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Dokumentenidentifikation EP1314491 13.01.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001314491
Titel Verfahren zum Betreiben eines Streckreduzierwalzwerks und Streckreduzierwalzwerk
Anmelder SMS Meer GmbH, 41069 Mönchengladbach, DE
Erfinder Pehle, Dr., Hans Joachim, 41363 Jüchen, DE
DE-Aktenzeichen 50201715
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 09.10.2002
EP-Aktenzeichen 020225900
EP-Offenlegungsdatum 28.05.2003
EP date of grant 08.12.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.01.2005
IPC-Hauptklasse B21B 17/14
IPC-Nebenklasse B21B 37/78   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Streckreduzierwalzwerks zum Walzen eines Rohres mit endlicher Länge, das mindestens zwei Walzgerüste aufweist, die in Förderrichtung des Rohres hintereinander angeordnet sind, wobei in jedem Walzgerüst mindestens zwei zusammenwirkende Walzen angeordnet sind, die jeweils über einen definierten Umfangsabschnitt des Rohres an diesem anliegen und es walzen, und wobei mindestens zwei Antriebe für den Antrieb der Walzen zweier unterschiedlicher Walzgerüste vorhanden sind. Des weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

In einem Streckreduzierwalzwerk passiert das zu bearbeitende Rohr eine Walzstraße, in der in Förderrichtung des Rohres hintereinander eine Anzahl Walzgerüste angeordnet sind. In jedem Walzgerüst sind Walzen gelagert, die beim Walzvorgang das Rohr jeweils mit einem definierten Umfangsabschnitt kontaktieren. Insgesamt wirken dabei in jedem Walzgerüst mehrere, meistens drei, Walzen so zusammen, dass das Rohr im wesentlichen über seinen gesamten Umfang von den Walzen umschlossen wird. Das Rohr wird damit auf einen reduzierten Durchmesser gewalzt.

Das Walzwerk weist meist eine Gruppe oder mehrere Gruppen Walzgerüste auf, deren Walzen von einem gemeinsamen Antrieb angetrieben werden. Der Antrieb umfaßt zwei Motoren (Grundantrieb und Überlagerungsantrieb), deren Drehung in einem Summierungsgetriebe derart aufsummiert wird, dass sich die benötigte Erhöhung der Walzgeschwindigkeit in hintereinander angeordneten Walzgerüsten ergibt.

Hinter dem Walzwerk sind häufig Sägevorrichtungen angeordnet, mit denen das gewalzte Rohr abgelängt werden kann. Die Sägevorrichtungen sind dabei meist als "fliegende Sägen" ausgeführt, was bedeutet, dass sie während des Sägevorgangs mit Fördergeschwindigkeit des Rohres mitlaufen; d. h. der Sägevorgang kann während des Transports des Rohres erfolgen. Weiterhin sind mitunter hinter dem Walzwerk Manipulatoren (Roboter) angeordnet, die beispielsweise als Abschieber (am Kühlbett) dienen. Für alle Arbeitsprozesse (Sägen, Abschieben, etc.), die im Anschluss an den Walzprozess erfolgen, ist eine möglichst gleichmäßige Rohrbewegung vorteilhaft bzw. erforderlich, um die benötigte Genauigkeit der Prozesse zu erreichen.

In diesem Zusammenhang hat sich der sog. "Ausspuckeffekt" des Streckreduzierwalzwerkes als problematisch erwiesen: Wenn die Endgerüste des Walzwerks nicht auf den letzten Gerüstplätzen des Walzwerks stehen, ist bei Gruppenüberlagerungsantrieben die Drehzahl in den Endgerüsten zu hoch, weshalb das Walzgut, also das Rohr endlicher Länge, kurzzeitig beim Auslauf aus den hinteren Gerüstplätzen beschleunigt wird. Dies stört den Nachfolgeprozess erheblich, beispielsweise das Sägen, das dann nicht mehr reproduzierbar bzw. mit der benötigten Qualität vollzogen werden kann. Einflussparameter auf den "Ausspukkeffekt" sind insbesondere sich ändernde Wechselwirkungen zwischen den Walzgerüsten, besondere Geschwindigkeits- und Reibungsbedingungen in den hinteren Gerüsten und dynamische Drehzahländerungen. Die Rohrgeschwindigkeit kann aufgrund des "Ausspuckeffekts" bis zu 30 % gegenüber der stationären Auslaufgeschwindigkeit erhöht sein. Eine Verstärkung des "Ausspuckeffekts" kann auftreten, wenn eine Rohrendensteuerung eingesetzt wird.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Streckreduzierwalzverfahren der eingangs genannten Art sowie eine zugehörige Vorrichtung zu schaffen, mit dem bzw. mit der es möglich ist, die bestehenden Nachteile zu verringern bzw. ganz zu eliminieren.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das gattungsgemäße Verfahren folgende Verfahrensschritte aufweist:

  • a) Ermitteln des Zeitpunktes, zu dem das in Förderrichtung hintere Ende des Rohres das in Förderrichtung letzte Walzgerüst verlässt;
  • b) Festlegung eines Zeitintervalls vorgegebener Dauer, in dem der Zeitpunkt liegt, zu dem das in Förderrichtung hintere Ende des Rohres das in Förderrichtung letzte Walzgerüst verlässt;
  • c) Steuern oder Regeln des Antriebs des letzten Walzgerüsts so, dass während der Dauer des Zeitintervalls der Auslauf des Walzgutes mit im wesentlichen konstanter Geschwindigkeit erfolgt.

Mit der vorgeschlagenen aktiven Auslaufgeschwindigkeitssteuerung bzw. -regelung läßt es sich erreichen, den sog. "Ausspuckeffekt" zu verhindern, was es in der Folge ermöglicht, eine hohe Qualität bei den Nachfolgeprozessen zu erreichen; insbesondere werden die Schnitt-Toleranzen beim Sägevorgang verbessert. Das vorgeschlagene Verfahren reduziert bzw. eliminiert in dem Zeitraum, in dem mit dem "Ausspuckeffekt" zu rechnen ist (also während der zu befürchtenden Beschleunigungsphase), die Motordrehzahl des Grund- und Überlagerungsantriebs in der hinteren Gerüstgruppe, wodurch eine konstante Auslaufgeschwindigkeit des Rohres aus dem Walzwerk sichergestellt ist.

Gemäß einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass der Zeitpunkt, zu dem das in Förderrichtung hintere Ende des Rohres das auslaufseitige Walzgerüst bzw. Gerüstgruppe verlässt, ermittelt wird aus Beobachtung bzw. Überwachung des Zeitpunkts des Passierens des hinteren Endes des Rohres an einer dem auslaufseitigen Walzgerüst in Förderrichtung vorgelagerten Stelle unter Berücksichtigung der Walzgeschwindigkeit des Rohres von der Überwachungsstelle bis zum letzten Walzgerüst.

Bei langen Rohren kann es sinnvoll sein, dass neben der Steuerung oder Regelung des Antriebs des auslaufseitigen Walzgerüsts auch eine Steuerung oder Regelung derjenigen Antriebe erfolgt, die in Förderrichtung vorgelagerten Walzgerüsten zugeordnet sind und deren Walzen während des Zeitintervalls Kontakt mit dem Rohr haben.

Schließlich kann für die Steuerung oder Regelung der Drehzahl des Antriebs des auslaufseitigen Walzgerüsts eine Toleranz vorgegeben werden, die nicht verlassen, d. h überschritten werden darf.

Das erfindungsgemäße Streckreduzierwalzwerk zur Durchführung des Verfahrens weist mindestens zwei Walzgerüste mit Walzen auf, wobei mindestens zwei Antriebe für den Antrieb der Walzen zweier unterschiedlicher Walzgerüste vorhanden sind. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass Mittel zur Ermittlung des Zeitpunkts, zu dem das in Förderrichtung hintere Ende des Rohres das in Förderrichtung auslaufseitige Walzgerüst verlässt, vorhanden sind sowie Mittel zum Steuern oder Regeln des Antriebs des auslaufseitigen Walzgerüsts so, dass während der Dauer eines vorgegebenen Zeitintervalls ein Antrieb der Walzen des auslaufseitigen Walzgerüsts mit reduzierter Drehzahl erfolgt.

