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Dokumentenidentifikation DE202004015999U1 03.02.2005
Titel Haltevorrichtung für Piano- und Flügelhämmer
Anmelder Frassek, Rudolf, 21033 Hamburg, DE
Vertreter Glawe, Delfs, Moll, Patentanwälte, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202004015999
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 03.02.2005
Registration date 30.12.2004
Application date from patent application 15.10.2004
IPC-Hauptklasse G10C 3/18

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Haltevorrichtung für Piano- und Flügelhämmer, die im folgenden als auch Klavierhämmer bezeichnet werden.

Klavierhämmer weisen einen Hammerkern auf, in den ein Hammerstiel eingeleimt wird mit dem sie in die Hammernuss eingeleimt, mit Hilfe dessen sie durch Tastenbetätigung an die Saiten angeschlagen werden. Sie weisen weiter in dem Bereich, der an den Saiten anschlagen soll, einen Filzbelag auf. Dieser Filzbelag ist zunächst durch das Aufschneiden uneben und muss von Hand mit entsprechenden Schleifwerkzeugen abgezogen werden. Bei dieser Arbeit werden die Klavierhämmer von Hand gehalten. Dies gilt nicht nur für Hämmer für Klaviere, sondern auch für Flügel und ähnliche Tasteninstrumente. Wenn hier von Klavierhämmern die Rede ist, so sind damit auch die Hämmer solcher Instrumente gemeint und erfasst (z. B. historische Tasten-Instrumente).

Die Hämmer zum Abziehen der Filzbeläge von Hand zu halten ist nicht nur mühselig. Es ist auch schwierig, die Hämmer in unveränderter Lage festzuhalten, sodass eine Seite der 4–6 Hämmer mehr, die andere weniger abgezogen wird es dann schwierig ist, gleichmäßige Oberflächen der Filzbeläge auszugleichen – (Man hält 4–6 Stück beim Abziehen von neuen bzw. gebrauchten Hämmern bei Reparaturen).

Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Schaffung einer Haltevorrichtung für Klavierhämmer, in der die Klavierhämmer zur genannten Bearbeitung zuverlässig gehalten werden können.

Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, dass die Haltevorrichtung zwei längliche scharnierartig verbundene Hauptteile mit je einer zum anderen Hauptteil gerichteten Nut an einer Längsseite, die zusammen im zusammengefügten Zustand der Hauptteile eine länglichen Ausnehmung bilden, Verbindungsglieder zum starren Verbinden der beiden Hauptteile, in die Ausnehmung einsetzbare Abstandshalter, zwischen denen die Hammerkerne anzuordnen sind, ein stangenförmiges Element zum Aufreihen der Abstandhalter und eine Kurbel zum Ausüben einer in Längsrichtung der Haltevorrichtung auf die Hammerkerne wirkenden Druckkraft aufweist.

Die Haltevorrichtung ist also eine längliche Vorrichtung mit zwei Hauptteilen, die scharnierartig miteinander verbunden und auseinander geklappt werden können. An einer Längsseite weisen die Hauptteile jeweils eine Nut auf, da im zusammengeklappten Zustand der Hauptteile eine längliche Ausnehmung bilden. In diese längliche Ausnehmung sollen dann die Hammerkerne, mit denen die Hämmer später am Mechanismus befestigt werden, eingeführt werden. Es sind zwischen den Hammerkernen noch Abstandshalter vorgesehen, so dass die Hämmer nicht genau aneinander liegen, sondern zwischen sich Zwischenräume aufweisen ca. 2m/m. Zwischen jeweils zwei Abstandshaltern wird ein Hammerkern angeordnet. Durch ein stangenförmiges Element werden die Abstandshalter aufgereiht und in dieser Stellung zusammengehalten. Die Anordnung wird dann durch die Verbindungsglieder zusammengehalten, durch die die beiden Hauptteile starr miteinander verbunden werden. Durch die Kurbel wird dann in Längsrichtung der Haltevorrichtung auf die Hammerkerne (und die Abstandshalter) eine Druckkraft ausgeübt, die die Hammerkerne und damit die Hämmer festhält, so dass diese in Längsrichtung festgehalten werden. In Querrichtung werden sie aufgrund der Tatsache festgehalten, dass die beiden Hauptteile durch die Verbindungsglieder zusammengedrückt werden. Es versteht sich, das die Ausnehmung dann den Querschnitt der Hammerkerne haben muss. Bei Klavieren haben die Hammerkerne rechteckigen Querschnitt, sodass die Ausnehmung rechteckigen Querschnitt haben wird. Für Flügel haben die Hammerkerne geschwungenen Enden-(Schwänze), sodass die Ausnehmung dann ebenfalls einen entsprechenden freien Platz haben muss.

