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Dokumentenidentifikation DE102004027834A1 20.01.2005
Titel Walze für ein Fluidauftragungswerk einer Druckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Metrope, Jacques, 60290 Laigneville, FR;
Ollivier, Pascal, 60550 Verneuil, FR
DE-Anmeldedatum 08.06.2004
DE-Aktenzeichen 102004027834
Offenlegungstag 20.01.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.01.2005
IPC-Hauptklasse B41F 31/26
IPC-Nebenklasse B41F 31/30   B41F 7/26   B41F 13/08   
Zusammenfassung Es wird eine Walze (10) für ein Fluidauftragungswerk (34), insbesondere ein Farbwerk oder ein Feuchtwerk, einer Druckmaschine (36) beschrieben, mit einer Welle (12), auf welcher drehbar ein Umfangskörper (14) gelagert ist, wobei durch elastische Verformung der Welle (12) eine von einer Figurenlinie (18) der Welle (12) abweichende Biegelinie (20) erzeugbar ist, während bei elastischer Verformung der Welle (12) der Umfangskörper (14) eine unveränderte Form aufweist. Des weiteren wird ein Verfahren zum kontrollierten Anpressen einer ersten Walze (10) an eine zweite Walze (30) beschrieben, wobei die Walzen (10, 30) mit ihren Mantelflächen (16, 32) aufeinander abrollen, wobei eine Kraft derart erzeugt wird, dass die Mantelfläche (16) des Umfangskörpers (14) der ersten Walze (10) an die Mantelfläche (32) der zweiten Walze (30) gedrückt wird, indem eine von einer Figurenlinie (18) abweichenden Biegelinie (20) auf die Welle (12) der ersten Walze (10) aufgeprägt wird, ohne den Umfangskörper (14) der ersten Walze (10) zu verformen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Walze für ein Fluidauftragungswerk einer Druckmaschine, mit einer Welle, auf welcher drehbar ein Umfangskörper gelagert ist, wobei durch elastische Verformung der Welle eine von einer Figurenlinie der Welle abweichende Biegelinie der Welle erzeugbar ist. Des weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum kontrollierten Anpressen einer ersten Walze an eine zweiten Walze, wobei die Walzen derart angeordnet sind, dass ihre Mantelflächen aufeinander abrollen, wobei eine Kraft derart erzeugt wird, dass die Mantelfläche des Umfangskörpers der ersten Walze an die Mantelfläche der zweiten Walze gedrückt wird.

In Druckmaschinen, insbesondere bahnverarbeitenden Druckmaschinen oder Rollendruckmaschinen, sind häufig Walzen an ihren Zapfen in Aufnahmeelementen oder Lagern eingebaut, wobei die Position oder Lage einer derart ausgestatteten Walze gegenüber einer weiteren, kooperierenden Walze mittels eines Andrückelements, insbesondere unter Vorspannung, beispielsweise durch eine Feder, variiert oder verändert werden kann. Das Andrückelement bewirkt eine (oft veränderbare oder steuerbare) Kraft oder Anpresskraft, mit der die Berührung der Mantelflächen der kooperierenden Walzen kontrolliert werden kann. Auch erlaubt ein Andrückelement in gewissen Grenzen einen Ausgleich von Durchmesserabweichungen von Walzen, welche mit einem elastomeren Bezug oder Aufzug versehen oder verkleidet sind.

Beispielsweise aus dem Dokument EP 0 574 680 A1 geht eine derartige Vorrichtung zur Aufnahme von Walzenzapfen in einem Druckwerk einer Rotationsdruckmaschine, wobei die Walzenzapfen mit einer Vorspannkraft beaufschlagt werden, hervor. Die vorgespannten Andrückelemente stellen die Walzenkontaktbreite ein. Die Endstücke der Andrückelemente tauchen jeweils in Ausnehmung in auf der Welle der Walze an den Wellenzapfen aufgenommenen Ringen ein und fixieren damit gleichzeitig die axiale Lage der Walze.

