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Dokumentenidentifikation DE69916108T2 20.01.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001139730
Titel VERFAHREN ZUM KOMMERZIELLEN ZÜCHTEN VON EURO-ASIATISCHEM ZANDER
Anmelder Östgös AB, Östra Ryd, SE
Erfinder WASTESON, Christer, S-614 96 Östra Ryd, SE
Vertreter Luderschmidt, Schüler & Partner, 65189 Wiesbaden
DE-Aktenzeichen 69916108
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 21.12.1999
EP-Aktenzeichen 999656697
WO-Anmeldetag 21.12.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/SE99/02434
WO-Veröffentlichungsnummer 0000036908
WO-Veröffentlichungsdatum 29.06.2000
EP-Offenlegungsdatum 10.10.2001
EP date of grant 31.03.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.01.2005
IPC-Hauptklasse A01K 61/02

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren für die kommerzielle Züchtung des Euro Asiatischen Zanders, Stitzostedion lucioperca, wie im Oberbegriff von Anspruch 1 ausgeführt.

Eine Reihe von Fischarten, wie beispielsweise die Regenbogenforelle, werden heutzutage kommerziell von einer großen Anzahl von Fischzüchtern gezüchtet.

All diesen Fischarten ist es gemein, dass sie mit Trockenfutter gezüchtet werden können.

Der Euro-Asiatische Zander (Stitzostedion lucioperca) ist ein Raubfisch, welcher als Jungbrut normalerweise Plankton und Insektenlarven frisst, später als Jungfisch dazu übergeht, Fischlarven und Crustacen zu fressen, später als ausgewachsener Fisch sich jedoch nur noch von Fisch ernährt. Die kommerzielle Zucht des Euro Asiatischen Zanders ist zur Zeit nicht möglich, da der Zander ein Raubfisch ist, welcher zur Zucht mit Lebendnahrung gefüttert werden müsste. Die Zucht würde zusätzlich noch dadurch verkompliziert, dass die gezüchteten Fische, sich, wenn sie nicht strikt nach Größe sortiert werden, gegenseitig auffressen würden. Die Aufzucht von Lebendnahrung in solchen Mengen, dass sie für die kommerzielle Fischzucht verwendet werden könnte, ist sowohl kompliziert, Resourcen verschwendend und sehr teuer, und dies ist der Grund, warum zur Zeit eine solche Zucht nicht versucht wird. Bisher wird die Zucht nur durchgeführt mit dem Ziel der Freisetzung der Fische, wonach die Fische dann in Freiheit in den Gewässern aufwachsen, in welche sie freigesetzt wurden.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher ein Verfahren des Typs, wie er im einleitenden Teil beschrieben wurde, zu entwickeln, welches die kommerzielle Zucht des Euro-Asiatischen Zanders (Stitzostedion lucioperca) ermöglicht. Diese Aufgabe wurde gelöst durch ein Verfahren wie es in Anspruch 1 ausgeführt ist.

Bevorzugte Ausführungsbeispiele des Verfahrens besitzen irgendeines oder einige der Merkmale, wie sie in den untergeordneten Ansprüchen ausgeführt sind.

Das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung erlaubt es den Zandern die Energie aufzunehmen, die in nicht-lebenden Futtermitteln mit geringem Kaloriengehalt vorliegt. Bei Anwendung dieser Methode kann sich der Zander unter Verwendung von Trockenfutter als alleinige Nahrungsquelle von einem bestimmten Larvenstadium zur Jungbrut und dann zum völlig ausgewachsenen Fisch entwickeln. Auf diese Art ist die kommerzielle Fischzucht in re-zirkulierenden Systemen oder Käfigen möglich.

Die Erfidung wird im folgenden detaillierter am Beispiel einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung und unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung, welche ein Systemdiagramm des Zuchtverfahrens nach vorliegender Erfindung zeigt, beschrieben.

Die in dem Systemdiagramm gezeigte Zuchtmethode besteht aus einem Verfahren, das Verdauungssystem des Zanders dazu zu bringen, durch enzymatisches Öffnen des Darmes im Larvenstadium Trockenfutter zu akzeptieren. Im Jungbrutstadium und im Erwachsenenstadium fährt der Zander damit fort, Trockenfuttermittel aufzunehmen und wächst in der Fischfarm auf dieselbe Art wie Fische der Lachsfamilie. Aufgrund dieser Behandlung während des Lavalstadiums verliert der Zander auch einen Großteil seines natürlichen Jagdinstinktes, so dass er in Aquakultur unter Verwendung von Trockenfuttermittel als alleinige Nahrungsquelle gezüchtet werden kann, ohne dass die Fische beginnen, sich gegenseitig aufzufressen.