Zweckmäßigerweise sind die Verbindungsglieder Schrauben. Durch diese Schrauben kann dann eine sehr große Kraft in Querrichtung ausgeübt werden, so dass die Kerne zuverlässig festgehalten werden. Es kann aber auch vorgesehen werden, damit die Hämmer schneller ausgewechselt werden können, dass sie auch im durch die Schrauben gespannten Zustand der Vorrichtung ein geringes Spiel in Querrichtung haben.

Die Abstandshalter weisen vorteilhafterweise einen länglichen Teil zum Aufnehmen des stangenförmigen Elements und eine davon abstehende Platte auf, die im zusammengesetzten Zustand zwischen den Hammerkernen angeordnet ist.

Die Abstandhalter dienen dem Zweck, dass beim Filzabziehen an den Rändern Fusseln entstehen, die dann noch im Halter bequem entfernt werden können, was beim Handschleifen einzeln gemacht werden muss. Die Haltevorrichtung wird normalerweise die Länge haben, die für eine Partie, Bass, Mittellage oder Diskant von Klavierhämmern erforderlich ist. Falls weniger Klavierhammer vorhanden sind, können längliche Einsetzelemente zum Ausfüllen der Ausnehmung vorgesehen sein. Die Druckkraft der Kurbel wirkt dann auf das oder die Einsetzelemente und weiter indirekt auf die Hammerkerne.

Zweckmäßigerweise sind die Abstandshalter aus Kunststoff. Die Einsetzelemente sind zweckmäßigerweise aus Metall, und viereckig auf der viereckigen Stahl-Stange. Es hat auch den Vorteil (viereckig) das diese nicht "kippen" (herumschlackern, nach vorn und hinten) damit sie sich auch bei großen Druckkräften nicht verbiegen. Insbesondere sind die Einsetzelemente zweckmäßigerweise aus Stahl.

Wenn die Kurbel abnehmbar ist, ist die erfindungsgemäße Vorrichtung leichter zu handhaben. Sie kann dann auch zum Festziehen der Schrauben der beiden Hauptteile verwendet werden. Das Gerät hat an beiden Seiten links und rechts eine 6 m/m Bohrung, was sich dann in der Hobelbank einspannen lässt. Die in die Hobelbank-Eisen eingefügten, etwa 2 cm lange "Drähte" die in die Löcher der Vorrichtung eingefügt werden, -(fest oder) locker eingespannt, erlauben es die Vorrichtung beliebig zu drehen.

Zweckmäßigerweise sind die Schrauben, mit denen die beiden Hauptteile zusammengehalten werden, versenkt, da man sich dann beim Bearbeiten der Filzbeläge nicht daran stoßen und verletzen kann. Auch sonstige Schrauben, die für die Haltevorrichtung vorgesehen sind, sind zweckmäßigerweise versenkt.

Die Erfindung wird im Folgenden an Hand einer vorteilhaften Ausführungsform unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:

1 die erfindungsgemäße Vorrichtung von vorne, teilweise im Querschnitt;

2 eine Draufsicht auf die Vorrichtung in Richtung des Pfeils X von 1;