Abweichungen des Umfangs der Walze von einem kreisförmigen Querschnitt und Unwuchten bei großen Rotationsgeschwindigkeiten bewirken Vibrationen der Walze. Wenn es sich bei der Walze um eine Walze in einem Fluidauftragungswerk handelt, erfährt die Walze zusätzlich eine axiale Auslenkung oder Verrückung aufgrund von kooperierenden in axialer Richtung oszillierenden Walzen (sogenannten Verreiberwalzen), so dass eine alternierenden Last von den Endstücken der Andrückelemente auf die Führungsflächen der Ringe ausgeübt wird. Diese Phänomene haben in nachteiliger Weise eine nicht unerhebliche Abnutzung der Endstücke der Andrückelemente zur Folge. Auch kann es in extremen Fällen zu einem schnellen Verschleiß der Führungsflächen der Ringe kommen. Auch eine Beschichtung der sich berührenden Flächen von Andrückelementen und Ringen hat nicht zu einem zufriedenstellenden Resultat der Verlängerung der Lebensdauer geführt.

Des weiteren ist bekannt, dass eine Walze eine Durchbiegung erfahren kann, welche zu einer ungleichmäßigen Verteilung der Anpresskraft an eine weitere Walze führt.

Um eine derartige Durchbiegung zu kompensieren, wird im Dokument US 4,487,122 vorgeschlagen, eine Krümmung der Mantelfläche in einer der Durchbiegung gegenläufiger Weise zu induzieren. Dieses wird dadurch erreicht, dass die Welle der Walze mittels einer einstellbaren Kraftwirkung auf die Wellenzapfen durchgebogen wird, wodurch auch die Walzenmantelfläche gebogen wird. Die Kraft wird nun derart gewählt, dass eine auftretenden Durchbiegung der Walze durch Gegenbiegung ausgeglichen wird. Die gegenläufige Durchbiegung erzeugt damit allein betrachtet eine entgegengesetzt ungleichmäßige Verteilung der Anpresskraft, so dass nun in Zusammenwirkung beider Biegungen eine gleichmäßige Anpresskraft erzielt wird. Auf die Wellenzapfen wirken – ähnlich wie im Dokument EP 0 574 680 A1 – Andrückelemente, welche gleichzeitig eine Veränderung des Wellenabstands der Walze zu einer weiteren Walze gestatten. Die Andrückelemente sind bei Einsatz in einer Druckmaschine wie bereits oben erwähnt Vibrationen und alternieren Lasten ausgesetzt, so dass auch eine Vorrichtung gemäß dem Dokument US 4,487,122 verschleißanfällig ist.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Walze für ein Fluidauftragungswerk einer Druckmaschine zu schaffen, welche mit gleichförmiger Kraft gegen ein kooperierendes weiteres Element, insbesondere eine weitere Walze, gedrückt werden kann, ohne ein verschleißgefährdetes Andrückelement zu benötigen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Walze für ein Fluidauftragungswerk in einer Druckmaschine mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 und durch ein Verfahren zum kontrollierten Anpressen mit den Merkmalen gemäß Anspruch 11 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen charakterisiert.

Erfindungsgemäß umfasst eine Walze für ein Fluidauftragungswerk, insbesondere ein Farbwerk oder ein Feuchtwerk, einer Druckmaschine eine Welle, auf welcher drehbar ein Umfangskörper, insbesondere ein zusammengesetzter Umfangskörper oder eine Mantelhülse, gelagert ist. Der Welle ist durch elastische Verformung eine von einer Figurenlinie der Welle abweichende Biegelinie aufprägbar. Anders ausgedrückt, durch elastische Verformung der Welle ist eine von einer Figurenlinie der Welle abweichende Biegelinie der Welle erzeugbar. Die Figurenlinie der Welle ist eine Kurve durch die Welle, welche deren Verlauf und gegebenenfalls Symmetrie repräsentiert. Bei elastischer Verformung der Welle weist der Umfangskörper eine im wesentlichen unveränderte Form auf. Das heißt, keine makroskopische Formänderung des Umfangskörpers tritt auf. Der Umfangskörper reagiert auf die Formänderung der Welle nicht oder nur in vernachlässigbar geringer Weise. Der Umfangskörper ist also sehr viel steifer als die Welle ausgeführt und/oder die Kopplung der Welle mit dem Umfangskörper ist hinreichend flexibel ausgeführt, so dass aus einer Verformung der Welle nicht eine Verformung des Umfangskörpers resultiert. Anders gesagt, im Vergleich zur flexiblen Welle ist der Umfangskörper starr. Auf diese Weise kann eine Kraft aufgrund der Rückstellungsbestrebung der Welle von der Biegelinie in die Figurenlinie erzeugt werden.