Weiterbildungsgemäß ist in Förderrichtung vor dem auslaufseitigen Walzgerüst ein Sensor angeordnet, der zur Erfassung des Zeitpunkts des Passierens des Endes des Rohres geeignet ist. Ferner kann der Sensor sein gemessenes Signal an eine Steuerung oder Regelung übermitteln, die auf den Antrieb des auslaufseitigen Walzgerüsts einwirkt.

Zumindest der Antrieb der in Förderrichtung zuletzt angeordneten Walzgerüste des Streckreduzierwalzwerks kann als Gesamtüberlagerungsantrieb ausgeführt sein, der ein Summierungsgetriebe sowie zwei Motoren aufweist. Vom Antrieb, der die in Förderrichtung zuletzt angeordneten Walzgerüste antreibt, können mindestens drei Walzgerüste angetrieben werden.

Bevorzugt ist in Förderrichtung hinter dem auslaufseitigen Walzgerüst eine Sägevorrichtung angeordnet ist; diese kann eine "fliegende Säge" aufweisen. Ferner kann hinter dem letzten Walzgerüst ein automatischer Manipulator angeordnet sein.

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1
schematisch die Ansicht zweier Walzenpaare in Förderrichtung des Rohres betrachtet,
Fig. 2
die zu Fig. 1 zugehörige Seitenansicht,
Fig. 3
schematisch den Aufbau eines Streckreduzierwalzwerks,
Fig. 4
einen Ausschnitt aus Fig. 3 mit den letzten in Förderrichtung angeordneten Walzgerüsten und
Fig. 5
den Verlauf der Drehzahl der Walzen im auslaufseitigen Walzgerüst über der Zeit.

In Fig. 1 und 2 ist schematisch zu sehen, wie zwei Walzenpaare 4, 5 und 6 bzw. 4', 5' und 6' ein Rohr 2 in einem Streckreduzierwalzwerk walzen. Die Walzen 4, 5 und 6 gehören zu einem ersten Walzgerüst 3a, während die Walzen 4', 5' und 6' zu einem zweiten Walzgerüst 3b gehören. Beide Walzgerüste 3a und 3b gehören wiederum zu einer ersten Gruppe Walzgerüste des Streckreduzierwalzwerks, wie nachfolgend noch beschrieben. Damit ein Rohr 2 mit endlicher Länge L beim Durchlauf durch das Streckreduzierwalzwerk über seinen gesamten Umfang gleichmäßig gewalzt wird, sind die Walzen zweier aufeinanderfolgender Walzgerüste 3a, 3b jeweils um 60° um die Rohrachse gedreht, wie es in den Figuren 1 und 2 gut zu erkennen ist.

In Fig. 3 ist schematisch der Aufbau eines Streckreduzierwalzwerks 1 skizziert. In Förderrichtung R des Rohres 2 ist hintereinander eine Anzahl Walzgerüste 3 angeordnet. In jedem Walzgerüst sind - wie in Fig. 1 und 2 skizziert - Walzen angeordnet. Durch den Walzprozess wird in jedem Walzgerüst 3 der Durchmesser des Rohres 2 etwas reduziert, wobei zwischen den einzelnen Walzgerüsten 3 eine Zugspannung zur Streckung des Rohres 2 aufrecht erhalten wird. Aufgrund des von Walzgerüst zu Walzgerüst abnehmenden Durchmessers der Walzen müssen sich die nachfolgenden Walzen immer schneller drehen.

Dies bewerkstelligen Antriebe 7, 7', 7", 7"', 7"" für die skizzierten fünf Gruppen Walzgerüste 3, 3', 3", 3"' und 3"". Die Antriebe 7, 7', 7", 7"', 7"" sind als Überlagerungsantriebe ausgebildet, die jeweils zwei Motoren 13, 13', 13", 13"' bzw. 13"" und 14, 14', 14", 14'" bzw. 14"" aufweisen. Die Motoren 13, 14 treiben Summierungsgetriebe 12, 12', 12", 12"', 12"" an, in denen die Drehung der Motoren 13 und 14 addiert wird. Die Abstimmung im Summierungsgetriebe 12 sorgt für einen von Walzgerüst zu Walzgerüst ansteigenden Drehgeschwindigkeitsverlauf.