3 einen Querschnitt entlang der Linie A–A der Vorrichtung von 1; und

4 Ansichten der Abstandshalter.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist zwei längliche Hauptteile 1 auf, die durch ein Scharnier 2 verbunden ist, dessen Teile mit versenkten Schrauben 3 am entsprechenden Hauptteil 1 befestigt sind. Der zusammengeklappten in den Figuren gezeigten Stellung schließen die beiden Hauptteile 1 eine Ausnehmung 4 ein, in die die Hammerkerne 5 eingesetzt werden sollen. Mit 6 sind die zu bearbeitenden Filzbeläge bezeichnet. Zwischen den Hammerkernen 5 sind Abstandshalter 7 vorgesehen, die in 4 im Detail dargestellt sind. Diese weisen einen länglichen Teil 8 mit einer Bohrung 9 und eine Platte 10 auf, die zwischen den Hammerkernen 5 anzuordnen ist. In die Bohrung 9 der Abstandshalter 7 ist eine längliche Stange 11 eingeschoben, die in der 1 von links her in die Vorrichtung und die Bohrungen 9 eingeschoben werden kann, um die Abstandshalter 7 aufzureihen. Wenn die Klavierhämmer 5, 6, die Abstandshalter 7 und das stangenförmige Element 11 eingesetzt sind, können die beiden Hauptteile 1 mit Hilfe von Schrauben 12 aneinander gepresst werden, um so die Hammerkerne 5 in Querrichtung einzuspannen. Dieses Pressen in Querrichtung ist aber nicht unbedingt erforderlich. Die Ausnehmung 4 kann in ihrer Breite so gewählt werden, dass die Hammerkerne nur wenig Spiel in Querrichtung haben. Sie werden dann durch die Druckkraft in Längsrichtung ausreichend fixiert, können aber nach Lösen dieser in Längsrichtung wirkenden Druckkraft leicht ausgewechselt werden, ohne das die beiden Hauptteile 1 durch Lösen der Schrauben 12 voneinander getrennt werden müssen. Die Schrauben 12 werden dabei durch Muttern 13 festgezogen, wobei noch Unterlegscheiben 14 vorgesehen sein können. Auf der rechten Seite in 1 ist in einem Block 15 mit einem Innengewinde eine Kurbel 16 mit ihrer daran befindlichen Gewindestange 17 eingesetzt. Durch Drehen an der Kurbel 16 kann ein Druckelement 18 gegen die Reihe von Hammerkernen 5 und Abstandshaltern 7 gedrückt werden, um so auch in Längsrichtung eine Einspannung zu bewirken. Die Abstandhalter sollen leicht zu bewegen sein, sie haben nichts zu halten außer Abstand. Falls nicht genügend Hämmer 5, 6 in der Vorrichtung angeordnet sind, kann der verbleibende Leerraum mit einem oder mehreren in den Figuren nicht gezeigten Einsetzelementen unterbrückt werden, die vorzugsweise aus Stahl sind. Ein Satz kann Längen von 1 × 20 cm, 1 × 10 cm, und 1 × 5 cm haben. Die Vorrichtung ist vorzugsweise 50 cm lang. Die Diskont-Hämmer oben, -13 Stück- eine Oktave können dann separat behandelt werden. Oft sind diese aus einem feinhaarigerem Filz als die anderen.

Ergänzend sollte vielleicht noch hinzugefügt werden, dass Bass, Mittellage und Diskant ungefähr 30 Hämmer aufweisen. Manche Instrumente haben auch im Bass nur 26, dagegen andere manchmal 32 bis 34 Hämmer. Dies gilt genauso für die Mittellage und den Diskant. Im allgemeinen haben Hämmer die Breite von 10 mm. Die Breite ist aber zum Teil auch geringer, z. B. bei Kleinklavieren. Basshämmer haben einen Abstand von 14 mm, Mittellage und Diskant von 13 mm. Die etwas breiteren Abstände der Basshämmer beruhen darauf, dass diese einen sehr schrägen Winkel haben, so dass sie mehr Platz auf dem Weg zur Seite haben müssen. Die Vorrichtung muss so ausgebildet sein, dass auch Hammerkerne von 9,5 mm oder 9,0 mm aufgenommen und zuverlässig festgehalten werden können.


Anspruch[de]
  1. Haltevorrichtung für Piano- und Flügelhämmer, dadurch gekennzeichnet, dass sie zwei längliche scharnierartig verbundene Hauptteile (1) mit je einer zum anderen Hauptteil (1) gerichteten Nut an einer Längsseite, die zusammen im zusammengefügten Zustand der Hauptteile (1) eine längliche Ausnehmung (4) bilden, Verbindungsglieder (12, 13, 14) zum starren Verbinden der beiden Hauptteile (1), in die Ausnehmung (4) einsetzbare Abstandshalter (7), zwischen denen die Hammerkerne (5) anzuordnen sind, ein stangenförmiges Element (11) zum Aufreihen der Abstandshalter (7) und eine Kurbel (16) zum Ausüben einer in Längsrichtung der Haltevorrichtung auf die Hammerkerne (5) wirkenden Druckkraft aufweist.
  2. Haltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsglieder (12, 13, 14) Schrauben (12) sind.
  3. Haltevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandshalter (7) einen länglichen Teil (8) zum Aufnehmen des stangenförmigen Elements (11) und eine davon abstehende Platte (10) aufweisen.
  4. Haltevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie längliche Einsetzelemente zum Ausfüllen der Ausnehmung (4) im Falle nicht vollständiger Füllung mit Piano- oder Flügelhämmern (5, 6) aufweist.
  5. Haltevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandshalter (1) aus Kunststoff sind.
  6. Haltevorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Einsetzelemente aus Metall sind.
  7. Haltevorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Einsetzelemente Elemente aus Stahl und vierkantig sind.
  8. Haltevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbel (16) abnehmbar ist.
  9. Haltevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schrauben (12, 13) versenkt sind.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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