Der Erfindung liegt damit unter anderem der Gedanke zugrunde, die elastischen Eigenschaften einer Welle der Walze zu nutzen, um die Position oder Lage der Walze gegenüber eines weiteren Elements, insbesondere einer weiteren Walze, zu verändern oder zu variieren: Die Welle wird wie eine Feder als Rückstellelement genutzt. Die durch die Biegung erzeugte Kraft ist im wesentlichen senkrecht zur Achse des die Welle umgebenden Umfangskörpers orientiert und kann in vorteilhafter Weise als Anpresskraft an eine weitere Walze genutzt werden, um die Walzenkontaktbreite zu kontrollieren und/oder Variationen des Walzendurchmessers (mit und ohne Walzenaufzug) auszugleichen. Ein spezielles Andrückelement unter Vorspannung ist nicht erforderlich. Die Walze ist kompakt und bauraumsparend. Nur wenige Bauteile werden benötigt, um eine Anpresskraft zu erzeugen. In Konsequenz wird auch eine Kostenersparnis bewirkt. Als weiterer Vorteil ist auch zu betonen, dass die Welle im Vergleich zu einem externen Andrückelement viel weniger empfindlich gegenüber Verschmutzungen ist. Schließlich wird auch ein Spiel der einzelnen Komponenten vermieden. Die Eigenschaften der erfindungsgemäßen Walze führen zu einer verlässlichen und zeitlich stabilen Erzeugung einer Anpresskraft.

In verschiedenen Ausführungsformen kann die erfindungsgemäße Walze für ein Fluidauftragungswerk einer Druckmaschine eine zylinderförmige Welle (auch abschnittsweise zylinderförmig mit verschiedenen Durchmessern) oder eine Welle mit wenigstens einem flachen Teil in einem Abschnitt aufweisen. Durch einen oder mehrere flache Abschnitte kann in vorteilhafter Weise das Biegeverhalten der Welle gezielt derart beeinflusst werden, dass eine Direktionalität oder Orientierung einer Biegung erreicht wird. Eine Welle kann auch wenigstens abschnittsweise nicht-zylinderförmig, rechteckig oder polygonal sein.

Des weiteren oder alternativ dazu kann die Welle der Walze für ein Fluidauftragungswerk einer Druckmaschine aus Abschnitten mit verschiedenen Werkstoffen bestehen. Anders ausgedrückt, die Welle kann aus Teilen verschiedener Werkstoffe zusammengesetzt sein.

In einer bevorzugten und vorteilhaften Ausführungsform ist die Figurenlinie der Welle der Walze für ein Fluidauftragungswerk einer Druckmaschine wenigstens entlang eines Abschnitts gekrümmt oder tailliert, insbesondere kann die ganze Figurenlinie gekrümmt verlaufen. Mit anderen Worten, die Welle kann in kräftefreiem Zustand wenigstens abschnittsweise, insbesondere komplett einen gekrümmten Verlauf haben. Die gekrümmte Form der Figurenlinie kann in vorteilhafter Weise derart sein, dass eine Biegung der Figuren bis zu einer Biegelinie mit geradem Verlauf die Erzeugung einer bestimmten Rückstellkraft bewirkt. Die gekrümmte Figurenlinie kann entsprechend vorherbestimmt sein. Diese Biegung von einer wenigstens teilweise gekrümmten Figurenlinie auf eine gerade Biegelinie kann durch den Einbau in die Druckmaschine bewirkt werden. In Konsequenz ist es dann möglich, einfache Kugellager für die drehbare Lagerung des Umfangskörpers auf der Welle zu benutzen.