Das Verfahren nach vorliegender Erfindung wird ausgeführt, indem zunächst ein Medium, bestehend aus Rotifera und Cladocera, zusammen mit Copepoda in einem Schlupf- und Larventank hergestellt wird. Parallel dazu werden die befruchteten Eier in wässrigem Nebel unter etwa 110 Tagesgeraden entwickelt, bis sie fertig zum Schlüpfen sind. Bevor die gereiften Eier in das Zucht- und Larvengefäß überführt werden, werden die darin befindlichen Cladocera und Copepoda in bekannter Weise durch Zusatz von organischer Phosphorsäure (lg/m3 Wasser) eliminiert. Dieses Eliminieren wird durchgeführt, um das Wachstum der Rotiferen zu beschleunigen. Vor dem Schlüpfen wird die Menge der Rotiferen in dem Wasser des Zucht- und Larvengefäßes überprüft. Die Menge an Rotiferen muss vorzugsweise zwischen 0,5–2 ml Biomasse pro 100 Liter Wasser liegen, wenn die reifen Eier in den Zucht- und Larventank freigesetzt werden.

Die reifen Eier werden dann in den Zucht- und Larventank überführt, worauf nach dem Schlüpfen die Larven sich zunächst von Ihrem Dottersack ernähren, bevor sie möglicherweise beginnen, Rotiferen zu fressen. Es werden nun etwa 2 ml Biomasse, zusammengesetzt aus Cladocera und Copepoda zu dem Zucht- und Larventank hinzugefügt, um für den letzten Teil der enzymatischen Aktivität entwickelt zu werden. Während der ersten Phase, welche etwa 10 Tage dauert, sollte die Temperatur des Tanks vorzugsweise bei etwa 22°C liegen. Gegen Ende der 10 Tage werden die Cladocera und Copepoda in dem Brut- und Larventank gewachsen sein und liegen nun in einer genügenden Menge für den Zander vor, welcher nun dazu übergehen wird, diese zu fressen. Während dieser Zeit wird die enzymatische Aktivität im Verdauungssystem der Larve initiiert. Die enzymatische Aktivität wird weitere 20 Tage bei der selben Tanktemperatur fortgeführt, d. h. bei etwa 22°C Die Zander verlassen nun das Larvenstadium und betreten das Brutstadium. Sobald die Brut eine Länge von etwa 25–35 mm erreicht hat, werden sie in eine Reihe von Größen einsortiert, etwa 2–3 Gruppen, um die Konkurrenz zwischen diesen zu reduzieren.

Ab diesem Stadium muss ein periodisches Baden der Fischbrut in Wasser mit einem Salzgehalt von mindestens 0,6% für etwa 5 Minuten im Abstand von 5 Tagen durchgeführt werden, um Parasiten und Pilzbefall abzuwehren.

Nach diesen vorläufigen Stadien wird die 25–35 mm lange Fischbrut, in Gruppen sortiert und nach dem wie oben beschrieben durchgeführten Salzbad, in Aufzuchttanks überführt, die einen maximalen Salzgehalt von 0,5% aufweisen. Das Enzym und der biologische Prozess von Rotifera und Cladocera und Copepoda hat nun den Verdauungsapparat der Fischbrut darauf vorbereitet, Energie aus Trockenfutter assimilieren zu können. Die Gewöhnung beginnt nun mit einem geeigneten Trockenfutter, welches einen freischwebenden Charakter und einen Futtermitteldurchmesser von etwa 1 mm aufweist.

Das periodische Baden für 5 Minuten in Wasser mit einem Salzgehalt von 0,6% muß an jedem 5. Tag weiterhin durchgeführt werden bis etwa 60 Tage nach Schlupf. Während dieser Zeit werden eventuelle Raubfische ebenfalls aussortiert.

Hiernach kann ein wiederholtes Sortieren nach Größe durchgeführt werden, wenn es erforderlich ist, und die Fische können dann auf weitere Zuchttanks für das Wachstum aufgeteilt werden.