Hinter dem Walzwerk 1 ist eine Sägevorrichtung 15 angeordnet, mit der das gewalzte Rohr 2 abgelängt wird. Die Sägevorrichtung ist als eine "fliegende Säge" ausgebildet, d. h. die Säge bewegt sich während des Sägevorgangs in Förderrichtung R mit der Ausstoßgeschwindigkeit des Rohres mit, um einen sauberen Schnitt zu erzeugen.

Innerhalb einer Gruppe Walzgerüste 3, 3', 3", 3"' bzw. 3"" ergibt sich - wie beschrieben - das Drehzahlverhältnis aufgrund des Überlagerungsantriebs von Walzgerüst zu Walzgerüst in definierter Weise. Wenn die Endgerüste des Walzwerks 1, also namentlich die Gerüste 3c"" und 3d"", nicht auf den letzten Gerüstplätzen des Walzwerks 1 stehen, ist aufgrund des Gruppen-Überlagerungsantriebs 7"" die Drehzahl n in den Endgerüsten 3c"" und 3d"" zu hoch, weshalb das Rohr 2 beim Auslauf aus den letzten Gerüstplätzen kurzzeitig beschleunigt wird. Dieser "Ausspuckeffekt" stört den Nachfolgeprozess, im Ausführungsbeispiel also den Sägeprozess, erheblich.

Zur Verringerung bzw. Eliminierung des "Ausspuckeffekts" wird wie folgt vorgegangen:

Vor der letzten Gruppe Walzgerüste 3a"", 3b"", 3c"" und 3d"" ist an einer Überwachungsstelle 9 ein Sensor 10 angeordnet. Wie insbesondere in Fig. 4 dargestellt, erfasst es der Sensor 10, wenn das hintere Ende 8 des Rohres 2 die Stelle 9 passiert. Das vom Sensor 10 erfasste Signal wird an eine Steuerung bzw. Regelung 11 geleitet. Der Steuerung bzw. Regelung 11 werden vom Summierungsgetriebe 12"" (oder von den Motoren 13"" bzw. 14"") die Werte für die Antriebsdrehzahlen der Walzen zugeleitet. In der Steuerung bzw. Regelung 11 kann daher in einfacher Weise der Zeitpunkt tA errechnet werden, zu dem das Rohr 2 aus dem Walzwerk 1 ausgestoßen wird, d. h. wann das Rohrende 8 das letzte Walzgerüst 3d"" verlässt.

Der Steuerung bzw. Regelung ist weiter ein Zeitintervall ΔT vorgegeben, das - wie aus Fig. 5 ersichtlich - so definiert ist, dass der berechnete Zeitpunkt tA zum Ende des Zeitintervalls ΔT zu liegen kommt. Die Steuerung bzw. Regelung nimmt nun (über die Motoren 13"" und 14"") gezielt während des Zeitintervalls ΔT eine Steuerung bzw. Regelung der Drehzahl n insbesondere der Walzen des letzten Walzgerüsts 3d"" vor, so daß die Auslaufgechwindigkeit des Rohres ein vorgegebenes Toleranzband ΔV nicht verlässt.

In Fig. 5 ist gestrichelt die Kurve eingezeichnet, die sich ohne diese Maßnahmen ergeben würde. Die Geschwindigkeit v steigt bis zum Zeitpunkt tA des Rohrausstoßes an, was den nachfolgenden Sägeprozess erheblich stört. Durch die beschriebene Vorgehensweise wird indes sichergestellt, dass das strichpunktiert eingezeichnete Toleranzband ΔV der Geschwindigkeit v nicht verlassen wird. Infolge dessen kann der Sägeprozess präzise durchgeführt werden.

Eine Geschwindigkeitserhöhung beim Rohrausstoß ist dadurch wirkungsvoll verhindert, wobei gleichzeitig die Streckung des Rohres zwischen den einzelnen Walzgerüsten 3a"", 3b"", 3c"" und 3d"" aufrecht erhalten wird.