Bei einer erfindungsgemäßen Walze kann wenigstens ein Zapfen der Welle in einer Lagerung mit einem Mechanismus zur Positionsänderung der Lagerung aufgenommen sein. Die Positionsänderung kann eine Translation oder ein Schwenken um einen Drehpunkt umfassen. Der Mechanismus kann gesteuert und/oder mit einem elektrischen oder pneumatischen Antrieb versehen sein. In bestimmten Ausführungsformen kann die Lagerung einen Block mit Ausnehmung oder ein Kugelgelenk umfasst.

Die Steifheit der Welle wird unter anderem bestimmt durch ihre Form, ihre Länge und Unterteilung in Abschnitte und durch die Eigenschaften des verwendeten Materials. Bevorzugt wird für die Welle ein Stahl mit hoher Elastizitätsgrenze verwendet.

Die Welle der erfindungsgemäßen Walze kann insbesondere behandelten Stahl 42CrMo4, behandelten Stahl 45SiCrMo6 oder behandelten Stahl 51CrV4 aufweisen. Alternativ dazu kann auch ein Carbonfaserverbundwerkstoff eingesetzt werden.

Eine erfindungsgemäße Walze kann in einer Walzengruppe, insbesondere in einem Farbwalzenstuhl, angeordnet sein. Eine erfindungsgemäße Walzengruppe mit wenigstens einer ersten Walze und einer zweiten Walze, wobei die Walzen derart angeordnet sind, dass ihre Mantelflächen aufeinander abrollen, zeichnet sich folglich dadurch aus, dass die erste Walze eine Walze gemäß dieser Darstellung ist. In dieser Konfiguration ist in der Ebene der Biegelinie der Welle der ersten Walze im wesentlichen senkrecht zur Figurenachse der ersten Walze eine Kraft derart durch die elastische Verformung der Welle erzeugbar, dass die Mantelfläche des Umfangskörpers der ersten Walze an die Mantelfläche der zweiten Walze gedrückt wird.

Die Lagerung oder Abstützung der Welle kann durch einfache Blöcke oder Stücke erfolgen, welche die Wellenzapfen umgeben oder umschließen. Der Aufwand zum Anpressen und eine Veränderung der Lage der Rotationsachse des Umfangskörpers der Walze wird alleinig durch die elastische Deformation oder Biegung der Welle der Walze erreicht.

Beispielsweise kann in einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Walze eine zylinderförmige Welle in mit dem Aufbau der Druckmaschine verbundenen Blöcken fixiert werden. Die Wellenzapfen sind damit in Ausnehmungen der Blöcke aufgenommen. Die erfindungsgemäße Walze wird gegen eine weitere kooperierende Walze oder ein kooperierendes Element mittels der durch die Positionierung der Blöcke erzeugten Kraft gedrückt; eine bestimmte Lage der Blöcke und eine bestimmte Orientierung der Ausnehmungen bewirkt eine bestimmte Biegung der Welle. Die Biegelinie muss hinreichend von der kräftefreien Figurenlinie abweichen, damit eine ausreichende Anpresskraft erzeugt und ein Ausgleich von gegebenenfalls vorhandenen Durchmesservariationen ermöglicht wird.

Eine Relativbewegung zwischen den Aufnahmelementen oder der Lagerung und dem Wellenzapfen wird vermieden, so dass ein Verschleiß oder eine Abnutzung durch Reibung der Führungsflächen nicht auftritt.

Die erfindungsgemäße Walze oder die erfindungsgemäße Walzengruppe kann vorteilhaft in einem Fluidauftragungswerk, insbesondere einem Farbwerk oder einem Feuchtwerk (beide Teile eines Druckwerks), eingesetzt werden. Anders gesagt, ein erfindungsgemäßes Fluidauftragungswerk zeichnet sich durch wenigstens eine Walze gemäß dieser Darstellung oder wenigstens eine Walzengruppe gemäß dieser Darstellung aus. Das Fluidauftragungswerk kann Teil einer Druckmaschine sein. Eine erfindungsgemäße Druckmaschine weist wenigstens ein Fluidwerk gemäß dieser Darstellung auf. Die Druckmaschine kann eine bogenverarbeitende oder bahnverarbeitende Maschine sein.

