 1 sind bekannt. Es handelt sich um Faserplatten, deren Bindemittelanteil aus einem Harnstoff-Formaldehyd-Harz und deren Farbpigmentanteil aus Farbpartikeln besteht. Durch einen Farbpigmentanteil von ca. 3 Gewichtsprozent, der grundsätzlich ausreichend sein sollte, um die Faserplatten farbig durchzufärben wird bei dünneren Faserplatten ein Gelbstich beobachtet, der bei dickeren Faserplatten in einen Braun-/Graustich umschlägt. Dieser Farbumschlag mag auf die Temperaturen bzw. die Presszeiten zurückzuführen sein, die auf die Oberflächen von Faserplatten bei deren Herstellung einwirken und zu einer teilweisen thermischen Zersetzung des Bindemittels führen.

Grundsätzlich ist auch die Herstellung von Faserplatten, einschl. mitteldichter Faserplatten, unter Verwendung eines PMDI-Harzes für den Bindemittelanteil bekannt. Ein derartiges Isocyanat-Harz wird verwendet, um Formaldehydausdünstungen aus dem Bindemittelanteil der Faserplatten zu vermeiden und um Faserplatten mit erhöhter Feuchtigkeitsbeständigkeit herzustellen. Das Handhaben von PMDI-Harz als Bindemittel ist aber aufgrund dessen sehr großen Reaktivität aufwändiger als das von Harnstoff-Formaldehyd-Harz.

Die bekannte höhere Feuchtigkeitsbeständigkeit von isocyanatgebundenen Faserplatten gegenüber Harnstoffformaldehydharz gebundenen Faserplatten wird für typische Anwendungen von MDF-Platten im Möbel- und Küchenbau nicht benötigt, da mitteldichte Faserplatten regelmäßig nicht höheren Feuchtigkeitsbelastungen ausgesetzt sind, sondern typischerweise für Frontverkleidungen wie Möbeltüren und dergleichen eingesetzt werden.

AUFGABE DER ERFINDUNG

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine durchgefärbte Faserplatte mit verbesserter Farbwirkung des Farbpigmentanteils bereitzustellen.

LÖSUNG

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine durchgefärbte Faserplatte mit den Merkmalen des Schutzanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der neuen durchgefärbten Faserplatte sind in den Schutzansprüchen 2 bis 7 beschrieben.

BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG

Eine mit Isocyanat gebundene durchgefärbte Faserplatte weist völlig überraschend eine unerwartete große Farbtiefe auf. Der Farbpigmentanteil entwickelt die an sich erwartete Farbwirkung der Farbpigmente ohne die in der bisherigen Praxis durchgefärbter Faserplatten beobachtete Farbverschiebung nach gelb oder grau/braun.

Dieser überraschende Effekt wird bei an sich üblichen Bindemittelzusammensetzungen, d. h. z.B. bei der Verwendung herkömmlicher PMDI-Harze für den Bindemittelanteil beobachtet.

Worauf die überraschend große Farbtiefe der neuen isocyantgebundenen durchgefärbten Faserplatten zurückzuführen ist, ist unklar. Von der reinen Bindemittelchemie her ist dieser Effekt nicht zu erklären, da Isocyanatharz bekanntermaßen deutlich reaktiver als Harnstoff-Formaldehyd-Harze ist und von daher auch stärker mit dem Farbpigmentanteil reagieren sollte. Möglicherweise beruht die größere Farbtiefe der neuen durchgefärbten Faserplatte darauf, dass der Bindemittelanteil einer isocyanatgebundenen Faserplatte relativ niedrig ist und damit die Umhüllung der Pigmente in geringerem Maße auftritt. Diese stärkere Umhüllung der Pigmente in Verbindung mit der geringere thermische Stabilität des Harnstoffformaldeyhdleimes mag die Ursache für die im Stand der Technik beobachteten ungewollten Farbverschiebungen sein.

Der Farbpigmentanteil der neuen Faserplatte kann bei sehr guter Farbtiefe kleiner 4 Gewichtsprozent sein. Bereits bei einem Farbpigmentanteil von etwa 2,5 Gewichtsprozent werden sehr gute Farbwirkungen mit großer Farbtiefe erreicht. Dies konnte sowohl bei der Verwendung von schwarzem als auch bei der Verwendung von andersfarbigen Farbpigment beobachtet werden.

Die neue Faserplatte ist vorzugsweise eine mitteldichte Faserplatte zur Verwendung im Möbel- und Küchenbau.

Aufgrund ihrer feuchtigkeitsbeständigen Isocyanatbindung, die für den Einsatz von MDF-Platten im Küchen- und Möbelbau an sich unnötig ist, ist die neue Faserplatte ohne Probleme direkt mit einem Wasserlack lackierbar. Das heißt, Quellungen an der Oberfläche der Faserplatte aufgrund des Wasseranteils aufgetragener Wasserlacke treten nicht in relevantem Umfang auf.

BEISPIELE

Im Folgenden wird die Erfindung anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen und Vergleichsbeispielen weiter erläutert und beschrieben.

Beispiel 1

Bei der Herstellung einer isocyanatgebundenen mitteldichten Faserplatte unter Verwendung eines üblichen PMDI-Harzes für deren Bindemittelanteil wurden 2,5 Gewichtsprozent schwarzes Farbpigment zugegeben und homogen in der Fasermatte vor deren Verpressen verteilt. Hieraus resultierten unabhängig von der Dicke der Faserplatte unterhalb oder oberhalb 10 mm tiefschwarz durchgefärbte Faserplatten mit sehr guter Farbwirkung und großer Farbtiefe.

Beispiel 2

In Abweichung vom Beispiel 1 wurde statt eines schwarzen ein grünes Farbpigment zur Ausbildung eines 2,5 gewichtsprozentigen Farbpigmentanteils zugeschlagen. Das Resultat waren dunkelgrün durchgefärbte Faserplatten, die ebenfalls unabhängig von ihrer Dicke eine sehr gute Farbwirkung und sehr große Farbtiefe aufwiesen.

Vergleichsbeispiel

Bei der bekannten Herstellung von mitteldichten Faserplatten mit Harnstoff-Formaldehyd-Harzbindung führt ein Zuschlag von 2,5 Gewichtsprozent und auch mehr schwarzgefärbtem Farbpigment bei Dicken der Faserplatten unter 10 mm zu Faserplatten, die grau/schwarz durchgefärbt sind, während bei Faserplattendicken ab etwa 10 mm die Farbe an die Hauptflächen der Faserplatten nach gelbbraun/schwarz umschlägt.


Anspruch[de]
  1. Durchgefärbte Faserplatte auf der Basis von lignocellulosehaltigen Fasern und mit einem Bindemittelanteil und einem Farbpigmentanteil. dadurch gekennzeichnet, dass der Bindemittelanteil ein Isocyanatharz aufweist.
  2. Faserplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bindemittelanteil ein PMDI-Harz aufweist.
  3. Faserplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Bindemittelanteil kein im nicht ausgehärteten Zustand wasserlösliches Harz aufweist.
  4. Faserplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Farbpigmentanteil kleiner 4 Gewichtsprozent ist.
  5. Faserplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Farbpigmentanteil Ruß umfasst.
  6. Faserplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine mitteldichte Faserplatte ist.
  7. Faserplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Lackierung aus einem Wasserlack aufweist.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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