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Dokumentenidentifikation DE19903433B4 27.01.2005
Titel Innenrückspiegelanordnung für ein Kraftfahrzeug
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Feichtmaier, Günther, 85053 Ingolstadt, DE;
Rakus, Hagen, 85055 Ingolstadt, DE
DE-Anmeldedatum 29.01.1999
DE-Aktenzeichen 19903433
Offenlegungstag 24.08.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.01.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.01.2005
IPC-Hauptklasse B60R 1/04

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Innenrückspiegelanordnung für ein Kraftfahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, wie sie aus der US 5,576,898 A bekannt ist.

Die Mehrzahl der Personenkraftfahrzeuge weisen einen Innenrückspiegel auf. Über den Innenrückspiegel erhält der Fahrer eines Kraftfahrzeuges ein Abbild des rückwärtigen Fahrzeugbereichs und er kann so u.a. den nachfolgenden Verkehr beobachten.

Neben Objekten die hinter dem Fahrzeug angeordnet sind, werden auch Gegenstände aus dem Fahrzeuginnenraum über den Innenspiegel abgebildet. In der Regel erfolgt deren Abbildung direkt, d.h. die vom Objekt ausgehenden Lichtstrahlen werden ohne weitere Ablenkung am Innenrückspiegel reflektiert und treffen so den Beobachter (Fahrer).

Es besteht aber auch die Möglichkeit einer indirekten Abbildung, d.h. über eine Reflexion an der Heckscheibe des Fahrzeuges. Befindet sich z.B. auf dem Rücksitz des Fahrzeuges ein heller Gegenstand oder ist der Rücksitz selbst in einem hellen Farbton gehalten, so wird dieser Gegenstand bzw. der Rücksitz an der Heckscheibe reflektiert und trifft je nach Einstellung des Innenrückspiegels das Auge des Fahrers. Derartige Abbildungen von an der Heckscheibe reflektierten Gegenständen sind zwar in ihrer Intensität abgeschwächt für den Betrachter, aber trotzdem äußerst störend, da sie dem normalen Abbild des rückwärtigen Fahrzeugbereichs überlagert sind. Dies kann zu einer Fehleinschätzung des nachfolgenden Verkehrs führen mit einer damit verbundenen Verkehrsgefährdung. Ein klares unbeeinträchtigtes Abbild des nachfolgenden Verkehrs ist wesentlich für die Verkehrssicherheit.

Es sind bereits Innenrückspiegel bekannt, die eine automatische Abdunkelung bei Nachtfahrten erlauben, um z.B. eine Blendung durch nachfolgende Fahrzeuge zu vermeiden. Mit Hilfe derartiger Vorrichtungen kann nur das gesamte Spiegelbild (Abbild) abgedunkelt werden. Störende Reflexe bei Tage können mit einer derartigen Vorrichtung nicht gezielt ausgeblendet werden.

Weiterhin ist aus der EP 0 555 671 A1 ein Rückspiegel mit einer Polarisationseinrichtung bekannt.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Innenrückspiegelanordnung für ein Kraftfahrzeug zu schaffen, die die oben genannten Nachteile nicht aufweist, der insbesondere die Abbildung von Reflexen weitgehend vermeidet und die einfach und kostengünstig herstellbar ist.

Gelöst wird diese Aufgabe durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Die wesentliche Idee der Erfindung besteht darin, bei einer Innenrückspiegelanordnung für ein Kraftfahrzeug, bestehend aus einem Innenrückspiegel und einer im Fahrzeugheckbereich angeordneten transparenten Fläche über die ein Lichtstrahl abgebildet wird, den Innenrückspiegel mit einer Polarisationseinrichtung zu versehen, um dadurch einen gewissen Anteil des reflektierten Lichtstrahls, der eine bestimmte Polarisationsrichtung aufweist auszufiltern.

Nachfolgend ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Die einzig dargestellte Figur zeigt eine Innenrückspiegelanordnung 100 für ein Kraftfahrzeug in schematischer Darstellung mit einem Innenrückspiegel 1, der an einer Frontscheibe 10 eines nicht näher dargestellten Kraftfahrzeuges befestigt ist und einer im Fahrzeugheckbereich angeordneten transparenten Fläche 2. Auf einem Rücksitz 20 des Kraftfahrzeuges ist ein heller Gegenstand 30 dargestellt. Von diesem hellen Gegenstand 30 geht ein Lichtstrahl L aus, der an der transparenten Fläche 2 (Heckscheibe) reflektiert wird und über den Innenrückspiegel 1 zum Auge 5 eines Fahrers abgebildet wird.

Neben einer Heckscheibe 2 als transparente Fläche im Fahrzeugheckbereich ist auch ein transparentes Windschott denkbar. Ein derartiges Windschott steht in der Regel etwas steiler zur Fahrzeugebene, so daß weniger Gegenstände auf dem Rücksitz sondern eher der Rückenbereich von Fahrer- bzw. Beifahrersitz über Reflexionen abgebildet werden.

Der Innenrückspiegel 1 ist mit einer Polarisationsfolie 3 als Polarisationseinrichtung versehen. Die Polarisationsrichtung P dieser Polarisationsfolie 3 verläuft im wesentlichen parallel zur Fahrzeughochrichtung d.h. in der Zeichenebene liegend. Lichtstrahlen, die senkrecht zur Zeichenebene (Einfallsebene) polarisiert sind, werden herausgefiltert. Lichtstrahlen die in der Zeichenebene polarisiert sind, werden von der Polarisationsfolie 3 bevorzugt durchgelassen.

Nachfolgend ist die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Innenrückspiegels 1 anhand eines Kraftfahrzeuges mit einer Heckscheibe 2 näher erläutert. Entsprechendes gilt für ein Fahrzeug mit Windschott.