Die Druckmaschine kann insbesondere eine direkte oder indirekte Flachdruckmaschine, eine Offsetdruckmaschine, eine Flexodruckmaschine oder eine Rotationsdruckmaschine sein. Eine bogenverarbeitende Maschine kann einen Anleger, eine Anzahl von Druckwerken (beispielsweise, 4, 6, 8 oder 10), gegebenenfalls ein Veredelungswerk (Lackwerk oder Stanzwerk) und einen Ausleger aufweisen. Eine bahnverarbeitende Maschine kann einen Rollenwechsler, eine Anzahl von Druckeinheiten mit oberen und unteren Druckwerken (beispielsweise 4, 6, 8 oder 10 Druckeinheiten), einen Trockner, eine Kühleinheit und einen Falzapparat aufweisen. Die bahnverarbeitende Maschine kann eine Akzidenzdruckmaschine oder eine Zeitungsdruckmaschine sein. Typische Bedruckstoffe sind Papier, Pappe, Karton, organische Polymerfolie oder Gewebe und dergleichen.

Im Zusammenhang des erfinderischen Gedankens steht auch ein Verfahren zum kontrollierten Anpressen einer ersten Walze an eine zweiten Walze. Dabei sind die Walzen derart angeordnet, dass ihre Mantelflächen aufeinander abrollen. Im Verfahren wird eine Kraft derart erzeugt, dass die Mantelfläche des Umfangskörpers der ersten Walze an die Mantelfläche der zweiten Walze gedrückt wird, indem eine von einer Figurenlinie abweichenden Biegelinie auf die Welle der ersten Walze aufgeprägt wird beziehungsweise auf der Welle eine Biegelinie erzeugt wird, ohne den Umfangskörper der ersten Walze zu verformen.

In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Position wenigstens einer Lagerung eines Zapfens der Welle der ersten Walze variiert, um eine Biegelinie der Welle aufzuprägen oder auf der Welle zu erzeugen.

Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung werden anhand der nachfolgenden Figuren sowie deren Beschreibungen dargestellt. Es zeigt im Einzelnen:

1 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Walze für ein Fluidauftragungswerk in einer Druckmaschine, wobei die Mantelfläche des Umfangskörpers der Walze auf einer weiteren Walze abrollen kann,

2 eine Anzahl von Ausführungsformen von in einer erfindungsgemäßen Walze eingesetzten Wellen, und

3 eine alternative Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Walze, bei welcher die Figurenlinie der Welle gekrümmt ist und durch elastische Verformung eine gerade Biegelinie erreicht wird.

Die 1 zeigt eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Walze 10 für ein Fluidauftragungswerk 34 in einer Druckmaschine 36, wobei die Mantelfläche 16 des Umfangskörpers 14 der Walze 10 auf einer weiteren Walze 30 abrollen kann. Die Mantelfläche 16 trägt eine Elastomerhülse oder Gummihülse. Eine flexible Welle 12 trägt mittels Wälzlager 22 den Umfangskörper drehbar um die Figurenlinie 18 der Welle 12. Die Welle 12 wird bis zu einer Biegelinie 20 verformt, da die Position ihre Wellenzapfen durch Lagerungen 24 in dieser Ausführungsform mit Anschlägen festgelegt (Zwangsbedingung) wird. Die Biegelinie 20 ist durch eine Positionsveränderung 26 der Lagerungen 24 veränderbar oder variierbar. Es entsteht eine Rückstellkraft in der Welle 12 mit dem Bestreben, wieder die kräftefreie Figurenlinie 18 einzunehmen. Die Lage der kräftefreien Figurenlinie 18 ist hierbei näher an der weiteren Walze 30 als die in der 1 eingezeichneten Figurenlinie 18, welche in dieser Ausführungsform gleichzeitig die Symmetrieachse der im wesentlichen rotationssymmetrischen Walze 10 ist. Über die Wälzlager 22 erreicht die durch die Biegung erzeugte, in der in 1 gezeigten Situation auf die weitere Walze 30 hin gerichtete Kraft den starren, relativ steifen Umfangskörper 14, welcher in Konsequenz an die Mantelfläche 32 der weiteren Walze 30 gepresst wird. Der Umfangskörper 14 erfährt eine gleichmäßige Anpressung an die Mantelfläche 32 der weiteren Walze 30.