Etwa 60 Tage nach dem Schlupfdatum wird die Temperatur in den Aufzuchttanks stufenweise bis auf etwa 28°C erhöht, wonach kontinuierliches Wachstums auftritt, und wonach die Jungfische sich aus Fischbrut in Fische verwandeln. Wenn die Fische ein Besatzfischstadium mit einer Länge von etwa 150 mm erreicht habe, können Sie in Aufzuchtskäfige oder in eine re-zirkulierende Fischfarm zur Fortsetzung des Wachstums überführt werden.

Das Wachstum erfolgt dann unter kontrollierter Gabe von Trockenfuttermitteln, und der Fisch kann nach Bedarf in größere Tankanlagen oder Gefäße überführt werden. Aus Experimenten ist klar geworden, dass die Wachstumsrate weiter durch Kontrolle von Temperatur und Licht während der Wachstumsperiode erhöht werden kann. Zwischen 12 und 24 Monaten nach dem Besatzfischstadium hat der Fisch die Schlachtgröße erreicht, abhängig von der Zuchtmethode. Wenn der Fisch in ein re-zirkulierendes System mit einer Wassertemperatur in der Größenordnung von 25–28°C überführt und darin gezüchtet wurde, wird die Schlachtgröße nach nur 12 Monaten erreicht. Wenn der Fisch in Käfige überführt und darin gezüchtet wurde, wird die Wachstumsrate von der Temperatur der Gewässer abhängen, in welche die Käfige platziert werden, wobei es sich dabei meistens um Wassertemperaturen von weniger als 20°C handelt, so dass der Fisch das Schlachtgewicht erst nach etwa 24 Monaten erreicht. Der Fisch kann dann geschlachtet und auf üblichen Wegen vermarktet werden.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Zucht von Euro-Asiatischem Zander, Stitzostedion lucioperca, dadurch gekennzeichnet, dass das Verdauungssystem des Zanders dazu gebracht wird, die Energie in einem Trockenfuttermittel zu verwerten, wobei der reife, befruchtete Zanderlaich in einen Bruttank verbracht wird, welcher Rotifera enthält, und worin die Schlupf stattfindet, wonach eine geringere Menge von Cladocera und Copepoda in den Bruttank überführt wird, und die Zanderbrut sich in dem Bruttank zunächst von Rotiferen und dann von Cladoceren und Copepoden ernährt, bis die Zanderlarven das Larvenstadium verlassen und das Fischbrutstadium erreichen und eine Länge von etwa 25–35 mm erreicht haben, wonach die Brut in einen Zuchttank überführt wird, und die Gewöhnung an Trockenfuttermittel begonnen wird, wonach die Zucht bis einem Stadium durchgeführt wird, indem der Fisch reif zum Schlachten ist, wobei Trockenfuttermittel als alleinige Nahrungsquelle für den Fisch verwendet werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Menge der Rotiferen in dem Bruttank zunächst bei etwa 0,5–2 ml Biomasse pro 100 Liter Wasser gehalten wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Cladocera und Copepoda zunächst zu dem Bruttank in einer Menge von etwa 2 ml Biomasse zugefügt werden.
  4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur in den Bruttank bei 22 Grad C gehalten wird.
  5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur in dem Zuchttank anfänglich bei etwa 22 Grad C gehalten wird, bevor die stufenweise auf etwa 28 Grad C etwa 60 Tage nach dem Schlupf erhöht wird.
  6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein periodisches 5-minütiges Bad der Zander in einer Salzlösung mit einem Salzgehalt von 0,6% an jedem 5. Tag für etwa 60 Tage nach dem Schlupf durchgeführt wird.
  7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wasser in dem Zuchttank einen Salzgehalt von nicht mehr als 0,5 % besitzt.
  8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass etwaige Raubfische aussortiert werden, insbesondere vor dem Transfer in den Zuchttank.
  9. Verfahren nach einen der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Transfer der Zuchttank die Zanderbrut entsprechend Ihrer Größe sortiert wird, und Brut einer gleichmäßigen Größe in getrennte Aufzuchtstanks für die Fortsetzung des Wachstums überführt werden.
  10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein 5-minütiges Baden der Zander in einer Salzlösung mit einem Salzgehalt von 0,6% in Verbindung mit dem Transfer in den Aufzuchtstank durchgeführt wird.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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