Vom Gegenstand 30 geht ein unpolarisierter Lichtstrahl aus, der im Punkt A die Heckscheibe unter einem Winkel &agr; trifft. Der Einfallswinkel &agr; wird relativ zum Lot auf die reflektierende Fläche bestimmt. Ein gewisser Anteil des Lichtstrahls L wird an der Heckscheibe 2 reflektiert. Dieser Anteil ist mit L1 bezeichnet. Ein weiterer Anteil des Lichtstrahles L, der im folgenden nicht von Interesse ist, wird an der Heckscheibe transmittiert.

Nach den bekannten Reflexionsgesetzen an transparenten Grenzflächen ist der Lichtstrahl L1 zumindest teilweise polarisiert, mit einer Hauptpolarisationsrichtung, die senkrecht auf die Einfallsebene E, die durch die Lichtstrahlen L und L1 aufgespannt wird, verläuft.

Trifft der Lichtstrahl L unter dem Brewster-Winkel auf die Heckscheibe 2 so ist der reflektierte Lichtstrahl vollständig in dieser Hauptpolarisationsrichtung polarisiert.

Dadurch daß der Rückspiegel 1 eine Polarisationsfolie 3 aufweist, deren Polarisationsrichtung P parallel zur Zeichenebene d.h. im wesentlichen parallel zur Fahrzeughochrichtung verläuft, wird der Lichtstrahl L1 bei der Abbildung am Innenrückspiegel erheblich geschwächt und nur ein geringer Anteil L2 trifft das Auge 5 des Fahrers. Lichtstrahlen von Objekten hinter der Heckscheibe 2, die auch nach dem Durchtritt durch die Heckscheibe 2 noch im wesentlichen unpolarisiert sind, werden durch die Polarisationsfolie 3 weniger stark abgeschwächt.

Bei Verwendung einer Antireflexbeschichtung auf der zum Fahrzeuginnenraum hin zeigenden Seite der Heckscheibe 2 wird der Polarisationsgrad von an der Heckscheibe 2 reflektierten Lichtstrahlen noch weiter erhöht. Je stärker der Lichtstrahl L1 in der oben beschriebenen Hauptpolarisationsrichtung polarisiert ist, desto größer ist der Effekt der Abschwächung durch die Polarisationsfolie 3.

Ein zusätzlicher Vorteil den die erfindungsgemäße Innenrückspiegelanordnung 100 bietet, ist die Abschwächung von Doppelbildern. Derartige Doppelbilder entstehen, bei der Transmission von Lichtstrahlen durch gekrümmte Flächen, wie zum Beispiel bei einer stark gekrümmten Heckscheibe, hierbei spielen Mehrfachreflexionen im Innern der transparenten Fläche eine wesentliche Rolle. Aufgrund dieser Mehrfachreflexionen sind die Lichtstrahlen, die die Doppelbilder erzeugen, stärker polarisiert als direkt durch die transparente Fläche durchtretende Lichtstrahlen. Somit werden durch den erfindungsgemäßen Innenrückspiegel 1 Doppelbilder verhältnismäßig mehr abgeschwächt als das direkte Bild. Auch bei Doppelbildern hat es sich gezeigt, daß an Antireflexbeschichtungen auf der Innen- bzw. Außenseite der Heckscheibe 2 den Polarisationsgrad dieser Doppelbilder noch verstärken. Wie bereits erwähnt ist der Effekt der Lichtabschwächung durch die Polarisationsfolie 3 um so stärker ausgeprägt, je stärker der Lichtstrahl senkrecht zur seiner Polarisationsrichtung P polarisier ist, wenn er den Innenrückspiegel 1 trifft.

Denkbar ist auch neben einer Polarisationsfolie 3 als Polarisationseinrichtung, eine an sich bekannte elektrooptische Polarisationseinrichtung zu verwenden. Hierbei läßt sich der Polarisationsgrad leicht variieren und so der Umgebungshelligkeit anpassen. Bei einer geringen Außenhelligkeit sind die Reflexe weniger störend und gleichzeitig sollte das Licht von interessierenden Objekten hinter dem Fahrzeug nicht unnötig abgeschwächt werden.

Durch die erfindungsgemäße Innenrückspiegelanordnung 100 werden einerseits störende Reflexe die von Gegenständen im Fahrzeuginnenraum herrühren, sowie störende Doppelbilder die beim Lichtdurchtritt durch die gekrümmte Heckscheibe entstehen weitgehend vermieden.


Anspruch[de]
  1. Innenrückspiegelanordnung für ein Kraftfahrzeug, bestehend aus einem Innenrückspiegel und einer im Fahrzeugheckbereich angeordneten transparenten Fläche über die ein Lichtstrahl abgebildet wird, dessen Einfallsebene an der transparenten Fläche annährend senkrecht zur Fahrzeugebene steht, dadurch gekennzeichnet, daß der Innenrückspiegel eine Polarisationseinrichtung aufweist, deren Polarisationsrichtung P annährend parallel zur Fahrzeughochrichtung liegt, um den senkrecht zur Einfallsebene polarisierten Anteil des reflektierten Lichtstrahls L1 abzuschwächen.
  2. Innenrückspiegel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die transparente Fläche 2 eine Heckscheibe ist.
  3. Innenrückspiegel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die transparente Fläche 2 ein Windschott ist.
  4. Innenrückspiegel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Polarisationseinrichtung als Polarisationsfolie 3 ausgebildet ist.
  5. Innenrückspiegel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1–3, dadurch gekennzeichnet, daß die Polarisationseinrichtung als Antireflexbeschichtung ausgebildet.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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