Die 2 ist eine Darstellung einer Anzahl von Ausführungsformen von in einer erfindungsgemäßen Walze 10 eingesetzten Wellen 12. Im oberen Teil der 2 ist eine zylinderförmige Welle 12 zu sehen, welche in einem mittleren Abschnitt 38 einen zylinderförmigen Teil 40 mit verjüngtem, geringerem Querschnitt aufweist. Der mittlere Abschnitt 38 hat damit eine erhöhte Biegsamkeit gegenüber den Wellenzapfen. Im mittleren Teil der 2 ist eine Welle 12, welche in einem ersten Abschnitt 42 einen zylinderförmigen Teil 40, in einem (mittleren) zweiten Abschnitt 44 einen abgeflachten oder flachen Teil 48 und in einem dritten Abschnitt 46 einen zylinderförmigen Teil 40 aufweist. Der flache Teil 48 im zweiten Abschnitt 44 ist darüber hinaus verbreitert. Mit einer derartigen Ausführung der Welle 12 wird erreicht, dass eine Biegsamkeit nur in eine durch den flachen Teil 48 vorherbestimmte Richtung auftritt. Im unteren Teil der 2 ist eine Welle 12 gezeigt, welche in einem ersten Abschnitt 42 am Wellenzapfen einen flachen Teil 48, in einem (mittleren) zweiten Abschnitt 44 einen zylinderförmigen Teil 40 und in einem dritten Abschnitt 46 am anderen Wellenzapfen einen flachen Teil 48 aufweist. Bei einer derartigen Ausführung der Welle 12 ist der zweite Abschnitt 44 relativ rigid oder starr im Vergleich zu den ersten und zweiten Abschnitten 42, 46. Eine Biegsamkeit steht im wesentlichen nur an den Wellenzapfen zur Verfügung. Eine Verformung einer derartigen Welle 12 führt im wesentlichen nur zu einer Verschiebung der Position des zweiten Abschnitts 44, dieser bleibt im wesentlichen gerade. Diese Situation kann in vorteilhafter Weise dazu genutzt werden, dass mittels starrer Wälzlagern, die auf dem zweiten Abschnitt 44 aufgenommen sind, ein Umfangskörper drehbar gelagert wird.

Die 3 bezieht sich schematisch auf eine alternative, bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Walze 10, bei welcher die Figurenlinie 50 der Welle 12 gekrümmt ist und durch elastische Verformung eine gerade Biegelinie 20 erreicht wird.

Die Welle 12 hat im kräftefreien Zustand eine Figurenlinie 50 mit einem gekrümmten Verlauf und trägt über Wälzlager 22 einen Umfangskörper 14, dessen Mantelfläche 16 mit der Mantelfläche 32 einer weiteren Walze 30 in Kontakt steht und kooperiert. Die Figurenlinie 50 verläuft konvex mit Bezug auf die weitere Walze 30, d.h. im kräftefreien Zustand ist der Abstand der Walzenzapfen zur Achse der weiteren Walze größer als der Abstand des mittleren Abschnitts. Die Wellenzapfen werden in Ausnehmungen von Blöcken 52 aufgenommen, welche als Lagerungen 24 dienen und deren Position durch Drehung verändert werden kann (Positionsveränderung 54), wobei eine Biegung der Welle 12 induziert wird. Die Anordnung der Blöcke 52 ist derart, dass die gekrümmte Figurenlinie 50 zu einer im wesentlichen geraden Biegelinie 20 geformt wird. Es entsteht eine Rückstellkraft welche in Richtung auf die weitere Walze 30 orientiert ist. Mittels der Wälzlager 22 wird dadurch eine Anpresskraft des starren Umfangskörpers 14 der Walze 10 an die Mantelfläche 32 der weiteren Walze 30 bewirkt.