Neben der Steuerung bzw. Regelung des Antriebs 7"" des auslaufseitigen Walzgerüsts 3d"" kann auch eine Steuerung bzw. Regelung in Förderrichtung R weiter vorgelagerter Antriebe, z. B. 7"', erfolgen, sofern die Walzen der entsprechenden Walzgerüste im Zeitintervall ΔT Kontakt mit dem Rohr 2 haben. Dadurch werden unerwünschte Spannungen im Rohr vermieden. Im Regelfall wird es aber ausreichend sein, den Antrieb 7"" der letzten Gruppe Walzgerüste 3a"", 3b"", 3c"" und 3d"" zu beeinflussen.

Sowohl die Werte für die Länge des Zeitintervalls ΔT als auch die Höhe des Toleranzbandes ΔV werden der Steuerung bzw. Regelung vorgegeben, wobei die Werte empirisch für konkrete Anwendungsfälle ermittelt werden. Die Werte können am Visualisierungs-PC des Walzwerks angezeigt werden. Eine Anpassung der Daten ist durch entsprechende Eingabe in die Steuerung bzw. Regelung jederzeit möglich. Gegebenenfalls können auch optimale Daten aus der Interpolation bekannter Werte für bestehende Streckreduzierwalzwerke gewonnen werden.

Besonders vorteilhaft ist es, das beschriebene Verfahren zumindest in den letzten drei Walzgerüsten vorzusehen. Im Ausführungsbeispiel erfolgt die Steuerung bzw. Regelung für die letzten vier Walzgerüste 3a"", 3b"", 3c"" und 3d"".

Bezugszeichenliste:

1
Streckreduzierwalzwerk
2
Rohr
3

3a, 3b,
Walzgerüste
3c, 3d

3a', 3b',
erste Gruppe Walzgerüste
3c', 3d'

3a", 3b",
zweite Gruppe Walzgerüste
3c", 3d"

3a"', 3b"',
dritte Gruppe Walzgerüste
3c"', 3d"'

3a"", 3b"",
vierte Gruppe Walzgerüste
3c"", 3d""

4, 4'

5, 5'
fünfte Gruppe Walzgerüste
6, 6'

7, 7', 7",
Walzen
7"', 7""
Antriebe (Überlagerungsantriebe)
8
hinteres Ende des Rohres
9
Ort des Sensors (Beobachtungsstelle)
10
Sensor
11

12, 12', 12",
Steuerung/Regelung
12''', 12""

13, 13', 13",
Summierungsgetriebe
13"', 13""

14, 14', 14",
Motoren
14''', 14""
Motoren
15
Sägevorrichtung
L
Rohrlänge
R
Förderrichtung
t
Zeit
tA
Zeitpunkt des Rohrausstoßes
ΔT
Zeitintervall
v
Auslaufgeschwindigkeit des Rohres
ΔV
Toleranz für die Auslaufgeschwindigkeit des Rohres


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Betreiben eines Streckreduzierwalzwerks (1) zum Walzen eines Rohres (2) mit endlicher Länge (L),

    das mindestens zwei Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', ...) aufweist, die in Förderrichtung (R) des Rohres (2) hintereinander angeordnet sind,

    wobei in jedem Walzgerüst (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', ...) mindestens zwei zusammenwirkende Walzen (4, 5, 6, 4', 5', 6') angeordnet sind, die jeweils über einen definierten Umfangsabschnitt des Rohres (2) an diesem anliegen und es walzen, und