10Walze 12Welle 14Umfangskörper 16Mantelfläche 18Figurenlinie 20Biegelinie 22Wälzlager 24Lagerung 26Positionsveränderung 30weitere Walze 32Mantelfläche der weiteren Walze 34Fluidauftragungswerk 36Druckmaschine 38mittlerer Abschnitt 40zylinderförmiger Teil 42erster Abschnitt 44zweiter Abschnitt 46dritter Abschnitt 48flacher Teil 50gekrümmte Figurenlinie 52Block mit Ausnehmung 54Positionsveränderung durch Drehung

Anspruch[de]
  1. Walze (10) für ein Fluidauftragungswerk (34) einer Druckmaschine (36), mit einer Welle (12), auf welcher drehbar ein Umfangskörper (14) gelagert ist, wobei (12) durch elastische Verformung der Welle eine von einer Figurenlinie (18) der Welle (12) abweichende Biegelinie (20) der Welle (12) erzeugbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass bei elastischer Verformung der Welle (12) der Umfangskörper (14) eine im wesentlichen unveränderte Form aufweist.
  2. Walze (10) für ein Fluidauftragungswerk (34) einer Druckmaschine (36) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (12) zylinderförmig ist oder wenigstens einen flachen Teil (48) aufweist.
  3. Walze (10) für ein Fluidauftragungswerk (34) einer Druckmaschine (36) gemäß Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (12) aus Abschnitten (42, 44, 46) mit verschiedenen Werkstoffen besteht.
  4. Walze (10) für ein Fluidauftragungswerk (34) einer Druckmaschine (36) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Figurenlinie (18, 50) der Welle (12) wenigstens entlang eines Abschnitts (42, 44, 46, 48) gekrümmt ist.
  5. Walze (10) für ein Fluidauftragungswerk (34) einer Druckmaschine (36) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Zapfen der Welle (12) in einer Lagerung (24) mit einem Mechanismus zur Positionsänderung der Lagerung (24) aufgenommen ist.
  6. Walze (10) für ein Fluidauftragungswerk (34) einer Druckmaschine (36) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerung (24) einen Block (52) mit Ausnehmung oder ein Kugelgelenk umfasst.
  7. Walze (10) für ein Fluidauftragungswerk (34) einer Druckmaschine (36) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (12) behandelten Stahl 42CrMo4, behandelten Stahl 45SiCrMo6 oder behandelten Stahl 51CrV4 oder einen Carbonfaserverbundwerkstoff aufweist.
  8. Walzengruppe mit wenigstens einer ersten Walze (10) und einer zweiten Walze (30), wobei die Walzen derart angeordnet sind, dass ihre Mantelflächen (16, 32) aufeinander abrollen, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Walze (10) eine Walze (10) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche ist und dass in der Ebene der Biegelinie (20) der Welle (12) der ersten Walze (10) im wesentlichen senkrecht zur Figurenachse der ersten Walze (10) eine Kraft derart durch die elastische Verformung der Welle (12) erzeugbar ist, dass die Mantelfläche (16) des Umfangskörpers (14) der ersten Walze (10) an die Mantelfläche (32) der zweiten Walze gedrückt wird.
  9. Fluidauftragungswerk (34), gekennzeichnet durch wenigstens eine Walze (10) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 oder wenigstens eine Walzengruppe gemäß Anspruch 8.
  10. Druckmaschine (36), gekennzeichnet durch wenigstens ein Fluidwerk (34) gemäß Anspruch 9.
  11. Verfahren zum kontrollierten Anpressen einer ersten Walze (10) an eine zweiten Walze (30), wobei die Walzen (10, 30) derart angeordnet sind, dass ihre Mantelflächen (16, 32) aufeinander abrollen, wobei eine Kraft derart erzeugt wird, dass die Mantelfläche (16) des Umfangskörpers (14) der ersten Walze (10) an die Mantelfläche (32) der zweiten Walze (30) gedrückt wird, gekennzeichnet durch Erzeugen einer von einer Figurenlinie (18) abweichenden Biegelinie (20) auf der Welle (12) der ersten Walze (10), ohne den Umfangskörper (14) der ersten Walze (10) zu verformen.
  12. Verfahren zum kontrollierten Anpressen einer ersten Walze (10) an eine zweiten Walze (30) gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zum Erzeugen der Biegelinie (20) die Position wenigstens einer Lagerung (24) eines Zapfens der Welle (12) der ersten Walze (10) variiert wird.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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