    wobei mindestens zwei Antriebe (7, 7', 7", 7"', 7"") für den Antrieb der Walzen (4, 5, 6, 4', 5', 6') zweier unterschiedlicher Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', ...) vorhanden sind,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass das Verfahren die Schritte aufweist:
    • a) Ermitteln des Zeitpunktes (tA), zu dem das in Förderrichtung (R) hintere Ende (8) des Rohres (2) das in Förderrichtung (R) letzte, auslaufseitige Walzgerüst (3d"") verlässt;
    • b) Festlegung eines Zeitintervalls (ΔT) vorgegebener Dauer, in dem der Zeitpunkt (tA) liegt, zu dem das in Förderrichtung (R) hintere Ende (8) des Rohres (2) das auslaufseitige Walzgerüst (3d"") verlässt;
    • c) Steuern oder Regeln des Antriebs (7"") des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d"") so, dass während der Dauer des Zeitintervalls (ΔT) ein Antrieb der Walzen des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d"") mit reduzierter Drehzahl und des Auslauf des Rohres dementsprechend mit im wesentlichen konstanter Geschwindigkeit erfolgt.
  2. Verfahren nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der Zeitpunkt (tA), zu dem das in Förderrichtung (R) hintere Ende (8) des Rohres (2) das in Förderrichtung (R) auslaufseitige Walzgerüst (3d"") verlässt, ermittelt wird aus Überwachung des Zeitpunkts des Passierens des hinteren Endes (8) des Rohres (2) an einer dem auslaufseitigen Walzgerüst (3d"") in Förderrichtung (R) vorgelagerten Stelle (9) unter Berücksichtigung der Walzgeschwindigkeit des Rohres (2) von der Überwachungsstelle (9) bis zum auslaufseitigen Walzgerüst (3d"").
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass neben der Steuerung oder Regelung des Antriebs (7"") des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d"") auch eine Steuerung oder Regelung derjenigen Antriebe (7"') erfolgt, die vorgelagerten Walzgerüsten (3a"', 3b"', 3c"', 3d"') zugeordnet sind und deren Walzen während des Zeitintervalls (ΔT) Kontakt mit dem Rohr (2) haben.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass für die Steuerung oder Regelung der Drehzahl des Antriebs (7"") des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d"") eine Toleranz (ΔV) vorgegeben wird, die nicht verlassen werden darf.
  5. Streckreduzierwalzwerk (1) zum Walzen eines Rohres (2) mit endlicher Länge (L) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4,

    das mindestens zwei Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', ...) aufweist, die in Förderrichtung (R) des Rohres (2) hintereinander angeordnet sind,

    wobei in jedem Walzgerüst (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', ...) mindestens zwei zusammenwirkende Walzen (4, 5, 6, 4', 5', 6') angeordnet sind, die jeweils über einen definierten Umfangsabschnitt des Rohres (2) an diesem anliegen und es walzen, und

    wobei mindestens zwei Antriebe (7, 7', 7", 7"', 7"") für den Antrieb der Walzen (4, 5, 6, 4', 5', 6') zweier unterschiedlicher Walzgerüste (3a, 3b, 3c, 3d, 3a', 3b', 3c', 3d', ...) vorhanden sind,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass Mittel (10, 11) zur Ermittlung des Zeitpunkts (tA), zu dem das in Förderrichtung (R) hintere Ende (8) des Rohres (2) das auslaufseitige Walzgerüst (3d"") verlässt, vorhanden sind sowie Mittel (11) zum Steuern oder Regeln des Antriebs (7"") des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d"") so, dass während der Dauer eines vorgegebenen Zeitintervalls (ΔT) ein Antrieb der Walzen des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d"") mit im wesentlichen konstanter Drehzahl erfolgt.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 5,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass vor dem auslaufseitigen Walzgerüst (3d"") ein Sensor (10) angeordnet ist, der zur Erfassung des Zeitpunkts des Passierens des Endes (8) des Rohres (2) geeignet ist.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 6,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass der Sensor (10) sein gemessenes Signal an eine Steuerung oder Regelung (11) übermittelt, die auf den Antrieb (7"") des auslaufseitigen Walzgerüsts (3d"") einwirkt.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass zumindest der Antrieb (7"") der in Förderrichtung (R) zuletzt angeordneten Walzgerüste (3a"", 3b"", 3c"", 3d"") des Streckreduzierwalzwerks (1) ein Gesamtüberlagerungsantrieb ist, der ein Summierungsgetriebe (12"") sowie zwei Motoren (13"", 14"") aufweist.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 8,

       dadurch gekennzeichnet,

    dass von dem Antrieb (7"") mindestens drei Walzgerüste (3a"", 3b"", 3c"", 3d"") angetrieben sind.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass hinter dem auslaufseitigen Walzgerüst (3d"") eine Sägevorrichtung (15) angeordnet ist.
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass hinter dem auslaufseitigen Walzgerüst (3d"") ein automatischer Manipulator angeordnet ist.






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